Von der produktionskrisis in die Echiffahrtskrisis
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Nordirland ein. Die Truppen entsprechen un-
(Nachdruck verboten.)
37. Fortsetzung.
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mit Befriedigung stellt sie fest, daß es sich genau so verhält, wie sie gesagt hat: es existieren mit Sicherheit nur die beiden Exemplare, die Herr Albrecht Sierinck bestellt hat — Herr Albrecht Sie- rinck, Groß-Fontenay.
Briefe in Bareiros Hand
Roman von Anna Elisabet Weirauch
Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
nen Form vom Reichstag verabschiedet. Es sind dies die Gesetze über die Erhöhung der Einkommen-, der Erbschafts- und Schenkungssteuer, über eine außerordentliche Waldsteuer sowie über die Besteuerung der Sparbanken.
Meine politische Nachrichten.
Der Führer hat der Witwe des verstorbenen
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Der erste vollausgerüstete Verband farbiger Trupp en 5 ~
Plötzlich machen ihre Gedanken einen jähen Sprung, der sie etwas erschrecken läßt, hat sie nicht einmal etwas von Beziehungen zwischen dieser Tänzerin und Detlev Nehl gehört? Und von Detlev stammt der Entwurf zu dieser Kette — er wird es nicht so genau genommen haben mit dem Versprechen, die Zeichnung nicht zu wiederholen, er hat den gleichen Schmuck für seine Freundin anfertigen lassen. Es war doch wohl sehr unüberlegt, daß sie den Namen genannt hat.
Umkehren und Bauer erzählen, was ihr soeben eingefallen ist? Nein! Nach Möglichkeit nie wieder dieses Haus betreten! Aber wenn sie die Gewißheit hat, daß es nicht ihre Kette war, die sie an Katta Serenas Hals gesehen hat, dann kann sie immer noch schreiben, oder anrufen, ein wenig drückt sie das unbehagliche Gefühl, als ob sie eine falsche Anschuldigung erhoben hätte. Mit einem raschen Entschluß biegt sie von ihrem Weg ab. Es ist das einfachste, einmal bei Grotjahn nachzufragen, wie es sich mit dem Entwurf verhält.
Leider ist niemand im Geschäft, den sie persönlich kennt, weder Herr Grotjahn nach Fräulein Köster. Aber die Dame, die sie empfängt, ist sehr gewandt und höflich und weiß anscheinend gut Bescheid. Sie erinnert sich sehr genau der Bestellung, der Entwurf ist bei Herrn Grotjahn angefertigt und nicht zurückgegeben, er ist sofort nach der Ausführung vernichtet, es ist ganz ausgeschlossen, daß eine Massen wäre danach hergestellt wird, die gnädige Frau kann darüber ganz beruhigt sein.
Das lange schmale Buch liegt auf der Glasplatte der Theke, das Fräulein blättert eifrig darin, und
Nein! Katta ist fest entschlossen, diesem Mann die die Freude an seinem Beruf zu verleiden. Sie ist nicht die Frau, sich auf so plumpe Manier aus- fragen zu lassen. Wenn Frau Sierinck etwa die Absicht hat, einen Ehescheidungsprozeß anzustrengen, muß sie sich andere Zeugen suchen. Einen Herzschlag lang stellt sie sich mit der ganzen aufflammenden Wärme ihres Gefühls schützend vor Albrecht Sie- rmck — was ist denn geschehen? Nichts! Was hat er verbrochen? Gar nichts! Aber diesen Ehefrauen geht es viel zu gut — alles haben sie: einen Mann, der für sie schafft und sorgt, ein wunderbares Heim, die reizendsten Kinder — und eine solche Frau hat den traurigen Mut ihren Mann bespitzeln zu lassen, weil eine gute Freundin, die auch nichts Besseres zu tun hat, Klatschereien anzettelt: sie hat den braven Ehemann gesehen — unerhört! In der Gesellschaft einer Tänzerin! In diesem Augenblick haßt Katta keinen Menschen so heiß und inbrünstig wie Irmela Sierinck. Dieses verwöhnte Püppchen, das einen solchen Mann überhaupt nicht verdient! Und dann an eine Frau, die hoch über ihr steht, Ohrfeigen austeilen möchte — weil es eine Tänzerin ist- Und warum? Um sich scheiden zu lassen? Ach, wahrscheinlich nicht einmal das — um Szenen zu machen? Um einen neuen Hut oder einen neuen Schmuck zu erpressen.
liche Anteilnahme ausgesprochen.
