wie Erze und Gummi einsetzen, aber um darin jede Stockung zu vermindern, rücksichtslos genug sind, sogar die für die ibero-amerikanischen Staaten bestimmten Frachten an industriellen Fertigwaren, Maschinen und ähnliches, in den nordamerikanischen Versandhäfen zu hohen Stapeln liegen zu lassen und auch auf den südamerikanischen Routen ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse des interkontinentalen Handels nur die Häfen anzulaufen, in denen für die Kriegführung der USA. wichtige Güter verladebereit liegen. So sieht die panamerikanische Solidarität nach Tisch aus, eine eindringliche Warnung für jedes in seinen Entschlüssen noch freie Land, in die Fußtapfen der Nachbarn zu treten, die in der Gefolgschaft Roosevelts sd überraschend schnell die Schattenseiten eines Krieges kennen lernen, der ihre ureigensten nationalen Interessen in keiner Weise berührt hätte, wenn sie nicht so voreilig dem vom klingenden Dollar begleiteten Sirenengesang Roosevelts gefolgt wären.
Für Roosevelt ist die Neutralität so wichtiger Staaten wie Argentinien und Chile nicht bloß ein Schönheitsfehler der panamerikanischen Solidarität, wie er sie auffaßt. Deshalb folgt der erfolglos ye- bliebenen Ueberredung nun die Politik der Einschüchterung, um die Widerspenstigen doch noch an das Leitseil des nordamerikanischen Imperialismus zu nehmen. Diese neue Phase hat nun Unterstaatssekretär Sumner Welles, der die USA. schon in Rio vertreten hat, mit einer Rede eröffnet, in der er den beiden neutral gebliebenen südamerikanischen Republiken Verrat an der panamerikanischen Idee vorwarf und sie bezichtigte, auf ihrem Staatsgebiet „umstürzlerische Agenten" zu dulden, die von dort ihre feindselige Tätigkeit in den Nachbarländern betrieben. Diesen völlig unbewiesenen und unbeweisbaren Behauptungen fügte er die Drohung hinzu, er könne nicht glauben, daß die beiden Republiken noch weiter dulden würden, daß „ihre Brüder und Nachbarn von den Achsensendlingen den Dolchstoß in den Rücken erhalten". Es ist selbstverständlich, daß diese anmaßende Belehrung in Argentinien und Chile als Affront empfunden worden ist. Die erste Wirkung war, daß der chilenische Staatspräsident Rios, der wie eine Anzahl anderer ibero- amerikanischer Staatsoberhäupter sich auf Einladung Roosevelts nach Washington begeben wollte, diese Reise abgesagt hat und statt dessen in Washington Aufklärung über den Vorstoß von Sumner Welles verlangt hat. Aber daß dieser durchaus im Einvernehmen mit Staatssekretär Hüll und dem Präsidenten gesprochen hat und seine Rede nur die.Einleitung einer Politik der Einschüchterung und Vergewaltigung gegenüber den beiden ibero-amerikanischen Republiken sein sollte, hat inzwischen die nordamerikanische Presse ganz offen erkennen lassen. So schrieb die „New York Times": „Aus vielerlei Gründen glaubt man in Washington, daß es höchste Zeit ist, die Haltung der letzten zwei Neutralen in der westlichen Hemisphäre unter die Lupe zu nehmen". Argentinien und Chile müssen also damit rechnen, daß die USA. den Reden auch die Taten folgen lassen, um sie von ihrer neutralen Linie abzudrängen.
