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Lieferungen. Die an sich leistungsfähige amerika­nische Äirtschaft war auf so schnelle Umstellung einer so riesigen Kriegsproduktion nicht vorbereitet. Ihr inneres strukturelles Gefüge kennt nur den höchsten geschäftlichen Erfolg, nicht aber die Leistung für das Land als das bestimmende Prinzip. Darum erschrickt die amerikanische Oeffentlichke.it jeden Tag über einenEngpaß" oder wie die Amerikaner sagen über einen neuenFlaschen­hals". Wir wissen bis in die letzten Monate aus eigenster Erfahrung sehr genau, wasFlaschenhälse" aberEngpässe" bedeuten, wie tiefgreifende Um­stellungen, wie viel guter Wille und Hingabe not­wendig sind, um durch einen solchen Engpaß oder Flaschenhals" auf allen Vieren hindurchzukriechen. Wir können uns daher sehr wohl vorstellen, wie es in den Vereinigten Staaten aussieht.

Dort herrscht ein großes Durcheinander. Und je unsicherer die Menschen sind, desto lauter schreien sie. Die Amerikaner sind aus dem Himmel aller Illusionen gefallen. Sie haben sich taäglich mit der wilden Regiererei einer Unzahl neu entstandener Regierungsstellen abzufinden. Die allgemeine Wehr­pflicht ist aus der flachen Hand eingeführt worden. Der Normalamerikaner hat vom Kriege keine ge­naue Vorstellung. Er denkt mit Unlust an die Er­fahrungen des 'Weltkrieges zurück, der die Ver­einigten Staaten auf ihremKreuzzug" moralisch blamiert zeigte und sie überdies mehr als zehn Milliarden unbezahlter Forderungen an ihreAlli­ierten" kostete. Diesem zweifelnden, innerlich so unsicheren Bürger der USA. muß Sand in die Augen gestreut werden. Darum wird von der Ge­fährlichkeit jedes Deutschen erzählt, darum wird jede politische Broschüre als Auftakt zu einem hoch­verräterischen Unternehmen, jedes Führerbildnis als Beweis einer schwarzen Seele, jedes Liederbuch als Zeugnis eines perversen Gemütes verkündet. Eine Greuelpropaganda ist in Gang gesetzt wor­den, um von den Katastrophen auf politischem und militärischem Gebiet abzulenken. Die Brutalität wurde zur Tarnung der Unfähigkeit. Die Amerika- Deutschen sollten gutmachen, was die großspurige, wortereiche Klique um Roosevelt verbummelt oder durch Fehlspekulation eingebüßt hatte. Dieser Täu­schungsversuch, diese dreiste Ablenkung ist so un­würdig, zugleich auch so offenbar und infam, daß ste an den Pranger gehört. Darum hat Dr. Thom­sen dieses USA.-Kind" beim rechten Namen ge­nannt? Dr. Ho.

Panama liefert sich Roosevelt aus.

Lissabon, 19. Mai, (Europapreß.) Ein zwi­schen Panama und den Vereinigten Staaten abge­schlossenerVerteidigungsvertrag" liefert Panama völlig den Vereinigten Staaten aus. Panama muß den USA. die für militärische Stützpunkte verlangten Gebiete für eine unbestimmte Zeit zur Verfügung stellen. Ferner werden den Vereinigten Staaten Die Gewässer Panamas ausgeliefert und die USA. haben das Recht, dort nach freiem Ermes­sen Ankerplätze und Häfen anzulegen. Die Vereinig­ten Staaten verpflichten sich dagegen, die Häfen nicht für wirtschaftliche Zwecke zu verwenden oder sie an Dritte abzutreten, sondern sie nur für eigene militärische Zwecke zu benutzen. Die Heeres- und Marine-Flughäfen sollen zur gemeinsamen Verwen­dung für Die Truppen der USA. und Panama zur Verfügung stehen. Das Hoheitsrecht Panamas über die abgetretenen Land gebiete und Gewässer bleibt grundsätzlich" bestehen. Daß es sich hier nur noch um eine theoretische Souveränität Panamas han­delt, geht daraus hervor, daß die Rechtsprechung über die Bevölkerung einschließlich der Militärper­sonen an die Vereinigten Staaten abgetreten wird.

