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Nr. 64 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Dienstag.17. März M2

Aus -em Reiche her Frau.

Das Schulkind und seine Kleidung.

Die wärmere Jahreszeit erfordert einen Wechsel in der Kleidung unserer Schulkinder. Allerdings nicht ganz so wie die Kleinen, die ja immerHitze ha­ben", sich das oorstellen. Bei ihnen wäre jetzt bald ein Gehen ohne Mantel erwünscht, denn das ist ja die alte Streitfrage zwischen Jugend und Erzie­hungsberechtigten: Möglichst zeitig kurzärmelig mit einem Sommerkleid herumlaufen. Der beste 'Rat­geher in dieser Sache ist und bleibt aber immer das Thermometer. Bevor es nicht auf 12 Wärme deutet, bestehe man auf dem Anziehen des Mantels.

Trotzdem können mir aber nun an die leichtere Kleidung denken, die wir unseren Kindern nur all­zu gern anziehen, um die kostbaren Wollkleider zu schonen. Selbstredend wird von Neuanschaffungen abgesehen. Doch aus Mutters altem Sommerkleid gibt es noch ein sehr hübsches Schul kleid für ein Kind. Man sei stets darauf bedacht, die Schulkleider möglichst praktisch zu verarbeiten, d. h. mit Taschen zu versehen und bsquem und reichlich weit zu nahen. Bei den Jungen ist ein doppelter Hosenboden keine Schande, zumal wenn von Vaters altem Anzug, aus dem er angefertigt wurde, genügend Stoff vor­handen ist. Am besten bringt man auch gleich dop­pelte Taschen in den Jungenanzug, denn diese er­halten durch die verschiedenen Utensilien, die darin ängstlich gehütet werden, nur allzu schnell Löcher.

Wichtig für das Mädel ist die Schürze, fast so wichtig wie für den kleinen Besucher des Kinder­gartens. Wie leicht läßt sich aus einem bunten alten Kopftuch eine hübsche Schürze anfertigen: sind vom Vorjahre noch Schürzen oder Kleider vorhanden, die zu klein geworden sind, so stellt man durch Kom­bination aus zweien eine her. Die verschiedenen Anleitungen in den Modezeitschriften bieten für alle Stoffreste eine Verwendungsmöglichkeit. Allerdings für die Kleinen, die im Kindergarten betreut wer­den/ ist eine bunte Schürze aus Werkstoff, einer Wachstuchart, unerläßlich. Aus Resten des Werk­stoffs werden Tischdeckchen für die Kinder oder Mundtücher zum Umbinden angefertigt. Letztere sind für alle Kinder, ob groß oder klein, unerläßlich, denn wie leicht gibt es beim Essen Flecke. Mutter aber kann, da sie Seifenpulver sparen wil! und viel­leicht tagsüber ihrem Beruf nachgeht, nicht allzu oft waschen. Andererseits legt sie begreiflichen Wert darauf, daß ihre Kinder sauber und hübsch ange­zogen den Weg zur Schule antreten. Aus diesem Grunde ist sie besonders darauf bedacht, daß die Schulkleidung sofort abgelegt wird. Nur das Früh­stück darf darin eingenommen werden. Hausklei- dung für die Kinder ist sehr wichtig, denn dadurch wird nicht nur an Kleidung gespart, sondern auch on Aerger. Stellt sich am alten Hauskleid ein Riß ober gar ein Tintenfleck ein, so gibt das weniger Anlaß zu mütterlichen Ermahnungen als beim gu­ten Schulkleid, das ja am nächsten Morgen wieder frisch und sauber angezogen werden muß.

