wegische Truppen Schulter an Schulter mit unserer Wehrmacht kämpfen, so hat dieser gemeinsame Kampf seine wirtschaftliche Parallele in der Tatsache, daß Waffen und Ausrüstung für die russische Front unter Einsatz von finnischem Nickel, norwegischen, französischen und spanischen Eisenerzen, italienischen, ungarischen uni) kroatischen Bauxiten, rumänischem Erdöl zustandegekommen sind und Zustandekommen.
Eine kurze Betrachtung der wichtigsten Rohstoff- und Fertigungsgebiete mag zeigen, wie sich die Ausweitung von der deutschen zur europäischen Wirtschaft im einzelnen vollzogen hat und welcher Kräftezuwachs für unser Kriegspotential daraus entspringt. Beginnen wir mit der Kohle, der als dem wichtigsten Energie- und Wärmeträger, aber auch als wichtigstem Rohstoff der chemischen Industrie eine Schlüsselstellung in der europäischen Wirtschaft zukomme. Dor dem Kriege standen sich im wesentlichen drei Kohlenüberschußländer als Konkurrenten gegenüber: Deutschland, England und Polen. Mittlere und kleinere Produzenten waren die Tschecho-Slowakei, Frankreich, Belgien und Holland. Rußland war Selbstversorger. Die übrigen europäischen Lävder waren im wesentlichen auf den Ueberschuß der ersterwähnten Erzeugungsländer angewiesen. Nachdem einerseits England als Versorger ausgefallen ist und anderseits der Kohlenbedarf der europäischen Länder durch die verstärkte Erzeugung auf allen Gebieten eine erhebliche Steigerung erfahren hat, liegt es auf der Hand, daß hier vom Reich eine planmäßige europäische Verteilung durchgeführt werden muß. Diese sinnvolle Verteilung wird unter Einschaltung aller privaten Organisationen der Kohlengewinnung und des Kohlenhandels vorgenommen. Die Einrichtung von Syndikaten in den besetzten Gebieten ist im Gange. Die Verteilung der verfügbaren Kohle wird tn diesen Gebieten naturgemäß von den Besatzungsbehörden beeinflußt. Die verbündeten und neutralen Länder verfügen über die ihnen zugehenden Kohlenmengen frei. Die straffe Zusammenfassung und der planmäßige Ausbau der Kohlenförderung in Verbindung mit dem Gewinn der schlesischen Kohlen im ehemaligen Polen hat dahin geführt, daß die Förderungskapazität heute mehr als das Doppelte dessen beträgt, was dem Reich im Jahre 1938 zur Verfügung stand.
Schon in Vorkriegsjahren war durch großzügige Erschließung deutscher Erzlager st ätten und durch die Entwicklung entsprechender Verhüttungsverfahren im Rahmen des Dierjahresplanes durch die Reichswerke Hermann Göring eine erhebliche Milderung in unserer Auslandsabhängigkeit auf diesem Gebiete erreicht worden. Dann aber haben die Erfolge unserer bisherigen Feldzüge dafür gesorgt, daß diese Ausweitung unserer eigenen Erz- basis noch vermehrt wurde durch den Zuwachs unserer Erzversorgung aus den besetzten bzw. angegliederten Gebieten, also aus Lothringen, Frankreich, Luxemburg und Norwegen. Außerdem aber stehen uns auch die Bezüge aus den übrigen europäischen Erzgebieten wieder zur ungehinderten Verfügung. Die Deckung des derzeitigen Hüttenbedarfs ist dadurch mehr als ausreichend gewährleistet, wobei im Minettgebiet von Lothringen noch bedeutende Ausbaureserven vorhanden sind. Angesichts dieser gewaltigen Verbreiterung unserer Erz- basis ist heute bereits eine gewisse Auswahl in der Eisenerzförderung nach Gütegesichtspunkten möglich, was wir im Interesse einer günstigeren Ausnutzung der Hochofenkapazität und eines sparsameren Einsatzes an Koks, Frachtraum und Arbeitskräften sehr begrüßen. Selbstverständlich tragen wir Sorge dafür, daß die einmal geschaffenen Bergbaukapazitäten aufrechterhalten werden, damit sie für die später zu erwartende verstärkte Ausnutzung verfügbar bleiben.
