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Gietzener Anzeiger

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Zwischen Berlin und Sofia.

Von unserem drey-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Sofia, Mitte Mai 1942.

In der zweiten' Maiwoche konnte Bulgarien zwei bemerkenswerte Besuche aus dem Deutschen Reiche verzeichnen, die zwar grundverschiedenen Gebieten angehören, die aber doch ein bezeichnendes Licht auf das Maß der Zusammenarbeit werfen, das zwischen den beiden politisch so eng verbundenen Staaten besteht. Der eine betraf den des im ganzen Nahen Osten hoch geschätzten Berliner Architekten, Professor Dr.-Jng. e. h. Hermann Jansen, d?r andere den des Staatssekretärs Dr. Landfrieo vom'.Reichs- wirtfchaftsministerium.

Die bulgarische Messestadt Plovdiv (Philip- popel) an der Maritza hat Prof. Dr.-Jng. e. h. Hermann Jansen beauftragt, Pläne für die Neu­gestaltung dieser alten Stadt auszuarbeiten. Mit 110 000 Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt des Landes. Durch ihre Lage in der Mitte des ost- rumelischen Beckens, das durch die Ausdehnung Bulgariens auf der Balkanhalbinsel immer mehr zur Kernlandschaft des Staates wird, hat sie als Verkehrsknotenpunkt, Messestadt und Sammelpunkt des Tabakanbaus wie der Rosenölindustrie einen geradezu stürmischen Aufschwung genommen. Land­schaftlich gewährt sie einen besonders malerischen Anblick. Auf dem Südufer des Flusses streben ihre Straßen an vier steilen Syenitfelsen herauf. Die

hohem Maße exportieren. Dies hat sie bereits getan und wird sie noch viel mehr tun. An der Spitze steht hierbei der Tabak. Fast alle Land­wirte Südbulgariens sind Tabakbauern. Die Ernte bewegt sich zwischen 3550 000 Tonnen. Beinahe zwei Drittel davon gehen nach Deutsch­land. Damit ist die Wechselseitigkeit des Partner­geschäftes schon zu einem guten Teil gesichert. Mit dem iabaE werden etwa 45 v. H. der gesummten bulgarischen Ausfuhr bestritten. Aber auch an den übrigen Ausfuhrerzeugnissen zeigt sich Deutschland in hohem Maße interessiert. So nimmt es in im­mer größeren Mengen Gemüse,Ob st und Oel- früchte auf. Deren Kultur ist überhaupt erst auf Grund- der Abnahmemöglichkeit im Lande heimisch geworden. In kurzer Zeit hat sich die Anbaufläche von 174 000 Hektar auf eine halbe Million Hektar vergrößert. Die stärkste Steigerüng hat daher die Sonnenblume erfahren, deren Oel und Oel- kuchen zu 'den wichtigsten Exporterzeugnissen des Landes geworden sind. Die größere Zukunft darf allerdings die vielseitige Sojabohne in An­spruch nehmen, die seit 1934, besonders auf deutsche Anregung hin, angebaut wird und jetzt schon eine

Anbaufläche von gegen 45 000 Hektar erreicht hat. Ein Drittel des Ertrages findet seinen Weg gleich­falls nach Deutschland. Bulgarien kann den Anbau von Industrie pflanzen und Obst (haupt­sächlich Aepfel, Birnen, Aprikosen, Pflaumen und neuerdings besonders lebhaft Erdbeeren, die fast ausschließlich ins Reich gehen) deshalb so stark inten­sivieren, weil es durch den Erwerb der Süd- dobrudscha von Rumänien »ein erstklassiges Ge­treideland erhalten hat, das nach Steigerung seiner technischen Einrichtungen die Broternährung des Volkes ausreichend sicherstellt.

Das Partnergeschäft zwischen Bulgarien und Deutschland erscheint so naturgegeben. Trotzdem er­geben sich beim Abrechnungsverkehr Spitzenbeträge, die nicht warenmäßig gedeckt werden. Bei gleich­bleibenden Preisen Macht dieser Umstand nicht viel aus. Allein das Mißverhältnis zwischen Waren­mengen und Geldüberfluß, das jetzt überall in Europa herrscht und zu unberechtigten Preissteige­rungen führt, macht sich störend bemerkbar. Staats­sekretär Dr. Landfried hat zur Behebung dieser Schwierigkeiten den Vorschlag gemacht, die unver­meidbaren Spitzen unter den Begriff deseisernen Sparens" zu bringen und ihre gütermäßige Verwirk­lichung aus eine durch das neue Europa gesicherte Zukunft zu verweisen. Dieser Vorschlag hat Ver­ständnis und die Anerkennung gefunden, die eine auf natürlichen Grundlagen fußende Partnerschaft kennzeichnet. ,