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Eine Delegation der türkischen Presse unter Führung des türkischen Politikers und Abgeordneten Necmeddin Saddak und des Generaldirektors der türkischen Presse Dr. Selim Sarter, traf auf Ein-' labung der Reichsregierung zu einer Deutschlandreise in Berlin ein. Reichspressechef Dr. Dietrich gab zu Ehren der türkischen Gäste einen Empfang, an dem zahlreiche hervorragend Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht teilnahmen.
ist ihm doppelt verdächtig, und eine so ruhige und beherrschte dreifach.
„Wollen Sie mir bitte zunächst einmal genau sagen, was Sie am Donnerstag, den siebenten getan und getrieben haben, wo Sie sich aufgehalten haben, mit wem Sie zusammen waren?"
Katta weiß es sehr genau. Und bei dieser ersten Frage glaubt sie zu wissen, um was es sich handelt.
Dieser Mann, der das Mädchen mit irgendeinem Blechschildchen erschreckt hat, so daß sie ihr angstvoll zuflüsterte: „Es ist ein Herr von der Kriminal —", dieser Mann hat natürlich nichts mit der Polizei zu tun, sondern kommt von einem privaten Detektivinstitut, das eine eifersüchtige Ehefrau in Bewegung gesetzt hat.
„Arn Donnerstag? Das weiß ich nicht" sagt sie mit einer kühlen spöttischen Gleichgültigkeit. „Ich bin zu Hause gewesen — oder ich bin ausgegangen — vielleicht allein, vielleicht mit Bekannten, abends bin ich aufgetreten, das ist das einzige, was ich genau weiß, sonst hätte ich einen Strafzettel bekommen."
Diese Art verdrießt Bauer ziemlich, sein sonst so gutmütiges Gesicht strafft sich und läuft rot an. -.Sie werden vielleicht doch etwas genauere Angaben machen können!"
„Nein." Sie wagt es, überlegen zu lächeln. „Bin ich gesetzlich verpflichtet, ein Tagebuch zu führen? Ich denke kaum. Wenn dieses Gesetz neuerdings ein» geführt ist, werde ich von heute an genaue Aufzeichnungen über meinen Lebenslauf machen. Rückwirkende Kraft dürste es wohl nicht haben. Das ließe sich schwer ermöglichen."
„Bitte, strengen Sie Ihr Gedächtnis ein bißchen an!"
"Das nützt gar nichts!" erklärt Katta mit einer aufreizenden Liebenswürdigkeit. „Je mehr ich es anstrenge, um so mehr versagt es. Ich habe ein sehr schlechtes Gedächtnis."
„Das scheint so", murmelt Bauer ingrimmig und kritzelt eine Bemerkung auf sein Papier«
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gefähr dem britischen Pionierkorps. Bei chrer Ankunft in Nordirland wurden die -farbigen Truppen von der Bevölkerung herzlich begrüßt (!).
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Die Londoner Sonntagszeitung „People" meldet aus Kairo, nach den kürzlichen Erfolgen Rommels in Nordafrika feien 2000 Aegypter von den britischen Militärbehörden verhaftet worden. Auch werde schroff gegen alle vorgegangen, die sich als achsenfreundlich verdächtig machten.
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Der portugiesische Truppentransporter „3oao Belo" ist nach siebenmonatiger Reise, ohne seinen Auftrag erfüllt zu haben, nach Lissabon zurückge- kehrt. Der Dampfer war im November mit einem Truppenkontingent nach Timor in See gegangen.
49.
Bauer schickt den Kommissar Lürsen zu Herrn Albrecht Sierinck, um einige Fragen an ihn richten zu lassen, während er selbst die Tänzerin Katta Serena aufsucht. Es ist immerhin nicht uninteressant zu erfahren, wie sie zu der Kette gekommen ist.
Katta Serena ist durchaus nicht gelaunt, den Besuch eines fremden Herrn zu empfangen. Und daß sie genötigt ist, ihn zu empfangen, weil er sich ausweist, macht die Begrüßung auf beiden Seiten nicht freundlicher.
