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Aus dem Reiche der Frau.

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Brotmehl.

Seit ter letzten Zuteilung hat sich unsere Brot­karte verändert. Sämtliche Abschnitte tragen ein dickes R in der Ecke. Von diesen R-Marken kann man je Zuteilungsperiode für 1000 g Brot 750 g Roagenmehl, Vollkornschrot oder Brotmehl beziehen. Vollkornschrot und Roggenmehl sind inzwischen fest­stehende Begriffe geworden. Was aber ist Brot­mehl? Man unterscheidet Weizen- und Roggenbrot­mehl. Beide Sorten sind von ziemlich dunkler Farbe, das Weizenbrotmehl bat einen leicht rötlichen Schimmer. Geschmack und Bindefähigkeit des Brot- mehles sind gut, allerdings nicht ganz so gut wie bei helleren Weizenmehltypen. Wie verarbeiten wir nun das Brotmehl? Für Suppen rechnet man 20 g Fett, 40 g Mehl, 1 */< Liter Flüssigkeit. Für Tunken 20 g Fett, 40 g Mehl, Liter Flüssigkeit. Aber auch zu verschiedenen anderen Gerichten läßt sich das Brotmehl gut verwenden. Wir geben hier einige Rezepte:

Klöße, y» Liter Milch oder halb Milch, halb Wasser, 100 g Grieß, 150 g Brotmehl, etwa 1 Eß­löffel Eiaustauschmittel, Salz. In die kochende Flüs­sigkeit wird Grieß und Brotmehl gerührt, die man miteinander vermischt hat, und läßt aufquellen. Der Teig muß sich vom Topf lösen. Nach dem Abkühlen gibt man Eiaustauschmittel hinzu, schmeckt mit Salz ab und formt Klöße, die man in kochendem Salz­wasser ziehen läßt.

Einfacher Hefekuchen. 250 g Brotmehl, 20 g Hefe, 50 g Zucker, % Liter Milch oder Wasser, evtl Zitronenschale, Salz, 30 g Fett. Das Brotmehl wird in eine Schüssel gesiebt und nach allen Seiten etwas hochgestrichen, so daß in der Mitte eine Ver­tiefung entsteht. Die Hefe löst man mit etwas Zucker und lauwarmer Milch auf und vermischt sie mit einem Teil des Brotmehls. Man läßt das Hefestück etwa 10 Minuten'an warmer Stelle gehen und gibt dann abgeriebene Zitronenschale, Salz, das zerlas­sene, nicht zu heiße Fett, den Rest Zucker und Flüs­sigkeit dazu und verarbeitet alles mit dem Mehl zu­sammen zu einem geschmeidigen Teig, den man so lange schlägt, bis er Blasen wirft. Man läßt ihn noch einmal gehen, knetet ihn leicht durch und füllt ihn in eine gefettete Kastenform. Er muß noch ein­mal kurz gehen, dann wird er bei guter Mittelhitze gebacken.

Armblätter.

Armblätter sind heute ein rarer Artikel. Es gilt also, sich mit eigenen Mitteln zu helfen. Schadhafte Armblätter werden lauwarm gewaschen. Nach dem Trocknen trennt man auf jeder Seite etwa 2 cm der Randnaht auf, um die Gummieinlage zu ent­fernen. Mit einem in Drogerien käuflichen Imprä­gnierungsmittel werden die Armblätter getränkt und nach dem Trocknen nicht zu heiß gebügelt. Imprä­gnierungsmittel kann man sich auch selbst mit Was­serstoffsuperoxyd oder essigsaurer Tonerde hersttllen. (Bei der Lösung aus essigsaurer Tonerde nimmt man ein Verhältnis von 1 zu 10.) Es empfiehlt sich, jedesmal mehrere Paar Armblätter zu präparieren, um die Jmprägnierungslösung gut auszunutzen. Die so wieder hergestellten Armblätter sind im Tragen angenehmer als Gummiblätter, weil sie luftdurch­

