kämpft worden. Erschwert wurde der Kampf durch die Teilnahme der irregeleiteten und verhetzten Bevölkerungsteile. Soweit das überhaupt möglich war, hat jeder Heckenschütze seinen unüberlegten Angriff auf deutsche Soldaten mit dem Leben bezahlen müssen. Das ist nun alles vorbei. Unweit der Gräber deutscher Fallschirmsoldaten liegen auch die der kretischen Gefallenen. Heute, beim ersten Jahrestag der Kämpfe auf Kreta, zeugen nur noch die zerschossenen Häuser von dem Hexenkessel, den die Insel damals bildete. Heute regiert in den Straßen der Städte Kretas, in denen wie überall in Europa
deutsche Soldatenlieder erschallen, der Nachschub und der Neuaufbau. Dem Kampf und dem Sieg ist die Arbeit aus dem Fuße gefolgt. Doch wenn heute auf allen Dienststellen und öffentlichen Gebären der Insel die Reichskriegsflagge im Winde flattert, dann ist sie die ewig lebende Mahnung daran, daß das Ausrichten ihres Mastes über Kreta nicht ohne Opfer möglich war. Dieser Zoll an bestem deutschen Blut ist auch hier, wie an allen anderen Fronten, der stärkste und dauerhafteste Eckpfeiler für den Bestand des neuerf Europa.
Oie Panzerschlacht ostwärts Charkow.
Von Kriegsberichter Hans Joachim Biebrach.
PK. Die Bolschewisten haben beträchtliche Truppenmassen konzentriert, ihre Divisionen, die vom Winterfeldzug arg Mitgenommen sind, aufgefüllt und — was das Neue ist: Panzerverbände zum operativen Durchbruch versammelt. Endlich wollen sie Charkow nehmen.
Gegen 3 Uhr morgens flackert das Artilleriefeuer wieder auf, streut das Gelände ab, bleibt eine Weile am „Essen-Wäldchen", geht hinüber zum „Umschlagbusch", hängt an diesem Stützpunkt, springt zu jenem über. Das Feuer schwillt immer mehr an. Die Soldaten liegen in ihren Löchern und stellen am Einschlag die Kaliber fest. Schwere Artillerie bis zu 21er Kaliber ist dabei. Nun greift auch die sowjetische Luftwaffe ein. Die Erde ist ein tanzender Orkan geworden. Die Soldaten pressen sich an die Wände ihrer engen Löcher. Das Rollen wird stärker. Sie zählen ein, zwei, drei, ... sechs, acht, ... zehn, fünfzehn, achtzehn — — in derartiger Stärke sind Panzer nie aufgetreten hier. Sie rollen heran, kommen näher. Vier werden von den Panzerjägern abgeschossen im schmalen Abschnitt eines Bataillons, zwei werden mit Brandflaschen außer Gefecht gesetzt. Was aber sind sechs Panzer, wenn zwölf weitere rollen? Sie überrennen die Infanterie und stoßen weiter. Die Infanteristen warten, bis die bolschewistiscke Infanterie kommt. Gegen den Morgenhimmel heben sich die braunen Rudel ab, und nun beginnt der Kampf gegen die bolschewistische Infanterie. Stundenlang währt das Gefecht. Das Bataillon hat kaum noch schwere Waffen. Diese sind von den Panzern außer Gefecht gesetzt worden. Bis zu einem kleinen Waldstück muß sich das Bataillon zurückziehen, es kann die Stellung hier nicht halten. Ins Wäldchen haben sich auch Teile der Nachbar- ainheiten zurückgezogen. Vom Bataillon ist nur noch ein Offizier da, und Oberfeldwebel Streich, der Ritterkreuzträger. Im Wäldchen richten sie sich zur Verteidigung ein.
Währenddessen rollen die bolschewistischen Angriffe pausenlos weiter. Es ist keine geschlossene deutsche Linie mehr da. Nur Stützpunkte halten sich, und die können vom Feinde nicht genommen werden, wenn er auch Panzepwelle auf Panzerwelle, Geschwader auf Geschwader seiner Luftwaffe einsetzt.
