Ausgabe 
14.11.1942
 
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Nr. 260 Zweiter Blatt

Aus »er Stadt Gießen.

Hausmusik.

Durch Jahrhunderte hindurch war gemeinsames Musizieren in häuslicher Geselligkeit in unserem Volke Brauch. Ein reicher Schatz schönster musi­kalischer Werke unserer großen Meister ist für das Musizieren in der Familie gedacht. Erst mit der Entwurzelung häuslicher Kulturpflege versiegte auch die Pflege der deutschen Hausmusik und damit die musikalische Selbstausübung des einzelnen, die allein zu wirklichem Musikverständnis und zum echten Musikerleben führen kann.

, Der Tag der deutschen Hausmusik mahnt alljähr­lich nicht nur zur Besinnung, sondern stellt ganz praktische Forderungen, denen sich auch die Müt­ter nicht entziehen können. Die Mutter ist für dauernde Pflege der Musik im Hause die wichtigste Trägerin. Nicht überall wird es möglich sein, aus der Famisie heraus eine Spielgemeinschaft zu bilden, aber wo auch nur ein Hausgenosse ein Instrument beherrscht, wird er Freunde finden, mit denen er musizieren kann. Schon in den Jugendformationen finden sich die geeigneten Kameraden zusammen, und. für eine Mutter ist es dann gegeben, diese jungen musikfreudigen Menschen zu regelmäßigem gemeinsamem Spiel ins Haus zu ziehen. Mancher Muster und manchem Vater wird dadurch Gelegen­heit gegeben, auch sein Instrument, das er einmal erlernt hat und das leider mit den Jahren ver­nachlässigt worden ist, wieder hervorzuholen. Nicht auf eine vollendete Leistung kommt es bei der Hausmusik an, sondern auf die Selbstbetätigung, die zur Musik ein ganz anderes Verhältnis verschafft als nur das Hören.

Es gibt wohl nichts Schöneres und Beglückenderes als eine solche musikalische Geselligkeit im häuslichen Kreise. Jedem jungen Menschen wird sie zum un­vergeßlichen Erlebnis unh zu einer unversiegbaren Quelle echter Freude werden. Eine saubere gute Technik muß freilich das Ziel auch des Dilettanten fein. Regelmäßiges fleißiges lieben seines In­strumentes ist darum Voraussetzung auch für jedes häusliche Musizieren. Selbst bei dem begeistertsten kleinen Musikanten gibt es oft schwache Stunden, in denen er die Geduld verlieren möchte, aber das gemeinschaftliche Musizieren wird ihm immer wie­der neuer Ansporn sein und ihn zur Disziplin er­ziehen. Ein Kind sollte darum beim Musikunterricht nicht mit dem Klavier beginnen, sondern zunächst mit der Blockflöte oder der Geige, damit es sich bald in das Zusammenspiel mehrerer Instrumente einfügen kann. Ein Blas- oder Streichinstrument verlangt vom Spieler außerdem von vornherein eine schärfere Disziplin des Hörens, weil er den Ton selbst bilden muß, während das Klavier mit seinen fertigen Tönen den jungen Spieler leicht zu gedankenlosem Klimpern verführt. Erst wenn ein Kind an der Flöte oder Geige seine Musikalität be­wiesen hat, sollte man es an das Klavier heran­führen. *

Auch gemeinsames Singen im häuslichen Kreis ist Hausmusik. Es verlangt weder besondere künst­lerische Beherrschung noch große Musikalität. Jede Mutter kann so schön singen, daß sie vor der Kritik des Kindes besteht, und jedes gesunde, lebendige Kind möchte seine Stimme im Gesang betätigen. Das Lied ist der Urquell allen Musizierens und müß wieder Besitz des ganzen Volkes werden. Ein Volk, das seine Lieder nicht mehr singen kann, hat sich dieses Besitzes selbst beraubt.

