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192. Jahrgang Nr. 301 ttncbeint täglich, außer Sonntags und (VeiertQfl®

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Eichener Anzeiger

vienriag, 22. Dezember 194>

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General-Anzeiger für Oberhefien

Spanien im Spannungsfew.

Von unserem R. «.-Berichterstatter.

Madrid, im Dezember 1942.

Öor Jahresende ist Spanien in das strategische Spannungsfeld dieses Weltkrieges gerückt worden. Durch die Landung britischer und amerikanischer Truppen in Französisch-Nordafrika sind auf afrika- nischem Festland Spanisch-Marokko, im Atlantik die Kanarischen Inseln, im Mittelmeer die Balearen direkt bedroht, abgesehen von anderen Gefahren, die man hier nicht als unmittelbar empfindet. Spanisch. Marokko wird von den USA. und England zur Sicherung der Meerenge und sozusagen als Rücken- deckung für die Festung Gibraltar benötigt: die Ka­narischen Inseln als Nachschubbasis für den Verkehr ouf dem Atlantik, der durch deutsche U-Boote ge- fährdet ist; die Balearen mit ihren günstigen Vor­aussetzungen für Flugplatzanlagen als Wachtposten im westlichen Mittelmeer und als Sprungbrett gegen Europa. Das sind die Ergebnisse der britisch- amerikanischen Aktion in Nordafrika von Spanien aus gesehen.

Das sind die Tatsachen, mit denen sich Spanien ouseinandersetzen muß. Diese Auseinandersetzung vollzieht sich sowohl auf außenpolitischem als auch auf innerpolitischem Gebiet. Außenpolitik wird in Madrid nicht nur mit Mitteln der Diplomatie, sondern auch mit denen der Militärpolitik gemacht. In den Zeiten, als man in dieser Beziehung hier noch Unterschiede gelten lassen konnte, lag die Außenpolitik in den Händen von Serrano Suner und die Militärpolitik in denen von Generalleutnant Barela. Am 3. September hat der Staatschef Ser- rano Suner durchJordana und Varela durch Äsen- fron ersetzt. Der Wechsel hatte die Bedeutung einer Dereinyeitlichung. Die Aktionen der Diplomatie und der Wehrmacht wurden Persönlichkeiten anver­traut, deren enge Bindung zum Staatschef ein ge­meinsames Vorgehen gewährleistete. So entstand ein organisches Zusammenspiel, eine Tatsache, die bei der diplomatischen Behandlung der britisch-nord­amerikanischen Erklärung zu den Ereignissen in Nordafrika und bei, der Durchführung der spani­schen Teilmobilisierüng klar und deutlich gewor­den ist.

Unter dem Druck der neuesten Gefahren haben auf dem Gebiet der Innenpolitik Versuche zur Vereinheitlichung stattgefunden. Es zeigte sich aber, daß die Koalition von 1936 sich dem Wandel der Zeit nicht entziehen konnte. Das wurde vor allem bei' der Zusammensetzung des neuen Nationalrates der Falange klar. Einige Männer, die früher an ihm beteiligt gewesen waren, so der frühere Kultus­minister Sainz Rodriauez, wurden aus Gründen der staatlichen Sicherheit ferngehalten. Andere, die früher auch beteiligt gewesen waren, und denen man ehren Ratssessel anbot, so der frühere Justizminister und derzeitige Präsident der Deputation Navarra, Graf Rodesno, baten, nicht ernannt zu werden. Es er- wies sich, daß hauptsächlich die Monarchisten sich zurückhielten. Damit ist die alte Koalition hinfällig geworden.

