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England bittet um Hilfe für Nordafrika.

Buenos Aires, 20. Juni. (Europapreß.) Die überraschende Churchillreise nach den Vereinigten Staaten steht hier im Vordergrund des Interesses. Auf Grund der aus England vorliegenden Mel­dungen über die Schwierigkeiten der militärischen Lage und des Tonnageproblems verstärkt sich in politischen Kreisen der Eindruck, daß eines der Hauptthemen bei den Besprechungen in Washington zweifellos ein Hilfegesuch Englands sein wird. Im Gegensatz zu den Meldungen aus den Vereinigten Staaten, daß in erster Linie über die Errichtung der Zweiten Front verhandelt wer­den soll, glaubt man hier, daß die englische Forde­rung nach materieller und militärischer amerikanischer Hilfe für Aegypten im Vordergrund der Be­sprechungen zwischen Roosevelt und Churchill stehen wird.

japanischer Vorstoß in Honan

Tschungking gibt Zusammenbruch p der alliierten Pläne in China zu.

Schanghai, 19. Juni. (Europapreß.) In einem überraschenden Vorstoß ist es den japanischen Streit­kräften im Norden der Provinz Honan, südlich des Hoangho, gelungen, die Stadt Hohkientschen, 10 Kilometer südwestlich von Lingsien, zu nehmen. Hohkientschen war der Sitz des Hauptquartiers der 42. Armeegruppe der Tschungking-Streitkräfte.

In Südchina haben japanische Truppen ßupao, 40 Kilometer nördlich von Kanton, rasch niedere Sen. Sie erreichten am Freitagnachmittag das

rr des Lupao-Flufses und besetzten fünf Stun­den später die Stadt. Andere japanische Truppen begannen eine Offensive gegen den eingegrabenen Feind in der Gegend von Shechiao- am linken Ufer des Nordflusses.

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Der militärische Sprecher auf der Tschungkinger Pressekonferenz erklärte, daß die japanischen Trup­pen mit der Besetzung von Südwest-Tschekiang und Ost-Kiangfi einen militärischen Gürtel geschaffen hätten, der verhindere, daß von hier amerikanische Flugzeuge zum Angriff auf Japan angesetzt werden könnten. Die Wirksamkeit des Gürtels werde durch die Beherrschung der TschekiangKiangsi°Bahn, die hauptsächlichste Ostwest-Verkehrsverbindung, weiter erhöht. Die alliierten Pläne seien somit zusammen­gebrochen. Luftangriffe auf Japan von Südost­china aus zu unternehmen, käme erst dann wieder in den Bereich der Möglichkeit, wenn eine alliierte Luftmacht in China konzentriert werde, die stark genug sei, um die Japaner aus den besetzten chine­sischen Gebieten zu vertreiben.

Sin Viertel der Welthandelstonnage vernichtet.

Stockholm, 19. Juni. (Europapreß.) Der Jahresbericht derLondon Chamber of Shipping" kann nicht umhin, zuzugeben, daß die vom Sep­tember 1939 bis zum Dezember 1941 ver­senkte oder verlorengegangene Welthandelstonnage rund 15 Millionen betrage. Das sei ein Viertel der aesamten Welthandelstonnage. Interessant ist auch die Feststellung, daß die Schließung des

Mittelmeers die Kapazität der britischen Handelsmarine um 30 v. H. verringerte.

Oie Schwerter zum Eichenlaub für Oberleutnant Marseille.

Berlin, 19. 3unL (D71B.) Der Führer hal dem Oberleutnant Marseille, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, die Schwerter zum Eichenlaub des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes verliehen, und ihm folgendes Schreiben übermittelt:3m Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 101. Luftsieges als 12. Offi­zier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

(gez.) Adolf Hitler."

