die Bewegung Adolf Hitlers im parlamentarischen Sinne eine „Splittergruppe" war — ja mit ihren zwölf Abgeordneten im Reichstag noch nicht einmal Fraktionsstärke befaß. Erst mit dem Wahlsieg vom September 1930 wuchs sie dann freilich zu ach- tunggebietender Größe und kämpfte sich schon da« mals bis an die Tore der Macht. Seit dieser Zeit freilich hatte die NSDAP, den Sieg immer greifbar vor Augen, urtb gerade in diesen Jahren wurden an sie die schwersten Anforderungen gestellt, und die gewaltigsten Widerstände erhoben sich vor ihr.
Wäre die nationalsozialistische Bewegung eine Partei gewesen wie die anderen auch und der Füh- rer ein Politiker von Format des Nachkriegsdeutschland — dann wäre der NSDAP, der harte, fast dreijährige Endkampf erspart geblieben. Wei! aber der Aufstieg des Nationalsozialismus das Ende der morschen Welt der deutschen Politik von damals bedeutete — deshalb wurde der Sieg vom September 1930 der Ausgangspunkt einer Einheitsfront aller alten Parteien gegen die junge revolutionäre Bewegung. Was bisher verfeindet er- chien und sich nach außen bekämpfte, fand sich ilötzlich unter der Losung „Nieder mit Hitler" zu- ammen, ebenso wie im heutigen großen Kriege ich alle Feinde einer neuen Ordnung unter dem Ruf „Nieder mit Deutschland" sammeln.
Wenn der Nationalsozialistischen Partei damals im September 1930 so auch trotz ihres Sieges die Tore der Machtergreifung noch verriegelt erschie- neu, so wurde sie doch gerade dadurch entschlossener denn je. Ein Kampf setzte ein, der angesichts eines Gegners, der die Macht besaß und sie gebrauchte, hart war, hinter dem die drohende Wolke des Bolschewismus sich erhob und der auf dem Boden eines wirtschaftlich zusammenbrechenden, verelendeten Reiches ausgetragen werden mußte.
Siege wurden erfochten, aber auch Rückschläge mußten hingenommen werden. Gerade das Jahr 1932 brachte beides in nervenaufpeitschender Abwechslung. War die erste Reichspräsidentenwahl für viele Nationalsozialisten eine Enttäuschung, weil sie ihre Erwartungen zu hoch gespannt hatten, so wurde die zweite zu einem großen stimmungsmäßlgen Erfolg, weil es der Partei gelungen war, vier Wochen nach der Niederlage einen Stimmenzuwachs von zwei Millionen Stimmen zu erkämpfen! Drei Monate danach war die Reichstagswahl erzwungen. Wieder ein gewaltiger Sieg — die NSDAP, wurde mit 230 Sitzen mit Abstand die stärkste Partei des Reichstages —, und wieder blieb die Enttäuschung nicht aus, als man der Bewegung trotz allem die Führung im Reich versagte. Diel Treibholz ging verloren. Die nochmalige Wahl im November konnte kein Sieg mehr fein, nur noch ein zähes Durchhalten. Das aber wurde es. Das System holte nun das letzte Pferd aus dem Stall, die Feinde der Bewegung sprachen schon vom „Zerfall der NSDAP.!", von der „überwundenen Gefahr" — da wuchs die Partei auch in diesen kritischen Wochen zu höchster Kraftens- faltung! Sie wußte — sie war berufen, Deutschland wieder zum Leben emporzuführen, und aus dem Novemberrückschlag erwuchs ihr eine fanatische Entlchlossenheit. Dieser Entschlossenheit gedenken wir am Lippe-Tag, denn in Lippe war es, wo sie entscheidend in die Waagschale der geschichtlichen Entscheidungen geworfen wurde.