Sie steht sehr aufrecht mitten im Zimmer, hält die Ellbogen mit beiden Händen fest und scheint nicht gesonnen, ihm einen Stuhl anzubieten.
Ihr kühles „ Was wünschen Sie von mir, bitte?" verärgert Bauer ein bißchen.
„Sie gestatten wohl, daß ich mich setze!" sagt er obenhin. „Ich werde Ihre kostbare Zeit ein paar Minuten in Anspruch nehmen müssen. Ich habe einige Fragen an Sie zu richten."
„Bitte."
Er setzt seine Aktenmappe auf den Boden, zieht seinen Mantel aus und sucht sich einen leidlich bequemen Platz mit dem Rücken gegen das Licht. Aber diese Person denkt nicht an das leiseste Entgegenkommen, sie bleibt stehen oder macht ein' paar Schritte, sie scheint nicht geneigt, sich ihm unaufgefordert gegenüberzusetzen, und dieser Widerstand, den er spürt, macht ihn von vornherein gereizt.
Sie ist sehr schön und sehr stolz in ihrer Haltung. Es ist nicht ganz leicht, sich diesem Eindruck zu entziehen, aber fein gelehriger Schüler Butenschön sagt nicht mit Unrecht, daß Sympathien und Antipathien das Urteil nicht trügen dürfen. Im Gegenteil, Bauer geht noch einen Schritt weiter: Eine schöne Frau
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lich unterschätzt. In einer Zeit, wo tausende deutscher Männer den Bestand der Gemeinschaft «on Führer und Volk mit dem Opfer ihres Lebens heiligen, hatten sie versucht, diese Gemeinschaft meuchlings zu zersetzen. Sie standen im Dien st e der Feinde unseres Volkes. Sie wurden daher aus gelöscht. So aber dürfen auch jene Kreise, die als Gerüchtemacher und «-Verbreiter nicht weniger als Handlanger unserer Feinde anzusehen sind, von dem nationalsozialistischen Willen, unsere Gemeinschaft sauber zu halten, überzeugt sein. Mögen sie dereinst nicht auch zu den lieber» raschten zählen.
Die Schrumpfung des Schiffsverkehrs nach Südamerika.
Berlin, 20. Juli. (DNB.) Auch im Monat Juni 1942 sind die Häfen Argentiniens ebenso wie im Vormonat Mai nur noch von zwei kleinen nordamerikanischen Schiffen mit insgesamt 750 BRT. an gelaufen word en. Man erkennt daraus die ungeheure Schrumpfung des nordamerikanischen Schiffsverkehrs nach Südamerika, verursacht durch die gewaltigen Schiffsraumverluste im Seekrieg gegen die Achsenmächte. Die Tatsache, daß auch die britischen und sonstigen „alliierten" Schiffe im Verkehr nach Südamerika fast völlig ausgefallen sind, geht daraus hervor, daß die argentinischen Häfen im Juni insgesamt nur noch von 104 Schiffen mit 227 250 BRT. angelaufen wurden, was die niedrigste Monatsziffer s e i t v i e- l e n Jahren darstellt.
Neue Sieuergesehe vom finnischen Reichstag angenommen
Helsinki, 21. Juli. (Europapreß.) Der finnische Reichstag begann die dritte Lesung des neuen Finanzplanes, mit dem der Regierung die Mittel zur Deckung der durch den Krieg bedingten größeren Ausgaben zur Verfügung gestellt werden sollen. Von den insgesamt sechs Steuergesetzen wurden bereits vier in der von der Regierung vorgeschlage-
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„Nein", sagt sie leichthin. „Ich habe mir auch gar keme Muhe gegeben. Ich habe an ganz andere Dinge gedacht. Meine Gedanken gehen immer dahin, wo sie wollen — ich kann sie nicht einfangen."
„Das ist sehr bedauerlich — es könnte den Eindruck machen, als ob Sie die Aussage verweigern wollten."
„Vielleicht würde ich in einem solchen Fall die Aussage verweigere auch wenn ich mich gänzlich schuldlos fühle."
(Fortsetzung folgt.)
