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Wirklichkeit ausgetan. Die Grundfähigkeit des Ge­müts, der Wirklichkeit gewiß zu werden, nennt Fichte Glaube. Nur durch das Gemüt, nur durch den Glauben beziehen wir uns auf die wirkliche Welt.Alle meine Ueberzeugung ist nur Glaube, und sie kommt aus der Gesinnung, nicht aus dem Verstand" (III, 350). Falsch und erschlichen ist alles Wissen, das durch bloßes Denken hervorgebracht ist. Nicht aus dem Denkenaus dem Gewissen allein stammt die Wahrheit" (III, 351).

Damit haben wir den Punkt erreicht, an dem die Einheit des Philosophischen und des Politischen deutlich wird. Der Mensch handelt nicht nur aus der Fülle des Gemüts, son­dern er erkennt auch nur mit dem ganzen Gemüt. Db wir erkennen oder handeln immer ist es der ungeteilte ganze Mensch, der sich auf die Welt bezieht. Das Handeln tritt nicht zum Erkennen, das Erkennen zum Handeln nicht nach­träglich hinzu, sondern in der Wurzel: im Gemüt, in der Gesinnung, im Charakter sind beide eins ...

Wenn wir uns zur Einsicht gebracht haben, was Gemüt und Charakter bedeuten, nämlich die Wur­zelpunkte unseres Erkennens und Handelns, dann haben wir die Voraussetzung für das Verständnis derReden an die d e u t f ch e' N a t i o n" ge­wonnen. Wir verstehen den erzieherischen Schwung dieses einzigartigen Werkes. Wenn Erkennen und Handeln nur zwei verschiedene Tätigkeitsweisen des- selben Gemüts sind, dann ist es möglich, durch die Erkenntnis auf den Willen einzuwirken. Das tut Fichte, indem er, den Deutschen das Bild ihres Wesens vor Augen stellt. Er blickt in die Geschichte des Menschengeschlechts und findet ein Volk, das man das Volk des Gemüts nennen könnte. Die Selbständigkeit und Einheit des Gemüts, aus welchem alle Lebensäußerungen hervorgehen, ist der Nationalcharakter der Deutschen. Das Willensziel, das der Philosoph und der Poli­tiker Fichte vor uns aufrichtet, kann daher nicht anders bezeichnet werden als:Mr müssen zur Stelle werden, was wir ohnedies sein sollten, Deutsch e". Wir müssen die fremden Kunststücke von uns werfen, wir müssen uns Charakter an­schaffen,denn Charakter haben und deutsch sein, ist ohne Zweifel gleichbedeutend ..In diesem be­rühmt gewordener Satz faßt sich Fichtes ganzer Gedankengang zusammen.

Alle seine Grundgedanken verbinden sich in den Reden an die deutsche Nation" zu einem höchst eigenwilligen und bedeutenden Ganzen. Was der Philosoph an Erkenntnissen über den einzelnen ge­wonnen hat, das bewährt sich nun angesichts der Weltlage an der Nation. Mit einem einzigen Griff hat der Denker das Problem in der Hand: deutsch sein heißt: wahr fein, wahr sein heißt: die Wirk­lichkeit als das erkennen, was sie ist, nicht als ein totes, starres Sein, sondern als schöpferisches Leben. Die Philosophie des Auslandes vennag sich zum Begriff dieses Lebens nicht zu erheben. Ein Kapitulieren vor dem Westen wäre zugleich ein Verrat an der Wahrheit und an allem schöpferischen Sein, es bedeutete ein Hinabsteigen von der Ebene des Gemüts zu dem Flachland des Verstandes. Die Selbstbesinnung auf unsere Deutschheit ist schon der Sieg über den Westen.