Darum, liebe Mütter, singt wieder mit euren Kindern! Der Ablauf des Tages, Familienfeste und Jahresfeiern geben immer wieder Anlaß, unser schönes Liedgut zu pflegen. Singt eure Kinder in den Schaft, es ist die erste Musik, die an ihr Ohr dringt und sich mit dem Gefühl der sicheren Ge­borgenheit verbindet. Ein großer Schatz von Kinder­liedern ist in unserem Volke noch lebendig, andere werden wieder durch unsere Jugend aus ihrer Ver­gessenheit geweckt. Alle diese Lieder gehören in die Familie als die natürlichste Hausmusik, die uns jrn engen Kreis immer wieder zusammenführt. Gerade der Krieg fordert stärker als sonst die Zusammen­fassung aller ideellen Kräfte im Volke. Darum wollen wir den heutigen Tag der Hausmusik auch als Frauen und Mütter ernst nehmen, und seine

Forderungen verstehen.

Wer Musik nicht liebt, verdient nicht, ein Mensch genannt zu werden, wer sie liebt, ist ein halber Mensch, wer sie aber treibt; der ist ein ganzer Mensch", sagt Goethe.

JRönfgenfermine im Kreis Wetterau.

Im Kreis Wetterau werden die Röntgentermine für die gesamte Bevölkerung nachbenannter Orte wie folgt festgesetzt: 16. November, 810 Uhr, Weickartshain, Schule; 16. November, 11.30 bis 12.30 Uhr, Lardenbach, Wirtschaft; 16. No­vember, 14.3016.30 Uhr, Freienseen, Turn­halle; 17. November, 812 und 1315.30 Uhr, Laubach, NSV.-Kmdergarten; 17. November, 1718.30 Uhr, Gonterkirchen, Schule; 18. No­vember, 911 Uhr, Ruppertsburg, NSV.- Kindergarten; 18. November, 12.3016.30 Uhr, Villingen, Schule; 19.November: 8 bis 9 Uhr, Nonnenroth, NSD.-Kindergarten; 19.Novem­ber, 10.3012 und 1315.30 Uhr, Ober-Bes­singen, Schule; 20. November, 811 Uhr, Et­tingshausen. Gasthaus Paulus; 20. November, 1314.30 Uhr, Wetterfeld, Deutsches Haus; 20. November, 1617.30 Uhr, Lauter, Gasthaus Hock; 21. November, 810.30 Uhr, Quettborn, NSV.-Kindergarten; 21. November, 1314.30 Uhr, Göbelnrod, Schule. Es wird erwartet, daß sich alle Volksgenossen zu dieser einmaligen Ge­legenheit einfinben.

Anträge für einmalige Elterngabe.

NSG. Unter Hinweis auf die am 7. Oktober in der Tagespresse bekanntgegebenen Richtlinien über die Antragstellung für einmalige Elterngaben wird mitgeteilt, daß in der Woche vom 16. Ins 21.11. 42 die Anträge der Eltern mit den Anfangsbuchstaben S bis Z des Familiennamens des Sohnes bei den Kameradschaften der NS.-Kriegsopferversorgung im Gau Hessen-Nassäu entgegengenommen werden.

Giehener Docken marNprelie.

* G i e ß e n 14. Noo. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten': Markenbutter, V- kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 9 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 51, Wirsing, kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 7, Rotkraut 6 bis 9, gelbe Rüben 6 bis 10, rote Ruben 7 bis 10, Spinat 12 bis 16, Römischkohl 10, Unter­kohlrabi 5 bis 7, Rosenkohl 25 bis 30, Schwarz­wurzeln 20 bis 40, Feldsalat 47 bis 50, Aepfel 30 bis 40, Birnen 20 bis. 30, Lauch 15, Sellerie 16, Endivien, das Stück 5 bis 12, Oberkohlrabi 10 bis 15, Rettich 5 bis 20 Rph.