Unter diesen Umständen ist es in Spanien not­wendig geworden, zu allgemein gültigeren Grund­sätzen zurückzukehren. Das Jahr 1942 hat den paradox klingenden Beweis erbracht, daß mit den Gegebenheiten der Jnnenpolik hier keine Innen­politik zu führen war. An ihre Stelle trat Per- sönlichkeitspolittk. Die Persönlichkeit des Staatschefs, die in Spanien schon die Bedeu­tung einer Institution besitzt, ist das Maß der Dinge geworden. Um ihn wird ein Kreis verläßlicher Männer gruppiert. Sie werden in der spanischen Cortes, die am 17. Juli neu errichtet worden ist, versammelt werden. Sie besitzen ein persönliches, politisch freies Verhältnis zum Caudillo. Man hat versucht, die wertvollen Elemente, die zur Ver­fügung stehen, aus politischen Bindungen zu lösen. Das ist der innerpolitische ^rozeh, der sich 1942 in Spanien vollzogen hat, und der nach Bereinigung einiger Schwierigkeiten als gelungen bezeichnet werden kann. Dieser Uebergang aus dem Politischen ins Persönliche übrigens eine echt spanische Lö­sung v- hat eine Gruppe von Männern zusammen­geführt, die sämtlich klare und unmißverständliche Züge aufweisen: autoritär und antiliberal, national und antikommunistisch.

Portugal in -er Gefahrenzone.

Bon unserem tz. K.-Berichterstatter.

Lissabon, im Dezember 1942.

Die letzten zwölf Monate haben Portugal näher an den Rand des Krieges gebracht als man be­fürchtete. Während man im letzten Jahr, nachdem japanische Truppen den vorher von australischen und holländischen Streitkräften angegriffenen portu- aiesischen Teil der Insel Timor besetzt hatten, einen degner in J a pan vermutete, haben zwölf Monate Krieg im Fernen Osten und die wenigen Wochen der Kriegführung in Nordwest- und Westafrika ge- eigt, daß Japan, ebenso wie seine Bundesgenossen in Europa, die Neutralität respektiert hat, selbst in Mäcao, der im Schußfeld der japanischen Batte­rien von Hongkong liegenden portugiesischen Be- itzung. Britische und amerikanische Flugzeuge haben »agegen zu Hunderten nicht nur weit abgelegene Kolonialgebiete angegriffen, sondern auch das Hei­matland Portugal wiederholt überflogen, ohne daß die Regierungen in London und Washington es für nötig hielten, neue Anweisungen an die Luftwaffe zu geben, ober sich auf diplomatischem Wege zu entschuldigen. _ , v .

Auf wirtschaftlichem Gebiet taten England und die USA. alles, um die Ernährungslage Portugals zu erschweren, den Import von Rohstoffen zu unter­binden und die Brennstoffzufuhr abzuschneiden in der Hoffnung, hiermit innerpolitische Voraussetzun­gen für einen Umsturz zu schaffen, Mfen Ziel es ein sollte, nicht neutral gesinnte Elemente ans Ruder zu bringen. In den Kolonien und auf den atlantischen Besitzungen wurde eine lebhafte bnti che Propaganda entwickelt. Man tat sich mit Anarchisten, Baullisten und enttäuschten Emigranten jammen und versuchte alles, um Salazar und dem Staat Präsidenten, General Carmona, die Arbeit zu er- chweren. Doch hat sich bis heute gezeigt, daß Un­ruheherde, die zweifellos vorhanden waren, beseitigt werden konnten, daß Streiks, von denen man in London und Washington hoffte, sie wurden das Land ergreifen, abgeschlagen wurden und die Reu tralität, soweit sie unter den gegebenen Umstanden und der geographischen Lage Portugals.^rhaup streng eingehalten werden kann, nach wie vo Hauptmerkmal der portugiesischen Außenpolitik dar stellt. , K

Salazar hat es trotz aller Drohungen und Ver- sprechungen auf wirtschaftlichem

Portugal außerhalb des Krieges zu halten obgleich die Einbeziehung der brasilianischen ^chternatton in die Reihe der Kriegführenden zunachsi den. Ein druck größerer Rückwirkungen in der portugiesischen OefftntW h-rvorries. Di- Op°r°ki°n«nd-durch d-n britisch-amerikanischen Anffnfs sr°nz°I>sch- Dsbiet in Afrika in Gang flerommen firü>, »oben 3U einer erneuten Beunruhigung IN D°"ugal beige Iraflen. Die am Tage der Besetzung N°rd- un» W°£ gfrikas van England und der UE. abgegebenen Derlickerunaen die Neutralität und Integrität oes ÄSatkn Umst-md-nzu «fprftaennjhnb m Liss-ban nicht ahne Mißtrauen au genammm ivardem Sie wunden mit einer