Wenn ein Schiff von 10000 VM. versenkt wird.

hier befindliche Altstadt ist mit Moscheen und Kup­peln aus der Türkenzeit geradezu gespickt, während die Neustadt gegen den Bahnhof hin sich naturge­mäß in modernen europäischen Formen entwickelt hat. Hermann Jansen findet hier also eine ähnliche Raumfrage vor, wie er sie in der türkischen Haupt­stadt Ankara so vorbildlich gestaltet hat. Die kli­matischen Schwierigkeiten sind allerdings bei weitem nicht so groß wie in Anatolien. Philippopel liegt in einer der fruchtbarsten Landschaften der Balkan­halbinsel, während die Umgebung von Ankara vor Beginn der Tätigkeit Hermann Jansens ausgespro­chene Steppe war. Welche Leistung er vollbracht, stellt heute jeder Orientreisende mit Genugtuung fest. Es ist nicht zu zweifeln, daß es ihm gelingen wird, aus dep verschiedenartigen Bauelementen in Phi­lippopel eine Stadt zu schaffen, auf die ganz Bul­garien stolz sein wird, die zugleich aber auch ein sinnfälliges Denkmal deutsch-bulgarischer Zusam­menarbeit darstellt.

In dieser Hinsicht kann das Deutsche Reich aus der Fülle seiner geistigen Energien mit vollen Hän­den geben. Es wird dies überall da tun, wo es Verständnis für seinen Aufbauwillen findet nicht nur zu seinem eigenen Vorteil, mehr noch für den eines neuen Europa, das in der Entwicklung seiner eigenen Kraft die Zukunft sieht und herbeiwünscht. Diesem Thema galt der Besuch des Staatssekretärs Dr. Land fried. Er fand wie Jansen gewisser­maßen einen wohlvorbereiteten Boden. Das bewun­derte Beispiel von Ankara hat die Stadtverwal­tung von Philippopel veranlaßt, Hermann Jansen zu berufen, die traditionelle politische und mehr noch wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern ließ dqn Staatssekretär Dr. Landfried das gegenseitige Verhältnis nicht nur festigen, mehr noch um ein bedeutendes Stück vertiefen. Landfried erklärte ganz offen, in welchem bedeutenden Maße Deutschland an der Ernte Bulgariens interessiert sei, und welche Verpflichtungen ihm daraus erwachsen. Er erkannte damit die über­ragende Bedeutung der Landwirtschaft in Bulgarien an und bestätigte, wie auf die Förderung dieses Sektors im Interesse beider Länder alles ankomme.

Die bulgarische Landwirtschaft litt bisher an einem chronischen Bodenmangel. Die Oberflächenqe- staltung des Landes hat einen Großgrundbesitz nicht recht aufkommen lassen. In der Hauptsache sand sich nur Mittel- und Kleinbesitz. Letzterer zersplitterte sich unter der Einwirkung eines verfehlten Boden­rechtes derart, daß Bulgarien bei der in den beiden letzten Jahrzehnten vorgenommenen Reform feiner Agrarwirtschaft den üblichen Weg durch Auft"ilunq der- Großgüter nur in ganz bescheidenem Maße gehen konnte, wobei noch meist Kirchen- und Kloster­gut den Boden heraab, in der Hauptsache mußte es den umgekehrten Weg beschreiten und nicht mehr lebensfähige Kleinparzellen Zusammenlegen. Berühmt geworden ist hierfür der Fall der Gemeinde Mokres in Nordbulgarien. Deren Gemarkung um­faßte 4859 Hektar und enthielt 5861 Parzellen. Durch die Neuordnung wurden diese auf nur 439 ver­ringert, so daß jeder Bauer seinen Besitz in einem lebensfähigen Block erhalten konnte. Diese Umle- gungsarbeis ist im wesentlichen durchgelührt. Sie bedarf aber in den abgelegeneren Landesteilen noch der Erwiterung. Erleichtert wird sie seit dem vori­gen Jahre durch das in Thrazien und Mazedonien gewonnene Neuland, wodurch die für Balkanyerchält- nisse etwas reichliche Siedlungsdichte in Altbulga­rien aufgelockert werden konnte.

