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SungmäM ist dementsprechend nach folgenden Leit- warten ausgerichtet: Jungmädel, sei Kamerad, sei treu, gehorsam, tapfer und verschwiegen. Jungmädel, wahre deine Ehre!

So wird hier ein gutes Fundament gelegt, aus dem i-n den folgenden Jahren die umfassende, totale nationalsozialistische Erziehung der deutschen Jugend weitergeführt werden kann, dis nach achtjähriger Jugenddienstpflicht die Besten in die Partei über­nommen werden. Denn immer soll sich die Partei aus der deutschen Jugend erneuern, stets soll sie aus jeder jungen Generation frische Kräfte für die Führung des starken deutschen Staates Adolf Hit­lers gewinnen. Die Eltern aber ermöglichen dieses Werk der Erhaltung und Sicherung von Staat und Volk, indem sie alljährlich dem Führer zu seinem Geburtstag ihre Kinder für seine Bewegung schenken.

RSV.-Arbeit

im Spiegel der Zahl.

Der vor kurzem veröffentlichte Zahlenbericht der NSV. über die von 1933 bis zum 30. 6. 41 geleistete Arbeit auf den verschiedensten Gebieten ergibt ein wahrhaft imponierendes Bild. Für die Arbeitslei­stung standen bis zum Stichtag (30. 6. 41) der NSV. insgesamt 65115 volks- und gesundheitspflegerische Fach, und fachliche Hilfskräfte zur Verfügung. Davon waren: 15 201 Schwestern, 41244 Kinder­gärtnerinnen, Hortnerinnen und deren Hilfskräfte, 3588 Ae-rzte und 5086 Volkspfleger(innen) und an­dere Fachkräfte. Es bestanden am genannten Tag 33 409 Hilfs - und Beratungs st eilen fürMutter und Kin d". Von 1935 bis 1941 wurden sie besucht von 30 009 006 Ratsuchenden. Durch die Müttererholungsfürsorge wur­den in der Zeit vom 1. Mai 1934 bis 30. Juni 1941 verschickt: 513 031 Mütter und 76 569 Kinder mit­verschickt. In der gleichen Zeit wurden 1860 303 werdende Mütter und Wöchnerinnen betreut. An NSV. -Kindertages st ätten. standen rund 23 000 zur Verfügung mit 950 000 Plätzen, die der Betreuung der Kinder aller Volksschichten dienen. Im Rahmen der Jugenderhvlungsfür- sorge wurden von 1933 bis zum Stichtag' von der NSV. insgesamt 3 957 752 Kinder verschickt, davon 1 062 649 in Heime und 2 895 103 in Landpfleqe- stellen.

Einen breiten Raum in der NSV.-Arbeit nimmt die I u g e n d h i l f e ein, die besonders seit 1938 ständig ausgebaut wurde. Von diesem Zeitpunkt bis zum Stichtag wurden von der NSV.-Jugend- hilfe insgesamt 2101 775 Jugendliche erfaßt. Im Gegensatz zu der öffentlichen Jugendfürsorge, die von den zuständigen Behörden (Jugendamt) aus­geht, schaltet sich die NSV. nur ein, wo Erbgesund- heit und arische Abstammung nachweisbar sind. Die Praxis der NSV.-Juqendhilfe wird im Rahmen der Familienfürsorge durchgeMrt und berück­sichtigt alle positiven und negativen Erscheinungen von Sippe. Erbgut, Umwelt und eigener Entwick­lung. Der motorisierten Schulzahnpflege standen am Stichtag 32 fahrbare Zahnstationen zur Verfügung. Von 1935 bis 30. 6/41 wurden 278 734 Kinder untersucht und 2 088 705 Einzelmaßnahmen durchgefübrt. Die Gemeindepflege wurde in 5592 Gemeindepll enestationen durch 5698 Schwe, stern ausgeübt. Nicht weniger als 735 155 Volks­genossen erhielten in der Zeit von 1933 bis April 1941 eine Erholung durch die Hitler-Frei­platz spende. Von der SA. wurden der NSV. 50 000 Plätze für alleinstehende Soldaten zur Ver­fügung aestellt. Von 1935 bis zum Stichtag wur­den durch die NSV. an 44 290 Volksgenossen eine Heilverschickung durchneführt. Am 30.12. 40 zählte die NSV. 1 161 774 ständig tätige Mitarbei­ter und am 30. 7.41 rund 14,9 Millionen Mitglieder.