Damals ahnte noch niemand, wie dicht der Fall des Systems vor der Tür stand. Er konnte bald erfolgen oder auch noch Jahre auf sich warten lassen. Den festen Willen, alle kommenden Nervenproben zu bestehen, bekundete die Bewegung damals im Lipper Wahlkampf. Während das Kabinett Schleicher sich nach außen hin den Anstrich der Entschlossenheit und Kraft gab, innerlich aber völlig ideenlos war, mobilisierte der Führer in Lippe die Kräfte des Volkes, wohl wissend, daß es um mehr ging, als nur den Ausgang der Lipper Wahl und die Zu- famensetzung eines kleinen Länderparlamentes. Lippe war der Anlaß, die Unerschütterlichkeit der Bewegung und die Unverrückbarkeit des Zieles zu beweisen. Lippe war nur eine Gelegenheit, darzustellen, daß die im Nationalsozialismus zusamm-engesaßten Kräfte der Natton im Wechselspiel des Zufalls niemals kapitulieren, daß sie sich niemals auf die Lau- iven des Glücks verlassen, sondern daß sie das Schicksal zwingen, ihr Recht erkämpfen und sich durch keinerlei Widerstand beirren lassen.
Diese Lehre von Lippe hat unabhängig von chrem äußeren Anlaß ihre Gülttgkeit bis heute nicht verloren^ denn sie ist ein fundamentaler Grundsatz unserer Weltanschauung, aus deren Kräften heute die Widerstandskraft unseres ganzen Boltes genau so lebt wie damals die der nationalsozialisttschen De- wegung. Um dieses innere Gesetz seines Kampfes zu erläutern, ging damals der Führer ins Lipper Land, auf die Dörfer Schwalenberg, Dösingfeld, Horn, Orlingshaufen und wie sie alle heißen. Und in Calldorf war es, daß er, dessen Stern nach dem Jubelgeschrei der Berliner Asphaltpresse längst im Sinken war, seiner eigenen Zuversicht und der Selbstzucht seiner Bewegung in den Worten Ausdruck gab: „Man soll niemals mähen, bevor das Korn reif ist. Wir können warten und werden unsere Sensen geschliffen halten!" Drei Wochen später war der große Tag der Ernte gekommen.
So ist für uns gerade jetzt im Kriege der Erin- nerungstag an den Sieg von Lippe mehr als ein Anlaß zu einem bloßen historischen Rückblick. _Die Lehre von Lippe fordert von uns die Bewährung im Gei st e der Kampfzeit. So wenig wie damals wissen wir, welche Zeiffpa-mre uns von der Stunde des Endsieges trennt; nur, daß er m i t unseren Fahnen sein wird, wissen wir bestimmt. Unsere Zähigkeit, Treue und Zuversicht werden dabei ein entsche>idungsvolles Wort mitzuspre- chen haben. Alle Widerstände werden unsere Kraft nur steigern, kein vermeintlicher Rückschlag wird sie brechen können. Wo die Verhältnisse uns zum Warten zwingen, werden wir Geduld haben, wo sie die Tat erfordern, werden wir handeln. Dafür, daß auch in diesem Winter, wenn die Front im Osten erstarrt, unsere Sensen geschliffen bleiben, sorgen des Führers Wille und die Bereitschaft von Front und Heimat. Denn das Korn reif ist, werden wir mähen.
Das Ritterkreuz.