Argentinien, das mit 2,8 Millionen Quadratkilometer zwar sechsmal größer ist als das Altreich, aber mit nur 13,12 Millionen Einwohnern (4,7 auf den Quadratkilometer) kaum mehr Bevölkerung zahlt als Bayern und Sachsen zusammenge- nommen, ist ein Land des Großgrundbesitzes und der weiträumigen Viehzucht, wenn auch die städtische Bevölkerung zahlenmäßig überwiegt. Die argentinische Pampa ist eine der größten Fleisch- und Kornkammern der Erde. Ader das Land ist arm an Bodenschätzen, und wo solche vorhanden sind wie in den Kordilleren, da stehen die schlechten Transportverhältnisse, obwohl Argentinien über das ausgedehnteste Schienennetz des Erdteils verfügt, einem rationellen Abbau entgegen. So beschränkt sich die JiHustrie im wesentlichen auf die Verarbeitung der agrarischen Erzeugnisse namentlich in den berühmten Gefrierfleisch-, .Fleischextrakt- und Trockenfleischfabriken, in Getteidemüh- len, riesigen Brauereien, Gerbereien und Textilfabriken. Trotzdem ist Argentinien mit einer Ein- fuhr von 1,338 Milliarden Pesos und einer Ausfuhr von 1,573 Milliarden Pesos im Jahre 1939 der erste' Handelsstaat Südamerikas gewesen, und Buenos Aires ist mit 2,4 Millionen Einwohnern nicht nur die größte Stadt, sondern auch die bedeutendste Handelsmetropole des Erdteils. Aber der Krieg hat den Außenhandel Argentiniens so zusam- mensthrumpfen lassen, daß bereits das Jahr 1940 eine passive Handelsbilanz von 70 Millionen Pesos brachte und die Häfen, in denen 1933 noch 60 000 Säst sie mit 40 Millionen Tonnen angelaufen waren, obwohl die eigene Handelsflotte nur etwa 3000 Schiffe mit 520 000 Tonnen zählt, sind heute verödet, da die früheren Absatzmärkte und Lieser- zentren zum größten Teil gesperrt sind und Argentinien nicht über hinreichend Schiffe verfügt, um einen interkontinentalen Warenaustausch mit den
Ein Mann rechnet ab
Roman von Horst Biemath
26. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Auf der Terrasse des Hotels Pullman waren alle Tische besetzt. Ein Vergnügungsdampser aus USA. hatte am Morgen eine ganze Schiffsladung von Touristen über Verakruz ausgeschüttet. Der Erste Offizier hatte das Hotel Pullman besonders warm empfohlen. (Später allerdings, nach dem Lunch, amüsiere man sich, wenigstens wenn man allein sei und nicht ewig allein zu bleiben wünsche, im El Faro bei Madame Perano oder in den anderen zcchllosen Lokalen entschieden besser.) Man hatte sein bedeutungsvolles Augenzwinkern verstanden.
Auf den Tischen standen kleine Lampen, rote Blütenkelche, deren Licht diskret genug war, um die Moskitos ungesehen in der Suppe ertrinken zu lassen. Sie war nordamerikanischen Gaumen ohnehin zu stark gewürzt. Aber auf den Löffeln waren die Worte „Pullman, Verakruz" eingraviert. Und wer wollte es zu bezweifeln wagen, wenn man später in Pittsburg oder Philadelphia solch einen Löffel aus der Andenkenvitrine hervorholte, daß man in Verakruz — wissen Sie, da unten in Mexiko, blödsinnig heiß — Suppe gegessen hatte? Auf einer Hotelterrasse, die ganz von blühenden Oleandern, rot und weiß, eingerahmt war, und mit einem wundervollen Blick über den Palmenkorso auf den Hafen hinunter.
Ein leiser Lufthauch wehte vom Ozean her, nicht etwa kühl, aber doch ein wenig erfrischend. Gerade soviel Wind, um die Palmenfächer ganz sanft zu bewegen. Heber dem Korso blitzten helle Bogenlampen, eine strahlende Schnur, die sich wie ein funkelnder Schmuck an der Küste entlangzog. Ein zauberhafter Anblick vom Wasser aus. Und dazu die zuckenden Lichtreklamen der Hotels und Ler-
gnügungslokale. Natürlich nicht mit dem Lichtwunder Neuyorks zu vergleichen, aber eben doch entzückend in Verbindung mit dem märchenhaften Strand, mit dem Duft der Tropen, mit dem rot aufsteigenden Mond. Und auf dem Korso der wogende Zug der Flaneure, das Vorübergleiten der eleganten Limousinen und blumengeschmückten Pferdegespanne. Merkwürdige Gentlemen, verdammt farbig, aber herrliche Frauep.
Antonio drückte sich gewandt wie eine Eidechse an den Vorgärten der Lokale entlang durch den Bummlerstrom. Sein Ziel war die Terrasse des Pullman, wo Forester ihn erwarten wollte. Er hatte es viel zu eilig, um zu bemerken, daß ihm ein anderer Bursche, Bartholomeo nämlich, in kurzer Entfernung heimlich folgte. Vor wenigen Minuten hatte Antonio ihm als letztem der zehn Kundschafter für seine Bemühungen die zweite Hälfte des Geldscheines mit der entsprechenden Nummer in die Hand gedrückt.