Die Reden an die deutsche Nation verdanken ihren Ruhm und ihre nachhaltige Wirkung nicht einer so­genannten patriotischen Beredsamkeit. Diese Reden berauschen nicht, sondern sie ü b e t z e u g e n^ Sie entwickeln mit geschichtlicher Anschaulichkeit den Ge­danken, daß die Deutschen ein Urvolk sind, das heißt, daß ihre Bildung nicht entlehnt ist, sondern aus der Tiefe des nationalen Gemüts frei und unentstellt hervorgeht. Mit unvergeßlicher Deutlichkeit prägt Fichte seinen Hörern die Erkenntnis ein, daß frem­der Geist und fremdes Wort niemals wirklicher Geist und lebendiges Wckrt für uns werden können. Der Gedanke eines fremden Lebens ist immer nur ein bloß möglicher Gedanke für uns. Wirkliche Ge­danken sind eins mit einem bestimmten Charakter, einer beharrlichen Gesinnung. In sich selbst beständi­ges Leben ist die Wissenschaft nur dann, wenn der Gedanke der wirkliche Sinn und die Gesinnung des Denkenden ist. Was Fichte in diesem Zusammen­hang in der fünften Rede alsGrundgedanken" be­zeichnet, nennen wir heute Weltanschauung. Auch die Weltanschauung ist ja nicht ein in sich ruhendes System von Vorstellungen, sondern sie ist der Ausdruck eines Gemüts, eines Charakters, einer dauernden Gesinnung. Die Weltanschauung äußert sich ebenso im Erkennen wie im Handeln, und wenn wir heute für die persönliche Darstellung unserer Weltanschauung das Wort Haltung gebrauchen, dann verwenden mir ein Wort, das Fichte noch nicht hat, aber in seinem Geiste geprägt ist.

Das Hauptthema der Reden: Ursprünglichkeit ge­gen Abgeleitetheit, Selbständigkeit gegen Unselb­ständigkeit, Lebendigkeit gegen Starrheit findet seine sinnfälligste und überzeugendste Darstellung in Fich­tes Ausführungen über die Sprache. Es gehört zum Wesen des deutschen Menschen, daß er eine aus eigener Wurzel gewachsene, lebendig sich weiter ent­wickelnde Sprache spricht. In der Ursprünglichkeit seiner Sprache liegt die letzte Voraussetzung dafür, daß er eine ihm angemessene wuchshafte Dichtung und Philosophie besitzt. Leben und Geistesbildung sind bei ihm eins. Der Franzose nimmt die Wur­zeln seiner Sprache von den Römern, im Westen gehen Bildung und Leben getrennt nebeneinander her. Da er mit einem nicht mehr nachwachsenden, gleichsam festen und abgeschlossenen Material arbei­tet, fällt es dem Franzosen leicht, seinen Worten eine Vollendung zu geben, die der Deutsche nicht einmal anzustreben vermag. Allzu oft wird daraus der Schluß gezogen, die deutsche Sprache müsse eben um die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Französischen bereichert" werden. Wer Fichtes Gedankengang in sich ausgenommen hat, dem ist das Widersinnige eines solchen Rates klar. In einer nochwachsen- d e n Sprache ist eine formale Vollendung unmöglich, die dem Leben widerspricht. Auch die Dynamik des Werdens hat ihre Form; diese Form kann jedoch nicht die der ruhenden Geschlossenheit sein.

Was für seine Sprache gilt, das gilt für das Schaffen des deutschen Menschen überhaupt. Der Deutsche ist nur da groß, wo er sich der Dynamik seines eingeborenen Charakters überläßt. Wenn er etwas erreichen will, muß er den Doktrinen Ves Auslandes fein Ohr verschließen und auf die Kraft dos Gemütes vertrauen. Seinem Mute erschließt sich die Welt.

Ich führe zum Abschluß die Worte an, mit denen Fichte in der fünften Rede die deutsche Philosophie dem Denken des Westens gegenüberstellt. Wir ver- nehmen aus diesen Worten eine Selbstcharakteristik des großen Mannes, den wir feiern und zugleich einen Anruf unseres tiefsten Seins:Nach allem wird der ausländische Genius die betretenen Heer­bahnen des Altertums mit Blumen bestreuen, und der Lebensweisheit, die leicht ihm für Philosophie gelten wird, ein zierliches Gewand weben; dagegen wird der deutsche Geist neue Schachten eröffnen und Licht und Tag einführen in ihre Abgründe, und Felsmassen von Gedanken schleudern, aus denen die künftigen Zeitalter sich Wohnungen erbauen,"

T7l. in vorderster Linie.