Am Morgen schon, als der bolschewistische Großangriff bekannt geworden ist, haben sich deutsche Ponzer zum Gegenstoß bereitgestellt. Welliges Gelände bietet an den frontwärts gelegenen Abhängen Schutz gegen Sicht. Von fern erscheinen die in Treffen gegliederten Abteilungen wie zufällig hingeworfene graue Wollflocken. Dann aber, gegen Mittag, geht es wie ein Ruck durch die stählernen Schoren. Hügelauf und hügelab ziehen sie wie Tiere auf der Wanderung. Auch als bolschewistische Geschwader die 'Panzerbereitstellung angreifen, mit Bordwaffen und Bomben den Marsch aufhalten wollten, ziehen sie weiter. Auch als die feindliche Artillerie einen Feuervorhang zieht, der den Panzermarsch aufhalten soll, nimmt der Panzerstoß seinen Wog, bis er auf der Höhe ist, von wo man die feindlichen Panzer sehen kann, die durch die deutsche Linie stießen. Da drehen sich die Türme, und der Komps Panzer gegen Panzer beginnt. Zwei 2v-Tonner, die sich an der Flanke zagten, werden zum Abdrehen gezwungen, sechs feindliche Panzer abgeschossen, die übrigen verschwinden; ähnlich wie hier geht es jn den Gefechtsstreifon der benachbarten Panzerabteilungen. Beim Beginn der bolschewistischen Frühjahrsoffensive sind in diesem kleinen Raum bereits 37 von der Infanterie und Panzerkampfwagen vernichtete sowjetische Panzer gemeldet.
Der erste Durchbruchsversuch gegen Charkow ist gestoppt für Stunden. Aber wären es deutsche Panzer, die sich zufriedengeben würden, den Anorlsf gestoppt zu haben? Wären es deutsche Infanteristen,
die nicht unter allen Umständen versuchen würden, den verlorenen Stützpunkt wiederzugewinnen?
Es ist Nachrnittaa geworden. Dom Süden her meldet eine andere Einheit die Einnahme eines im Gegenstoß wiedergewonnenen Stützpunktes. Die Infanterie gruppiert sich neu. Am Essenwäldchen vorbei stößt sie gegen den verlorenen Stützpunkt vor. Zwischen dem Stutzpunkt und dem freien Gelände, das der Feind einsehen kann, zieht sich die langgestreckte Höhe, der „Windmühlen-Hügel", und während die Panzer frontal auf den Stützpunkt zu- rollen, eingedeckt von der feindlichen Artillerie, bolschewistischer Infanterie, Maschinengewehrnester, Granatwerfer' um Granatwerfer außer Gefecht setzend, hier vorstoßend, da zurückgehend, ein Rudel bildend, sich verbreiternd, sich verengend, stellen sich die Infanteristen im Schutze des Windmühlenhügels zum Angriff bereit. Dann folgt der Stoß. Ueber den Windmühlenhügel geht es in kurzem Satz hinüber, hinein in die Ortschaft. Im Kamps Mann gegen Mann werden die Bolschewisten geworfen, Schützen sind dabei und Infanteristen, und die Panzer gehen voran.
An dem sumpfigen Grund des Baches, der den Flecken durchzieht, gab es einen kleinen Halt. Ein Panzer sank ein. Wozu aber sind die Panzerpioniere da? Im Ru ist die Brücke geschlagen. Der Angriff kann weiter rollen. Vergeblich versucht die feindliche Artillerie den wiedergewonnenen Stützpunkt auszuschießen. Die Infanterie hat sich hier eingenistet, hat die Löcher besetzt. Nach rückwärts ziehen die Gefangenen, ziehen ihre Straße, verschmutzt, müde, uninteressiert. Nach vorne aber rollt der Angriff unserer Panzer, marschiert die Infanterie.
Oie wahre Stimmung in dey USA.
