Ausgabe 
20.2.1942
 
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hinein und gegen O»ten über Mesopotamien und Persien bis in das Fünfstromland des Indus, so-

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müsesuppe unter Soße

Grundlage Viftagessen, anter Soße Knorr-Ge-

iorr-Suppen werden nur Ile anderen der Knorr-

Kulissenschiebung in London.

Bolschewikenfreund Cripps im britischen Kriegskabinett

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würfel »ein sn und mit orbeerblofb j Essig nach hrenßMinu-

Stockholm, 19. Febr. (DNB.) Wie Associated Preß meldet, wurde der 19 400 BRT. große Tan­kerE Plum" der Atlantik Refining Company in der Nähe der Atlantikküste von seiner 40köpfigen Besatzung aufgegeben. Die Schiffbrüchigen sagten aus, daß der Tanker von drei Explosionen mit Zeitabstand von je 15 Minuten vernichtet roor*

daß die Kernlandschaften Indiens offen vor ihm tagen. Zu allen Zeiten haben dieseAlexanderzuge die Bewunderung der Welt erregt, selbst in unserem Zeitalter der Technik können.wir ihnen unsere An-

ropa nicht nur nach Kleinasien, sondern darüber hinaus gegen Süden über SyrienPalästina und die Landenge von Suez bis weit nach Aegypten

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ohlschmek- ericht. Man en: in reich- des Wasser nd vor allen ochen.

ngt es doch das Mittags- n ohne Fett gute Soße 05 folgende

Oer Wehrmachtbericht.

DNB. Ausdem^ührerhauptquarkler. 19. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt.

An der Ostfront wurden zahlreiche Angriffe des Gegners abgewehrt. 3m mittleren Frontabschnitt sind weitere starke Telle des Gegners eingeschlossen. Sie wurden trotz verzwei­felter Ausbruchsversuche auf engstem Raum zu- sammengedrangt und gehen ihrer Vernichtung ent­gegen.

Die Sowjets verloren am gestrigen Tage 44 Flugzeuge, während nur ein eigenes Flug­zeug vermißt wird.

3n Rordafrika beiderseitige Auftlärungs- täligkeit.

3m Seegehiet um England beschädigten Kampfflugzeuge am Tage ein größeres Handels­schiff durch Bombenwurf und versenkten einen bri­tischen Bewacher.

Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine ver­senkten vor der norwegischen Küste ein feind­liches Unterseeboot.

Britische Flugzeuge, die in der vergangenen Rächt in die deutsche Bucht einflogen, wurden durch das Feuer der Flakartillerie zum Abdrehen ge­zwungen. Marineartillerie schoß eiyen feindlichen Bomber ab.

Annahme von Anrelaeir für bte Mittaasnummer bis 8'/, Uhr desBormittaaS

Anzein en-Preiler

Anzeigenteil 7 Rpf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rpf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malstaffel I AbschlülleMengenstaffel B Plabvorschrist (vorherige Vereinbarung) 25"/. mehr

Wettere Gowjetgruppen eingeschlossen

44 Gowjetflugzeuge vernichtet. Feindliches tt-Doot versenkt.

Stelle des Luftmarschalls Harris zum Leiter der britischen Luftwafsendelegation in Washington er­nannt.

Oie deutschen Ll-Boote vor der Küste der LIGA.

Nicht überall gleichzeitig ausreichend verteidigt."

Lissabon, 20. Febr. (Europapreß.) Nach einer Meldung aus Washington erklärte dort der USA.- Kriegsminister S t i m s o n am Donnerstag, die Vereinigten Staaten hätten mit der Wahrscheinlich­keit eines Angriffes, wie er von deutschen Unter­seebooten auf Aruba durchgeführt wurde, gerech­net. Die Vereinigten Staaten müßten auf derartige Angriffe an allen Punkten ihres st en- gehißtes gefaßt sein. Derunüberlegte Druck" vieler USA.-Bürger auf die Regierung, überall Ver­teidigungskräfte einzusetzen, so fügte Stimfon hinzu, würde jedoch zu einer verhängnisvollen Zersplitte­rung führen. Diesen Wünschen nachzugeben, wäre ,Has sicherste Mittel, den Krieg zu verlieren."

