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§rettag, 2b August M2
Annahme von iMnaeinett für die Mittagsnummer bis 8*/, Uhr deSBormittagS Anzeigen-Preife
für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite:
7Rvf. für Kamilienan- zeigen und private Gelegenbeitsameigen
14Npf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenbeitsameigen
Vlatzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 26°/»mehr
^.Jahrgang Nr.M jaya W • 5
st Gietzener Anzeiger
infolge höherer Gewalt V>^
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I Kriegs ein sah und dem Sieg dienstbar zu machen. Das wird in diesem Lande mit seinem sprichwört» UV* ITohärftoforitnrr hn linN hort
Budapest, August 1942.
Der Schauplatz des Landungsuniemehmens
20 Aua Infanterie schossen Landeprahme und Sturmboote , tu. zius L n-n^hrfrp enalncüe Tanks rollen von den
»en am Strand. Dennoch ka-
ann an Land.
aufs höchste zu steigern und zum totalen Einsatz für den Sieg zu vereinigen. In der Sommersitzungs- periode des ungarischen Reichstags gab es kaum ein Thema, das nicht Anlaß geboten hätte, diesem Wille der regierenden Kreise Folge zu geben. Die Krastentfaltung des Staates nimmt deshalb auf
allen Gebieten zu. ... ... r<
Die kriegsbedingten Schwierigkeiten steigern sich natürlich auch, aber es ist nicht so, daß der «tactt sich einfach damtt genügen ließe, mannigfache Schwierigkeiten zu meistern. Diese Periode liegt hinter uns. Heute wird der materielle Einsatz des Staates und der Gemeinschaft nur von dem einen Gedanken gelenkt, das Höchste an Produktionskraft aus der Wirtschaft herauszuholen, ganze Zweige des öffentlichen Lebens zielbewußt neu zu entwickeln und alles mit starker Hand zujammengejaßt dem
Kai- und Dockanlagen im Hafen von Portsmouth sowie andere kriegswichtige Ziele an der Südküste Englands schwer beschädigt, hierbei verlor die Luftwaffe 18 Flugzeuge. Ein Teil der Besatzungen wurde gerettet.
In Luftkämpfen schossen eigene Jäger und Flakartillerie 112 feindliche Flugzeuge a b. 17 eigene Jagdflugzeuge gerieten in Verlust. Einige Flugzeugführer wurden aus Seenot gerettet.
In der Nacht zum 19. August stießen die feindlichen Landungsstreitkräfte überraschend auf leichte deutsche Seestreitkräfte. Diese versenkten sofort ein mit Truppen voll besetztes Landungsboot und zwei große Kanonen sch nellboote. Sie beschädigten einen weiteren Flottillenführer und mehrere Schnellboote durch Artilleriebeschuß. Vier feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Lin eigener U-Boot-Jäger ist dabei gesunken. Sonst traten auf deutscher Seite keine Ausfälle ein.
Alle an der Abwehr der feindlichen Landung beteiligten Verbände der deutschen Wehrmacht haben sich hervorragend geschlagen.
Im Kaukasus gewannen die Angriffsoperationen weiter Raum. Die Luftwaffe versenkte an der Schwarzmeerküste drei Transporter.
Zwischen Wolga und Don wurde südlich Stalingrad in harten Kämpfen ein feit längerer Zeit stark ausgebaules feindliches Stel- lungsfysiem im Sturm genommen. Der Feind verlor hierbei am 18. und 19. August 3301 Gefangene, 52 Panzer, 56 Geschütze, 90 Maschinengewehre und Granatwerfer sowie 66 Flammenwerfer. Die Luftwaffe bekämpfte Lisenbahnanlagen und Rachschubverkehr im "rückwärtigen Gebiet des Feindes.
Bei einem eigenen Angriffsunternehmen im Raum nördlich Orel wurden feit dem ll.August 14 000 Gefangene eingebracht, 400 Panzer und 200 Geschütze vernichtet oder erbeutet.
Ostwärts Wjasma und bei Rschew scheiterten auch gestern Angriffe des Gegners an dem zähen Widerstand der deutschen Truppen.
Jni Vordabschnitt der Front wurden mehrere feindliche Angriffe zum Teil im Gegenstoß abgeschlagen.
Der Feind verlor außerdem am gestrigen Tage i im Osten 104 Flugzeuge.