Berlin' 13. Jan. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlhaber der Wehrmacht verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalmajor Ritter von Thoma, Kommandeur einer Panzerdivision, Major von Usedom, Kommandeur eines Kradschützen-Bataillons, Hauptmann Labrenz, Bataillonskommandor in einem Inf.- Regt., Oberleutnant Dr. Emmert, Dataillons- führer in einem Jnf.-Regt., Oberleutnant von Bismarck, Bataillonsführer in einem Jnf.-Regt., Oberleutnant Mues, Kompaniechef in einem Schützen-Regiment, Oberleutnant Valle, Kompaniechef in einem Schützenregiment, Oberleutnant Ziegler, Kompaniechef in einem Infanterie- Regiment; ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe an Oberleutnant Fahl- husch, Batteriechef in einem Flak-Regiment,
Heiße Abwehrkä'mpfe im Nordabschnitt der Ostfront
Berlin, 14. Jan. (DRB.-Funkspruch.) Die Bolschewisten setzten auch am 12. Januar im nördlichen Ab chni11 dek Ostfront ihre Angriffe gegen die deut chen Linien fort. Trotz starken Frostes brachten die deutschen Truppen in heißen Abwehrkämpfen die feindlichen Angriffe, die mit dem Ziel eines Druchbruches durch die deutschen Linien an- gesetzt waren, zum Stehen. An einer Stelle wurden die zahlenmäßig überlegenen Kräfte des Feindes durch einen Gegenangriff zurückgedrängt. 14 sowje- tische Panzerkampfwagen wurden abgeschossen. Nach dem vorläufigen Abschluß der Kampfhandlungen waren die Ausgangsstellungen der Truppen fest in ihrer Hand. Im benachbarten Divisionsabschnitt griffen die Bolschewisten ebenfalls an, wurden aber in einem entschlossen geführten Gegenangriff unter schweren Verlusten für die Sowjets zurückgeworfen. Kampfflugzeuge belegten bolschewistische Truppenansammlungen mit Bomben und riefen durch zahlreiche Volltreffer schwere Verluste und große Der- wirrung hervor.
Ebenfalls im nördlichen Kampfraum entwickelte sich ein harter Kampf um den Besitz einer Ortschaft, die von einem bolschewistischen Ski- Bataillon verteidigt wurde und gegen die deutsche Stoßtrupps wirksam vorstießen. Der Feind erlitt hohe blutige Verluste und verlor zahlreiche Ma- schinengewehre. An anderer Stelle brachen Stoßtrupps eines hanseatischen Infanterie-Regiments trotz der strengen Kälte und des tiefen Schnees tief in Oie bolschewistischen Linien ein. An der Front vor Leningrad führte eine Division der Waffen-^ mehrere erfolgreiche Stoßtruppuntemehmun- gen durch. An einer Stelle wurden 22, an einer anderen 19 Bunker mit ihren gesamten Besatzungen vernichtet. Im Raum von Wolokolamsk, 60 Kilometer nördlich Moskau, unternahmen bol- schewisttsche Einheiten verschiedener Stärke am 12. Januar mehrere Vorstöße gegen die deutschen Linien. Die feindlichen Angriffe, die durch starkes Artilleriefeuer unterstützt waren, wurden an allen Stellen von deutschen Truppen unter schweren Verlusten für den Gegner abgewiesen.
An einer Stelle des mittleren Frontabschnitts gelang es den Bolschewisten, unter Ausnutzung des für sie günsttgen Geländes, mit überlegenen Kräften die deutschen Sicherungen zu durchstoßen und in die deutschen Linien ein,zudringen. Ungeachtet der strengen Kälte traten die deutschen Soldaten sofort zu einem Gegenangriff an, der den Feind zum Ausweichen zwang unter hohen Verlusten an Menschen und Material. Die vom Feind mitgeführten schweren Waffen und zahlreiche Skiausrüstunqen fielen in deutsche Hand. Bei mehreren Unternehmungen gegen vom Feind besetzte Orffchaften erlitten die Bol- schewisten besonders hohe blutige Verluste. In verschiedenen Orten kam es dabei zu harten Nahkampfen, in denen die deutschen Infanteristen den Bolschewisten schwere Verluste zufügten. Im Raum ostwärts von Kursk, 150 Kilometer südlich Drei, versuchten die Bolschewisten von einer in Besitz genommenen Ortschaft aus, die Front zu durchbrechen oder elnzudrücken. Mehrere Tage hin
durch wiederholten unsere Soldaten trotz strengen Frostes ihre Vorstöße gegen den vom Gegner zäh verteidigten Ort, bis es ihnen schließlich gelang, die Bolschewisten im schweren Ringen aus den Häusern und Straßen hinauszuwerfen und nach Nordosten zurückzudrängen. Auf dem Kampffeld und um den Ort wurden über 300 Tote festgeftellt. Außerdem mußte der Feind drei Panzerkampfwagen, Maschi- nengemehre, Granatwerfer und Handfeuerwaffen zurücklassen.
