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Don der Lazarettbetreuung.

Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete in der vergangenen Woche durch die NS.-Gemein- schäft.Kraft durch Freude" in zwei Lazaretten eine Vortragsfolge unter dem MottoGrün ist die Heide". Else Lamp mann fang Lieder von Schu­mann, Jöde und Hermann Löns mit guter Alt­stimme. Wolfgang Büttner und Richard Münch sprachen Gedichte und Geschichten von Heinrich Anacker und Hermann Löns. Die Begleitung am Klavier hatte Wolfgang Brügger übernommen. Unter dem MottoErnstes und Heiteres vom Sol­daten" brachte Gerda B a ch f e l d Lesungen von Fontane, Liliencron und Münchhausen. Margot Eberspach sang Lieder von Brahms und Schu­bert. Gisela Sott zeigte ihre Kunst am Klavier mit Musikstücken von Bach, Schubert und Chopin und hatte die Begleitung übernommen. Reicher Bei­fall dankte den Künstlern. In einem Lazarett lief der FilmGefährliches Abenteuer". Durch Ver­mittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin W r e d e wurden von den Ortsfrauenschaften Hungen und

Laubach eint große Zahl Kuchen den hiesigen La­zaretten gespendet.

Eammctt

die Alum'nium-Konserven o'en.

Neuerdings werden Lebensmittel aller Art auch in Aluminiumdofcn verarbeitet, die durch die Ausprä­gungAlu-Din" auf Deckel und Boden als solche kenntlich gemacht sind. Diese Djjsen sind wertvollstes Rohmaterial und müssen daher der Wiederverwer­tung zugeführt werden. Es ist wichtig, auch die Deckel zu sammeln, da diese 20 v. H. des gesamten Gewichtes der Dosen ausmachen. Da die Sammlung auch durch die Schulen erfolgt, kann jede leere Dose sofort dem nächstwohnenden Schüler oder der Schü­lerin mitgegeben werden. Für jede Dose mit Deckel wird dem Schüler ein Punkt gutgeschrieben. Es ist zweckmäßig, die Dosen nach der Entleerung leicht durchzuspülen. Jede Hausfrau wird sich in Anbe­tracht der Wichtigkeit der Aluminium-Rückgewin­nung gern dieser kleinen Mühe unterziehen. Die Konservendosen aus Weiß- oder Schwarzblech wer­den wie bisher in den Mülleimer getan.

Theater der Universitätsstadt Gießen.

1. Mirgenv.ranstaliung: .Terakoya".

Am Heldengedenktage brachte die siebente Mor- genoeranstaltung das einaktige SchauspielTera- koya" (Die Dor/schule) nach der Tragödie des Ta­keda Jzumo (1688 bis 1756), für die deutsche Bühne bearbeitet von Wolfgang v o n G e r s d o r f f. Die einfache Fabel dieses Schauspiels beschwört die Welt des alten, ritterlichen und heroischen Japan, dessen nationale Tugenden sich im gegenwärtigen Kriege, wie zahlreiche Berichte vom fernöstlichen Kriegsschauplatz belegen, aufs neue höchst eindrucks­voll bewähren. Es sind die höchsten vaterländischen Tugenden, die der Japaner kennt, zu deren Uebung und Verherrlichung er von Kind auf erzogen wird: Pflichterfüllung, Treue gegen das angestammte Herrschergeschlecht, fraglose Bereitschaft zu jedem, auch dem äußersten und furchtbarsten Opfer. Die Dorfschule ist in diesem Drama der unverändert bleibende Schauplatz der Handlung und eines un­erhörten Opfers aus nationalem Pflichtgefühl: Mat- fuo, Kanzler des vertriebenen Fürsten, nunmehr im Dienste des Gewalthabers, läßt mit vollem Bewußt­sein sein einziges Kind enthaupten, um dem Prin­zen, den Sohn des vertriebenen rechtmäßigen Für­sten zu retten, dem der Gewalthaber nach dem Leben trachtet. Dem Kanzler ist dieses schreckliche Opfer auferlegt, weil er der einzige ist, der aus seinem früheren Dienst den jungen Prinzen kennt und bezeugen kann, daß die Beauftragten des Ge­walthabers nicht betrogen werden. Der Kanzler voll- ?ieht die ungeheuerliche Täuschung, und es ent- pricht dem japanischen Geiste, daß auch die Mut­ter und sogar der halbwüchsige Knabe selbst mit vollem Bewußtsein und Willen das Op'er bringen, das dem rechtmäßigen Fürstenhause zum Heile ge­reicht.

