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Gorgen -er pluiokratien.

Lissabon, 17. Juli. (Europapreß.) Die angel­sächsischen Jnteressentreise werden in der Tat im­mer größer, und die USA. wie auch England sind, wenn auch mit zweifelhaftem Erfolg, bemüht, ihrer Herr zu werden.

Aegypten erweist sich dabei als Barometer für den Grad der Schwierigkeiten, denen in diesem Abschnitt vor allem England gegenübersteht. So kam es dieser Tage allläßlich der Vechaftung von vierzig Aegyptern durch die britischen Behörden zu schweren Zusammen st ößen zwischen britischen Truppen und ägyptischen Demonstranten, bei denen sieben Aegypter und zwei britische Sol­daten getötet wurden. In das gleiche Kapitel briti­schen Terrors gehört die Nachricht des ita­lienischen BlattesPiccolo", daß an der sy­risch-ägyptischen Grenze drei ehemalige ägyptische Minister, die sich den derzeitigen untragbaren Zu­ständen durch Flucht auf türkischen Boden entziehen wollten, von britischer Polizei verhaftet wur­den. Das gleiche Los ereilte ferner den früheren Finanzminister Makram Obeid Pascha.

Hinzu kommt für die Engländer die Dauersorge des mangelnden Schiffsraums, die am Donnerstagnachmittag zu neuen Erörterungen im britischen Unterhaus geführt hat. Wie heikel dieses Thema ist, beweist, daß trotz lebhaften Widerspruchs des britischen Parlaments und der gesamten Oef- sentlichkeit die Regierung es vorzog, diese Frage sn geheimer Sitzung zu behandeln.

Die Vereinigten Staaten sind von dieser Läge nicht minder bedrückt. Marinemimster Knox sah sich gezwungen, in einer Rede in Quincy die Er­klärung abzugeben, die U-Boote der Achse seien m amerikanischen Gewässern trotz aller Gegenmatz, nahmen weiter so erfolgreich, daß die Fischerent' lana der gesamten amerUanrscyen Atlantik-Kuste ihre Tätigkeit einstellen müsse. Von Tag zu Tag schwieriger wird auch die Situation des tschung- tingchinesischen Bundesgenossen. Da die Demokra­tien Tschiangkaischek schon nicht nnt Truppen und Material helfen konnten, versuchte Roosevelt, dem Marschall mit der Mitteilung Mut zu machen, daß er sich entschlossen habe, ihm zur Besprechung von Kriegsproblemen S t e t t i n >i u s und C u r r i e, zwei seiner engsten Mitarbeiter, zu schicken. Dem gleichen Zweck der Gleichschaltung der demokrati­schen Interessen dient wohl auch em plötzlich ver­anstalteter Flug des früheren UsA.-Botschafters in Paris, Bullitt, nach London, der dort mit dem britischen Marineminister Alexander dringende Besprechungen haben wird. Man glaubt auch, durch eine Vereinheitlichung der Agitation., 'die bisher in beiden Ländern oft einander gegen­seitig Lügen strafte, einiges erreichen zu tonnen. Zu diesem Zweck wird das nordamerikamsche Knegs- informationsamt in London eine Zweigstelle errich­ten, die mit dem britischen Jnformationsmimstermm eng zusammenarb eiten soll.

Cripps und Stalin planen die Zerstückelung Deutschlands.

Berlin, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Stafford Cripps hat derWorld Review" eine aufschluß­reiche Darstellung des Bildes gegeben, das er und seinesgleichen sich vom Europa der Nachkriegszeit machen. Estland, Lettland und Litauen müßten Sowjetrußland angegliedert werden. Es sei ein Fehler gewesen, sie clls unabhängige Staaten vom alten Rußland zu trennen und als Sicherheitsgürtel gegen die Ausbreitung der Bolschewistenmacht zu benutzen. Die Bolschewisten würden wohl keinen Wunsch haben, bis nach Westeuropa vorzudringen. Aber sie müßten selbstverständlich eine strate­gische Grenze erhalten, die sie verteidigen könn­ten und dürften wahrscheinlich geneigt sein, die Grenze anzuerkennen, die sie bis zum Juli.1940 erobert hatten. Das sei aber nur dieunge­fähre L i n i e", denn selbstverständlich müßten den Bolschewisten gewisse Basen in Finn­land zugestanden werden, außerdem Bessara­bien und die Bukowina. Anderseits dürften die Sowjets nach dem Kriege nicht nur ein starkes Polen, sondern auch ein starkes Großbritannien wünschen, wenn auch nur deshalb, damit diese drei Staaten als Polizisten Europa beherrschen. Seines Wissens wünsche Moskau nicht, sich große Teile Deutschlands einzuverleiben, sondern das Reich