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Einen ausführlichen Rückblick auf die überaus fruchtbare Tcitinke-it der NSV. im Gau Hessen- Nassau veröffentlichten wir bereits in Nr. 84 des Gießener Anzeigers vom 12. April.

Au« aller Wett.

Goethe-Medaille für Georg kolbe.

Der Führer hat dem Bildhauer Prof. Dr. h. c. Georg Kolbe aus Anlaß der Dollen^una des 65. Lebensjahres in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche bildende Kunst die Goethe-Medaille verliehen. S'e wurde ihm von Staatssekretär G u t- t e r e r gleichzeitig mit den herzlichsten Glückwün­schen von Reichsminister Dr. Goebbels übermittelt.

3roei Landesverräter hingerichtet.

Der 47iährige Max K a l i s ch und der 5lfährige Johann Czeschowitz, die der Volksgerichtshof wegen Landesverrat zum Tode und zum dauern­den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat, sind hingerichtet worden. Die Verurteilten haben aus Gewinnsucht im Auftrage einer fremden Macht Spionage gegen Deutschland getrieben.

Aus der Giadi Gießen.

Von der Sonne.

Boi der großen Bedeutung, die die Sonne für uns und das Leben ringsum besitzt, muß man sich immer wieder wundern, wie wenig der einzelne unter uns von der Sonne selbst, von ihrer Leuchtkraft, ihrer Größe oder ihrer Entfernung von der Erde weiß. Die Sonne hat es um uns verdient, daß wir uns einmal etwas näher mit ihr beschäftigen.

Die mittlere Sonnenentfernung von der Erde be­trägt 149 481 000 km. Das ist eine gewaltige Strecke, von der man sich nur einen ungefähren Begriff machen kann, wenn man folgende Vergleiche zu Hilfe zieht. Ein Artilleriegeschoß mit 500 Sekunden­metern Fluggeschwindigkeit würde 10 Jahre brau­chen, um den Weg von der Erde zur Sonne zurück­zulegen, ein Schnellzug brauchte für den gleichen Weg bei einer Reisegeschwindigkeit von lOOkm/st rund 170 Jahre. Der Durchmesser der Sonne beträgt 1391000 km Nähme man als Sonne eine große Kugel von 20 m Durchmesser an, so verhielte sich die Erde dazu im Weltenraum wie ein Fußball von 18 cm Durchmesser in 2 km Entfernung.

Die Sonne besteht aus Eisen, Kupfer, Zink, Na­trium, Kalzium, Wasserstoff und anderen Elemen­ten in abnehmendem Anteil. Alle Stoffe befinden sich in einem gasförmigen Zustbnd. Die Tempera­tur auf der Sonnenoberfläche wird auf 5600 bis 6000 Grad Celsius geschätzt, die Temperatur im Sonneninnern soll sogar 20 000 bis 40 000 Grad Celsius betragen. Die Wärmemenge, die die Sonne der Erde in einer Minute zusendet, würde genügen, um 37 000 Millionen Tonnen Wasser auf lOO Grod Celsius zu erhitzen. Jedoch nur der 0 000 000 000 434. Teil der Sonnenwärme trifft die Erde, d. h. dis Gesamtstrahlung der Sonne verhält sich zu der, die die Erde erhält, wie etwa 75 Jahre zu einer Se­kunde. Nur 40 v. H. der der Erde zukommenden Sonnenstrahlung erreichen die Erdoberfläche, wäh­rend die restlichen 60 v. H. entweder in der Lusthülle hängenbleiben und diese erwärmen ober zurückge­strahlt werden. Die Helligkeit der Sonne entspricht dem Licht von 1000 Quadrillionen (eine 1 mit 27 Nullen) Kerzen.

Es sind schon verschiedentlich Versuche angestellt worden, tfie Sonnenkraft wirtschaftlich auszunutzen, jedoch haben sie sich bisher als zu umständlich und kostspielig erwiesen. Das Prinzip der Sammlung der Sonnenwärme durch Spiegel zum Heizen von Kesseln ist allerdings in den letzten Jahren in be­sonders heißen Gegenden mit Erfolg angewendet worden.