Also, mit dem Tragen der weniger wertvollen Stoffe, die nicht aus Wolle bestehen, kann bei den Kindern bald begonnen werden, unter der Bedin­gung, daß warme Unterkleidung oder ein Unter- jäckchen die fehlende Wärme ersetzen. Und mit dem Ausziehen des Mantels da hat es noch lange 3eit! Am besten entgeht man dem vielen Betteln der Kinder, wenn man sie auf das Thermometer verweist. Wer groß genuff ist, die Wärmegrade selbst davon abzulesest der kann erst mit dem Anliegen, ohne Mantel gehen zu dürfen, an die vielgeplaqte Mutter herantreten, wenn draußen 12 Grad Celsius sind. Man sei in diesem Punkt unbedingt unbestech­lich: auch nicht zu einem Gang an den nahen Brief­kasten darf es ohne wärmende Kleidung gehen, denn gerade das Frühjahr zeitigt die meisten und gefähr­lichsten Erkältungskrankheiten. H. v. L.

Angebrannte und versalzene Speisen.

Eine alte Küchenregel lautet zwarWenn auf dem Feuer steht der Topf, laß alles andere aus dem Kopf", jedoch ist diese Regel für unsere Haus­frauen heutzutage nicht immer leicht zu befolgen. Da schweifen die Gedanken immer wieder einmal von der Arbeit ab zu den Angehörigen an der Front, da ist der Kopf so voll von Mühen, die jeher Tag aufs neue mit sich bringt, da müssen immer zwei Arbeiten auf einmal gemacht werden, wenn man das tägliche Arbeitspensum erledigen will. So kann es also schon einmal vorkommen, daß man im Eifer des Gefechts zu tief ins Salzfaß ge­griffen hat oder ein leichter Brandgeruch ankün­digt, daß die Suppe zu lange auf dem Feuer ge­standen hat. Das Unglück ist meistens gar nicht so groß, wenn man sogleich das Richtige tut, um das Unheil wieder auszugleichen.

Angebrannte Speisen darf man nie umrühren. Man schüttet sie vorsichtig ohne zu kratzen aber auch nur mit dem Löffel nachzuhelfen in einen anderen Topf, dessen Boden mit etwas frischem Wasser bedeckt ist, und läßt auf kleiner Flamme weiterkochen. Ist der Brandgeschmack trotzdem sehr stark, schüttet man das Gericht in einen kalten Steintopf, stellt ihn in eine Schüssel mit kaltem Wasser, legt ein feuchtes Leinentuch über das Stein­gutgefäß und läßt die Zipfel des Tuches in das Wasser eintauchen. Nach kurzer Zeit ist der Brand- geschmack vergangen. Auch der Zusatz einer Messer- spitze doppeltkohlensauren Natrons soll den letzten Rest eines brandigen Geschmacks wegnehmen. Den ersten Topf läßt man zunächst völlig erkalten, nimmt dann vorsichtig mit einem Löffel die obere Schicht ab, die meistens auch noch gut verwendbar ist Reis, Grieß, Graupen, Hülsenfrüchte und dick- breiige Suppen haben eine besondere Neigung, leicht anzubrennen. Diese Gefahr kann man von vornherein ausschalten, wenn man in den Topf eine Untertasse mit der Wölbung nach oben legt.

Auch eine versalzene Suppe verliert bald an Schrecken, wenn man sie richtig zu.behandeln weiß. Als erstes muß das Gemüse aus der Brühe her­ausgenommen werben. Inzwischen setzt man einige in Scheiben geschnittene geschälte Kartoffeln mit wenig ungesalzenem Wasser an. Sind sie halbgar, gibt man das Gemüse wieder hinzu und kocht es solange weiter, bis die Kartoffeln weich sind. Erst jetzt kann man auch die Brühe wieder hinzugeben. Kartoffeln schlucken nämlich viel Salz und mildern somit die scharfgesalzene Brühe. Hat man trotzdem das Gefühl, sie dürfte noch milder sein, so gibt man ein wenig Zucker hinein. Bemerkt man das Unheil erst dann, wenn bereits die Kartoffeln unter das

Gemüse gemischt sind, so Hießt man die Brühe durch ein Sieb ab und setzt Kartoffeln und Gemüse erneut mit frischem ungesalzenem Wasser zum Garkochen an. Erst zum Schluß gibt man dann von der zu scharf gesalzenen Brühe soviel hinein, als notwen­dig erscheint, um den richtigen Geschmack herzu­stellen. Der Rest wird aufgehoben und in den näch­sten Tagen zur Anreicherung und zum Salzen an­derer Gerichte verwendet. P. St.