Stimsons Worte lassen das erfolgreiche Dirken der deutschen Unterseeboote im Karibischen Meer wie überhaupt auf der anderen Seite des Atlantik nur um so bedeutungsvoller erscheinen. Stimsons Geständnis, daß die Vereinigten Staaten eben nicht überall zu gleicher Zeit aus­reichend verteidigt werden könnten, ift int übrigen recht aufschlußreich und wirft ein bezeich­nendes Licht auf die kraftmeierischen Prahlereien, die noch vor kurzem von drüben her in alle Welt hinausposaunt wurden.

19 400-BRT.-Tanker im Atlantik vernichtet.

Stockholm, 20. Februar. (DNB. Funkspruch.) Die fortschreitende Bolschewist erung Eng­lands hat einen Sprung vorwärts getan. Mister Cripps, der sich während seiner Botschaftertätig­keit in Moskau als Vertrauen sm an ».Sta­lins qualifizierte und feit seiner Rückkehr in zahl­reichen Reden die Auslieferung des europäischen Kul­turkontinents an die blutbefleckten Sowjethorden propagierte, ist von Churchill ins Kriegskabi­nettberufen worden. Er wird Lordsiegelbe­wahrer und Sprecher des Unterhauses.

Ein? in der Nacht zum Freitag in London aus- gegebene amtliche Meldung gibt ferner bekannt, daß Bersorgungsmimster Beaverbrook, gegen den in letzter Zeit viele Vorwürfe erhoben wurden, a,us der Regierung ausscheidet und nachUSA. geht. Der Arbeitervertreter A t t l e e, der bisherige Lordsiegelbewahrer, ist zum Domi­ni e n m i n i st e r und stellvertretenden Premier­minister und Lyttle ton, der bisher in Kairo in Sondermifsion tätig war, zum Produktions­minister erkannt worden. A11 l e e bleibt als Dominienminister Mitglied des Kriegskabinetts. Greenwood, Minister ohne Portefeuille, und Schatzkanzler Sir K i n g s l e y W o o d sind aus dem Kriegskabinett a u s g e b o o t e t worden.

Der raffinierte Volksbetrüger Churchill hat. wie­der einmal einen echt demokratischen Weg gefun­den, die nach dem Verlust Singapurs, dem Fehl­schlag der von ihm selbst mit überschwenglichen Er­wartungen eingeleiteten Libyen-Offensive und der Demonstration englischer Ohnmacht bei dem Marsch der deutschen Schlachtschiffe durch den Kanal äußerst bissig gewordene Kritik mit einigen hingeworfenen Opfern abzuwürgen. Er glaubt, derschleichenden £<« sie »ian M WMW BMMWW

Am Scheitelpunkt zwischen Asien und Europa

Schicksale an den Dardanellen.

Von unserem Da.-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) I st a n b ü l, Mitte Februar 1942.

Der Führer hat in dem Aufruf vom 22. Juni 1941 vor Beginn des Feldzuges gegen die Sowjet- union unter Hinweis auf die vier Fragen Molo­tows zu der D a r d a n e l l e n f r a g e Stellung ge­nommen. Hier wie in seinen späteren Reden stellte er fest, daß Molotow mit allem Nachdruck für sein Land freien Durchgang durch die Dardanellen sowie zu deren Schutz die Be-

verden.

Jedem geb treten Menschen sind die Berichte über hie Perserkriege eine untilgbare Erinnerung aus einer Schulzeit. Mit allen Einzelheiten tritt ihm mmer wieder der Brückenbau und Uebergang des Perserkönig Terxes über den Hellespont (die Dar-- ^nellenftraße) vor Augen. Das war ein Höhepunkt

Angriffs Asiens auf das freiheilliebende Grie­chentum in Europa. Er findet fein Gegenstück m dempanhellenischen Rachezug" Alexanders des Großen 150 Jahre später. Bei dieser Gelegenheit zeigt sich mit aller Deutlichkeit die Weiträumigkeit der Meerengen in den Osten hinein. In noch nicht zehn Jahren (von 334 bis 325 v. Chr.) greift Alex­ander von seinem Stammland Makedonien in Eu-

die ständigen britischen Mißerfolge genannt hat, durch Reduzierung des Kriegskabi­netts von neun auf sieben Mitglieder einen Damm entgegensetzen zu können. Grundtendenz der Londoner Kulissenschiebung ist jedenfalls die Verstärkung des bolschewistischen Ein­flusses durch die Berufung C r i p p s' ins Kriegskabinett und feine gleichzeitige Er­nennung zum Sprecher des Unterhauses, wovon sich Churchill offenbar eine weitere Radikalisierung der Parlamentsvertreter verspricht.

