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Der LlGA-Kreuzer „pensacola"
Arabische Gäste in Berlin
ihn
im Oktober nach Albanien.
Roosevelts Zndienpleite.
Bon unserer Berliner Scbriftleitunq.
mit kommumz'lerenden Röhren vergleichen. Jeder Erfolg des einen Verbündeten, mag er auf einem noch so weit entfernten Kriegsschauplatz errungen sein, kommt den anderen Verbündeten irgendwo zugute. Wir haben in diesem Kriege im Gegensatz zu dem Weltkriege das große, durch die meisterhafte Politik unseres Führers" herbeigeführte Glück, in Japan einen so hervorragend kriegstüchtigen Der« bündeten gewonnen zu haben, der vom gleichen Geiste beseelt ist wie wir, und auf den wir uns um so mehr verlassen können, als unsere beiderseitigen Ziele, mögen sie sich auch auf verschiedene Erdteile erstrecken, doch durchaus die gleichen sind: Unerbittlicher Kampf gegen die Mächte, die sich einer gerechten und vernünftigen Neuordnung der Welt entgegenstemmen, da ihre rein materialistische eigensüchtige Politik einem derartigen Jdealzustand widerspricht. In diesem Kriege wird die stärkere Idee siegen, zumal da sie von den besten Soldatenvölkern der Welt verfochten wird. Das Zusammenwirken Deutschlands und seiner Verbündeten bis zum Endsiege ist trotz der räumlichen Entfernungen durch die strategischen Fernwirkungen gesichert.
niedergeschlagen wurden. Die national eingestellten Truppenteile haben sich längst von der heutigen Teheraner Schattenregierung losgesagt und kämpfen erbittert gegen die fremden Usurpatoren. Die Waffenattaches der britischen und sowjetischen Be- satzungsbehörden haben ein äußerst bezeichnendes Gutachten erstattet: Sie haben den Verzicht auf eine Militärkonvention mit der iranischen Regierung vorgeschlagen, da sich „gewisse Elite-Truppenteile der ehemaligen iranischen Wehrmacht von Teheran l o s g e s a g t haben und auf eigene Faust' Krieg führen, wie zahlreiche blutige Zusammenstöße zwischen iranischen und sowjetischen Truppen beweisen." Die alliierten Eindringlinge ernten danach, was sie gesät haben. Der Versuch, in einem Scheinvertrag mit der iranischen Schattenregierung eine Militärkonvention abzuschließen, war von vornherein eitel Spiegelfechterei, um vor der Welt den Eindruck zu erwecken, als gäbe es noch eine souveräne iranische Regierung. In Wirklichkeit haben die fremden Militärstellen alles getan, um die Selbständigkeit der iranischen Wehrmacht zu beseitigen. Die iranischen Truppen wurden großenteils zwangsweise entwaffnet, die Reste in Polizeiformationen umgewandelt.
So sieht die englische Garantie der Freiheit und Unabhängigkeit Irans aus. Ruhe und Sicherheit verbürgt nur die Zurückgewinnung der Freiheit von der britisch-bolschewistischen Invasion. Die jetzige schwächliche Regierung aber wird dieses Ziel kaum erreichen.
Der Ministerpräsident Raschid A e l Kai - lani und der Großmufti Haj Mohammed Amin Al H u s s e i n i, die beide soeben in B e r- l i n eingetroffen sind, sind so fremd auf den ersten Anhieb ihre Namen dem deutschen Ohr klin- §en, unseren Lesern keine Fremden. Seit vielen ahren tauchen ihre Namen immer wieder in den Zeitungsspalten auf. Sie sind die Repräsentanten einer neuen Zeit und eines neuen Willens in dem vielstämmigen arabischen Volk, das nach langen Jahrhunderten mit neuer Kraft und in Erinnerung an eine große Vergangenheit eigenständigen Zielen entgegengeht. Das unterscheidet die arabische Nationalbewegung von der Protektoratspolitik Englands, die sich auf den Secret Service — bekannt sind hier die Namen Lorenz und Philby —, auch auf manche arabische Volksverräter stützt.