in kleinere Staaten aufzuteilen. Em Zusammenschluß Europas werde kaum möglich sein, es würde besser sein, eine Anzahl kleinerer Zu­sammenschlüsse zu schaffen, wie eine Balkan-Föde­ration und ein Zusammenschluß Polens mit dem früheren Gebiet der Tschechoslowakei. England müsse bereit sein, sich an der Führung Europas zu be­teiligen. "

Cripps meinte dann, die Sowietumon werde zu Lebzeiten Stalins genug mit sich selbst zu tun haben, zumal ein großer Teil des Landes ver­wüstet sei. Das wäre eine gute Gelegenheit für England und die USA., Kapital in Form von Fabriken, Werkanlagen und Maschinen nach Sow­jetrußland zu verkaufen, zumal Großbritannien von einer Ueberproduktion der Nachkriegszeit bedroht sei. Die Vereinigten Staaten könnten dann ihr Leih- und Pachtshstem auf Sowjetruhland, ja auf ganz Europa ausdehnen, was wiederum nicht ohne staatliche Organisation möglich wäre, d. h. unter Ausschaltung des Privattapitals. Zum Schluß tzab Cripps noch der Hoffnung Ausdruck, daß unter den jüngeren Engländern em.e wachsende Zahl das Experiment des Bolschewismus für Eng­land nach dem Kriege verlangen würde.

sich^dieCefasa" mit einer vorläufigen Produktion von 10 000 Tonnen Textil-Fasern aus Sstoh und i'i.i.m Kapital von 100 Millionen Peseten, in San- igntirr, Asturien und Huelva dieEsniage", die als

ihrer Produktion Eukalyptusholz verwendet, und in Valencia dieSaipa 6.21.", die Textilfa­sern aus Reisstroh herstellt. Das Kapital der letzten l'eträgt 85 Millionen Peseten und neben der Pro­duktion von 7000 Tonnen Faserstoffe werden noch a?)0 Tonnen Pupierrohstoffe gewonnen. Daneben hat hie Regierung den Anbau von Baum­wolle im eigenen Lande angeregt und gefördert, so daß Spanien in den nächsten Jahren zwar noch nicht unabhängig von der Einfuhr ist, diese aber zu einem bedeutenden Teil vermindern kann. Die Her­stellung von Harz und Terpentin wurde vor kurzem von der Regierung als wichtig für die na­tionale Wirtschaft erklärt.' Die Entwicklung dieser Industrie hat im letzten. Jahre einen derartigen Aufschwung genommen, daß die jährliche Produk­tion auf 35 000 Tonnen Harz und, 10 000 Tonnen Terpentin gestiegen ist. Da Spanien diese Mengen bei weitem nicht selbst verbraucht, ist ihm damit ein bedeutendes Kompensationsmittel in die Hand ge­geben worben.

Spanien ist reich an Bodenschätzen aller Art. Die Eisenerze aus dem Norden des Landes bilden schon von jeher einen wichtigen Posten in der Au­ßenhandelsbilanz Spaniens. England, einer der Hauptabnehmer, knüpfte jedoch an die Abnahme voll Erzen die Bedingung, im gleichen Maße seine Kohle nach Spanien einführen zu können. Dieses hatte zur Folge, daß sich in Asturien die Kohlen­halden zu mächtigen Bergen stapelten und die Berg- daugesellschaften ihre Förderung reduzieren mußten. Die Not, die über die. spanischen Bergleute kam, ist am besten aus ihrer kommunistischen Haltung wäh­rend des Bürgerkriegs zu erkennen. Da seit Kriegs­ausbruch die Einfuhr der englischen Kohle fast ganz aufgehört hat, sind die spanischen Kohlen­gruben wieher zu neuem Leben erwacht. Aller­dings macht sich der Verfall in den Jahren des Stillstandes heute in der nicht ausreichenden Förde­rung bemerkbar. Die'Unternehmer sind nun ver­pflichtet worden, den Ausbau der Zechen nach neuen Gesichtspunkten vorzunchmen, so daß Spanien in der Kohlenversorgung vollständig autark wird.