Kleine Kniffe erleichtern die Arbeit.

Wir haben es jetzt alle eilig, und auch die Haus­frau, die nur in ihrem eigenenBetrieb" tätig ist^ muß mit ihrer Zeit geizen, um zurechtzukommen. Leicht schleicht sich jetzt eine gewisse Unordnung ein, deren Beseitigung dann oft wie ein unübersteigba­rer Berg erscheint. Sie belastet das Gemüt der Hausfrau und macht sie gegen sich selbst mißgelaunt. Da hilft nur eiserne Disziplin, die man selbst übt und auch den Hausgenossen anerzieht. Erster Grund­satz muß sein, jeden gebrauchten Gegenstand sofort wieder an seinen Platz zu bringen und nicht erst irgendworasch" abzustellen. Ob man die benutzte Bürste auf irgendeine Tischecke legt oder ob man sie sofort in ihren Behälter tut, spielt zeitlich keine

Rolle, wohl aber, wenn ich sie und andere ebenso flüchtig abgelegte Dinge in einem besonderenAr­beitsgang" aufräumen muß. Man wird erstaunt sein, um wieviel ordentlicher es allenthalben aus» sieht, wenn nichts herumliegt.

Schränke mit ihren einblickoerwehrenden > Türen haben es an sich, daß ihr Inhalt sehr schnell in ein wildes Durcheinander gerät, weil man immer in Eile ein Kleidungsstück herausnimmt und es eben­so wieder irgendwie hineinhängt. Voraussetzung für Ordnung im Kleiderschrank sind genügend Bügel jedes Kleidungsstück muß einen für sich allein ha­ben. Ist diese Vorbedingung erfüllt, kann man den Schrankraum systematisch aufteilen. Nicht hier ein Kleid, daneben einen Anzug, wieder eine Jacke usw. nebeneinander hängen. Am besten ist es, eine Seite für die Männer-, die andere für die Frauenklei­dung zu bestimmen und an dieser Ordnung unbe­dingt festzuhalten. Die seltener zu benutzenden Stücke kommen in den Hintergrund, die täglich gebrauchten müssen dem Griff am schnellsten zugänglich sein. Ist

der schrank in Ordnung gebracht, sehen wir uns Nähkorb und Schubladen an. Auch hier ein chaoti­sches Durcheinander. Aber auch hier gibt es Ab­hilfe. In Schubladen und Nähkästen kann muster­hafte Ordnung herrschen, wenn man deckellose Papp­kästen verschiedener Größe einpaßt und sie mit dem Kleinkram füllt.

Was sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

AUS EINEM JACKENKLEID

MI

Wie man aus einem unmodernen, aber noch gut erhaltenen Jackenkleid (rechts) einen flotten Som- mermantel bekommen kann, zeigt heute unsere Modeskizze. Und zwar in der Mitte eine herrenmäßig gehaltene Form mit kleinen, fallenden Aufschlägen und einem Samtkragen zu schräg eingeschnittenen

Taschen mit Klappen. Knöpfe: Steinnuß. Die Form links ist hochgeschlossen- hat einen kleinen Bubikragen zu großen, aufgesteppten Taschen und schmalen Aermelaufschlägen. Ann-Nähte sind breit abgesteppt. Knöpfe: Stofs. H.

Gekocht, gedämpst, gedünstet?

