Donnerstag. 15. Januar 1942
Gietzener Anzeiger
Stockholm, im Januar 1942.
Als
digung Singapurs.
Die Grenze Malakkas überschritten
Oer Dank des Führers
iter ÄV und^iKtzfr'eudigder Leibe
großzügigsten Durchführung dieser ruhten wußte, daß Berliner Frauen die Abfahrt
schnellsten und
Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Gießen, Zchulstratze 7-9
Tokio, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) Im weiteren Vormarsch nach Süden haben die japanischen Streitkräfte am Mittwochnachmittag bereits die Grenze des Staates Malakka über- schritten. Damit ist das Sultanat N e g r i S e m- b i l a n von den Japanern besetzt und vom Feind gesäubert. Die japanischen Truppen dringen i n zwei Kolonnen vor. Die an der We st käste der Malaiischen Halbinsel operierende Kolonne durchstieß die Ebene von Selangor und besetzte T a m p i n an der Grenze von Malakka. Der britische Versuch, eine neue Front zu bilden, cheiterte angesichts der Schnelligkeit, mit der die «panischen Truppen vordringen. Den Briten ist es nicht gelungen, sich von dem Gegner zu lösen. Die Leistung der japanischen Truppen erhellt aus .der Tatsache, daß nach dem Fall von Kuala Lumpur Tagesmärsche von durchschnittlich 60 km erzielt wurden. Ein Teil der britischen Truppen flieht südwärts, während andere abgeschnitten und umzingelt sind. Malakka und Johur liegen nach dem Zusammenbruch der letzten britischen Stellungen für den japanischen Einmarsch offen. Offenbar ist es auch der australischen Division, die die indischen Truppen in der Frontlinie ablöste, nicht gelungen, den japanischen Vormarsch zu verlangsamen.
Die a n d e r O st k ü st e von Malaya operierende japanische Armee hat das gesamte Staatsgebiet von Pahang nördlich des gleichnamigen Flusses unter ihre Kontrolle gebracht. Der britische Widerstand südlich des Flusses bis zu den Grenzen von Johore ist zusammenaebrochen. Eine feindliche Division, die sich eine Zeitlang in verhältnismäßig sicherer Stellung in den Bergwaldungen inmitten des Lan-
Berlln, 14.Jan. (DNv. Funkfpruch.) ^Nuu- mehr liegt das endgültige Schlußergebnis der Sammlung von pcl)-, Voll- und Wintersachen vor. Das Ergebnis hat sich noch um weitere 10 906 756 Stück verbessert. Insgesamt wurden also abgegeben 67 232 686 Stück verschiedener Art, 4003 Waggons mit Welz- und Wollsachen sind insgesamt an die Wehrmacht abgeliefert und zum großen Teil bereits Truppenteilen übergeben worden. Wenn man den langen Güterzug mit seinen 4003 Waggons mit einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern in der Stunde an sich vorüberrollen lassen würde, so würde es mehr als zwei Stunden dauern, die man darauf verwenden müßte.
Es blieb unseren Feinden vorbehalten, ihr einen politischen Charakter zu geben, wenn englische Zeitungen vor einigen Tagen schrieben, daß sie vom ganzen deutschen Volke empört abge- lehnt werde und daß sie nur in der Weise durchzuführen sei, daß die Polizei den Passanten auf der Straße ihre Pelze und Mäntel mit Gewalt vom
Sammlung zur Verfügung stellten. Ebenso ergeht mein Dank an Presse, Rund f u n k und Film, die durch ihre vorbildliche Propaganda für diese Sammlung wesentlich zu' ihrem Gelingen beitrugen. Ein besonders herzliches Dankeswort richte ich an die deutschen Skiläufer. Ich weiß sehr wohl, wie schwer es den meisten von ihnen gefallen ist, sich von ihren geliebten Brettern zu trennen und sie unseren Soldaten zur Verfügung zu stellen. Sie haben das ohne Zögern und wie selbstverständlich getan, weil sie wußten, daß in dieser ernsten Zeit die Bedürfnisse unserer Soldaten allem anderen vorangehen.
