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192. Jahrgang Nr. U5 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags

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Gießener Anzeiger

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Oie Lag-gründe deutscher U-Boote.

Die Wehrmachtberichte melden jetzt einen U-Boot- erfolg nach dem andern. Da erscheint es angebracht, einmal die Schauplätze dieser so bedeutsamen See­kriegführung vom geographischen Stand­punkt aus zu betrachten.

Man verrät kein strategisches Geheimnis, wenn man seststellt, daß der offene Ozean kein geeigneter Jagdgrund ist. Seine unendliche Weite führt besten­falls zu Zufallsbegegnungen. Dabei werden Boot und Mannschaft aber durch unfruchtbares Hin und Herfahren stark beansprucht. Seit Beginn dieses Jahres ist einer der hauptsächlichsten Jagdgründe die Ostküste der Vereinigten Staaten. Sie stellt nicht nur den neuesten Jagdgrund dar, sondern auch den ergiebigsten. Das Warum dafür liegt in erster Linie' in' wirtschaftsgeographischen Gründen. Es ist bekannt, daß die Vereinigten Staa­ten allein über 60 v. H. der gesamen Erdölerzeugung der Welt verfügen. Nimmt man dazu noch die von ihnen abhängige Leistung der Erdölindustrie in Mexiko, Kolumbien, Venezuela, Peru und auf Tri­nidad, dann kommen rund 75 v. H. der gesamten Erdölerzeugung zusammen. Schon die Auszählung dieser Länder zeigt, daß es sich mit Ausnahme von Peru um solche handelt, welche die w e st l i ch e Umrahmung des amerikanischen Mit­telmeeres bilden.

Das Bild wird noch vervollständigt, wenn man be­denkt, daß die z. Z. bedeutsamste Öelproduktion der Vereinigten Staaten selbst in Fortsetzung der mexi­kanischen liegt, d. h. in Texas, Louisiana und Okla­homa. Ein auf der Erde nicht wieder vorkommender Oelreichtum hat sich hier auf einem verhältnismäßig nahe zusammenliegenden Raum vereinigt. Trotzdem hat er einen erheblichen Mangel. Die Hauptver­braucher des Erdöls leben in 2000 bis 3000 Kilo­meter Entfernung nördlich. Bisher überwand man diesen Mißstand durch eine stattliche Tanker­flotte, deren Bedienung wenig kostete, weil die Flotte sich auf der Hälfte der Strecke der hier sehr lebendigen, aber trotzdem kostenlosen Treibkraft des Golfstroms bedienen konnte, der den Golf von Mexiko durch die Floridastraße verläßt und dann bis zur Höhe von Neu-Fundland parallel mit der Ostküste verläuft. Von den eben genannten 75 v. H. des Erdöls benutzen wenigstens 50 v. H. diesen Wasserweg ganz ober teilweise. Die Florida- st r a ß e wird dadurch zu einem gefährlichen Eng­paß, und zwar auf ihrer ganzen. Strecke: sowohl zwischen Florida und der Insel Kuba wie zwischen Florida und den Bahama-Jnseln.

Das amerikanische Binnenmeer weist noch, einen zweiten gefährlichen Engpaß auf. Es zerfällt in zwei große Teile: in das Karibische Meer im Süden und in den Golf v o n Mexiko im Nor­den. In den Golf von Mexiko mündet der Mis­st s s i p p i, der in Geschichte und Literatur berühm­teste Strom Nordamerikas. Der Vater der Gewäs­ser, wie ihn die Ureinwohner nannten, ist mit dem Missouri der längste Strom der Erde. Er entspringt im Norden Minnesotas. Kurz von Minneapolis wird er schiffbar. Er berührt dann St. Paul und führt in einer Länge von 3115 Kilometer bis zum Mexikanischen Golf bei New Orleans (Louisiana). Durch seine Länge, Größe und die Gewalt seiner Strömung bildet er für die Nordamerikaner ein nationales Symbol. Man kann sich also die Wir­kung auf die öffentliche Meinung Amerikas vor­stellen, wenn jetzt das Auftreten deutscher Unter­seeboote im Mississippi-Delta bekanntgegeben wird. Der Golf von Mexiko und das Karibische Meer stehen miteinander mit dem Yucatan-Kanal in Verbindung, der etwa 250 Kilometer breit zwischen der mexikanischen Halbinsel Yucatan und der großen Insel Kuba liegt. Am nördlichen Aus­gangspunkt der Floridastraße vereinigen sich nun die Zufuhren von den oben angeführten USA.-Süd- staaten und Mexiko mit denen von Venezuela, Ko­lumbien und Peru. Die letzteren müssen einen be­sonders gefahrenreichen Weg zurücklegen. Am besten ist noch Peru dran, das seine Frachten nach dem Verlassen des Panamakanals nahe an der Fest­landsküste halten kann. In Kolumbien und vor allem in Venezuela vollzieht sich die Erdölgewinnung in technisch so ungünstigen'Verhältnissen, daß das Roh­öl erst einmal au'f den holländischen vorgelagerten Inseln Aruba und C u r a $ a o gesammelt und ge­reinigt werden muß, ehe es seinen Weg in die Staaten antritt. Damit wird es schon an seinem Ausgangspunkt großen Gefahren ausgesetzt.