Obwohl dieses Abkommen erst nach Zustimmung der Nationalversammlung von Panama in Kraft treten soll, sind bereits Streitkräfte der USA. in Panama eingerückt. Dem Ober­kommando der nordameriranischen Streitkräfte wurde von der Regierung von Panama die Errich­tung von militärischen Funkstationen, der Bau von Flakstellungen sowie die Anlage von Flugplätzen gestattet. Bei Rio Hato, etwa 80 Meilen von Der Panama-Kanalzone entfernt, soll ein stützpunkt- artiger Flugplatz für die nordamerikanische Heeres- luftwaffe angelegt werden. Bisher hatten die Ver­einigten Staaten nur das Recht, militärische An­lagen und Streitkräfte in der Panama-Kanalzone, also in unmittelbarer Nähe der Einrichtungen das Panama-Kanals, zu unterhalten. Roosevelts Plan der Besetzung des gesamten Staatsgebietes von Pa­nama führte seinerzeit bereits zur Absetzung des Präsidenten Arias, dessen Nachfolger sich den im­perialistischen Machtgelüsten Roosevelts gegenüber nun gefügiger zeigte, wie das jetzt abgeschlossene Abkommen beweist.

Wer nichts leistet, hat in Deutschland keinen platz.

-Dr. Ley auf einer Goudertagung der Betriebsführer, Betriebsobmänner und Betriebs­unterführer des Gaues Heffeu-Naffau.

NSG. Im Schumann-Theater in Frankfurt a. M. führte die Deutsche Arbeitsfront eine Sondertagung der Betriebsführer, Betriebsobmän­ner und Betriebsunterführer kriegswichtiger Betriebe des Gaues Hessen-Nassau durch, bei der Der Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, sprach. Gau­leiter und Reichsstatthalter Sprenger entbot ihm die Grüße Der Schaffenden des Rhein-Main- Gebietes, Die gekommen feien, feine Weisungen ent­gegenzunehmen. Die Aufgabe heiße heute, Die Lücken zu füllen. Den deutschen Soldaten dürfe nichts mangeln. Jeder müsse geben, was in ihm stecke. Die Männer und Frauen in den Betrieben übernähmen die Garantie dafür, daß diese Lei­stung vollbracht werde. Niemand habe mehr als Dr. Leg das Recht, dem deutschen Arbeitsleben die Parolen zu geben.

Der Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront zeigte den schicksalhaften Kampf des deutschen Volkes seit dem Westfälischen Frieden und Kampf und Not, die wir seit vielen Jahrzehnten erlebt haben, und die sich auf den einen Nenner bringen lassen: Wir hatten zu wenig Brot und zu wenig Raum. Das Erwachen des Blutes und Der Kampf um Brot unD Raum bestimmen das Schick­sal des deutschen Menschen bis zum heutigen Tag. Der Weltkrieg hatte zum erstenmal alle Deutschen vereint. Aeußerlich besiegt, wurde es innerlich nur gefestigter. Das vergossene Blut kittete die deutschen Menschen zusammen und der Segen war, daß ein Mann das Fühlen und Ahnen von Millionen Sol­daten zusammenfaßte. Daraus wuchsen die Partei, die Idee, die Nation, die Gemeinschaft der 85 Mil­lionen deutscher Menschen.