Raschid Ali el Kailani ist der rechtmäßige Chef der Regierung des Irak, des alten Zweistromlandes am Euphrat und Tigris mit der märchenberühmten Hauptstadt Bagdad, in der er 1892 geboren wurde. Von Haus aus Jurist, durchlief er die höchsten Staatsämter in dem Irak, d'em Staat, der nach dem Zusammenbruch der alten Sultansherrschaft entstand. Der Irak schließt auch das Erdölgebiet von Mossul ein und liegt nahe den iranischen (persischen) Erdölfeldern. Damit ist schon gesagt, daß der Irak ein Knotenpunkt der englischen und amerikanischen Petroleumpolitik ist. Im Jahr 1941 verstärkten die Engländer vertragswidrig und entgegen neuen Zusicherungen ihre Garnisonen in Irak, das nur formell selbständig war, besonders in der Hafenstadt Basra. Kailani, damals Ministerpräsident, legte Einspruch ein und setzte sich zur Wehr. Die Erhebung des Irak gegen die englische Zwingherrschaft vor gerade einem Jahr ist noch in allgemeiner Erinnerung. England schlug sie mit ungeheurer Uebermacht nieder. Bis in die letzten Wochen verfolgte es die Träger dieser Erhebung mit Galgen und Zuchthaus. Kailani gelang die Flucht. Der irakische Ministerpräsident hält auch in der Fremde die Fahne der Unabhängigkeit seines Landes hoch.
so sollte man vermuten, im jetzigen viel wert- räumigeren Kriege ins Ungemessene steigen.
Es könnte auch der Gedanke entstehen, daß die Kriegsziele der Dreierpaktmächte, die Schaffung einer Neuordnung in Europa durch Deutschland und seine europäischen Verbündeten, die Neuordnung des ostasiatischen Raumes durch Japan so auseinanderfielen, daß schon dadurch ein Einklang in. den Operationen dieser verbündeten Mächte kaum zu erzielen sei, da ja die politische Zielsetzung von der Kriegführung nicht zu trennen ist. Zweifellos ist es ausgeschlossen, angesichts der großen Entfernungen und der überaus verschiedenen strategischen Operationsgrundlagen und taktischen Bedingungen auf dem europäischen und dem ostasiatischen Kriegsschauplatz zwischen den beiderseitigen Wehrmachts- Oberkommandos ins Einzelne gehende Abmachungen über die Operationen zu treffen. Das wäre auch geradezu fehlerhaft, da die Strategie, nach Moltke „ein System von Aushilfen", stets geschmeidig und schnell den wechselnden Lagen angepaßt werhen muß und solche Abreden demnach oft gar nicht eingehalten werden können, da sie durch die Ereignisse überholt werden. Daß aber das Jn- einandergreifen der Operationen in größten Zügen durch die Oberkommandos vereinbart worden ist und auch fernerhin wird, dürfen wir wohl bestimmt annehmen. Ganz gleich ist bei beiden Partnern das große Endziel: die völlige Nieder- ringung Großbritanniens, die Schädigung der USA. in solchem Ausmaße, daß sie den Frieden einer längeren Fortsetzung des Krieaes vorziehen werden, und die Vernichtung des Bolschewismus. Daß sowohl die verbündeten europäischen Mächte als auch Japan bis zur siegreichen Erringung dieser Ziele mit vollem Einsatz kämpfen werden und müssen, das ist sicher, denn es ist für sie eine Lebensfrage.
Wenn sich nun auch auf den weit getrennten Fronten die Ergebnisse der Operationen in Europa nicht sofort und unmittelbar auf die in Ostasien und umgekehrt auswirken können, so ist doch die mittelbare strategische Fernwirkung unbedingt gegeben und von entscheidender Bedeutung. Wir wollen dies an einigen Beispielen aufzeigen:
Die glänzenden Erfolge unserer Feldzüge in Norwegen und Frankreich und die dadurch erreichte Schaffung der umfassenden See- und Lustbasis gegen Großbritannien zwingt dieses, seestrategisch einen bedeutenden Teil seiner Seemacht in den Heimatgewässern zu belassen, den größten Teil der leichten 'Seestreitkräfte aber zum Geleitschutz gegen den durch die atlantische Küstenbasis wesentlich erleichterten deutschen U-Boot-Krieg einzusetzen. Lust- strategisch ist Großbritannien gleichfalls in der Zwangslage, die Hauptkräfte feiner Luststreitmacht im Heimat gebiet und zum Geleitschutz einzusetzen, wenn nicht eine noch hoffnungslosere Unterlegenheit gegenüber der deutschen Luftstreitmacht in Kauf genommen werden soll. Auch die Haupnnasse der britischen Landstreitkräste wagt die britische Führung nicht über See einzusetzen aus Besorgnis vor einer deutschen Invasion. Jedes Kriegsschiff, jedes Flugzeug und jeder Truppenteil, der durch uns gebunden ist, fehlt aber in Ostasien. So nur war es den Japanern möglich, vor vornherein gegen die britischen Streitkräfte in Ostasien überlegene Machtmittel einzufetzen und im Verein mit der hervorragenden Führung und den glänzenden Leistungen der Truppen aller Wehrmachtsteile die entscheidenden Schläge auf Hongkong, der Malaienhalbinsel und in Burma zu führen.