Die Östküsten der amerikanischen Staaten stellen also geradezu den Schulsall eines Jagdgrundes für U-Boote dar. Eine eigenartige Küstengestaltung kann hier mit einem hochwertigen und überaus kriegswichtigen Handelsgegenstand wetteifern. Damit sind die natürlichen Voraussetzungen für einen U-Bootjagdgrund herausgestellt. Aber es ist keines­wegs so, daß die U-Bootjagd in diesen Gewässern nun ein Kinderspiel wäre. Der Zugang zu dem Karibischen Meer und besonders zu dem Golf von Mexiko ist für die U-Boote schwer, weil die Viel­zahl der Inseln Stützpunkte ab gibt, von denen aus Luft- und Seestreitkräfte die Meere kontrollieren können, insbesondere aber die engen Zufahrtswege, die infolge von Untiefen, Sandbänken und Klippen auch rein navigatorisch schwer zu befahren sind. U-Boote, die hier operieren, können nicht nur kom­men und wieder verschwinden. Sie müssen sich auf die Lauer legen, den Feind beobachten, in gün­stigste Schußstellung kommen. Wir lesen von tage- langen Verfolgungsfahrten deutscher U-Boote, die sich von feindlichen Kapitänen nicht abschütteln lassen.»New York Times" schätzte die Reichweite der deutschen U-Boote auf 24 000 Kilometer und rechnet mit der Möglichkeit einer zweimonatigen Fahrtdauer. Das ist für die U-Boote, auch wenn sie nicht Westentaschenformat haben, eine gewaltige Leistung, gleich groß für Konstrukteure wie Be­satzung!

Ein anderer in letzter. Zeit von den deutschen U-Booten besonders bevorzugter Jagdgrund liegt am entgegengesetzten Ende des Atlantik bei seinem Zusammenfließen mit dem Eismeer im hohen Nor­den. Hier in der Barents-See liegt nicht mir

der nächste Verbindungsweg zwischen den angel­sächsischen Mächten und der Sowjetunion, sondern auch der für Massengüter allein in Frage kom­mende. Immerhin ist der Wasserweg nach Mur­mansk das ganze Jahr befahrbar dank dem warmen Golfstrom, der bis zur Kola-Halbinsel seine Ausläufer schickt. Schon vor dem Kriege hatte die Sowjetunion hier einen Weg zum Ozean gesucht und gefunden, wie das Aufblühen des erst 1915 angelegten Hafens von Murmansk beweist. Dieses ging so stürmisch von statten, daß es seine Ein-

(vtockholm, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die britische MonatsschriftNineteenth Century and After" kritisiert die Ideen- und Ziellosigkeit der britischen Politik, die dem Volke nicht sage, wofür es kämpfe, und deren Vorstellungen von der Nach­kriegswelt unklar und verschwommen seien.Dem­gegenüber haben-die deutsche« Ziele ganz klare Umrisse. Sie sind keineswegs uferlos, wenn dies auch unsere Propagandisten behaupten. Das ist es gerade, was den Führer vom englischen Standpunkt zu einem so gefähr­lichen Gegner macht, daß er nämlich eine ganz klare Auffassung von Strategie und Politik besitzt, und daß diese Auffassung durch­aus auf dem Boden der Wirklichkeit steht. Die Deutschen haben eine klare Vorstellung von dem, was sie wollen, eine klare Vorstellung vom Krieg und eine klare Vorstellung von der Zeit danach. Wir Engländer besitzen keinerlei solche klare Vorstellung. Das Blatt warnt dann vor jeder Un­terschätzung der Deutschen:Die Fähigkeit der Deut­schen, Schweres zu ertragen, ist ungeheuer. Daß die Deutschen binnen wenigen Jahren nach dem Weltkriege nicht nur imstande waren, alles wieder­zuerlangen, was sie verloren hatten, sondern noch mehr dazu zu gewinnen, ist außerordentlich beacht­lich. Man sagt, daß niemand aus der Geschichte lernt. Die Deutschen jedenfalls tun es. Man erzählt