Das Ergebnis der Sammlung beweist zur Genüge, drß diesmal mehr als bei irgendeiner anderen Gelegenheit die Spendefreudigkeil unserem ganzen Volke aus demherzen kam. Ich glaube mich nicht in dem Eindruck zu täuschen, daß jeder in der Heimat mit Freuden die Gelegenheit wahrnahm, unseren Soldaten zu zeigen, wie dankbar wir alle ihnen sind und wie wir uns mit ihnen verbunden fühlen. Die Durch- führung dieser Sammlung ist der deutschen Heimat eine Herzenssache gewesen, und deshalb war sie auch von Anfang an mehr eine Tat d e r V o l k s g e m e i n f ch a f t als eine Tat der Propaganda.
Roichsmimster Dr. Goebbels fugte am Mittwochabend zum Abschluß der Sammlung m einer Rundfunkansprache:
Das endgültige Schlußergebnis gliedert sich in folgende posten: 3 889 747 pelze, pelzwesten und andere Pelzbekleidungsstücke, 2116180 Hemden, 2134 500 Unterhofen, 5 611 393 Unterjacken, Pullover und Wollwesten, 6 756138 Schals, 806 281 Muffs, 1523 246 Brust- und Lungenschüher, 2 137 637 Leibbinden, 8 686 647 paar Strümpfe und Socken, 119 551 paar pelzsiiefel und lleberschuhe, 213 406 paar Skistiefel, 1 567 691 paqr Ski, 3 638 390 Kopfschüher, 4 592 438 paar Handschuhe, 7 893 806 paar Pulswärmer, 1654130 paar Knieschützer, 3 305 712 Ohrenschüher, 8 879 216 Kleidungsstücke verschiedener Art, 1711577 Woll- und Pelzdecken.
Angesichts dieser wahrhaft stolzen und bewundernswerten Gemeinschaftsleistung, an der sich das ganze deutsche Volk mit seiner spontanen Gebefreudigkeit und Einsatzbereitschaft beteiligte, ist es mir persönlich ein aufrichtiges Bedürfnis, alle n S P e n- dern und Helfern meine wärmste Anerkennung und meinen herzlichsten Dank zu übermitteln. Ich danke vor allem und zuerst denjenigen, die sich, dem Appell des Führers folgend, im Interesse unserer kämpfenden Truppen an der Ostfront vonihrenwärmendenWin- tersachen getrennt haben, um sie unseren Soldaten zur Verfügung zu stellen. Ich weiß, wie schwer das vielen von Ihnen gefallen ist, und deshalb ist mein Dank für ihre Hilfsbereitschaft besom ders herzlich. Ich danke darüber hinaus aber auch den über zwei Millionen Helfern, die sich freiwillig in den Dienst der großen Sache und^ehren- amtlich wochenlang für jede freie Stunde der Sammlung zur Verfügung stellten. Ich danke vor allem den Millionen deutscher Frauen, die sich trotz ihres übergroßen Kriegspstichtenkreises in altbewährter Treue und Einsatzfreudigkeit sofort rn die vom Führer angeordnete Sammelaktion einreihten und in mehr als 24 000 Nähstuben unermüdlich geschafft haben, um warme Kleidungsstücke für unsere Soldaten umzunähen, herzustellen oder instandzu- setzen. Ich danke in gleicher Weise der deutschen Jugend, die durch ihren begeisterten Einsatz eine riesige Transportbewequng fast selbständig durch- führ'te und damit entscheidend zum großartigen Gelingen der Sammlung beitrug. Mein Dank gilt allen Organisationen der Partei, die sich unter Fahrung der Gauleiter h-”
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192. Jahrgang Nr. 12
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der Transportzüge mit den Woll- und Wintersachen an die Front zu verhindern suchten, daß sie sich auf die Schienen legten, so erspare ich es mir, darauf überhaupt zu antworten. Solche ebenso gemeinen wie dummen und albernen Lügen richten sich selbst. Schweigende Verachtung ist hier die beste Antwort. Noch heute morgen brachte der Moskauer Rundfunk die Meldung, daß die Sammlung nur ein sehr karges Ergebnis gezeitigt hätte, im ganzen seien 22 Pelze zusammengekommen. Auch hier verzichte ich darauf, die Zahl von nahezu vier Millio- neu gesammelten Pelzen als schlagenden Gegenbeweis anzuführen. Ich würde das deutsche Volk beleidigen, wenn ich überhaupt einen Gegenbeweis führen wollte.
