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Laval betont die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit Deutschland.
Paris, 21. Oft (SNB.) Der französische Re» gierungschef Laval erklärte in einer Rede am die französischen Arbeiter, das höhere Interesse Frankreichs verlange, mit Deutschland eine
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Emil Lannings ist wieder einmal in Wien. Er hat uns sein jüngstes Meisterwerk, den Film der Nation „Die Entlassung", mitgebracht. Und nun sitzen wir dem Künstler gegenüber und hören ihm zu, wie er über seine Arbeit erzählt in seiner bedächtigen, jedes Wort gleichsam abwägenden Art:
„Sie wollen natürlich etwas über mein jüngstes Werk hören; ich glaube, es ist daraus wieder ein Schicksalsfilm des deutschen Volkes geworden. Ich konnte schon bei den ersten Aufführungen beobachten, daß die Zuschauer den Film, obwohl er doch gewiß in keiner Stelle als Reißer geschrieben ist, in atemloser Spannung, ja fast wie ein Kriminaldrama erleben. Zum großen Teil ist das freilich auch ein Verdienst des erlesenen Ensembles. Als sehr glücklich hat sich auch meine Zusammenarbeit mit Wolfgang Liebeneiner erwiesen. Ich selbst sah in der Rolle Bismarcks vom ersten Augenblick an eine fesselnde und sehr dankbare Aufgabe. Es wäre natürlich ein leichtes gewesen, die Gestalt des Eisernen Kanzlers aus einem bunten Mosaik von Anekdotenzügen zusammenzusetzen und schmackhaft zu machen. Das verbot jedoch zweifellos der Mythos, zu dem dieser größte Deutsche seiner Zeit längst geworden ist, das verbot das gewaltige Lebenswerk, das et hinterlassen hat. Wir haben uns daher bemüht, auf alles Anekdotische zu verzichten und vor allem die große Mission herauszuarbeiten, die ihm vom Schicksal auferlegt war."
Emil Jcmnings kommt dann auch auf seinen Zerbrochenen Krug" zu sprechen, und man merkt es ihm an, daß diesem Werk, das er eine „Sache des Herzens" nenftt, seine besondere Liebe gilt. Er erzählt von den Schwierigkeiten, die diese einmalige Aufgabe mit sich brachte, die aber schließlich doch alle glücklich überwunden werden konnten. „Und kann es", so fährt Emil Jcmnings fort, „eine schönere Aufgabe für einen Künstler geben, als die unsterblichen Verse eines Dichters vom Range Kleists dem kleinen Vtanne, dem Arbeiter nahezubringen?"
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gesprochen. Auch die Herren der Schöpfung sind erfüllt von Theorien, aber unzuverlässig in der Praxis. Der Metzger wird sich zu seinem Amt noch einen Henkersknecht für Schnuckelchen mitbrinaen müssen.
Täglich finden Wallfahrten zu Schnuckelchens Kiosk statt. Auch Freunde und Bekannte werden zu Schnuckelchen mitgenommen. Diese nicht durch zarte Seelenbanüe mit Schnuckelchen verknüpften Rohlinge schnalzen mit der Zuge, wenn sie Schnuckelchens feiste Rosigkeit bestaunen, was.von seiten der Villenbesucher mit entrüsteten Blicken quittiert wird.
Allmählich werden die Wallfahrten der Unbeteiligten zu zahlreich. Der Oberst, der Kammersänger, der Oberftudienrat machen manchmal schon bedenkliche Gesichter bei dem rapiden Anwachsen von Schnuckelchens Verehrern. Denn alle'Teile Schnuckelchens sind streng eingeteilt und numeriert, schon der Fleischkarte wegen.
Schnuckelchen weiß gottlob nichts von all den Sorgen, Qualen, Befürchtungen und Kümmernissen, die um seine liebenswerte Person kreisen. Es bemerkt nicht die Blicke, die, aus Lust und Grauen gemischt, seine zunehmende Rundlichkeit messen. Und das ist ein Glück, — es würde sonst zu einem hysterischen Skelett abmagern — und das wäre weder im Sinne Schnuckelchens noch in dem seiner Erziehergemeinschaft.