Machunq beantwortet, die -iwar Nicht, nien der Oefsentlichkeit mitgete.lt wurde, aber Do<? chre Fortschritte macht,

oielen Manaten mit der Verstärkung Tiaren, nen in Ost- und Westafrika sowie auf den Ai°ren, den Kapverdischen Inseln uich ®labe ... hatte, ßir benSßib .rftarfwwinen' $rt3aI,nÄ ftärfer auf L Wirtschaftlich versucht $ortu?^,fAoftch ft tief bu eurasische Hintettand

Orientierung vom AilianM aus ven

Schwierigkeiten verbunden, die Portugal nicht allein lösen kann. Transportfragen, Rohstoffprv» Meine und der Druck, der von den Alliierten bei der Ausgabe von Navicerts im Verkehr zwischen Por­tugal und seinen eigenen Kolonien ausgeübt wird, müssen die Erfüllung der Wünsche und Pläne, die ernstlich vorhanden sind, gefährden.

Unter diesem Gesichtswinkel sind auch die politi­schen Bemühungen zu bewerten, die bei der Regie­rung und einem Teil der Öffentlichkeit Potugals bestehen. Sie zielen darauf ab, das Land mit seiner autoritativen Staatsform in die europäische Schick- salsgemeinschaft einzugliedern. Wenn man auch auf dem Wege der Verständigung mit Spa­nien einen Schritt weitergekommen ist, so haben die Bemühungen der beiden Regierungen bisher nicht dazu führen können, den Gedanken der iberi­schen Solidarität in die Tat umzusetzen. Doch weiß man in Portugal, daß eine Einbeziehung des Lan­des in die Gemeinschaft der europäischen Völker nur über Spanien erfolgen kann. Aus diesem Grunde lenkt sich das Augenmerk Portugals, seiner Regierung und der in vieler Beziehung anders denkenden Oefsentlichkeit an der Jahreswende auf den iberischen Nachbarn, der bei aller Verschieden- heil seines Volkscharakters und seines Temperaments doch durch den Kampf gegen den Kommunismus in jedem Portugiesen die Gefühle der Gemeinsamkeit gestärkt hat.

Befriedigung in Madrid.

Madrid, 21. Dez. (Europapreß.) In der spani­schen Hauptstadt bezeichnet man die Schaffung des iberischen Block" als logische Folae der neuen Lage, in welche die Iberische Halbinsel seit den Ereignissen in Nordafrika geraten ist. Man hat die Ueberzeu- gung, daß die spanisch-portugiesischen Besprechungen in Lissabon zu einem Ergebnis führten, das man auch in Madrid wird als befriedigend ansehen kön­nen und glaubt, daß auch Abmachungen zur gemein- jamen Bekämpfung des Kommunismus, die eine Forderung der Landesverteidigung fei, getroffen wurden.

Auf Befehl des USA.-Befrhlshabers sechs französische Offiziere erschossen.

Genf, 21. Dez. (DNB.) Nach Meldungen aus Algier sind am Samstag sechs französische Offiziere auf Befehl des USA.-Befehlshabers unter dem Verdacht der Achsenspionage stand- rechtlich erschossen worden. Die Offiziere suchten in auffälliger Weise Verbindung mit anderen französischen Offizieren bei den Verbindungsstellen zum amerikanischen Besatzungsheer, hatten es jedoch abgelehnt, sich auf Darlan vereidigen zu lassen.

Znnerpolitische Schwierigkeiten in Kanada.