Karen und Forester hatten einen Tisch am Rand der Terrasse. Ein grün beranktes Gitterwerk zwischen den blühenden Oleanderkugeln trennte die Hotelgäste von der Straße. Die Balustrade war hoch genug, um ihnen den Blick über die Promenade zu gewähren, während es den Bummlern unmöglich war, den Gästen des Hotels in die Teller zu gucken.
Antonio entdeckte Forester sofort, er streckte den Kopf über das Terrassengeländer und machte sich, da Forester mit der blonden Senorita in ein eifriges Gespräch vertieft war, durch ein diskretes Hüsteln bemerkbar.
„Antonio — endlich! Nun, bringst du gute Nachricht?"
Antonio sah, daß auch die blonde Dame mit höchster Spannung auf seine Antwort wartete. Er hätte etwas darum gegeben, den beiden mit einem günstigen Bescheid antworten zu können.
„Sie sind Ihr schönes Geld leider umsonst losgeworden, Senor", sagte er bedauernd. „Entweder war die Frist von zwei Stunden für die Suche zu
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„Was meinen Sie, „wollen wir Antonio weiter nachzuspüren?"
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«Danke, Antonio, aber du sollst nicht unbelohnt bleiben, wenn du uns etwas Wichtiges melden kannst."
Antonio grinste: Kavalier hin, Kavalier her, vom Rittertum allein lebte man nicht, und ein Ehrensold war eine angenehme Aussicht. „Aber wo finde ich Sie?"
„Du findest mich in den nächsten Tagen hier im Hotel, Antonio", sagte Karen kurzentschlossen. „Und
MED tharmaze Gesellschc
,„2a, Frank, und versuchen Sie bitte nicht, es mir auszureden. Suchen Sie, wenn Sie nach Buena Esperanza kommen, bitte sofort meinen Vater auf und erzählen Sie ihm alles, damit er sich meinetwegen nicht beunruhigt."
„Läuten Sie ihren Vater an, Karen, und spre- chen Sie selber mit ihm. Glauben Sie etwa, daß ich Sie im Stich lasse? Selbstverständlich bleibe ich bei Ihnen, obwohl ich Ihnen offen gestehen muß, daß mein Witz zu Ende ist."
Karen legte über den Tisch hinweg ihre Finger auf seine Hand. „Sie sind wirklich ein guter Freund, Frank ..."
„Nicht doch ... nicht doch ..." murmelte er verwirrt und spürte sekundenlang beglückt die Wärm» und das zarte Gewicht chrer Hand. „Wenn ich nur einen gescheiten Einfall hätte!"
„Sie haben ihn bereits gehabt, Frank ..."
Er blickte überrascht auf: „Ich verstehe Sie nicht — oder. Sie meinen doch nicht etwa im Emst die absurde Geschichte, Gonzales vor Brackmann zU warnen?"
(Fortsetzung folgt.)
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Karen", fragte Forester, beauftragen, Brackmann
Senorita", warf Antonio
ein, „für Sie ...!"
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Die Mißhandlungen deutscher Kriegsgefangener
Das OKW. gibt die eidlichen Aussagen gefesselter Gefangener bekannt.
Berlin, 16. Okt. (DNB. Funkspruch.) Zu der Fülle der Erklärungen, die in den letzten Tagen durch den britischen Premierminister oder durch die britische Regierung abgegeben wurden, gibt das Oberkommando der Wehrmacht eine Veröffentlichung heraus, in der es u. a. heißt: Bei dem Landungsveusuch der Engländer am 19. 8. 1942 bei Dieppe ist der deutschen Wehrmacht auch der englische Operationsbefehl für dieses sogenannte „Unternehmen Jubilees" in die Hände gefallen. Im Anhang L, Abschnitt 4, Ziffer b2 heißt es: „Wo immer es möglich ist, werden den Gefangenen die Hände gebunden, damit sie ihre Papiere nicht vemichten können." Das Oberkommando der Wehrmacht hat inzwischen über die vielen Fesselungen, die bei Dieppe vorgekommen sind, nicht nur erschütternde Photographien des noch gefesselt tot aufgefundenen Schneiders Starke der Organisation Todt erhalten, sondem auch zahlreiche ordnungsmäßig vor einem Kriegsgericht gemachte eidliche Aussagen von Soldaten und Arbeitssoldaten der Organisation Todt, die zwischen zehn Minnen und anderthalb Stunden gefesselt waren. Nur einige dieser Aussagen seien im folgenden wiedergegeben, sie zeigen zugleich, in welcher unglaublich rohen Art die Fesselungen durchgeführt waren.