lichen Taten für schuldig befunden würden, hätten das Höchstmaß an Strafen, das gesetzlich vorgesehen sei, zu erwarten. Japan sei darauf vorbereitet, etwaigen Repressalien des Gegners zu be- B, schreibt „Asahi". „Falls die Feinde zu faüen schreiten, ohne ihre inhumanen Taten zu berücksichtigen, müssen sie begreifen lernen, daß sie von Japan doppelt streng beantwortet würden." „Nicht Nicht" fordert, daß schuldig befundene USA.- Flieger künftig wie Räuber und Piraten behandelt werden sollen, denn .^Verbrecher, welche friedliche Bürgerhäuser bombardieren, verdienen bie gleiche Strafe wie Mörder." Die Zeitung bezeichnet die Ankündigung der japanischen Behörden als „zu milde" und schreibt: „Wir schlagen vor, nicht zu fragen, wonach sie zielten und was sie tatsächlich trafen. Wir müssen mit ihnen gleich streng verfahren, solange sie unser Gebiet berühren und die Heiligkeit unserer Berge und Flüsse verletzen. Kopf ab muß die Strafe lauten."
Das Schicksal
der Schwarzmeer-Kloiie.
Berlin, 21. Oft (DNB.) Im Verlauf des Krieges gegen die Sowjetunion hat die bolschewistische Schwarzmeerflotte bisher einen Kreuzer, sieben Zerstörer, ein Torpedoboot, zwei Unterseeboote, sechs Kanonenboote und etwa 40 Schnellboote, Minenboote, Bewachungsfahrzeuge und Monitors, etwa 60 Einheiten, verloren.
Allein im Hafengebiet von Sewastopol fanden die deutschen Truppen bei ihrem Einmarsch folgende Wracks vor: In der Südbucht: Einen Kreuzer, zwei Zerstörer, ein Unterseeboot, zwei Frachter mit etwa 8500 BRT. und einen Schwimm- fran von 100 Tonnen, außerdem zahlreiche kleinere Wracks von Schleppern und Kränen. In der Nordbucht: Ein Motorschiff, einen Schlepper sowie zehn kleinere Wracks. I nder Kilen-Bucht: einen Zerstörer, em Unterseeboot, zwei Tanker, einen 40-Tonnen- Schwimmkran und fünf kleinere Wracks. Die Schiffe waren bei der Belagerung durch die deutsche Artillerie und durch Luftangriffe so schwer beschädigt worden, daß sie nicht mehr in See gehen konnten.
Büchertisch.
—- Conrad Ferdinand Meyer: „Jürg Senats ch." Verlag Rütten & Loening in Potsdam. — Nach Gottfried Keller ist nun auch der andere große schweizerische Erzähler Conrad Ferdinand Meyer mit seinem umfangreichsten Werke, der Bundnergeschichte „Jürg Jenatsch", in die schöne neue Sammlung älterer deutscher Romane „Der Zauber- fpiegel" eingezogen. Es ist das Schicksal eines kleinen selbstbewußten und freiheitsliebenden Volkes, das gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges das Unglück hat, einen Landstrich zu bewohnen, der politisch wie strategisch das höchste Interesse der im Streit liegenden Großmächte findet. In dem reformierten Pfarrer Jenatsch erwächst den Bündnern ein Führer, der ebenso groß als Soldat wie verschlagen als Diplomat seiner Heimat im Widerstreit zwischen Frankreich und Spanien, die er gegeneinander aus-
städten ganz zu schweigen — scheidet diese Art der Beförderung gänzlich aus. Aber die Post kommt trotzdem „zurecht", obwohl sie erwachsene Menschen, die eine Familie ernähren müssen, für ihre Bestellgänge verwendet. Das Wort vom Massengeschäft, das zugleich ein Pfenniggeschäft ist, bekommt einen Sinn.
Nachdem es zwischen 1860 und 1871 mit der Diel« ftaaterei in Italien und in Deutschland zu Ende gegangen war, nachdem diese beiden zentralen Länder Europas nach langer Zersplitterung mit der politischen Einigung auch den Segen eines einheitlichen Postwesens erfuhren, regte der damalige Generalpostmeister Heinrich Stephan die Regelung des internationalen Postverkehrs durch die Gründung des Weltpostvereins an, die eine Vereinheitlichung und Verbilligung der Auslandstarife brachte. Zwischen den einzelstaatlichen Postoerwal- tungen und dem Weltpostverein steht der nun abgeschlossene europäische Post- und Fernmeldeverein. Die. Bedingtheiten eines in sich geschlossenen festländischen Berkehrsraums sind für ihn maßgeblich.