Der soeben aus England zurückgekehrte Sonder­berichterstatter vonNya Dagligt Allehanda" er­klärt in einem Aufsatz, man interessiere sich in England lebhaft für eine Verbesserung der Zu­stände des Gemeinschaftslebens. Man finde da Vor­schläge über ein kommuni st isches Eng - l a nd. Ueberhaupt könne man sagen, daß die zu­nehmende Volkstümlichkeit des eng­lisch-sowjetischen Bündnisses eine To­leranz gegenüber dem Kommunismus herbeigeführt habe, die sich auch auf Kreise, die sich früher äußerst ablehnend zum Kommunismus verhielten, ausdehne.

Ein Sündenbock Churchills.

Stockholm, 20. Februar. (DNB. Funkspruch.) Churchill hat der allgemeinen Empörung über die en»g(ische Schlappe im Kanal bereits ein Sühneopfer gebracht. Der Oberbefehlshaber des Bomberdienstes", Luftmarschall P e i r f e , der die deutschen Schlachtschiffe nicht einmal von ihrem ge­planten Weg ablenken konnte, obwohl er angeblich 600 Bomber gegen sie einsetzte, ist a b g e s ä g t und durch Luftmarschall Harris ersetzt worden. Der

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trtennung nicht versagen.

Eine ähnliche Bedeutung wie unter Alexander haben die Meerengen nie wieder erlangt. Die zahl­reichen Ucbergänge erzielten kaum mehr als ört­liche Auswirkungen. -Im Römischen Reich waren sie zu Lande wie zu Wasser eine der vielen Ver­kehrsstraßen. Ihre politische Wichtigkeit trat erst wieder zu Tage, als das Oftrömifche Reich an ihnen vbermals Europa gegen Asien verteidigen mußte, bis es 1453 den türkischen Angriffen erlag. Damit wurden die Meerengen in beiden Richtungen eine türkische Binnenstraße. Diese blieben sie bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Im Osten Europas hat­ten sich inzwischen bedeutsame politische Verände­rungen vollzogen. Hier hatte sich auf der weiträu­migsten Landschaft des Erdteils ein Großstaat, Ruß­land, gebildet, der mit Macht zu der Kulturwelt les Westens drängte und glaubte, diese am sicher­sten über den Seeweg durch das Schwarze Meer tinb die Meerengen zwischen Asien und Europa erreichen zu können. Damit trat die Wasserstraße in den Vordergrund. Durch die Kriege der Zarin Katharina II. gegen die Türken von 1768/1774 und 1787/1792 hörte das Schwarze Meer auf, ein tür­kisches Binnenmeer zu sein. Katharina sah ihr Ziel, Konstantinopel, als den Ausgangspunkt des ruisi- chen Glaubens wie der russischen Kultur bereits o nahe, daß sie ihrem damals geborenen Enkel den Namen ,Konstantin" gab, in der Hoffnuüg, ihn dereinst als Herrscher eines griechischen Kaiser- /wiches auf der Balkanhalbinsel und in Kleinasien Einsetzen zu können. Jedoch enttäuschte das Zeit­alter Napoleons I. nicht nur diese Erwartungen, ?<s rief auch den abwehrenden Gegner herbei.

NapoleonsAlexanderzug" gelangte nur bis Aegypten (1798)., Das genügte, um die Eng­länder in den Osten des Mittelländischen Meeres |u ziehen. Sie hatten in den Jahren vorher den Franzosen die Vorherrschaft in Indien abgerungen lind sorgten sich nun Um den Landweg zu ihrer neuen, kostbaren Eroberung. Als ersten Erfolg bei ihrem Vorgehen im Mittelmeer buchten sie die Be- letzung von Malta, das bis dahin dem Johan- liter-Orden gehörte. Als Zar Alexander I., der Zweite Nachfolger Katharinas, von 1807 bis 1811 'm engen Einvernehmen mit Napoleon stand, ver­blaßte England 1809 die Türkei, die Durchfahrt ^urct) die Dardanellen für alle nichttürkischen Kriegs- ichiffe zu sperren. Damit war nicht nur ein Bei- ip-iel gegeben, die Dardanellenfrage wurde vielmehr iu einem Gegenstand der europäischen Politik bis auf den heutigen Tag. Die Ursache dafür lieferte im damaligen Augenblick die politische Lage in Eu­ropa, man kann aber auch füglich behaupten, daß M* üvjayLs ArSrlMißö. geopMijchezr MsÄRsls M

Unter dem deutschen Bombenhagel.