Berlin, 18. Mai. (DNB.) von den deutschen und rumänischen Truppen wurden am 17. Mai ver­zweifelte Ausbruchsversuche der auf dem Nordzipfel der Halbinsel Kertsch zusammengedränglen Bolsche­wisten abgeschlagen. Nachdem die zweitägigen, mit größtem Menscheneinsah geführten Anstürme des eingeschlossenen Gegners mit dem Ziel, sich ans der vernichtenden Umklammerung zu befreien, zerschla­gen worden waren, gingen in den Mittagsstunden ds 17. Mai die verbündeten Truppen unter Ein­satz starker Artillerie im konzentrischen Angriff zur Vernichtung der eingekesselten Bol­schewisten über, hierbei entbrannten erbit­terte Kämpfe um die Anlagen eines Hüttenwerkes. Ein erneuter Versuch des Fein­des, im Rücken der vordersten deutschen Angriffs­welle zu landen, mißlang. Auch die in einem allen Festungswerk eingeschlossenen Bolschewisten leisteten noch zähen Widerstand, der jedoch ihre Ver­nichtung nicht aufhalten konnte.

Das Ritterkreuz.

Berlin, 18. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleut­nant Wiegand, der sich als Batteriechef in einem Flak-Regiment in Afrika durch besonderes Führergeschick und vorbildliche persönliche Tapfer­keit ausgezeichnet hat. Ende Januar 1942 erhielt Oberleutnant Wiegand den Auftrag, S a u n u unter

Oer Wehrmachiberichi.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 18. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Auf der Halbinsel Kertsch gehen die Reste des geschlagenen Feindes trotz verzweifelter Gegenwehr ihrer Vernichtung entgegen.

Im Raum von E h a r k o w führten unsere Gegenangriffe zu einer Panzerschlacht, in deren Verlauf 56 feindliche Panzer abge- schofsen wurden. Weitere 54 sowjetische Pan- z e r wurden durch Luftangriffe außer Gefecht ge­setzt.

Im Abschnitt des Ilmensees führten Kampf­fliegerverbände vernichtende Schläge gegen Trup- penunlerkünfle und Nachschubkolonnen des Feindes.

In Lappland wurde im Angriff weiter Ge­lände gewonnen.

Im rückwärtigen Gebiet zerschlugen un­garische Truppen in mehrtägigen Kämpfen eine aus bolschewistischen Banden bestehende feind­liche Kräflegruppe.

Im Seegebiet von Murmansk erzielte die Luftwaffe Bombenvolltreffer auf fünf großen Transportern.

wohnerzahl in den letzten Jahren von 25000 auf 118 000 steigern konnte. Ebenso holte der alte Hafen von Archangelsk am Weißen Meer in den letzten Jahrzehnten auf 280 000 Einwohner auf. Trotzdem ist der naturgegebene Handel hier bescheiden gegenüber dem der amerikanischen Ost­küsten. Er wird für die U-Boote lohnend durch die Kriegsmateriallieferungen der änglo-amerikanischen Mächte nach der Sowjetunion. Aehnlich liegen die Verhältnisse in den Engpaßgebieten des euro­päischen Mittelmeeres, die bei Gibraltar, Malta und vor dem Suezkanal sich finden. Die geographi­schen Gesetzmäßigkeiten gelten aber auch hier wie überall anderswo. Dr. H. Dreyhaus.

uns, was geschehen sei, sei geschehen, und auch Göt­ter könnten die Vergangenheit nicht ändern. Die Deutschen jedoch können es. Sie schreiben zur Zeit« die Geschichte um und schreiben sie neu. Die Aufgabe, vor der England und seine Verbündeten stehen, ist daher bedeutend schwieriger als jede Aufgabe, die wir bisher in unserer Geschichte losen mußten."

Volltreffer

in einer britischen Fabrikanlage.