Zunächst fällt die starke Hervorhebung des Fernmeldewesens neben der Post im engeren Sinne auf. Das Fernmeldewesen umfaßt den Telegraphen-, Fernsprech-, Funk- und in naher Zukunft wohl auch den Fernsehdienst. Man braucht diese Zweige des Fernmeldewesens nur zu nennen, um zu fühlen, daß neben der alten Brief- und Paketpost der drahtliche und drahtlose Schnellverkehr eine rasch wachsende Bedeutung beansprucht. Die rein technische Abwicklung und mit ihr die Promptheit der Nachrichtenübermittlung setzt eine bestimmte Vereinheitlichung, mindestens eine Abstimmung des Dienstbetriebes, auch eine Normung der technischen Apparatur voraus.
Damit sind sehr viele Einzelfragen verbunden, die dem unbefangenen normalen Menschen zunächst gar nicht gegenwärtig sind. Deutschland und Italien haben in ihrem zwischenstaatlichen Verkehr ihre Tarifsätze bereits weitgehend auseinander abgestimmt. Für Briefe nach Italien wird in Deutschland das Inlandsporto erhoben. Italien dagegen hat im inneren Betrieb sehr niedrige Gebühren. Das hängt mit der Währungspolitik beider Staaten zusammen, wie sie sich seit 1918/19 entwickelt hat. Italien konnte also zunächst im Verkehr mit Deutschland nicht seine niedrig liegenden Jnlandstarife in Anwendung bringen, sondern suchte eine Zwischenlösung. Mit der Tariffrage ist eng verbunden die Abstimmung der Gewichtsklassifizierung. So ergeben sich sehr viele Einzelfragen, von denen jede für sich kein unüberwindliches Problem darstellt, die aber in ihrer Gesamtheit immer unter dem Gesichtspunkt beurteilt werden müssen, daß der moderne Postbetrieb zugleich ein Massen- und ein Pfenniggeschäft äff. Uebergangs- lüsungen mit dem festen Ziel einer baldigen vollständigen Vereinheitlichung auf. die billigsten Tarifsätze und die zweckmäßigste Gewichtsgliederung ergeben sich daraus. Und hier erwächst dem europäischen Post- und Fernmeldeverein die große Aufgabe, durch feine ständigen Ausschüsse die Entwick- luna in Fluß zu halten und für ein ständiges nachbarschaftliches „Näheraneinanderrücken" sowohl im dienstlichen wie im technischen Bereich zu sorgen.
Die Briefmarkensammler kommen dabei etwas zu kurz. Sie gehören — zu den wenigen Nutznießern der Aufsplitterung Europas durch das Versailler Diktat und die anderen Pariser Vorort-Friedensverträge. Alle die neugeschaffenen Staaten produzieren eigene Briefmarken und sorgten zugleich in Ausnutzung des Sammeleifers für immer neue Auflagen ihrer Briefmarkensätze. Dieser Betrieb erfährt eine Einschränkung. Aber das soll die geringste unserer Sorgen fein. Es wurde nach 1870 auch verschmerzt, daß die unendliche Vielzahl der „altdeutschen" Marken mit ihrer Fülle von Währungseinheiten verschwanden; es konnte diese Briefmarkenschwindsucht auch von den Sammlern verschmerzt werden, weil die bisherigen Marken als Raritäten wertvoller wurden. Uebrigens bleibt fsir die Briefmarkensammler noch reichlicher Spielraum. Die zunächst notwendigen Uebergangslösungen werden das Briefmarkenbild des neuen Europa noch reichhaltig genug erscheinen lassen.
Wir alle wünschen dem neuen „Europäischen Post- und Fernmeldeverein" eine ähnliche Bedeutung, wie sie vor mehr als hundert Jahren der „Deutsche Zoll- verein" besessen hat. Er führte zu der wirtschaftlichen Einigung Deutschlands und bereitete damit die politische Einigung der Jahre 1864 bis 1871 vor. Alle technischen Abkommen — sie sind durchaus nicht allein auf den Postoerkehr beschränkt — haben die gleiche gestaltende Zweckbestimmung im größeren europäisch-festländischen Raum. Dr. Ho.