In der Aussage des Obergefreiten Albert Dörr heißt es: „Auf der Wiese, auf die auch wir geführt wurden, lagen mehrere OT.-Männer. Ihnen waren die Hände auf dem Rücken zusammengebunden. Vor mir lag ein OT.-Mann. Diesem waren die beiden Daumen aneinander gebunden. Von den gefesselten Händen führte ein Strick nach dem Hals in der Weise, daß dieser Strick vorn um den Hals gelegt war, nach hinten über den Rücken lief und dort an die Hände gebunden war. Die Folge dieser Fesselung war, daß beim Ermüden der Hände und Arme die um den Hals führende Schnur nach unten gezogen und daß dadurch dem Gefesselten die Lust abgesperrt wurde ..."
Der Arbeitssoldat der Organisation Todt, Josef B ö l l i n g e r, hat eidlich erklärt: Am 19. August, gegen abend, sagte mir unser Frontführer Reinhardt, wir sollten den Schneider Starke, der oben am Wege lag, holen. Wir fanden Starke tot am Wege liegen. Ihm waren die Hände nach vorn gefesselt. Die Fäuste waren zusammengekrampft. Er hatte am Leibe eine ziemliche Wunde. Ob es eine Schußwunde oder eine Stichwunde war, kann ich nicht sagen. Auf der anderen Seite des Bauches hatte er gleichfalls eine Wunde. Ferner hatte er am unteren Kinn eine Verletzung. Es sah so aus wie eine Stichwunde, ich kann es aber nicht behaupten, ob es eine war."
übrigen ibero-amerikanischen Ländern in die Wege zu leiten. Argentinien war vor dem Kriege Domäne des britischen Kapitals. Heute drängt der USA.- Dollar auch hier das englische Pfpnd hinaus, denn England muß zur Bezahlung feiner Rüstungs- fäufe in den USA. immer mehr dazu übergehen, auch seine wertvollen Kapitalanlagen in Südamerika dem rücksichtslos eintreibenden Juniorpartner des so ganz wider Erwarten verlaufenden Kriegsgeschäfts zu überlassen.
Die Innenpolitik Argentiniens ist seit der Entstehung des Staates aus einem spanischen Vizekönigreich 1816 durch den Kampf zwischen Unita- riern und Föderalisten bestimmt worden. Mtt dem föderalistischen Gauchohäuptling Rosas, der sich 1830 zum Diktator auswarf, wandte sich die Provinz gegen die kosmopolitischen Strömungen der Hauptstadt. Damals bildete sich im Kampf gegen die Blockade der Seemächte Frankreich und England ein argentinisches Nationalbewußtsein heraus, das seitdem sich immer wieder gegen die fremden Einflüssen zugängliche Radikale Partei durchgesetzt hat. So hat der Präsident Jrigoyen im ersten Weltkrieg im wohlverstandenen Interesse Argentiniens dem Druck Washingtons und Londons widerstanden, die in den „Antipersonalistas" des Dr. de Al v ear ihre Freute im Lande hatten. Dieselben Elemente zeigen sich auch jetzt wieder in dem berüchtigten Daborda-Ausschuß des argentinischen Parlaments den Wünschen der USA. gefügig, die mit Schwarzen Listen ihres Agenten Atockefeller argentinische Wirtschaftskreise einzuschüchtern suchen. Aber die jüngsten Parlamentswcchlen im Frühjahr haben der „Concordancia", den RegierungSpar- teien, einen Sieg gebracht. Sie unterstützen die Neutralitätspolitik des Präsidenten Castillo und seines Außenministers G u i n a z u, denen es bisher gelungen ist, gegen alle Machenschaften der Roosevelt-Agenten und der von ihnen ausgehaltenen Po-
Wenn die englische Regierung bisher die nötigen Belege für die deutschen Behauptungen über die Fesselung bei Dieppe vermißt zu haben glaubt, so müssen die hier veröffentlichten gerichtlichen Vernehmungen an sich wohl genügen. Die Reichsregierung stellt aber gleichwohl frei, die vorliegenden Aussagen auf dem Wege über die Schutzmacht durch erneute Vernehmungen der Betreffenden nachprüfen zu lassen.