Nur durch diese feindlichen Lügenmeldungen ist die Sammlung von Woll- und Wintersachen für die Ostfront eine politische Angelegenheit geworden: und da nun einmal unsere Feinde dagegen das Dort ergriffen hatten, hat das deutsche Volk ihnen eine Antwort erteilt, die sie so bald nicht vergessen werden. Es hat aus der Sammlung, die sie zu einer politischen Streitfrage machten, selbst eine politische T a t gemacht. Sie ist deshalb heute mehr als nur eine Sache der Gemeinschaftshilfe, sie ist ein überzeugender Beweis für die Entschlossenheit, mit der die deutsche Nation bereit ist, diesen Krieg bis zum Siege durchzuführen. Keiner von uns hat je an dieser Bereitschaft gezweifelt. Lin Volk, dessen Front Heldentaten verrichtet wie heute unsere Soldaten im Offen, ein Volk, dessen Heimat so einfah- und hilfsbereit für diese Front einzutreten gewillt ist, muß und wird siegen.
Ich habe den Auftrag, Ihnen aUen, meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen, Spen- dem und Helfern, im Namen des Führers seine Anerkennung und seinen Da n k zum Ausdruck zu bringen. Wenn beim letzten Weihnachtsfest unsere Geschenke nur karg ausgefallen sind, so hat dafür das deutsche Volk dem Rufe des Führers gemäß um so reicher seine Front beschenk t. Bewahren wir uns alle die in biefer Gemeinschaftstat zum Ausdruck kommende Gesin- nung durch den ganzen Krieg hindurch und für alle Zukunft, dann werden wir mit allen Schwierigkeiten des Krieges fertig werden und unentwegt dem Siege näher marschieren
Die Sammlung von Woll-, Pelz- und ^Bmier« fachen für die Front ist damit zu Ende. Ich bin stolz darauf, sie zu einem so großartigen Ergebnis geführt zu haben. Allen, die mich dabei unter, stützten, Spendern und Helfern, übermittle ich nach- mals den Ausdruck meiner Anerkennung und meines tiefgefühlten, sehr herzlichen Dankes.
die meisten für die Verteidigung von Singapur bestimmten Großkampfschiffe verloren hat, und der britische General P o w n a l l, der zwar als fähiger Kopf gilt, aber ohne ausreichende Truppen auch nicht viel mehr ausrichten kann als sein jetzt soviel geschmähter Vorgänger in Singapur, der abgejägte Luftmarschall B r o o k e - P o p h a m. Alle drei und mit ihnen Wavell, wie die britische und amerikanische Öffentlichkeit warten sehnsuchtsvoll auf die Verstärkungen, die kommen sollen und müssen, wenn die eigentliche Ausgabe, die man diesem Oberkommando gestellt hat, gelöst werden soll: die Dertei-
des hielt, wird verfolgt. Die japanischen Vorhuten haben festgestellt, daß im Staatsgebiet von Pahang keine größeren feindlichen Kräfte mehr vorhanden sind und daß örtlicher Widerstand von versprengten Gegnern ausgeht, die in den Bergen Sicherheit suchen oder auf ihrer Flucht Singapur zustreben.