Stockholm, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Mit den in Kanada bestehenden politischen Gegensätzen befaßt sich der Ottawaer Korrespondent der Londo- ner WirtschaftszeitungEconomist". Dabei stellt er u.a. fest, daß die s r a n z ö s i s ch s p r e ch e n d e n Kanadier Quebeks der Zentralregierung Mackenzie Kings nach wie vor große Schwierig­keiten bereiteten mit ihrer Weigerung, in lieber- fee für Englcmd Kriegsdienste zu leisten. Um in Zukunft ihre politischen Ansichten wirkungsvokler

der Zentralregierung gegenüber vertreten zu kön­nen» hätten fte sich vor kurzem sogar zu einer eigenen Partei zusammengeschlossen. Eine Lösung des für die Zentralregierung entstandenen höchst verwickelten Problems werde immer schwie­riger.

Japanischer Lustangriff auf Kalkutta.

Berlin, 21. Dez. (DNB.) Japanische Kampf­lugzeuge griffen in der Nacht 3um 20. 12. das Stadtgebiet von Kalkutta an. In der Jndustrie- vorstaot Haura entstanden erhebliche Schäden. Die Staatswerft im Stadtteil Hastings sowie die Bahn­anlagen der Castern Bengal-Eisenbahn wurden chwer beschädigt. Als die japanischen Flugzeuge iach ' zweistündigem Bombardement wieder ab­logen, waren ganze Stadtteile in Brandwolken ge­hüllt. Trotz heftiger Flakabwehr führten die Ja­paner ihre Angriffe im Tiefflug durch.

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Kalkutta, die Hauptstadt der Provinz Bengalen, ist mit 1,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Indiens. Die Stadt liegt etwa 140 km oberhalb der Mündung des Hugli-Flusses in den Golf von Ben­galen. Nur kleinere Schiffe können bis nach Kal­kutta gelangen, während die größeren in Diamond Harbour, fast 100 km flußabwärts, vor Anker gehen müssen. In der indischen Industrie steht Kalkutta weitaus an erster Stelle. Besonders in dem Jndu- ftrieoorort Haura befinden sich zahlreiche Jute­fabriken, Baumwollspinnereien, Messinggießereien, Zucker-, Waffen- und Papierfabriken. Als Eisenbahn- und Straßenknotenpunkt sowie als eine der stärksten britischen Garnisonen in Indien hat Kalkutta auch eine hohe militärische Bedeutung. Unweit nördlich von Kalkutta liegt die nur knapp 10 tjkm große französische Enklave Chandernagor, neben einigen anderen kleineren Enklaven, darunter Pondichery und Karikal, der letzte Rest französischen Kolonial­besitzes in Indien.

Geschloffene Führung und gemeinsames Ziel.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Die Besprechungen des Führers mit dem ita­lienischen Außenminister Graf C i a n o und dem Chef des italienischen Generalstabes Marschall (Sa­na U e r o , an denen auch der Reichsmarschall und der deutsche Außenminister teilnahmen, drehten sich nicht um dje Einiakeit, die zwilchen den beiden großen Nationen selbstverständlich herrscht, nicht um die Waffentreue, die sich in Nordafrika und auf den Gefilden des Ostens bis in den Tod bewährt, sondern um den Einsatz aller Kräfte für Den S i.e g und um die politische und militä­rische Strategie, um dieses Endziel am besten zu erreichen. Daß die Besprechungen in größter Herz^ lichkeit verliefen, daß die Ziele des deutschen und italienischen Volkes die gleichen sind, ergibt sich schon aus der Gemeinsamkeit der Weltanschuungen. Der Nationalsozialismus und der Faschismus sind ja nicht nur die ausgesprochenen Gegensätze zum Bolschewismus, sondern auch zum verheerenden und die Völker, ihre Kulturen und ihr Eigenleben ver­nichtenden Judäo-Plutokratismus amerikanisch-eng« lischer Ausprägung. Daher wird dieser Krieg in größerem Ausmaß ein Freiheitskrieg aller euro­päischen Völker, die sich auf immer von der Gefahr befreien, daß anonyme, zerstörerische Gewalten ihr Dasein unterwühlen und in Frage stellen.