Weiß und weit dehnt sich die hügelige Landschaft. Die wenigen übriggebliebenen Häuser eines Dorfes beleben nur wenig dieses Bild. Durch die Eintönig­keit zieht sich die Front gegen Osten. Wenn man ein Fernglas zur Hand nimmt, kann man 600 Meter vor sich die sowjetischen Stellungen erkennen. Wagt man sich ohne Schneehemd auf die Straße, die vom Feind eingesehen wird, muß man damit rechnen, daß noch näher dem Horizont zu Mündungsfeuer aufblitzt und Sekunden später eine Granate durch die Luft fegt. Dort am Waldrand versuchten einmal Panzer der Bolschewisten durchzubrechen, doch wei­ter kamen sie auch nicht. Und nun hat sie der Schnee längst bis zur Unkenntlichkeit zugedeckt.

An diesem Frontabschnitt hält 6 i n Polizei- r e g i m e n t Wacht. Mit ihm eine TN. - Ein - hest, die für pioniermäßige Aufgaben dem Regi­ment zugeteilt ist. In der düsteren Schneeluft des Morgengrauens gehen TN.-Männer hinaus zu den vorgeschobenen Poften, um dort für die Waffen­kameraden der Polizei Schneestellungen zu bauen: Maschinengewehrnester, die gleich gut geschützt sind gegen feindliche Sicht wie gegen die eisigen Winde, die über die rauhe Ebene wehen. Schnee ist hier zum Baustoff geworden.

Man muß achtgeben, daß drüben der Feind nichts von der Arbeit merkt. Ein Sicherungstrupp mit Schneehemden getarnt und schußbereiter Waffe in der Hand, ist auf dem Posten, um notfalls Stö­rungsversuche abzuweisen. Da hat der Gegner wohl doch etwas Verdächtiges gemerkt, es pfeift surrend durch die Luft, im Nu hat alles Deckung genommen. Nach einer Pause geht es aber weiter.

So entstehen Tag für Tag neue Schneebunker, und wehe dem Angreifer, der gegen das Feuer an­rennen würde, das dann diese so unscheinbar aus- sehenden Schneehügel speien können. In der Orts­unterkunft selbst wird gesägt und gehämmert, aus Sperrholz entstehen Deckungen für Maschinenge­wehrnester, die die MG-Schützen auf nächtlichem Posten besonders gegen die Schneestürme schützen und in der eisigen Kälte ein Schneeloch Halbwegs bewohnbar machen. Die TN.-Männer haben in die- *

fern Frontabschnitt mit solcherTischlerarbeit" an- gefangen, und sie hat Schule gemacht.

Ein bolschewistischer Flieger icheint gerade diesen Frontabschnitt besonders zu schätzen. Fast jede Nacht kommt er als Alleingänger an. Wahllos lädt er mal hier, mal dort feine Bomben ab. Dann heißt es am anderen Tage:TN.-Sprengkommando raus!" um die Blindgänger, die gefährlich en der Gegend Herumliegen, zu sprengen. Da kein anderer Sprengmeister in der Nähe ist, macht sich der TN- Kompaniechef, der als Nothelfer in allen Sätteln gerecht ist, ein Vergnügen daraus, diese Dinger selbst unschädlich zu machen. Jedesmal, wenn diese Feuerwerkers vorbei ist, schicken die Sowjets zur Bekräftigung der Sprengung ein paar Gra­naten herüber, scheinbar um Beifall zu spenden. Kürzlich allerdings erwischten denBombentöter" einige Splitter des Beschüsses im Gesicht, doch diese Kratzer sind schnell verheilt.

Beim nächtlichen Beschuß kommt es hin und wie­der auch zu unangenehmeren Zufallstreffern. Da ruft kürzlich morgens der Fernsprecher, der TN.- Kompaniechef, der gleichzeitig. Ortskommandant ist, meldet sich. Der Abschnittskommandeur am anderen Ende der Leitung, dem in der Nacht das Dach überm Kopf weggeschossen wurde, verlangt sofortige Hilfe vom TN.-Bautrupp. Männer der TN.-Einheit müssen schnellstens eine neue Unterkunft einrichten, in kürzester Zeit wird die Arbeit geleistet.

Andere TN.-Männer greifen zu Spitzhacke und Spaten, um den hartgefrorenen Boden aufzubrechen und im schützenden Erdreich einen sicheren Unter­stand gegen Beschuß zll bauen. Oder sie unterkellern eines der dürftigen Häuser des Dorfes. So gibt es immer etwas Neues oder eigentlich immer das gleiche: nämlich Arbeit. Aber jeder TN.-Mann weiß hier vorn, daß im Notfall Deckung zwar gut, aber kämpfen besser ist. So sind sie zu jeder Stunde bereit, für die Sicherheit der dort eingesetzten Män­ner des Polizeiregiments ihre Kräfte einzusetzen, aber sie find' auch bereit, im Falle des höchsten Alarms mit der Waffe in der Hand gegen den Feind zu stehen und jenes Grabenstück zu besetzen, das ihnen zugeteilt ist.

