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Montag, lk. Februar M2

(92. Jahrgang Nr. 39

Giehener Anzeiger

Oer japanischeGroßangriff aufGumatra

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X o fi o, 15. $ebt. (DNB.) Das kaiserliche Haupt­quartier gab bekannt, daß um 22.10 Uhr japanischer Zeit Singapur bedingungslos kapi­tuliert hat.

Der Befehlshaber der britischen Streit­kräfte hatte am Sonntag um 14.30 Uhr das ja­panische Hauptquartier davon verständigt, daß die Armee Singapurs zur lieber gebe be­reit sei.

weinen.

DieKubus" altern schnell, nur wenige von ihnen überschreiten das dreißigste Lebensjahr. Das Mäd­chen ist mit zwanzig eine alte Frau und mit dreißig eine hinfällige Greisin. Kommen sie mit der Zivili­sation in Berührung, so ändert sich das Verhältnis. Der Forscher hatte sich einen jungenKubu" als Diener mitgenommen. Als dieser nach einigen Jah­ren wieder mit seinen Altersgenossen im Urwald in Berührung kam, berichtete er, daß diese bereits

Zu der bedingungslosen Kapitulation von Singa­pur meldet Domei ergänzend: Der letzte und stärkste der drei großen Stützpunkte der Alliierten im Fernen Osten hat am Sonntagabend kapituliert. General­leutnant Tomeyuki Yamaschita, der Ober­befehlshaber der japanischen Streitkräfte in Malaya als Vertreter des Siegers, und Generalleutnant P e r c i v a l, der Oberkommandierenüe der briti­schen Streitkräfte als Vertreter der Besiegten, unter­zeichneten um 19 Uhr Dokumente, durch welche d i e malaiische Phase des pazifischen Krie­ges beendet wird. Die Feindseligkeiten wurden an der großen malaiischen Front um 22 Uhr eingestellt.

Die abgerissenen Tommies und Anzacs, die vor Müdigkeit bald umfielen, oder die durch die Japaner unaufhörlich vor sich hergetrieben wurden, konnten sich der ersten Ruhe erfreuen in den VA Monaten, seit die japanische Kriegsmaschine am 31. Dezember von Jpoh aus den Kampf in südlicher Richtung be­gann. Die Kapitulationspapiere wurden vor dem prosaischen Hintergrund einer Fordmotorenfabnk am Fuße des Hügels Bukit-Timah unterzeichnet. Die Briten hatten um 14.30 Uhr um Frieden ge­beten, nachdem sie an der Stadt Singapur umringt waren und im Zentralabschnitt der Jnsyl sich nicht mehr gegen die japanischen Bomben und Granaten verteidigen konnten. Eine Friedensabordnung, be­stehend aus vier britischen Offizieren, an deren Spitze Major Wilde vom britischen Armeegeneral­stab stand, näherte sich dem japanischen Armeehaupt­quartier mit der weißen Parlamentärflagge. Die japanischen Friedensbedingungen wurden ihnen übergeben Sie verließen das Hauptquartier um 16 15 Uhr, nachdem die Zeit festgesetzt worden war, wann die Führer der siegreichen und der besiegten Armee zu der förmlichen britischen Kapitulation zus^mmenkommen sollten.

wöhnt ist.

Für England ist diese schwere Schlappe im Kanal von Dover besonders peinlich, als sie die Welt auf­klärte über die Unüberwindlichkeit und. Stärke der deutschen Wehrmacht. Die Verlustbilanz Englands chloß dabei mit einem Debetsaldo ab, der auch, rem militärisch gesehen, einen schweren Schlag für Eng­lands Rüstung bedeutet. Ein Zerstörer ist versenkt, ein weiterer in Brand geschossen, 43 Flugzeuge gingen verloren, während die deutschen Verbände lediglich den Verlust eines Vorpostenbootes und von 7 Flugzeugen zu beklagen hatten. Diese Bilqnz verschlechtert sich noch ganz ansehnlich, wenn man die im Anschluß an die Kampfhandlungen vor Dover erfolgten Verluste des Feindes durch die 93er* enkung zweier britischer Schnellboote und den Ab- chuß von zehn weiteren feindlichen .Flugzeugen durch deutsche Schnellboote, Zerstörer, Minensucher und Vorpostenboote dazu addiert.