Wenige Tage nach feiner Rückkehr von der kämpfenden Truppe im Osten verunglückte der Füh, rer der SA.-Gruppe Hochland, Gruppenführer! Rigard Wagenbauer, Major und Abteilungskommandeur, M. d. R., tödlich. Währerck» des Kampfes um die Macht war er SA.-Führer in Baüei^ dann Führer von Brigaden im Bereich der Gruppen Saarpfallz, Südwest und Niedersachsen. Seit' ,„U1IUI Ul 1937 stand er an der Spitze der SA.-Gruppe S8 aber Bayernwald. Dann kämpfte er drei Jahre hindurch - v; in vorderster Front, bis er zum Führer der SA.« wwn/l Gruppe Hochland ernannt wurde. -
Schnuckelchen.
Bon Mar6 Stahl.
Eigentlich hatte Schnuckelchen, als es getauft wurde, Thisbe heißen sollen, aber dann stellte sich nach gründlicher Nachfrage heraus, daß Schnuckelchen ein „Er" war. Aber sofort wollte man nicht gleich umschwenken und ihm einen männlichen Namen geben, also wählte man als Intermezzo einen sächlichen und nannte es, weil es so süß war, Schnuckelchen.
Schnuckelchen hat -einen ausrangierten Kiosk als Sommerwohnung bezogen. Diese Wohnung kann es im Winter nicht behalten, das ist klar, trotz der guten Fettpolsterung, die es sich rundum zugelegt hat; aber das tut nichts, beim es wird diese Wohnung nur als Leiche verlassen.
Gottlob weih Schnuckelchen noch nichts von dieser düsteren Zukunft. Es bewegt freundlich grunzend seinen rosigen Rüssel, schaut einen aus treuen, blauen (Säuferaugen an und nimmt dankbar die vielen Dotationen entgegen, die ihm von allen Seiten gespendet werden.
Denn Schnuckelchen ist ein Gemeinschaftsschwein. Cs ist angeschafft wyrden, um die vielen Abfälle zu vertilgen, die sonst auf den Komposthaufen gewandert wären, um sie in feinem rosigen Ferkelleib in Speck und Schinken zu verwandeln.
Dieser Verwandlungsprozeß erweckt bei allen Spendern die höchste Anteilnahme. Die Villenbewohner rundum bringen in verdeckten Eimern und Töpfen den ganzen Tag über Leckereien für Schnuckelchen. So liebevoll ist wohl noch nie ein Schwein behandelt worden. Der Herr Oberst, der Herr Kammersänger, der Herr Oberstudienrat halten es nicht für unter ihrer Würde, Schnuckelchen des öfteren teilnahmsvolle Besuche abzustatten. Jeder beugt sich über die Brüstung des Kiosk, tätschelt liebkosend Schnuckelchens immer breiter werdenden Rücken oder setzt die langgestielte Badebürste in Bewegung, die von der Same, die Schnuckelchens eigentliche Ziehmutter ist, gespendet wurde. Schnuckelchen wirft sich dann auf die Seite, verdreht verklärt die Augen und versinkt unter Wonne- gegrunz in selige Träumerei.
Dieser Dame, die den Kiosk hergegeben hat und die sachgemäße Fütterung Schnuckelchens über-
Sie japanische presse im Südraum.
Tokio, 21. Ott. (Europapreß.) Im Südraum soll das gesamte Zeitungswesen durch die großen Konzerne unter der Oberaufsicht der mllitärischen Verwaltung geleitet werden. Die drei führenden Zeitungen „Nichi Nichi", „Asahi" und „Domiuri- Hochi" werden in japanischer Sprache erscheinende Zeitungen auf den Philippinen, Java und Burma herausgeben, während auf Sumatra, Nordborneo und den Malayen ein neuer Konzern unter der Leitung der Nachrichtenagentur Domei errichtet wird. Die in diesen Gebieten bereits erscheinenden Zeitungen sollen mit den genannten vier Unternehmen schrittweise verschmolzen werden, während die bisher in der einheimischen oder englischen und holländischen Sprache erschienenen Blätter je nach der Entscheidung der Militärverwaltung unabhängig weiterbestehen oder gleichfalls von den vier japanischen Konzernen übernommen werden sollen.
