Einzelbild herunterladen

f

Drei Linden.

Vön Hermann Hesse.

Dor mehr als hundert Jahren standen auf dem grünen Friedhof des Hospitals zum Heiligen Geist in Berlin drei herrliche alte Linden, die waren so groß, daß sie den ganzen Friedhof wie ein ge­waltiges Dach mit den i-neinandergewachsenen Aesten und Zweigen ihrer riesigen Kronen über­wölbten. Die Herkunft dieser schönen Lindenbäume aber, die wiederum Jahrhunderte zurücklieqt, wird so berichtet:

Es lebten in Berlin drei Brüder, die hielten eine so innige Freundschaft und Vertraulichkeit mitein­ander, wie man sie selten sieht. Nun geschah es eines Tages, daß der jüngste von ihnen am Abend allein ausging, weil er in einer entfernten Gasse ein Mädchen treffen und mit ihr spazieren gehen wollte. Wie er so in angenehmen Träumen dähin- schrilt, hörte er aus einem Winkel zwischen zwei Häusern, wo es dunkel und einsam war, ein leises Klagen und Röcheln, dem er alsbald nachging; denn er meinte, es liege da irgendein Tier oder vielleicht e-in Kind, dem ein Mißgeschick Angestoßen, und warte auf Hilfe. Wie er in die Dunkelheit des Ortes eintrat, sah er mit Schrecken daselbst einen Menschen in seinem Blute liegen, beugte sich über ihn und fragte mitleidig, was ihm denn zugestoßen sei, erhielt aber keine Antwort als ein schwaches Stöhnen und Schlucken, denn der Verletzte lag mit einer Messerwunde im Herzen und verschied' nach wenigen Augenblicken in den Armen seines Helfers.

Der junge Mensch wußte nicht, was nun zu tun sei und begab sich bestürzt und ratlos mit un­schlüssigen Schritten auf die Gasse zurück. Hier oder begegneten ihm in diesem Augenblick zwei Schar­wächter und nahmen den vermeintlichen Mörder ungesäumt mit sich fort ins Gefängnis, wo er in Eisen gelegt und streng bewacht wurde. Der Leich­nam war herbeigeschafft worden, und nun erst, beim Licht des Tages erkannte ihn der Jüngling als einen Schmiedegesellen, mit dem er in früherer Zeit gelegentlich Kameradschaft gehabt hatte. Zu­vor aber hatte er ausgesagt, er kenne den Ermor­deten nicht und wisse nicht das mindeste von ihm. Dadurch roarb der Verdacht noch verstärkt, und da sich im Laufe des Tages Zeugen fanden, die den

Derne

hrdia=

Churchills Bittgang nach Washington

Der Schrei nach Schiffstonnage in den WA

sem Sommer nicht mehr geschaffen werden. Die Produktion in den USA. habe einen gewaltigen Aufschwung genommen, aber kaum sei sie auf vollen Touren, werde sie schon durch Knappheit des Rohmaterials gefährdet. So sei der Neu­bau aller Kriegsfabriken wegen Mangels an Stahl, Kupfer, Nickel, Chemikalien verboten. Selbst die Schiffswerften erhielten nicht genügend Stahl. Die USA. hätten inzwischen Hunderttaufende von Trup­pen ins Ausland gesandt, und da für den Nach­schub einer Division monatlich 200 000 Tonnen be­nötigt würden, stehe die Transportfrage an erster Stelle. In sechs Monaten hätten die USA. keinen Zoll feindlichen Bodens besetzt, keinen Feind in einer größeren Schlacht besiegt und keinen Offen- siv-Felüzug eröffnet. Alle Feldzüge habe der Feind gewonnen, was dadurch noch ernster werde, da China und Rußland in akuter Gefahr seien.

