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danken deshalb heftige Vorwürfe. Der britische Kommandant beschuldigte darauf den ägyptischen Kommandanten, ein Landesverräter zu sein. Der Streit endete mit Revolverschüssen zwischen den bei­den Offiziersgruppen: mehrere Offiziere wurden ge­tötet oder.verwundet. Der ägyptische Vizekomman­dant wurde auf Veranlassung der Engländer ver­haftet.

Bahnknotenpunkte in Assam mit Bomben belegt.

Tot4o, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Große Verbände japanischer Armeeflieger griffen am Mon­tagnachmittag erstmalig Bahadurpur und Silchar, zwei wichtige Knotenpunkte der Ver­bindungslinie Indiens mit Tschungking in der in­dischen Provinz Assam an und zerstörten Bahnhöfe, Lagerhäuser und Eisenbahnzüge. Auf einen Trup­pentransport mit fliehenden britischen Soldaten wurde ein Volltreffer erzielt.

Aus dem Reich.

Keine Urlaubsreifen während der pfingstzeit.

Zum Pfingstfest kann die Reichsbahn mit Rück­sicht auf den Kriegs- und lebenswichtigen Personen- und Güterverkehr im Reich und in den besetzten Ostgebieten keine zusätzlichen Züge zur Be­wältigung von Urlaubsreisen oder Familienheim- fahrten stellen. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz erwartet daher von jedem Arbeiter, Angestellten und Betriebsführer, daß er vom 21. bis 27. Mai jede Reise nach Möglichkeit unterläßt und daß er Urlaubsreisen und Fami­lienheimfahrten in die Zeit legt, in der die Reichs­bahn besser als gerade zu Festzeiten einen solchen Verkehr bewältigen kann. Haltet also alle die Reichsbahn gerade in diesen Tagen für kriegswich­tige Transporte frei und tragt auf diese Weise mit dazu bei, daß die Front und die Rüstungswirtschaft in der Heimat rechtzeitig mit allem versorgt werden können, was sie dringend brauchen.

Dir landwirtschaftliche Bodennutzungs­erhebung.

Zn diesen Tagen findet im gesamten Großdeut­schen Reich die landwirtschaftliche Bodennutzungs­erhebung statt. Die Ergebnisse dieser Erhebung sind für die Staatsführung gerade während des Krieges als Grundlage für wichtige Maßnahmen auf dem Gebiete der Ernährungswirtschaft von größter Be-. deutung. Es ist daher nationale Pflicht jedes land­wirtschaftlichen Betriebsinhabers, die auf dem Fragebögen gestellten Fragen gewissenhaft zu be­antworten und 'den Fragebogen zum festgesetzten Termin an den Bürgermeister zurückzugeben. Dies gilt nicht nur für die Fragen über die eigentliche Bodennutzung, sondern ebenso für die Fragen über die Obstbaumbestände und die Bestände an Ar­beitskräften, deren richtige Beantwortung überdies im eigenen Interesse der Betriebsinhaber liegt. Um die Gewinnung zuverlässiger Angaben auf jeden Fall sicherzustellen, werden ähnlich wie bei den Viehzählungen die Angaben der Betriebsinhaber durch Beauftragte der Ernährungsämter stich­probenweise nachgeprüft werden. Betriebsinhaber, denen falsche Angaben nachgewiesen werden, haben auf Grund der in der Verordnung über Auskunfts­pflicht vom 13. 7. 1923 vorgesehenen Strafbestim­mungen strenge Bestrafung zu gewärtigen.