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„Nun, wie ist es? Haben Sie sich unterdessen besonnen?"
ihre Wühlerei für die Entscheidung unseres Lebenskampfes bleiben wird, so sehr muß doch darauf hin- gewiesen werden, daß nur ihre Existenz jene Vorgänge erklärlich macht, die wir bei jeder auftretenden Alltagsschwierigkeit des Krieges mit der Gerüchtebildung erleben. Sie allein sind der geeignete Nährboden für jene von noch böswilligeren vom Gelde des Feindes ausgehaltenen Hetzern fabrizierten Gerüchte, mit welchen man das Vertrauen d e s Volkes zu feiner Führung untergraben will. Sie stellen die erste Reihe der Verbreiter dieser feindlichen Machwerke. Bei ihnen hören sich die Gerüchte daher noch durchaus massiv an. Sie wissen das, was sie sagen, meistens noch aus genauer Quelle, im Gegensatz zu jener an Zahl bereits größeren und daher zur Ausweitung des Erfolges unentbehrlichen Kategorie von Schwachköpfen, die diese Agitationsmache dann treu und bieder mit den bekannten anonymen Bemerken „man erzählt sich", „man sagt" usw. weitergibt. Beide Arten aber, ob bewußt ober unbewußt handelnd, betätigen sich als Handlanger des Feindes. In einem Kampf, der um die Zukunft des Reiches und damit um das Leben jedes einzelnen Deutschen gekämpft wird, arbeiten sie im Auftrag der feindlichen Agitation an her Dertrauens- erschütterung des Volkes zu seiner Führung.
Das vom Feind angewandte Mittel ist dabei ebenso primitiv, wie es auf primitive Gemüter seine Zugkraft nicht verfehlt. Man wartet geflissentlich auf irgendeine im Kriege nun einmal nicht zu vermeidende Schwierigkeit, beachtet die von der Führung getroffenen Maßnahmen, die die Lage natur- gelnäß nur durch rücksichtslose Ausschaltung aller der Gemeinschaft entgegenstehenden Mißstände meistern kann, — dabei also auch die privaten Bezirke egoistischer Einzelpersonen antasten muß und sich die davon Betroffenen zum Gegner macht —, womit man den Zeitpunkt für gekommen hält, einen geeigneten Start für eine Fülle von ehrver- leumderischen Gerüchten über füh - renbe Männer der Bewegung zu Haden. Der Tenor dieser Hetze ist dann stets die gemeine Verdächtigung, daß diese Männer von den von ihnen getroffenen Maßnahmen nicht berührt werden. Durch die Linse seiner eigenen Seele blickend will dieser Klüngel jenen Mannern, deren einziges Vorrecht seit Jahrzehnten darin besteht, mehr an Sorge und Verantwortung zu tragen als Millionen andere, ein bequemes Dasein andichten.
Am Beispiel der Schwierigkeiten in der G e - müfeoerforgung unseres Gaues möge diese Gerüchteentwicklung einmal besonders aufgezeigt fein. Wie bekannt, löste die Feststellung, daß neun Zehntel der anfallenden Gemüseerzeugung im Di- rektoerkehr verschwanden und nur ein Zehntel den Weg zum Markt nahm, die vom Gauleiter in seiner Eigenschaft als Reichsverteidigungskommissar getroffenen Bewirtschaftungsmaßnahmen aus. War nun schon vor dieser Verordnung ein großer Teil der Bevölkerung darüber verärgert, daß er kein Gemüse erhielt, so gesellte sich ihm nach der erfolgten Bewirtschaftung mit weit größeren Unwil- ligkeitsgebärden jener Bevölkerungsteil hinzu, der sich vordem auf Kosten des ersten Teiles durch Beziehungen und lieberpreise in die Lage versetzt hatte, Gemüse zu erhalten. Hinzu kam weiter, daß während einer Uebergangszeik bis zu einem spürbaren Erfolg dieser Maßnahmen in Kauf genommen werden mußte, daß in dem Lager der Unzufriedenen neben der Minderheit jener, denen durch die Verordnung der Weg des direkten Gemüseverkehrs versperrt war, auch die Mehrheit der anderen stand, für die diese Maßnahmen getroffen worden waren, die aber eine Aenderung der Lage nicht sofort feststellen konnten. Das wär freilich zu erwarten und jeder hat auch Verständnis dafür, daß eine solche Situation nicht mit Freudenausbrüchen und begeisterten Heil-Rufen begleitet wird. Kein Verständnis aber wird man dafür aufbringep, daß derartige Schwierigkeiten, die von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung mit selbstverständlicher Anständigkeit ertragen wurde, von einer Welle verleumderischer Gerüchte begleitet wurden.