Lissabon, 19. Mai. (Europapreß.) Einen ungewöhnlich sachlichen Bericht über die Einstellung des USA.-Volkes zum Krieg seines Präsidenten veröffentlicht der Londoner „Daily Sketch" aus Neuyork. Darin heißt es" „Der Durchschnitts-Nordamerikaner glaubte nicht daran, daß die USA. in den Krieg verwickelt würden. Die Kosten, die er für diese Fehlspekulation zahlen muß, werden sich als die h ö ch st e n in der Menschheitsgeschichte erweisen." Seit 7. Dezember hätten sich die Amerikaner mit einer Mischung von Niedergeschlagenheit und Ergebung in die Entbehrungen des Krieges gefügt, heißt es weiter in dem Bericht. Es habe keine der Kundgebungen stattgefunden, die sonst in den USA. üblich seien, keine Truppenparaden, keine marschierenden Regimenter mit einem Mädchen an der Spitze als Tambourmajor, wie das früher die Besonderheit der USA. war.
Die Stimmung soll jetzt mit Schlagworten aufgemöbelt werden. Es gibt Millionen Amateurstrategen in den USA., welche alles wissen und bereit sind, Churchill, Marshall und MacArthur Über die raschesten Möglichkeiten, den Krieg zu gewinnen, zu unterrichten. Sie sind derart eifrig, darzulegen, was der alliierte Generalstab tun soll und was nicht, daß eine Reihe von Gasthäusern bereits dazu Übergegangen sind, Papiertischtücher mit aufgedruckten Landkarten aufzulegen, um die Tischwäsche zu schonen. MacArthur ist der überall gefeierte Kriegsheld der USA.: in Los Angeles hat man einen Cocktail nach ihm benannt, in Neuyork einen Lippenstift, in New Orleans ein belegtes . Brot. In mindestens ‘20 Städten tragen Straßen feinen Namen und vier von fünf Babys, die in den USA. zur Welt kommen, werden MacArthur getauft. Aber in den breiten Schichten der USA.-Bevölkerung erwartet man von diesem Krieg weder Ruhm noch
Aus der Lebeusgefchichte unseres Eßbestecks.
Von N. Linnekogel.
Don allen Dienern war der Löffel der treueste. Durch feinen Tod rettete er mir das Leben. Und wenn man mich fragen würde, welchen Teil unseres Eßbestecks ich für den unentbehrlichsten halte, ich würde ohne Zögern antworten: den Löffel. Er entglitt meinen Händen und schlitterte wie ein Schi die Böschung auf die Straße hinunter. Um ihn davor zu bewahren, sein Leben unter den Rädern eines Lastwagens einzubüßen, sauste ich ihm nach. Im selben Augenblick verirrte sich ein- russisches Geschoß in unsere Nähe, und der Baumstamm, den ich mir als Rückenlehne während des Essens aus- ersehen hatte, war von Splittern besät. Aber auch der Löffel war hin, da mein Rettungsversuch mißglückte. Mich brachte das in Verlegenheit, denn was fängt der Soldat mit dem Löffel nicht alles an. Es gibt neben dem Eintopf der Feldküche Nichts, was man damit nicht essen könnte. Kartoffeln lassen sich damit wunderbar schälen, durch Anschärfen des breiten Endes konnte ich den Stil sogar zum Brotschneiden verwenden. Groß muß der Löffel sein, um so schneller geht das Essen, und das kann im Einsatz manchmal nicht schnell genug gehen. Mit einem dreiteiligen Eßbesteck kann man beim Vormarsch nichts an fangen, aber der Löffel, der wird von jedem Landser sorgsam verwahrt.