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhessen)

Täglich 400 bis 500 Tonnen Gülerlransporl.

Große Aufgaben des §ahrbereilschastsdienstes.

Seit etwa zwei Jahren ist der durch Erlaß des Reichsverkehrsministeriums eingerichtete Dienst der Fahrbereitschaft auch in unserer engeren Heimat zur Versorgung der Bevölke­rung mit Lebensmittel- und anderen Ver- sorgungsgüter-Transporten eingesetzt. Die Fahrbereitschaft in Gießen ist als eine Dienst­stelle des Landrats für den Landkreis Gießen, zugleich aber auch für die Stadt Gießen und den Kreis Büdingen tätig.

Die Aufgabe der Fahrbereitschaft ist es heute wie zu Beginn ihrer Arbeit, die für die heimische Wirt­schaft zur Verfügung stehenden Lastkraftwagen und Pferdefuhrwerke planvoll unter dem Gesichtswinkel des Gesamtinteresses der Bevölkerung einzusetzen. Dabei kommt es jetzt noch stärker.als vor zwei Jahren darauf an, mit den Fahrzeugen der Fahr­bereitschaft durch schnellen Transport der Güter zur raschen Entladung der Güterwagen der Reichsbahn beizutragen, um auch von dieser Seite her die Um­laufsgeschwindigkeit des Güterwagenmaterials zu erhöhen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe steht der Fahrbereitschaft Gießen, die unter Führung des Fahrbereitschaftsleiters Spediteur Hans Plank arbeitet, neben den Lastkraftwagen und Schleppern ein besonderes Kriegsgefangenen-Arbeitskommando zur Verfügung, das zur Entladung der Güterwagen stets in kürzester Zeit eingesetzt werden kann. Die verkürzten Ladezeiten für die Güterwagen machen es notwendig, die täglich jeweils bis 8 Uhr morgens zur Entladung bereitstehenden Güterwagen bi$ spätestens um 14 Uhr von dem Dersandgut frei zu machen und die bis 16 Uhr zur Entladung bereit­gestellten Wagen bis spätestens 22 Uhr geleert der Reichsbahn wieder zur Verfügung zu stellen. Da die Arbeitskräfte der Empfänger in den meisten Fällen zur Einhaltung der kurzen Entladefristen nicht aus­reichen, muß das Kriegsgefangenen-Arbeitskom- mando der Fahrbereitschaft täglich mit eingesetzt werden. Dadurch ist es bisher immer möglich ge­worden, die Güterwagen in kürzester Zeit frei zu machen und die Transportbereitschaft dec Bahn erheblich zu steigern.

Die Lastkraftwagen der Fahrbereitschaft dienen zur Beförderung von Güttzrn aller Art, insbeson­dere von Lebensmitteltransporten und kriegswirt- schaftlich wichtigen Sendungen namentlich für die Versorgungsbetriebe, wie z. B. Gaswerk, Elektrizi­tätswerk, Schlachthof, ferner zum Transport von Sendungen für die Wehrmacht, darüber hinaus, je nach Möglichkeit, von Gütern für Private, z. B. durch Mitnahme von Umzugsgut oder dergleichen als Gelegenheitsfuhren; für Transporte der letzt­genannten Art können aber nicht Sonderfahrten gemacht, sondern sie können nur befördert werden, wenn diese Fahrt mit einer lebenswichtigen Trans­portleistung im Dienste der öffentlichen Aufgaben ver­bunden werden kann. Wie stark die Lastkraftwagen und Schlepper der Fahrbereitschaft benutzt werden, geht schon daraus hervor, daß täglich, auch an Sonn­tagen, allein im Bereiche der Fahrbereitschaft Gie­ßen 400 bis 500 Tonnen, also 8000 bis 10 000 Zent­ner Dersandgut befördert werden. Diese Gütermenge macht, nur 400 Tonnen täglich gerechnet, eine Jahrestransportleistung von 146 000 Tonnen gleich 2 920 000 Zentner aus. Jeder Lastkraftwagen der Fahrbereitschaft legt im Gießener Stadtbereich täg­lich eine Entfernung von rund 30 Kilometern zu­rück, das sind jährlich pro Wagen- rund 11000 Kilo­