Um die Ausbeute aller wichtigen Bodenschätze zu intensivieren, wurde den Minenunternehmungen von der Regierung weitgehende Unterstützung zu- gesichert. Diese kommt vor allem bei der Erschlie­ßung neuer Gebiete in Anwendung..Im Laufe des letzten Jahres sind bedeutende Vorkommen kriegs­wichtiger Metalle festgestellt worden, für deren Förderung den Unternehmern ausreichende Kredite zur Verfügung stehen. Die Zahl der seit dieser Zeit erteilten Grubenkonzessionen übersteigt bereits meh­rere Tausend. Von großer Bedeutung für Spanien sind die Wolframfunde in Galicien, die in ab­sehbarer Zeit die Einfuhr überflüssig machen. Da­gegen ist die Bleigewinnung in Spanien sehr zurückg-gangen, weil die Unkosten in keinem Ver­hältnis zum Verkaufspreis stehen. Für den eigenen Bedarf wird die Produktion jedoch noch aufrecht­erhalten. Von den rund 30000 TonnenA lu m i - nium, die Spanien jährlich benötigt, wird bereits mehr als die Hälfte im Lande selbst gewonnen. Der Ausbau der bestehenden Werke und die Errichtung von neuen werden den eigenen Bedarf in abseh­barer Zeit decken könne».

Diese industrielle Entwicklung erfordert natürlich eine Neuorganisierung der Kr a ft w ir tsch a ft. Zu diesem Zweck ist die Regierung dazu übergegan­gen, die Wasserkräfte des Landes, soweit das bis­her noch nicht geschehen war, in großzügiger Weise auszunutzen. Seit dem Jahre 1939 befinden sich mehrere große Talsperren im Bau, von denen eine der größten bei San Bartolome vor kurzem fertiggestellt und durch den Caudillo eingeweiht wurde. Außerdem werden die Arbeiten für die Fer­tigstellung anderer Stauwerke in der Nähe von Valencia und in Andalusien durchgeführt. Diese Tal­sperren haben neben ihrem Wert als Elektri'Mts- erzeuger eine hohe Bedeutung für die Bewässe^> tung des Landes, durch die die Landwirtschaft ertragreicher gestaltet werden kann. Hand in Hand mit diesem geht auch die Verbesserung der Ver­kehrswege durch Anlage von neuen Straßen und Eisenbahnlinien. Spanien hatte bisher ein ver­hältnismäßig dünnes Ersenbahnnetz, das sich auf die industrielle Entwicklung hemmend auswirkte. Für den Ausbau des Verkehrsnetzes liegen bereits große Projekte vor, in denen auch die Errichtung von Fahrzeugwerken vorgesehen ist.

Mit besonderem Interesse widmet sich Spanien dem Aufbau seiner Handelsflotte. Diese Be­

strebungen entspringen der Notwendigkeit, den Ver­lust der Tonnage aus dem Bürgerkriege wieder auf­zuholen, darüber hinaus aber auch der durch den Krieg geschaffenen Möglichkeit, nach Friedensschluß durch eine starke Handelsflotte .zu neuer Seegeltung zu gelangen. Der vorhandene Schiffsraum ist bis jetzt noch unzureichend für den eigenen Handel, nach einer Erklärung des Ministeriums benötigt Spa­nien noch einen Schiffsraum von einer Million Ton­nen. Aus diesem Grunde schuf die Regierung eine Behörde, die neben der Aufstellung des Baupro­gramms die Gründung neuer Werftgefellschasten und Reedereien angeregt hat. Die letztere Maß­nahme ist um so dringender, als die bestehenden Werften jährlich höchstens 120 000 Tonnen vom Stapel lassen können. So rundet sich in großen Zügen das Bild von der industriellen 'Entwicklung des neuen spanischen Staates, der unter. Ausnutzung seiner natürlichen Kräfte und seiner Bodenschätze ein wertvoller Bestandteil des neuen Europa sein wird.

Europäischer preisstop.