lässig sind. Das selbstgenähte Aermelblatt hat den Vorteil, daß es koch- und waschbar ist, und daß es keinen Geruch annimmt, wie z. B. Armblätter aus Gummi ihn nach einigen Tagen, selbst bei schwacher Ausdünstung der Haut zeigen. Als Stoff kann jeder weiße oder'farbige Waschstoff, sofern er weich ist und sich kochen läßt, verwendet werden. Man kann dazu auch gebrauchten Stoff von Bett- oder Tisch­wäsche nehmen. Es ist vorteilhaft, sich gleich einen größeren Vorrat herzustellen. Man schneidet für jedes Blatt zwei Stofflagen und eine Einlage aus dem gleichen oder anderen (stoff zu. Die Einlage wird ohne Nahtzugabe zugeschnitten und durch ein paar senkrechte oder waagrechte Stepplinien mit einer Stofflage verbunden, damit sie nicht rutschen kann. Dann legt man beche Stofflagen rechts auf rechts aufeinander und steppt die Ränder bis auf einen kleinen Schlitz, den man zum Wenden offen läßt, aufeinander. Nun wendet man das Blatt, schlägt die Schlitzränder gegeneinander ein und steppt das Schutzblatt rings 'knappkantig ab. Beim doppelten Armblatt wird der Jnnenrundunq noch ein zweites gleich großes Teil angefügt. Je nach Kleid und Bedarf nimmt man ein ^einfaches oder ein doppeltes Schutzblatt. Schließlich werden die Armblätter noch imprägniert. Man stellt verdünnte Lösungen, wie obenerwähnt, her, läßt die angefeuch­teten Schutzblätter ein Weilchen in der Feuchtigkeit liegen, drückt sie fest aus und plättet sie halbfeucht trocken. Auf diese Weise haben wir die brauchbar­sten Armblätter ohne viel Kosten und Mühe.

Sporflecken.

Sporflecken in der Wäsche kommen meistens da­von, daß die Wäsche in feuchtem Zustand, zusam­mengepreßt in einem luftundurchlässigen Behältnis, aufbewahrt wird. Da ist in der Küche ein schmutzi­ges Handtuch. Eben ist damit noch Geschirr abge­trocknet worden. Nun soll es zur schmutzigen Wäsche. Ohne Ueberlegung wird es zwischen die andere Wäsche gestopft. Hier aber kann das Tuch nicht trocknen, weil es von der Luft abgeschlossen ist. Es fängt zu modern an; die erstickte Nässe verwandelt sich in viele kleine, schwarze Punkte. Das sind Spor­flecken! Der beste Aufbewahrungsort für schmutzige Wäsche ist ein luftiger Raum. Hier wird ein Seil gespannt und die Wäsche darüber gehängt. Feuchte Stellen können dann trocknen, und da Verschwitztes und Schmutziges auch schlechten Geruch entwickelt, tüchtig auslüften. Wer einen solchen Raum nicht be­sitzt, kann seine gebrauchte Wäsche auch in einem großen Korb oder der Wäschetruhe sammeln, die aber auf keinen Fall mit Stoff ausgefüttert sein dürfen. Die einzelnen Stücke werden aufgelockert und ausgeschüttelt, so daß überall Luft heran kann. Bei gebügelter, aber nicht ganz trocken gedügeltet Wäsche besteht auch die Gefahr, daß Sporflecken ent­stehen, wenn sie gleich in den Schrank geräumt wird. Bis sie vollständig durchgetrocknet ist, lege man sie auf die Heizung oder an die Sonne.

Rezepte.

Sauerampfersuppe. 250 g Sauerampfer, 20 g Fett, Zwiebel oder Lauch, 40 g Mehl, 1 Liter Wasser oder Gemüsebrühe, Liter Milch oder But­termilch, Salz. Von dem seingehackten Sauerampfer

werden 73 in dem Fett mit der Zwiebel angedünstet. Dann gibt man das Mehl dazu, läßt dieses durch­schwitzen uckd füllt mit der Flüssigkeit auf. Zum Schluß quirlt man die Buttermilch daran, schmeckt mit Salz ab und gibt den rohen Sauerampfer hinzu.