Das Sultanat Pehang, das den ganzen Mittleren Osten der Malayen-Halbinsel emnimmt, ist ein mit dichten Urwäldern bedecktes, noch ziemlich wenig erschlossenes Land und gehört mit Perak, Selangor und Negri Semdilan zu den Malayen- staaten, in denen die Herrschaft durch die britischen Residenten ausaeübt wivd. Pehang ist mit rund 215 000 Einwohnern sehr dünn bevölkert. Neben Gummi und Tee werden Zinn und Gold gewonnen. Der Sitz der Verwaltung ist die kleine Stadt Kuala Lipis. Der wichtigste Hafen ist der durch die japanischen Landungen bekannt gewordene Ort Kuantan.
Oie Wehrkraft Niederlündisch-LndienS-
Tokio, 14. Jan. (Europapreß.) „Asahi Shimbun" gibt einen Ueberblick über die derzeitige Wehrkraft Niederländisch-Jndiens. Danach betragen die Heeres-, und Marinestreitkrafte gegenwärtig 72 000 Mann Reguläre und 25 000 Freiwillige. Die Luftwaffe verfüge über 100 Jagd-, 80 Bomben- und 100 Wasserflugzeuge, ferner über 90 Aufklärer. Die Flotte besitze 6 Kreuzer, 10 Zerstörer, 15 Unterseeboote, 5 Minenleger, 8 Minensucher, 7 Torpedoboote, 1 Kanonenboot und 5 kleinere Kriegsfahrzeuge.
So ist es denn verständlich, daß die Strategen in Washington alle anderen Probleme erst einmal beiseite geschoben haben, um alles zu tun, was zur Rettung Singapurs getan werden kann. Das war zunächst nicht viel, und weil man das in Washington erkennt, muß man wenigstens den Anschein zu erwecken suchen, als ob man sofort etwas tun könnte. Das Ergebnis war die Schaffung des vereinigten alliierten Oberkommandos unter General Wavell. Die Wirkung war verblüffend. Wie mit einem Schlage verstummte in der Presse die Krittk. Alle Leute waren des Lobes voll für Wavell, den „Feldherrn aus der Wüste". Alles meinte, nun würde die, Sache schon ihre Richtigkeit haben. Man vergaß völlig, daß Wavell, selbst wenn er all die Fähigkeiten besäße, die ihm die Fama angedichtet hat, durch seine Beförderung vom Oberkommandierenden in Indien zum Chef des alliierten Oberkommandos in Dftafien nicht ein einziges Flugzeug, kein einziges Schlachtschiff oder auch nur ein Bataillon Soldaten mehr hätte, als seine Vorgänger in den verschiedenen Kommandos hatten, so lange nicht diese Verstärkungen wirklich nach Singapur gebracht werden können.
Es erscheint also schon notwendig, dieses Ei des Kolumbus, welches die Strategen in Washington gefunden zu haben glauben, ein wenig näher anzusehen. Da zeigt sich allerdings, daß das Oberkommando Wavells eine Erfindung ist, welche durchaus auf dieZukunft berechnet scheint. Wavell unterstehen drei Manner: der amerikanische Fliegergeneral Brett, dem vorläufig noch die Flugzeuge fehlen; der amerikanische Admiral Hart, der
An Widerständen wuchs die Krast.
„Der Sieg gehört dem, der in diesem Kampf das letzte Aufgebot und das letzte Bataillon auf die Walstatt bringt." Das war des Führer s Parole, mit der er, drei Wochen vor der Machtergreifung, den Wahlkampf des kleinen Ländchens Lippe zum Sturmsignal für den Endkampf um die Macht werden ließ. Es ist kein Zufall, daß das gleiche Wort vom „letzten Bataillon" in einer der jüngsten Reden des Führers wiederkehrte, als er nämlich erklärte, ganz gleichgültig, wie lange und wie schwer der vor uns liegende Krieg sein werde, das letzte Bataillon auf dem Schlachtfeld werde auf alle Fälle ein deutsches sein. Mit dem gleichen zähen Willen und mit der gleichen Kompromiß- losigkeit, die die Nationalsozialisten damals dis ganze Macht fordern ließen, erzwingt heute das ganze deutsche Volk die klare und endgültige Entscheidung in dem weltweiten Ringen zwischen den jungen Völkern und der Einheitsfront des internationalen Judentums. Das Deutschland von heute erinnert sich in diesem großen Ringen immer wieder der nationalsozialistischen Kampfzeit, um aus ihr das Gesetz von Ursache und Wirkung zu ergründen, das auch das Geschehen unserer Tage besttmmt.