Japan bestraft amerikanische Terrorflieger. Tokio, 21. Oft. (Europapreß.) Volle Zustimmung finken in der gesamten japanischen Presse die vom Oberbefehlshaber der Heimatverteidigung angekündigten Strafen für Nordamerika- Nische Flieger, welche sich an den Angriffen auf die japanische Zivilbevölkerung beteiligten. Die Blätter veröffentlichen Einzelheiten über solche Tiefangriffe der Nordamerikaner bei dem Luftangriff auf Tokio am 18. April. Als besonders belastend wird unterstrichen, daß gefangene USA.- Flieger die Angriffe auf Schulen, Krankenhäuser "sw. als „ganz natürlich" bezeichnet hätten. Der Sprecher der japanischen Regierung, Hori, bestätigte, daß die bereits von einem japanischen Militärgericht abgeurteilten amerikanischen Flieger zu- gegeben hätten, absichtlich nichtmilitärische Ziele und Zivllisten mit Maschinengewehren beschossen und mit Bomben belegt zu haben. Angaben über die Art der Strafen sind in den Zeitungen noch nicht enthalten, jedoch erklärt „Nichi Nichi", bie= jenigen, die vom Kriegsgericht solcher unmensch-
wacht, liegt es auch ob, einstmals Schnuckelchen ins Jenseits befördern zu lassen. Dieses ist ein Thema, das neben den Zeitereignissen am meisten diskutiert wird.
Man muß zum Lobe von Schnuckelchens zahlreichen Zieheltern sagen, daß sie bei seiner Erwerbung von ganz uneigennützigen Beweggründen getrieben wurden. Sie wollten nur ein Wesen haben, das die Abfälle vertilgte, die sonst nutzlos verkamen; nur ganz verschwommen schwebte ihnen dabei irgendwo in nebelhafter Ferne ein reizendes Wurst- stilleben vor. Mit den herben Tatsachen hatte keiner ernsthaft gerechnet, aber einmal wird es trotzdem so weit fein: die Zukunft Schnuckelchens liegt in Metzger Rimmeles Hand!
Wenn jemand darüber ab und zu in schuldbewußte Betroffenheit gerät, gibt er sich einen moralischen Ruck und sagt: „Ja, sollen wir vielleicht Schnuckelchen in einem Erbbegräbnis bestatten lassen!"
Nein, das kann man nicht. Auch die gefühlvollsten Damen wehren sich gegen eine solche Vorstellung. Das ist absurd, eine volkswirtschaftliche Unmöglichkeit, kurz, ein Verbrechen!
Aber es wird darum nicht besser, besonders wenn die Einzelheiten von Schnuckelchens Hinscheiden erörtert werden. Es gibt da Details, wie Blutrühren und dergleichen, bei denen einige aus Schnuckelchens Gemeinschaft blaß werden.
„Trinken Sie sich einen Rausch an", rät der Oberft der Same, die hauptsächlich Schnuckelchens Betreuerin ist.
„Aber der Metzger sagt, man braucht furchtbar viel heißes Wasser, — das muß doch jemand machen", jammert die Same.
„Wenn der Metzger nur darauf achtet, daß Schnuckelchen nicht schreit, ich könnte sonst keinen Bissen von Schnuckelchen essen", sagt die andere Same.
"Man sollte sich diese Sentimentalität abgewöh- nen , sagt die Frau des Kammersängers resolut, „es ift albern, dann dürste man eben überhaupt'kein Fleisch essen."
„Ach, vielleicht würden Sie dann so gut fein das Blut aufzufangen und das Wasser heiß zu machen", schlägt Schnuckelchens Dizemama beglückt vor.
Aber das will die Gattin des Kammersängers
nun doch nicht, sie sagt, sie hätte nur rem cheorettsch
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dem Fall von Sewastopol Zuflucht in No wo- f n f f f t yss<- nitA StfnHpnlh'tiMllfnft m
Plänen huscht ein kaum merkliches Lächeln über die Züge des großen 'Sarstellers: „Ich stecke im Augenblick Hals über Kopf in einer scharmanten Arbeit, die mir viel Freude macht, und die ich nach den schweren historischen Szenen, aus denen der Bismarck-Film gebaut ist, als eine förmliche Entspannung empfinde. Es handelt sich um ein reizendes modernes Lustspiel, darin ich einen alten schrullenhaften Menschen gebe, der sich durchaus nicht mit der neuen Zeit abfinden kann, der aber im Laufe der Begebenheiten schließlich einen Genesungsprozeß durchmacht. „Altes Herz wird wieder jung" ist der vielsagende Titel dieser anmutigen Geschichte, die noch einen Vorzug hat: sie verhilft erstmals einer Seite meiner Begabung zum Surchbruch, die in meinen bisherigen Filmen höchstens ein klein wenig durchschimmerte: dem H u m o r."