Wahrend auf der ersten Stufe der Eisenversor- gung die natürlichen Lagerstätten entscheidend sind, hängt die Eisengewinnung selbst von der Kapazität der Eisen schaffenden Industrie ab. Auch hier hatte das Reich bereits in den Vorkriegsjahren eine zentrale Umleaung der Gesamterzeugung auf die verschiedenen Standorte der Eisen schaffenden Industrie durchgeführt, ine die optimale Ausnutzung der vorhandenen Erz- und Kohlengrundlage unter dem Gesichtspunkt des bestmöglichen Verfahrens, der kürzesten Transportwege und des Bedarfs insbesondere der westlichen Eisengebiete von Belgien, Luxemburg, Nordfrankreich, Lothringen usw. brachte nicht nur kapazitätsmäßig eine gewaltige Zunahme unserer Erzeugung — auch hier ist die Kapazität auf mehr als das Doppelte dessen angewachsen, was dem Reich 1938 zur Verfügung stand —, sondern hatte auch, insgesamt gesehen, einen wesentlich ver-
Das Fahrstuhlabenteuer.
Von Jo Hanns Rösler.
Wie angenehm ist doch ein alter Gasthof! Wie behaglich ist so eine rechtschaffene Herberge, wie ruhig das Zimmer, wie breit die Treppen, die hinaufführen. Verschont mich mit den großen Hotels, wo Stockwerk auf Stockwerk liegt, oft zwanzig, dreißig übereinander, ein Turmbau zu Babel, wo man eine Tagereise braucht, um von seinem Zimmer unterm Dach auf die Straße zu gelangen. Nun gut, es gibt Fahrstühle, auch zwei nebeneinander, die in ununterbrochener Fahrt die Gäste aller Herren Länder hinauf und herunter befördern. Aber wie finde ich Mittelständler mich mit dem Komfort zurecht? Würde es mir nicht genau so ergehen wie jener Familie Grolle aus Geisenheim, die die Familie Bandlinger eines Tages im Hotel besuchte? ...
Bandlingers bewohnten im achtzehnten Stock des Astoria-Hotels ein bescheidenes Zimmer. In dieser Minute brummte gerade Bandlinger: „Wo nur Grolles bleiben? Sie wollten uns doch um acht abholen, und jetzt ist es bereits halb neun!"
„Am besten, wir fahren hinunter."
„3a. Warten wir in der Halle."
Und das Ehepaar bestieg den Fahrstuhl und fuhr hinunter.
Unterdessen waren Grolles ins Hotel gekommen.
Sie fragten den Portier: „Die Familie Bandlinger?"
„Achtzehnter Stock. Zimmer zwanzig. Sie können hinauffahren."
„Wollen wir?" fragte Herr Grolle seine Frau.
„3a", sagte Frau Grolle, „man sieht, wie sie wohnen."
Sie fuhren hinauf, zur gleichen Minute, als Bandlingers hinunter fuhren. Oben vernahmen sie nun, daß Bandlingers unten waren, und Bandlingers fuhren jetzt wieder hinauf und Grolles fuhren wieder hinunter.
„So geht das nicht weiter", sagte Bandlinger, als er oben wieder von der Abfahrt Grolles erfuhr, „mir werden nun oben warten, bis Grolles herauf- kommen."
Just hatte unten Grolle denselben Gedanken.
„Warten wir hier unten ab. bis Bandlingers herunterkommen."
besserten Ausnutzungsgrad der natürlichen Standortbedingungen zur Folge.