Oie Versetzung an den höheren Schulen

Für die Versetzung an den höheren Schulen hat der Reichserziehungsminister Richtlinien heraus­gegeben: Ein Schüler hat nur dann das Anrecht auf Versetzung, wenn er den Unterrichtsanforderun- gen genügt und den Willen zu Leistung und Mit­arbeit aufweist. Ist dieser Wille vorhanden, so kann über Minderleistungen in Einzelfällen bei Höher­leistungen in anderen Fächern hinweggesehen wer­den, jedoch kann ein Schüler, der in Deutsch und Geschichte gleichzeitig versagt, nicht versetzt wer­den. Im übrigen wiegen mangelhafte Leistungen in mehreren Fächern einer Fachgruppe nicht so schwer, wie mangelhafte Leistungen in Fächern verschiedener Fachgruppen. Ein Schüler der A n - 7 an g s k l a s s e , der sich als ungeeignet für die höhere Schule erweist, kann aus ihr entlassen wer­den. Wer im übrigen zweimal das Ziel der gleichen Klasse nicht erreicht, muß die höhere Schule verlassen. Ein besonders hoher Maßstab ist bei der Versetzung in die Klasse 8 anzulegen, zumal mit dieser Versetzung die vorzeitige Zuerkennung der Reife für Schüler, die in die Wehrmacht eintreten, verbunden ist.

Das Handwerk im Kriege.

Vor den Schaffenden des deutschen Handwerks sprach in Essen der Leiter des deutschen Handwerks in der DAF., Reichsamtsleiter Sehnert (Berlin) zu den Meistern, Gesellen und Lehrlingen sowie zu den Frauen, die den Arbeitsplatz der zum Wehr­dienst einberufenen Männer eingenommen haben, über die einschneidenden Maßnahmen, die der Krieg auch dem kleinsten Handwerksbetrieb auferlegte. Der Einsatz für die kriegswichtige Versorgung und die Rüstungswirtschaft müsse in bestem Sinne ge­löst werden. Die Frage, ob die handwerklichen Be­triebe noch eine Existenzberechtigung hätten, könne dahin beantwortet werden, daß das beste Verhältnis eine gesunde Mischung zwischen Klein, Mittel- und Großbetrieben sei. Alle Maßnahmen zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit, zu denen der einzelne Be­trieb nicht in der Lage sei, seien Aufgaben der In­nung. Wenn das Handwerk sich den Grundsätzen modernster Sozialpolitik unterwerfe, dann gebe es feine Aushöhlung der handwerklichen Betriebe. Durch Technisierung und Rationalisierung könne die Leistung des deutschen Handwerks noch gestei­gert werden. Für den Nachwuchs gelte es, nur so viel Lehrlinge einzustellen, wie notwendig sei.

Aus der Stadt Gießen

Oer Ernteeinsatz -er Jugendlichen

verlor beim j vier Finge

i mit einer Kreissäge rechten Hand. Der be­

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icissen den hohen Wert der Peri-Güteerzeugnisse zu schätzen, deshalb gehen Sie sparsam mit ihnen um.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lauge. Stellvertreter bei Hauvtschriftleiters: Ernst Blumichein. verantwortlich für Politik und Bilder: D.r. Fr. W. Lange: für das fieutheton: Dr. Hans Thyrtot; für Stadl Gietzen, Provin,, Wirtjchaft und Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Berlag: Brühljche Universitälsvruclerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Tr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck.

Anzeigenpreisliste Nr. 6.

Gloria-palast:

Oie Erbin vsm ^Rofenbof'*.

Der Film, der einer Vorbemerkung zufolge Jahre 1930 spielt, behandelt im Rahmen einer

dauernswerte Wann mußte ein Krankenhaus auf­suchen. In dem nahen Bellmuth mußte ein Einwohner das Offenlassen d-es Hühnerstalles teuer bezahlen. In der Nacht brach ein Fuchs aus dem nahen Walde ein und bi ß 19 Hühner tot.

Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar.

Die gestrige Aufsichtsratssitzung genehmigte den Jahresabschluß für das Geschäftsjahr 1941. Nach Abschreibungen auf Anlagevermögen von 3 468 196,42 RM. (i. 23. 3 499 271,84 RM.) vor- bleibt ein Reingewinn von 1 486 542,16 RM, (i. V. 1531 192,38 RM.). Der am 8. Juli stattfindenden Hauptversammlung wird die Verteilung einer Divi­dende von 5V2 v. H. (wie im Vorjahr) vorgeschlagen.

machen: zweitens in Erntekindergärten: drittens in Einsatzlagern ipi Osten: viertens als Helferin in Kindertagesstätten: fünftens als Helferin in Mut­ter-, Kinder- und Säuglingsheimen. Verantwortlich für den Einsatz ist die Mädelführerin des Gebietes. Für eine ordentliche Unterkunft, gefunden Arbeits­einsatz und für die Lebenshaltung der Mädel sind die Bäuerinnen bzw. die Leiterinnen der Heime ver­antwortlich. Die Mädel sind in einer Gruppe von mindestens fünf Mädchen je Dorf einzusetzen.

