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sich aus dieser Erstarrung Der Ausdruck wechselt und wird bewußt Hart, öie ballt die Hände. Es sieht fast aus, als wollte sie Kraft fummeln. Dann biegt sie sich mit einer schnellen Wendung aus dem Wagen und geht mit raschen Schritten durch den Garten und in das Haus hinein.
Bernhardine steht in der Diele und nimmt den Pelz ab, den Helene sehr schnell los sein will. Das Fräulein wirft Kuppe und Fahrhandschuhe hin und sieht dabei nicht auf ... sieht nicht in das gute, alte Gesicht, das nun schon seit Tagen einem gro-
Es ist eine dunkle, schwingende Stimme, und es ist eine heitere Frage. Ludwig Rautenberg spricht auch gleich weiter: ,Aeit mehr als eitler Woche 1**u du für mich unsichtbar geworden, meine c*rt-
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ßen Fragezeichen gleicht.
Helene sagt nur kurz: mochte setzt nicht ge
stört werden, Bernhardine", und geht in ihr Zim-
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teilnehmende Frage: ,Zch danke Ihnen sehr. Wenn ich bitten dürfte, könnten Sie mich ein Stuck in Ihrem Wagen mitnehmen?"
„Selbstverständlich!" antwortet Helene und reicht stützend ihren Arm. Sie überlegt, duß sie dann am nächsten Fernsprechautomaten halten und Ludwig benachrichtigen will, weil sie nun etwas später zu ihm kommen wird.
Doch kommt es dazu nicht. Es treten Ereignisse ein, die so entscheidend sind, daß sie das Leben des Fräuleins Veselius umwerfen.
Doch nein ... das ist nicht ganz richtig. Helene Veselius läßt sich nicht aus der Bahn werfen. Die maßgebenden Entscheidungen trifft nur sie allein.
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Helene geht durch das Zimmer ... unruhig, ziel' los. Ähre Gedanken kreisen um die Geschehnisse der letzten, eben vergangenen Tage.
Da steht der Schreibtisch, und da steht das Bild, das sie noch vor kurzem mit den zärtlichsten Empfindungen betrachtete. Es zeigt ein schönes Gesicht, lebhafte Augen unter vollem, welligem Haar, lachende Augen ... es zeigt einen weichen Mund mit einem kleinen, dunklen Bart.
Es ist das Bild Ludwig Rautenbergs, des Verlobten der Helene Veselius.
Helene steht am Tisch und sieht das Bild an. Sie hat beide Hände fest um die Tischkante gelegt, und ein wilder, unbeherrschter Zorn fährt über ihr Gesicht. Dann legt sie die Hände zusammen, streift den Ring von der linken Hand und legt ihn vor das Bild.
In diesem Augenblick läutet der Fernsprecher.
Ludwig ... denkt Helene.
Ludwig ruft nun wieder an ...
Ein Schreck überfällt sie und doch erinnert sie sich zugleich der Seligkeit, mit der sie sonst diesen Anruf erwartete. Sie sieht noch immer auf das Bild und auf den Ring und denkt: ob ihm, dem Leichtlebigen, nicht doch eine Ahnung kommen mag?
Eine Sekunde lang preßt sie beide Hände gegen die Schläfen und streicht über das dunkle Haar. Dann nimmt sie den Hörer auf. Uyd sogleich über- fällt sie die Stimme des Mannes: „Run sage mir, Helene, was sind das für Geheimnisse?"
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Ludwig Rautenberg hat von seinem Privatbura in der Fabrik aus gesprochen, der Margarinefabrik der Gebrüder Rautenberg, deren Inhaber jetztdie Vettern Johannes und Ludwig Rautenberg sind, die Söhne der Gebrüder. ..
Rautenberg hat während des Gesprächs nut feiner Verlobten und auch danach noch ein kleines, spöttisches Lächeln. Aber es vergeht, und das Gesicht des Mannes wird nachdenklich und fast ein wenig “^as^at er noch nicht gewußt, daß Helene auch Launen haben kann! Aber kennt er denn seine Der- lobte wirklich schon? , ,, _ ,
Sie sind sich im Frühling, vor einem halben Jahr also, auf einer Jtalienreise zum erstenmal begegnet Rautenberg hatte damals anstrengende Arbeitswochen hinter sich. Er wollte ausspannen, wollte eine Zeitlang nichts sein als ein fröhlicher Wanderer unter blauem Himmel.