Und dann erzählt Emil Janning ganz aus Eigenem, daß er gestern, kaum in Wien angekommen, schon in einem Wiener Theater war. „Ich habe die „G e s p e n st e r"-Aufführung im Akademie-Theater gesehen und war davon aufs tiefste beeindruckt. Ich muß gestehen, daß ich seit Kainz keinen Schauspieler von jener zwingenden Sarstellungskraft erlebt habe, wie sie von Hör st Caspar ausgeht. Auch die Mutter Alvinas der S o r s ch war herrlich. Ja, ich habe geradezu Lust bekommen, einmal selbst auf den Brettern des Burgtheaters zu stehen. Vielleicht ergibt sich dazu in Zukunft eine Gelegenheit. Sas wäre schön. Es ist ja schon wieder ein Jahrzehnt vergangen, seit ich zu Gerhart Hauptmanns 70. Geburtstag in „Vor Sonnenuntergang" zum letztenmal vor den Wienern, die mich immer so rührend liebevoll ausgenommen haben, spielen konnte. Aber es geht mir nicht mit Wien allein so. Auch nach St. Wolfgang, wo ich früher acht oder neun Monate des Jahres verbrachte, komme ich nur selten mehr." Mit einem leisen Lächeln, hinter dem sich aber vielleicht doch ein unterdrückter Seufzer wer birgt, schließt Emil Jannings: „Ja, die Hechte und Lachse im Wolfgangsee haben heuer lange Schonzeit ..."
Theodor Germer.
*
Präsident Roosevelt hatte am Mittwoch eine Konferenz mit Mitgliedern des Pazifik-Kriegsrates, und eine Besprechung mit dem in Washington eingetroffenen USA.-Botschafter in Moskau, Admiral William Standley, t
Ser USA.-Senctt hat einen neuen Rüstungskredit von 15,850 Milliarden Sollar bewilligt. Fast vierzehn Milliarden Sollar sollen dem Bau neuer Kriegsschiffe dienen, unter denen jedoch feine Schlachtschiffe fein sollen.
«
Das chilenische Kabinett ist am Dienstagabend zurückgetreten. Staatspräsident Rios nahm beit Rücktritt an, bat jedoch die Minister um Wetterführung der Geschäfte bis zu einer endgültigen, Lösung, die schon in Kürze erwartet wird.
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Auf den britischen Gesandten in Teheran, Sir Reader Bullard, wurde ein Attentat o er übt, Der Gesandte wurde verletzt. Sie Täter, iranische Studenten, wurden verhaftet.
Kunst und Wissenschaft.
Deutsche Musik im Ausland.
Sie Pianistin Elly Ney gab in Bern einen Beethoven-Abend. Sas Berner Tagblatt spricht von einer überwälttgenden Sarfteüung und einer Leistung voll eiserner Sisziplin. Sie Künstlerin habe die Seelen der Hörer aufzuwühlen verstanden. -♦ Selten ljat man in der Mailänder Scala einem deutschen Künstler so herzliche Ovationen bärget
Sie wurden daraufhin von den Bolschewisten f |IrJrf Hafengebiet versenkt. |
km galt fö. Lebem Orbinariu druck, P, 65. fielen! Werte 1911 in j Hnarius. -enbeck Inioerfitc hntie ern dsterode Warbura 1931 hab ib.n.o.f
Kleine politische Nachrichten.