Besonders bitter ist aber für die Engländer der Prestigeverlust durch die Schlappe von Dover. Man raucht sich in London angesichts dieses deutschen Erfolges nicht zu wundern, wenn in der Welt die Frage diskutiert wird, was es denn nun eigentlich mit der britischen Seeherrschaft auf sich habe, wenn deutsche Kriegsschiffe unbeschädigt an den Küsten Englands vorbeimanövrieren können, und man braucht auch in der britischen Admiralität nicht zu staunen, wenn in der englischen Oeffentlichkeit die Fragen laut werden, wo denn eigentlich die eng­lischen Kriegsschiffe gesteckt hätten. Dover war ein schwerer Schlag gegen die These von der lieber* legenheit der englischen Kriegsflotte.

Aber noch in anderer Beziehung hat der Schlag von Dover gut gesessen. Er hat vor allem die eng­lischen Lügner mit ihrem Chef Churchill auf das Schwerste getroffen. Seit Beginn des Krieges sind nämlich die deutschen SchlachtschiffeGneisenau" undScharnhorst" und der KreuzerPrinz Eugen" Paradestücke des englischen Lügentheaters gewesen. Unzählige Male wurden sie von der englischen Propaganda als vernichtet gemeldet. Einen beson­derenLeidensweg" hat dabei dieGneisenau" machen müssen. Bereits im Oktober 1939 meldeten die Engländer, daß eine englische Bombe durch den Schornstein derGneisenau" geflogen fei, das ganze Schiff in zwei Teile gerissen und es vollständig ver­nichtet habe. Bald darauf wußte dieselbe Propa­ganda zu berichten, daß das Schiff in Libau, völlig von Granaten durchlöchert, wieder aufgetaucht sei. Don diesem Zeitpunkt ab spielte dieGneisenau" ebenso wie ,,Scharnhorst" undPrinz Eugen" von Zeit zu Zeit immer wieder eine Rolle in der eng­lischen Propaganda. Man ließ sie an einer Stelle der Kanalküste auftauchen, immer wieder bombar­dieren und verschiedene Male völlig vernichten. Die Schiffe lebten aber immer weiter. Die letzte Mel­dung, die der englische Nachrichtendienst vor der Schlappe von Dover über ein Bombardement des Schiffes veröffentlichte, hatte folgenden Wortlaut: Das Schiff wurde nicht so schwer beschädigt, wie wir es uns gewünscht hätten." Nunmehr erlebt Churchill mit all seinen Lugnern, daß diese drei Kampfschiffe der deutschen Kriegsmarine frei und stolz im Kanal operieren und damit der ganzen Welt vor Augen führen, daß ihnen überhaupt nichts passiert ist.

Nach der schweren Niederlage von Singapur ist die Schlappe von Dover für die englischen Kriegs­verbrecher ein besonders schwerer Schlag, der ihnen sicher stark zu schaffen macht. Das deutsche Volk aber ist stolz auf seine Kriegsmarine und auf feine Luft­waffe, die hier wieder einmal bewiesen haben, daß sie dann, wenn ihre Stunde gekommen ist, dem Gegner die schwersten Niederlagen beibringen, auch wenn er noch so viel von seiner Unüberwindlichkeit faselt und noch so große Anstrengungen macht, diese Unüberwindlichkeit zu beweisen.

alte Leute seien, während er seine zwanzig Jahre behalten habe. Das sei ein großer Zauber.