Am Donez wurden mehrere bolschewistische Spähtrupps, die sich den deutschen Linien zu nähern versuchten, abgewiefen. An einigen Punkten kam es dabei im Vorfeld zu heftigen Kämpfen. Im Ra u m von Taganrog, an der Nordosts^itze des Asowschen Meeres, drang ein deutscher Stoßtrupp in der Nacht zum 13.1. in die bolschewistischen Linien ein, sprengte hier nach kurzem Kampf 10 bolschewistische Erdbunker und kehrte mit vier erbeuteten Granatwerfern ohne Verluste zurück.
Der Wehrmachtberichi.
DNB. Aus dem Führerhauptquartler, 14. Januar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im südlichen Abschnitt der Ostfront wurden mehrere Vorstöße des Feindes abgewiesen.
Im mittleren und nördlichen Frontabschnitt dauern die schweren Kämpfe an. Durch das Abwehrfeuer und die Gegenangriffe der deutschen Truppen sowie durch das Eingreifen der Luftwaffe in die Erdkämpfe erlitt der Feind auch gestern hohe blutige Verluste.
ImIkördlichenElsmeer versenkten Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 5000 BRT.
Ein Unterseeboot unter Führung des Ka- pltänleutnants L u e t h versenkte ln zähen Angriffen aus einem stark gesicherten Geleitzug im Atlantik vier feindliche Handelsschiffe mit zusammen 21 000 BRT.
An der englischen Ostküste griffen deutsche Kampfflugzeuge bei Tage ein Industrlewerk sowie Hafenanlagen erfolgreich mit Bomben an und versenkten ein Handelsschiff von 8000 BRT. Ein weiteres, gleichgroßes Schiff wurde durch Bombenwurf schwer beschädigt.
In Nordafrika setzte der Gegner seine heftigen Angriffe, unterstützt durch das Feuer seiner Seestreitkräfte, auf die deutsch-italienischen Stellungen im Baum von Sollurn fort. In der w e st - lichen Lyrenaika beiderseitige AufklSrungs- und Artillerietätigkeit. Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bombardierten britische Kolonnen, Krastfahrzeugansammlungen und Flugplätze.
Bei Tag und Nacht richteten sich Luftangriffe gegen die Hafenanlagen von La Valetta und gegen die britischen Flugplätze auf der Insel Malta. Hierbei wurden drei feindliche Bomber abgeschossen.
Oberhesflschepanrerjäger vernichten 20 Panzer.
NSG. Aus H ö h e 14 5 geht es hoch her. Gegenangriffe der Sowjets rollen gegen die Stellungen her Deutschen, die durch Geschütze einer oberhessischen Vanzergebirgs-Abteilung verstärkt sind. Unteroffizier Melzer und die Bedienung seines Pak-Geschützes brennen darauf, den Sowjets ordentlich eins auszuwischen. Schneller als sie gedacht, ist der sowjetische Panzerangriff heran: Unverhofft rollen 45 Sowjetpanzer auf die starke Stellung zu. Jetzt kommt es darauf an, Ruhe zu bewahren und (altblütig den Kampf aufzunehmen. Als die ersten Panzer auf gute Schußweite herangerollt sind, eröffnet das Geschütz das Feuer. Vortrefflich leitet der Unteroffizier feine Geschützbedienung. Hart ist der Kamps, gewaltig ist das Feuer, das auf die Geschützbedienung der Panzerjäger niederprasselt. Aber es gelingt ihnen, eines der Ungetüme nach dem anderen zu erledigen. Acht Panzer bleiben vor diesem einen genau zielenden und gut feuernden Geschütz auf der Strecke. Der Angriff ist abgeschlagen.