Oblt. Marseille hat sich in kurzer Zeit an die Spitze der erfolgreichsten deutschen JaKflieger ge­setzt. Der in Berlin geborene 22jährige Offizier er­rang seine Erfolge ausschließlich im Kampf mit britischen Gegnern. Nach seinem Einsatz gegen Ena- land, bei dem er über dem Kanal in den ersten acht Wochen sieben Spitfires abschoß, begann sein Auf­stieg an der nordasrikanischen Front. Im September v. H. brachte er während eines An- ariffs auf Tobruk innerhalb drei Minuten vier Curtiß zum Absturz. Am 7. 6. wurde ihm nach seinem 75. Luftsieg das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Am 10.6. schoß er beim Kampf um Bir Hacheim vier Curtiß aus einem starken Jagdver­band heraus, am 13.6. hat er seinen 84. bis 87. Luftsieg errungen. Zwei Taae später schoß er seinen 88. bis 91. Gegner ab. Am Abend des 17.6. waren weitere zehn britische Jagdflugzeuge seine Beute ge­worden.

Meine politische Nachrichten.

Freitag vormittag versuchte ein Verband bri­tischer Jäger vom Muster Spitfire in das hollän­dische Küstengebiet einzufliegen. Deutsche Focke- Wulf-Jagdflugzeuge schossen trotz ungünstiger Sicht vier britische Jäger aus dem feindlichen Verband heraus, der danach in westlicher Richtung abdrehte.

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Der britische Kreuzer, den das Unterseeboot des Kapitänleutnants Reschke im ösllichen Mittelmeer versenkte, war ein Kreuzer derGlasgom"- Klasse, die 1936 und 1937 vom Stapel lief. Er hat eine Wasserverdrängung von 9100 Tonnen.

Der spanische Außenminister Serrano Sun er hat sich von Livorno, wo er Gast des Grafen Ciano war, nach Rom begeben. Er wird sich hier einige Tage privat aufhalten.

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Der Herzog von Windsor, der wegen der blu­tigen Unruhen in Nassau, der Haupstadt der Ba- hama-Jnseln, deren Gouverneur er ist, zu Beginn des Monats seinen Besuch in den USA. abbrechen mußte, ist wieder in Neuyork eingetroffen.

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Unter dem TitelEnglische Gewaltpolitik im Lichte der Protokolle des Storting" erscheint im Juniheft der ZeitschriftAuswärtige Politik" eine amtliche Veröffentlichung des Auswärtigen Amtes, die an Hand der in Oslo gefundenen Protokolle des norwegischen Storting in eindringlicher Weise die Sorgen und Nöte widerspiegelt, in die auch

Norwegen durch die englische Gewaltpolitik ge­raten ist.

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Der italienische Minister für Landwirtschaft und Forsten und Staatssekretär Bade hatten in Vene­dig Besprechungen über alle Fragen einer Zusam­menarbeit zwischen Deutschland und Italien zur Sicherung der Kriegsernährung. An den Bespre­chungen nahmen leitende Beamte des Reichsernäh­rungsministeriums und der Vorsitzende der Haupt- vereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft teil.

Der Führer hat dem außerordenllichen Professor em. Geh. Hofrat Dr. phil. Alexander Cartel- lieri in Jena aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Geschichtswissenschaft die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

In Bad Ems fand eine Tagung der Reichsbahn- direktionspräsrdenten Großdeutschlands statt zur Besprechung von durch den Krieg bedingten Ver­kehrsfragen.

Kunst und Wissenschaft.

Dr. Aljechiu Sieger im Salzburger Schachturnier.