Das Programm und das Ziel sind also klar, und die einzelnen Maßnahmen zur Herbeiführung De Sieges sind in voller Einmütigkeit erörtert worden. Schon aus dieser Einigkeit ist der frappierende Gegensatz zur politisch-wirtschaftlichen Lage der Gegner offensichtlich. Es braucht bei uns nicht der giftigen Polemik, mit Der sich England gegen Roose­velts bösen Willen, der Erde des englischen Empires zu werden, wehrt. Drüben steht einer gegen den anderen. Willkie gegen Churchill, Darlan gegen den

Erbitterte Panzer- und

im Wolga-Don-Gebiet.

Berlin, 21. Dez. (DNB.) Die deutschen Trup­pen, die zwischen Wolga und Don im An­griff stehen, warfen am 20. 12. trotz aller Gelände­schwierigkeiten die Bolschewisten weiter zurück, nach­dem sie am Vorlage die feindlichen Verteidigungsstel­lungen mehrfach durchbrochen hatten, und stellten die Verbindungen uhtereinanber her, obwohl die Bolsche­wisten durch Einsatz starker Artillerie und durch Gegenangriffe das weitere Fortschreiten des Ein­griffes zu verhindern suchten. Zur Entlastung ihrer schwer angeschlagenen Stellungsgruppen unternah­men die Bolschewisten mit Infanterie- und Panzer­reserven an anderer Stelle dieser Front mehrere Vorstöße, die nach Abschuß von 16 feindlichen Pan­zerkampfwagen zusammenbrachen. Der sofort ein­setzende Gegenangriff, bei dem unsere Truppen den Feind bis über seine Ausgangsstellungen hinaus zurücktrieben, brachte Geländegewinn.

Auch im Raum von Stalingrad und am Donbogen hatten deutsche und rumänische Trup­pen feindliche Vorstöße abzuwehren. Alle diese er­folgreichen Kämpfe führten zur Vernichtung von über 70 bolschewistischen Panzerkampfwagen. Trotz ungünstiger Wetterlage griffen unsere Sturzkampf­flugzeuge sowie deutsche und rumänische Kampfs fliegerstasseln in die Erdkämpfe ein. Obwohl die Kampfziele häufig von dichten Nebelbänken über­lagert waren, stießen Schlachtflugzeuge und Zer­störer durch die Wolkenschichten und griffen G e -

Höfte «m Don an, in Denen sich die Bolsche^ roiften verschanzt hatten. Die Kampfanlagen tourDen mitsamt ihrer Besatzung durch Bomben vernichtet.

Am mittleren Don unterstützte die Luft­waffe die schweren Abwehrkämpfe Der Heeresverbände, die hier seit Tagen von sehr star­ken bolschewistischen Panzerkräften angegriffen wer­den. Schon in den ersten Dezembertagen hatte un­sere Luftwaffe Den feindlichen Aufmarsch beobachtet, dessen Stärke und Umfang durch gewaltsame Er­kunden italienischer Verbände immer klarer wurde. Nach vergeblichen örtlichen Vorstößen kam Der feind­liche Eingriff Dann vom 12. 12. ab in täglich wachsendem Maße ins Rollen unD erreichte am 16. Dezember seine volle Stärke. In Den zur VerteiDigung ausgebauten Hügeln dicht westlich des Don hatte Der Feind außerordentlich schwere Ver­luste, vor allem durch Artillerie, panzerbrechende Waffen und Maschinengewehre. Trotzdem verstärk­ten Die Bolschewisten ihren Druck. Doch auch dies« Entwicklung war von Der Deutschen Führung voraus­gesehen. Während die Stellungsdivisionen Schritt für Schritt auswichen, besetzten im Anmarsch befindliche Reserven die vorbereiteten R i e- gelstellungen und fingen dort den feindlichen Großangriff auf. Bei Den anhaltenDen, schweren Kämpfen wurden in Den letzten vier Tagen weit über 200 sowjetische Panzer abgeschossen.

Oer Wehrmachtbericht.