S ch r o t s u p p e. I1/« Liter Milch oder halb Milch, halb Wasser, 80 g Schrot, Salz. Das Weizen­vollkornschrot wird mit einem Teil der Milch ange­rührt, in die übrige kochende Milch gegeben und gargekocht. Man muß öfter umrühren, damit die Suppe nicht anbrennt. Man schmeckt mit Salz ab. -

Rhabarberpastete. 500 g Rhabarber, 150 g Zucker. Für den Teig: 150 g Mehl, 75 g Zucker, etwas Fett, 1 Ei oder Eiaustauschmittel, Salz. Der gewaschene Rhabarber wird ungeschält in Stücke geschnitten, mit dem Zucker bestreut und in eine ge­fettete Auflaufform gegeben. Zu der Teigdecke siebt man das Mehl auf ein Brett, macht in der Mitte eine Vertiefung und gibt Zucker, Salz, Ei oder Ei­austauschmittel und ein wenig Wasser hinein. Das Fett setzt man in Flöckchen auf den Rand und ver­arbeitet alles von der Mitte aus schnell zu einem

Einfarbig oder gemu* stert ist das leichte Sei­denmaterial der beiden eleganten Sommerklei­der. Das erbsengrüne La« vablekleid links ist schräg« geschnitten, es hat zu enganliegendem Mieder» teil eine eingelesene Ki­monobluse (die im Rücken geknöpft wird) und einen vorne gelesenen Rock mit angeschnittenen, großen Schluppentaschen. Ein^ schmale Blende aus dem Grundmaterial dient als Gürtel. Aus blaugrauem Lavable ist das Kleid rechts mit dem altrosa Blumengesteck im gezoge­nen Stoffgürtel. Die ein­gelesenen Aermelteile sind der ebenfalls gelesenen Bluse angeschnitten und der flachen Schulterpasse (die rückwärts geknöpft wird) angesetzt. Auch das Rockvorderteil ist ftar£ eingelesen. H.

glatten Teig, den man eine Weile kühl stehenlaßt, ehe. man ihn ausrollt. Man legt die Teigdecke über den Rhabarber, bestreicht sie mit etwas Milch, ver­sieht sie mit einigen Einschnitten, damit der Dampf des Rhabarbers entweichen kann, und bäckt dis Pastete zu hellbrauner Farbe.

Marmeladen st rüde l. 200 g Mehl, 200 g Kartoffeln, Backpulver, 40 g Fett, 1 Ei, Marme­lade zum Füllen. Das mit dem Backpulver vermischte und gesiebte Mehl wird mit den abgezogenen, ge­riebenen Kartoffeln vermischt. In die Mitte macht man eine Vertiefung, legt das Fett auf den Rand und gibt in die Mitte das Ei. Man verarbeitet alles zu einem geschmeidigen Teig, den man ausrollt, mit Marmelade bestreicht, zu einer Rolle aufrollt und bei Mittelhitze bäckt.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für bad Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stabt Gießen, Provinz, Wirtschaft unb Sport: Ernst Blumschein.

Druck unb Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Irig. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck.

Anzeigenpreisliste Nr. 6.

Am 12. Mai starb den Heldentod vor dem Feinde unser einzig geliebtes Kind, unser Sonnenschein, unsere Freude" und unser ganzes Glück

Gerichtsassessor Dr. Otto Knetsch

Leutnant u. Komp.-Führer in ein. Inf.-Regt. Inh. des E. K. I und II, des Verdienstkreuzes mit Schwertern, des Sturmabzeichens u. des

Sudetengauabzeichens

im Alter von 28 Jahren. Sein Leben war Liebe und Fürsorge für uns und seine Mitmenschen.

In diesen schweren Tagen des Schmerzes und der Trauer wurde uns durch Wort und Schrift so überaps große Anteilnahme und Mitgefühl entgegengebracht, daß wir allen hiermit herz­lichen Dank sagen. Auch allen denen, die in stiller Zurückhaltung unserer gedenken, sagen wir herzlichen Danl>.