Wenn auch die Entfernung zwischen der Spitze der Malakkahalbinsel und dem Ostufer Sumatras nur knappe 30 Kilometer beträgt, so trennt doch die beiden Ufer eine ganze Welt von Vor­stellungen und Bedingungen. Selbst die eingebore­nen Malaien der Halbinsel, denen alle Errungen­schaften der Zivilisation schon lange vertraut sind, kennen, die Urwälder Sumatras nicht, sie üben in ihrer unberührten Wildheit auf sie keine An­ziehungskraft aus. In nächster Nachbarschaft von ihnen liegt also eine unbekannte fremde Welt. Aber auch die Japaner brauchen sich bei ihren Opera­

tionen in und an der Straße von Malakka nicht um das andere Ufer zu kümmern, von dem ihnen kein Hinterhalt drohen kann. Das ist ein wichtiger Umstand, der ihrer Strategie vorteilhaft zugute kommen wird.

Japaner besetzten die Anambas-Inseln.

Schanghai, 16. Febr. (DNB. Funkspruch.) Nach hier vorliegenden Meldungen haben die Ja­paner die der S ü d s p i tz e M a l a y a s im Osten vorgelagerten Anambas-Inseln, die zum niederländisch-indischen Kolonialbesitz gehören, be­setzt.

Der insgesamt etwa 670 Quadratkilometer großen und von rund 3000 Malayen bewohnten Insel­gruppe kommt bei den gegenwärtigen japanischen Operationen deshalb einige strategische Bedeutung zu, weil sie den Ausgang des Südchinesischen Mee­res zwischen Malakka und Borneo abschließen.

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ist eine Niederlage Englands und Empires. Singapur ist gefallen, die ganze layenhalbinfel ist überrannt."

England verlor die Führung im Indischen Ozean.

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Bedeutung hatte für die Versorgung der feindlichen Flotten, war das Ziel des Angriffs der japanischen Luftwaffe und der japanischen Flotte. Nachdem am Samstag, wie aus Batavia berichtet wird, aus chähungsweife einhundert Flugzeugen mehrere hundert Mann Fallschirmtruppen in der Nähe palembangs gelandet waren und dort, nach japanischen Frontberichten, den Flugplatz sowie an­dere wichtige militärische Punkte beseht hatten, traf am Sonntagmorgen östlich palembangs die japanische Transportflotte ein und

ein schwerer Schlag.

Dieser Krieg soll der letzte Weltkrieg sein.-

Tokio, 16. Febr. (DNB.) Kurz nach der Be­kanntgabe der Kapitulation von Singapur erklärte der Sprecher des Armeehauptquartiers, Oberst Ohira, im Rundfunk, der Krieg gehe mit unver­minderter Heftigkeit weiter. Solange der englifch- nordamerikanifche Einfluß nicht ausgerottet sei, kön­nen die Feindseligkeiten nicht beendet werden. England und Amerika dürfen nie mie­de r f e st e n Fuß in Ostasien fassen. Dieser Krieg, erklärte Ohira weiter, solle, der letzte Weltkrieg sein, und deshalb müsse er bis zum Ende durchgekämpft werden.

nahm, wie Batavia zugibt, eine Landung in großem Maß st ab vor. Die japanischen Lan­dungstruppen haben im Laufe des Sonntags den Angriff auf palembang eröffnet. Ferner griffen ja- janische Flugzeuge den Flugplatz pnkanbaroe in M i t t e l - S u m a t r a an, wo fünf feindliche Flugzeuge am Boden zerstört wurden. Weitere zehn Lockhead-Hudson-Bomber sind in der Nähe der Banka-Insel an der O st k ü st e Sumatras im Lustkampf abgeschossen worden.

Palembang ist die Hauptstadt der gleich­namigen Residentschaft im S ü d o st t e i l der Insel Sumatra. Palembang hat über 100 OCH) Ein­wohner und ist das Zentrum des größten Erdöl­feldes der Insel.

Der japanische Oberbefehlshaber im Südgebiet.