Den Haag, 16. Juli. (DNB.) Der Reichskom­missar für die Preisbildung, Staatssekretär Dr. Fischböck, erklärte als Generalkommissar für Finanz und Wirtschaft beim Reichskommissar für die be­

setzten niederländischen Gebiete in einer Rede im Haag, einzwischenstaatlicher Preiswucher" würde ebenso zu einer Erhöhung des Preisspiegels in den beteiligten Ländern führen, wie Preisausschreitun­gen im inländischen Verkehr. Ein europäischer Preis­stop für den zwischenstaatlichen Warenverkehr da­gegen würde sich ebenso nützlich auswirken, wie die in vielen europäischen Ländern bereits erlassenen Stopvorschriften für den Jnlandverkehr. Auch die Festsetzung endgültiger Währungsrelationen in Eu­ropa gehe von der Annahme aus, daß die Be­mühungen um Stabilhaltung ver Preise für den zwischenstaatlichen Warenverkehr von Erfolg be­gleitet seien. Besonders die kleineren europäischen Länder, die auf einen Warenaustausch angewiesen seien, hätten an dieser Stabilisierung ein vitales Interesse.

Glänzendes Ergebnis

der ersten Gtraßensammlung.

Berlin;- 16. Juli. (DBB.) Die am 27. unb 28. Juni von Angehörigen des Deutschen Roten Kreuzes und der Deutschen Arbeitsfront durchge­führte erste Straßensammlung des Kriegshitfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz hatte ein vorläufiges

Oie Kunststadt Dresden.

Bon Kurt Arnold Findersen.

Als festes Bollwerk riegelte ehemals das Schloß der Wettiner die Stadt Dresden nach der Elbe zu ab, zugleich das wichtige Tor, das heutige dreiteilige Georgentor, bewachend, das alles, was auf der be­rühmten Steinbrücke daherkam, in sich einsog. Die riesigen Basteien und Mauerungen der eiben Seite, die der Festung nach dem Strom zu Gewicht geben sollten-, verwandelten sich in Gärten und hochgele­gene Promenaden. Durch 41 Stufen einer verbind­lich wirkenden Freitreppe erschlossen, erlangten sie Weltruhm unter der Bezeichnung Brühlsche Terrasse. Nach der anderen Seite verschwand im Laufe der Jahrhunderte der Schloß- und Stadt­graben, den ein Flüßchen speiste. Der Fluß wurde verlegt, der Graben zugeschüttet, eine weite Fläche mit. altem Baumbestand schwang sich aus in respekt­vollem Bogen, von den Fensteraugen des Schlosses im Bann gehalten. Hier gedachte jener Augustus, der den Beinamender Starke" führte, mit Hilfe seines genialen Baumeisters Daniel ' Pöppel - mann die riesigen Hofgevierte eines neuen Für­stenpalastes bis 3um Strom vorzutragen. Nur der erste Hof mit Pavillonen, Prunktoren, Galerien und Balustraden ist fertig geworden, das unvergleichliche Barockwunder des Zwingers.

Der Zwinger ist fälschlicherweise lange Zeit als Vorhof dieses geplanten Schlosses bezeichnet wor­den. Tatsächlich ruht die große künstlerische Leistung dieses Baues ganz in sich selbst. Das eigenwillige fandsteinerne Rechteck war von vornherein als köst­liche Umrahmung für die phantasieoollen Feste be­stimmt, die als Ausdruck barocken Lebenswillens noch in den nachträglichen Beschreibungen etwas Hinreißendes haben. Hemmungslose Freude am Dies­seits und feinen Erscheinungsformen triumphierte, wenn die vier Elemente, wenn Feuer, Wasser, Luft und Erde in hundert Verkleidungen einen schwin­genden Reigen schlangen. Ueberschäumende Daseins­lust war kaum zu bändigen, wenn die Völker Eu­ropas, von den Sinnbildern ihres Wesens umgau­kelt, in märchenhaften Aufzügen die Grenze zwi­schen Sein und Schein zu verwischen schienen. Die mythologischen Figuren, die die Pavillone krönten, die Putten, die die Galerien, verzierten, die Karya­

tiden an den Bogengängen, die Tritonen, die See­pferde, die Nymphen an den Brunnen und Wasser­fällen spielten mit, und der freie Himmel darüber wölbte die Arena ins Grenzenlose. Alles in allem wurde im Zwinger ein Bauwerk geschaffen, das be­rufen ist, die Zeiten zu überdauern. Mit seiner Ein­zigartigkeit wetteifern die unvergleichlichen Kostbar­keiten, die imGrünen Gewölbe" gehäuft sind und die die weltbekannte Porzellansammlung aus­machen, deren älteste, unersetzliche Stücke, die alt- chinesischen Porzellane, der erste Augustus noch zu­sammengebracht hatte.