Wohl noch wichtiger als die eben geschilderte Urn- legungsarbeit ist die Durchführung agrar tech­nischer Verbesserungen in der bulgarischen Landwirtschaft. Hier zeigt sich das Vorbild und die Mitwirkung Deutschlands in besonders sinnfälligem Maße. Nach guter deutscher Art wurde mit der gei- sügen Vorbereitung begonnen. Vor mehr als einem Jahre wurde in Sofia eine Landmaschinen­führerschule eröffnet, welche den bulgarischen Bauern mit deutschen Landmaschinen vertraut macht und hilft, die sich noch entgegenstellenden Hindernisse bei einer sinnvollen Mechanisierung der Betriebe zu überwinden. Dieser Schritt war sehr notwendig. Denn in steigendem Maße treffen die 1939 bestellten 123 000 Pflüge, 22 000 Walzen, 18 000 Drillmaschi­nen, 530- Samenreinigunasmaschinen, 2000 Ernte­maschinen, 5800 Häckselmaschinen, 3200 Maisentkor- ner und andere Geräte bei den bäuerlichen Genos­senschaften wie den Einzelbauern ein. Der größte Teil der Maschinen stammt verständlicherweise aus Deutschland

Um ein solches Kontingent Maschinen bezahlen zu können, muß die Landwirtschaft naturgemäß in

500Tank-lastwagei

10800 t Butter

Woche um Woche meldet der OKW.-Berlcht die Versenkung von Hunderttausenden Bruttoregister- tonnen. Die Bruttoregistertonne ist ein Raummaß, das einem Inhalt von 2,8 Kubikmeter entspricht. Es kommt bei den verschiedenen spezifischen Ge­wichten der einzelnen Güter darauf an, was ge­laden wurde, wenn man sich veranschaulichen will, welcher Verlust dem Feinde durch die Ver­senkung entsteht. So kann z. B. ein Tanker von 10 000 Bruttoregistertonnen, vollbeladen, rund 18 000 Gewichtstonnen Flugbenzin aufnehmen. Schlägt man die Ladung dieses Schiffes, durch unsere linke Zeichnung dargestellt, auf Landtransportmittel um, so wären hierfür rund 3500 .Tanklastwagen erforderlich. Der Verlust dieser Treibstoffmenge nimmt über 4500 Bombern die

Möglichkeit, einen Angriffsflug von rund 1600 Kilo­meter Länge durchzuführen. Daraus kann jeder er­messen, welch empfindlicher Verlust dem Feind zu- gefügt wird, wenn allein unsere Unterseeboote im ersten Vierteljahr des Kampfes gegen die USA. 93 Tanker mit rund 750000 Bruttoregistertonnen versenkten! Ein Kühlschiff von 10 000 Bruttoregiftertonnen kann etwa 10 800 Gewichts­tonnen Butter laden. Für ihren Abtransport wären etwa 45 Güterzüge zu je 40 Wagen erforderlich. Diese Buttermenge entspricht der Wochenration von 86 Millionen Normalverbrauchern. Daran kann ' man ermessen, wie empfindlich sich die ständigen Verluste an Schiffsraum für den Feind auswirken. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Drei bolschewistische Armeen vernichtet.

Oie Meerenge von Kertsch in ganzer Breite erreicht. - Hund 150 000 Gefangene.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 19.2Uai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Auf der Krim haben deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des Generalobersten von Manstein in der Verfolgung des geschla­genen Feindes die Meerenge von Kertsch in ganzer Breite erreicht. Die letzten stark befestigten Brückenköpfe beiderseits der Stadt Kertsch wurden im Laufe des heutigen Tages nach erbittertem Widerstand gestürmt.

Die damit abgeschlossene Angriffs- und Verfol­gungsschlacht hat zur Vernichtung von drei sowjetischen Armeen mit 17 Schützendivi­sionen, drei Schühenbrigaden, zwei Kavalleriedivi­sionen und vier Panzerbrigaden geführt. Neben hohen blutigen Verlusten ließ der Gegner 149 256 Gefangene, 1133 Geschütze, 372 Granatwerfer, 258 Panzerkampfwagen, 3814 Kraftfahrzeuge,

mehrere tausend Pferde sowie unübersehbare Men­gen an leichten Waffen und Gerät in unserer Hand. Nur Trümmer des Feindes konnten die Küste jenseits der Meerenge erreichen.

An diesem gewaltigen Erfolg haben st a r k e Luftwaffenverbände unter Führung der Generalobersten Löhr und Freiherr von R i ch t h o f e n hervorragenden Anteil. 3n uner­müdlichem Einsatz haben sie den Kampf der Erd­truppen unterstützt, dem fliehenden Feind Abbruch getan und die feindliche Luftwaffe bekämpft. In Luftkämpfen verlor der Gegner 3 2 3 Flug­zeuge. In den Gewässern der Halbinsel wurden 16 Schiffe mit zusammen 13 600 BRT., ein Minensuchboot und 21 kleine Küstenfahrzeuge oer­fenff. Zehn weitere Schiffe mittlerer Gröhe wurden durch Bombentreffer schwer beschädigt. Der über die Enge von Kertsch übersetzende Gegner erlitt hierdurch weitere schwere Verluste.