Aehnlich wirkt die Bindung bedeutender Land-, See- und Luftstreitkräfte ^des britischen Empire in Nordafrika durch den hervorragenden Einsatz der deutschen und italienischen Streitkräste. Die Siege des Generalobersten Rommel sind auch für die javanische Kriegführung durchaus von Bedeutung. Wäre nicht dadurch und durch den hervorragenden Einsatz unserer U-Boote und Flieger im Mittelmeer dieses für die englische Durchfahrt praktisch gesperrt und könnte England aus diesem kürzesten Wege Truppen und Kriegsmaterial nach Indien bringen anstatt auf dem weiten Umwege um das Kap der guten Hoffnung, so würde das die japanischen Operationen wesentlich erschweren. England ist überdies in der Zwangslage, starke Kräfte in Nordafrika und im Nahen Osten zu belassen, damit ihm nicht der Suezkanal und das astatische Vorfeld zu Indien verloren geht. Diese Kräfte fehlen in Ostasien zugunsten der japanischen Operationen.
Anderseits fordert aber die Bedrohung Indiens durch die überaus erfolgreichen japanischen Operationen von England die größtmöglichen Anstrengungen, um dieses lebenswichtigste Glied des Empire zu halten. Zwangsweise wird es trotz Gefährdung der Seewege und Schiffsramnmangels Truppen, Schiffe, Flugzeuge und Kriegsmaterial dorthin senden müssen. Dazu bedarf es aber eines ungeheuren Schiffsraumes, der wiederum für die Versorgung der Heimatinsel ausfallen wird, aber auch Geleitschutz durch Seestreitkräfte, die an anderen Stellen fehlen werden. Die Vernichtung eines beträchtlichen Teiles der USA.-Pazifikflotte sowie erheblicher Teile der englischen und die der ganzen holländisch-ostindischen Flotte im Indischen Ozean durch die Japaner entlastet die deutschen und italienischen Seestreitkräste im Kampf gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt, denn, was von der Pazifikflotte ausgefallen ist, müssen die USA. aus der Atlantikflotte ersetzen, um nicht Japan gegenüber in eine hoffnungslose Unterlegenheit zu kommen. Ebenso werden die Engländer neue Seestreit- kröste in den Indischen Ozean senden müssen, um
Au^ Washington wird bescheiden mitgeteilt, daß Roosevelts Sondergesandter für Indien, Johnson, „aus Gesundheitsgründen" nach den USA. zurückkehren werde. Johnson war mit besonderen Aufträgen und Vollmachten Roosevelts ausgestattet. Angeblich war er dazu bestimmt, die Verhandlungen des britischen Agenten Cripps mit der amerikanischen Garantie zu versehen. Er hatte sich aber mit einem Stab wirtschaftlicher und technischer Experten umgeben, die von vornherein erkennen ließen, daß er ganz andere Ziele ip e r f o l g t e. Was über seine Verhandlungen mit
lich, ob Japan überhaupt in der Lage gewesen wäre, in den Krieg mit den USA. und Großbritannien einzutreten, wenn nicht unsere gewaltigen Siege im Osten die ganze Kraft der Sowjets gebunden hätten. Für die japanischen Operationen ist es auch weiterhin von größter Bedeutung, daß Deutschland mit seinen Verbündeten den russischen Koloß niederwirft. Nur dann hat Japan die Sicherheit, daß nicht doch eines Tags die Rückenbedrohung durch Sowjettruppen an der mandschurischen Grenze auftritt und daß nicht russische Luftstreitkräfte zu Angriffen auf die japanischen Inseln und russische Seestreitkräfte zur Bekämpfung der japanischen Versorgungsschiffahrt frei werden. Wer kann daran zweifeln, daß Stalin den russisch-sapanischen Nichtangriffspakt genau so als einen Fetzen Papier an- sehen würde, wie er es mit dem deutsch-russischen Freundschaftspakt von 1939 getan hat, wenn es ihm die Lage erlauben würde? Vertragstreue spielt bei solchen Verbrechernaturen selbstverständlich nicht die geringste Rolle.