meter. Die nach auswärts fahrenden Lastautos haben eine tägliche Durchfchnittsentfernung von 150 Kilometern aufzuweifen, das sind jährlich rund 55 000 Kilometer. Wohlgemerkt, immer nur e i n Lastkraftwagen leistet diese außerordentliche Be­förderungsarbeit. Neben den Transporten in der Stadt Gießen hat die hiesige Fahrbereitschaft noch die Lebensmittel- und Gütertransporte soweit dafür die Reichsbahn nicht in Anspruch genommen werden kann in den Kreisen Gießen und Bü­dingen, im Vogelsberg, nach Alsfeld und Lauter­bach, nach Butzbach, Bad-Nauheim, Wetzlar und Dillkreis auszuführen. Fernfahrten über 50 Kilo­meter hinaus, die noch vor zwei Jahren bei vor­heriger Genehmigung durchgeführt wurden, kom­men jetzt so gut wie gar nicht mehr vor, da die Reichsbahn ihren Gütertransportdienst selbst unter den erschwerten Bedingungen der Kriegszeit so weit entwickelt Hat, daß sie auch' diesen Dienst in vollem Umfange erfüllen kann und infolgedessen der Ein­satz der Fahrbereitschaftswagen für Ferntransporte nicht mehr erforderlich ift.*

Die Fahrbereitschaft sieht es als eine ihrer we­sentlichsten Verpflichtungen an, ihre Betriebsmittel so weit wie nur irgend möglich in den Dienst der Volksgemeinschaft zu stellen. Daher wird bei allem Vorrang der Lebensmittel- und Versor- gungsgüter-Transporte für die öffentliche Hand, für die Wehrmacht ufw. den Wünschen von pri­vater Seite zur Beförderung von Gütern nach besten Krgsten entsprochen. Allerdings kann dies nur im Rahmen sog. Gelegenheitsfahrten geschehen, d. h. private Gütertransporte kommen vor allem für Leer-Rückfahrten der Lastkraftwagen zu ihren Standorten oder, je nach den Möglichkeiten, als Zuladungsgut zu lebenswichtigen Transporten nach außerhalb in Betracht. Derartige private Wünsche sind frühzeitig bei der Fahrbereitschaft anzumelden, damit sie beizeiten in den Verkehrsplan der Last­kraftwagen eingeordnet werden können. Dieser Plan ist nämlich nach festen Gesichtspunkten, wenn auch völlig frei von bürokratischer Handhabung des Be­triebs, in wirtschaftlicher Weise durchzuführen, da­mit die Einrichtung jederzeit schlagkräftig und wendig bleiben kann. Und noch eines: die Be­völkerung sei bemüht, den Dienst der Fahrbereit­schaftswagen dadurch zu fördern, daß sie alles zur raschen Ent- oder Beladung der Fahrzeuge, ins­besondere zur Annahme der Güter auch an Sonn­tagen, tut.

Die verflossenen zwei Jahre der Arbeit der Fahr­bereitschaft haben den großen Nutzen dieser Ein­richtung für die Heimat überzeugend zutagetreten lassen. Daß der Gütertransportdienst auf dem Lande abseits der Bahnen und in der Stadt allent­halben reibungslos funktioniert, ist der starken För­derung der Fahrbereitschaft durch den Landrat und im Bereiche der Stadt Gießen durch die Stadtver­waltung sowie der ausgezeichneten Zusammenarbeit der behördlichen Dienststellen mit der Fahrbereit­schaftsleitung zu verdanken. Ebenso verdienstvoll und anerkennenswert ist der allezeit tatfrohe Einsatz der auf den Wagen der Fahrbereitschaft tätigen Männer, die werktags wie sonntags uner­müdlich auf dem Posten sind und bei Wind und Wetter, bei Tag und Nacht ihren Dienst tun, um durch schnelle und sichere Beförderung der Trans­portgüter allen Volksgenossen zu dienen. Die Fahr­bereitschaft kann mit Befriedigung auf die beiden ersten Jahre ihrer Arbeit zurückblicken. B.