Ser mit der Führung der Geschäfte des Oberbürgermeisters der Hansestadt Lübeck beauftragt» Staatskommissar Senator und Bürgermeister, \ Kreisamtsleiter Dr. jur. Hans Böhmker, ift plötzlich gestorben^
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fpielt, die Unabhängigkeit zu erringen sucht. Er ist eine wilde, unbeherrschte Natur, die in chrer^grenzenlosen Liebe zur Heimat auch vor Mord und Verrat nicht zurückschreckt. Neben der Liebe zu ftmen Bündner Bergen gilt ihm nur die Liebe zu Lukretia Planta, der er den Vater, den er als Paö teigängcr Spaniens und Führer der katholisches Partei haßt, erschlägt, um bann, von Richelieu im Stich gelassen, schließlich selbst im Bunde mit Spanien und zum katholischen Glauben übergetreten, Bundens Unabhängigkeit zu retten. Von feinen Feinden umstellt, fällt er vom Beil der Geliebten, bie das Recht der Blutrache nicht fremden Händen überlaßt. Ein gewaltiger Vorwurf ist hier auf dem Hintergrund der großartigen Gebirgslandschaft Graubündens mit außerordentlicher Kraft und feinster Kunst der Charakterisierung gestaltet worden. So hat das Buch mit vollem Recht feinen Platz im „Zauberspiegel" gefunden. Fr. W. Lange.
—J) efsen-NasfauifchesVolkswörtev b uch ... ausgewählt und bearbeitet von L. Berthold, Lief. 14. Marburg, Elwert 1942. Spalts 833 — 896 (Reifebock bis Rosinenplatz- A e"). — Sie neue Lieferung gibt ein wichtiges Stuck des Buchstabens R, eines hauptsächlichen Fremdwortanlauts. In der vorliegenden Lieferung finden sich daher zahlreiche Fremdwörter, bie in der Mundart leben: Remise, Renommier-Ableitungen, renovieren, rentieren, repetieren, Reprimade, Re« proche, referieren, Respekt, Retirabe, retour und seins zahlreichen Ableitungen, Revanche, Reveille, Revers, Revolte, um nur die wichtigsten zu nennen. Viels finb darunter, bie ber Hoch- und Umgangssprache einst gehört haben, ihr heute bereits entschwunden finb. Sie leben in der Mundart noch resthaft, werden aber aufgegeben werden. An Wortkarten findet sich diesmal eine: „Rücken des Fußes", auf den nördlicher Rist gegen Reihe im Süden und Spanne im Nordosten stehen. Sie wichtigen Wortsippen Rind, Ring, Rock, Roggen werden in diesem Heft abgehandelt. Verschiedene der fast zu gewissenhaft gesetzten Fragezeichen (bei Nichtbelegung) kann ich aus Kenntnis oberhessischer Mundart tilgen: es heißt der Reiterball, d i e Reizerei, d i e Reine (Bremse), d i e Rempelsbeer. Sie auffallenden nordhessischsy rer» für „herunter-" dürsten sich als Kreuzmhs gen zwischen nieder- und runter- erklären. /
Freiburg i. Br, £ Mauren
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estlichen, noch aktionsfähigen Einheiten beti nstischen Schwarzmeer-Flotte suchten nach mit A _______::: 2 / : * ‘ ~ fl^n rossijsk. Als auch dieser Flottenstützpunkt nL F -DN ’ deutsche Hand fiel, blieb den bolschewistischen . flt, y- Kriegsschiffen nur noch die Flucht nach Votum offen, dem letzten Hafen von einiger Bedeutung! il Seutsche Leichte Seestreitkräste, in erster Lini« j| Schnellboote, sowie Einheiten der italienischem Ü und rumänischen Kriegsmarine kämpften trotz bei Anwesenheit der nach wie vor weit überlegen« sowjetischen Schwarzmeerflotte erfolgreich gegen die bolschewistische Versorgungsschiffahrt. Ihren kühnen Operationen sowie der deutschen Luftwaffe ist es zuzuschreiben, daß die bolschewistische Schwarzmeerflotte den Nachschub von See her für die an der Kaukasus-Küste kämpfenden
Politik der V e r st ä n d i g u n g zu treiben. Seit dem Waffenstillstand habe man edelmütige Hand- ..... lungen des Siegers verzeichnen können, besonders 5Rufityr£ die Freilassung von über 600 000 Kriegsgefangenen, k zen,oe für bie die französische Regierung dem Führer ge- Ward dankt habe. Seutschland kämpfe für ganz Europa jeni der gegen den Bolschewismus. Wenn Seutschland unter« , Förderm liege, würde es endgültig mit der Unabhängigkeit nisten K aller europäischen Nationen vorbei sein, die Sow- die Pian jets würden in Europa ihre Gesetze biftieren. Laval ' wies auf die Notwendigkeit des Einsatzes französier,..- scher Arbeiter in der deutschen Industrie leinen L hin, er läge im Interesse Frankreichs selbst und bestes