Doch schon wenige Tage später geht es wieder hart zu. Aus taktischen Gründen muß das Geschütz
eine Dorderhangstellung beziehen, die stärkstem Ar- ttlleriefeuer ausgesetzt ist und der Betüenung sehr wenig Deckung bietet. Doch der Unteroffizier ist seiner Bedienung Dorbill). Mit manchem Scherzwort hilft er ihr über die unangenehme Lage hinweg. Er sorgt dafür, daß die Bedienung den Mut nicht verliert, wenn sie auch tagelang unter feindlichem Artilleriefeuer liegt. Ihr Mut wird belohnt. Wiederum naht eine große Stunde, in der Mannhaftigkeit und Kaltblütigkeit der Geschützbedienung über den sowjetischen Gegner triumphieren, als die Bolschewisten versuchen, mit Panzern einen Durch- bruch durch die deutschen Linien zu starten. Hart wogt der Kampf. Mitten im feindlichen Feuer der Panzer arbeitet die Bedienung dieses deutschen Pak- geschützes ruhig und .zielsicher. Eines der sowjetischen Ungetüme nach dem anderen bringt es zur Strecke. Ein volles Dutzend Panzer konnte dieses eins Geschütz erledigen und hat damit nicht nur in wenigen Tagen den 20. Panzerabschuß erzielt, sondern auch wesentlich zur gelungenen Abwehr eines mit gewaltiger Kraft geführten sowjetischen Angriffes beige- tragen. »
Verstimmung in der britischen OeffenWkeit.
Stockholm, 14.Jan. (Europapreß.) Die jüngsten Nachrichten aus Ostasien haben keineswegs dazu beigetragen, eine ruhigere Auffassung herbei- zusühren. So schreibt der Marinekorrespondent der „Yorkshire Post", die Landung der Japaner auf Celebes und Tarakan stelle wahrscheinlich das erste Stadium des Angriffes gegen Surabaya, den Sitz des alliierten Oberkommandos, dar, den die Japaner in zwei Abschnitten durchzuführen gedächten. Die „Evening News" schreibt: „Parlament und Volk können mit einer weniger kräftigen Betonung der Tatsachen auskommen, daß Hitler der Hauptfeind sei. Niemand bestreitet diese Taffache, aber Hitler kann nicht automatisch als Entschuldigung für alle Fehler und Illusionen in Singapur angeführt werden." Die Kritiker werden sicker den Sturz mehrerer Minister fordern. Man glaubt nicht, daß Churchill eine Veränderung des Kabinetts werde ablehnen können.