0 50 100 km

Madrid, 19. Juni. (Europapreß.) Die Zeitung ,,Ya" veröffentlicht ein Telegramm ihres Neuyorker Korrespondenten, der feststellt, daß die Forde­rung nach Schiffsraum in den Vereinigten Staaten im Vordergrund steht. Sie werde in allen Zeitungen erhoben. So schrieb die bekannte Zeit­schriftTime", es bestehe die Gefahr, daß der Nahe Osten in deutsche, Indien in japanische Hände falle. USA. hätten gelernt, daß nicht einmal ihre kontinentale Küste vor Angriffen sicher fei, daß England als Verbündeter ebenso eine Belastung wie ein Vorteil sein könne, denn Hongkong, Malaya und Burma haben die unerwartete Schwäche Englands gezeigt, schließlich, daß man in der Verteidigung allein nicht den Krieg gewinnen könne, was zwar die USA.-Militärs begriffen hätten, anscheinend aber noch nicht die Briten, die von dem Gedanken beherrscht seien, eine zweiteFront könne in die-

kow- und Kertscharmeen Stalins, die Bedrohung Sewastopols zeigen, daß die Mächte des Dreier­paktes nach wie vor die Initiative haben. Während Roosevelt und Churchill von der Peripherie aus handeln müssen und ihre Kräfte zersplittern, haben die Achsenmächte den Vorteil, daß bei ihnen Stra­tegie und Kriegswirtschaft Hand in Hand gehen un­sre keiner gefährdeten Wege zu den Kriegsschau­plätzen bedürfen. Würden Churchill und Roosevelt äum Verzweiflungsmittel einer zweiten Front grei­fen, dann wäre ihnen eine noch furchtbarere Nieder­lage als bei Dünkirchen sicher. Bis jetzt haben bi» Churchill, Stalin und Roosevelt noch keinen ein­zigenSieg" gegen uns errungen. Alle Hoffnungen haben sich in furchtbare Katastrophen verwandelt. Ein ständig von solchen Katastrophen geschütteller Körper aber bricht schließlich zusammen. Nun kön­nen die Churchill und Roosevelt von dem erwarteten Sieg" ihren Völkern vorgaukeln, was sie wollen. Das Jahr 1942 wird wie alle vorhergehenden Kviegsjahre uns und unseren Verbündeten gehören.

Don unserer Berliner Schriftleitung.

Unmöglichkeit, Kriegsmaterial nach der Sowjet­union, nach China und Libyen zu bringen, denn die deutschen, italienischen und japanischen U-Boote bohrten Schiff auf Schiff in den Meeresgrund.

Die Verzweiflung läßt also Churchill und Roose- velt diese Wirklichkeit völlig verkennen, dafür zeigen sie ihren Nationen ein Wunschbild, wie Chur­chill schon zu Beginn dieses Krieges deutsche Siege in glorreiche Rückzüge der Briten umfälschte.

Stellen wir demgegenüber fest: Unsere U-Boote werden fortfahren, die Schiffstonnage, die zur Er­richtung einerzweiten Front" erforderlich ist, auf den Meeresgrund zu schicken. Für die Einschiffung einer Division berechnen die Briten rund 100 000 BRT. Schiffsraum, ohne den Nachschub. Man kann sich demnach vorstellen, welcher Schiffsraum er­forderlich wäre, nur, um bis vor die Tore der euro­päischen Festung zu gelangen, wenn unsere U- Boote einem solchen Transport ruhig zusehen wür­den. Die Siege der Japaner im Osten, der Achsen­mächte in Nordafrika, die Zertrümmerung der Chor«

Machtbericht melden, daß die Festung Tobruk selbst erneut eingeschlossen wurde.

Eine der wesentlichsten Voraussetzungen dieses glänzenden Erfolges der deutschen und italienischen Waffen unter der mitreißenden, energisch zupacken­den Führung Rommels mar die Sicherung des Nachschubs für die Truppen der Achse in Nord- afrikä und die nachhaltige Störung der Versorgung des britischen Heeres. Hierbei haben sich Luftwaffe und Marinestreitkräfte der Achsenmächte unvergäng­liche Verdienste erworben. Die Ausschaltung der Seefestung Malta durch rollende Luftangriffe deut­scher und italienischer Stuka- und Zerstörergeschwa­der hat zum Sieg Rommels ebenso beigetragen wie die ständigen Schläge gegen die britische Versor­gungsschiffahrt im Mittelmeer. Die furchtbare Dezi­mierung der beiden unter ungewöhnlich starkem Schutz durch begleitende Kriegsschiffe aus Gibraltar und Alexandrien ausgelaufenen britischen Geleitzüae durch Luft- und Seestreitkräste der Achse wirst ein Licht auf die völlig verschobenen Machtoerhältnisse im Mittelmeer. Es ist kein Wunder, wenn unter dem Eindruck dieser sich jagenden Hiobsposten den Briten der Angstschweiß ausbricht, wenn sie an­gesichts der immer mehr zusammenschrumpfenden Möglichkeiten für die Versorgung des nun vom Lande her eingeschlossenen Tobruks und der östlich davon in harten Vekfolgungskämpfen stehenden britischen Nilarmee an das weitere Geschehen auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz denken, den sie in besonderem Maße als ihre eigenste Ange­legenheit betrachten. Wenn Roosevelt und Chur­chill in diesen Tagen wieder einmal über Stalins Forderung nach Errichtung einer zweiten Front konferieren, so hat ihnen General Rommel zur rechten Stunde exemplifiziert, wie wenig gerade die Briten in der Lage sind, eine eigene strategische Ldee einzuleiten und zu einem guten Ende zu bringen oder auch nur die Operationspläne des Feindes zu durchkreuzen.

