Me Beweisaufnahme tn einem anhängigen Prozeß. Eine Entscheidung über die strittigen Behauptungen eraeht nicht, die Verwertung des Beweises erfolgt also erst im Prozeß selbst. Das Ergebnis der Beweissicherung können also die Parteien im Prozeß benutzen. Hierin liegt die große Bedeutung des geschilderten Verfahrens. Dr. Tw.
Schaffende singen, — Schaffende sammeln!
NSG. Liederbücher gibt es in den verschiedensten Preislagen. Auch der jeweilige Inhalt ist dem vorgesehenen Zweck entsprechend unterschiedlich. Nie rst es bisher jedoch einem Verkäufer eingefallen, uns beim Kauf eines solchen Liederbuches eine Auswahl der darin enthaltenen Noten und Verse vorzusingen. Wie käme er auch dazu! Hier die Ware — hier das Geld.
Es gibt aber noch andere Liederbücher. Nicht immer, nur einmal, und auch nur an diesem Wochenende. Aber — und das ist wissenswert — nicht der Verkäufer, sondern ganze Chöre, große und kleine, werden uns die darin enthaltenen Lieder und manche andere dazu vorsingen, werden uns in den Genuß schöner Stimmen und zuchtvoller Musik versetzen. Am kommenden Wochenende findet die Straßensammlung der Deutschen Arbeitsfront für das Kriegswinterhilfswerk 1942/43 statt. Und in den wohlbekannten Klang der Sammelbüchsen mischt sich diesmal der Gesang der Chöre. „Schaffende sammeln — Schaffende fingen", könnte man man wohl sagen. Und was bieten die Sammler an? Sechs verschiedene Liederbücher find es, die uns mit ihrem Inhalt erfreuen wollen. Volkslieder, Lieder der Bewegung, Soldatenlieder, Feierlieder, Liebeslieder und Kinderlieder find der Inhalt. Die Chöre der Betriebsgemeinschaften aber werden dabei ihr Können beweisen. Es ist also diesmal so, wie eingangs gesagt: Liederbücher mit musikalischer Illustration!
Zum Schutz der Mutter.
Nach dem Mutterschutzgesetz ist werdenden Müttern der Durchschnittsoerdienst der letzten dreizehn Wochen weiter zu gewähren, auch wenn bestimmte Beschäftigungsverbote Anwendung finden oder ein Arbeitswechsel ärztlich angeordnet wird. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat klar- gestellt, daß eine ärztlich angeordnete Verlegung oder Verkürzung der Arbeitszeit dem Arbeitswechsel gleichmstellen ist. Wird jedoch eine solche Aenderung der Beschäftigung nicht auf Grund ärzllich bescheinigter Notwendigkeit, sondern lediglich auf Wunsch der werdenden Mutter vorgenommen, so findet zwar die gesetzliche Vorschrift keine Anwendung, gegen eine Weiterzahlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts werden aber dennoch vom Standpunkt des Lohnstopps keine Bedenken erhoben.
In einem weiteren Erlaß wird klargestellt, daß die Beschäftigung werdender und stillender Mütter bis 23 Uhr im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe ausnahmsweise dann zulässig ist, wenn die werdenden und stillenden Mütter zu Gefolgschaftsgruppen gehören, die sich innerhalb der täglichen Betriebsarbeitszeit schichtweise ablösen.
Gießener Schlachtvießmarki.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtoiehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 36 bis 42 Rpf., Bullen 39 bis 50, Kühe 17 bis 44, Färsen 27,5 bis 45, Kälber 30 bis 57, Schafe und Hämmel 20 bis 52 Rpf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,26 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,26, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,26, c (90 bis 119,5 kg)) 1,24, d (80 bis 89,5 kg) 1,16, e bis k (unter 80 kg) 1,12, gl (fette Specksauen) 1,26, i (Altschneider) 1,26, g2 (andere Sauen) 1,16, h (Eber) 1,16. Marktverkauf: alles zugeteilt.
Gießener wocheumarktpreffe.