Besonders regt sich die britische Oeffentlichkeit über gewisse unbegründete optimistische Steuerungen militärischer und politischer Behörden auf, hatte man doch dem Volke eingeredet, daß Singapur uneinnehmbar fei. Außerdem waren vertrauenerweckende Geschichten über die Verschiffung gewaltiger Trup- venmassen und besonders von der Verlegung briti» scher Luftstreitkräfte nach Malaya verbreitet worden. Diese Truppen sollten in der Lage sein, jeden Angriff abzuschlagen. Jetzt, einen Monat nach Beginn des Krieges in Malaya, befinden sich die strategischen Schlüsselstellungen der Briten in einer Gefahr, deren Schwere jedermann erkennt. In der „Daily Mail" greift Ward Price alle an, die den Tatsachen nicht ins Auge sehen wollten. Javan sei der einzige Feind Englands und der USA., der über eine mächtige Flotte und gleichzeitig auch über eine mächtige Luftwaffe verfüge. Gewiß wären Großbritannien und Amerika zahlenmäßig in beiden Waffengattungen überlegen, wenn sie die Möglichkeit hätten, sich nur auf Japan zu konzentrieren. Aber Japan liege weit entfernt. Japan fei in der Dsgairgenheit als Feind von Großbritannien stän
dig unterschätzt worden, da Japan nicht einmal in der Lage gewesen sei, mit China fertig zu werden. „Die Engländer haben zu ftüh gelacht", erklärt Ward Price. Es sei belustigend, feststellen zu müssen, daß die Japaner von Wäldern und Sümpfen auf Malakka mehr verständen als die Engländer, die ihr ganzes Leben schon dort verbracht hätten. „Daily Expreß" veröffentlich einen Artikel des amerikanischen Berichterstatters Cecil B r o w n, dessen Rundfunkreden vom Sender Singapur als „zu pessimistisch" Untersaat und der selbst von den englischen Beyörden verhaftet worden war. Der „Daily Expreß" weist darauf hin, daß die Mitteilungen Browns nachträglich von den Tatsachen gerechtfertigt würden. Brown hatte das Schlagwort von der „Singapur-Mentalität" geprägt, das jetzt in London ebenso schnell die Runde macht wie seinerzeit das Schlagwort der Mentalität, die durch das Vertrauen auf die Maginotlinie bestimmt wurde.
Man hat in London den Eindruck, daß der japanische Angriff durch den Dschungel von Malaya unter Einsatz von schweren Tanks die britischen Militärbehörden völlig überraschte, und fragt sich nun, wie man überhaupt die Schlagkraft und den Erfindungsgeist der Japaner so unterschätzen konnte, wünscht jedoch ein endgültiges Urteil über die Ereignisse im Fernen Osten bis zur Rückkehr Duff Coopers aufzuschieben. Man sieht nämlich nach der ersten Aufregung ein, daß man Duff Cooper nicht als den „obersten Sündenbock" für die Rückschläge hinstellen könne, da er erst seit dem 19. September in Singapur gewirkt habe.
Schwere Kämpfe bei Tschangifcha.
H a n f a u, 15. Jan. (Europapreß.) Der Sprecher der japanischen Armee erklärte, in oen letzten Tagen hätten sich nördlich von Tschangtscha zwischen Einheiten der Tschungking-Armee und japanischen Stteitkräften schwere Kämpfe abgespielt. Die Chinesen hätten erheblichen Widerstand geleistet. Er hätte aber vor allem durch die japanische Lust-
Nach dem Schneeflum».
Bis in die frühen Morgenstunden tobte der Schneesturm über der Steppe. Meterhoch liegt nun der Schnee bei den Fahrzeugen. Infolge Der großen Kälte springen auch die Motoren nur schwer an. Aber bald daraus geht die Fahrt weiter durch die endlose weiße Landschaft.
(PK.-Aufn.: Kriegsberichter Hermann sSch.j.)
muffe gebrochen werden können. Die Chinesen hätten große Verluste an Toten und Gefangenen gehabt.
Zwei Torpedotreffer auf LtGA.-Klugzeugträger.
Nach heftigen Explosionen wahrscheinlich untergegangen.
Tokio, 14.3änuar. (DNB. Funkspruch.) Das kaiserliche Hauptquartier gibt bekannt, daß ein japanisches U-Boot am Abend des 12.Iaauar zwei Torpedotreffer auf einen UL2l.-Flugzeug- träger vorn ,.L e x i n g t o n"- Typ von 33 000 Tonnen in den Gewässern westlich von hawai erzielt hat. In dem Lommuniqu^ wird gesagt, daß es dem U-Boot nicht möglich gewesen fei, zu bestätigen, daß der Flugzeugträger gesunken fei, da es schnell tauchen mußte, um einem Aerstörerangrisf zu entgehen. Iedoch glaubt man bestimmt, daß das Schiff gesunken ist, da zwei heftige Explosionen gehört wurden, nach dem das U-Boot getaucht war.