Der letzte Turniertag brachte den Höhepunkt des Salzburger Sechs-Meister-Schachwettkampfes: das entscheidende Zusammentreffen von K e r e s und Aljechin. Keres spielte gleich zu Anfang sehr scharf. Aljechin wählte nicht immer die beste Fort­setzung, und der estnische Meister hätte zweimal das Spiel ausgleichen können. Nachdem der Weltmeister alle Angriffe des Gegners abgewehrt hatte, behielt er zwei Bauern mehr bei klarer Stellung. Er g e» wanndie Partie und damit das Turnier. Da­neben kämpften die beiden deutschen Meister um die Plätze. Klaus Junge verlor zwar gegen B o aoljubow einen Bauern, behandelte aber das Lurmendspiel sehr gut und erlangte die Oberhand. Nach 71 Zügen mußte Bogoljubow vor seinem jungen Gegner die Waffen strecken. Auch Schmidt hatte eine schwierige Partie geaen Stoltz zu spielen. Der deutsche Meister wehrte die Angriffe seines Gegners ruhig ab, gewann die Qualität und zwang den Schweden nach 51 Zügen zur Aufgabe. Die deutschen Meister haben die Hälfte der mög­lichen Punkte gewonnen und teilen den 3. und 4. Platz. Schlußstand des Turniers: Aljechin 7Vi Punkte, Keres 6 Punkte, Junge und Schmidt je 5 Punkte, Bogoljubow 3Vz Punkte, Stoltz 3 Punkte.

Wilhelm Busch als Waler.

DieKameradschaft der Künstler und Kunst­freunde am Oberrbein" eröffnete im Straßburger alten Schloß eine Buschausstellung, die zum ersten­mal in Deutschland eine größere Anzahl erst kürz­lich aus dem Ausland zurückerworbener Oel- aemälde des Meisters zeigt, Landschaften, die seine Kenntnis von Volk und Land unterstreichen. Die Ausstellung zeigt die in den Sprachen Mer Länder herausgeaebenen Buschwerke und im Ori­ginal die vollständigen Manuskripte vonMax und Moritz", derFrornen Helene" und anderer Werke, die Wilhelm Buschs Namen in alle Welt trugen.

Ein neues Streichquartett von Pflhner.

Als wesentlichen Beitrag zu den Berliner Kunst­wochen brachte das Strub-Quartett die Ur­aufführung des viersätzigen Streichquartetts c-moll (op. 50) von Hans Pfitzner. Neben dem frühen in

D-dur und dem später zur Sinfonie erweiterten in cis-moll ist es das dritte Werk dieser Gattung. Wie bei den letzten Orchesterwerken offenbart sich auch hier die reife Meisterschaft in der Sparsamkett der Mittel und in der geistigen Konzentratton der Ge­danken, deren thematische Plastik und melodische Formulierung genau so aus innerer Notwendigkeit gewonnen sind, wie die Durchführung in ihrer oft kühnen Harmonik. Die edle Haltung dieser jüngsten Schöpfung Psitzners, ihr tiefer Ernst und die Rein­heit der Empfindung, aus der sie erwachsen ist, weisen dem Werk einen besonderen Platz in der neuzeitlichen Kammermusik zu. Max Strub, dem das Quartett gewidmet ist, spielte es mit seinem Ensemble und errang einen so starken Erfolg, daß. der zweite Satz wiederholt werden mußte.

Lothar Band.

Eine Rostocker Wusikwoche.

In Rostock sindet eine Mustkwoche statt, die im Fürstensaale des Rathauses mit einem Schubert- Abend eröffnet wurde. Die Veranstaltung zeugte mit ihrem sehr guten Besuch von dem unvermin­derten Kunftwillen der in ihrem Theaterleben schwer betroffenen Stadt. Geplant sind auch Freilichtauf­führungen von Opern durch die Mitglieder des Stadttheaters.

Bühnenmusik zuUfa von Naumburg".

Bei der Erstaufführung von Felix Dühnens SchauspielUta von Naumburg" im Straß­burger Theater erklang zum erstenmal eine von dem elsässischen Komponisten Fritz Adam geschriebene Bühnenmusik, die die Wirkung des Werkes nach­haltig unterstützte.

Aus aller Welt.

Der Dahlemer Wörder zum Tode verurteilt.