Kaum nämlich waren die Bewirtschaftungsmaßnahmen erlassen, so erschienen die unausbleiblichen „Haben-Sie-schon-gehört?"-Nachrichten. Na, was hatte man nicht alles gehört! Zuerst war da einmal die Tatsache zu vermelden, daß der Gauleiter einen Kühlschrank besaß. Man stelle sich das vor! Es sollen zwar auch noch andere Leute Besitzer von Kühlschränken sein, aber der Kühlschrank des Gauleiters ist selbstverständlich bereits ein Vorwurf; denn was könnte er anderes erhalten, als eben jenes Gemüse, dessen Existenz sonst so legendär ist. Es dauerte dann auch gar nicht lange, bis sich der Kühlschrank zu größeren Lebensmittellagern entwickelte, und der Gauleiter zuerst zum einfachen, später jedoch zum mehrfachen Gutsbesitzer avancierte. Der dramatische Höhepunkt aber roar dann das plötzliche Auftauche des Führers — er inter-
ßiffabon, 21. Juli. (DNB. Funkfvnich.) Die Geheimsitzung des Unterhauses über die Schlff- fahrtslage hat die öffentliche Meinung in England und in den USA. über die zur Zeit hoffnungslose Lage auf dem Gebiet des Schiffsbaues aufgeklärt, obwohl die Veröffentlichung irgendwelcher Ziffern sowohl in Washington wie auch in London streng verboten ist. Aber verschiedene Äußerungen zeigen, daß im Augenblick keinerlei Aussichten bestehen, daß die Werften auch nur im entferntesten genügend Schiffsneubauten liefern können. Die amerikanische Schiffahrtskommission gab bekannt, daß die USA. im Jahre 1943 in der Lage sein würde, alle Schiffsverluste durch Neubauten zu ersetzen. Das gleiche war aber bereits für 1942 angekündigt worden. Noch bedeutend ungünsttger werden die Aussichten der englischen Wersten beurteilt, deren Produktion im Laufe der letzten zwölf Monate abgenommen haben soll, statt zu wachsen. Man fragt sich also, was es bedeutet, wenn der „Daily Expreß" erklärt, feit Beginn des Krieges hätten die britischen Werften „jeden zweiten Tag ein Schiff vollendet". Eine solche Angabe sei lediglich zur Täuschung der Oef- fentlichkeit bestimmt. Niemand wisse, ob es sich um 10 000-Tonnen-Frachter ober um Kutter von 50 Tonnen handele. Aber selbst bei einer Durchschnittsgröße von 3000 Tonnen sei diese Bauziffer im Vergleich zur Versenkungsziffer geradezu erschütternd niedrig.
„Wir geraten aus einer Krise in die andere, aus der Produktionskrise von 1941 fielen wir in die Schiffahrtskrise des Jahres 1942", erklärt die amerikanische Monatsschrift „Fortune" und fährt dann fort: „Zu allen Zeiten war es ein ungeschriebenes Gesetz schiffahrttreibender Länder, die Schiffsversuste zu veröffentlichen. Daß die Zensur es heute verbietet, ist ein Zeichen dafür, wie ernst die Lage geworden ist. Zu Lande können wir aus taktischen Gründen einmal ein Stück zurück- gehen, zur See können wir es nicht. Wirmüssen die Ozeane behaupten, wenn England verteidigt werden soll, wenn wir unser Bündnissystem aufrechterhalten und den Feind von unseren Küsten fcrnhalten wollen. Trotz aller Zensurvorschriften kann sich die Oeffentlichkeit doch ein Urteil darüber bilden, wie ernst die Lage ist. Wir liefern der Sowjetunion nur einen Bruchteil der versprochenen Kriegsmaterialien. In Südamerika wächst die Erregung darüber, daß die Schiffe der alliierten Völker immer stärker aus dem Süd- amerikcwerkehr herausgezogen werden. Ueberall türmen sich auf den Kais die Frachten zu riesigen Bergen." Das Blatt erklärt, alle Berechnungen über die Entwicklung der Tonnageverhältnisse im
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Laufe des Jahres 1942 feien durch den deutschen U-Boot-Krieg über den Haufen geworfen worden. In London habe man offenbar für 1942 mit einer Zunahme des Schiffsraumes um mehr als 1 Millson Tonnen trotz aller Versenkungen gerechnet. In Wahrheit aber überfliegen die Versenkungen bei weitern die Neubauten. -Der Wettlauf zwischen Wersten und Torpedos sei noch längst nicht entschieden.