Oer Wehrmachtbericht. ]
DRV. Aus dem Führerhauptquartier, o.Aug. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt । tekannt:
Die durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde m gestrigen Tage eine Landung englischer, ttnerikanischer, kanadischer und de-Gaulle-Truppen kf iS km Breite gegen die französische Ka- a l k ü st e bei Dieppe, die unter dem Schuh Yorker See- und Luftstreitkräfte und unter Einsatz ion Panzern geführt wurde, durch die im Küsten- ihuh eingesetzten deutschen Kräfte unter hohen blu- .gen Verlusten für den Feind abgeschlagen. ! Ohne daß es nölig war, Reserven der höheren Whrung einzusehen, wurden die auf 300 bis 400 Landungsbooten avgesehten feindlichen Landungs- Kcuppen im Rahkampf aufgerieben oder Ins Meer geworfen. Sämtliche gelandeten ganzer in Stärke von 28 Kampfwagen wurden ker nicht et. Bisher wurden 1500 Gefangene, darunter allein 60 kanadische Offiziere, gezählt. Der Segner verlor zahlreiche Tote, während die eigenen Verluste an Gefallenen und Verwundeten nur 400 betragen.
Sämtliche S tühpunkte, Balteriestellun- ien, Funkstationen an der Küste wurden von ihren Besatzungen gehalten. Das feind- liche Gros, das auf See in Stärke von 35 Transportern, geschützt durch zahlreiche Kreuzer, Zerstö- Iier und Bewacher zur Fortsetzung der Landung liereitgestellt war, mußte unverrichteter Dinge, aber pach starken Verlusten durch Artilleriefeuer und IlKftangriffe in seine Ausgangshäfen zurückkehren kni wurde laufend durch die Luftwaffe bis zur Ausschiffung verfolgt. Die feindliche Trans- korlflolte verlor: durch Arlilleriefeuer drei »Zerstörer, zwei Torpedoboote und zwei Transpor- ller; die Luftwaffe versenkte: einen Zerstörer, ein ISchnellboot, einen Bewacher und fünf Transporter Init zusammen 13 000 VRT.. darunter zwei Spe- Dialfchiffe. Sie beschädigte vier Kreuzer, vier Zer- hörer, vier Schnellboote, einen Schlepper, ein t Slurm-Landungsboot und fünf Transporter mit Ijufammen 15 000 BRT.
I Bei der Bombardierung der flüchtenden britischen Seestreitkrafte wurden
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Hafter Fischfang, auch Austernzucht betrieben. In Friedenszeiten bestand täglich zweimalige Verbin- dunq mit gegenüberliegenden englischen Hafen. Der Hafen von Dieppe, das etwa 25 000 Einwohner zählt, kann außer Fischereifahrzeugen bis zu 200 Schiffe vom üblichen Küstenftachtertyp aufnehmen. Dieppe war in ftüheren Jahrhunderten einer der wichtigsten Ausgangspunkte für die französische Kolonftationsarbeit sowohl in Westafrika wie m Kanada. Es wurde im 19. Jahrhundert durch die svrunqhafte Ecktwicklung von Le Havre überholt, dem das industrielle Hinterland von Paris eine kräftige Stütze bot. - Unser Bild zeigteinenBlick auf den Hafen. (PK.-Kriegsberichter Stift, f^ch.j)
in Brand. Mehrere englische Tanks rollen von den Spezialschiffen und versuchen feuernd durch das seichte Wasser zu kommen.
Aber schon in dieser Stunde wendete sich das Schicksal gegen die Briten. Es war ihnen gar nicht gelungen, unsere Flugplätze zu zer- Hören Bomber und Jäger stürzten sich auf die Tommies. Schnell war die D.°,s'°ns- Artillerie alarmiert, die nun ebenfalls einen furchtbaren Feuerhagel auf die landenden Truppen roa/fen. Die Hölle ist los. Tanks walzen sich noch im Wasser, explodieren, brennen aus große und sstinl Schiffe zerbreche- ™ men einige tausend —-----
Da begann für unsere Infanterie der Kampf. Wie überall an der Kanalküste, standen hier alle, erfahrene Ostkämpfer. Die wenigen Tanks, die über den Strand hinausgekommen waren wurden in Brand geschossen oder mit geballten Ladungen er- UMgt. 3m harten Snfanterielampj wurden die
Ungarns Kriegseinsatz.
Von unserem U.-Korrespondenten.
Die häufig Wiederkehr ende lobende Erwähnung I der im Osten mitkämpfenden ungarischen Heere steile durch die deutschen Wehrmachtberichte zeigt, daß die Honved in vorbildlicher Weise ihren Mann stellt, wie sie es im vorigen Sommerfeldzug und in den Winterkämpfen bereits tat, und wie es von Truppen dieser Soldatennation auch nicht am ders zu erwarten ist. Ihr kämpferischer Geist, ihr Angriffsschwung und ihre Leistungen bilden den Stolz von Front und Heimat.