Im Auftrag einer späteren Zeit schloß Gottfried Semper den nach der Elbe zu offenen Zwinger- hof mit dem ernsten Renaissancebau der Gemälde­galerie ab, zugleich die Pläne für das Kolossalrund des Opernhauses liefernd, das bald nach Fertigstel­lung niederbrannte. Nach einem zweiten Sernper- schen Grundriß stieg der heutige Bau empor. Das mit der polnischen Königskrone geschmückte Fürsten- gefckstecht glaubte nachher nicht ohne eine Hof­kirche gedeihen zu können, die ihresgleichen suchte. Aus dieser Familiensorgle und der Genialität des be­auftragten italienischen Baumeisters Gaetano Chia- v e r i wurde das hinreißendste Barockgotteshaus, das je in einem nordischen Strom sich spiegelte. Der überlegene Architekt wich von der üblichen Ost- orientierung der Kirchen ab, legte den Chor süd­westlich und stellte das Ganze frei vor die Schloß- front, so daß der in großartiger Leichtigkeit sich ver­jüngende Turm nicht nur die Stromseite vollständig beherrscht, sondern auch vom Innern der Stadt her wichtige Straßenzüge hoheitsvoll an sich zieht. Die italienischen Bauleute Chiaveris hatten in kleinen Häusern am Ufer gehaust. Eine vielbesuchte Wirts­hausanlage, die sich mit Gartenterrassen an dersel­ben Stelle lang hirrstreckt. übernahm die Bezeich­nungItalienisches Dorsche n". Sie schließt zwischen Brücke und Oper den vielgestaltigen Ring, der um den Herzraum Dresdens gelegt ist.

Im Zwingerhof und den darin abgehaltenen Fe­sten entlud sich der lebensüberströmende Barockwille Augusts des Starken, der als König von Polen das Problem der deutschen Ostpolitik auf eine. Weife zu lösen versuchte, der Größe und Weitblick nicht abzusprechen sind. Die Figuren Permosers wispern in manchen Mondnächten heute noch von ihrer großen Zeit, besonders wenn gelegentlich der

weitberühmtenZwingerserenaden" Musik und Tanz hoher deutscher Meister sich mit der tänzerischen Musik der Steine vermählen.

Im Semperschen Bau daneben ward dem be­rühmtesten Gemälde der Welt, der Sixtinischen Madonna Raffaels, ein Altar errichtet, zu dem Kunstgläubige aus allen Erdteilen gewüllfahrtet kamen. Da, wo das Kupferstichkabinett mit dem Nymphenbad in den Wall übergeht, wohnte vor reichlich hundert Jahren Carl Maria von Weber, der in Dresden denFreischütz", dieEuryanthe", denOberon" schuf. Im prächtigen Opernhaus dicht dabei fand am 20. Oktober 1842 die erste triumph- hafte Aufführung desRienzi" statt, sie dauerte von 6 Uhr bis nach Mitternacht. Bald darauf würbe Wagner in demselben Hause Königlicher Kapell­meister. An der Premiere desRosenkavalier" von Richard Strauß kurz vor dem Weltkrieg nahmen Musikenthusiasten aus halb Europa teil. Auf dem schön gepflasterten Platz davor begeisterte sich art einem Juniabend des Jahres 1892 eine tausend- köpfige Menge, nachdem der vom jungen Kaiser ab­gesetzte Bismarck zu ihr geredet hatte. Heute trägt der weitgeräumige stolze Platz den Namen des Füh­rers. Zwischen Galerie und Schloß klemmt sich in klassizistischer Gebärde, von keinem Geringeren als Schinkel entworfen, die ehemalige Hauptwache. Aus der berühmtenTerrasse" beglückt noch immer der Blick auf die fernhin schwingenden grünen Höhen des anderen Ufers, auf die stille Neustadt, auf die mannigfaltigen Formen der Schiffahrt, auf dem bunten Verkehr, der die Brücke belebt.