Diese Frage ist schon berechtigt, denn die meisten Hausfrauen kennen nicht den Unterschied zwischen den verschiedenen Garmachungsarten.Aber ist denn das so schlimm", wird manche Hausfrau viel­leicht fragen,handelt es sich dabei nicht lediglich um eine kleine .Begriffsverwirrung'?" Nun, es ist schon wichtig, wenn die Hausfrau sich einmal den Gang der einzelnen Garmachungsarten klar macht. Dann kann sie viel besser beurteilen, welche Art der Garmachung bei den verschiedenen Lebens­rnitteln am besten angewendet wird, und sie weiß, welcher schonend st en Zubereitung sie. den Vor­zug geben muß. Außerdem sind die Angaben in den Rezepten leichter verständlich, wenn man um diese Dinge Bescheid weiß.

Das Kochen ist ein Garmachen in viel Wasser. Wasser hat eine lösende, auslaugende Kraft, ganz besonders, wenn man etwas kalt a mf e ij t. Vita­mine, Mineral- und Nährstoffe gehen zum großen Teil in die Flüssigkeit über. Nur Knochen oder Ge­müseteile (Strünke, Petersilienstengel u. a.), die man für ein Gemüsegericht nicht verwendet, aber für eine Gemüsebrühe auskochen wird, setzt man kalt an Setzt man ein Nahrungsmittel mit kochen­dem Wasser an, geht auch noch immer ein be­trächtlicher Teil an Vitaminen, Mineral- und Aro­mastoffen in das Kochwasfer über; es ist daher selbstverständlich, daß das Kochwasser immer mitoer- wendet wird, wenn man wie für Gemüse und Kartoffeln nicht schon sowieso lieber als Gar- machungsart das Dämpfen oder das Dünsten be- vorzügt.

So wie man Kartoffeln am besten dampft, d. h. in strömendem Wasserdampf gar macht, so eignen sich auch verschiedene Gemüse, z. B. rote Rüben, Blumenkohl u. a., besonders gut zum Dämpfen. Man gibt dafür in einen Topf etwas Wasser, und wenn es kocht, den Siebeinsatz oder den Dämpfer mit den Kartoffeln ober dem ge- fthniittene» Gemüse darüber. Das Kochgut bar| von

dem Wasser nicht berührt werden. Der Topf wird mit einem Deckel fest verschlossen. Das Dampfwasser wird im allgemeinen (wie z. B. beim Blumenkohl für bie' Tunke) mitverwendet.

Für die Gemüsezubereitung besonders geeignet ist auch das Dünsten. Das ist ein Garmachen in eigenem Saft mit wenig Fett ober Flüssigkeit. Hierbei wird etwas Fett in den Topf gegeben, je nachdem etwas feingeschnittene Zwiebel ober Lauch darin angedünstet, das kleingeschnittene Gemüse da- zugegeben und unter Zugabe von sehr wenig Wasser, das man am besten heiß hinzufügt, gar gedünstet. Gedünstetes Gemüse ist sehr viel ge­haltvoller als gekochtes und auch im Geschmack wesentlich besser. Außer Gemüse dünsten wir auch Fisch und Fleisch.

Gardinenwäsche im Kriege.

Dieses Thema löst bei mancher Hausfrau einen Seufzer aus, stehen doch in den nächsten Wochen viele Haushaltungen unter dem Zeichen des Haus­putzes und der damit verbundenen Gardinenwäsche. Wie behandeln wir diese nun am schonendsten? Versuchen wir's einmal auf folgende Art: Nach dem Abnehmen entstauben wir die Gardinen gut, legen sie dann vierfach zusammen und ziehen einen Heft­faden durch die so zusammengelegten Gardinen. Dann weichen wir sie ein, spulen mehrmals in frischem Einweichwasser durch und bringen sie in der enthärteten Wäschelauge bis zum Kochen. Nach dem Abkühlen der Lauge werden die Gardinen gut darin durchgedrückt und dann gespült, bis das Wasser klar bleibt. Erst nach dem Trocknen ziehen wir die Heftfäden heraus. So ist die Gefahr des Zerreißens der durchsichtig dünnen Stoffe bedeu­tend geringer, ebenso verziehen sich die Stücke nicht so leicht. Sauber werden sie auf diese Art aber alle­mal, in dieser Hinsicht ist bei so leichtem Material nichts zu befürchten, handelt es sich doch nicht um stark versteckte Stücke. Natürlich ist diese Anwen­dungsmöglichkeit nur bei einfarbigen Gardinen ge­geben, nicht bei bunten» i

Osterhäschen.