Ungarn nimmt am Russenseldzug 1942 mit größeren Kräften teil als im vorigen Jahr, und die Heimat verspürt die Kriegsanstrengungen starker als zuvor. Ungarn handelt und opfert im Bewußtsein, mit der Niederringung des Bolschewismus' feiner Sendung nachzukommen: das Abendland gegen die ihm aus dem Osten drohenden, auflösenden Kräfte zu verteidigen. Dieses Sendungsbewußtsein betont man in Ungarn immer wieder und mit Nachdruck als eine während taufend Jahren in vielen geschichtlichen Entscheidungen erprobte Mission, seit den Toden des großen Ungarnkönigs Stephan, der sich für den Westen, das hieß damals gegen Byzanz, entschied. Darum ist dieser Krieg eine weltanschaulich e und keine Opportunitätsfrage für Ungarn. Auch das wird hier stets neu unterstrichen, um den ebenso öerständnis- wie hoffnungslosen Fälschungen der Motive Ungarns zu begegnen, die im Fo- reign Office und im Weißen Hause immer neu aufgelegt werden, seit den Tagen des ahnungslosen und europaftemden Wilson.
Der Krieg ist aber nicht nur eine weltanschauliche, er ist auch eine Aufgabe der Selbftbe - hauptung Ungarns im Kampf für sein Dasein als Volk und Staat. Seelisch und moralisch befand sich Ungarn eigentlich im Kriegszustand mit den Sowjets seit den 131 Tagen der Bolschewistenherrschaft über Ungarn nach dem ersten Weltkrieg, der Ungarns Reichsverweser ein Ende machte. Der ungarische Selbstbehauptungswille erschöpft sich indes nicht im Derteidigungsgedanken. „Heute ziehen wir dem Feind entgegen", sagte Ministerpräsident von Kallay kurz nach seinem Amtsantritt, „mir ■ lassen den Fluch der Derwüstung und Vernichtung nicht an unsere Grenzen heronkommen. Draußen müssen wir die Schlacht schlagen, bevor der Feind die vollkommene Vernichtung hierher bringen
zuordnen haben.
Stephan von Horthy an der Ostfront gefallen.
B u-b a p e ft, 20. Aug. (DNB.) Scr Stellvertreter des Reichsverwesers, Stephan von Horthy, ist am Donnerstag an der Ostfront gefallen. Die ungarische Regierung hat eine achttägige Landestrauer ongeordnet. — Stephan von Horthy war der älteste Sohn des Reichsverwesers. Er wurde im Jahre 1904 geboren. Am 19. Februar 1942 war er von beiden Häusern des ungarischen Parlaments einstimmig zum Stellvertreter des Reichsverwesers gewählt worden. Er war Ingenieur und bis zu seiner Wahl Präsident der ungarischen Staatsbahnen. Als Fliegeroberleutnant der Reserve meldete er sich zum Frontdienst und nahm an der Spitze einer Jagdstaffel wiederholt mit Auszeichnung an Kämpfen teil. *
Der Heldentod Stephan von Horthys ist ein schwerer Schlag für die ungarische Nation und namenttich für den Reichsverweser. Ihm wendet sich die aufrichtige Anteilnahme des deutschen Volkes zu. .Es ist dem jungen Staatsmann nicht bestimmt gewesen, die große Ausgabe weiterzusühren, die ihn) durch das Vertrauen dfs ungarischen Volkes zuteil geworden war. Im Staatsleben der ungarischen Natton ist durch den Heldentod Stephan von Horthys eine schmerzliche Lücke entstanden. Der Führer übermittelte dem Reichsverweser und Frau von Horthy in einem Telegramm seine herzlichste Anteilnahme an dem schweren Verlust. Auch der Witwe des gefallenen Stephan von Horthy brachte der Führer sein herzliches Mttgefühl telegraphisch zum Ausdruck. Der Reichsminister des Auswärtigen hat dem Kgl. ungarischen Minister» Präsidenten das Beileid der Reichsregierrmg aus« Erocheg.
könnte." „ rr
Das sind die moralischen Härtestoffe, mit denen die ehernen Bande der Waffenbrüderschaft mit dem deutschen Heer geschmiedet wurden. Trotzdem heben sich im zweiten Jahr des Kriegseintritts Ungarns im Gesamtbild der Nation einige neue Erscheinungsformen deutlicher ab. Die Regierung Kallay steht geradezu ihre Bestimmung darin, sämtliche wirt- lschaftlichen und moralischen Energien des Landes
Lin kurzer Kampftag
Von Kriegsberichter Joachim Eichen.