Rumänien feierte feinen Heldengedenktag. Zmn erstenmal war auf dem Bukarester deutschen Hel­denfriedhof auch eine rumänische Ehrenkompanie angetreten. Nach dem Gottesdienst hielt Marschall Antonescu am Grabmal des unbekannten Soldaten eine Ansprache.

Das dänische Volk feierte das 30jährige Regie­rungsjubiläum König Christians X. Trotz des per­sönlichen Wunsches des Königs, von besonderen Kundgebungen und Feiern abzusehen, versammelten sich Tausende in den Straßen, um dem König bet seinem üblichen Morgenritt ihre Glückwünsche dar­zubringen.

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Zwischen der mongolischen Republik und dem Kaiserreich Mandschukuo ist ein Grenzabkommen ratifiziert worden.

Aus aller Wett.

Erdbeben in Ecuador.

Ueber 100 Tote und 2000 Verletzte soll ein Erd­beben in der ecuadorischen Stadt Guayaquil gekostet haben. Eine große Zahl Häuser ist von den Stößen, die nur zwei Minuten währten, total zer­stört worden, darunter das nordamerikanische Kon­sulat, einige Hotels, Banken und Verwaltungsge­bäude. Auch die benachbarten Orte M i l a h r o und Esmeraldas sollen zum Teil zerstört sein. Zahl- reiche Brände sind ausgebrochen. Die Löscharbeiten wurden durch Wassermangel erschwert.

Rommels Dank.

Die beiden Jungenklassen 7a und b der Volks­schule Weida in Thüringen hatten aus Begeiste­rung für den schneidigen Angriffsgeist unserer Afrikakämpfer 1000 Zigaretten' zusammengebracht und an Generaloberst Rommel zur Verteilung über­sandt. Gleichzeitig hatten sie um eine Kleinigkeit für ihrKriegsmuseum" gebeten. Jetzt kam als Antwort eine Kiste, die verschiedene Teile einer Tommy- Ausrüstung enthielt, darunter einen Militärmantel mit Rangabzeichen, Stahlhelm und anderes mehr, was nun dem Kriegsmuseum der Jungen einverleibt wurde. In einem Begleitschreiben sprach General­oberst Rommel seinen Dank aus für die Zigaretten­sendung und das Interesse der Jungen für den Kampf seiner Soldaten.

Aus dem Reich.

Pressepropaganda im Kriege.

NSG. Das Gaupresseamt hatte am Freitagnach­mittag die Hauptschriftleiter und Verleger sowie die Presseoffiziere der Wehrmacht zu einer Gau- Pressekonferenz im Adolf-Hitler-Haus ver­sammelt. Der Leiter des Gaupresseamtes, Gauamts- Ieiter Hauptschriftleiter Uckermann, der die Ta­gung leitete, sprach über die Aufgabenstellung der Pressepropaganda, die ihr bei der Konzentration aller Kräfte auf dem kriegsentscheidenden Gebiet der Rüstung und Ernährung zufällt. Er ver­pflichtete die Presse, diese mit den Opfern der Front in keiner Weise zu vergleichende, für die Heimat aber dennoch mit Verzicht und Härte verbundene Entwicklung nicht mit beschönigenden Phrasen, sondern allein mit der Heraus­stellung ihrer unumgänglichen Not­wendigkeit für die Erringung des Sieges zu begleiten. Im einzelnen behandelte der Gaupresse­amtsleiter dann den propagandistischen Einsatz der Presse bei kommenden Großaktionen der Partei und pressepolitische Führungssragen auf dem Gebiete der Wehrpropaganda. Seine Rede schloß mit dem informatorischen Ueberblick über die außenpolitische Lage. Weitere Referate hielten der kommissarische Landesbauernführer Wei ntz über die Ernährungs­lage und der kommissarische Sportgauführer, DA.- Obersturmbannführer Rieke, über den Kriegs­einsatz des NSRL.

Das Ritterkreuz.

Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberfeldwebel v. P o r e m f k i, der als Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader sowohl durch dell Abschuß von 43 feindlichen Flugzeugen, wie auch in kühnen Tief­angriffen auf Erdziele sich hervorragend auszeichnete.

General von Loßberg gestorben.

General der Infanterie von Loßberg, Ritter des Ordens Pour le merite mit Eichenlaub, ist am 14. Mai im 75. Lebensjahr in Lübeck an Lungen­entzündung gestorben. Der Führer hat für den im Weltkrieg hochverdienten Offizier ein <5 t a atsb e g r ä b n i 5 angeordnet. General von Loßberg trat 1886 als Fahnenjunker beim 2. Garderegiment zu Fuß ein. Er wurde j.900 Hauptmann im General­stab und war während des Weltkrieges Chef des Generalftabes verschiedener Armeen. 1916 wurde er mit dem Pour le merite, im Jahre 1917 mit dem Eichenlaub zum Pour le merite ausgezeichnet. Nach dem Weltkriege war General von Loßberg Chef des Generalftabes im AOK. Grenzschutz Süd und seit Dezember 1924 Oberbefehlshaber des Gruppenkom­mandos I.

Schuh der Waffenabzeichen der Wehrmacht.

Der Führer hat eine Verordnung über den Schutz der Waffenabzeichen der Wehrmacht erlassen. Es handelt sich um die anläßlich des gegenwärtigen Krieges eingeführten Kampfabzeichen und die von den Oberbefehlshabern der Wehrmachtteile oinge- führten Leistungs- oder Tätigkeitsab^ichen. Die Waffenabzeichen der Wehrmacht genießen in straf­rechtlicher Beziehung denselben Schutz wie Orden und Ehrenzeichen.. Sie gehen auch unter denselben Voraussetzungen von Rechts wegen verloren wie Orden und Ehrenzeichen. Neben der Entstehung des Rechts zum Führen einer Dienstbezeichnung der Wehrmacht kann auch der Verlust der Waffenab­zeichen der Wehrmacht ausgesprochen werden.

Krakau wird wieder eine rein deutsche Stadt.

Die letzte polnische Volkszählung im Jahre 1933 wies nur 500 Deutsche in Krakau auf. Heute leben in Krakau bereits wieder 24 800 Deutsche. Die Ver­waltung hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Stadt wieder ein ausschließlich deutsches Gesicht zu geben, wie sie es auch früher besaß. Es ist geplant, das Zentrum der Stadt nur von Deutschen bewohnen zu lassen, eine Auslese deutschen Kaufmannstums um den Adolf-Hitler-Platz zu konzentrieren, um gleichsam damit ein Schaufenster deutscher Leistung im Osten entstehen zu lassen. Jenseits der Weichsel wurde ein Judenwohnbezirk gebildet, der die rund 18 000 in der Stadt verbliebenen Juden von der übrigen Bevölkerung scheidet. Im Gegensatz zu der Regelung in anderen Städten des General­

gouvernements gibt es in Krakau keine pol­nischen Verwaltungsstellen, vielmehr stehen alle Aemter der Stadt unter deutscher Lei­tung.

Keine verstärkte Schuldentilgung der Gemeinden.

Die Reichsregierung ist bestrebt, den Kaufkraft- Überschuß,. solange Einschränkungen auf dem Ver­brauchsgütermarkt erforderlich sind, nach volkswirt­schaftlichen Gesichtspunkten zu lenken oder zu bin­den. Mit diesem Ziel würde es nicht im Einklang stehen, wenn die Gemeinden durch zusätzliche Schul- dentilguna neue überschüssige Kaufkraft schaffen würden. Der Reichsinnenminister hat deshalb ange- ordnet, daß eine verstärkte Schuldentilgung während des Krieges grundsätzlich unterbleiben muß. Aus­genommen ist die verstärkte Tilgung der Darlehen, deren Gläubiger das Reich oder dieLänder sind. Dadurch wird keine neue Kaufkraft geschaffen, das Reich finanziell entlastet und auch eine erheb­liche Verwaltungsentlastung erreicht. Ausgenommen ist ferner die verstärkte Tilgung von Darlehen, die von Gemeinden an Dritte weitergegeben worden find, wenn diesen das Recht zur Kündigung und verstärkten Tilgung zusteht und sie davon Gebrauch machen. Schließlich sind Darlehen gegenüber dem Umschul dungsver band durch Hingabe von Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes ausgenommen. Im übrigen ist ausnahmsweise eine verstärkte Schuldentilgung nur vertretbar, soweit der Schuldenstand der Gemeinde gegenüber dem Durch­schnitt ihrer Größengruppe noch stark überhöht und deshalb eine Herabsetzung zur Sicherung der ge­meindlichen Finanzlage dringend geboten ist. Die künftigen Aufgaben der Gemeinden, insbesondere die Nachholung von Instandsetzungen usw. nach dem Kriege, werden flüssige Mittel erfordern. Deshalb kommt der B i l d u n a v o n Rücklage besondere Bedeutung zu. Die Rücklagen sollen im Hinblick auf die Kriegserfordernisse möglichst in Reichs- papieren angelegt werden. Dem Ziele der Reichsregierung, freie Kaufkraft nicht entstehen zu lassen, würde es auch nicht entsprechen, wenn die Gemeinden in größerem Umfange Grund st ücke, die nicht unmittelbar benötigt werden, kaufen.