Die neuen Erfahrungen bei dem englischen Ueberf all a u f d i e Insel Sercq am 4.10. haben bewiesen, daß die Versicherung der Zurücknahme der erst angezweifelten Fesselung entweder wieder eine Unwahrheit darstellt oder aus Jndiszi- plin der englischen Truppen nicht befolgt wurde. Denn auch bei diesem Unternehmen haben die Engländer wiederum alle fünf deutschen Gefangenen gefesselt, wie die vor einem Kriegsgerichtsrat gemachten eidlichen Aussagen der beiden lebend davongekommenen Pioniergefreiten Klotz und Just einwandfrei ergehen. Jeder der fünf Pioniere wurde nachts von zwei Engländern überfallen und zum Mitgehen gezwungen, ohne sich vorher noch ankleiden zu dürfen.
Sowohl dieser verbrecherische Vorfall wie die nachttäglichen Ermittlungen nach dem Landungsversuch bei Dieppe haben somit einwandfrei gezeigt, daß das brittsche Kriegsministerium zwei falsche Erklärungen abgegeben hat. Infolgedessen sah dos Oberkommando der Wehrmacht sich gezwungen, anzukündigen, daß vom 8. Oktober, 12 Uhr mittags an, sämttiche bei Dieppe gefangenen britischen Offiziere und Soldaten in Fesseln gelegt und in Zukunft sämtliche Terror- und Sabotagettupps der Briten und ihrer Helfershelfer, die sich nicht wie Soldaten, sondem wie Banditen benehmen, von den deutschen Tmppen auch als solche behandelt und, wo sie auch auftteten, rücksichtslos, im Kampf niedergemacht werden. Da das britische Kriegsministerium befriedigende Erklämngen hierauf abzugeben nicht gewillt war, sind am 8.10. von den seinerzeit bei Dieppe eingebrachten englischen Gefangenen 107 Offiziere und 1269 Mannschaften in Fesseln gelegt worden.
Die deutsche Erklärung schlldert dann die als Entschuldigung von den Briten vorgebrachten „Gründe" für die Fesselung der fünf deutschen Soldaten im Falle Sercq, die angeblich an (gar nicht vorhandenen) deutschen Kasernen vorbeigeführt werden mußten, und fährt dann fort: So erlogen diese mühsam erfundenen „Gründe" sind, so abwegig ist es auch, wenn die britiscke Regierung sich darauf bemht, daß nach Artikel 2 des Genfer Kriegsgefangenenabkommens Repressalien gegen Kriegsgefangene verboten
Da die führenden Kupfergesellschasten Chiles Toch. temnternehmungen großer nordamerikanifcher Me- tallkonzeme find, waren die' USA. immer einer der bedeutendsten Absatzmärkte für Chlle-Kupser, vor allem auch well es billiger war als das nordameri» kanische Kupfer. Im Zeichen der Kriegskonjunktur ist Chiles Kupferausfuhr im Rahmen des Gesamt« exportes auf 60,4 v. H. im Jahre 1941 gestiegen. Aber man wird sich in Chile darüber klar fein, daß dieser Kupfer-Boom ein schnelles End» finden wird, wenn mit Kriegsschluß die USA.- Industrie um der Rentabllität der eigenen Kupfer« gruben willen die chilenische Konkurrenz beschneiden wird. , i
Politisch gehört Chile dank der großen Homogenität seiner Bevölkerung und feiner unitarifdjen Ver- fassung zu den bestgeordneten Staatswesen Südamerikas. Die innerpolttischen Gegensätze zwischen Konservativen und Liberalen treten in der Außenpolitik weitgehend zurück. Die Neuttalitätspolitik des Präsidenten Rios und seines Außenministers Barros Jarpa, die schon im ersten Weltkrieg ihr Vorbild gehabt hat, findet auch die volle Untere stützung ihrer innerpolitischen Gegner. Nur dit Kommunisten, die im Parlament aber nur über wenige Sitze verfügen, demonstrieren für Unterstützung Moskaus und Washingtons. So verschieden die wirtschaftlichen Interessen Argentiniens und Chiles der Natur ihrer Länder entsprechend gelagert sind, so eng verbunden fühlen sich die beiden benachbarten Republiken als die kulturell führenden des Kontinents, die der Pflege chrer Beziehungen zum spanischen Mutterland immer besondere Aufmerksamkeit geschenkt haben und aus ihrer rassischen Eigenart den Willen ableiten, ihre Unabhängigkeit zu behaupten auch gegen die mit allen agitatorischen und wirtschaftlichen Druckmitteln betriebene Pressionspolitik Roosevelts und seiner plutokrattschen Hintermänner. Dr. Fr. W. Lange.