Bei Sharkow bisher 447 Sowiekpanzer zerstört.

Oer Wehrmachibericht.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 19. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Vernichtung der letzten Reste des Fein­des auf der Halbinsel Kertsch steht vor dem Ab­schluß.

Im Raum von Charkow wurden weitere, mit massierten Kräften geführte Angriffe des Feindes abgeschlagen, hierbei wurden am gestrigen Tage wieder 80 feindliche Panzer abgeschof- fen. weitere 31 Panzer und über 5 0 0 Fahr­zeuge aller Art wurden durch die Luftwaffe außer Gefecht gesetzt. Damit hat sich die Zahl der feind­lichen Panzerverluste feit Beginn dieser Kämpfe auf 447 erhöht.

Im mittleren und nördlichen Ab­schnitt der O st front waren eigene örtliche An­griffe erfolgreich.

Im rückwärtigen Gebiet des mittle­ren Frontabschnittes wurde eine starke bolschewistische Bande aufgerieben.

In Lappland erzielten die deutschen Truppen

in erbitterten Waldkämpfen gute Fortschritte. Feind­liche Gegenangriffe wurden abgeroiefen.

In den Gewässern der Halbinsel Kola wurde ein großes Frachtschiff durch Bombenvolltreffer so schwer beschädigt, daß mit seinem Verlust gerechnet werden kann. Luftangriffe auf Murmansk richte­ten erhebliche Zerstörungen im Hafengebiet an. Die Sowjets verloren in Luftkämpfen 4 5 Flug­zeuge, darunter 13 hurricane.

In Nordafrika griffen deutsche Kampfflie­gerkräfte Zelt- und Barackenlager der Briten im Raume um Tobruk sowie die Düstenbahn bei Eapuzzo erfolgreich an.

lieber Malta schossen deutsche und italienische Jäger in Luftkämpfen fünf britische Flugzeuge ab.

An der Südküste Englands belegten leichte Kampfflugzeuge am Tage kriegswichtige Ziele der Hafenstädte Brighton und Deal wirksam mit Bomben, hierbei wurden Treffer in Bahn- und Fabrikanlagen beobachtet.

Das Ritterkreuz.

Berlin, 19. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe

Vor einem Fahr die Eroberung Kretas.

Von Kriegsberichter Erich Geiseler.

(PK.) Ein Kampf ohne Vorgang, das ist es, was auf Kreta im vorigen Jahr sich abgespielt bat Von der Höhe eines Hügels an der Nordküste von Kreta, östlich von Ehanea, grüßt ein schönes Ehren­mal, der stürzende Adler, gewaltig und groß herab und mahnt zum Gedenken an die Kämpfer, die vor einem Jahr vom 20. Mai ab die Insel in deutsche Hände brachten. Im Zusammenwirken mit- der Luft­waffe, der ^Kriegsmarine und den Gebirgsjägern hat in den Maitagen des Jahres 1941 die neue deutsche Waffe der F a l l s ch i r m t r u p p e n ein neues Blatt im Buch der Kriegsgeschichte ange­fangen. Zum erstenmal erfolgte die Eroberung und Besetzung eines größeres Gebietes und dazu noch einer Insel, vorwiegend aus der Luft. Planmäßig bis ins allerkleinfte geschult und vorbe­reitet, kam eine Abteilung gut bewaffneter und best- ausgerüsteter Soldaten vom Himmel, senkte sich in zahllosen Wolken an blendend weißen Fallschirmen herab in die Olivenhaine und stand mit dem Augen­blick, da sie den festen Boden berührte, frisch und kampfbereit dem Verteidiger gegenüber.