Berlin, 19. Februar. (DNB.) Deutsche Karnpf- unb Sturzkampfflugzeuge, von Jagdschutz begleitet, griffen im Südteil der Ostfront Bahnlager auf einer Hauptstrecke nach wichtigen Industriege­bieten an. Dabei wurden wertvolle Eisenbahnladun- aen oon Bomben getroffen und in Brand gesetzt. Abgestellte Waggons gingen in Flammen auf. Im mitfeieren Teil des südlichen Abschnittes der Ost­front waren bedeutende Eisenbahnknotenpunkte und wichtige Nachschubstraßen das Ziel unserer Angriffe. Auch hier gelang es, neben Ser Zertrümmerung von Bahnhöfen mehrere Materialzüge durch Bordwaf­fenbeschuß und Bombentreffer in Brano zu Hetzen. Aufgestisgene feindliche Jäger, die die Aktionen der deutschen Luftwaffe zu stören versuchten, wurden von deutschen Jägern angegriffen, die dabei ohne eigene Verluste zehn feindliche Flugzeuge abschossen. Starke Verbände von Sturzkampfflugzeugen griffen auch hier zur Entlastung von Truppen oes Heeres in den Erdkampf ein.

Im mittleren Kampfabschnitt richteten sich die Angriffe gegen feindliche Stellungen und Marschkolonnen, vor allem gegen feindliche Panzer. 292 Fahrzeuge aller Art, Panzer und mehrere Bat­terien wurden mit Sprengbomben vernichtet, dar­über hinaus eine große Anzahl schwer beschädigt. In einem größeren, von den Bolschewisten zäh ver­teidigten Ort wurden durch pausenlose Stukaangriffe große Zerstörungen verursacht. In Luftkämpfen über dem gleichen Kampfgebiet konnten 19 feind­liche Flugzeugs abgeschossen werden.

192. Jahrgang Nr. -5 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag-

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Gtreisblick aus 1917.

Von Helmut Sündermann, Stabsleiter des Reichspressechess.

Ein Volk, das im Verlaufe eines Menschenlebens zum zweiten Male in einem Weltkriege steht, wen­det ganz natürlich von Zeit zu Zeit seinen Blick vergleichend zurück und erhebt die FrageWie war es damals?" in dem Bedürfnis, daraus feine jetzi­gen Kräfte zu messen und die Richtigkeit seines Weges zu prüfen.

Die Ereignisse des Kriegsschauplatzes sind wahr­haft verschieden genug: Wenn wir an die Lage des Weltkrieges denken, in dem es trotz härtesten Rin­gens und unermeßlicher Opfer noch im dritten Kriegsjahr an keinem der vielen Kriegsschauplätze eine Entscheidung zu erringen gelungen mar; als Deutschland mit der zerfallenden Donaumonarchie nahezu ganz allein im Kampfe nicht nur allen großen Mächten der Welt, sondern auch den mei- ten europäischen Staaten in ungleichem Ringen ge'genüberstand; als es von sich dasselbe sagen mußte, was Churchill heute im Rückblick auf die englische Erfahrung in diesem Kriege erklärte: daß esgerade noch den Kopf über Wasser" halten konnte. Im Westen verblutete das deutsche Heer, im Osten standen die Russen noch auf einer Linie zwischen Riga und Lemberg, und die Kriegs- macher in Amerika rüsteten sich, ihre Flotte im Atlantik und ihre Soldaten in Frankreich einzu­setzen. z .

An all dies denken, heißt erschüttert fühlen, wel­chen Heldenkampf unser deutsches Volk damals in Ehren bestanden hat, es heißt gleichermaßen be­glückt erkennen, wie ganz anders die Gewichte auf der Waage der Entscheidung in dem jetzigen, dem größeren, die Zukunft ganzer Kontinente gestalten­den Ringen verteilt sind!