Aus dieser Einheit sah der Kapitalismus feinen Gewinn in Gefahr und nahm Danzig als Anlaß

zum Krieg. Der Jude ist natürlich auf feiner Seite und er verzeiht es nicht, daß wir ihn gesehen haben, wie er ist; deshalb geht es um Sein oder Nichtsein, gibt es nur ein entweder oder. Juda muß vernichtet werden. Der Führer zeigt uns dabei als Einziger den Weg, auf dem es keinen Kompromiß gibt. Wir wußten, daß der Kampf hart würde; denn wir kannten Die Unvernunft Der Juden aus Den Saalschlachten. Aber der Kampf ist noch härter geworden und nur einer konnte ihn mei­stern: Adolf Hitler. Napoleon ist an dem rus­sischen Winter gescheitert, aber Adolf Hitler hat ihn überwunden. Wir nehmen daraus die Lehre, daß der menschliche Wille stärker ist, als die Natur. Der Mensch vermag alles wenn er will und wenn die mechanische Waffe versagt hat, Der deutsche Soldat hat nie versagt.

Der deutsche Mensch aber muß wissen, daß er dem Kampf und dem Schicksal nicht ausweichen kann. Deutsche Frauen und Kinder würden zum Freiwild, wenn Juda und der Bolschewismus siegen würden. Darum gilt es hart zu fein und wir haben die schönsten Vorbilder: den besten Sol­daten und den b e st en Führer. Geben wir ihnen Die b e ft e n Waffen, dann schaffen wir ihnen alle Voraussetzungen.

Dr. Ley kam Dann auf die Preisgestaltung und Lohnordnung sprechen. Hier muß es heißen: Wer etwas leistet, muß seinen Lohn haben, und wer nichts leistet, hat in Deutsch­land keinen Platz. In diesem Zusammenhänge behandelte der Reichsleiter verschiedene Maßnah­men quf sozialpolitischem Gebiet, wie die Werk­verpflegung, die Verantwortung des Betriebs­führers, die Anerkennung der Mitarbeit des deut­schen Arbeiters, den Arbeitseinsatz und den Einsatz der deutschen grau, Der ihm Anlaß zu einem Hin­

weis auf das auf Anregung der Deutschen Arbeits­front geschaffene neue Mutterschutzgesetz bot. Im Zusammenhang mit dem Einsatz fremder Arbeiter betonte er, daß es hier gilt, den deutschen Menschen richtig zu erziehen. Er muß begreifen, was er Blut und Rasse schuldig ist und muß m seiner Haltung Vorbild sein.

Entscheidend ist, daß der Arbeiter an allem teil- nimmt, was im Betrieb geschieht, daß der Betriebs­führer den Arbeiter achtet und der Arbeiter den Betriebsführer. lieber all hat Dr. Ley feftftelkn können, daß das Vertrauen nicht ab nimmt, sondern täglich fester wird. Die deutschen Menschen ver­trauen auf die Führung und glauben an d e n Sieg. Ihre Begeisterung ist nicht lohend und brennend, aber sie ist fest und hart. Der Deut­sche begreift es, daß es ein Schicksalskampf um die Zukunft, ein heiliger Krieg ist. Wir tragen Den Sieg in uns, rücken wir immer fester zusammen. Unsere Ahnen schauen auf uns, ob wir ihr Werk erhalten, und unsere Kinder schauen auf uns; denn ihnen nehmen wir das Leben und die Zukunft, wenn wir versagen. Wir werden alles haben, wenn wir siegen, und wir werden nichts haben, wenn wir unterliegen. Aber es ist nicht wie im ersten Weltkrieg, wo Die ganze Welt gegen uns stand. Heute haben wir mächtige Verbündete und das stärkste Heer der Welt. Wir haben Den S i eg, so rief Dr. Ley den Schaffenden des Rhein-Main- Gebietes zu. Haltet ihn fest! Helft alle mit! Heute müssen wir alle arbeiten. Es geht um die Freiheit, es geht um Deutschland, um seine Ewig-- tcit.

Nach den begeisternden Worten des Reichsorgam- fationsleiters schloß der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Gauamtsleiter Eck, die Sonder­tagung.

Der neueste Ll-Boot-Erfolg.