Wie bei Der Eisengewinnung kommen auch bei feiner Verteilung im europäischen Raum Methoden zur Anwendung, die sich bei der Eisenbewirtschaftung des Reiches im Rahmen des Vierjahresplanes schon in der Vorkriegszeit herausgebildet und bewährt haben. Die Verteilung von Eisen und Stahl auf einen bestimmten Kreis von Kontin- aentsträgern und die weitere Aufteilung seitens dieser Stellen bis zum einzelnen Betrieb mit Hilfe von Kennziffern ist ein Verfahren, das zuerst im 3ahre 1937 angewandt wurde, um den großen Investi-
tionsbedarf des Vierjahresplanes sicherzustellen. Das Verfahren konnte dann ohne wesentliche Aeüde- rungen auf die Kriegsoerhältnisse übernommen werden und heute — nachdem die Vierjahresplan- bauten von damals schon längst ihre Früchte tragen — sorgt das bewährte und eingespielte Verfahren dafür, daß das Eisen im gesamteuropäischen Raum den wichtigsten Verwendungszwecken — in erster Linie der Wehrmachtsfertigung, wo immer sie stattfindet, dem Ausbau der europäischen Rohstoffgewinnung, der Verstärkung des europäischen Verkehrsnetzes ufw. — in wohlproportionierten Kontingenten zugeführt wird.
Oie Bedrohung des Indischen Ozeans.
Seestrategische Folgen der englischen Niederlage in Ostasien.
Stockholm, 24. März. (DRV.) Die englische Monatsschrift „Nineteenth Century and After" beschäftigt sich mit der durch die japanischen Erfolge geschaffenen feestrategischen Lage. Sie erklärt: „Wir sind in die strategische Lage des 18.3ahrhunderts zurückgeworfen worden, als es noch keinen Suez- Kanal gab. Der Indische Ozean hat durch die uns aufgezwungene Aufgabe des Mittelmeeres zusehends an Bedeutung gewonnen. Seit Beginn des Krieges ging ein stetiger Strym von Kriegsmaterial und Truppenverstärkungen nicht nur für Öftersten, sondern auch für die Nilarmee und die Flotte im Mittelmeer über den 3ndischen Ozean. Wir hatten dort die unumstrittene Herrschaft zur See. Dieser Zustand hat sich gewandelt und Japan wird alles tun, um diese Wandlung zu verstärken. Das Blatt erklärt weiter, eine Aenderung oer Lage sei nur durch die Kriegsflotte möglich, denn der Krieg in Ostasien sei ein Seekrieg und könne nur auf den Meeren entschieden werden. Die britische Flotte müsse einen Krieg in zwei Hemisphären mit nur 15 Schlachtschiffen führen. Das fei bie Hälfte der Flottenstärke, die für den Krieg auf einer einzigen Erdhälfte zur Verfügung stehen muß. Entscheidenden Einfluß auf die Kriegslage in Ostasien übten die neuen japanischen Schlachts chiffe aus, von denen man noch dazu nichts genaues wisse.
Eine ähnlich pessimistische Note ist in den Äußerungen des konservativen Unterhausabgeordneten Commander R. T. B o w e r zu finden. Er erklärte: Unsere strategischen Niederlagen können dazu führen, daß mir den Krieg verlieren, bevor wir unsere gewaltigen Reserven an Menschen und Material an Ort und Stelle einsetzen können. 3ch habe jene Leute satt, die es für unanständig halten, die Möglichkeit einer Niederlage auch nur zu vermuten. Sie reden große Töne, während rings um sie ein Weltreich zusammen stürzt. Sie halten es für unmoralisch, die Wahrheit zu sagen, wenn diese zufälligerweise unangenehm klingt. Das Versagen unserer ostasiattschen und pazifischen Stra
tegie ist die größte K a t a st r o p h e in unserer Geschichte.