Bei dem torpedierten Flugzeugträger handelt es sich entweder um die „Lexington" selbst oder um die „Saratoga-, die beiden größten Flugzeugträger, die die Vereinigten Staaten besitzen. Sie wurden 1925 als Schlachtkreuzer begonnen, der Bauplan aber nach dem Dashingloner Abkommm geändert. Beide Schiffe haben je neunzig Flugzeuge an Bord und 1400 Mann Besatzung.
Statt Willkie Donald Nelson.
Genf, 14. Jan. (DNB.) Roosevelt gab bekannt, daß die Aufficht über die Durchführung des Kriegsproduktionsprogramms in die Hand Nelsons, des Vorsitzenden des neugeschaffenen Kriegsproduktionsamtes, gelegt werden soll. Die Ernennung Wendell W i l k i e s, der ursprünglich für diesen Posten ausersehen war, scheint demnach auf Schwierigkeiten gestoßen zu sein.
Aus aller Welt.
Hitzewelle in Australien.
Nahezu hundert Menschen sind der großen Hltz^ welle, die seit einigen Tagen in Australien herrscht, zum Opfer gefallen. Besonders in der Gegend von Melbourne wurden schwere Sandstürme beobachtet. Die Sandwolken waren zeitweise so dick, daß es am Hellen Tag dunkel wie in der Nacht wurde. Mehrmals im Laufe des Tages wucheir die Autos gezwungen, mH vollem Scheinwerferlicht zu fahren. Aus Südaustralien werden große Bufchbrände gemeldet. Ganze Viehherden, große Sttecken von Weideland und eine große Zahl landwirtschaftlicher Maschinen sind in diesen Feuern verbrannt. In Sydney ist der Wassermangel seit einigen Tagen so fühlbar geworden, daß hort nur noch morgens zwischen 6 und 10 Uhr und abends zwischen 16 und 18 Uhr Wasser in der Leitung läuft.
Kunst und Wissenfchast.
Erfolg Giesekings in Basel.
Der Pianist Professor Walter Giesseking hatte als Solist im 5. Basler Abonnementskonzert, das völlig ausverkauft war, einen großen Erfolg. Er spielte das Klavierkonzert in Es-dur von Mozart und ein Konzertstück des Spaniers Emanuel de Falla „Nuits dans les jardins d’espagne“. Es wurden die unvergleichliche Technik und der delikate Anschlag mit den substilsten Klangdifferenzierungen hervorgehoben.
Emil Iannings als Bismarck.
Die" Aufnahmen zu dem Emil-Jannings-Film der Tobis „Die Entlassung" haben begonnen. Emil Iannings verkörpert die Rolle des Kanzlers, Werner Krauß wird den Geheimrat von Holstein darstellen, Werner Hinz den jungen Kaiser Wilhelm II. Mit diesem Werk setzt die Tobis die Reihe der Filme mit welthistorischem Hinterarund fort, die mit „Ohm Krüger" und „Bismarck'' begonnen wurde. Die Spielleitung liegt in Händen Wolfgang Liebeneiners.
Ein neues Derk Eberhard Wenzels.
Im Rahmen eines Symphoniekonzertes wird ein Oratorium Eberhard Wenzels in Görlitz urauf- geführt, das an Hand von Gedichten Ernst Moritz Arndts das Leben eines deutschen Mannes schlldert. Mit diesem großen Oratorium, das den Titel trägt „Das deutsche Herz", unternimmt Eber- Hard Wenzel den Versuch, dem Chorschaffen ein weiteres zeitnahes Werk zu geben. Der Görlitzer Komponist erhielt 1938 den Schkesifchen Musikpreis. Auf dem Fest der deutschen Chormusik in Graz wurde seine Kantate „Daß dein Herz fest sei" mit großem Erfolg aufgeführt.
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