Kür Tapferkeit vor öem Keinöe.

Dem Gefreiten Heinrich B i n g e l, wohnhaft Gießen-Klein-Linden, Kirchgasse 1, wurde für Tap­ferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen.

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** Die Gemüse- und Zwiebelvertei- I uji g macht das Ernährungsamt Abt. B heute zum Gegenstand zweier Bekanntmachungen.

** Die Kartoffeloersorgung ist in ihrer wöchentlichen Höchstmenge auf 2,5 kg je Abschnitt festgesetzt worden. Ein Vorgriff auf die Versor­gungsmenge der anschließenden Wochen ist nicht zulässig.

** Ausweiszwana im Schlafwagest. .Künftig wird in den Schlafwagen geprüft, ob die Bettkarten airf den Namen des Inhabers ausge­stellt sind. Die Schlafwagenreisenden haben daher oem Schlafwagenschaffner bei Beginn der Fahrt außer dem Fahrausweis.einen mit Lichtbild ver­sehenen Ausweis über ihre Person (Paß, Kenn­karte oder sonstigen amtlichen Ausweis) auszuhän- digen, der vor Beendigung der Fahrt zurückgegeben wird.

** Konzert an zwei Klavieren. Heut­zutage ist es eine Seltenheit, wenn man einmal an zwei Klavieren musizieren hört. Die Beschaf­fung zweier gleichwertiger Instrumente ist schon nicht leicht, die Ausführungen müssen aufeinander abgestimmte Naturen sein, die, sich geaenfeitig er­gänzend, eine Einheit bilden sollen. Andererseits darf diese gegenseitige Anpassung nicht so weit gehen, daß der Vortrag farblos und ohne Eigen­art wird. Nur gutes Musikantentum kann diese Aufgabe restlos lösen. Den Gießener Musikfreun­den ist Gelegenheit gegeben, am Donnerstag, 23. April, in der» Unitersitätsnula ein Konzert an zwei Klavieren zu hören. Aus'führende find Frl. Dapper (Gießen) und Frl. Kru tisch (Frank­furt a. M.). Die Folge wird nur vollgültige, zum Teil ganz selten gehörte Stücke enthalten, nämlich: Haydn-Variationen von I. Brahms, Duettino con- certante von Busoni-Mozart, Kinderspiele von G. Bizet, Concerte pathetique von F. Liszt.

isf wirklich ideal, es gibt dem Kuchen, auch wenn er mit dunklem Mehl gebacken ist, ein appe­titliches Aussehen und feinsten Vanillegeschmack

ist das unbedingt zuverlässige

Backpulver

Die gesundheitliche Betreuung des schaffenden Menschen in den Betrieben.

Der Gießener Arzt Dr. med. A. Hof­mann, der seit Februar d. I. als Stabsarzt bei der Wehrmacht weilt, ist Kreisamtsleiter des Amtes für Volksgesundheit der NSDAP, und Leiter des Amtes für Gesundheit und Volks schütz der Deutfdyen Arbeitsfront. Er stellte uns über fein Arbeitsgebiet innerhalb des Amtes Gesundheit und Volksschutz den nachstehenden Bericht zur Verfügung.

Der großen Organisation aller schaffenden Deut­schen, der Deutschen Arbeitsfront, ist ein Amt für Gesundheit und Volksfchutz angegliedert, "dem die gesundheitliche Betreuung innerhalb der Betriebe obliegt. Im Kreis Wetterau wurden in 33 Betrieben für 4000 Gefolgschaftsmitglieder Betriebsärzte ein­gesetzt. Früher ging ein Betriebsmitglied erst dann zum Arzt, wenn es sich krank fühlte ober einen kör­perlichen Schaben davon getragen hatte. Der natio- nalspzialistische Staat erstrebt die Gesundheitsfüh- rung des schaffenden Menschen in den Betrieben nach dem Grundsatz: Vorbeugen ist besser als heilen, und er will damit sowohl die Schaffenskraft des einzelnen Menschen dem Volksganzen erhalten, als auch dem einzelnen fein Lebensgefühl stärken unb bewahren, das ihn seine Arbeit im Selbstvertrauen auf die eigene Kraft freudig tun läßt.