Cripps in Delhi,
Schanghai, 23. März. (Europapreß.) Cripps erklärte nach seiner Ankunft in Neu-Delhi bei einem Empfang der Hinduführer, er könne nicht länger als zwei Wochen bleiben, man dürfe keine Zeit mit zu langen Diskussionen verlieren, da England selbst wichtige Fragen zu lösen habe. Die britische Regierung sei „möglicherweise" bereit, ihre alten Versprechungen bezüglich der indischen Selbstverwaltung zu erfüllen. Er lehne den Gedanken gemeinsamer Verhandlungen mit den verschiedenen indischen Gruppen nach dem Muster einfcr Round-Table- Konferenz ab. Er sei der Ueberzeugung, daß bei derartigen Verhandlungen eine einstimmige Annahme der von ihm überbrachten Vorschläge der britischen Regierung nicht zu erwarten sei. Er ziehe es deshalb vor, mit Vertretern der einzelnen Gruppen, Parteien und Kasten einzeln zu verhandeln. Cripps betonte die Unabänderlichkeit der nach 3ndien mitgebrachten Vorschläge. 3n London werde keine tiefergreifende Aenderung der Beschlüsse des Kriegskabinetts geduldet. Nach Ännahme dieser Beschlüsse durch die führenden Männer 3ndiens werde das britische Parlament keinen Einspruch dagegen erheben. Ob es Cripps gelingen wird, durch ein derart intolerantes Auftreten die führenden Männer Indiens den britischen Wünschen schneller gefügig zu machen, erscheint mehr als fraglich.
Cholera-Epidemie unter den britischindischen Truppen in Burma.
Tokio, 24. März. (DNB.) Nach Berichten von der Burma-Front ergaben Gefangenenaussagen, daß unter den britisch-indischen Streitkräften in Burma zahlreiche Cholerafälle zu verzeichnen sind. Die Seuche greift immer weiter um sich, da Heilmittel kaum oder nur ungenügend vorhanden sind.
Bolschewistische Angriffe im Oonezgebiet in erbitterten Kämpfen abgeschlagen.
Der Wehrmachtbericht.
DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 23. März. Das Obertommaq^o der Wehrmacht gibt bekannt:
Auf der Halbinsel Kertsch scheiterten weitere Angriffe des Feindes. 3m Donez gebiet schlugen deutsche und rumänische Truppen mit stärkeren Kräften und Panzern geführte Angriffe der Sowjets In erbitterten Kämpfen ab. 3m mittleren Frontabschnitt wurden mehrere von ihren Verbindungen abgeschnittene Kräftegruppen des Feindes vernichtet. Dabei verlor der Gegner in zwei Tagen außer zahlreichen Gefangenen mehrere Tausend Tote, sowie 15 Panzer, 31 Geschütze und anderes Kriegsmaterial.
Auch an der übrigen Ostfront waren die deutschen Truppen lei der Abwehr feindlicher Angriffe und bei eigenen Angriffsunternehmungen erfolgreich.
Bei Luftangriffen wurden über 300 feindliche Fahrzeuge aller Art und 23 Eisenbahnzüae zerstört. Die Sowjets verloren am gestrigen Tage 54 F l u g - zeuge.
3n der Zeit vom 18. bis 22. März wurden an der Ostfront 137 feindliche Panzer vernichtet.
3n Nordafrika zogen sich die am 21. März geworfenen britischen Kräfte im Raume ostwärts Martuba weiter zurück. Vor der nordafrikanischen Küste versenkten deutsche Kampffliegerkräfte in kühnem Angriffs aus einem von britischen Seestreitkräften gesicherten Geleitzug ein Handelsschiff von 6000 BRT. Zwei weitere Handelsschiffe blieben nach Bombentreffern liegen.
Auf Malta erzielten deutsche 3agd- und Sturzkampfflugzeuge Vombenvolltreffer in Flugplahan- lagen. Sieben britische Flugzeuge wurden am Boden zerstört. Zwei weitere in Lufi- kämpfen abgeschossen.
Oer italienische Bericht.
Rom, 23. März. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Montag meldet u. a.:
3m östlichen Mittelmeer machte eines unserer U-Boote trotz der ausgesprochen ungünstigen atmosphärischen Bedingungen am Spätnachmittag des 21 März einen größeren und stark ge-
„Eine gute Idee!"