In tiefer stiller Trauer:

Otto Knetsch und Frau.

Gießen (Glaubrechtstraße 8), im Juni 1942.

02875

Ein sanfter Tod erlöste am 15. Juni meinen lieben Mann, meinen lieben Sohn, Bruder, Schwager und Onkel

Rudolf Berk, Stabszahlmeister a. D.

Inh. des E. K. II und anderer Orden

im 54. Lebensjahre von seinem langen qual­vollen Leiden.

In tiefer Trauer: Dore Berk, geb. Sachs zugleich im Namen aller Angehörigen.

Gießen (Stephanstr. 41 II), Siedenburg/Hann., Philadelphia, Marburg/L., Langenfeld/Rhld. I

Trauerfeier am Mittwoch, 17. Juni, nach mitt. I 2% I hr. in der Kapelle des Neuen Friedhofs. I _________________________________________02888

Nach einem arbeitsreichen Leben entschlief heute mein lieber und treusorgender Mann, unser guter Vater und Pflegevater, Schwie­gervater und Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Anton Swiniarski

Rcichsbahnoberschaffner i. R.

im 69. Lebensjahre.

Katharina Swiniarski, geb. Spitz im Namen aller Angehörigen.

Gießen (Asterweg 76), Frankfurt a. M., Saar­burg (Bez. Trier), den 12. Juni 1942.

Die Beerdigung findet Donnerstag, 18. Juni, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

02878

Am 13. Juni starb^plötzlich und unerwartet mein lieber, guter Mann und Vater, Schwie- vater, Großvater, Bruder, Schwager u. Onkel

Wilhelm Volk

Reichsbahnladeschaffner

im 56. Lebensjahr.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Emma Volk, geb. Gilbert; Hubert Stinn und Frau Anni, geb. Volk, und 1 Enkelkind.

Gießen, den 16. Juni 1942.

Beerdigung: Mittwoch, 17. Juni, um 14 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus.

Beileidsbesuche dankend verbeten.

02866

Unsere liebe, stets treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter. Schwägerin und Tante (

Marie Kirstein, Witwe

geb. Jakobi ist nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 82 Jahren zur ewigen Ruhe heimgegangen.

In stiller Trauer: Wilhelm Kirstein.

Wetzlar, Gießen, am 14. Juni 1942.

Wlgandstra6e 7

Die Einäscherung findet in Wetzlar, die Bei­setzung auf dem Neuen Friedhof in Gießen in aller Stille statt.

02873

Bekanntmachung.

Oeffentliche Mahnung.

Folgende Rückstände rvtzrden hiermit zur um­gehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden mutz:

1. Grundsteuervorauszahlung 1942 .. 3. Rate,

2. Hundesteuer 1942 .............. 1. Rate.

Gietzen, den 15. Juni 1942. sioosG

GIESSENER KONZERTRING 1941/42 (Arbeitsgemeinschaft NSG.Kraft durch Freude, Konzertverein, Theater)

Donnerstag, 25. Juni, 20.00 Uhr, in dejr Neuen Aula der Universität

11. Konzert (Gruppe A Nr. 6)

KLAVIERKONZERT

mit

GISELA SOTT

JOH. SEB. BACH:

Präludium und Fuge, cis-moll Präludium und Fuge, Cis-dur Choralvorspiel:Ich ruf zu Dir, Herr Präludium und Fuge, D-dur

FRANZ SCHUBERT:

Sonate B-dur, op. posth.

CHOPIN:

Nocturno Des-dur, op. 27

Sonate h-moll, op. 58

Eintritt: RM. 3.50, 2.75, 2 und 1.50

Eine Soße darf man nie zu lange kochen, da sie sonst einschmort und es wäre schade um jeden Tropfen. Kochen Sie nach unserem Rezepts den KNORR - Soßenwurfei fein zer­drücken, mit etwas Wasser glatt­rühren,/< Liter Wasser beifügen und unter Umrühren 3 Minuten kochen.

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