*
Was den Europäer am meisten verwundert, wenn er auf einer Orientreise von einem Araber zum Essen eingeladen wird, ist, daß es hier nicht nur erlaubt, sondern sogar mangels Bestecks notwendig ist, mit den Fingern zu essen. Erst werden Schalen zum Fingerwaschen aufgestellt — soweit Wasser vorhanden ist —, dann formt man von dem in einer Schale gehäuften Reisberg Shigeln und befördert diese mit einer schnellen Bewegung in den Mund. Soße wird mit Hilfe eines Stückes der flachen Brotfladen auf» getunkt. Das Essen mit den Fingern erscheint gar nicht unmanierlich, und unsere Verwunderung besteht nicht zu Recht, denn es ist noch gar nicht jo
lange her, seit sich in Europa das heutige, vollständige Eßbesteck einbürgerte. Unser Löffel war in der Frühzeit ein reines Schöpfgerät. Da hatte einst ein Ureinwohner herausgefunden, daß es sich mit einem Stück Rinde ober durch die Natur gehöhlten Holz viel leichter schöpfen läßt. Schließlich schnitzte er mit Hilfe des Steinmessers sich selbst einen solchen Ersatz der hohlen Hand, und der Löffel war erfunden. In der Steinzeit hatte der Mensch schon Löffel aus Horn, Ton ober Holz. Die Griechen benutzte den Löffel zu Tisch nur als Schöpfgerät. Der Römer hatte schon brei Löffel arten, darunter einen Eierlöffel und einen für die Suppe. Im Mittelalter war der Tischlöffel im heutigen Sinn noch ein Luxusgerät. Benutzte man ihn, so flüsterten böse Nachbarn: sind die Leute eingebildet, sie nehmen Löffel zum Mittagessen! Im 17. Jahrhundert brach jedoch plötzlich eine wahre Löffelepidemie in Europa aus. Die Holländer benutzten bei einer Mahlzeit acht bis zehn verschiedene Löffel, und wenn Gäste geladen waren, so wurde, ehe sie gingen, sorgfältig nachgezählt, ob auch keiner einen eingesteckt hatte.
♦
Wer Eskimos schon mal im Film sah, der wird einen leichten Schauder bekommen haben. Da wird in ein Stück Seehund fleisch hineingebissen und dgs Messer an den Lippen vorbeigezogen, damit das Stück die mundgerechte Größe erhält. Das Messer war immer schon Universalgerät, man aß damit und wehrte sich auch seiner Haut, man befestigte es an einer Stange und jagte mit diesem Speer. Mit den Messern, die unsere Vorfahren der Steinzeit aus einem Feuersteinbrocken verfertigten, haben sie sich sogar zu rasieren versucht. Als fpäfer auf den Tafeln der mittelalterlichen Fürsten sich die Hirschrücken und Rehkeulen, Fasanen und anderes Ge- flüge-l zu Bergen türmten, da wurden die Messer immer wichtiger. Das Vor schneiden wurde bei Hof ein eigenes Amt. Eine alte Vorschrift besagt, daß eine auf der Gabel aufgespießte gebratene Gans mit 20 Schnitten in freier Lust au zerlegen war. Aus dem Zerlegemesser wurde bann das Tischmesser. Bei manchen Bauern wird dieses noch heute nicht in der Schublade aufbewahrt, sondern jeder läßt sein Messer an seinem Platz in einem schmalen Spalt unter der Tischkante verschwinden.
Das jüngste Eßgerät ist die Gabel. Den Natur-
Front und Heimat unter einem Gesetz.
Gauleiter uni» Reichsstatthalter Sprenger vor Arbeitern in der Wetterau.
NSG. Dor über tausend Arbeitern und Arbeiterinnen eines Betriebes sprach Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger in Wölfersheim üoer Haltung und Handeln der Heimat auf dem Wege zum Siege.
Ausgehend non-Der mit der jüngsten Offensive auf der Krim bewiesenen ungebrochenen Kraft des deutschen Angriffsgeistes erläuterte der Gauleiter die dem deutschen Volke zu Gebote stehenden Chancen im Kampf einer Welt der Ordnung und Arbeit gegen jene der Sklavenhalterei. Anschaulich schilderte Der Gauleiter die Abwehr, den durch die national- sozialistische Bewegung entfachten Widerstandswillen gegen diesen ersten Versklaoungsversuch. Wenn nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler der Beweis erbracht wurde, daß nichtdas Geld, sondern allein die Arbeit die erste Macht dieser Welt ist, so wissen wir auch im gegenwärtigen Geschehen, daß es für die Rüstungsproduktion mit der Bewil- licyung von Milliarden allein nicht getan ist. Der Erfolg hängt vielmehr von der durch die Arbeit erbrachten L e i st u n g ab, deren Vorsprung das Reich unter Einsatz aller Reserven des Kontinents zu halten wissen wird.