Tokio, 15. Febr. (Europapreß.) GeneraL Graf Juichi T a r a u ch i ist zum Oberbefehlshaber aller in den südlichen Gebieten kämpfenden ja- janischen Truppen ernannt worden.

General Tarauchi ist der Sohn des Feldmarschalls Tarauchi, der im russisch-japanischen Krieg Kriegs­minister war. Graf Tarauchi, der von einer Deutsch­landreise im Jahre 1939 her auch im Reich bekannt ist, hat eine glänzende Karriere hinter sich. Er er­hielt sein Offizierspatent im Jahre 1900, besuchte als Militärattache Oesterreich und Frankreich, wurde 1924 zum Brigadekommandeur, 1930 zum Divisions­kommandeur ernannt und befehligte 1932 die Gar­nison Formosa. Er wurde 1935 zum Dollgeneral befördert und gleichzeitig Mitglied des kaiserlichen Kriegsrates. 1936/37 war Graf Tarauchi Kriegs­minister im Hirota-Kabinett. 1938 wurde er zum Oberbefehlshaber der japanischen Armee in Nord­china ernannt.

Gleichzeitig wurde die Ernennung von General­leutnant Df amu Teukada zum Chef des General­stabes der japanischen Streitkräfte im Südgebiet bekanntgegeben.

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Berlin, 15. Febr. (DNB.) Diesmal gab fein Vertuschen und Beschönigen. Noch am Sonn­tagabend mußte London amtlich zugeben, daß Singapur kapituliert habe. Gleichzeitig sprach Churchill im Rundfunk. Er erklärte:Ich spreche zu Ihnen allen im Schatten einer schweren militärischen Niederlage von großer Tragweite. Es

Schanghai, 16. Febr. (DNB. Funkfpruch.) Am gleichen Tage, an dem der malaiische Feldzug mit der Kapitulation der Briten auf Singapur siegreich abgeschlossen wurde, eröffneten die Japaner einen Großangriff auf Sumatra. Palem­bang in Mittel-Sumatra, das mit 50 v. h. Anteil an der gesamten niederländischen Oelproduktion eines der wichtigsten Oelzentren darstellt und besondere

Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags

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200 400 600km

schmeckt sch, wen» Zwiebel* ter ohne ilschmek bringen7 chstehen*

Churchill bekennt seine neueste Niederlage Eine Niederlage Englands und des Empires."

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Tokio, 15. Febr. (DNB.) Finanzkreise in Tokio weisen, wie Domei berichtet, auf die Zerrüttung der britischen und der USA.-Wirtschaftsbasis mit dem Verlust Singapurs hin. Diese werde rapide zuneh­men mit dem Schwinden der Lagerbestände an wehrwichtiqen Rohstoffen. 25 v. H. des gesamten britischen Kapitals außerhalb der Metropole sei im Südwestpazifik investiert gewesen. England habe mit Singapur die Führung im Indischen Ozean und den Weg zu den Ostasien- und Ueberseebe- sitzungen verloren. Auch für die Kriegführung der USA. sei ein Lebensnerv getroffen. Das Ausbleiben wehrwichtiger Rohstoffe aus Holländifch-Jndien, Australien, Neuseeland und Indien sei für die USA.

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Jenseits der Malakka-Straße

Von unserem S.-Berichterstatter.

AustraüenrechnetnurnochMdiettSA.

Madrid, 15. Februar. (DNB.) Die spanische Nachrichtenagentur Efe meldet aus Nkuyork: Der Sprecher der Columbia Broadcasting Corpora­tion Cecil Brown, den die Engländer aus Singck- pur ausgewiesen haben, weil er das voraussagte, was inzwischen ein getreten ist, hat in Sydney über die Lage im Pazifik u. a. erklärt, daß Austra­lien jetzt nur noch auf d i e Verein i g t e n Staaten rechne und daß allein die Uö2L. Australien retten könnten. Der Fall Singapurs be­deutet das Ende Niederländ'fch-Jn- d i e n s. Die Kritik Australiens an der Politik des englischen Mutterlandes sei sehr hart. Die Austra­lier verlangten von London, daß es endlich Schlug mache mit dem Chaos von Niederlagen und ewigen Rückzügen.