Das Bild des großen Kräftespiels wird noch ein* drucksvoller, wenn mir es ergänzen durch eine Er­innerung an den seelischen und organisatorischen Zustand, der damals der deutschen Heimat das Gepräge gab. Es mürbe den Rahmen einer Zeitungsbetrachtung weit überschreiten, wollten wir auch nur den Versuch unternehmen, ein zusammen­gefaßtes Bild all der Verblendung und Unfähigkeit^ die damals auf der einen, all der verbrecherischen Umtriebe, der raffenden Ausbeutung und des be­wußten Dolchstoßes, bte auf der änderen Seite in. deutschen Landen damals am Werke waren.

Nur einige Streiflichter seien dem Dunkel der Vergessenheit entrissen; Streiflichter, wie sie sich beim Studium alter Zeitungsbände jener un­bestechlichsten Zeugen jeder Geschichtsepoche dem erstaunten Auge schwarz auf weiß barbieten. So haben wir beispielsweise den Februarband von 1917 einer Berliner Zeitung aufgeschlagen, um nur einige oberflächliche Blicke auf die Sorgen und Gedanken zu werfen, die vor fünfundzwanzig Jahren im da­maligen dreißigsten Kriegsmonat Die deutsche Öf­fentlichkeit beschäftigten. .

Die Ausbeute des Griffes in diesem Zeitungs­band ist seltsam genug:Ein Gang durch die Stra­ßen der ,Reichshauptstadt" ergibt bie Feststellung, daß überall geschlossene Bäckerläden angetrofren werden, vor denen bie Käufer mit ihren Marken in der Hand 'vergeblich harren unb nichts anderes erhalten als einen Hinweis auf das SchildBrot ausverkauft". Die Debatte der Zeitungen (damals hielt man sofche Pressediskussionen für nützlich, um bte Kritik bes Publikums abzulenken unb zu be­sänftigen) beschäftigte sich erregt mit der Frage, ob unter diesen Umständen bieSchrippe" fallen müsse ober ein Kuchendackoerbot bie Lage bessern könne. Daß die Versorgungslage dabei keineswegs für jeden gleich aussah, darüber wurden die Leser der «LZossi-

änberunaen nach sich zog. Für die Meerengen blie­ben die Abmachungen bestehen, außerdem verpflich­teten sich Rußland und die Türkei, hinfort im Schwarzen Meer nur noch eine Streitmacht von je zehn Schiffen zu Polizeizwecken zu halten. 1871 erst konnten beide Mächte diesem unwürdigen Zustand dank der Unterstützung durch Bismarck und des von ihm begründeten machtvollen Deutschen Reiches ein Ende bereiten. Die Sperre für Kriegsschiffe blieb jedoch bestehen.

* Bei dieser Sachlage blieb es im wesentlichen bis zum Weltkriege. 1915/16 haben England, Frankreich und Rußland als Mitglieder des Dreiverbandes mit zum Teil erheblichen Mitteln und gewaltigen bluti­gen Opfern versucht, den Durchgang zu erzwingen. Er ist ihnen infolge des treuen Zusammenstehens der Deutschen und Türken nicht gelungen. Der un­glückliche Ausgang des Weltkrieges führte dazu, daß die Türkei dieM e e r e n g e n f r e i beit", das heißt die Abrüstung der 11 fer­geb i e t e, zugeftehen mußte. Es wurde eigens ein Völkerbundsausschuß unter ihrem Vorsitz zur lieber-1 wachung der freien Durchfahrt eingesetzt. Dieser Zu­stand dauerte, bis die jungen Völker Europas unter deutscher Führung den Weg zur Revision der Frie­densdiktate des Weltkriegs beschreiten konnten. Kemal A t ä t ü r f, der Erneuerer der Türkei, säumte nicht lange. Eine Konferenz der Völker­bundstaaten in Montreux vom Juli 1936 sprach der Türkei das Recht wieder zu, die Meerengen zu befestigen und sie im Kriegsfälle zu sperren.