Mit ganzer Eindringlichkeit und tiefem Ernst
zeigte der Gauleiter dann, um was es in diesem Kampf unseres Volke im letzten Grunde gehe. „Ein siegreicher Bolschewist wird nicht fragen: Bist du Protestant oder Katholik, Arbeiter, Bauer ober Angestellter — sondern einzig und allein die Frage stellen: Bist du ein Deutscher. Dann aber bist du seinem Todesurteil verfallen", so führte der Gauleiter aus. Somit also werde dieser Krieg für das Leben unseres Volkes und damit für das Leben jedes einzelnen von uns geführt. Eingehend behandelte der Gauleiter bann in einem Appell an die Heimat die verschiedensten, zur Aufrechterhaltung unseres Gemeinschaftslebens nach dem Prinzip der Gerechtigkeit alsdann kriegsbedingte Führungs- und Verwaltungsmaßnahmen. „Front und Heimat", so schloß er. feine des öfteren von Beifall unterbrochenen Ausführungen, „kämpfen und arbeiten unter dem gleichen Gesetz. Mit dem Blick auf die gebrachten Opfer, auf das heldische Sterben der gefallenen Kameraden und unseren Führer Adolf Hitler, der dafür sorgt, daß alle je für das Reick gebrachten Opfer nicht umsonst gewesen sind, marschiert auch die Heimat mit harter aber willig erfüllter Arbeit vorwärts zum Sieg!"
Frankfurt, die Stadt der deutschen Cherme
Kriegsarbeitstagung der OCCHCMA.
In Frankfurt a.M. wurde die Kriegsarbettsta- gung der DECHEMA. (Deutsche Gesellschaft für chemisches Apparatewesen — Arbeitskreis im NS.- Bund Deutscher Technik und der Fachgruppe Apparatebau der Wirtschaftsgruppe Maschinenbau) eröffnet. Direktor Dr. Jähne, Frankfurt/Höchst, erklärte als 2. Vorsitzender, wie schon auf der ersten Kriegsarbeitstagung in Breslau fei auch diesmal das Verhandlungsthema „Neuere Entwicklungen auf dem Gebiete der Werkstoffe für den chemischen Apparatebau". Vor allem soll darüber Aufschluß gegeben werden, daß die zur Verfügung stehenden Werkstoffe, die für den Bau der in der chemischen Technik benötigten Maschinen und Apparate neu entwickelt wurden, in vielen Fällen den althergebrachten Werkstoffen überlegen siyd.
Der Präsident der Industrie- und Handelskammer für das Rein-Main-Gebiet, Prof. Dr. L ü e r, Frankfurt a. M., hielt dann einen Vortrag über „Die Aufgaben der deutschen Industrie im europäischen Raum". Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, Frankfurt a. M., gab eine Schilderung des Entstehens der chemischen Industrie im Rhein-Main- Gebiet, die Bedeutung Frankfurts als Heimat und Tätigkeitsgebiet so manchen großen Chemikers. 1887 wurde hier der Verein Deutscher Chemiker gegründet und damit erstmals der Gedanke der planvollen Gemeinschaftsarbeit auf dem Gebiete der Chemie in die Tat umgesetzt. 1939 verlegte die DECHEMA. ihren Sitz von Berlin nach Frankfurt. In Ergänzung der Kaiser-Wilhelm-Jnstitute und Hochschul- mftitute sollen nun von der Reichsfachgruppe Che
mie des NSBDT. Forfchungs- und Beratungsstätten für die einzelnen Fachrichtungen der Chemie geschaffen werden, die ausschließlich der unmittelbaren Forderung der Tagesarbeit sich widmen. Die Reicksfachgruppe Chemie des NSBDT. zusammen mit dem Verein Deutscher Chemiker werden noch im Laufe dieses Jahres nach Frankfurt a. M. übersiedeln, wo ihnen bis zur Errichtung eines neuen Kaufes der Chemie^ das in der Bockenheimer Landstraße 10 gelegene Palais als vorläufiges Haus der Chemie zur Verfügung gestellt wird. Die Deutsche Bunsengesellschaft für angewandte physikalische Chemie ist ebenfalls entschlossen, ihren Sitz nach Frankfurt a. M. zu verlegen, darüber hinaus werden alle maßgeblichen Vereinigungen, Verbände und Einrichtungen auf dem Gebiete der Chemie in Frankfurt ihre Heimstätte finden. In diesem Zusammenhang stattete Oberbürgermeister Dr. Krebs den Dank der Stadt Frankfurt a. M. ab durch Zueignung der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt a. M. an den anwesenden Altmeister der Geschichte der Chemie, Sr. Exz. Prof. Dr. Walden, Rostock, der Ernennung von Staatsrat Dr. S ch i e b e r zum Ehrenbürger der Frankfurter Universität, der lieber« reichung einer Ehrengabe der Stadt Frankfurt a. M. an den Geschäftsführer der DECHEMA., Dr. B ret- sch n e i d e r, Frankfurt a. M., und des EhreNrmgs Der Stadt des deutschen Handwerks an Prof. Dr. Stier.