Zwei ungeheuren Belastungsproben hat die Psyche jedes einzelnen Fallschirmjägers standgehalten: Ein­mal weiß er nicht, wohin er springt, wo, wie und. in welcher Tarnung ihn der Feind unten erwartet. Und das Zweite: Er wird unter Umständen von rasendem Feuer empfangen und muß durch dessen Zone physischer und seelischer Einwirkung hindurch, ohne in Deckung gehen zu können, denn das könnte ßer vielleicht noch nicht einmal erst auf der Erde. Auch dem Gegner auf der Erde darf ein Aus­halten stärkster seelischer Belastung nicht abgespro­chen werden. Denn für das MG. ist der in der Luft in Bewegung befindliche Mensch ein verhält­nismäßig kleines Ziel. Aber auch bei einigem Erfolg ist doch unheimlich schnell der Augenblick da, wo die Fallschirmtruppe den Boden erreicht hat. Wer eben noch glaubte, ein sehr einseitiges Scheibenschießen machen zu können, ist dann plötzlich selbst im gut­gezielten Feuer blitzschnell aufgebauter Maschinen­gewehre und vielleicht im nächsten Augenblick über­rannt.

Der Gegner, der unsere Fallschirmtruppen auf Kretas Boden erwartete, bestand in der Mehrzahl aus großgewachsenen, sehr starken und gesunden Leuten, Neuseeländern, im Kampfe tapfer und zäh. Die deutschen Fallschirmjäger sind in eine waffenstarrende Insel hineingesvrungen. Doch die Eroberung erfolgte nicht ausschließlich durch Fall­schirmjäger. Ihnen standen die Gebirgsjäger- reg-imenter und nicht zuletzt die Manner der Kriegsmarine zur Seite. Denn die ganze eng­lische Mittelmeerflotte schien sich zum Schutze Kretas versammelt zu haben. Durch das massierte Feuer dieser Kriegsschiffe hieß es, die Gebirgsjäger ' an Land zu bringen. Das war für die Kriegsmarine bei dem damaligen Mangel an Fahrzeugen im Mit­telmeer und deren Zustand eine schwierige Ausgabe, die sie ohne die wirksame Unterstützung durch deutsche Kampfflugzeuge wohl kaum gelöst haben würde.

Es ist unmöglich, in wenigen Sätzen die Geschichte dieser Kämpfe anzudeuten. Es ist äußerst hart ge-

das Ritterkreuz an: Feldwebel Sch leef, dem als Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader es in über 200 Feindflügen gelang, 41 Flugzeuge abzuschießen. Ferner an Major Graf von der Goltz, Batail­lons-Kommandeur in einem Infanterie-Regiment, und Oberleutnant Earl, Batterieführer in einem Artillerie-Regiment. Major Grast von der Goltz zeichnete sich -südlich des Ilmensees hervorragend aus, als es dem zahlenmäßig überlegenen Gegner mit Unterstützung zahlreicher schwerer Waffen ge­lungen war, in die Stellungen des Bataillons ein­zudringen. Major Graf von der Goltz warf im Ge- genstoß die Bolschewisten aus ihren Kampfständen. Oberleutnant Earl ist es zu verdanken, daß ein An­griff, den die Bolschewisten südlich des Ladoga-Sees mit Panzern und starker Infanterie vortruaen, zer. schlagen wurde. Er brachte feine schweren Feldhau­bitzen so geschickt in Stellung, daß er die heran- nahenden Sowjetpanzer in direktem Beschuß unter Feuer nehmen konnte. Trotz eigener Verwundung gelang es ihm, sieben schwere Panzer zu vernichten.

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Major von Winterfeld t, der sich als Grup- penkommandeur in einem Jagdgeschwader im Bal­kanfeldzug das Ritterkreuz erwarb, fand den Flie­gertod. Er hatte schon im ersten Weltkrieg vier feind­liche Flieger abgeschossen. Im Ostseldzug^ trotz seiner 43 Jahre immer seiner Gruppe vorausfliegend, war er seinen weit jüngeren Kameraden stets ein leuch­tendes VorbilG und führte sie in kühnen Tiefangrif­fen zu bedeutsamen Erfolgen. Er selbst schoß sechs feindliche Flugzeuge ab und zerstörte 15 am Boden.

Oos Eichenlaub mit Schwertern für Leutnant Graf.

Berlin, 19. Mai. (DNB.) Der Führer hak dem Leuknant Graf, Staffelkapitän in einem 3agb- geschwader, das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz verliehen und ihm folgendes Schreiben zukommen lassen:Im Ansehen Ihres immer be­währten Heldentums verleihe ich Ihnen anläß­lich Ihres 10 4. Luftsieges als 11.Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichentaub zum Rit- Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Ge;.: Adolf Hitler."

Ferner hat der Führer dem Leutnant Dickfell> in einem Jagdgeschwader das Eichenlaub ;um Rit­terkreuz verliehen und ihm folgendes Schreiben übermitteln lassen:In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf um die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 94. Soldaten der deutjechn Wehrmacht das Eichenlaub zum Rit­terkreuz des Eisernen Kreuzes. Gez.: Adolf Hitler.-