Die Jugendlichen (Jungen und Mädchen), sofern sie über 14 Jahre alt sind, erhalten ein Taschengeld von 10 RM. im Monat, sofern sie unter 14 Jahre sind, ein Taschengeld von 30 Rpf. werktäglich. Außerdem können Lebensmittel (Obst usw.) als Zu­lagen neben dem Bargeld gewährt werden. Sofern Mädchen der 7. Klasse zusammen mit der NSV. ein­gesetzt werden, erhalten sie monatlich 15 RM. Taschengeld. Die Jugendlichen werden zur Kranken­versicherung angemeldet und sind gegen Unfall versichert. Die Kosten trägt der Betriebsführer. Die Bereitstellung von Bekleidung und Schuhen ist im Hinblick auf die Versorgungslage nicht möglich. Die Jugendlichen müssen daher geeignete Arbeits­kleidung selbst mitbringen. Die bäuerlichen Betriebe werden jedoch, soweit sie dazu in der Lage sind, mit ihren eigenen Beständen an Arbeitskleidung nach Möglichkeit aushelfen. Sofern ein Jugendlicher Schistiefel oder anderes geeignetes Sportschuhzeug besitzt, soll er sie mitbringen. Zur Entschädigung des durch den Ernteeinsatz verursachten besonderen Verschleißes der mitgebrachten Kleidung und Schuhe wird jedem Jugendlichen ein angemesseres Kleider­geld bezahlt.

l i n seien von den übrigen genannt: die Gießener wird es interessieren, in einer kleinen Rolle Ludwig L i n k m a n n wiederzusehen. Die Spielleitung hatte Franz Seitz. (Kopp-Film.)

Im Beiprogramm laufen die neue Wochenschau mit sehr fesselnden Aufnahmen vom Einsatz unserer U-Boote gegen Amerika, ein Kultursilm vom Erz­berg in der Steiermark und eine heute besonders aktuelle und bildhaft instruktive Darstellung der enormen Größe einer Bruttvregistertonne.

Hans Thyriot.

Luise Steinmüller tot aufgefunden.

Die seit vorigem Dienstag vermißte 27 Jahre alte Luise Steinmüller aus Fellingshausen wurde am gestrigen Montagnachmittag in der Lahn in der Nähe der Brücke in der Gemarkung Waldgirmes, dem sog. Naunheimer Steg, t 0 t aufgefunden. Die Leiche des Mädchens wurde zum Friedhof in Wetz­lar gebracht, lieber die Todesursache ist bis jetzt noch nichts bekannt, Aufschluß darüber wird wohl erst die Sektion der Leiche ergeben.

In einer Mitteilung der Kriminalpolizeileitstelle Frankfurt a. M., Mordkommission, die bereits vor der Auffindung der Leiche des Mädchens an die Presse gerichtet wurde, kommt zum Ausdruck, daß diese BehöHle mit der Möglichkeit eines Verbre­chens rechnet. Luise Steinmüller wurde, nach der Mitteilung der Kriminalpolizei, am Dienstag, dem 12. Mai, gegen 7 Uhr in Wetzlar gesehen, als sie von der Lahnbrücke kommend in die Garbenheimer Straße einbog. Es ist festgestellt worden, daß der Edwin Höhn aus Rodheim a. d. Bieber, der seit längerer Zeit in näherer Beziehung zu dem Mäd­chen stand, am gleichen Tage mit der Bahn bis zum Bahnhof Garbenheim gefahren ist, dort gegen 7 Uhr den Zug verlassen hat und in Richtung Gast­wirtschaft Taubenstein, Garbenheimer Straße, wei­terging. Aus weiteren Feststellungen ist zu schlie­ßen, daß eine Verabredung zwischen dem Edwin Höhn und der Luise Steinmüller für jenen Morgen bestanden hat. Offenbar fuhr die Steinmüller bis Wetzlar und Höhn nur bis Garbenheim, damit beide zusammen in Wetzlar nicht gesehen wurden.