* Gießen, 22. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Wirsing, % kg 6 bis 8 Rpf., Weißkraut 5 bis 7, Rotkraut 9, gelbe Rüben 10, rote Rüben 6, Spinat 12, Römischkohl 10, Feldsalat 50, Lauch 15 bis 17, Sellerie 16 bis 18, Endivien, das Stück 8 bis 12, Oberkohlrabi 8, Rettich 5 bis 15 Rpf.
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** 3um Regierungs-Oberinspektor ernannt wurde der Regierungs-Inspektor beim Landratsamt Gießen Wilhelm Scheid. Oberinspektor Scheld arbeitet im Ernährungsamt Abt. B des Landkreises Gießen an hervorragender Stelle mit.
** Liederabend Ludwig Druschel. Am kommenden Sonntag gibt Ludwig D r u s ch e l, Bariton am Theater der Universitätsstadt Gießen, in der Aula einen Liederabend. Auf dem Programm stehen Lieder von Schubert, Hugo Wolf, Grieg und Richard Strauß. Musikdirektor Otto S ö l l n e r hat die Begleitung übernommen.
Lpd. Die Beiträge zum Reichsnährstand. Der Beitrag zum Reichsnährstand für das Jahr 1942 ist am 25. Oktober 1942 fällig. Neue Bescheide haben die Finanzämter nur in den Fällen erteilt, in denen sich die Höhe des Beitrags geändert hat. In allen anderen Fällen ist der gleiche Beitrag wie im Vorjahre zu zahlen. Es liegt im Interesse der Beitragspflichtigen, daß sie unaufgefordert ihrer Äahlungspflicht nachkommen. Bei nicht rechtzeitiger Zahlung treibt das Finanzamt ohne weiteres bei. Die dadurch entstehenden Kosten fallen dem Beitragspflichtigen zur Last.
** Erst denken, dann schalten! Unsere Verdunkelung ist prima. Kein Lichtstrahl fällt nach außen. Aber auch kein Sonnenstrahl nach innen. Sonnenlicht ist billiger als elektrisches Licht und spart Strom. Darum fort mit der Verdunkelung, wenn die Sonne darauf scheint!
** Wasser und Sand immer griffbereit! Volksgenossen, seid euch immer bewußt, daß bei einem größeren Luftangriff die Wasserleitungen zerstört werden können und damit die Wasserzufuhr gefährdet ist, wenn nicht ständig ausreichend Wasser für Löschzwecke bereitgehalten wird! Auch große Mengen von Sand und die sonstigen notwendigen Löschgeräte müssen immer griffbereit zur Hand fein!
** Nur gegen Rückgabe leerer Flaschen. Der Reichskommissar für die Preisbildung
Wir erhielten plötzlich die unfaßbare, traurige Nachricht, daß mein treugeliebter, herzensguter, unvergeßlicher Mann, mein braver Sohn, unser aufrichtiger Bruder, unser lieber Schwiegersohn,
Schwager, Onkel und Pate
Willi Eichenberg
Feldwebel im Musik-Stab, während des Krieges im Nachrichten-Trupp eines Inf.-Regts.
Inhaber des Verd.-Kr. II. Kl. mit Schwertern und anderen Auszeichnungen
an seiner schweren Verwundung, die er am 23. Sept. 1942 erlitten hat, in einem Kriegslazarett im Osten, am 26. September, im Alter von 24 Jahren gestorben ist. — Seine Seele wissen wir bei Gott.
In tiefem Herzeleid: Anni Eichenberg, geb. Fischer Witwe Elise Eichenberg und Angehörige Familie August Fischer und Angehörige. Wißmar, Oberrieden u. Ellershausen a.d.Werra, den 19. Oktober 1942.
Die Trauerfeier findet am Sonntag, 25. Okt., 14 Uhr, in der Kirche zu Wißmar statt. 05261
Danksagung. Statt Karten.
Allen, die uns in unserem schweren Leid durch den Heldentod unseres lieben und unvergeßlichen Sohnes, Willi Erich Paul, Obergefreiter in einer
Aufklärungsabteilung, ihre Teilnahme entgegenbrachten, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank.