W Men auf W^^n^antt-
Ichlagen eine Menge kleiner ^ote, „ersuchen 'Men noch an einer Stelle zu f[*n J öcm Mere deutsche Kampfflugzeuge greften m ter b rm Schutz von Fokke-Wulf-Jagern die Schiffs an, oie Ärmchen auf dem. Meer - auf die letzten Flucht finge warten. Ein großer Tran p
Schwerer grauschwarzer Rauch Sieht 3 #
Einige kleinere Einheiten sinken mchrcn
'm Bomben getroffen. Nebelnde Zerstöre^r me^ ich noch, so gut sie können, und müssen docy
Angriff nach dem andern ertragen ... _ s. r S« »or ein kurzor KwmpstM
Tag von Dieppe. Früh im, Ntorgeng
^ie Briten — ihre Bomber versuchen Sie na^ fiegenben deutschen Flugplätze 3W 3e ।
Schiffe liegen im Schutze kmrstkchen Nebe^ ms
Strand. Schon die Küstenartillens
Briten zurückgeworfen, sie hatten habet schwere Verluste.
Nun machen die Tommies den letzten verzweifelten Versuch, aus dieser Hölle wegzutommen. Unter ständigem Nebel kamen einige große, flache Spezialkähne, von Zerstörern begleitet, die ein gewaltiges Flaksperrfeuer schießen — von See her näher. Aber auch diese tarnen in das furchtbare Vernichtungsfeuer unserer Artillerie und Kampfflugzeuge.
Am frühen Nachmittag ist der Kampf entschieden. Diele hunderte Tote und Verwundete liegen am Strand und in den Straßen, schwimmen im Meer, etwa 1500 Tommies marschieren in langen Zügen in die Gefangenschaft. Vollkommen abgekämpft, zermürbt, oft mit zerrissenen und zerfetzten llniformen schleppen sie sich dahin. Dabei waren es Elitesoldaten, die Churchill wiederum sinnlos geopfert hat vom Regiment Royal Hamilton und Essex, großgewachsene und kräftige &ana= tuer. Man traf kaum einen Engländer unter ihnen. Wieder hatten sie ihre Schlächterstiefel an mit den dicken Gummisohlen — und auch die Gesichter waren wieder an gemalt, dieses Mal übrigens meist grün — ob Churchill wohl meinte, daß die Farbe der Hoffnung Glück bringen würde? Am Abend, als wir noch einmal zur Küste fahren, kommt uns die letzte Gruppe Gefangener entgegen, müde und zerschlagen. Kaum hundert Meter weiter begegnen wir einer Radfahrerkompanie, die stolz auf den errungenen Sieg zurück ins Quartier fährt.
Warum bei Dieppe?
Brüssel, 20. Auq. (Europapreß.) Bemerkenswerte Einzelheiten über das Ziel des britischen Jn- vasionsunternehmens bei Dieppe veröffentlicht „Nouveau Journal": „Schon die Wahl des Landungsplatzes verrät, daß ein großes Unternehmen geplant war. Die fast geradlinige Küste bei Dieppe erfordert zwar einen für eine Landungstruppe schwierigen Frontalangriff auf großer Breite, dafür aber ist das Hinterland mit seinem dichten Sttaßennetz sehr geeignet für die Entfaltung einer Ponzertruppe und für die Heranführung von Reserven." Wie der britische Rundfunk am Mittwoch- morgen verriet, sollte die Stoßdivision an der rechten Sommemündung gedeckt, zwischen Seine und Somme eine Angriffsbasis aufrichten.
Dieppe liegt etwa in der Mitte zwrschen oer Seine- und der Sommemündung, gute 100 km den malischen Häfen Eastbourne und Hastings gegen- ib'er. Hastings nennen, heißt auch schon die grobe geschichtliche (Erinnerung von Dieppe »on Dieppe setzte der Normunnenherzog Wilhelm der Eroberer im Jahre 1066 nach “beJ{
öo er in fiaftinqs landete. Der Name Steppe >1« deutschen Ursprungs; er hangt mit dem nteber- deutschen „deep" zusammen, was nichts °"ber°s als tief bedeutet. Gemeint ist der treffliche, fchr sichere Hafen von fast 10 m Wasserttefe der von t-en Kreidefelsen der Küste emgesaumt tst. D e Swdt vird beherrscht von einem wuchtig-malerischen Schloß und einer schönen gottschen Kirche aus dem
er glänzende denische Sieg im Westen
lichen Sinn für gesunde Ueberlieferung da und dort noch vielfach als Ausnahme von der herkömmlichen Regel empfunden. Es bedeutet in vieler Hinsicht in der Tat einen organisatorischen Umbruch und ein Umlernen schon im Dienste auch des neuen Europa.