Vor zwei Wochen erst verlas Churchill im Unter­haus einen von Siegeszuversicht strotzenden Bericht General Auchinlecks, der mit den Worten schloß:Es kann nicht der Schatten eines Zweifels herrschen,'

daß die Pläne Rommels für seine unglückliche Offen­sive vollständig mißglückt sind." Und der Premier selbst fügte hinzu:Mr haben allen Grund, mit der Schlacht in Afrika mehr als zufrieden zu sein." Heute herrscht tiefe Niedergeschlagenheit in der eng. lischen Oeffentlichkeit. Die englische Presse muß un­umwunden zugeben, daß der Kern der achten Ar­mee, die Panzerverbände Ritchies, dieentscheidende Waffe im Wüstenkrieg", in eine Falle geraten, ist und so schwere Verluste erlitten hat, daß die erste Verteidigungslinie zusammenbrach. Hauptmann Cy- rill Falls, der Militärsachoerständige derTimes", findet das unerklärlich, da nach den bisherigen Er- fahrungen konzentrierte Panzerverbände, die vor sich einen Schirm leichter Aufklärungswagen haben, selten in diesem Umfang überrascht werden könnten. Andere Kritiker machen die knappe Tonnage für die schlechte Versorgung der britischen Mlarmee ver- antworllich. Es wird auch bemängelt, daß die Aus­rüstung der britischen Truppen nicht rasch genug verbessert wurde und sie an Kampfwagen und Ge­schützen den Deutschen qualitativ nicht ebenbürtig seien. Wir können es den Briten überlassen, die ver­schiedenen Nüsse zu knacken, die ihnen General Rommel aufgegeben hat. Don dem, was eben noch dieTimes" als Ziel des brittfchen Kampfes um das Mittelmeer hineinstellt, ist England heute weiter entfernt denn je. Das Blatt meint, die Armee müsse die Landstützpunkte für die Beherrschung der schma- len See erobern, die Flotte müsse die Verbindungen der Armee aufreckterhalten. Die Oeffnung des Mit- telmeeres werde so viel Schiffe einsparen, daß sie einer vollständig neuen Handelsflotte gleichkämen. DieTimes" räumt selbst ein, daß ge­ringe Aussichten beständen, auch nur die erste Etappe zur Erreichung dieses Ziels, nämlich die Be­setzung Tripolitaniens, zu erreichen. Aber die Aus­lassung des englischen Blattes ist bezeichnend dafür, wie man auch in London beginnt, die Kriegsübrung als Einheit zu betrachten. Unter diesem Gesichts­winkel ist der Sieg Rommels in der Schlacht bei Tobruk kaum zu unterschätzen.

Dr. Fr. W. Lange.

Stoß in ihre linke Flanke zu sichern. General Auchinleck, der brittsche Oberbefehlshaber im Nahen Orient, hatte mit der Verteidigung Bir Hacheims im wesentlichen Truppen des Verräter­generals de Gaulle betraut. Die übrigen Teile der brittfchen 8. Armee, der sogenannten Nilarmee, bestanden in der Hauptsache aus Südafrikanern und indischen Truppen unter dem Oberbefehl des Ge­nerals Ritchie.