Die katastrophale Lage der USA.-Schrffahrt in­folge der mit verstärkter Wucht geführten deutschen U-Boots-Angriffe hatte unlängst der angesehenen Washingtoner ZeitschriftUnited States News" An­laß gegeben, den Marineminister Knox als schlech­ten Propheten hingustellen:Nach jeder seiner vielen Versicherungen, daß Die U-Boot-Gefahr beseitigt sei oder beseitigt werde, steigt die Versenkunasziffer wie eine Rakete zum Himmel." Die USA.-Handels- marine tyabe, schreibt dieses Pankee-Organ, seit Kriegsbeginn, also seit dem 7. Dezember, bereits mehr als ein Drittel ihrer Tonnage eingebüßt, und wenn es so weiter ginge. Dann entscheide sich die Schlacht im Atlantik gegen die Alliierten.Wenn diese Verlustkurve anhält", so meint ein anderes amerikanisches Blatt, dieEvemng News" in Buf­falo,so verlieren wir Den Krieg."

Inzwischen ist die Verlustkurve weiterraketen­gleich" in Die Höhe gestiegen. Der reklamegewaltige Marineminister Knox aber ist sehr still geworden und sagt nichts mehr über die angeblich totsicheren Waffen gegen Die Wölfe Der Meere. Roosevelts Traum, Die Weltmeere befahren lassen zu können, als unterständen sie bereits der Pankeegewalt, ist ausgeträumt, und die Stimmen, die von ihm Rechenschaft für seine Versprechungen fordern, mel­den sich in täglich zunehmender Zahl. So schreibt Das BlattDiario de la Marina" in Habana, das Leben der Völker in Der Karibischen See hänge da­von ab, daß Roosevelt helfe. Die USA.-Marine- leitung habe vor längerer Zeit zwar Den Regierun­gen Panamas, Guatemalas, Honduras und Kubas versprochen, militärische Mittel in ausreichendem Maße zur Sicherung Der Karibischen See zu stellen. In Wirklichkeit habe aber dieses Meer, von dem Die Anrainerstaaten lebten, aufgefjört, ein amerikanisches Meer zu fein. Kann man stärker die Enttäuschung Der Anrainerstaaten der Karibischen See mit Rooseoeltversprechungen kenn­zeichnen, nachdem sie sich durch Das Beispiel Der vielen europäischen Völker nicht hatten abhalten lassen, eine deutschfeindliche Politik nach Den Be­fehlen Roosevelts und gegen ihre eigenen Interessen zu treiben?

Gerade jetzt berichtet Das Oberkommando der Wehrmacht, daß in der Karibischen See, an der Ostküste Der USA. und vor der Mündung Des Mis­st si ppi siebzehn feindliche Handelsschiffe mit 105 000 BRT. vernichtet und zwei weitere Schiffe schwer be­schädigt roorben seien. Es muß geradezu lähmend

auf Die Pankees wirken, wenn unmittelbar vor Den Augen Der Küstenbewohner Die amerikanischen Han­delsfrachter torpediert werden, ohne das Washington Hilfe weiß. Aber diese 105 000 BRT. bedeuten auch einen ganz erheblichen Verlust an Material. Ein Schiff von 6000 BRT. hat z. B. so viel Material, Waffen, Flugzeuge, Munition geladen, daß Damit allein 400 Güterwagen von je 15 Tonnen voll be­stückt werden könnten. Ein solcher Güterzug hat eine Länge von nicht weniger als vier Kilometer. Nun haben Die 105 000 versenkten BRT. eine Warenmenge an Bord gehabt, Die ungefähr 17,5 Dampfer von je 6000 BRT. transportieren können. Umgerechnet hat also die deutsche U-Bootwaffe allein bei dieser Gelegenheit Waren versenkt, zu Deren Be­förderung man 6820 Güterwagen zu je 15 Tonnen brauchen würde, die, aneinandergereiht, eine Strecke von 70 Kilometer ergeben. Mit einem einzigen Schlag haben also deutsche U-Boote Güter versenkt, Die unterzubringen es beispielsweise eines ununter­brochenen Güterzuges von Köln nach Koblenz oder von Berlin nach Angermünde bedurfte. An solchen Beispielen ermißt man erst Den Erfolg unserer U-Boote und den Verlust, mit Dem Die 5)anfees für Die Fische produzieren.