kurz, ober dieser verdammte Senor Brackmann hat sich woanders als im Hafen einquartiert."
Antonio sah, daß Forester die Lippen zusammenpreßte, und daß die blonde Senorita für einen Auaenblick die Augen schloß, als wäre die Enttäuschung füx sie völlig unerträglich und niederschmetternd. Er ahnte sofort, daß mehr noch als Forester der blonden Dame daran gelegen war, Brackmann aufzuspüren, und daß seine ursprüngliche Meinung, Forester wünsche dem Gesuchten eine Kugel irgendwo hineinzujagen, ein Irrtum, war.
Seine Phantasie gaukelte ihm sogleich ein Drama vor. Hoho, von der Sorte hatte er im Kino gerade genug gesehen. So und nicht anders war es. Eine blonde Senorita, die von einem selbstlosen^ ebeln Freund begleitet, mit dem Kind der Schande auf dem Arm finstere Hafenspelunken absuchte, um den gewissenlosen Verführer zu seiner Pflicht zurückzurufen, ober ihn mit dem Dolch im Strumpf zu erstechen.
„Tut mir mächtig leid, Senorita, baß wir den Schurken nicht gefunben haben", murmelte er ergriffen, „aber verlassen Sie sich barauf, ich finbe ihn, und wenn ich brei Tage nach ihm suchen müßte!" Trotz ber ritterlichen Aufwallung schob er bas Fünfpesostück, das Forester ihm zuwarf, strahlend in die Tasche.
Die b stockho MtzM |ie warn tn konser in engli! n genieß schreibt ! 8 Dielleid ilsioe Kri jerung ei lgMru^ EntMlkI ften Rohl jajM öe: n fei Zw i nicht t tschen n ie. !uch die, |en auf e tt glaubt irpräfiber ibepunöt Her Slug „Times" l Es hi i annehi
eien. Wer auch nur eine Spur anständigen soldati- chen Empfindens hat, muß zugeben, daß die Be- janblung der deutschen Gefangenen bei Dieppe und auf Sercq aller Menschlichkeit und soldatischen Ehrauffassung Hohn spricht und die einfachsten Soldatenrechte gröblich verletzt. Es sind also die Engländer, die sich schwere Verstöße gegen das Genfer Kriegsgefangenenabkommen haben zuschulden kommen lassen. Das Verhalten reiht sich „würdig" an zahllose grobe Verstöße der Briten gegen die einfachsten und natürlichsten Gebote menschlicher Achtung und Hegen Grundregeln des Kriegsvölkerrechts. Einige ber fchwerstwiegenden Fälle sollen, um das Bild von den Methoden englischer Kriegführung zu vervollständigen, nunmehr der Oeffentlichkeit unterbreitet werden.
Eine Beute-Aktenstück über „Sprengstoffe, Zerstörungen, technische Anweisungen, Fallen und Minen" enthält eine Dienstanweisung für Pioniere, in ber sich auf Seite 28 folgende Anmerkung befindet: „Das Mitnehmen oon einem ober zwei Kriegsgefangenen bei den Such- tr up p ff ist ein erheblicher Aktivposten und kann 1 zum Auffinden von versteckten Sprengladungen , wertvolle Dienste leisten." Diese Anordnung für das Vorschicken von Gefangenen zum Minenräumen ist ein eindeutiger dokumentarischer Beweis eines besonders schweren Verstoßes gegen das Kviegsge- sangenenrecht. In einer Unzahl von Fällen ist auf Solbaten in Seenot geschossen worden, insbesondere im Schiffsverkehr nach Kreta, was nicht Einzelverfehlung untergeordneter Dienststellen fein kann, sondern ebenfalls auf Befehl höherer britischer Kommandobehörden erfolgt fein muß. Den ungeheuerlichsten Fall dieser Art stellt die Versenkung des Motorseglers „Osia Paraskevi" am 12. Mai 1941 auf der Fahrt von der Insel gern- nos nach Cavalla dar. Hierüber liegen die seinerzeit bekanntgegebenen eidlichen Aussagen ber über* lebenben griechischen Besatzung vor. Auch im Erd- kampf auf Kreta haben die Briten schon baburch schwerste Schuld auf sich geladen, daß sie lange vor Beginn des deutschen Angriffs den bann geradezu ungeheuerlich in Erscheinung getretenen zügellosem Bandenkrieg durch Aufhetzung und wohldur'chdacht» Organisierung der Zivilbevölkerung und vor allem durch reichliche Verteilung von Waffen verschiedenster Art vorbereitet haben.