General Rommel sah, daß durch bloßen Frontal­angriff das Fort Bir Hacheim nicht zu nehmen war, daß jedoch feine Offensive nicht vorwärts kom­men werde, solange diese starke Flügelstellung sich behaupten konnte. Er setzte daher mit starken Panzerkrästen zur Umfassung an, durchbrach nord­östlich von Bir Hacheim die brittfchen Stellungen, vernichtete Hier einen festungsartig ausgebauten Stützpunkt und'schloß sodann von allen Seiten den Ring um Bir Hacheim selbst. Von jedem Nachschub abgeschnitten, von unaufhörlichem Bombenhagel deutscher Luffgeschwader zermürbt, leistete die Be­satzung noch zehn Tage lang zähen Widerstand, bis das Fort am 11. Juni im Sturm genommen wurde. Für Panzertruppe und motorisierte Infanterie Rommels gab es jedoch nach diesem in erbitterten Kämvfe bei glühender Sonne erfochtenen glänzenden Erfolg keine Ruhepause. In unwiderstehlichem An­griffsschwung stießen die deutsch-italienischen Streit­kräfte durch das von tiefen Flußläufen durchzogene stark verwitterte Tafelgebirge, als welches sich hier die Wüste der Marmarica präsentiert, nach Nor­den vor, erzwangen in der Panzerschlacht bei El Adem an der Via Balbia den Durchbruch zur Küste, während britische Entlastungsangriffe auf der Linie Ain el GazalaEl Adem an der deutsch-italienischen Abwehr scheiterten, rissen mit dem Durchbruch zur Küste die britische Armee auseinander und drängten die westlich des Durchbruchskells abgespaltenen Briten bei Acroma, etwa 50 Kilometer westlich von Tobruk, in einem abgeriegelten Kessel ans Meer. Die übrigen britischen Truppen wurden weiter nach Osten zurückgeworfen. Am Donnerstagabend wurden bereits südlich von Tobruk stark befestigte Wüsten­forts gestürmt, und am Freitag konnte der Wehr-

Wie sehr diese notwendig war, zeigten dann die wochenlangen Belagerungen von Bardia, Tobruk und Derna, die von ihren italiienischen Garnisonen zäh verteidigt wurden. Die volle Ausnutzung der modernen Waffen und damit die Uebertragung europäischer Kriegsformen auf den glühenden Wüstenboden Nordafrikas gelang erst General Rommel und dem deutschen Afrikakorps. Erst Rom­mel entwickelte den Panzerwagen zum idealen Kampfmittel des Wüstenkrieges. Nicht als ob die Tücken des Klimas und des Geländes vor dem deutschen Panzerwagen Haltgemacht hätten. PK.- Berichte schildern immer wieder eindringlich, welch ständigen, erbitterten Kampf unsere Panzer­truppen und das gleiche gitt von den Flugzeug- besatzungen und dem Bodenpersonal der Luftwaffe gegen den Sand führen müssen, um den Motor gebrauchsfähig zu erhalten und damit ihren Waffen die Ueberlegenheit zu sichern, die sie in der Hand deutscher Soldaten auch in der Wüste, errungen haben. Die Leistungsfähigkeit des deutschen Sol­daten und der deutschen Waffen, die sich hier ebenso wie im Winterkrieg an der Ostfront unter den widrigsten Verhältnissen des Klimas, des Geländes und der Versorgung in hellstem Licht zeigten, er­möglichten General Rommel die weitausgreifenden Operationen, die im Frühjahr 1941 in beispiellosem Siegeszug zur Rückeroberung der Cyrenaika führ­ten und denen es in diesen Tagen erneut gelang, den Wüstenkrieg aus feiner Erstarrung zu lösen.