Am Nachmittag begannen die wissenschaftlichen Vorträge, die auch am Mittwoch noch fortgesetzt werden.
Reichtum, denn bereits jetzt weiß man, daß die Kosten dieses Krieges alle Ausgaben überfteigen, welche jemals von den USA.-Regierungen in der ganzen Zeit von George Washington bis Pearl Harbour gemacht worden sind.
Roosevelts panama-Geschäst.
Wie wir gestern schon gemeldet haben, ist die Republik Panama von Roosevelts Truppen besetzt worden. Die nur 75 000 Quadratkilometer große und etwa 635 000 Einwohner zählende Republik Panama verdankt bereits ihre Entstehung dem imperialistischen Ausdehnungsdrang der Vereinigten Staaten, die im Jahre 1903 einen Putsch inszenierten, um. das Gebiet der strategisch wichtigen Landenge von Kolumbien abzutrennen. Das so entstandene unnatürliche Staatsgebilde geriet naturgemäß von Anfang an unter die vollständige politische und wirtschaftliche Abhängigkeit der U S A., die das unmittelbar am Kanal gelegene Gebiet Panamas als „K a n a l z o n e" unter eigene Verwaltung nahmen und durch mehrere „Freundschaftsvertäge" ihren Einfluß immer ftär- ter zu verankern verstanden. Panama erklärte unter
Völkern ist sie völlig unbekannt, mit Ausnahme der Fidschiinsulaner in der Südsee. Als im Südsee - parMes nach einem Beutezug noch Menschen gefressen wurden,' da durfte dieses kostbare Fleisch beileibe nicht wie üblich mit den Fingern zum Mund geführt werden, dazu benutzte man vielmehr lange Holzgabeln. Im Altertum ersetzten die Finger bei Disch die Gabel. Wenn es nach der Kirche gegangen märe, so gäbe es noch heute in Frankreich keine Gabeln. Die Diener der Kirche eiferten im Mittelalter von der Kanzel herunter gegen diesen weltlichen LSxus. Noch Luther war fein Freund der Gabel bei Tisch, er meinte, ihre Zinken machten gleich drei Löcher ins Tischtuch. — Die Gabel, die schließlich aus der Äüdye ins Eßzimmer gelangte und tischfähig wurde, war damals noch dreizinkig. Vier Zinken sind erst eine Errungenschaft der Neuzeit. Als der Fürst von Medici einem Messerschmiede den Auftrag gab, ein Eßbesteck aus Messer, Gabel und Löffel zu schaffen, war das Mittelalter vorüber. Wer es sich leisten konnte, mußte sich nun ein eigenes Besteck anfertigen lassen, denn wie der Soldat noch heute, fo mußte früher jeder fein Besteck zum Essen mit- bringen, niemand dachte bei einem Gastmahl Daran, Den zu Tisch geladenen Gästen Bestecke vorzulegen. Auch auf Reisen führte man sein Eßbesteck in einem Lederköcher am Gürtel mit. Erst um 1800 bürgerte sich die Sitte ein, den Gästen auch Bestecke zur Verfügung zu stellen. Aber erst als das Auswalzen eiserner Gabeln erfunden war, lernten die europäischen Völker allgemein Messer, Gabeln und Löffel nebeneinander zu benutzen.
Zeitschristen.