England an der Grenze seiner ^Geduld.
Lissabon, 21. Juli. (Europapreß.) Der „New York Times" schreibt ihr Londoner Korrespondent, wieder einmal sei dem englischen Volke gesagt worden, daß in Nordcrfrika die britischen Truppen mit großem Mut und größter Tapferkeit gekämpft und sich in guter Ordnung zurückgezogen hätten. Diesmal aber sei es der Rückzug gewesen, der den grüß- ten Eindruck hinterlassen habe. Früher sei das britische Volk bereit gewesen, die militärische Schwäche Englands auf den Mangel an Ausrüstung und auf die Luftüberlegenheit des Gegners zurückzuführen. Dann sei den Engländern gesagt worden, daß mit Hilfe der USA. ein neuer Abschnitt begonnen habe. Die Engländer wollten jetzt endlich wissen, was in der Zwischenzeit getan worden sei. Das Volk habe die Erkenntnis gewonnen, daß iraend etwas falsch sei und es verlange, daß diese Mißstände behoben würden, oder Köpfe rollten. Das Land habe jebt d i e Grenze seiner Geduld erreicht. Außerdem sei, so wie die Dinge jetzt stünden, der kleine Mann im Lande der Anficht, daß England sehr wohl den Krieg verlieren könne. Noch sei kein Zeichen einer Aenderung zu sehen. Viele Leute in England hätten das Gefühl, daß die britischen Militärs sich vollständig auf die Verteidigung eingestellt haben und nur noch versuchten, dje deutschen Schläge zu parieren.
Die „New Park Times" schreibt dazu, weder Chur« chill noch Roosevelt hätten bisher irgendein ftrategi« sches oder taktisches Genie entwickelt. Im Gegenteil,' bei Churchill habe es sich schon im vorigen Weltkrieg gezeigt, daß er nicht die Fähigkeiten eines Herzogs von Marlbourough, seines Anherrn, besitze. In Eifa- land werde jetzt die Zahl derer immer größer, die forderten, daß Churchill nicht mehr in rein militärischen Fragen hineinreden solle. Viel anders sehe es auch in den Vereinigten Staaten nicht aus. Man müsse sich nicht wundern, wenn sowohl Churchill als auch Roosevelt sich gezwungen sehen würden, sich eines Marschalls zu bedienen.
essierte sich persönlich für den Gemüsefall —, hatte sich mit dem Hinweis, daß er das Kohlrabikontm- gent in Frankfurt a. M. zu ordnen habe, für geraume Zeit von der Front verabschiedet und zwang den Gauleiter zum Rücktritt. Weil die Volksseele nun aber nicht nur Gemüse, sondern auch Blut sehen wollte, mußte sich der Gauleiter auch noch erschießen. Mit diesem Ende merkte man jedoch plötzlich, daß man sich damit des Gegenstandes seiner Phantasie selbst entledigt hatte. Es ging einfach nicht mehr weiter. So nimmt es folglich nicht wunder, wenn jetzt bereits wieder argwöhnisch und mißtrauisch gefragt wird, was der Gauleiter nun wohl wieder mit feinem Selbstmord bezweckt habe. Das nächste Gerücht feiner natürlich „nur durch Beziehungen" ermöglichten Wiederauferstehung wird daher voraussichtlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. Man darf gewiß gespannt sein, wie jene Armen im Geiste, die mit gewichtiger Miene diesen Unifinn in bestimmter ober aber auch in fragender Form verbreiteten, eine derartige Metamorphose aufnehmen werden. Zuzutrauen ist ihnen auch die Verdauung dieses Brockens, wie man aus den wiedergegebenen Beispielen tatsächlich umlaufender und oftmals auch geglaubter Gerüchte ersehen kann.