Was in den letzten Monaten auf dem libyschen Kriegsschauplatz geschehen war, .muß geradezu als Umkehrung alles dessen bezeichnet werden, was man bislang als besonders charakteristisch für den Wüstenkrieg angesehen hatte. Die Briten hatten in Erwartung einer neuen Offensive Rommels viel­leicht auch als Basis für eigene Angriffsoperattonen das ganze Gebiet westlich und füdlüch der Festung Tobruk zu einem tiefgegliederten Stellungssystem ausgebaut. Etwa 90 Kilometer westlich von Tobruk von der Küste bei Ain el Gazala nach Süden bis Bir Hacheim in einem Raum von ebenfalls etwa 90 km zog sich diese mit Bunkern, Panzergräben, eingebauten Batterien stark befestigte Stellung, die durch tiefe Minenfelder im Vorgelände gegen Überraschungsangriffe besonders gesichert wor­den war. Die Briten waren also auf alles gefaßt, als General Rommel am 26. Mai zum Angriff an­trat. Er führte zwar in der Mitte der Front zu schnellen Erfolgen, aber an den Flügeln entwickel­ten sich harte Kämpfe. Namentlich war es der süd­liche Eckpfeiler der britischen Stellung, das Fort B i r H a ch e i m, an dem sich der deutsch-italienische Angriff brechen zu sollen schien. Bir Hacheim, ur­sprünglich eine Wasserstelle am Karawanenweg, der von der Via Balbia nach Süden führt, war von den Briten durch umfangreiche Stellungen und Verminungen des VorfeDes zu einem starken Wüsten fort ausgebaut worden, um sich gegen einen

Kriegführung sich feindlich zu zeigen. Jede Ent­faltung in der unendlichen Weite des Raumes fand ihre natürliche Grenze in den klimatischen Verhält­nissen, die besondere Anforderungen an die gesund­heitliche Betreuung der Truppe stellten, und in den Schwierigkeiten der Drganifation des Nachschubs, die auch der Motor nicht ohne weiteres zu über­winden vermochte, zumal wenn Wassermangel oder die berüchtigten Standstürme die Wüste zur Hölle machten. So hielten sich die Truppen des Generals Wavell, als sie Anfang Dezember 1940 ihre Offen­sive gegen die über die westägyptische Grenze etwa bis Sidi Barani nach Osten oorgdbrungenen ita­lienischen Streitkräfte des Marschalls Graziani be­gannen, im wesentlichen in dem schmalen Küsten- ftreifen,z wo ihnen für chren Nachschub als Ver­längerung der Eisenbahn AlexandriaMarsa Mattuch die einzige Autobahn zur Verfügung stand und sie für ihre Landoperationen die Unterstützung durch das brittsche Mittelmeergeschwader hatten.

Als der Privatsekretär Roosevells um Mitter­nacht der Presse Churchills Ankunft-ankündigte und hinzusetzte, es handele sich wirklich um schwere Ge­schäfte, also habe Churchill für das übliche ameri­kanische Tamtam keine Zeit, ist wohl ein bitteres Lächeln über die Gesichter der Journalisten gegan­gen, denn der Sekretär setzte hinzu: Churchill käme, um denSieg" ^u organisieren! Die U-Bootkrieg- führung der Achsenmächte, die Siege der Japaner in Dftaften, der Angriff auf die Aleuten, die Nöte Tschiangkaischeks, die Hilferufe, die der australische Ministerpräsident Curtin gerade jetzt wieder sandte dazu kommen die furchtbaren Schläge der Achsen- Mächte gegen die Geleitzüge im Mittelmeer und der Sieg der Achse übet die einst mit so viel Vor- schußlorbeeren bedachte Elitearmee des Generals Rttchie, die jetzt in zwei Telle zersprengt worden ist. Eine Fülle von Niederlagen. Churchill flüchtet sich also zu Roosevelt, um jeder Verantwortung aus dem Wege zu gehen. Die Methoden des Ablenkungs­manövers werden bereits in alle Welt gefuntt. Die Beratungen der beiden Spießgesellen sollen nämlich umfassen: die Errichtung einer zweiten Front, die Schiffstonnage, die Strategie im Nahen und Fernen Osten und schließlich die amerikanischen Lieferungen nach Großbritannien, nach der Sowjetunion und Tschungking. Die Errichtung einer zweiten Front ist von Stalin dringend gefordert worden, während die Briten gerade in den letzten Wochen nicht gerne von diesen ihren früheren Prahlereien hören woll­ten. Alle Kommentare amerikanischer und englischer Zeitungen weisen darauf hin, daß die Verluste an Tonnage wohl die schmerzlichste Wunde sind, durch die alle Ansttengungen der USA. und Englands, Waffen usw. herzustellen, illusorisch werden. Der Militärkritiker derNew York Times" schätzt die Gesamtverluste der USA. und Englands für das erste Halbjahr 1942 auf 4,5 Millionen BRT. und mecht, für das zweite Halbjahr dürfe keine kleinere Verlustziffer angenommen werden. Demgegenüber versage Roosevelts Schiffsbauprogramm, das nur auf dem Papier stehe. Neun Millionen BRT., das ist eine Tonnage, die die gesamte Handelsflotte der USA. bei Kriegsausbruch übertrifft! Daher ist die amerikanische Presse voll von Klagen über die

El BeddT^^JsidiReregh

Bir

A /x täWidiOmar

^Mittelländisches Meer

ßomba=" =

-Jobruk^^

So taten die Bruder. Es verging aber wenig

'c ' 1 ö" luciiiuiw luime meine amuio oewei en.