Berlin, 18.fflai. (DBB.) Wie das 0Kw. mit- teilt, griffen leichte deutsche Kampfflug­zeuge in den Morgenstunde» des 18. Mai bei einem Vorstoß zur englische» Südostküste eine Fabrikanlage nor d-w esilich von Deal in der Nähe von Dover an. Kurz nach 6 Ahr gingen die deutschen Flugzeuge zu Tiefangriffen über und lösten die Bomben aus geringer höhe über den befohlenen Zielen aus. In einer großen Werkhalle wurden Volltreffer erzielt. Es entstand eine heftige Explosion mit starker weißer Rauch­bildung. Die Flugzeuge kehrten nach ihrem über­raschenden Tiefangriff ohne Zwischenfälle zu ihren Einfahhäfen zurück.

Vernichtung der eingekesseiten Volschewisten

auf

der

Halbinsel Kertsch

Wieder 105000 BRT. an der LlGA.-Küste versenkt.

allen Umständen zu nehmen und die englischen Kräfte in den Kessel gu werfen. Trotz schweren feind­lichen Beschüsses fuhr er mit feinen Geschützen auf 1200 Meter an Saunu heran, kämpfte in direktem Beschuß die englische Batterie nieder und setzte dem zurückweichenden Feind nach. Dabei machte er Ge­fangene und erbeutete eine Panzerwerkstatt mit 22 Panzern.

Der Führer verlieh das Ritterkreuz ferner an Oberstleutnant Meyer, Führer eines Infanterie- Regiments; Hauptmann Ehrt, Bataillonsführer in einem Infanterie-Regiment, und Gefreiten Mas­ter, Richtschütze in einem Infanterie-Regiment. Oberstleutnant Meyer wehrte fünf Tage lang in zähem Kampf die Massenangriffe des Feindes gegen eine große Ortschaft im mittleren Abschnitt der Ost­front ab. Die Bolschewisten versuchten, in Stärke von zwei Divisionen und mit Unterstützung von 30 Panzern sowie von 16 Batterien die wichtige Ort­schaft uv Besitz zu nehmen. Oberstleutnant Meyer gelang es, alle Angriffe abzuwehren. Die Bolsche­wisten mußten ihre Massenangriffe mit dem Ver­lust von etwa 2000 Toten und 22 Panzern bezahlen. Hauptmann Ehr trist es zu verdanken, daß alle Versuche des zahlenmäßig überlegenen Feindes, eine wichtige deutsche Nachschubstraße abzuschneiden, vergeblich waren. Gefreiter Mosler hat Ende No­vember vor.Moskau, als ein vorgeschober deutscher Spähtrupp eine Hohe erreicht hatte und sich später infolge starker Waffenwirkung der Bolschewisten ab­setzen mußte, bei dreißig Grad Kälte allein mit seinem MG. 14 Stunden lang die Hohe trotz schwe­rer Verwundung verteidigt.

Heber Malta wurden fünf britische Flugzeuge zum Absturz gebracht.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, ver­senkten deutsche Unterseeboote an der Ostküste von Nordamerika, im kari­bischen Meer und vor der Mündung des Mississippi 17 feindliche Handels­schiffe mit zusammen 105 000 BRT. Zwei wei­tere Schifte wurden durch Torpedotreffer schwer beschädigt.

An der englischen Südküste bombardier­ten leichte Kampfflugzeuge mit guter Wirkung die Hafengebiete von Folkestone und Hastings.

Vor der niederländischen Küste beschä- j diglen Minensuch- und Vorposienboote im Kampf mit britischen Schnellbooten ein feindliches Boot durch Arlillerietrefser.

An der K a n a l k ü st e schossen deutsche Jäger ohne eigene Verluste 15 britische Flug­zeuge ab.

In der nördlichen Nordsee griffen starke britische Luftstreitkräfte den KreuzerPrinz Eugen" erfolglos an. Sie wurden unter schwer­sten Verlusten zurückgeschlagen. Der Kreuzer und seine Vegleitfahrzeuge schossen sieben, Iäger und Flakartillerie 22 der angreifenden Bomber ab4 so

Die Deutschen schreiben die Geschichte um."

Eine britische Zeitschrift bemängelt die Ideenlosigkeit der britischen Politik.

Brutalität als Ablenkung.