In stiller Trauer: Gastwirt Wilhelm Paul und Frau, Erna und Hugo Paul.
Bieber, den 21. Oktober 1942. 05290
Statt Karten! Danksagung.
Für die liebevolle Anteilnahme beim Heimgang unserer lieben Mutter sagen wir herzlichen Dank.
Adolf Stoll
Elisabeth Rullmann, geb. Stoll
Riedmühle bei Inheiden, im Oktober 1942.
3180 D
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Otto Klein
Soldat In einer Vorausabteilung, Träger des E. K. 2 im blühenden Alter von 19 Jahren bei den schweren Kämpfen um Stalingrad am 7. Sept. 1942 den Heldentod gestorben ist. Auf dem Heldenfriedhof zu Alexjeweka fand er seine letzte Ruhe. T m
In tiefer Trauer:
Heinrich Klein und Frau Kath., geb. Müller nebst Geschwistern und allen Angehörigen.
Deckenbach, im Oktober 1942.
Die Gedächtnisfeier findet am Sonntag, dem 1. November, nachmittags 2.45 Uhr, statt.
3170 0
Hart und schwer traf uns die Nachricht, daß unser lieber, unvergeßlicher, jüngster Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter
Am 20. Oktober entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender, guter Vater und Bruder
Karl Eimer, Lehrer i. R.
kurz nach Vollendung seines 76. Lebensjahres.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Auguste Eimer, geb. Werner. Gießen (Memeler Str. 16), 21. Oktober 1942. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Okt., um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. ____________________________________05300
Danksagung. Statt Karten!
Für die vielen Beweise herzlicher An- teilnahme bei dem schweren Verlust durch den Heldentod unseres lieben, einzigen Sohnes und Bruders Otto Heußinger, Gefreiter (Funker) in einer Panzer-Kampfstaffel, sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank.
Tn tiefem Leid: Willi Heußinger nebst Frau und Tochter Margot, sowie alle Angehörigen. Gießen (Wiesecker Weg 42 und Neustadt 17), den 22. Oktober 1942. 05287
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Amtsgericht Gießen.
Die M. F. in Laubach hatte im Juni in einer bortigen Bäckerei aus einer unverschlossenen Ladenkasse 12 RM. gestohlen und bei einem Kaufmann in Laubach, wo sie aushilfsweise beschäffigt wurde, während längerer Zeit etwa 25 Pfund Butter entwendet. Die geständige Angeklagte wurde zu fünf Man aten Gefängnis verurteilt, wobei ihr verminderte Zurechnungsfähigkeit zugute gehalten wurde.
Verdunkelungszeik:
22. Oktober von 19.14 bis 7.31 Uhr.
Aus der engeren Heimat.
Auszeichnung von Schulen durch den Gauleiter.
In einer würdigen Feier im Sitzungssaal des Adolf-Hitler-Hauses in Frankfurt a. M. fand die Auszeichnung der in der Heilkräutersammelaktion 1941 besonders erfolgreich gewesenen Schulen des Gaues Hessen-Nassau durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger persönlich statt. Außer den Kreissachbearbeitern RfH. und Lehrern und Schülern der ausgezeichneten Schulen nahmen zahlreiche Ehrengäste aus Partei, Staat und dem NSLB. an der Feier teil. Nachdem der Gausachbearbeiter der RfH. (Reichsarbeitsgemeinschast für Heilpflan- zenkunde und Heilpflanzenbeschaffung), Apotheker W. Ripperger (Frankfurt a. M.) dem Gauleiter das ausgezeichnete Ergebnis kdes Sammeljahres 1941 gemeldet und mitgeteilt hatte, daß im noch laufenden Sammeljahr 1942 eine weitere beachtliche Steigerung des Gauaufkommens erzielt werden konnte, sprach der Gauleiter in überzeugender Weise von der großen Bedeutung der Heilkräuter- fammlung, dankte mit herzlichen Worten der Am erkennung der Erzieherschaft, der Schuljugend.und der HI. für chren freudigen und erfolgreichen Einsatz und überreichte dann an 4 4 Schulen des Gaues und an eine Jungmädelgruppe die Auszeichnungen.