Und nun standen unten Grolles vor dem Fahrstuhle, und wenn der Liftjunge sie zum Einsteigen ausforderte, sagten sie: „Danke, wir warten!" — und oben standen Bandlinger und Frau und winkten ebenfalls dem Fahrstuhlführer ab, fo oft er ihnen die Tür öffnete. Und als beide Familien lange genug gewartet hatten und die beiden Ehemänner bereits immer wieder die Uhr zogen und die be den Ehefrauen bereits spitz und spöttisch zu ihren Männern wurden, wie das in solchen Lagen der Fall zu fein pflegt, entschlossen sich Grolles endlich, wieder hinaufzufahren und Bandlingers herunterzuholen. Sie machten aber die Rechnung ohne Bandlingers. Denn d'.efe hatten soeben den Fahrstuhl betreten und glitten sanft die achtzehn Stockwerke hinunter.
Wozu ist dem Menschen der Verstand gegeben?
Grolle gebrauchte ihn als erster nach der langen Irrfahrt.
„Isolde", sagte er zu seiner Frau, „jetzt wartest du unten und ich fahre allein hinauf, fo können wir uns nicht mehr verfehlen."
Anscheinend lag der Entschluß in der Luft. Denn im achtzehnten Stock erklärte ebenfalls Bandlinger feiner Frau:
„Ich fahre jetzt allein hinunter und wenn Grolles inzwischen heraufkommen, fährst du mit ihnen hinunter.
Kaum war er abgefahren, kam Grolle oben an. Er bestieg sofort mit Frau Bandlinger den Fahrstuhl abwärts. Leider erklärte in dieser Minute im Erdgeschoß Frau Grolle Herrn Bandlinger:
„Mein Mann wartet oben mit Ihrer Frau auf uns — holen wir sie ab!"
Sie fuhren hinauf und die anderen herunter und wieder schwebten zweimal zwei Menschen, die eigentlich zu viert fein wollten, aneinander vorbei. Diesmal war es Herr Bandlinger, der beschloß:
„Jetzt warte ich hier oben, und Sie fahren hinunter und holen Ihren Gatten und meine ' Frau herauf. Ich warte hier auf alle."
Frau Grolle fuhr ab. Sie kam nicht wieder. Hingegen trat jetzt Herr Grolle oben aus dem Fahrstuhl, der unten mit Frau Bandlinger vereinbart hatte, daß er ihren Mann und seine Frau abholen wolle. Als er nun Herrn Bandlinger allein vorfand, stöhnte er verzweifett:
„Es ist doch nicht zu glauben!"
„Als ob es nicht fein sollte!"
Und da sie Männer waren und Männer schnell von Entschluß sind, fuhren sie rasch wieder zusammen hinunter. Die beiden Frauen aber, sich gegenseitig in ihrer Unentschlossenheit unterstützend, beschlossen nach langem Hinundher, mitsammen hinaus zu den Männern zu fahren.
Bandlinger und Grolle standen schimpfend in der langen Halle.
„Die letzte Möglichkeit ist jetzt", erklärte Bandlinger, „daß Sie nunmehr endgültig hier unten warten und ich hinauffahre und die Damen hole. Aber ich beschwöre Sie, lieber Freund, ich bitte Sie bei allem, was Ihnen heilig ist. unten zu bleiben! Kann kommen, was da will! Sie fahren nicht hinauf! Ihr Wort darauf!"
Grolle versprach es, Bandlinger fuhr hinauf.
Oben fand er nur noch feine eigene Frau vor.
„Komm. Isolde? Rasch! Rasch!"
Isolde schüttelte den Kopf.
„Ich kann nicht", erklärte sie bestimmt, „ich habe Frau Grolle in die Hand hinein geschworen, komme, was da wolle, nicht mehr hinunter zu fahren und hier oben auf olle zu warten."
„Das ist eine Narretei? Das gleiche hat mir unten Grolle geschworen? Wir müssen hinunter!"
„Wir müssen hinauf!" drängte unten Frau GPolle. „Frau Bandlinger hat versprochen, sich nicht vom Fleck zu rühren."