Ehrenpromotion weiterhin kontingentiert.

Der Reichserziehungsminister hatte bereits zur Vermeidung» einer allzu großen Anzahl von Ehren­promotionen bestimmt, daß jede Hochschule in den letzten zwei Jahren, bis 31. März 1942, nur eine Ehrenpromotion durchführen dürfe. Im Hin­blick auf die Kriegsverhältnisse hat der Minister nunmehr die Kontingentierung der Ehrenpromotion bis zum 31. -März 1 9 4 4 verlängert. Be­sonders begründete Anträge auf Überschreitung der Begrenzung im Einzelfall werden vom Minister wohlwollend geprüft. Ehrenpromotionen von Aus­ländern sowie aus Anlaß von Jubiläen unterliegen nicht den einschränkenden Bestimmungen.

Kleine politische Nachrichten.

Nach einer Anordnung des- Generalbevollmäch­tigten für den Arbeitseinsatz finden die für die pri­vaten und öffentlichen Bank- und Versicherungs­unternehmen geltenden tariflichen oder betrieblichen Bestimmungen über eine Arbeitsruhe am Samstag vor oder am Dienstag nach Pfingsten in diesem Jahre keine Anwendung.

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Während eines zehntägigen Aufenthalts im Gau Danzig-Westpreußen besichtigte Reichsschatzmeister Schwarz eingehend die von Gauleiter und Reichs­statthalter Forster geleitete vorbildliche Aufbau­arbeit und hatte dabei Gelegercheit, sich von den noch notwendigen Maßnahmen unterrichten zu lassen.

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Die NSG.Kraft durch Freude" übergibt ein an der Südküste Norwegens in Stavern errichtetes neues Soldatenheim der Wehrmacht. Das Heim ent­hält einen Feierraum mit Bühne und Kinovor­führungsanlage für 600 Personen, Speise-, Lese- und Aufenthaltsräume sowie Liegeplätze in den Parkanlagen.

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Die japanische Regierung stimmte zu, daß künftig die Interessen Englands, Australiens, Neuseelands und Kanadas iy Japan durch die Schweiz und nicht mehr durch Argentinien vertreten werben«

Kunst und Wissenschaft.

Ein neues Drama von Müller-Scheid.

NSG. Wilhelm Müller-Scheid, der zur Zeit in Norwegen eingesetzt ist, hat ein neues Drama Tanai s" beendet. Die Dichtung ist entwickelt aus dem Geiste unserer Zeit. Der Autor hat den Ver­such unternommen, ein großes, schicksalhaftes Ge­schehen mit dramaturgisch-ökonomischsten Mitteln Zu gestalten. Das Stück ist in Form und Stil das Bemühen um einen zeitgemäßen dramatischen Aus­druck. Das Stück erscheint im Theaterverlag Langen/ Müller, Berlin, der auch die übrigen dramatischen Werke von Wilhelm Müller-Scheid herausgebracht hat,Anna-Maria",Ein Deutscher namens Stein", Eduard Keim" und dieNovemberballade 1632".

Der Oberschlefische Schrifttumspreis.

Auf dem Oberschlesischen Dichterabend in Katto- witz verlieh Gauleiter Bracht den Oberschlesischen Schrifttumspreis für das Jahr 1942 in Höhe von 10 000 RM. ungeteilt an den Dichter Walter S t a n i e tz , der als erfolgreichster junger fchlesi- cher Dramatiker sich um das kulturelle Ansehen seiner oberschlesischen Heimat besonders verdient gemacht hat.