— Das Sommerheft der „M o d e n w e l t" (im Deutschen Verlag, Berlin) zeigt reizende, neue Modelle für die Sommerzeit. Es gibt luftige, leichte Kleidung mit und ohne Jacken, weiße und bunte Sommerkleider, Sportliches für Sonne und Wasser, neue Blusen, Modelle für nicht ganz Schlanke und hübsche Vorschläge für Dirndl. Ein Bildbericht beschäftigt sich mit schneidertechnischen Feinheiten. Neuartige Tageskleider wechseln ab mit eleganten Nachmittagskleidern. Auch für Kinder macht die „Modenwelt" wieder viele praktische Vorschläge.
diesen Umständen bereits im er st en Weltkrieg an Deutschland den Krieg und steht auch jetzt als willenloses Werkzeug Roosevelts in der Reihe der Feinde Der Dreimächtestaaten. Die nunmehr vertraglich festgelegte Besetzung Panamäs durch USA.-Truppen zieht einen Schlußstrich unter eine Entwicklung, gegen Die der tatkräftige Präsident Arias vergeblich anzukämpfen suchte, bis er Anfang Oktober 1941 einem von Washington angezettelten Putsch weichen mußte. Jetzt hat Roosevelt sich von dessen willfährigem Nachfolger bescheinigen lassen, daß Panama zu einer USA.-Provinz geworden ist. Das war Roosevelts Ziel. Dasselbe Schicksal erwartet alle, die da glauben, sich dem Schutz der USA. unterstellen zu sollen.
Kritik an Churchill.
Stockholm, 20. Mai. (Europapreß.) Im britischen Unterhaus kam es zu schweren Angriffen gegen Churchill. Eine Rsche von Abgeordneten hatte an die Regierung Fragen gerichtet, Churchill hatte es jedoch oorgewgen, sich durch seinen Stellvertreter Aktie e verteidigen zu lassen. Dieser versuchte die hoffnungslose Lage in Ostasien mit dem Hinweis zu
Das indische Wildschwein.
Graf Bertil Stratton, ein ausgezeichneter Naturforscher und leidenschaftlicher Jäger, der kürzlich nach Schweden zurtickgekehrt ist, nachdem er zwei Jahre in Indien und Afrika Großwild gejagt hatte, erklärte auf Grund feiner Erfahrungen, daß das gefährlichste und angriffslustiaste Tier Der Erde wahrscheinlich Das indische Wildschwein fei. Der Löwe und Der Tiger machen, wenn sie nicht vom Hunger ange- trieben werden, häufig kehrt, wenn sie ein anderes Tier sehen. Das tut Das inDische Wildschwein nie, sondern es stürzt sich, besonders wenn es ein männlicher Einzelgänger ist, wie besessen sofort auf fein Gegenüber, gleichviel ob es ein Mensch oder irgendein anderes Tier ist, und greift schnell wie Der Blitz und mit Der Gewalt eines Geschosses an. Kriegerisch veranlagt unD mit einer unglaublichen Kraft und Lebendigkeit ausgestattet, gebraucht es feine Hauer, Die 10 bis 12 cm lang sind und eine schneidend scharfe Spitze haben.
In Aldekabad in Mittelindien war Graf Stratton Zeuge eines furchtbaren Kampfes, den ein Wildschwein mit einem Leopardenpaar ausfocht. Der Kampf dauerte über eine halbe Stunde und war entsetzlich. Wie immer war es das Wildschwein, das die Feindseligkeiten eröffnete, indem es wie verrückt Den weiblichen Leoparden anfiel. Dem es mit einem einzigen Stoß die ganze Seite aufriß. Jetzt griff der männliche Leopard seinerseits das Wildschwein an, und dieses mußte sich sehr seiner Haut wehren, obwohl das Weibchen sofort völlig kampfunfähig geworden war, die Eingeweide traten aus dem Innern hervor, und es verendete in kürzester Frist. Dem Leoparden, der erschreckend brüllte, war es gelungen, sich an den Hals des Wildschweins zu klammern, und die beiden wilden Tiere rollten in einem unbeschreiblichen Durcheinander über den Erdboden. Der Leopard verlor dabei Blut aus Wunden, die schwerer zu fein schienen als die, die er dem Gegner bei- gebrarfjt hatte. Schließlich gelang es dem Wildschwein, mit einem starken Schütteln sich von dem Leoparden zu befreien, der durch einen Gewehrschuß Des Jägers getötet wurde, aber auch Das Wildschwein stürzte wenige Augenblicke später zusammen. Q K,