*

Einen Begriff von der Arbeit unserer Untersee­boot-Besatzungen macht man sich, wenn man das Berfenfungsergebnis vom 1.bis 17. Mal zusammenzählt. In dieser Zeit, also in einem halben Monat, wurden 97 feindliche Handelsschiffe mit ins­gesamt 534 800 BRT. versenkt, davon allein 82 Schiffe mit 480500 BRT. durch Unterseeboote in atlantischen und amerikanischen Ge­wässern.

Unter den jetzt versenkten feindlichen Schiffen be­fand sich auch ein großer Nachschubdamp- fer, der Flugzeugteile und Stückgut für die Bolschewisten geladen hatte. Wie auf Grund der Schisfspapiere festgestellt werden konnte, war das Schiff auf dem Wege von Neuyork nach Basra am persischen Golf. Dort liegen die ein­zigen Häfen im Süden, über die die Bolschewisten Kriegsmaterial erhalten können. Ein anderes 21- Boot, das sich auf der Heimreise befand und seine Torpedos und seine Artilleriemunition bereits ver­schossen hatte, hielt im Golf von Mexiko lediglich

mit Hilfe eines leichten Maschinengewehres einen schwerbeladenen Dampfer an, der in völlig unbe­schädigtem Zustande von Besahungsangehörigen des Unterseebootes durch Oeffnen der Boden- ventile versenkt wurde. Unter den 17 Schif­fen waren sieben große Tanker mit rund 50 000 BRT., von denen sich ein Teil vollbeladen auf dem Wege zu den großen Verbraucherzentren an der Ostküste der USA. befand.

Oer vergebliche Angriff aufdenKreuzerPrinzEugen"

Berlin, 18. Mai. (DNB.) Bei Dem Angriffs­versuch britischer Bombenflugzeuge auf Den Deutschen KreuzerPrinz Eugen" an Der norwegischen Küste flogen Die Briten in verschieDenen Wellen mit etwa 40 bis 50 Flugzeugen gegen 19.30 Uhr, von Westen her fommenD, Den Raum von Stavanger an. Noch über Dem Meer wurde Der feindliche Flugzeugverb and von Jägern gefaßt. In Der äußerst erbitterten Luftschlacht schos­sen sie 18 Flugzeuge ab. Die wenigen. Denen es gelungen war, Die JagDsperre zu Durchbrechen, ge­rieten in Das zusammengefaßte Feuer Der Flak- und Marineartillerie. In kurzen Abstän­den hatte die Flakartillerie vier, Die Marineartillerie sieben feindliche Flugzeuge vernichtet. In einer knappen Stunde wurde Damit über Die Hälfte Des britischen Verbandes abgeschossen, vorwiegend Bomber vom Muster Bleuheim, Beaufighter unD Hudson. Der britische Angriff scheiterte an -Dem her­vorragenden Zusammenspiel aller Deutschen Abwehr­waffen und zwang Die Briten nach einem Verlust von 29 Flugzeugen zum Abdrehen.

Schießerei zwischen britischen und ägyptischen Offizieren.

Rom, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) In Fayum (Aegypten) kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen ägyptischen ünD englischen Offizieren. In Fayum befand sich feit langem eine ägyptische Garnston; vor kurzem wurde nun auch eine eng­lische Garnison dorthin gelegt unter Dem Vorwand, es handele sich um einen wichtigen strategischen Punkt. Der britische Kommandant besaß die Frech­heit, in Gegenwart des ägyptischen Vizekomman- Danten sowie britischer und ägyptischer Offiziere, seinem Mißfallen über Den ägyptischen König offen Ausdruck zu geben. Der ägyptische Vizekommandant Fuad Schoukry machte Dem englischen Komman-

Warnung aus Stendal

Roman von A. Lothar Philipp

33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Das war nämlich der zwingende Grund: Dreimal war er mit Edith ausgegangen unD hatte zu Diesem Zweck den gutmütigen Welt in die größten Un­kosten gestürzt. Denn Welt mußte ihm zu diesem Zweck etwas leihen.