Wir glauben, mit diesen kurzen Darlegungen erwiesen zu baiben, wie sehr strategische Fernwirkungen die Gesamtkriegslage beeinflussen. Sie lassen sich
die Verluste einigermaßen auszugleichen. Dadurch ■aber wexden die für den Geleitschutz erforderlichen Seestreitkräfte Englands und der USA. geschwächt, was unserem U-Boot-Krieg zugute kommen wird. Unser U-Boot-Krieg im Atlantik dis an die Küsten Nordamerikas und im Karibischen Meer aber wirkt sich wiederum dahin aus, daß dadurch nicht nur die Versorgung der Feindmächte schwer beeinträchtigt wird, sondern er bindet auch so starke Seestreitkräfte derselben, daß die japanische Seemacht erheblich entlastet wird und ihr erlaubt, in ihrem ausgedehnten Kampfraum eine relative lieber- legenheit zu erhalten.
Japan befindet sich mit den Sowjets im Frieden, der sogar durch einen Nichtangriffspakt gesichert scheint. Es könnte daher der Gedanke auftauchen, daß es für die japanische Kriegführung nicht von entscl)eidender Bedeutung sein könnte, wie die Kämpfe auf unserer Ostfront verlaufen. Dazu ist aber folgendes zu sagen: Zunächst ist es keineswegs gleichgültig, wie in einem Koalitionskriege die Lage eines Verbündeten an irgendeiner Front ist, sei sie noch so weit entfernt Ferner aber ist es wohl klar, daß die Sowjets den Nichtangriffspakt mit Japan nur deshalb geschlossen haben, weil sie wußten, daß sie gegen Deutschland ihre ganze Kraft einsetzen müßten und ihnen eine Rückenbedrohung, sei es auch nur in dem weit entfernten Ostsibirien, äußerst unerwünscht sein mußte, weil sie starke Kräfte der besonders kampfkräfttgen sibirischen Armeen gebunden hätte. Anderseits ist es aber auch für Japans Operationen erwünscht, seinen Rücken in der Mandschurei frei zu haben. Ja, es erscheint frag«
Die in der Sondermeldung des Oberkommandos der Wehrmacht genannte „Pensaco l a"- Klasse besteht aus den Schweren Kreuzern „Salt Lake City" und „Pensacola". Beide 9100=1.= Schiffe wurden im Jahre 1929 in Dienst gestellt. Sie entwickeln eine Geschwindigkeit von 32,7 Knoten. Die Besatzung beträgt 612 Mann. Sie besitzen zehn 20-am-Geschütze, vier 12,7-cm-Flak und vier 4-cm-Flak sowie zwei 4,7-cm-Geschütze. Außerdem verfügen die beiden Schweren Kreuzer über je zwei Flugzeugschleudern. Sie haben je fünf Flugzeuge an Bord. Unser Bild zeigt den Kreuzer „Pensacola". (Scherl-Archiv.) '
Iran unter der Garantie Englands.
Amin Al Hussein! heißt allgemein der Großmufti von Jerusalem. Streng genommen ist er nicht Großmufti. Jenseits des „Mufti", des Auslegers des islamischen kanonischen Rechtes, gibt es keine höhere Würde. Aber einmal nahm der Mufti von Jerusalem seit Jahrhunderten praktisch eine Sonderstellung ein und dann ist Amin Al Husseini —aus der lehr alten arabischen Familie der Husseins— eine Persönlichkeit von solchem Rang, daß er in seinem Volk und in der Weltöffentlichkeit allgemein der „Großmufti" heißt. Auch er kommt ursprünglich vom akademischen Leben her — er studierte an der altberübmten Universität Kairo —, wechselte aber bann als Artillerieoffizier in den Militärdienst hinüber, machte den schweren Kampf in Vorderasien während des ersten Weltkrieges mit, wurde als Großmufti von Jerusalem zugleich Verwalter des arabisch-mohammedanischen Kirchengutes und war der zähe, mutige Anwalt seines Volkes, das in schamloser Weise durch die zionistische Einwanderung vom angestammten Boden verdrängt werden sollte. Er unterstützte im Mai 1941 die irakische Freiheitsbewegung und teilte das Schicksal ihrer Vorkämpfer. Die Engländer haben 50 000 Pfund, die Bolschewisten eine Million Rubel auf seinen Kopf gesetzt! Eine Junkersmaschine brachte
Die Londoner Regierung stellte seinerzeit der iranischen Regierung ein Ultimatum, entweder die sich im Lande aufhaltenden Deutschen und Italiener des Landes zu verweisen oder sich damit einver- tanden zu erklären, daß England den Schutz des Landes vor dem Treiben der Nazi-Agenten übernimmt. Erklärt wurde dieses Ultimatum mit der angeblichen Ausfuhr lebenswichtiger Güter aus dem Iran zugunsten der Achsenmächte. Die damalige iranische Regierung hat die Unsinnigkeit solcher Be-. hauptungen nachgewiesen, konnte aber den seit Monaten vorbereiteten Einmarsch britischer und bolschewistischer Truppen nicht verhindern. Die iranische Armee setzte der britisch-sowjetischen Invasion bewaffneten Widerstand entgegen. Sie wurde überwältigt und entwaffnet, ihre militärischen Führer in Haft genommen. Die iranische Regierung mußte fliehen.