Die Ostervorbereitungen fangen an. Gerade ht der Kriegszeit wollen wir es nicht versäumen, un­seren Kindern die Feste des Jahres so schön wie möglich zu. gestalten. Wenn manches auch schwer fällt und wenn es auch wenig Osterhasen aus süßem Material geben wird, so kann die Mutter doch schon.jetzt anfangen, die Vorbereitungen zu treffen. Eine Fülle von Möglichkeiten ergibt sich aus der Verwendung von Papier, Pappe, Stroh, Kastanien usw. Schmale lange Streifen werden aus braunem Papier geschnitten, Kopf und Ohren, Bauch und Schwänzchen werden jeweils aus einem Stück ge­formt und zusammengeklebt. Durch Knicken erhält das Häschen festen Stand und gute Form. Die Breite der Streifen muß so sein, daß die Körper-- formen im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Vögel und Kücken entstehen auf dieselbe Art. Der Schwanz wird gesondert geschnitten und mit Bauchstreifen zusammengeklebt. Den Fuß bildet man aus einem kleinen Streifen, der zusammengtzklebt und zum Stehen geknickt wird. Durch verschiedenes Knicken erreicht man eine Verschiedenheit im Aus­druck und in der Haltung. Um O st erhäschen aus gerolltem Kreppapier herzustellen, schneidet man von der geschlossenen Kreppapierrolle (wie man sie kauft) Streifen in entsprechender Breite und wickelt sie in sich fester zusammen. Ein einzelner Streifen wird zur Befestigung um jeden Teil herumgelegt und festgeklebt (ein'größerer Teil für den Bauch, ein kleinerer für den Kopf). Die Breite der Streifen muß der Höhe des Häschens entsprechen. Eine kleinere Rolle wird vor den Kör­per als Fuß geklebt, für den Schwanz nimmt man einen kleinen Abfallstreifen. Die» Ohren werden spitz zusammengerollt, in vorgebohrte Löcher hinein- gesteckt und eingeklebt. Beider Perwendung von Stroh ist es ratsam, handgedroschenes Stroh zu verwenden und es vor Gebrauch mit kochendem Wasser zu überbrühen. Auf diefe Weise wird es geschmeidig und läßt sich besser verarbeiten. Man flicht Strohzöpfe, wjckelt sie in Körperform des Hasen auf und näht die einzelnen Teile mit Bast oder Bindfaden aneinander. Bei Osterhasen aus Kasta­nien, Eßkastanienschalen, Eicheln, Nüssen usw. ver­wendet man zum Befestigen der einzelnen Teile an­einander Hölzchen, Streichhölzer, nötigenfalls auch Bast, Kordel, Draht u. a. Wenn in einer Gegend Ton­ader Lehmvorkommen sind, ist der Ton dem künst­lichen Plastilin vorzuziehen. Er ist ih der Farbe gut und erhärtet schnell nach der VerarbeitungT^Er ist gewissermaßen die Vorstufe zum Schnitzen. Um Osterhasen aus weichem Holz oder Borke zu schnitzen, muß man gut beobachten, die For­men gut beherrschen, um aus dem Material heraus schnitzen zu können. Die älteren Brüder tun das oft gerne für die jüngeren Geschwister. Solche und viele andere Anregungen werden in den Lehrgängen in der Abteilung Mütter d i e n ftErziehungs­fragen mit Anleitung zum Basteln und Heimqestal- tung, Volks- und Brauchtum" gegeben. Wer sie be­suchen will, melde sich bei der zuständigen Orts­frauenschaftsleiterin oder in den Mütterschulen.

Rezepte.