Schließlich verdient noch das folgende Beispiel für die verbrecherischen englischen Kampfmethoden an die Oeffenttichkeit gebracht zu werben: Ende Dezember 1941 war in ber weiten Umgebung vom Kopenhagen ein in London Ausgebildeter abgefprungen, jedoch tödlich verunglückt, da der Fallschirm sich nicht ordnungsmäßig entfaltet hatte. .
litifer das Land aus dem Kriege herauszuhalten. Daß diese Politik strikter Neutralttät dem Wunsch ber überwältigenden Mehrheit des argentinischen Volkes entspricht, haben die großen Kundgebungen gezeigt, die dem Präsidenten Castillo am Nationalfeiertag und eben jetzt wieder am 450. Jahrestag ber Entdeckung Amerikas dargebracht worden sind.
Chile, der südliche Teil des altberühmten Inka- reiches, ist die einzige der großen ibero-amerikanischen Republiken, die ihr Gesicht ganz dem Pazifischen Ozean zugekehrt hat, weshalb die durch den Kriegseintritt der USA. und Japans erfolgte Einbeziehung auch dieses Weltmeeres in den Krieg für Chile besonders folgenschwer war. Da sich feine Küste über etwa 4000 km hin erstreckt, was etwa der Entfernung von Lissabon nach Moskau ober vom Norbkap bis nach Athen entspricht, so forbert gerabe ber pazifische Charakter bes Krieges im wohlverstandenen Interesse des Landes gebieterisch die Neutralität Chiles, das bei der immer wieder erwiesenen militärischen und maritimen Unfähigkeit ber USA., ihre eigenen Außenbesitzungen zu schützen, keinen Anläß sehen konnte, die ausgezeichneten Beziehungen zu ben Achsenmächten unb Japan gegen bie von Roosevelt ausgebotene „panamerikanische Solibarität" einzutauschen, bie sich im Emstfall als höchst fragwürdig erweisen müßte. Chile, das mit 4,7 Millionen Einwohnern auf 740 000 qkm kaum dichter bevölkert ist als Argentinien, da das ganze Staatsgebiet trotz feiner Meernähe von den bis über 6000 m aufsteigenden Anden durchzogen ist, erhält feinen wirtschaftlichen Charakter durch den Erz- unb Mineralreichtum ber nördlichen Provinzen. Seine Salpeterindustrie und Jodgewinnung nimmt noch immer den ersten Rang in der Welterzeugung ein, und in der Kupferproduktion steht es nach den USA. an zweiter Stelle. Das macht Chile natürlich für bie Kriegsinbuftrie der USA. zu einem begehrenswerten Lieferanten.
wenn ich zufällig gerade unterwegs fein sollte, wartest du, bis id) zurückkomme."
„Jawohl, Senorita." Antonio merkte, haft seins weitere Anwesenheit nicht erwünscht war und tauchte zwischen ben vorüderschlenbernben Bummlern unter. Wie von ungefähr näherte sich im gleichen Augenblick Bartholomeo der Terrasse. Ohne von Karen ober Forester entbeckt zu werden, die ihn wohl auch, selbst wenn sie ihn bemerkt haben würben, schwerlich für einen Spion gehalten hätten, brückte er sich an das Gitterwerk, als fände er gerabe diesen Platz für eine Beobachtung bes Abendkorsos besonders geeignet.
Seine beweglichen' Ohrmuscheln lauschten aufmerksam dem Gespräch hinter der grünen Wand, von dem er genug Bruchstücke vernahm, um sie sich sinngemäß zusammenzureimen.
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