Es konnte sich bei der Wiedergabe dieses Dramas aus dem Jahre 902 nicht darum handeln, eine

Nachahmung des auf jahrhundertealter Tradition sich aufbauenden, eigentümlichen und genau festge­legten japanischen Schauspielstiles zu versuchen, der kaum wiederholbar ist und in seiner Ausdrucksform überdies von einem deutschen Publikum nicht ver­standen werden würde. Die von Oberspielleiter W. M. Mund inszenierte Aufführung war auf einen vorsichtig stilisierenden Ton von strenger Würde und Feierlichkeit gestimmt, der dem Gegenstände ange­paßt war und die Unentrinnbarfeit des hier ent­fesselten Konfliktes mit großer, übrigens erfreu­lich unpathetischer Eindringlichkeit zum Ausdruck brachte. Vorgänge und Personen erschienen vor einem von HerrL^L ö f f l e r entworfenen Bühnen­bilde, das in RaiMgestaltung, Farbe und Ornamen­tik eine stilreine und stimmunggebende Verwirk­lichung des fernöstlichen Schauplatzes darstellte. Den Kanzler Matsuo svielte Herr Zeppenfeld mit verhaltener Leidenschaft des sprachlichen Aus­drucks und einer der japanischen Anschauung ent­sprechenden strengen Gemessenheit des Wortes und der körperlichen Bewegung. Renate Freihen gab der schmerzlichen, von großem Leid heimgesuchten Mütterlichkeit der Chio beredten Ausdruck. Herr A. W. Funke, in vorzüglicher Maskt, ließ die ausweglose Verzweiflung und Erschütterung des zu furchtbarer Tat aufgerufenen Schulvorstehers Genzo empfinden. Luise Prasser war die sanfte, schlanke Tonami, wie ein zarter Schattenriß aus einem japa­nischen Aquarell. Herr C. B. «Schmidt spielte den blutgierig wilden, von Haß und Mißtrauen beweg­ten Ritter (Bemba; Alfred Seibel war der recht­mäßige Prinz, Otto Dörr der kleine, unschuldig- freiwillig geopferte Kotaro. Mitglieder der Bann­spielschar der HI. wirkten als Schüler mit.

Die zahlreiche Hörerschaft, merklich beeindruckt, dankte mit starkem Beifall. Hans Thyriot.

Lustwaffe-Ginn 4:1 (0:1).

Die Luftwaffe hat durch diesen Sieg wiederum eine schwere Klippe überwunden. Ganz so leicht, wie es das Ergebnis vermuten läßt, wurde der Sieg allerdings nicht gemacht. Sofort nach Anstoß waren es die Gäste, -die gefährliche Situationen vor dem Tore der Luftwaffe schufen. Ueberraschend ging Sinn schon nach drei Minuten Spieldauer in Füh­rung. Obwohl die Luftwaffe mehr vom Spiel hotte, versuchte sie es immer wieder mit Kurzpaß und kam damit nicht zum Zuge. Eine große Ausgleichsmög­lichkeit bot sich der Luftwaffe noch kurz vor Halb­zeit. Ein schöner Durchbruch des flinken Linksaußen wurde von einem ©inner Verteidiger unfair ge­stoppt. Den verhängten Elfmeter schoß Dörschel knapp daneben. Halbzeit 1:0 für Sinn. Die zweite Halbzeit stand ganz im Zeichen der technisch besser spielenden Platzbesitzer. Jetzt wurden die Außen­stürmer mehr eingesetzt, wobei Erfolge nicht aus­blieben. Angriff auf Angriff rollte vor des Gegners Tor. Nach zehn Minuten war durch Dörschel der Ausgleich erzielt. Dem gleichen Spieler gelang kurz darauf eine 2:1-Führung. Kurz vor Schluß waren

es der Rechtsaußen und der Halbrechte, die das Er« gebnis auf 4:1 schraubten. In der Kritik soll beson­ders die großartige Leistung von Mittelläufer Rose erwähnt werden. Dieser Spieler leistete ein unge­heures Pensum an Arbeit, war unverwüstlich in der Zerstörung und im Aufbau. Auch der linke Läufer verriet gutes technisches Können. Im Sturm waren der Linksaußen und Mittelstürmer Dörschel die treibenden Kräfte. Sinn hatte seine besten Spie­ler in dem Halblinken und linken Verteidiger.

Polizei Frankfurt führt im Handball weiter.

Die Handball-Meisterschaftskämpse des Sportgaues Hessen-Nassau sollten am Sonntag mit vier Begeg­nungen wieder aufgenommen werden, aber in letzter Stunde gab es doch wieder drei Absagen, und es verblieb nur die Frankfurter Begegnung zwischen Polizei Frankfurt und LSV. Gießen. Mit 20:4 (12:0) feierten die Polizisten einen über­legenen Sieg und bauten mit 20:2 Punkten ihre Spitzenstellung vor der TG. Dietzenbach mit 16:4 und der Frankfurter SA. mit 14:2 weiter aus.

Sreilänbetiurnen in Berlin.