Buttermilchspeise. 1 Liter Buttermilch, 80 g Zucker, abgeriebene Zitronenschale und etwas Zitronensaft, 80 g Stärkemehl. Das Stärkemehl wird mit der Buttermelch verquirlt, unter Rühren zum Kochen gebracht. Man läßt einige Male auf- kochen, gibt die anderen Zutaten dazu, schmeckt gut ab und füllt die Speise in eine Glasschüssel.

Grießklöße. 1 Liter Milch, 20 g Fett, Salz, 250 g groben Grieß, 1 Ei oder Eiaustauschmittel, 40 g Zucker, abgeriebene Zitronenschale. Milch, Fett und Salz bringt man zum Kochen, streut unter Rühren den Grieß hinein und kocht die Masse zu einem Kloß, der sich vom Topf lösen muß. Dann gibt man die anderen Zutaten darunter. Man formt Klöße, gibt sie in kochendes Salzwasser und läßt darin garziehen.

Buttermilchgötz en. 1% kg rohe Kartoffeln, H kg gekochte Kartoffeln, % Liter Buttermilch, Salz, evtl, etwas Kümmel, Fett zum Backen. Dio Kartoffeln werden roh gerieben, ausgedrückt und mit den§ gekochten geriebenen Kartoffeln und den übrigen Zutaten vermischt, in eine gut ausgefettete Pfanne geschüttet (1% cm dick) und bei Mittelhitze in dem Backofen gebacken. Nicht wenden!

Grießquarkfpeise. Liter Milch wird mit 50 g Zucker und 1 P. Vanillezucker zum Kochen gebracht. Dann rührt man 25 bis 30 g Grieß hinein, kocht gut durch und schlägt dann den Brei mit dem Schneebesen kalt, gibt nach und nach 250 g durch­gerührten Quark dazu und schlägt die Masse, bis sie recht schaumig ift Man gibt sie über rohes oder gekochtes Obst

Krautstrudel. 200 g Mehl, 10 g Fett, Salz, etwas lauwarmes Wasser, 30 g Speck. Zur Fülle: 20 g Fett, 10 g Zucker, Zwiebel oder Lauch, 1 kg Weißkraut, Salz. Das Mehl wird auf ein Brett gesiebt, in der Mitte macht man eine Vertiefung, in die man Wasser, Salz und Fett gibt. Man ver­arbeitet alles zu einem geschmeidigen Teig, den man so lange knetet, bis er Blasen wirft, bann läßt man ihn unter einer erwärmten Schüssel eine Zeitlang ruhen, legt ihn dann auf ein bemehltes Tuch, auf dem der Teig zuerst etwas ausgerollt, bann mit ben Hänben ausgezogen wird. Man bestreut ihn mit ben ausgelassenen Speckwürfeln, gibt bie Krautsülle, bie man wie braun gebünftetes Kraut zubereitet hat, barauf, rollt ben Strubel aus, legt ihn auf ein Blech, bestreicht ihn mit etwas Milch ober Wasser unb bäckt ihn bann.

Düchertisch.

jDa s Pf lichtjah r". Heft 1 derLehr­bücherei für Hauswirtschaft", herausgegeben von ber Reichsfrauenführung.Deutsche Hauswirt­schaft", Verlagsgesellschaft, Leipzig. Preis 90 Rpf. Dieser Wegweiser von Irmgard Berghaus beglei­tet Mädel, Hausfrauen unb Eltern burch bas Pflichtjahr. Angefangen mit ben Vorbere tungen im Elternhaus unb im Pflichtjahr-Haushalr, be­richten reichbebilderte Aufsätze über alles, was ein Pflichtjahrmäbel in ber Stadt wie auf dem Lande leisten unb lernen muh. Das Heft erzählt von ben Geboten" ber Hausfrauen unb Mütter, bringt bie Bestimmungen über Arbeits- unb Freizeit, Urlaub, Krankheit, Kündigung, und geht auch auf aussichttzi reiche Frcmenberufe ein.