In den Kreis Wette rau, der mit feinen Er- geb Nissen seit Jahren mit an der Spitze im Gau marschiert, fielen allein sieben Auszeichnungen des Gauleiters, davon drei in den Kreis Gießen. Es sind die folgenden Schulen des Kreises Gießen: Schule Großen-Buseck (Bezirkssammelstellenleiter Lehrer Ortwein), Schule Beuern (Lehrer Müller), Schule Hattenrod (Lehrer Draut). Großen-Buseck und Beuern sind auch für ihre Leistung in 1940 bereits durch den Gauleiter ausgezeichnet worden. Die Leistung der kleinen einklassigen Schule Hattenrod verdient besondere Wertung und Hervorhebung.
Keine Streichhölzer kn Kinderhand.
LPD. Marburg, 21. Okt. Am 6. Septembe- ging in Bürgeln der Oberstock eines Hauses in Flammen auf, und nur dem tatkräftigen Eingreifen der Feuerwehr war es zu danken, daß der Schaden nicht noch größer wurde. Es stellte sich heraus, daß der Urheber des Brandes ein kleiner Junge war, der während der Abwesenheit der Mutter sich Streichhölzer verschafft und auf dem Bodenraum ein Feuerchen gemacht hatte. Nun stand die Mutte- wegen fahrlässiger Brandstiftung vor Gericht. Zu dem durch den Brand entstandenen Schaden kam eine Geldstrafe von 150 RM. Bei der Segrünbung dieses Urteils wurde eindringlich darauf hinge» wiesen, daß die Sicherstellung der Streichhölzer vor Kinderhänden eine Pflicht sei, die im Interesse des Dolksganzen stets beachtet werben müsse.
Schwelnemarki in Gedern.
* Gedern, 21. Oktober. Auf dem Schweine-« markt waren 108 Ferkel und Einlegeschweine auf« getrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 22 bis 25 RM., 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 28, 10 bis 12 Wochen alte 33 bis 35, Einlegeschweine, je nach Stärke, 60 bis 90 RM. das Stück. Das Geschäft verlief flott, der Markt wurde geräumt.
tanbfreis Gießen.
-- Lich, 20. Okt. Nachdem im unteren Stockwerk des sog. Hellwigschen Hauses am Kirchplatz ein passender Raum frei geworden ist, wurde das bisher in einem anderen, für diese Zwecke weniger geeigneten Raum untergebrachte Heimatmuseum in dieses Haus verlegt und neu geordnet. Am Sonntagvormittag wurde das Museum unter Führung von Lehrer H i l d besichtigt. Es war erstaunlich, zü beobachten, welche Fülle von wertvollen Sachen in der kurzen Frist bereits gestiftet bzw. gefammelt wurde. Es ist wünschenswert, daß das Museum von der Bevölkerung weiterhin die Förderung erfährt^ die es im Interesse der Heimatgeschichte verdient.
Um den Fußball-Tschammerpokal.
Die Tscharnrnerpokal-Vorschlußrunde mit der- Spielen 18 6 0 München — TuS. Lipins und Schalke 04 — Werder Bremen steigt am letzten Oktobersonntag in München und ©elfen« kirchen. Die Sieger erreichen das Endspiel, das am 8.11. im Olympiastadion vor sich gehen wird. Als Favoriten gelten allgemein München und Schalke^ die in den letzten Wochen mit eindrucksvollen Lei« ftungen aufwarteten. Lipine, der Außenseiter aus Oberschlesien, wird für die Münchner „Löwen" aber ein ebenso gefährlicher und ernst zu nehmender Gegner sein, wie die Bremer für Meister Schalle^ Klangvolle Namen findet man in den Reihen des Vorschlußrundenquartetts, so Szepan und Kuzorra bei Schalke 04, Willimowski und Krückeberg bei 1860 München, die Brüder Pietz und Michalski bet Lipins sowie Münzenberg und Hundt bei Werder.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschetn.
Druck und Verlag: Brühlsche Universitütsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeig-nleiter: Hans Beck.
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