In diesem Sinne erhält die Arbeit des Betriebs­arztes ihre Ausrichtung. Der Betriebsarzt greift nicht erst bei eingetretener Erkrankung ein, sondern er hat eine ständige gesundheitliche Betreuung aller Gefolgschaftsmitglieder zu leisten. Diese Betreuung erstreckt sich auf die Ueberwachung der Gesundheit der Betriebsangehörigen und die sanitäre Ueber­wachung aller Werkseinrichtungen-, sein besonderes Augenmerk richtet sich auf die Verhütung von Be­rufskrankheiten und Unfällen. Er untersucht in stän­diger Beobachtung den Einfluß der besonderen Ar­beit des Betriebes auf die Gesundheit der Gefolg­schaft. Er überwacht die Frauen- und Jugendlichen- Arbeit und beugt Ar bei tsüb erlas hing e n vor, hier sorgt er für die Ausmerzung von Schadensquellen. Die Lenkung des Betriebssportes ist seine Aufgabe.

Er überwacht, die Ernährung der Schaffenden in« nerhalb der Betriebe. Er leitet ferner die Erho« lungsfürforge und ist der Berater bei der Durch« führung befonberer Einzelaktionen, die der Gesund­erhaltung der Gefolgschaft dienen, z. B. der Vita« multin-Aktion, die z. Z. im Gange ist. Um in der gemüfearmen Zeit des Winters dem schaffenden Menschen einen Ausgleich für den Ausfall an Vi­taminen zu bieten, werden Vitamultin-Plätzchen ausgegeben. An dieser Aktion haben sich in unse­rem Kreisgebiet 49 Firmen beteiligt.

Röntgenreihenuntersuchungen, die in einzelnen Gauen bereits für die Gesamtbevölkerung durchge­führt sind, wollen die Anfangsstadien von Volks­krankheiten, insbesondere die Tuberkulose, recht­zeitig erkennen, um späteren schwereren Schäden vorbeugen und heilend eingreifen zu können. Der Kreis Wetterau hat vor, im Laufe des Jahres in allen Betrieben und für die gesamte Bevölkerung diese Röntgenreihenuntersuchungen mit Hilfe des

-Röntgensturmbannes Frankfurt a. M. durchzu« führen.

Im Rahmen des Reichserholungswerkes der Deut­schen Arbeitsfront unb bes Sozialerholungswerkes der Landesoersicherungsanstalt ist es dem Betriebs­arzt möglich, wirklich erholungsbedürftige Arbeits­kameraden zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit 14 Tage zusätzlich in Urlaub zu schicken. Diese Ein­richtung kam bisher 95 Gefolgschaftsmitgliebern Mit bestem Erfolg zugute. Die Aktion wird zur Zeit in verstärktem Maße in Angriff genommen.

Alle biefe Maßnahmen gehen von dem Amt für Gesundheit und Volksschutz der Deutschen Arbeits­front aus, und ihre Durchführung wird von hier aus überwacht. Das Amt wird ferner zu ärztlichen Gutachten herangezogen, falls solche in Jnvaliden- renten-Streitverfahren von der Rechtsberatung der Deutschen Arbeitsfront benötigt werden.

Die Nachkriegszeit wird diese Arbeit zweifellos mit stärkerer Inangriffnahme Dorroärtstreiben, als dies unter den Einschränkungen der Kriegszeiten jetzt möglich ist.

Gießener Konzertring.

Orchester-Konzert: Brahms Schumann Dvorak.