Seit dem Mittelalter haben an der Stelle der heutigen Augustusbrücke Pfeiler und Bogen die Elbflut bezwungen. Seit den ältesten Zeiten wechselt hier deutsches Schicksal über den Strom. Ein Bild für viele Bilder, zugleich ein Sinnbild: Drüben, unterhalb der Freitreppe, dicht bei der Hofkirche, hielt vor seinem ^russischen Feldzug Napo­leon unb, ließ die endlose Schlange feiner Regimen­ter an sich voöüberdröhnen; da unten raste' er in entgegengesetzter Richtung bei nächtlichem Schnee­gestöber fliehend im Schlitten vorbei, als diegroße Armee" vernichtet war--

Noch immer gültig aber ist, was in sich selber ruht, die Schönheit des Stadtproffls, das hier durch die glorreiche Steinkuppel der Frauenkirche sei­nen höchsten Ausdruck findet. Noch immer gültig

bewuhtfein freu, das ihn schon als Kriegsfreiwilliger

1914 zu den Waffen eilen hieß und ihn auch zeitig feinen weg zur SA. und der Partei finden lieh.

funden.

Don feinem Eintritt in den Sturm 1/83 (Kassel) an­gefangen bis zu seiner Führung der SA.-Brigade 46 (Fulda), später der Brigade 47 (Kassel) und zuletzt der Brigade 49 (Frankfurt a.2tt.) war sein Leben und sein wirken eine große glühende, selbstverges­sene Hingabe an das Werk des Führers. Die Echt­heit feiner Gesinnung und feine mitreißende Kame­radschaftlichkeit haben ihm überall die Herzen seiner Ittänner gewonnen. Im Kampf gegen den Bolsche­wismus hat fein Leben feine letzte Vollendung ge*.

Ergebnis von 29 338 904,12 2tIH. Vas Ergebnis der gleichen Sammlung des Vorjahres betrug 21 887 614,67 R2N. Ls ist somit eine Zunahme von 7 451289,45 RRI., das find 34,04 v. h., zu ver­zeichnen.

Lleverraschungserfolge schneller deutscher Truppen. Berlin, 16.Juli. (DNB.) Im Südabschnitt der

Ostfront wurden am 15.7. erneut starke feindliche Kräftegruppen abgeschnitten und eingeschlossen. Bei einem schnellen Aüfklärungsvorstoß wurde ein feindlicher Flugplatz mit 15 Flugzeugen genommen. Eingekesselte Bolschewisten, die einen Ausbruchsver- such machten, gerieten in eine Panzergraben-Stel­lung, die inzwischen von deutschen Truppen besetzt worden war. In wenigen Minuten waren neun bolschewistische Panzer abgeschossen. Jägerbataillone stießen auf eine überlegene feindliche Kräftegruppe, 1 die sich im dichten Walde sicher fühlte und die durch­brechenden Deutschen an sich vorbeifluten lassen wollte. Die Jäger griffen sofort an. Es gelang ihnen, durch schnelles Zupacken die gesamte zahlen­mäßig weitaus stärkere Gruppe zu vernichten. Ein Panzerregiment schoß seinen 700. Panzer feit Be- ginn des Ostfeldzuges ab, als es im schnellen Vor­marsch auf einen abgeschnittenen bolschewistischen gemischten Verband stieß. Ohne den Vörstoß abzu- bremsen, zerschlug das Regiment diesen Verband und erbeutete oder vernichtete dabei 47 Panzer uiti) 46 Geschütze.

Durch rollende Einsätze von Kampf- und Zer- ; ftörerflugzeugen wurden alle Versuche der Bolsche- ' wisten, sich an Flußläufen und auf Höhenzügen zu : neuem Widerstand festzusetzen, im Keime erstickt. Zahlreiche Batterien und Geschütze mußten ihr j Feuer gegen die nachstoßenden, schnellen deutschen ' Verbände einstellen. Auch die Rückzugsftraßen des ! Feindes wurden mit Bomben belegt, ebenso die wenigen nach Osten führenden Eisenbahnftrecken. Zwei Panzerzüge wurden durch schwere Bomben j von den Gleisen geschleudert und zahlreiche Trans« portzüge schwer getroffen.

SA.-Bngadefiihrer Schmidt gefallen.