Von der Mordkommission der Kriminalpolizeileit­stelle Frankfurt a. M. ist, wie wir gestern bereits berichteten, der Edwin Höhn am Samstag erneut festgenommen worden. Er befindet sich in Gießen rn Polizeihaft. Die Beamten der Mordkommission der Kriminalpolizeileitstelle Frankfurt, die z. Z. in Rodheim a. d. Bieber weilen, sind eifrig mit den weiteren Ermittlungen beschäftigt.

Verdunkelungszeit:

19. Mai von 22.17 bis 4.50 Uhr.

* * 7 0. Geburtstag. Am morgigen Mittwoch, 20. Mai, kann Herr Jnnocenz Krack, Leihgesterner Weg 118, in aller Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Der Jubilar macht für sein Fuhrgeschäst täglich noch alle Fahrten. Zu seinem Geburtstage unseren herzlichen Glückwunsch.

* * Erfolgreiche Hundezucht. Bei der am Sonntag in Wetzlar durchgeführten 8. Hundeausstel­lung errang der IV-jährige Chow-Chow-Deckrüde Alf vom Saarowstrand, Vater Riclds To-Bee im- poliert, gezogen auf Champion Rochow Dragoon und Champion Brillantinen-Linien aus dem Chow- Chow-Zwingervom Hessenland", Besitzerin Frau Anny Fechter, Gießen, Kaiserallee 34, in der O. K., N. K. und I. K. den 1. Preis mit der Note Vorzüglich". Zur Förderung eines guten Zucht­materials ist er vielversprechend.

Schweinemarkt in Buhbach.

* Butzbach, 19. Mai. Auf dem heuttgen Schweinemarkt waren 318 Ferkel auf getrie­ben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 28 bis 34 RM., 6 bis 8 Wochen alte 34 bis 42 RM., 8 bis 10 Wochen alte 42 bis 50 RM., 10 bis 12 Wochen alte 50 bis 60 RM. das Stück. Der Handel verlief anfangs flott, später ab flauend: kleiner Ueberstand.

Landkreis Mietzen

ch Daubringen, 18. Mai. Der Zigarre narb ei« ter Heinrich Töpfer von hier begeht morgen sei­nen 7 0. Geburtstag. 47 Jahre ist der alte Herr in der hiesigen Zigarrenfabrik von Rinn & Cloos, früher Emmelius, tätig. Mit 18 Jahren ging er nach den Vereinigten Staaten von Nord­amerika, wo er fünf Jahre als Schmied arbeitete, dann infolge eines Unfalles wieder zurück kam. Der Jubilar erfreut sich noch bester Gesundheit. Unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.

Kreis Biibinge*1

G Nidda, 17. Mai In dem benachbarten Fauerbach ereignete sich gestern ein schwerer Unglücksfall. Ortsbauernführer Adolf Schwab

Kastanienblüte.

Noch sind die Tage der Rosen ..." heißt es in einem Lied. Nun, die Tage der Rosen sind noch nicht, aber die Maitage der Kastanienblüte sind ge­kommen. Ist es nicht eine Pracht, auf den freien Plätzen, in Parkanlagen, auf Friedhöfen und Stra­ßenrainen unter den stämmigen Schattenspendern zu stehen und den Blick hinaufzusenden in das dichte, breit ausladende Geäst, das übersät ist mit den schnurgerade aufstrebenden Blütenkerzen?! Un­ter den Wundern der Blüte ist das Wunder der Kastanienblüte eines der schönsten. Ein blühender Kirschbaum wirkt weich und zart wie ein knospen­des Mädchen, die Blütenkerzen der Kastanien da­gegen sind ein Fest, zu dem leuchtende Lichter auf­gesteckt wurden.

Wir Deutsche lieben denn auch die Kastanie ge­rade wegen ihrer festlichen Schönheit, mag der Saum auch sonst nicht von sonderlich großem Nutzen sein. Er hat sich in unserer Landschaft eingenistet, ols ob er immer hierher gehört hätte. Dennoch ist auch die Kastanie.aus dem Süden zu uns gekom­men, eigentlich in'Vorderasien und in den Mittel­meerländern zu Haufe und vor etwa 300 Jahren erst bei uns heimisch gemacht worden.