Oie Japaner auf der Insel Ambon.

T o k i o, 15. Febr. (DNB.) Starke japanische Ein­heiten sind auf der Insel Ambon erfolgreich. Man rechne bald mit der vollständigen Besetzung der Insel. Täglich mehre sich die Zahl der Gefange­nen und Ueberläufer. _ f el

Die Insel Ambon, eine Insel der Molukken, tff der großen Molukkeninsel Cerarn im Sudwesteu vorgelagert.

Oer Schlag von Dover.

Der schwere Schlag, den die deutsche Kriegs­marine und die deutsche Luftwaffe in der Straße von Dover den Engländern zugefügt haben, hat m der ganzen Welt größtes Aufsehen erregt In Eng­land selbst ist eine Welle der Empörung darüber aufgebrandet, daß sich das ereignen konnte. Die britische Oeffentlichkeit spricht von einerkalten Dusche", von der Kühnheit, mit der die deutschen Schiffe an der Vordertüre Englands unbeschädigt vorüberparadiert" seien, und von der Blamage, daß so etwasSeiner Majestät Wächter zur See" hätte passieren können. Auch in Amerika und in der ganzen übrigen Welt hat diese Tat der deut' scheu Wehrmacht das größte Aufsehen und die größte Bewunderung erregt. Gerade die Stimmen, die von jenseits des Ozeans kommen, sind von einer Ueberschwenglichkeit, wie man sie sonst nicht ge-

BedingungsloseKapitulationSingapurs

Der malayische Feldzugöabschnitt beendet.

Nur durch eine schmale Wasserstraße von der Halbinsel Malakka getrennt, auf oer sich das Schick- al Asiens entscheidet, liegt die große Insel Su- j natra. Die östliche Hälfte Sumatras ist mit fast undurchdringlichem tropischen Urwald bedeckt, , dessen Geheimnisse zum Teil noch nicht erforscht wor- < den sind. Rur an den Mündungen der Bäche und , Zlüsse stößt man auf einige ärmliche Malaien- , ied langen, in den Dschungeln aber führen ; Sie eingeborenenKubus" heute noch wie vor tausend Jahren ein primitives, kaum menschenähn­liches Dasein. Die Zivilisation, die sich an den W e ft u f e r n Sumatras immer weiter ausbreitet, die Gründung von Hafenanlagen und Städten, die Anlage von reichen Plantagen, die Ansiedlung von rund' 80 000 Javanern, die dorthin ihre Kultur und ihre Bedürfnisse bringen, das ist alles noch dem Osten dieser Insel fremd geblieben. Es werden noch Jahre, vielleicht Jahrzehnte darüber vergehen, ehe die scheuen Eingeborenen begreifen, was jene Don­ner und Feuerblitze bedeuten, deren Echo vom ande­ren Ufer zu ihnen im Lstasienkrieg hinüberdrang. Es sind seltsame Kontraste, die nur durch den schma­len Wasserarm der Malakkastraße getrennt, dicht nebeneinander liegen. Auf der Seite von Singapur die modernste Kriegstechnik, Tanks, Bomben schleu­dernde Luftgeschwader, auf der anderen Seite fin­sterer Urwald, ohne Weg und Steg, und Einge­borene, die noch nichts von der 9Beltenroeiu)e ahnen.

Nur wenigen Forschern ist es gelungen, mit den .Kubus" in näheke Berührung zu kommen. Diese sind scheu und furchtsam und ihrem Westn nach friebfenig, und alles was Kampf und Krieg be­deutet, ist ihnen unbekannt. Es fehlt ihnen an Baffen, und ihre Wehrlosigkeit, zusammen nut ihrem abgeschlossenen Leben in den Dschungeln, bringen es mit sich, daß sie weit mehr Wild als Jäger sind. Sie kennen nicht einmal, wie ein hol­ländischer Reisender behauptet, die Luge, weil bei ihnen kein Anlaß zur Unwahrheit vorliegt. Der Zustand, in dem sie leben, ähnelt mehr einem tie­rischen als einem menschlichen Dasein.