Ja, es drängt sich ein Vergleich nicht nur der Kräfte, sondern auch der Fronten auf, bie damals miteinander rangen und auch heute im Kampfe stehen. Es war die gleiche bolschewistisch-pluto- krattsche Internationale, die der Bewegung damals im Kampf um die Macht in Deutschland mit allen Mitteln eines hinterhältigen und haßerfüllten Kampfes, mit allen Methoden der Verführung deutscher Volksgenossen und der Verwirrung des deutschen Geistes entgegentrat.
Gerade am Tag von Lippe ist es am Platze, sich zu erinnern, daß die Macht in Deutschland der nationalsozialistischen Bewegung nicht in den Schoß gefallen ist, sondern gegen eine vielfache Ueber- macht, gegen gerissene und gefährliche Gegner hart und schwer erkämpft werden mußte. Der Kampf der nationalsozialistischen Bewegung um die Macht in Deutschland war kein ununterbrochener rauschender Siegeszug von Triumph zu Triumph, sondern eine ununterbrochene Folge von erbitterten Kämpfen und schließlich gewaltigen Schlachten, in denen erst die größere Härte, zäherer Angriffsgeist und die überlegene politische Planung den Ausschlag , gaben. Wieviel Geduld, aber auch wieviel Sieges- : Zuversicht dieser Kampf erforderte, mag man daraus ermessen, daß noch zehn Jahre nach Weltkriegsende und drei Jahre nach dem Wiederaufbau der Partei
Die Verteidigung Singapurs
Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.
t in Bit« gestrigen junge Sachlagen 'S. würbe beide der )ier stellte verver» Äahre be» verbüßen in einem iten aus« nternheim i Scheune orn-Rrk» lngsstücien .beim, wo Geldbörse mnten.
lOMltttfT bei t Mitfl unb ms!by!iot; !umid)tm.
. Lange «S. - Hans Seck, nmel Mr.S,
67 Mionen Stvlk brachte die Mintersachensammlung.
Oie Weihnachisgabe für die Soldaten der Ostfront eine Herzenssache des deutschen Bottes
Inzwischen stehen aber die japanischen Truppen nicht still, sondern bringen immer weiter auf Ma- laya vor. Es ist schon das Wort gefallen vorn Wettrennen nach Singapur zwischen den japanischen und den angelsächsischen Verstärkungen, die über den weiten Pazifik herangeschafft werden müssen. Aber das ist nicht mehr das friedliche Meer des Magalhaes, sondern es fegt der Kriegssturm darüber hin.
Wawell und Brett in Batavia eingetroffen.
Schanghai, 14. Jan. (Europapreß.) General Wavell ist am Mittwoch in Batavia eingetroffen. In feiner Begleitung befand sich fein Stellvertreter, der amerikanische Generalmajor Georges A. Brett.
___der portugiesische Entdecker Fernando d e 1 Magalhaes im Frühling des Jahres 1521 in
। ter Bucht, welche heute die P u ch t vo n M a n i l a ! heißt, den Anker seines Schiffes in die Tiefe gleiten lieh, verkündete er seiner Mannschaft, er wolle dem Meer, das sie in fünf Monate währender gefahrloser Reise durchkreuzt hatten, den Namen „Mar Parcifico" geben (friedliches Meer). 420 Jahre vergingen, und in bet gleichen Bucht, ! an bereu grün bewachsenen Ufern sich einst bie Augen ber portugiesischen Entdecker nach langer Seefahrt weideten, dröhnen die Motoren japanischer Flugzeuge und krachen die Detonationen chwerer Bomben, die bie Jnselfestung von Corre- gidor zur Uebergabe zwingen sollen. Nicht die Natur hat sich geänbert. Sie würde heute noch dem Meer den gleichen Namen geben wie vor einem halben Jahrtausend. Aber die Menschen haben dafür gesorgt, daß der Name' Mar Pacisico nur noch historische Erinnerung ist.