H u J9^fangen genommen, gebet ihn frei. Nun aber sehe ich wohl, daß alles seinen gerechten bfj' ;,vnI> i.chwill nicht, daß Gang gehen muß, ich kann mich nicht^ länger 1 M soll. Ich mar mit sträuben und will in aller Ehrlichkeit bekennen, daß dem Schmied verfeindet und habe ihm nachgestellt, freilich ich eg war, der den Schmied aus Eifersucht und gestern abend traf ich ihn, ging ihm nach und getötet hat." 1

getötet hat.

pflanze, den:

dorren würde, der sollte als der Mörder gerichtet werden.

habe ihm mit meinem Messer ins Herz gestochen." Verwundert hörte der Richter diese Beichte an unb ließ den Bruder fesseln und sicher bewahren, bis Klarheit in den Handel käme. So lagen die Brüder beide im selben Hause in Ketten, doch wußte der jüngste nichts davon, was fein Bruder für ihn getan hatte, und bestand eifrig auf der Be­teuerung seiner.Unschuld.

Zwei Tage gingen dahin, ohne daß der Richter und die Scl)arwächter Neues hätten entdecken können, und schon war der Richter geneigt, dem angeblichen Mörder, der sich selber anklagte, Glauben zu schen- en. Da kehrte der ätteste Bruder von seinen Ge­schäften zurück, erfuhr von den Nachbarn, wie es um fernen jüngsten Bruder stehe, und wie der zweite sich für ihn dem Richter gestellt habe. Da ging er noch m der Nack-t bin, ließ den Richter wecken und kniete vor ihm nieder mit den Worten: Edler Herr Richter, Ihr habet zwei Unschuldige in Ketten liegen, die um meiner Schuld willen leiden. Den Schmied hat weder mein jüngster Bruder um« gebracht noch der andere, der sich aus Mitleid an­gegeben hat, sondern ich selber habe den Mord begangen. Ich bitte Euch, lasset sie laufen und neh­met mich, der ich bereit bin, mein Verbrechen mit meinem Leben zu büßen."

Nun war der Richter noch mehr erstaunt und wußte keinen Rat, als daß er auch den dritten Bruder gefangenfetzte.

Am frühen Dtorgon ober, als der Wärter dem

Der Kurfürst hörte mit der größten Verwilde­rung zu und sagte am Ende:Das ist eine sonder- bare und seltene Sache! Ich glaube in meinem Her- Zen, daß keiner von den Dreien den Totschlag be­gangen hat. Doch da es sich um Verbrechen an Leib und Leben handelt, will ich Gott selbst zum Richter über diese drei getreuen Brüder anrufen und sie unter fein Urteil stellen."

So wurde es denn gehatten. Es war in der Frühlingszeit, und an einem Hellen, warmen Tage wurden bie drei Brüder hinaus auf einen grünen Psatz geführt, und es wurde einem jeden ein junger, kräftiger Lindenbaum gegeben, den mußte er Pfannen. Sie mußten ihre Linden aber nicht mit öen Wurzeln, sondern mit den grüßen Kronen in Die Erde tun, so daß die Wurzeln gen Himmel stan- den, und wessen Bäumlein zuerst e-ingehen oder ab-

Da riß der Richter die Augen weit auf und glaubte zu träumen, und es begann ihm vor dieser cltfamen Angelegenheit im Herzen zu grausen. Er ließ den Gefangenen von neuem einschließen, saß lange im Nachdenken versunken, denn er sah wohl, daß nur einer der Mörder sein konnte, und daß die anderen nur aus Edelmut und seltener Bruderliebe sich selbst dem Henker dargeboten hatten.