DieUngarischen Tänze" in der Fassung von Johannes Brahms sind dem Musikkenner Kostbarkeiten geworden, und für den, der der Mu­sik ferner sicht, bedeuten sie vielleicht den Inbegriff Brahmsfcher Musik. Diese Tänze sind, wie Brahms einmal selbst feststellt,echte Pilßta- unb Zigeuner- kinder, also nicht von mir gezeugt, sondern nur mit Milch und Brot genährt". Wanderndes, ja herren­loses Melodiengut, wie es die ungarischen Zigeuner­kapellen in unendlichen Abwandlungen brachten, von dem wohl selten der Urheber festzustellen war, hat Brahms gesammelt, in seiner Verzwicktheit im Notenbilde festgehalten und ihm durch die Art seiner Satzweise eine Formung gegeben, die seinem ur­sprünglichen Wesen denkbar nahekommt, und so zu beachtlicher Bedeutung in unserer Kunstmusik ge­führt. Das bestätigte auch diesmal das Erklin­gen der Tänze Nr. 5 und Nr. 6; einander in ihrem Wesen ergänzend, darum auch meist zusammen ge­spielt. Temperamentgebunden unb fein durchfühlt in ihrer organischen Gliedern na, pointiert, zuckend mit jeder Faser den rhythmischen und klanglichen Reiz erfassend.

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Mit der UebersiMung Robert Schumanns nach Düffefborf im Jahre 1850 als Städtischer Mu­sikdirektor frbienen sich seine Schaffenskräfte noch einmal glücklich zu beflügeln, noch dazu, wo die er­sten Monate im neuen Wirkungskreis sich zunächst verheißend anließen. Dafür zeugen seine Es=Dur= Symphonie (Rheinische") und das Cello-Kon- zert in a-moll. Gerade das Cello war mit be=- sonderen Konzertgaben im Zeitalter der Romantik wenig bedacht worden, obwohl es als Träger schwär­merischen Klanges dazu berufen sein könnte. Das musikalische Erlebnis ist hier für Schumann ebenso entscheidend wie auch in dem hier erst in voriger Woche gehörten Klavierkonzert. So treten die rein instrumentalen Anforderungen unb Möglichkeiten vor dem leitenden Gedanken zurück. Für den Soli­sten an sich «"-scheint dieses Konzert deshalb vielleicht nicht als besonders lockende Aufgabe, weil er vor­nehmlich nur dem musikalischen Ziel zu dienen hat unb manchen Eigenwert zurückstellen muß.

Um so anerkennenswerter ist es, daß Prof. Ru­dolf M e tz m a ch e r sich für dieses verhältnismäßig selten aespielt- W»rk einseßte. Er konnte da? um so eher, als er für die Durchführung dieser Aufgabe

sowohl in instrumentaler wie in musikalischer Hin­sicht günstigste Bedingungen bietet. Sein Ton ist schön und zeugt von innerer Wärme, in der Kan- tilene vermag er ihn in feinster Differenzierung zu modulieren, voll Empfindsamkeit und Schmieg- samkeit. Dafür sprach der langsame Mittelsatz des Konzertes, der ja gerade die ausdrucksstarksten Klangregionen des Cellos bevorzugt. In den beiden Ecksätzen, sowohl in dem gehaltenen ersten Satz wie in dem sehr lebhaften Finale, ließ er bas seinem Instrument übertragene Figurenwerk in präziser Durchdringung sich entfalten unb fand hier reich­liche Gelegenheit, seine gediegene Technik, beson­ders sein spritziges, gestochenes Spicoato wie auch das gerundete a'kkordliche Spiel in den Dienst seiner Aufgabe zu stellen. Das Orchester unter Prof. le­rn e 5 ü ä r g paßte sich feinfühlend an und erhob sich in den Tutti-Stellen zu besonderer Eigenwir- Tung. Den Solisten ehrte freudiger Beifall.

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Anton Dvoraks Neunte und zugleich letzte,dem Erscheinen nach alsF Ünft e" bezeichnete Sym­phonie spiegelt die Eindrücke eines längeren

Warnung aus Stendal

Roman von A'Lothar Philipp

7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Wir müssen den Brief, den ich heute morgen be­kommen habe, mit beifügen", sagte er und machte eine Aktennotiz, damit der Brief, wenn der Sach­verständige ihn zurückschickte, zu den Akten gegeben wurde, denn bas ist sehr wichtig.Nun, was halten Sie von der Sache, Herr Kollege?"

Der Kommissar zuckte die Achseln.