Damit begann für den Iran eine Zeit furchtbarster Leiden, schwersten Terrors und bitterster Hungersnot. Was man den Deutschen andichtete, wurde von britischer und bolschewistischer Seite systematisch und rücksichtslos durchgeführt: der Raub aller Lebensmittel. Schon im Februar mußte Reuter feststellen, daß zur Abwendung der ernstesten Hungersnöte in Iran eine monatliche Einfuhr von 16 000 Tonnen Weizen und 8000 Tonnen Zucker notwendig sei. Soeben haben am Persischen Golf schwere Hungerrevolten stattgefunden, die durch britische Polizeitruppen mit Waffengewalt
Vo» der Krast des Gemüts. Zum 180. Geburtstag Joh. Gottlieb Fichtes.
Bon Professor Dr. Alfred Bäumler.
Die westliche Wett ist in diesen Krieg ohne jeden anderen Gedanken als den der zahlenmäßigen Ueberlegenheit gegangen. Deutschland hat zwar nicht vergessen, sich zu rüsten — aber, unserem Bilde vom Menschen entsprechend, haben wir doch nicht auf unsere Rüstung allein vertraut, sondern vor allem auf unseren Mut, auf unsere Führung und auf un- - seren Glauben. Die deutschen Philosophen und Dichter haben uns gelehrt, daß es immer nur d e r Mensch ist, sein Herz und fein Gemüt, das dem Schicksal zu widerstehen vermag.
Gemüt ist ein unübersetzbares Wort unserer Sprache. Manchmal wird dieses Wort wohl auch etwas über die Achsel angesehen, als bezeichne es etwas Unklares, Verschwimmendes, etwas Allzudeutsches, könnte man sagen. Allein es ist ein sehr klarer und bestimmter Sinn, den wir mit dem Worte Gemüt verbinden.
Fichte hat erkannt, daß der Verstand unfähig ist, Entscheidungen zu fällen und herbeizuführen. Der Verstand zeigt uns von den Gegenständen viele Ansichten. Er zeigt uns die Möglichkeiten des Geschehens, er zeigt uns auch, was geschehen ist — aber niemals vermag er uns zu zeigen, was geschehen muß. Unter vielen Möglichkeiten die einzig richtige zu ergreifen, ist nicht Sache des Verstandes. Je umfassender und bedeutsamer die Gegenstände sind, die wir betrachten, desto mehr hat die rein verstandesmäßige Beurteilung nur den Wert einer bloßen Vorbereitung auf jene Entscheidung, die zuletzt unser Inneres aus sich zu fällen hat. Im bloßen Denken lauert immer die Gefahr, die Grenze zu übersehen, die aller verstandesmäßiger Betrachtung gesetzt ist. Ob hier ein Tintenfaß steht oder nicht, vermag der Verstand durchaus zu „entscheiden". Ob aber dort der politische und geiftige Feind der deutschen Nation steht oder nicht — zu dieser Entscheidung bedarf es anderer Kräfte als der des Verstandes. Ich erinnere nur an die Judenfrage der Vergangenheit. Nationen haben eine andere Art von Wirklichkeit als Tintenfässer, und es ist nur recht und billig, daß auch die Lehre vom Erkennen an den höchsten Gegenständen sich ausrichteh und nicht an der Realität von Federhaltern und Tintenfässern.