Recht stürmisch ist der Stille Ozean geworden, unb nicht zuletzt in Washington fühlt man den Winb lauter unb schärfer um die Ohren pfeifen, als man ihn dort gern hört. Er bläst hinein in bie Konferenzzimmer bes Weißen Hauses unb wirbelt bie Pläne burcheinanber, bie bie angelsächsischen Staatsmänner sich schon zurechtgelegt hatten. Aber es ist für sie kein frischer Winb, ber bie Köpfe klar werben läßt, fonbem er bringt Kopfschmerzen unb Sorgen; benn auf seinen Fittichen reiten die Nachrichten von japanischen Siegen. Hongkong ist schon gefallen. Manila folgte ihm nach, unb ber Verlust ber ganzen Philippinen wird auch in Washington heute nur noch zeitbedingt angesehen. Auf Malaya sind die japanischen Truppen in raschem Vordringen, und Singapur ist ernstlich bedroht. Die Oelfelder von Nordborneo mußten den Japanern überlassen werden. Die Fülle dieser Hiobsbotschaften hat fast vergessen lassen, daß am ersten Tage des Krieges ein großer Teil der amen- kcmischen Pazifikflotte in Pearl Harbour außer Gefecht gesetzt wurde, und daß wenige Tage spater zwei der stolzesten britischen Schiffe auf den Boden des Chinesischen Meeres versanken.
Die Männer um den Grünen Tisch in Washington, an dem bie großen strategischen Pläne aufge- stellt werden sollen, mögen wohl schwere Köpfe haben. Vielleicht aber trösten sie sich mit ber Erwägung, bäß die japanischen Erfolge bisher ihnen de Aufgabe erleichtert haben; benn bort in Washington soll nicht irgendein Kriegsvlan entworfen werden, nein, W e l t st r at e g i e will man treiben. Dabei sollte zunächst einmal ber Pazifik dran- kommen. Nun ist das wirklich kein kleines Gebiet. Für diesen Raum einen Plan aufzustellen, muß nicht leicht sein, zumal es zugleich an allen Ecken unb Enden zu brennen anfängt. Sollte man Hawm schützen ober Hongkong, Manila ober Neuseeland, Dorneo ober Australien, unb was geschah mit der ozeanischen Inselwelt? Wie gesagt, bie Japaner haben ben Männern in Washington die Arbeit erleichtert unb dafür gesorgt, daß an vielen Stellen die Hilfe schon zu spät gekommen wäre.
Eine Gefahr aber wuchs immer drohender empor: Singapur ist gefährdet! Es ist vielleicht für einen Europäer schwierig zu ermessen, welch furchtbaren Klang dieser Ruf für britische Ohren hat. Es gibt eine Reihe englischer Festungen in ber Welt, bie auch alle ihre militärische Bebeutung haben. Gibraltar gehört dazu, Malta und Aden wie auch das jüngst gefallene Hongkong. Aber ihre militärische Wichtigkeit wird durchweg noch über- troffen durch ihre symbolische Bedeutung. Sie sind Sinnbalder britischer Weltherrschaft, auch dann noch, wenn ihre ursprüngliche militärische Bedeutung verlorengegangen ober gemindert sein sollte. Als solche sind sie dem britischen Herzen lieb und wert, und ihr Verlust wird schmerzlich empfunden, wie die Welt bas gerabe beim Fall von Hongkong erlebt hat. Bedeutsamer als Malta, Aden und Hongkong ist Singapur. Nicht nur als Sinnbild, sondern als ber sehr reale Eckpfeiler britischer Macht in Südostasien. Sein Verlust würbe nicht nur schmerzlich fein, er würde, wie dieser Tage auch eine englische Zeitung schrieb, eine Katastrophe bedeuten.