Aber ihr Mann, eingedenk seines Wortes, war nicht von der Stelle zu bringen. Und mag es nun kommen, wie es will: entweder wird das Wort gehalten bann sehen sich die Familien heute nicht mehr. Wird es aber aus dieser Erkenntnis nicht gehalten, so fahren wieder beide Familien aneinander vorbei und der Spuk beginnt von vom. Und da Grolles dies einfahen, stülpte sich Grolle den Hut auf und brummte:
„Es hat keinen Zweck? Gehen wir beim!"
Und sie verließen das verrückte Hotel zur gleichen Minute, als sich Bandlingers oben wütend in ihr Zimmer begaben und die Hoffnung auf einen gemeinsamen Abend begruben. Darum. Freunde, sagt mir nichts wider die Treppen im L'ben! Da sieht jeder, der heraufkommt, den, der herunterkommt. Und das hilft oft weiter.
sicherten Geleitzug aus, der in Richtung Malt« fuhr. Unsere Luftaufklärung folgte diesem Geleitzug den ganzen Tag bis 22. 3. hindurch. Zahlreiche Staffeln von Torpedoflugzeugen verließen verschiedene Luftstützpunkte in aufeinanderfolgenden Wellen in Richtung auf die feindlichen Seestreitkräfte.
Unsere Flieger, welche mit prächtigem Schwung das intensive Sperrfeuer und die Nebelwände der Geleitschiffe durchbrachen, griffen auf kürzeste Entfernung an und trafen wiederholt Kriegsschiffe und Transporter.
Einem Verband unserer Seestreitkräfte gelang es gestern nachmittag, im Golf der S y r t e den englischen Verband zu erreichen, der versuchte, sich durch Einnebeln dem Gefecht zu entziehen, und fügte ihm neue »Schäden zu, welche später im einzelnen bekanntgegeben werden.
Lt-Bootsersolge im Mittelmeer
Berlin, 23. März. (DNB.) Die Kämpfe unserer Unterseeboote gegen den feindlichen Nachschubverkehr nach Nordafrika und nach dem von deutschen und italienischen Luftstreitkräften schwer bedrängten Malta stehen unter anderen Voraussetzungen und Verhältnissen als der Atlcmtik- kriea. In einem engeren Seeraum ist mit starker feindlicher Lufttätigkeit zu rechnen und auch alle übrigen Verhältnisse, z. B. die Kürze der Geleitwege und ihr Schutz durch schnelle Seestreitkräfte, bedingen einen schnellen Ablauf der Ereignisse. In einem solchen engen Seeraum sind daher besondere Entschlußkraft, Einsatzbereitschaft und Können erforderlich. Die zäh errungenen Erfolge gegen kleinere aber sehr stark gesicherte Geleitzüge drücken sich nicht in hohen Tonnagezahlen aus und könnten, in Tonnen gemessen, gegenüber den Erfolgen an der amerikanischen Küste gering erscheinen.
Die deutschen Unterseeboote haben aber im Mittel» meer große Erfolge gerade auch gegen britt s che Kriegsschiffe erzielt, angefangen von der Versenkung des Flugzeugträgers „Ark Roy- a l", des Schlachtschiffes „B a r h a m", mehrerer Kreuzer und Zerstörer, bis zu den Beschädigungen, durch die feindliche Schlachtschiffe und andere Einheiten monatelang außer Gefecht gesetzt wurden.
Für die Bedeutung der außerdem versenkten Transporttonnage gilt der Satz: „Dis Mittelmeertonne wiegt schwerer/ Schon die Versenkung eines einzigen Dampfers bedeutet einen empfindlichen Verlust für die feindlichen Afrikatruppen oder die weitere Beeinträchtigung der Lebensmöglichkeit Maltas. Die Mittel- meertonne wiegt um fo schwerer, als das britische Material, wenn es im Mittelmeernachschub verloren geht, gewöhnlich die lange Seereise von 11000 Seemeilen um das Kap der Guten Hoffnung hinter sich hat. Die Versenkung einer Fracht vor der Cyrenaika macht also zugleich Transportanstrengungen des Feindes zunichte, die sich über weite Meere erftreefen, und bei denen die Schiffe zwei bis drei Reifen jährlich zurücklegen können. In wirksamer Unterstützung des deutschen Asrikakorps steuert die U-Bootwaffe ihren Anteil zum Erfolg bei.