Daß Pete'rsen bestimmte Absichten hatte, war klar. Unklar war nur, ob diese Absichten nun Die reinsten unD lautersten waren. Die kleine Edith war ein höchst sachliches junges Mädchen, das zunächst ein­mal versuchte, vorsichtig seine Absichten zu erfahren und Näheres über seine beruflichen und wirtschaft­lichen Verhältnisse festzustellen. Anscheinend war sie mit Dem Ergebnis nicht sehr befriedigt, denn sie hatte ihm rund heraus erklärt, heiraten könnten sie doch nicht, und für etwas anderes fei sie sich zu schade.

Das also war der Grund, weshalb Petersen schlechter Laune war und auf alles, was ihm in Den Weg kam, schimpfte.

Willis hatte unter diesen Umständen alle Hände voll zu tun, um die Truppe bei guter Laune zu erhalten. Hierin hatte er jetzt in Irene Norodna eine gute Hilfe.

Eine Zeitlang war die Norodna recht fahrig und nervös gewesen. Aber in Den letzten Tagen rourDe sie guter Laune und hob dadurch die Stimmung.

Irene war schon sehr frühzeitig gekommen, weil sie sich für Die Vorstellung besonders schön machen wollte. Es hatte sich herumgesprochen, daß einige auswärtige Varietädirektoren eingelaDen waren, so daß man hoffen konnte, gute Engagements für die Wintersaison zu erhalten.

Jetzt saß sie vor ihrem Spiegeltisch, malte sich Die Augen und Die Lippen und war so in ihre Be­schäftigung vertieft, Daß sie Das Klopfen Wenigs nicht hörte.

Wenig nahm an, daß sie noch nicht Da fei, weil er keine Antwort erhielt, und trat ein, Krähe blieb draußen vor Der Tür stehen.

Oh", sagte Der Kriminalrat, als er Irene sah, verzeihen Sie, aber ich habe geklopft, unD Da nie­mand antwortete, trat ich ein, um hier auf Sie zu warten. Störe ich?"

Sie wandte sich nicht um. #

Durchaus nicht", lächelte sie,wie gefällt Ihnen mein Kostüm?"

Fabelhaft", sagte er als Kenner,wunderbar, berauschend. Ihre Hülle, Fräulein Norodna, ist ganz prächtig. Aber ich wollte mich heute einmal über Ihr Inneres unterhalten."

lieber mein Inneres?" fragte sie spöttisch, danke, ich fühle mich ausgezeichnet. Ich wußte nicht, daß Sie auch Arzt für innere Krankheiten sind."

Er setzte sich gemütlich an ihre Seite, so daß er ihr Profil sehen konnte und sie keine Gelegenheit mehr hatte, ihr Gesicht zu verbergen.

Wir von der Polizei sind eine Art Seelenärzte", begann er,weil wir uns mit dem Studium Der menschlichen Seele oft mehr beschäftigen müssen, als wir möchten. Bei Ihnen, zum Beispiel, liegt Die Sache so, daß ich gern wissen möchte, warum zum Teufel Ihre Seele so gelogen hat."

Gelogen? Wann habe ich gelogen? Soeben, gestern oder ist es noch länger her?" Sie malte ihre Lippen ruhig weiter und schien nicht im mindesten erregt zu fein.

Sie haben gelogen, als Sie mir treuherzig er­zählten, Sie hätten Lanos vor vier Wochen das letztemal gesehen das fei in Hamburg gewesen. Ist das richtig?"

Vielleicht vielleicht auch nicht." Sie zuckte die Achseln.

Wenig wunderte sich über ihre Kaltblütigkeit.

Sie sind eine reizende Dame", sagte er lächelnd, ich meine das rein äußerlich. Aber die Polizei Dürfen Sie nicht belügen, die kann nämlich ohne

jede Rücksicht auf äußere Reize sehr unliebens­würdig fein. Wann haben Sie Lanos zuletzt ge­sehen?"