Tatsache ist nun, daß durch die vom Gauleiter getroffenen Bewirtschaftungsmaßnahmen des Gemüses seit dem Tage ihres Inkrafttretens eine Ver- vierfachung der Gemüsezufuhr in den Verteilerapparat erreicht werden konnte. Erhielt die Großmarkthalle in Frankfurt am Main vor der Bewirtschaftung täglich 70 792 Kilogramm Gemüse, so steigerte sich diese für die Versorgung der Bevölkerung unzureichende Menge durch die getroffene Bewirtschaftungsmaßnahme binnen acht Tagen auf eine tägliche Anlieferung von 288 648 Kilogramm und hat in der vergangenen Woche 300 000 Kilogramm überschritten. Auch unter Abzug des witterungsbedingten erhöhten Anfalls des Gemüses, der ohne Vewirtschastungsmaßnahmen jedoch kaum spürbar aewesen wäre, ist also ein voller Erfolg festzustellen. Gewiß kann auch ein Gauleiter nicht mehr Gemüse auf den Markt bringen als erzeugt wird, und es werden sich infolge der stärkeren Nachfrage nach diesem Nahrungsmittel auch weiterhin Spannungen nicht vermeiden lassen. Unter Ausscheidung aller gemein, schaftsschädigenden Tendenzen aber sorgte er für die volle Heran führung des erzeugten Gemüses in den Verteilerapparat und eine gerechte Verteilung an den Verbraucher. Mehr wird man auch von einer Hilfsmaßnahme des Nationalsozialismus nicht verlangen können.
Wenn man also angesichts dieses Erfolges nochmals die ihn begleitende Gerüchtemacherei überblickt, wird man sie nur als Handlangerdienst der feindlichen Agitation werten können. Durch Beschmutzung der Ehre führender Männer der Partei versucht diese das Vertrauen der Bevölkerung zur Führung zu erschüttern, um bei zukünftig auftretenden Schwierigkeiten nicht mehr mit der Abwehr einer willensmäßig einmütigen Gemeinschaft rechnen zu müssen, sondern auf eine in sich zerrissene, wankelmütige und daher für jeden weiteren Beeinflussungsversuch bereite Bevölkerung zählen zu können. Die letzten Vorgänge beweisen uns allzu deutlich, daß gewisse Ansatzpunkte, die den Feinden eine derartige Taktik trotz aller erlebten Mißerfolge noch immer aussichtsvoll erscheinen lassen, doch vorhanden sind.
Wir wissen nun, daß das Vertrauen die wesentlichste Voraussetzung unserer Gemeinschaft und damit unserer nationalen Kraft ist. Wir sind daher nicht gewillt, tatenlos zuzusehen, wie ehrvergessene Individuen, ob bewußt oder unbewußt, dieses Vertrauen zu schädigen versuchen.Hier geht es weniger um den Schutz der führenden Männer der Bewegung, denn diese sind durch reichliche Erfahrungen der Kampfzeit gegen ehrverletzende Verleumdungen mit einer erhabenen Robustheit gewappnet, es geht hier um nicht weniger als den Schutz der Nation. Es ist daher nur selbstverständlich, daß der Gauleiter die Partergenossenschaft aufforderte, unnachsichtig gegen die Gerüchterna cher und ihre Verbreiter vorzugehen. Die Maulwürfe innerhalb unserer eigenen Reihen werden damit erfahren, daß der nationalsozialistische Führerstaat nicht mit jenem Ohnmachtsgebilde zu verwechseln ist, das im Jahre 1918 vor ihrer Wühlarbeit kapitulieren mußte.
In der kürzlich vorn Volksgerichtshof Frankfurt am Main abgehaltenen Verhandlung gegen kommunistische Hetzer war das bemerkenswerteste Moment sicher die Ueberraschung, mit der die Angeklagten ihre Verurteilung zum Tode aufnahmen. Man hätte annehmen sollen, daß sie auf einen derartigen Ausgang gefaßt gewesen wären, aber nein, sie waren ehrlich überrascht. Sie rechneten mit ein paar Jahren Zuchthaus, gewiß, darauf waren sie vorbereitet, aber daß sie nun ihr Leben verwirkt hatten, wollten sie nicht begreifen. Sie hatten damit den von ihnen selbst, gewählten Gegner, den Nationalsozialismus, gründ-
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