Gesprochen haben wir hier von der Roßkastanie, die von wesentlich anderer Art ist als die Edel­kastanie. Sie, die Edelkastanie, verwandt der Eiche und der Buche, gedeiht bei uns nur in klimatisch besonders begünstigten Gegenden. Wir finden sie an der Mosel, begegnen ihr auch im Taunus und in der Pfalz, wo sie uns überall ihre köstlichen Früchte schenkt. '

Ungeachtet des geringen Wertes der Roßkastanie erfreuen wir uns an ihr doch. Nur kurze Wochen sind es im Frühjahr, daß ihr Blätterdach im hellen, lichten Grün erstrahlt. Kaum ist die Blüte dahin, kaum sind die ragenden Kerzen verlöscht, dann dunkelt das Grün, wird tief und matt. Wir aber sitzen unter der wuchtigen Krone des Baumes kühl und geborgen. Und so bleibt es den ganzen Sommer lang.

Zweimal im Jahr ist die Kastanie unfern Kindern besonders lieb. Sie schätzen sie zuerst als einen Lieb- lingsbaum der Maikäfer, die, wie schon der Name sagt, ihre Hauptflugzeit im Mai haben. Der Mai­käfer' ist gewiß ein luftiger Kumpan, aber er zählt leider auch zu den sehr schädlichen Käfern, die mit allen Mitteln bekämpft werden müssen. Unsere Ju­gend hat bann erst recht wieder Spaß an der Ka­stanie, wenn die Herbstzeit kommt und in den Früchten für sie ein allerliebstes, vielfach verwend­bares Spielzeug heranreift. In Kriegszeiten haben wir allerdings auch für die braune Roßkastanie eine andere und bessere Verwendung als es ein Spiel­zeug zu sein pflegt. Da sammeln wir die Kastanie als Mastfutter für die Schweine und können sie auch noch auf manche andere Art praktisch verwen­den. Sv dient sie vorweg auch dem Wild zur Aesung, und was vielleicht nur wenige wissen werden, aus der Roßkastanie läßt sich eine Art Giftstoff, Sapo­nin genannt, gewinnen und zur Herstellung von Haarwasser und Erfrischungsgetränken verwenden.

Ganz von ungefähr kommt es also nicht, daß wir der Kastanie immer und überall als Zierbaum be­gegnen, der unsere Plätze und Anlagenbereichert. In ihrem schönsten Schmuck, im Schmuck der Blü­tenkerzen, zeigt sie uns an, daß wir im Hochfest des Frühlings stehen. Daran wollen wir in diesen Tagen denken, wo wir uns überall am Kerzen­rausch der Kastanien ergötzen können.

Kür Tapferkeit vor öem Zemöe.

Der ^-Mann Ernst Ströher aus Wilsbach (Kr. Biedenkopf) wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Don der Ludwigs-ilniversiiäi.

Zum Dozenten für das Fach Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde an der Universität Gießen wurde der Dr. med. habil. Walter Moritz ernannt. Do­zent Dr. Moritz, der Oberarzt in der Universitäts- Ohren-, Nasen- und Halsklinik ist, hat in Gießen, Berlin und München studiert, in Gießen sein Staatsexamen bestanden und im Februar 1937 hier auch promoviert. Im November 1940 wurde er zum Dr. med. habil, ernannt.