Die Sache liegt einfacher, als man denkt", meinte er bann,da ist dieser Lanos als völlig unbekannte Person, die wahrscheinlich einen falschen Namen trägt. Der soll ermordet werden. Wir finden einen Toten, der aber nicht Lanos ist, dafür sämtliche Schränke ausgeräumt unb Lanos verschwunden. Es bleibt nur eine einzige Vermutung: Lanos hat ben Mann, der gekommen war, ihn zu ermorben, getötet unb ist geflohen."

Sehr schon", pflichtete der Kriminalrat bei,ich würbe auch so schließen. Möglich ist es natürlich auch, baß ber Tote ein ganz anberer ist, unb baß der Morb an ihm eine anbere Bebeutung hat. Das müssen wir eben noch herauskriegen, ba kommt Krähe, er wirb uns sicher sagen, wer ber Tote ist. Nun. Krähe?"

Ein Kunde", sagte Krähe strahlenb,ein Kunbe, Herr Kriminalrat, ich glaube, Sie haben ihn selber seinerzeit verhaftet. Karl Barthold, geboren am 12. Juli 1905 in Ratibor, Artist, vorbestraft wegen Diebstahls mit einem Jahr Gefängnis."

Der Kriminalrat hatte sich Notizen gemacht. Dann griff er zum Telephon.

Bitte, geben Sie mir Einunbvierzigneununbsieb- zigsechsundneunzig, Fräulein. Ja. Hier Kriminalpolizei, Gruppe M, Kriminalrat Wenig. Bitte, sehen Sie boch mal zu, ob der Tote aus ber Kurfürstenstraße schon seziert worben ist ja? Ja,

geben Sie mir Dr. Bennecke. Ja, hier nochmals Wenig, haben Sie ben Mann seziert? Eben fertig damit? Großartig. Ja ja Krähe, notieren Sie mal", wandte er sich an ben Kriminalsekretär:Herz­kammerschuß alter, vernarbter Messerstich in ber rechten Brust, schlecht verheilter Unterschenkelbruch. Unb bie Patronenhülse? Nun, ja, geben Sie sie zum Institut, die können sie morgen ibentifizieren. Ich gehe auch jetzt nach Hause. Gute Nacht, Doktor, vielen Dank."

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Am nächsten Morgen erhielt Kriminalrat Wenig burch Entscheid bes Kriminalbirektors bie Morbsache Bartholb.

Wieder war es ber alte Krähe, ber ganz früh am Morgen bereits im Melbeamt gewesen war und bie Karte jenes Bartholb gesucht hatte. Er trat freude- strahlend zum Kriminalrat unb sagte:

Ich gehe heute in ben Zirkus, Herr Kriminalrat."

Sie? In ben Zirkus? Was wollen Sie benn dort? Wollen Sie als Jongleur auftreten ober als Illusionist?" i

Nee", gab Krähe zur Antwort,ich mochte Herrn Bartholb besuchen"

Da müssen Sie nach ber Hannoverschen Straße gehen, nicht in den Zirkus."

Er ist bei dem Zirkus Brommunb gemelbet, ber sich jetzt auf bem freien Platz an ber Hauptstraße in Friedenau, unmittelbar am Innsbrucker Platz, auf­hält. Ich glaube, wir werden dort etwas erfahren."

Hm", machte Wenig, ,nicht schlecht. Aber bas können Sie heute nachmittag machen, jetzt müssen Sie bie Sache Berg fertig machen, weil ber Direktor schon banach gefragt hat. Unb ich muß bie Fahnbung nach Lanos rausgehen taffen, wir haben boch im Protokoll eine Beschreibung von ber Frau Dings­bums wie heißt sie? Hauckwitz. Unb wenn Sie fertig finb mit Berg, bann gehen Sie mal hinauf zum Institut unb fragen nach, ob bie schon bie Schußwaffe festgestellt haben."

Krähe griff sich die Akten Berg und setzte sich ver­

bissen an feinen Schreibtisch. Diese alte Geschichte konnte ihn nicht mehr reizen, aber sie mußte be­arbeitet werben, obwohl sie schon zehn Jahre zu­rücklag.

Gegen zwölf Uhr gab er bie Akten zur Boten­meisterei und machte sich auf ben Weg zum In­stitut, um zu fragen, ob bie Schußwaffe festgestellt worden ist.