In der ausverkauften Berliner Deutschlandhalle, die mit den Fahnen der drei beteiligten Nationen Italien, Ungarn und Deutschland geschmückt war, fand am Sonntagnachmittag das Dreiländerturnen statt. Mit H e l m u t h Bantz siegle der jüngste der zwölf Teilnehmer mit 117,2 Punkten vor dem deut­schen Zehnkampfmeister und Olympiasieger Will: S.adel mit 117,0 und dem Ungarn Franz Pataki njjj 116,6 Punkten. Nur ein einziges Mal konnte die Höchstnote von 30 vergeben werden, die der her­vorragende Ungar Pataki im Bodenturnen erreichte. Auch im Pferdsprung war Pataki mit 28,9 bester Einzelturner, während am Reck Helmuth Dantz mit 29,9 nur wenig die höchste Wertung verfehlte. Drei­mal konnte am Barren die Note 29,4 vergeben wer- 'den, so haß Dantz, Stadel und der Italiener Gugliel- metti an diesem Gerät die besten Turner waren.

Das Turnen wurde mit d em P f erdsprung ein ge­leitet, bei dem der Ungar Pataki mit 28,9 Punkten für einen Ueberschlag die höchste Wertung erzielte. Helmuth Bantz und Rudi Gauch brachten es für den wohlgelungenen Hechtsprung aus je 28,8 Punkte. Die Ausgeglichenheit der Turner der drei Nationen trat am Barren deutlich hervor. Bantz, Stadel und der Italiener Guglielmetti waren mit)e 29,4 Punk­ten die besten Turner an diesem Gerät. Damit hatte sich unter den zwölf Turnern der ehemalige Jugendmeister Bantz mit 58.2 vor Stadel mit 58, Guglielmetti mit 57,9 und Pataki mit 57,8 Punk­ten an die Spitze gesetzt. Das Bodenturnen brachte dann wahre Höhepunkte. Der Ungar Franz Pataki erhielt für seinen dreifachen Salto die nur einrftal vergebene Höchstnote von 30 zuerkannt. Kurt Krötzsch kam mit 29,4 dem Ungarn am nächsten. In der Ge­

samtwertung war Pataki damit auf den ersten Platz gelangt, doch folgten Bantz und Stoidel mit nur 5/io Punkten Unterschied dichtauf. Die Entscheidung mußte also beim letzten Gerät, am Reck, fallen. Hel­muth Bantz wurde mit 29,9 für feine schwierige Ausführung am höchsten bewertet, während Pataki nur 28,8 erreichte und damit den Endsieg dem jun­gen deutschen Turner überlassen mußte. Der Leu­naer Krötzsch blieb beim Uebergrätschen hängen, kam nur auf 24,1 Punkte und schied damit für die Endentscheidung für den Sieg aus. Eine ausgefeilte Probe seines Könnens gab auch Willi Stadel, der mit 29,7 Punkten Bantz am nächsten kam.

Die SiegerUsle:

1. Helmuth Bantz (D.) 117,2 Punkte; 2. Willi Stadel (D.) 117,0; 3. Franz Pataki (U.) 116,6; 4. Ludwig Toth (U.) 115,4; 5. Franz Darkoei (U.) 114,2 6. <5avino Guglielmetti (I.) 114,1; 7. Rudi Gauch CD.) 113,6; 8. Natale Amedeo (I.) und Kurt Krötzsch CD.) je 113,5; 9. Ettore Perego (I.) 113 2; 10. Danilo Floravanti (I.) 112,4; 11. Viktor Mo- gyeroffi (U.) 111,7 Punkte.

Frankfurter Schlachtviehsarkt.

Frankfurt a. M., 14. März. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 42 bis 42,5, c) 37 bis 37,5, Bullen a) 43

bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 34 bis 35,5, Kühe

a) 43 bis 44,5, b) 38 bis 40,5, c) 30 bis 34,5, d) 20 bis 25, Färsen a) 44 bis 45,5, b) 40 bis 41,5, c) 36,5, Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 45

bis 50, d) 32 bis 40, beste Mastlämmer 50 bis 53,

Schafe a) 42 bis 45, c) 15 bis 33,'Schweine a) 63.5 bl) 63,5, b2) 63,5, c) 62,5, d) 58,5, e) und k) 56,5, gl) 63,5. Marktverlauf: alles zugeteilt.

Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche, unfaßbare Nachricht, daß unser lieber, braver, hoffnungs­voller jüngster Sohn, Bruder, Schwager, Pate und Onkel _ _

Otto Betz

Soldat in einem Kradschützen-Bataillon

im blühenden Alter von 20 Jahren bei den schweren Kämpfen im Osten den Heldentod starb. Wiedersehen war seine und unsere größte Hoffnung.

In tiefer Trauer:

Gustav Betz und Frau Elisabethe, geb. Engel Richard Betz, Oberschütze, z. Z. im Felde, und Frau Minna, geb. Salzmann

Wilhelm Betz, Obergefreiter, z. Z. im Felde, und Frau Emma, geb. Wißner

Willi Weller, Schütze, z, Z. bei der Wehrmacht, und Frau Erna, geb. Betz

Theo Schmidt, Obergefreiter, z. Z. Im Felde und Frau Elisabeth, geb. Betz

und alle Angehörigen.

Gießen -Wieseck, im März 1942.

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