Die Freundschaft mit den jungen Völkern Euro­pas hat die Türkei stark werden lassen und ihr dell Frieden erhalten. Sie wird auch dafür sorgen, daß die Dardanellenfrage nicht wieder Gegenstand eines unwürdigen Handels wird, ipi Interesse der Türkei, zugleich aber auch, wie der geschichtliche Rückblick dartut, im Interesse des ganzen Erdteils. Denn nur europafremde Mächte haben die Meerengen für ihre selbstsüchtigen, das heißt europafeindlichen Zwecke mißbraucht.

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Meerengen in gleicher Weise mitsprachen. Das be­weist die Behandlung der Dardanellenfrage in der Folgezeit.

Der französische König Louis Philipp trat 1839 nach offensichtlichen Mißerfolgen in Spanien zur Stützung feines 1830 usurpierten Thrones mit dem Vizekönig Mehmed Ali von Aegypten in Verbin­dung, um auf seine Kosten das eigene geschädigte Ansehen wieder herzustellen. Mehmed Ali strebte nach dem Kalifat und hatte schon erhebliche Teile des türkischen Syrien in seinen Besitz gebracht. Da aber eine Eroberung Konstantinopels durch den mächtigen Aegypter nicht im Sinne der russischen Politik lag, stellte Zar Nikolaus I. dem Sultan sein Heer und seine Flotte ^ur Verfügung. Ihm schlossen sich Oesterreich und Preußen sowie schließlich sogar England an. Solcher Machtballung gegenüber muß­ten Mehmed Ali und Louis Philipp nachgeben. Die beteiligten Mächte garantierten daraufhm dem Sultan ausdrücklich feinen Besitzstand, er mußte sich jedoch in dem Verttage von London 1841 verpflich­ten, keinem fremden Kriegsschiff die Durchfahrt durch die Meerengen zu gestatten. England er­reichte dadurch zweierlei: die Erhaltung der schwachen, unter ihrem Einfluß stehenden Türkei sowie die Fernhaltung russischer Kriegsschiffe vom Mittelmeer. Es blieb in diesem die allein ausschlag­gebende Macht. Trotz der Mißerfolge Louis Philipps glaubte der in ähnlicher Weise auf den französischen Thron gekommene Kaiser Napoleon III. seinen Spuren im östlichen Mittelmeer folgen zu müssen. Er machte sich zum Schutzherrn des im Bau befind­lichen Suezkanals. Als Nikolaus I. auch Absichten auf diesen verriet, inszenierte er mit England den Krim.krieg, der allerdings alle Beteiligten er­heblich schwächte, sonst aber keine wesentlichen 23er-

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setzung einiger wichtiger Stützpunkte an ihnen bzw. am Marmarameer und Bosporus verlangt habe. So weitgehenden Forderungen konnte der Führer nicht zustimmen. Vielmehr mußte er im Interesse der befreundeten Balkanstaaten ur.d ganz Europas sie mit dem gleichen Nachdruck ab- lehnen. Dies geschah mit dem Bewußtsein, eine" ilSvXl,eSchicksalsfrage zwischen Asien und Europa zu- 1 iboritSi gunsten des letzteren entschieden zu haben.

8 Die Dardanellenfrage hat zwei Seiten. Vom ktandpunkt des vergangenen Jahrhunderts möchte inan die maritime in den Vordergrund stellen. Denn die Dardanellen, das Marmarameer und der Bosporus bilden zusammen eine mitunter nur venige Kilometer breite Wasserstraße aus dem Mit­telländischen Meer in das Schwarze Meer. In früheren Zeiten waren aber die Meerengen wich­tiger- als Uebergangspunkte für den Landweg von giften nach Europa und umgekehrt. .Welche von den beiden Möglichkeiten die wichtigere ist, läßt sich aus der Sache selbst nicht entscheiden. Das hängt von der Zeitlage mit ihren politischen Gegebenheiten ab. Die Natur der Dinge ist jedenfalls so, daß so­wohl die eine Richtung, als auch die andere ein Vorrecht für sich beanspruchen kann. Es erscheint aber auch der/Fall möglich, daß der Landweg wie die Wasserstratze zu gleicher Zeit von entscheidender Wichtigkeit fein werden. Einige Klarheit vermittelt in dieser Hinsicht eine geschichtliche Rückschau. Hier­bei sollen jedoch nur die wichtigsten und geschichtlich einwandfrei feststehenden Ereignisse herangezogen

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