DJIB. Ans Dem Führerhauptquartier, 21. Dez. Das Oberkommando Der Wehrmacht gibt bekannt:

An Der Gebirgsfront des Kaukasus wehrten deutsche Grenadiere und Häger feindliche Eingriffe zum Teil im Gegenstoß ab. Auch gestern wieder­holte Durchbruchsversuche Der Sowjets im Terek- Gebiet scheiterten zum Teil in erbitterten Nah­kämpfen. 3m schwungvollen Gegenangriff wurde vorübergehend in Die eigenen Stellungen ein ge­drungen er Feind geworfen und dabei zahlreiche Ge­fangene gemacht.

3m Schwarzen Meer versenkten leichte deut­sche Seestreitträste ein sowjetisches Unterseeboot.

3m Wolga Don - Geblet halten Die schwe- ren Kämpfe an. 3n erbitterten Panzer- und 3nfan- terieschlachlen erlitten die Sowjets wieder überaus hohe Verluste an Menschen und Material. Nach bisherigen Meldungen wurden gestern im Don- Abschnitt über 70 feindliche Panzer vernichtet.

Elm mittleren Don gelang Dem Feind, der feit Tagen mit stärkster Srästemassierung von Pan­zerverbänden angegriffen hatte, ein Einbruch in die dortige Abwehrfronl. Er wurde mit ungeheuren bolschewistischen Verlusten erkauft. Um einer Flan­kenbedrohung zu begegnen, bezogen im Anmarsch be­findliche deutsche Divisionen planmäßig vorbereitete rückwärtige Stellungen nnd verhinderten dadurch eine Ausweitung des feindlichen Anfangserfolges. Die Kämpfe halten in unverminderter Stärke an. Deutsche, italienische und rumänische Fliegerkräsle griffen an den Schwerpunkten der Abwehrschlacht laufend in die Kämpfe ein. 23 feindliche Flugzeuge wurden in Lnftkämpfen, sechs durch Flakartillerie der Luftwaffe abgeschossen. Ein deutsches und ein rumänisches Flugzeug werden vermißt.

Nach Abwehr eines feindlichen Eingriffe stürnfte eine deutsche Angriffsgrupps westlich Toropez

gegen starken Widerstand eine feindliche Stellung. Der vorgeschobene Stützpunkt Weltkije £ u f I wehrte auch gestern heftige feindliche Eingriffe er­folgreich ab.

3m Gebiet des 3lmensees sprengten eigene Stoßtrupps Kampfstände und Bunker des Feindes. Oertllche Vorstöße des Gegners wurden abgewiefen.

Ein der Off fron f wurden In der Zeit vom 11. bis 20.Dezember 1518 Sowjetpaozer vernich­tet, erbeutet oder bewegungsunfähig geschossen.

3n Libyen örtliche Kampftätigkeit. Der Hafen von Bengasi wurde in der Nacht zum 21. De­zember bombardiert, auf See ein Handelsschiff mitt­lerer Gröhe schwer beschädigt.

Deutsch-italienische Truppen vereitelten in Tu­nesien feindliche Vorstöße. Kamps- und 3agD- fliegerverbände griffen wiederholt Zeltlager, Kraft- fahrzeugkolonnen und Flugstützpunkte an, wobei der Feind empsindliche Verluste erlitt. 3m Mittel­meerraum verlor der Feind elf Flugzeuge, drei eigene Flugzeuge werden vermiht.

Nach einem Tagesangriff einzelner britischer Bom­ber gegen das nordwestdeutsche Grenzgebiet griff der Feind in der Nacht mehrere Orte in Westdeutsch­land, besonders die Stadt Duisburg, mit Spreng- und Brandbomben an. Ls entstanden erhebliche Zerstörungen vor allem in Wohnvierteln und an öffentlichen Gebäuden. Die Bevölkerung hatte Ver­luste. Nachtjäger und Flakartillerie schosien zwölf britische Flugzeuge ab. Außerdem wurden am Tage über französischem Gebiet sechs viermotorige Bom­ber und über See drei feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht.

3n der vergangenen Nacht führte die Luftwaffe einen starken Eingriff gegen die Hafenstadt h ull an der Humber-Mündnug. Alle deutschen Flugzeuge kehrten zurück.