Roch ein anderer Grund war da. Er wollte auch aus Berlin fort, weil da eine Beziehung gewesen war, die nun abgeschlossen sein sollte. Abgeschlossen und vorbei. Es war die höchste Zeit. Eine Hand hatte warm nach seinem Herzen gegriffen ...
Jeden Tag schon hatte er damals beschlossen, daß die Sache ein Ende haben sollte; und dann geschah es ganz leicht.
I (Fortsetzung folgt.)____________
Selene zieht gequält die Stirn zusammen. Sie kann es nicht hindern, daß diese warme, chelnde Stimme noch einmal zt ihrem Herzen kommen will. Und sie muß sich doch dagegen wehren..«
Es ist setzt an der Zeit, Klarheit zu schaffen.
Sie erwidert: „Ich will dir die Erklärung für mein Verhalten geben, Ludwig. Kannst du zu nur kommen?"
„Welche Frage, Helene! Ich habe Sehnsucht Wann also bestimmst du?" '
„Wann ... nun, wie du abkommen kannst. DU willst jetzt gleich zu mir kommen? Ja ... ich bin einverstanden ..." n
Ein tiefer Atemzug. Dann bestätigt Helene: ,^a, es wird gut sein, Ludwig, wenn du gleich kommst!
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Es sst ein klarer, kalter Rovembe-ttag.
Als Helene Veselius mit ihrem Wagen von der Thielallee her in ihre Wohnstraße einbiegt, sieht sie, daß die breite Einfahrt zu ihrem Hause geöffnet ist. Bernhardine steht am Tor. Sie hat ein Tuch um den weißhaarigen Kopf gelegt und schaut nach Helene aus. Sie empfängt die Heimkehrende mit der Nachricht, daß Herr Ludwig Rautenberg bereits zweimal angerufen hat.
Helene nickt ihrer alten Haushälterin zu: „Es ist gut, Bernhardine."
Sie fährt ihren Wagen in die Garage. Bevor sie aussteigt, sitzt sie noch eine kurze Weile ganz still. Sie schließt die Augen, und ein großer Ernst geht von ihrem unbeweglichen Gesicht aus. Dann löst sie dieser Erstarrung. Der Ausdruck wechselt ) bewußt hart. Sie ballt die Hände. Es
Der große Irrtum.
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Helene Veselius telephoniert. Sie sitzt aus der Lehne des Sessels, und ihr Gesicht zeigt einen frohen Ausdruck. Sie ist ein großes kräftiges Mädchen, keineswegs sehr hübsch, aber angenehm anzusehen. Sie wippt mit den schlanken Beinen und nickt im Gespräch ihrem unsichtbaren Partner zu.
„Gut, gut", sagt sie. „Ich habe natürlich auch Zeit. Also werde ich dich um ein Uhr abholen. Auf Wiedersehen, mein Schatz!"
Indem sie den Hörer auflegt, klingt das eben gesprochene Wort noch nach. Sie muß lachen. Mein Schatz ... hat sie gesagt, wie ein verliebtes kleines Mädel. . ...
Aber natürlich ist sie auch verliebt tn diesen Menschen da ... Sie nimmt das Bild ihres Verlobten auf, das vor ihr auf dem Schreibtisch steht, und schenkt ihm einen zärtlichen Blick.
In dieser glücklich-beschwingten Stimmung fahrt sie eine Stunde später ab. Die Fabrik ihres Verlobten liegt in einem Industrieviertel: Fabrikanlagen reihen sich aneinander, von hohen, strengen Mauern umgeben.
Kurz vor ihrem Ziel muß Helene bremsen und warten, weil einige große Lastwagen den Weg sperren. Und als ihr Blick, einige Augenblicke aus der Aufmerksamkeit des Fahrens entlassen, zur Seite geht, sieht sie eine junge Frau in einer zusammengesunkenen Haltung an der Mauer lehnen: und diese Haltung veranlaßt Helene, ihren Wagen zu verlassen und zu der Frau hinüberzugehen.^
Sie fragt: „Fehlt Ihnen etwas? Kann ich Ihnen helfen?"
Ein noch sehr junges Gesicht hebt sich ihr entgegen. Sie sieht in blaue Augen, die einen verzweifelten Ausdruck haben, und sie erkennt nun auch, daß die junge Frau vor einer baldigen Entbindung stehen muß. Doch versucht sie jetzt, wieder Haltung zu gewinnen. Sie erwidert auf Helenes
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