Fichtes Größe besteht nicht zuletzt darin, klar erkannt zu haben, daß der Verstand auch für das reine Erkennen nicht hinreichend ist. Wir fällen Entscheidungen, eben nicht nur, wenn wir handeln, sondern auch, wenn wir erkennen. Auch alles wirkliche Wissen ist geknüpft an das Dasein eines selbständigen, entscheidungsfähigen Ich. Ein Wissen ohne einen „Grund" in mir, sagt Fichte, ist ohne alle Realität. Das Herz verlangt nicht ein „Lehrgebäude", eine Folge von Vorstellungen, ein „System bloßer Bilder, sondern es verlangt nach Wirklichkeit. Mit dem bloßen Verstände, dem bloßen Wissen können wir nie die Wirklichkeit ergreifen. Wir können ja nie unterscheiden, ob die Vorstellungen, die wir haben, nur ein Traum sind oder nicht. Nur wenn wir ein Organ besitzen, das uns der Realität innerlich gewiß werden läßt, ist jede Täuschung ausgeschlossen und der Zugang zur
indischen Persönlichkeiten bekannt geworden ist, läßt keinen Zweifel daran, daß er ernten wollte, was Cripps selbst nicht hatte erreichen können. Aber auch Oberst Johnson kam nicht zu seinem Ziel, so daß schon vor etwa vier Wochen die-„New Park Times" erklärte: „Wir müssen uns damit abfinden, daß die gute alte Zeit zu (£nbe geht und keine Rasse auf die Dauer eine andere Rasse unterjochen kann." Bei einer anderen Gelegenheit schob das gleich Blatt Herrn Johnson die Schuld an seinem Mißerfolg zu, indem es erklärte, Johnson habe zu brutal die Inder für Cripps zu begeistern versucht. Die Methoden der USA.-Jnnen- polittk könnte man aber nicht auf dem Orient mit seinen alten Ueberlieferungen übertragen. — Also auch Roosevelt hat sich über den Unabhängigkeitswillen der Inder getäuscht, seine Erbschleicherei ist ihm mißglückt.
Engere Zusammenarbeit der indischen Parteien.
Schanghai, 16. Mai. (Europapreß.) In Bombay wurde ein Abkommen zwischen Vertretern der Kongreßpartei, der muselmanischen Liga und der Mahasab Ha-Partei der Hindus getroffen. Vertreter dieser drei wichtigsten indischen Gruppen beschlossen, zwecks Ausrechterhal- hing der Sicherheit im Innern des Landes zu- fammenzuarbeiten. Die Bildung eines Ar- beitsausschusses dieser und wahrscheinlich auch noch anderer politischer Organisationen Indiens wird erwartet.
Eine neue Partei in England.
Stockholm, 15. Mai. (DNB.) Nach einer Meldung aus London haben einige Mitglieder des Parlaments die Gründung einer neuen politischen Partei bekanntgegeben, die den Namen „D a s 23 o 11" (the people) trägt. Das politische Ziel der Partei ist die Beseitigung von „Untüchtigkeiten" in der Politik. — Die Partei wird von B. G. B r o w n, dem unabhängigen 'Abgeordneten geführt, der kürzlich im Wahlkreis Rugby den Regierungskandidaten schlug, ferner von Hauptmann Alce Stratford, dem konfervativen Abgeordneten Cunningham Reid und dem Nationalliberalen Edgar Louis G r a p v i l.
Erfolae der Japaner in Hopeh.
Tokio, 15. Mai. (Europapreß.) Die japanischen Operationen in der Provinz Hopeh sind in den letzten Tagen von nachhaltigem Erfolg gekrönt gewesen. In militärischen japanischen Kreisen mißt man diesen Kämpfen große Bedeutung bei, weil man nicht nur mit der Vernichtung der kommunistischen chinesischen Streitkräfte in diesem Gebiete rechnet, sondern glaubt, die restlose Zerstörung der Nachschublinien der gesamten in Nordchina operierenden kommunistischen Truppen erreichen zu können. Die Vernichtungsschlacht in Hopeh hat der 22. chinesischen Division bei Kuhsientschen eine entscheidende Niederlage gebracht. Japanische Truppen haben den fliehenden Chinesen bei Au ping ebenfalls eine schwere Schlappe beigebracht.
Saraburi - die Hauptstadt Thailands
Tokio, 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die thailändische Regierung hat beschlossen, Saraburi zur Hauptstadt zu machen. Die Ueberfieblung der Behörden soll bis zum Jahre 1945 beendet sein. V a n g k o k sott das Handelszentrum bleiben. Saraburi, die neue thailändische Hauptstadt, liegt über 100 Kilometer nordöstlich voll Bangkok, und 'ist eina buddhistische.Stadt,