zu umständlich ausgesponnenen und übrigens auch kaum filmgerechten Handlung bas Problem der Landflucht. Der Schauplatz ist ein oberbayrisches Dorf, die Elemente der Fabel sind halb volksstück- mäßig, halb schwankhaft gemischt aus Liebes- und Eifersuchtsgeschichten, Gemeinderatssitzung und länd­lichem Trachtenfest mit Preissingen, gediegener Keilerei, anschließender Versöhnung und der obli­gatorischen Vereinigung der nach den üblichen Ver­wirrungen und Mißverständnissen endlich und end­gültig zueinander findenden Paare. Die Frage der Landflucht ist schwerwiegend genug, um in einem ernsthaften Film wenn nickst ohne Rest und volks- politisch befriedigend gelöst, so doch klar, vernünftig und gerecht oorgetragen zu werden. Dazu gehört etwas mehr als die oberflächliche und simple Schwarzweißzeichnung der Charaktere, wie sie in die 1 em bäuerlichen Sturm im Wasserglase in Szene gesetzt wird. Im Vordergrund stehen Paul Klin­ger als der Dvrffchu Hehrer, der eigentlich ein Bauer hätte werden sollen, und Hansi Knoteck als die Erbin vom Rosenhof, die in ihm gerade den Richtigen erwischt: sie wirken beide sympathisch, haben aber nicht viel zu spielen. Gustav Waldau in der hübsch gezeichneten Figur eines verschmitzten Bauerngroßvaters, Sepp R i st und Trude Haefe -

Auf den Erfahrungen des Vorjahres aufbauend, find die diesjährigen Durchführungsbestimmungen oes Jugendführers des Deutschen Reiches bis ins letzte durchgefeilt worben, so daß die Gewähr ge­geben ist, baß der Ernteeinsatz volkswirtschaftlich den erhofften Nutzen bringt, und anderseits die Ju­gendlichen geistig und körperlich auch in dieser Zeit die Förderung erfahren, die unter den gebotenen Umständen möglich ist. Es kommt kein I u - aendlicher zum Einsatz, der nicht vom Arzt für tauglich befunden wurde. Kranke Kinder werden während des Ernteeinsatzes der übrigen möglichst zur Erholung verschickt, jeden­falls werden die Zurückbleibenden während des auswärtigen Einsatzes ihrer Schulklasse nicht am Unterricht in anderen Klassen teilnehmen. Sofern die Jugendlichen zum langfristigen Einsatz kommen, der vom 15. April bis zum 15. November freige­geben ist, gehen die Lehrer mit in den Ernteeinsatz, so daß die schulische und erzieherische Betreuung am Einsatzort fortgesührt wird. Erfolgt der Einsatz kurz­fristig, so erfolgt er grundsätzlich am Wohnort der Kinder oder in benachbarten Drtene die täglich vom Elternhaus erreicht werden können. '

Beim langfristigen Einsatz werden keine Som­merferien eingelegt. Die Kinder werden vielmehr in den Einsatzpausen am Schulort auch während der Ferienzeit bis auf eine Erholungszeit von insgesamt drei Wochen unterrichtet. Da der Ein­satz nur nach Bedarf erfolgt, ist es möglich, daß eine Schulklasse mehrmals zum auswärtigen Einsatz abrückt und nach Erledigung der Ernte wieder zum Schulart zurückkehrt, wo dann der volle Schulbe­trieb wieder ausgenommen wird.

Die Jungen werden am Einsatzort entweder ge­schlossen in einem Lager untergebracht ober einzeln ober zu mehreren beim Bauer ober den landwirt­schaftlichen Bettieben. Bei ber Einzelunterbringung wirb ber Jugendliche grundsätzlich in die Familien- gemeinschast ausgenommen. Der Bauer und die Bäuerin werden bemüht sein, den Jugendlichen bas Elternhaus weitgehend zu ersetzen. Entsprechend wird auch die Verpflegung am Familientisch des Lauern sein. Die Jugendlichen dürfen auch nur entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit eingesetzt werden. DerLager- leiter, also der Lehrer, und die zu seiner Hilfe bei­gegebenen HJ.-Führer haben darüber zu wachen.

Der auswärtiae Einsatz ber Mädel erfolgt nach etwas anderen Grundsätzen. Für ihn stehen nur die Schülerinnen der Klasse 7 der Höheren Mädchenschule zur Verfügung. Er hat die Form des ununterbroche­nen Einsatzes und erfolgt nach Bedarf vom 15. 4. bis 15. 11. 42. Eine schulische Betreuung während des Einsatzes findet nicht statt, lieber eine den Mädeln zu gewährende Erholungszeit etgeht noch besondere Verfügung. Der Einsatz erfolgt vor­wiegend: erstens als Helferin in bäuerlichen Haus­halten, hauptsächlich in kinderreichen Familien, um die Bäuerin für die bäuerliche Arbeit frei zu

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