Dr. Kerg, ber Assistent war gerabe bei ber Arbeit. Setzen Sie sich einstweilen, Herr Krähe, ich bin gleich fertig. Es ist ein kleines Kaliber, 6,35, unb eine Waffe, wie sie in taufenb Fällen einmal vor­kommt, anscheinend ungarisches Fabrikat."

Die Patronenhülse war in ein Gestell einge- schraubt unb konnte so mit einem Sonberrnikroskop betrachtet werben. Ueber bem Mikroskop war, mit ihm burch einen Tubus oerbunben, eilt Photo­apparat angebracht, währenb bie Hülse burch eine sinnreich burchbache Beleuchtungsanlage beleuchtet werben konnte. So war es möglich, ben Stoßboben ber Hülse im Spiegelbild vergrößert zu photo­graphieren. Die Aufnahme des Hülfenbodens war bereits fertig unb wässerte.

Jetzt ging ber Assistent mit ber Kassette in die Dunkelkammer, um sie zu entwickeln. Zehn Minuten später brachte er bas nasse Bild, legte es in ben Trockner unb schlug eine biefe Liste nach.

Dann taktierte er ber Stenotypistin bes Instituts seinen Bericht.

Es handelt sich um eine Frommer, Patent Lili­put, aus ber Waffen- unb Maschinenfabrik Buda­pest. Die Länge ber Pistole beträgt einhunbertels Millimeter, ihre Lauflänge breiundfünfzig Milli­meter, ihre Drallänge zweihunbertfünfundsechzig Millimeter unb ihr Leergewicht breihundertzwanzig Gramm. Das Magazin faßt sechs Patronen. Be- fonbere Systemmerkmale: an der Hülse: vorhan­dene Auswerferspur, der Winkel zwischen Aus­werfer- und Auszieherspur beträgt zweihundert­zehn Grad, ber Durchmesser bes Abdrucks vom Schlagbolzenloch zwei komma drei Millimeter. Als

Bearbeitungsspuren sieht man deutliche Dreh­spuren. Besondere Kennzeichen sind nicht vorhan­den. Am Geschoß beträgt bie Felderzahl vier, die Felberbreite eins komma achtunbbreißig bis eins komma fünfunbvierzig Millimeter, bie Drallrich­tung ist rechts und ber Drallwinkel vier komma brei Grab."

Haben Sie benn bas Geschoß?" fragte Krähe erstaunt.

Ja, Dr. Bennecke hat es mir heute zugeschickt. Hier ist ber Bericht, bie Hülse unb bas Geschoß be­halten wir vorläufig hier, es steht Ihnen jederzeit zur Verfügung, wenn Sie es brauchen."

Krähe nahm ben Bericht in Empfang unb las ihn sorgfältig durch.

Demnach", sagte er aufblirfenb,ist es eine ungarische Pistole gewesen?"

Ja, unb zwar eine in Deutschland» außerordent­lich seltene Waffe, dabei spreche ich allerdings vom Altreich. In der Ostmark und im Sudetengau wird sich vermutlich bie Waffe noch aus ber Vorkriegs- unb Kriegszeit her mehrfach oorfinben. Trotzbem kann sie als feiten gelten, unb biefe Tatsache wird sicherlich bie Ermittlungen nach bem Täter unter­stützen."

Natürlich", schmunzelte Krähe,wir brauchen also nur biefe Waffe zu finben, bann haben wir auch ben Täter. Wie Sie sich bas so vorstellen. Sie sitzen hier gemütlich in Ihrem Laboratorium unb benken, wenn Sie ein paar photographische Aufnahmen gemacht haben, ist ber Fall geklärt. Das anbere ist nur noch ein Kinderspiel. Nee, nee, mein Lieber, so ist bas nicht."

Halten Sie hier keine Bierreben, Herr Krähe, fonbern bringen Sie bem Kriminalrat ben Bericht. Mir ist es ganz gleichgültig, was Sie bamit machen. Unb wenn Sie roteber mal eine Patronenhülse haben, bann beehren Sie mich bald wieder. Guten Morgen!" Unb bamit schob er ben verdutzten Krähe, ber gern noch eine kleine Unterhaltung geführt hätte, hinaus.

(Fortsetzung folgt.)