Der Volksdeutsche Schrifttumspreis.

DerVolksdeutsche Schrifttumspreis der Stadt der Ausländsdeutschen Stuttgart" wurde für das Jahr 1942 dem jungen schlesischen Dichter Egon H. Ra kette für seinen RomanPlanwagen" ver­liehen. Der Preisträger ist 1909 in Ratibor in Oberschlesien geboren. Er steht als Kriegsberichter in einer Propagandakompanie im Osten. DerPlan-- wagen" ist das Epos vom niederländischen Bauern­tum, das vor 300 Jahren aus dem Artois und Flan­dern nach dem Osten des Reiches zog, um dort Schildwacht zu halten auf neuem Boden, der den Deutschen gehört. Der Roman ist ein seltenes Buch mit einem seltenen Stoff, eine großangelegte lite­rarische Sippenchronik.

Eine Slrindberg-Feier imSchwarzen Ferkel".

Eine Strindberg-Gedächtnisseier veranstaltete die Deutsch-Schwedische Vereinigung in der Gaststätte, die August Strindberg in seinen Berliner Jahren nut seinen Freunden ständig besuchte: es ist das Schwarze Ferkel" in der Nähe des Brandenburger Tors. Präsident Dr. Draeger zeigte, daß, wenn­gleich die Probleme der Strindbergschen Dichtungen vielfach nicht mehr die unsrigen sind, doch um die Jahrhundertwende Strindberg das große gemein- faine Erlebnis in Deutschland und in Schweden ge­wesen sei. Die Berliner Zeit Strindbergs klang auf in Erinnerungen von Adolf Paul, aus denen fein Sohn, Dr. Bengt Paul, vorlas. Strindberg selbst kam zu Worte mit heiteren Schöpfungen, die Staatsschauspieler Walter Franck vermittelte. Nachdem Legationsrat von P o st, der schwedische Geschäftsträger, den Dank ausgesprochen hatte, er­gaben sich in zwanglosem Zusammensein Unterhal­tungen, an denen auch Svend Norberg teilnahm, der gerade zu seiner Erstaufführung (Sünder und Heiliger") im Schiller-Theater gekommen war. Aus Theaterkreisen nahmen Heinrich George, Otto Wer­nicke, Bernhard Minetti, Ernst Legal und Eduard von Winterstein teil.

Edwin Fischer im kleinen kreise.

Unter den Musikabenden der Auslandspresseabtei- lUng der Reichsregierung waren die Klaviervor­träge Edwin Fischers ein Höhepunkt. Ueber die picmistische Meisterschaft und musikalische Intensität der Auslegung hinausgehend, spielte er im Kreise der zwanglos um ihn herum sitzenden Hörer, mit Wort und Anekdote seine Darbietungen ankündi­gend, Klavierwerke von Bach, Vivaldi, Beethoven, Schubert und Chopin als Kammermusik in der historischen Bedeutung des Wortes. Der Künstler ohne die distanzierende Oeffentlichkeit des Konzert­saales, gleichsam als musikalischer Gesprächspart­ner, gab manchen Werken, die im öfsentlichen Saale frieren, die Innigkeit der künstlerischen Mitteilung zurück. Johannes Jacobi.

Francesca da Rimini" ein Verlin-Film.

Unter dem ArbeitstitelFrancesca da Rimini" hat die Berlin-Film in den Holland-Ateliers in Am­sterdam und Den Haag nunmehr die Aufnahmen zu ihrem zweiten Film begonnen. Die Regie führt Johannes Meyer. Die Hauptrollen tragen Ma­rianne Hoppe, Carl Kuhlmann, Ernst von SM ip ft ein und Eugen Klöpfer.

Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bet HauptschrifUeiters: Ernst Blumjchein. Verantwortlich für Politik und Bilder Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilieton: Tr Hans Thyrtot- für Stadl Gießen, Provinz, Wirvchafl und Svorl: Ernü Blumichein.

Druck und Berlaa: Brühlfche Univeriilülsvruckerel R. Lange K.«.

?nd) <,omann> rwzetüemetter: Han» Beck.

AnzeigeuprelÄme Nr, 6,