Die gleiche Arbeit wird auch auf dem Gebiet der Volksaufklärung geleistet/ die nach der Ernennung eines Propagandaministers in diesem Jahre zur wachsam gepflegten Sonderaufgabe der Regierung wurde. Der Ungar braucht allerdings nicht an sein Soldatentum erst erinnert zu werden, oder an seine Pflicht und Bereitschaft, mitzutun. Aber die ideale und höhere Zielsetzung auszurichten, die Atmosphäre allgemeinen Verttauens zu verdichten, kurz eine starke Heimatfront zu schaffen und nir- genoroo eine Schwäche aufkommen zu lassen, dies Werk soll die Hauptansttengung der Regierung er- gänzen und stützen. Sie hat dabei zwei Beispiele vor Augen: „Die großen Nationen, an deren Seite wir kämpfen", so sagte der Ministerpräsident Kallay nach seiner Reise ins Führerhauptquartier, „verdanken ihre Größe, ihre Macht und ihre Kraft der Tatsache, daß sie es nicht zuließen, daß Nörgler, die im Interesse des Dienstes an der Nation geleistete Arbeit hemmen." Und das andere Beispiel: Die Fehler, die 1914 bis 1918 auch in Ungarn begangen wurden, dürfen sich nicht wiederholen. Sie sieht die Regierung Kallay ihre Ausgabe darin, einmal die Kräfte Ungarns voll auszuwerten und anderseits, je länger die Kraftprobe des Krieges dauert, die ungarische Nation um so stärker und einheitlicher zusammenzuschweißen. Das ist das Gesetz ihres Handelns, dem sich alle ihre Einzelanstalten unter»
24 Stunden später.
Der Londoner Nachrichtendienst meldet seinen noxdamerikanischen Verbündeten: „Der große lieber» fall auf Dieppe ist beendet. Am Nachmittag kehrten unsere Krieger zurück. Ihre Gesichter waren noch schwarz und gelb gefärbt, sie waren sehr m ü d e." Das klingt etwas anders als die gkoß- mäuligen Phrasen, die man kurz vor oder bei Beginn des britisch-amerikanischen Jnoasionsversuches auf die französische Küste in die Welt posaunt hatte. Da betonte man im Londoner Nachrichtendienst die Politik der vereinten Nationen, eine Invasion auf Europa vorzunehmen. Da sprach man davon, daß der Angrift auf Dieppe den Offensivgeist der demokratischen Völker intensivieren werde. Da stellte man diese Operation als den wichtigsten Schritt bar, der in Uebereinftvmmung mit dem Programm der ver- einigten Nationen stehe, ihre Ofsensivpolitik auf Europa auszuführen. Es war der Zeitpunkt, in dem man darauf hinwies, daß dieser Angriff unmittelbar nach der Rückkehr Churchills aus Mos» kau erfolgte.
Diese Großsprechereien-riefen denn auch prompt in den Vereinigten Staaten ein ungeheures Interesse wach und lösten großen Jubel aus. Willkie konnte sich nicht genug tun in begeisterten Worten, das sei ja großartig, das seien ja vorzügliche Nach- richten. Die nordamerikanische Presse machte in Begeisterung und das „American Journal" schrieb in großen Schlagzeilen „Wir und die Briten bringen* in Frankreich ein!" Man feierte in Neuyork das Unternehmen auf Dieppe als die Eröffnung einer zweiten Frontin Westeuropa. Die „New Park Times" ließ sich sogar melden, daß die nächsten Tage die Welt erschüttern und die Dauer des Krieges sowie den zukünftigen Verlauf der Geschichte bestimmen würden. Man wies nachdrücklich daraus hin in der englischen wie in der amerikanischen Presse, daß es sich um kein unbedeutendes Unternehmen, kein mitsommerliches Picknick handele, denn das kombinierte britisch-amerikanische Expeditions- korps habe zahllose Panzer und ungezählte Schwärme von Flugzeugen eingesetzt.
Die Begeisterung in der englischsprechenden Welt aus beiden Seiten des großen Teiches ist schnell verrauscht. Der Traum von einer Invasion in