Das Berliner Sondergericht DerurteHte den 32jährigen Walter Lüdtke aus Zehlendorf zum Tode. Bei Lüdtke handelt es sich um ein völlig asoziales Subjekt, das schon mit 16 Jahren mit dem Gesetz in Konflikt geriet. 1933 wurde er zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Verbüßung dieser Strafe sand er unter Verschweigen seiner Vorstrafen eine Tätigkeit als Bauarbeiter und kam Anfang 1942 auch in das Dahlemer Haus, die Stätte seiner späte­ren Untat. Dort hatte er auch die 21jährige Tochter des Besitzers flüchtig kennengelernt und beschlossen, sich an dem jungen Mädchen zu vergehen. Deshalb wollte er die 56jährige Mutter des jungen Mädchens und die 77jährige Schwiegermutter des Dillen­besitzers aus dem Wege räumen.

Höchster Andengipfel bezwungen.

Der höchste Gipfel der Anden in Argentinien, der Aconcagua (7130 Meter ü. M ), ist zum erstenmal durch den argentinischen Oblt. H u r t a mit zwei Unteroffizieren und einem Soldaten nach terungsverhältnisse bezwungen worden. Dio vier Alpinisten waren vor zehn Tagen aufgebrochen. Auf dem Gipfel haben die kühnen Bergsteiger die argenttnische Flagge gehißt. Oberleutnant Hurta hat einige von dem Bergsteiger Georg Link am Fuß der höchsten Erhebung zurückgelassene An­denken mitgebracht.

Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauvtschristleiterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für daS Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brühlfche UniverMtsdruckeret R. Lange K. G« Verlagsletter: Dr.-Zng. Erich Hamann: Anzetgenletter: Hans Beck.

Anzeigenpretsliste Nr. 6.

wieder in Dienst l

Ja (vohl In jedem Haushalt Ist es so, daß heute so manchesaltgediente" Wäschestück, das in normalen Zelten schon längst aussortiert worden wäre, noch immer im Gebrauch ist oder wieder genommen wird. Und siehe da auch die Wäsche-Veteranen tun noch wacker Dienst, wenn man nur Rücksicht nimmt auf ihre schwachen Seiten".

Schon beim Tragen dieser Wäsche heißt es vor- gichtig sein. Wie oft muß es die Wäsche büßen,

wenn manzu spät aufgestanden" ist und nun rasch, rasch die versäumteZeit einholen will. Ritsch ist der Riß dal Vorsichtige Hausfrauen, die ja über den Zustand ihrer Wäsche Bescheid wissen, ermahnen ihre Angehörigen, bei die­

sem oder jenem Wäschestück besonders acht zu geben.

Ganz besonders muß man natürlich beim Waschen dieser Wäsche-Veteranen daran denken, daß solche Wäschestücke schon zigmal ge-

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Waschwassers. Das Einweichen mit einem guten Einweichmittel

waschen wurden und durch Jahre hindurch Ihre Aufgabe erfüllten. Jede unsanfte Behand­lung muß man dann vermeiden. Gewiß; ohne Reiben geht es nicht In allen Fällen. Aber man muß es mit Verstand machen. Und die Wurzel­bürste soll ganz wegbleiben. Eine wichtige Vor­aussetzung für scho­nendes und zugleich seifesparendes Waschen ist das richtige Ein­weichen und sorg­fältiges Enthärten des

löst viel Schmutz ohne Waschpulver und lockert die zurückbleibenden Schmutzreste so weit, daß sie am nächsten Tag schonend ent­fernt werden können. Das Enthärten des Wassers aber verhindert Jede Kalkseifenbildung und damit jeden Waschmittelverlust.

Übrigens, wir reden hier von Wäsche-Veteranen und ihrem Anrecht auf schonende Behandlung! Glauben Sie, bitte, nicht, daß das, was wir gesagt haben, nicht auch für alle anderen Wäschestücke gilt.Neu" heißt noch nichtaus Eisen", und es sollte unser' Ehrgeiz sein, die neuen Sachen möglichst lange neu zu erhal­ten. Denken wir also stets an die Forderung unserer Zeit:

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