Sie haben es doch soeben selber gesagt, Herr Kriminalrat, vor vier oder fünf Wochen in Ham­burg. Ich habe dem nichts hinzuzufügen."

Zufällig blickte Wenig nach unten und sah, wie sich ihre Füße heftig bewegten. Die Zehen krümm­ten sich in Den Dünnen Schuhen und Die Füße be­schrieben in Den Knöcheln kleine Kreise. Ihre ge­spannte Erregung war für Den guten Beobachter nicht zu verbergen.

Wollen Sie nicht doch lieber die Wahrheit sagen?" fragte er noch einmal,wir haben nämlich bereits genügend Zeugen, Die bekunden können, daß Sie Lanos viel, viel später in Berlin gesehen haben"

Wann Denn zum Beispiel?"

,Lum Beispiel am MorDabend."

Sie warf klirrend ihr Gerät auf die Glasplatte des Spiegeltisches. Dann wandte sie sich zu ihm um.

Herr", rief sie zitternd vor Erregung,ich stehe vor meinem Auftritt, zu Dem ich alle Nerven unD alle Ruhe brauche. Wollen Sie mich rasend machen? Sagen Sie, was Sie von mir wollen, und dann gehen Sie."

Die Wahrheit, Fräulein Norodna, nichts als Die Wahrheit." Wenig stand auf und trat einige Schritte zurück.

Draußen erklang ein schrilles Läuten, zugleich flammte im Zimmer eine Lampe hoch.

Mein Auftritt", sagte sie.

Das kam Dem Kriminalrat sehr ungelegen, aber unter diesen Umständen konnte er Die Vernehmung nicht fortsetzen. Er gab ihr Den Weg frei.

Ich werde später noch einmal Darauf zurück­kommen", sagte er,Denfen Sie Daran, daß es für Sie besser ist, stets Die Wahrheit zu sagen. Sie kommen mit Schwindeleien nicht weiter, Denn wir kommen doch dahinter."

Sie sagte nichts mehr. Sie blickte sich noch ein­

mal im Zimmer um, nahm Dann ihr zweites Kostüm, das sie nach Dem einen -Austritt überzog und ging hinaus.

Kaum war sie draußen, als Krähe Den Kopf zur Tür hereinfteckte.

Hat sie gestanden?" fragte er.

Nein, Der Auftritt kam dazwischen. Kommen Sis mal herein, Krähe."

Wenig suchte mit Dem Kriminalsekretär das Zim­mer durch. Sie fanden ihre Handtasche, Die sie durch­suchten. Es fand sich nichts vor, was ihnen nützen könnte.

Der Kriminalrat ging daraufhin mit Krähe zum Büro Des Direktors.

Kriminalrat Wenig", stellte er sich vor,Herr Direktor, ich möchte einige Auskünfte von Ihnen haben. Zunächst bitte ich Sie um Die Adresse von Fräulein Norodna."

Direktor Berthold war überrascht aufgestanden. Darf ich fragen, um was es sich handelt?" , Diese Frage war sicherlich berechtigt, aber Wenig bat ihn, erst Die Adresse zu geben.

Lutherstraße 29", sagte er,gleich hier in Der Nähe." Dann steckte er die Karteikarte wieder in den Karteikasten.

Krähe, gehen Sie sofort hin und machen Sie eine Durchsuchung", befahl Wenig,vor allem achten Sie darauf, ob Sie eventuell Den Revolver finden."

Ja", meinte Krähe,soll ich denn ganz allein*

Nehmen Sie noch zwei Beamte vom zustän­digen Revier. Los, gehen Sie."

Als Krähe gegangen war, sagte Wenig:

Ich habe große Lust, Die Norodna zu verhaften. Wenn ich es nicht tat, so einfach mit Rücksicht auf Sie, Herr Direktor, und Ihre Vorstellung. Ich muß Sie aber bitten, mit mir in Den Bühnen- raum zu gehen. Damit ich Die Norodna während der Vorstellung beobachten kann. Nach ihrem Auf­tritt muß ich sie mitnehmen zum Polizeipräsidium."

(Fortsetzung folgt.)