Meine politische Nachrichten.
Reichswirtfchaftsminister Funk empfing den in Berlin weilenden schwedischen Handelsminister Griffon zu einer längeren Unterredung.
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NSG. Die Führer der rumänischen Staatsjugend, die unter Führung des Beauftragten des rumänischen Staatsjugendführers, Major R a u c a , und des Ministerialdirektors im Ministerium für Kultur und Erziehung, Professor Stan, im Gau Hessen- Nassau weilen, wurden von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger im Adolf-Hitler-Haus der Gauhauptstadt empfangen.
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Auf Einladung der NS.-Volkswohlfahrt besichtigten niederländische Journalisten die Einrichtungen der NSV. in den Gauen Weser-Ems und Groß- Berlin. Sie waren während ihres Berliner Aufenthaltes Gäste des Oberbefeblsleiters Hilgenfeldt und des Reichspreffechefs Dr. Dietrich, der durch Stabsleiter Sündermann vertreten wurde.
In ganz Italien und Albanien sowie an allen Fronten, wo die italienische Wehrmacht im Kampfe steht, ist der 23. März, der Jahrestag der Gründung der faschistischen Kampfbünde, würdig begangen worden. Den Höhepunkt der Kundgebungen bildete in Rom eine Feier im Teatro Adriano. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich auch die Kund-
Wunder des menschlichen Gedächtnisses
Magliabechi aus Florenz, der im Jahre 1714 im Alter von 63 Jahren starb, hieß allgemein „das vollkommene Nachschlagewerk und das lebende Wörterbuch". Nach übereinstimmenden Berichten konnte er alles, was er einmal gehört und gelesen hatte, aus dem Gedächtnis wiederholen. Dann hört man noch von einem P. I. Beronicius, der Horaz, Virgil, Cicero, Iuvenal, die beiden Plinius, Horner und Aristophanes auswendig hersagen konnte. Da er im Jahre 1676 starb, war er ein Zeitgenosse Magliabechis. Von einem Mann namens Andrew Fuller wird berichtet, daß er 500 Zeilen fehlerlos wiederholen konnte, wenn man sie ihm zweimal vor» Helesen hatte. Es war gar nicht notwendig, daß er sie selbst las, was bei manchen Gedächtniskünstlern doch Voraussetzung ist. Fuller konnte auch in einer langen Geschäftsstraße vorwärts oder rückwärts jede Ladenbezeichnung wiederholen und alles, was im Schaufenster lag. Auf der Berichterstatterbühne des Deutschen Reichstages war in den neunziger Jahren ein Gedächtnisakrobat tätig, den seine Kollegen sehr bewunderten, weil er imstande war, die längste Rede eines damaligen Abgeordneten, und es gab solche bis zu vier Stunden Dauer, noch an späteren Tagen Wort für Wort zu wiederholen. C. K.
Zeitschriften.
— Im März-Heft der Monatsschrift „Die Kunst" (Verlag F. Bruckmann, München) behandelt Bruno Kroll den nun fast 70jährigen Maler Fritz Rhein, G. Pfleiderer würdigt den Bildhauer Jakob Wilhelm Fehrle und Ulrich Christoffel zeigt neue Bilder von Adolf Schinnerer. Der aus Leipzig stammende Maler Karl Walther, ein Vertreter der jüngeren Generation, geht einer betont eigenen Kunstweife nach. Franz Dthnann macht mit Neuerwerbungen der Österreichischen Galerie in Wien bekannt. Neue figürliche Werke der Staatlichen Porzellanmanufaktur in Berlin werden von Ludwig Schnorr von Carolsfeld gezeigt. Der zweite Teil bringt die geschmacksichere Einrichtung eines Landhauses bei München von Knidlberger, München, sowie ein Haus in Sindelfingen bei Stuttgart non Kösters, Weimar. Sophie Rützow behandekt Wandteppiche in verschiedenen Entwürfen.