Die Zahl der Enttäuschten wird in den 23er* einigten Staaten immer großer. Was ist z. B, aus der überheblichen Ankündigung geworden, Ja­pan in 90 Tagen zu besiegen? ... Wie knapp das amerikanische Rüstungsmaterial ist, ergibt sich dar­aus, daß vom Dezember 1941 bis März 1942 (ein Kriegsmaterial nach der Sowjetunion geschickt wer­den konnte, obwohl Moskau darum flehte." So er­klärte Gesandter Dr. Thomsen, der bisherigg deutsche Geschäftsträger in Washington, vor der Weltpresse in Lissabon. Seine Worte werden in Deutschland noch stärkeren Eindruck machen als in der Welt. Denn die deutsche Oeffentlichkeit ist zwar über die Tatsachen, aber doch mit der gebotenen Zurückhaltung, unterrichtet worden. Konjunktur, Wirtschaftsberichte und Verschiffungsstatistiken sind wichtig; das Wichtigste aber ist der Kampf der Truppe. Wir gehören nicht zu jenen, die das Publikum mit Wirtschaftsspekulationen behelligen. Darum sind diese Tatsachen, von denen der Ge» sandte Dr. Thomsen, der fünf Monate nach Erklä« runq des Kriegszustandes glücklich in Lissabon ein# treffen konnte,- gesprochen hat, in der deutschen Presse nicht mit Posciunenstößen als der Anbruch einer Morgenröte verkündet worden, die den Tag einleitet, an dem die gebratenen Tauben dem beuh schen Volk ganz von selbst ins Maul fliegen.

Wenn der binnendeutsche Leser in langen Mo­naten von dem Verlangen Stalins nach Errichtung einer zweiten Front in West- oder Südeuropa las, wenn die dringlichen Forderungen der Sowjetbot­schafter Litwinow und Maisky erwähnt wurden, wenn der kategorische Befehl Roosevelts an seins Regierungsstellen, endlich die Sowjetunion vor# dringlich zu behandeln, verzeichnet wurde; wenn dis deutschen Wehrmachtberichte von den tagelangen erbitterten Angriffen deutscher Flieger, Zerstörers und U-Boote im Eismeer sprachen, dann war? immer vom Thema die Rede! Aber dieses Thema wurde sachlich behandelt. Der deutsche Geschäfts­träger in Washington hatte aber allen Anlaß, von diesem Thema in bestimmten Worten zu. sprechen, als er nach fünf Monaten Krieg! in diesen Tagen seinen Fuß in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon wieder auf europäischen Boden setzte. Ei? kam an der Spitze eines großen diplomatischen Stabes (aus den meisten amerikanischen Ländern) zurück. Er wußte, daß er noch Tausende von Deut­schen in der Obhut der amerikanischen Brutalität zurücklassen muhte. Wer wollte es diesem ManU verargen, daß er in dem Augenblick, wo er aus deü haßschwangeren Atmosphäre der Vereinigten Staa# ten heraustrat, ein offenes Wort sprach und d i 6 H inter gründe der Brutalität herausstellte, deren Opfer so viele Deutsche und Italiener in derk Neuen Wett" geworden sind?

Denn die Brutalität, deren Opfer diese Amerika- Deutschen geworden sind, hängt aufs engste mit dem militärischen, politischen und persönlichen Ver­sagen der Roosevelt-Clique zusammen. Die <5m tuation ist von durchscheinender Klarheit: Erstens erklärte die Roosevelt-Clique, daß die USA. die Wett um ihren Finger wickle. Dann kam die furcht­bare Katastrophe von Pearl Harbour, die Aus­schaltung der nordamerikanischen Kriegsmarine. Mit dem Verlust der Seemacht begann eine Serie* von Niederlagen und Bloßstellungen, die bis heute nicht abgerissen ist. Die amerikanischen Streitkräfte werden ebenso verzettelt wie die amerikanischen

daß der Feind bei diesem Angriffsversuch über dis die Hälfte feines Verbandes verlor.

Drei britifche Bomber wurden über der Deut­schen Bucht, fünf über der westlichen Ost« f e e zum Absturz gebracht. Damit verlor die bri­tische Luftwaffe am gestrigen Tage und in der ver­gangenen Nacht bei ihren. Angriffsversuchen auf deutsche Seestreilkräfte und auf die besetzten Ge­biete sowie bei Anflügen der deutschen Küste ins­gesamt 52 Flugzeuge. Bei diesem Kämpfen gingen nur drei eigene Jagdflugzeuge verloren, deren Besatzungen gerettet werden konnten.

Bei den Erfolgen deutscher Unterseeboote vor Amerika hat sich das Boot des Korvettenkapitäns Schacht besonders ausgezeichnet.

Der Oberwachtmeifter Müller einer Sturm- geschühabteilung schoß am 17.Mai 11 feind­liche Panzer ab.

Reichsmarschall Göring besichtigt einen Verband der Luftwaffe.

WK.-Kriegsberichter Eitel-Lange.

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