Sein Nachdenken kam zu keinem Ende, darum ließ er am anderen Tage die Gefangenen in guter Obhut und begab sich zu dem Kurfürsten, dem er diesen merkwürdigen Handel in aller Deutlichkeit erzählte.

Toten gekannt hatten, wurde auch erzählt, der Jüngling habe sich eines Mädchens wegen rm Streit von oem Schmied getrennt

Der Richter zweifelte nicht, daß er der Mörder fei, und dachte, bald Beweisgründe zu finden, um ihn abzuurteilen und dem Henker zu übergeben. Mittlerweile hatte der eine feiner Brüder der älteste war feit gestern in Geschäften über Feld 3U Hause vergebens auf den jüngsten gewartet. Als er zu hören bekam, sein Bruder liege gefangen und fei des Totschlags angeklagt, den er hartnäckig leugne, ging er sofort zum Richter.

Herr Richter , sagte er,Ihr habt einen Un-

Nie Stunde.

3n einer kleinen Stadt war einmal ein Bürger­meister, der rackerte sich tagsüber redlich ab in [einem Amte, mußte aber trotzdem jeden zweiten Abend in Gesellschaft gehen, weil feine Frau doch auch etwas vom Leben haben wollte. Er fügte sich um des Friedens willen. Aber wenn es elf Uhr mar, stand er allemal auf und sagte: ,Komm, Frau, wir wollen nach Hause gehen. Jetzt ist meine B u r g ea stunde."

Eines Abends nun erhob sich ein mächtiges Ge­rede darüber, daß die Stadt zur besseren Förderung der Schafzucht einen Schäfer anstellen müsse. Und daran schloß sich eine langwierige Erörterung, ob ver anzustellende Schäfer auch Bürger werden müsse. Denn die Dürgereigenschast mußte damals noch besonders erworben werden.

Der' Frau Bürgermeisterin war das alles über­aus gleichgültig, sie langwettte sich gründlich über bem Geiprach und schlief innerlich ein, wenn sie auch nach außen hin die Augen mühsam offenhielt. Darüber entging ihr der Inhalt des Geredes gänz- uch, und sie faßte nur ein Gemengsel von Worten, die ihr träge und schläfrig im Kopfe durcheinander liefen. Als es nun aber elf Uhr schlug und das Geschwätz immer noch kein Ende nehmen wollte, stand sie plötzlich auf und sagte:Komm, Mann, wir wollen nach Hause geben. Jetzt ist meine Schäfer stunde."

Von da ab traute sich im Kreise der Bekannten keiner mehr um elf Uhr aufzubrechen, well sich dann allemal ein Gemurmel unb Gekicher erhov und sicherlich ein freches Maul fragte:Bürger oder Schäfer?"

Obwohl der Schäfer inzwischen langst Bürget geworden war, OttpAnthes*

jüngsten Bruder sein Gefangenenbrot durch die Tür hinreichte, sagte er zu ihm:Jetzt möchte ich aber doch wissen, wer von euch dreien eigentlich der Un­hold ist." Soviel er bat und fragte, der Wörter wollte ihm nichts weiter erzählen, aber er schloß aus seinen Worten, daß feine Brüder gekommen feien, um ihr Leben statt des seinen herzugeben. Da weinte er und schrie laut und begehrte, zum Richter gebracht zu werden, und als er in Ketten vor dem Richter stand, weinte er von neuem und sagte: , O Herr, verzeihet, daß ich Euch so lange hingehalten Hobe! Aber ich dachte, niemand habe meine Tat gesehen und niemand könne meine Schuld beweisen.

Zett, da begannen die Bäume alle drei auszu­schlagen und neue Kronen anzusetzen, zum Zeichen, daß alle drei Brüder unschuldig seien, und die Linden wuchsen fort und wurden groß und standen manche hundert Jahre auf dem Aüedhof des Hei­ligengeistspitals zu Berlin.

6to Zcher km T KM senkte nmi 1 ßfflBlti Ni F

6ch Ma Höften

10 M jsahkie j9.8n

Sui « W iinN

kn IP

s

Ser W pennr M iotien, W tinntei die Le Haupts! chht. gebrod hinaa drnA Lustmc Mug Wen tön

$11

Ml 'foßti Aus (

LE politif' Haupt iiseift

iftri*1 tyil* rang? w ipredju D.