Die Erscheinung derKubus" ist ganz unmalai­isch. Ihre Hautfarbe ist dunkel gelbbraun, mit einem aschgrauen Unterton. Die Augen sind groß, das Haar ist wellig. Ihr Körper ist von einer Schmutz­trust e bedeckt, die kaum entfernt wird. Zehntausende von Quadratkilometern zwischeii den hohen Gebir­gen der Westküste und den sumpfigen Waldern des Westens ist ihr unbestrittenes Wohngebiet, in dem sich noch einige Tausend dieser Urmenschen erhalten haben. In der Nähe der malaiischen Siedlungen haben dieKubus" einige Güter der Zivilisation kennen und gebrauchen gelernt. Dort kennen sie Streichhölzer, Messer usw., aber im Innern der Urwälder leben sie noch genau so wie ihre Ahnen vor Jahrtausenden. Nomadisch, familienweise, durch­streifen sie die Rimba, den tropischen Urwald. Sie bauen sich offene Hütten aus dünnen Stangen, die mit Lianen zusammengehalten und mit Palmblat­tern bedeckt werden. Die Nahrungssorge läßt sie niemals länger an einem Ort verweilen. Das Steifen der Fruchtbäume bestimmt die Richtung ihrer Wan­derung. Wo sie der Abend überrascht, bleiben sie liegen, um mit Sonnenaufgang weiter zu ziehen.

Den Grundstock ihrer Nahrung bilden Waldsruchte und Beeren, Wurzeln und Knollen, aber sie essen auch Raupen, Eidechsen, Frösche und Larven. Jagd und Fischfang kommt für sie wenig in Betracht, weil sie den Gebrauch von Waffen und Netzen nicht kennen. Da die Tierpfade und Tränken für die ,Kubus" auf ihrer Nahrungssuche ungeeignet und gefährlich erscheinen, so führt sie ihr Weg durch den dichtesten Dschungel. Stoßen sie auf reich besetzte Fruchtbäume, so sammeln sie nicht etwa Vorräte, sondern schlingen in sich hinein, soviel sie können und legen sich dann zum Schlafen nieder.

Da die Zahl derKubus" so gering und der Raum so riesengroß ist, so kann von einem Zu­sammenschluß der einzelnen Kubusqruppen auch kaum die Rede sein. Sie streifen in kleinen Trupps durch die Wälder, und diese begegnen sich nur selten. Es fehlt bei ihnen deshalb auch das Mit­teilungsbedürfnis, der Austausch von Erfahrungen fällt fort. Es fehlt auch der Anlaß zum Denken und zum Kombinieren. Der Urwald und feine schwüle Dämmerung haben alle Energien bei den Kubus" getötet. Holländische Forscher berichten, daß man sich kaum eine Vorstellung davon machen könne, welche Anstrengung das Denken für einen Kubu" bedeutet. Versuchte man, sie langer auszu­fragen und zwang man sie dadurch zum Ueber- legen, so fingen sie wie die kleinen Kinder an zu

lotto, 15.Februar. (DNB.) Das kaiser­liche Hauptquartier gibt laut Domei be­kannt, daß F a l l s ch i r m t r u p p e n der Armee am Samstag um 11.26 Uhr auf palembang (Sumatra) gelandet sind und den Flugplatz und andere Schlüsselstel­lungen beseht haben. Teile der Luftwaffe, die bei dieser Operation Beistand leisteten, haben bereits am Sonntagmorgen im Flug­hafen von palembang ihren Standort aus­genommen.

Der nachstehende Bericht unseres Korre­spondenten gibt interessanten Aufschluß über Land und Leute dieser holländischen Insel.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Tokio, Anfang Februar 1942.

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