RSS. Am 2. Juli 1942 fiel an der Spitze seiner Kompanie SA.-Brigadeführer Fritz Schmidt, dessen Wirken nicht nur im engeren Kreis feiner Heimat Kastel, sondern auch in der Geschichte der gesamten SA.-Gruppe Hessen unaus­löschlich verankert bleibt. Zweimal war er in diesem Krieg schon verwundet und mit der Spange zum E. K. II sowie dem E. k. I ausgezeichnet worden. Immer wieder riß ihn seine kühne, vorbildliche Ein- sahfreudigkeit in die erste Linie vor den Feind. So blieb er bis zur letzten Stunde seinem stolzen Pflicht­

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ren Staatspräsidenten von Argentinien, Ortiz, sind »s dem \ unter militärischen Ehren zur letzten Ruhe geleitet vligionsmi worden. Zuvor widmete Außenminister Ruiz Gui- - der f8isl

farbiger Wiedergabe) Aquarelle von Prof. Mathey.

über das Wesen des Klassischen in der Plastik, be­gleitet von zwei außerordentlichen Phototafeln. . »

Kleine politische Nachrichten.

Wie Domei erfährt, ist am 1. Juli der größte Teil von über eintausend australischen Kriegs- und Zivil- gefangenen ertrunken, als ein japanisches Trans­portschiff, das die Gefangenen beförderte, in den südlichen Gewässern von einem USA.-U-Boot ver­senkt wurde.

nazu im Namen der Regierung am Sarkophag im Weißen Saal der Casa Rosada dem Toten die Ab­

schiedsworte. Nach dem Gottesdienst ging der Trauerzug zum Friedhof.

*

Das dänische Finanzministerium, dessen Leitung Minister Buhl nach (einer Ernennung zum Staats-

Iftir Erl ck der 6 steisausschi flftQltet, be| Ward Re C Araßb l'ouer" i rrahburg budes in

aber ist die Unantastbarkeit der Kunst, di« in einer neueingerichteten kleineren Galerie neben modernen die besten Gemälde der Romantik ausstellt.

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Zeitschriften.

Das Julihest der ZeitschriftDie Kunst", Monatsschrift für Malerei, Plastik und Wohnkultur, 43. Jahrgang, Verlag F. Bruckmann in München, ' berichtet über die Düsseldorfer Frühjahrsausstellnng. $ lieber 600 'Werke dcr Malerei und Bildhauerei sind von westdeuffchen Künsllern ausgestellt, auch Nieder« sachsen, Hannover, Hamburg und Bremen sind Der« treten. An weiteren- Ausstellungen wird die Münch- * ner Kunstausstellung im Maximilianeum von Ulrich Christoffel besprochen. Der Entwicklung des in Hei­delberg geborenen und in Berlin lebenden Bild- , Hauers Adolf Adel geht Wilfried Göpel nach. Der ; zweite Teil des Heftes zeigt neuzeitliche Wohn- und Speisezimmer, die dem Lebensstil von heute ent­sprechen. Wie Zweckmäßigkeit und Schönheit des Wohnens zu verbinden sind, wird an zahlreichen ' Abbildungen klar, die, dem Buch von Hans Eckstein I Die Schöne Wohnung" entnommen sind und die verschiedensten Entwürfe wohnlicher Jnnenräume- mehrerer bekannter Architekten bringen.

Das Juli-Heft derneuen lini e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Berlin) gibt mit dem Beitrage Großdeutschlands Grenadiere" ein Bild von der Sonderstellung, die das Leibregiment des Führers einnimmt, und wodurch es sich von allen anderen Regimentern des Heeres, unterscheidet. Ein Zwie­gesprächDer Soldat und das Mädchen" gjbt einem Problem Ausdruck, das' alle Soldaten und alle Mäd­chen auf ähnliche Weise empfinden, ohne für dieses Erlebnis die rechten Worte fintiert zu können. Im übrigen widmet sich das schöne Heft auch in

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über eine Tanzschule von Athen mit Aufnahmen W - von großem malerischem Reiz, und einen Essay des W [,'Q bekannten Archäologen Prof, von Blanckenhagen 1|hi? über das Wesen des Klassischen in der Plastik, be- i gleitet von zwei außerordentlichen Phototafeln. . 1 J*

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diesem Jahr vornehmlich der Kunst:, es zeigt eine Reihe 2)er Maler, deren Werke als richtunggebend für den Kunstwillen des Großdeutschen Reiches an­zusehen sind, bringt weiter einen neuen monumen­talen Wandteppich von Werner Peiner, mehrere Veröffentlichungen über Griechenland, darunter (in