Vom ObuS-Betrieb.

Im Verkehrsdienst unserer Obus-Linien ist setzt für die verschiedenen Strecken eine Neueinteilung der Wagen durchgeführt worden., Danach wird die Linie 1 BahnhofFliegerhorstmit drei Wagen befahren; auf der Linie 2 BahnhofGraudenzer Straße dienen zwei Wagen den Verkehrsansprüchen; für den Dienst auf der Linie 3 SchubertstraßeÄer- dun-Kaferne sind 2 Wagen eingesetzt; die Linie 4 Klein-LindenSelterstor wird in Verbindung mit der Linie 5 Stadtring um die Anlagen befahren, wodurch diese Linie die Bezeichnung 4/5 erhält^ weil sie diese zwei Linien bedient; die Linie 5 Stadt- rinaum die Anlagen wird mit einem Wagen im 10-Minutenverkehr in entgegengesetzter Fahrtrich­tung zur Linie 4/5 befahren, wodurch im Obusbetrieb um die Anlagen alle 10 Minuten Fahrgelegenheit in einer der beiden Richtungen gegeben ist.- Die Wagen der Linie 4/5 verkehren also praktisch von Klein-Linden zum Selterstor, dann weiter als Stadtring um die Anlagen wieder zum Selterstor und von dort nach Klein-Linden. Einsatzwagen für die Verkehrsspitzen vom Fliegerhorst werden regel­mäßig gefahren und im übrigen nach den Erforder­nissen in Dienst gestellt.

Gießen-Klein-Linden.

Der Geflügelzüchterverein Klein-Linden 1931 hielt am Donnerstagabend im GasthausZur deut­schen Eiche" eine Mitgliederversammlung ab,. die sich mit der Beschickung der Geflügelausstellung für Heuchelheim und Umgegend befaßte. Don den Mit­gliedern des Vereins werden etwa 25 Tiere zur Ausstellung gebracht. Es wurde u. a. noch be­schlossen, dem Heuchelheimer Verein einen Ehren­preis zu stiften.

0i6 Auszahlung der Ausbildungsbeihilfe.

Die Äusbildungsbeihilfe des Reichs an Kinderreiche und Gleichgestellte wird im allgemeinen in vier Teilbeträgen je Schuljahr ausgezahlt. Oft wird diese Ausbildungsbeihilfe nur als Beihilfe für Fahrtkosten und Lernmittelkosten erforderlich, so daß der Jahres- betrag in diesen Fällen verhältnismäßig klein ist. Der Reichsfinanzminister hat daher angeordnet, daß die Ausbildungsbeihilfe je Schuljahr in einem Be­trage auszuzahlen ist, wenn sie für das ganze Jahr nicht mehr als 60 RM. beträgt.

Derdunkelungszeit:

14. November von 17.31 dis 7.13 Uhr.

15. November von 17.30 bis 7.14 Uhr.

* Vom Theater der Universitäts­stadt Gießen wird mitgeteilt: In der Urauffüh­rung von Gerhart Hauptmanns dramatischem Idyll Kaiser Maxens Brautfahrt" spielt die Rolle der Emmerenz Hella Henzky, ihre Tochter Anna spielt Iosefine Lenzen, den jungen Kaiser Max C. B. Schmidt. Dis Inszenierung hat W, M. Munh, das

Bühnenbild schuf Karl Löffler. Mit dieser 4. Mor­genveranstaltung eröffnet das Theater seine Ver­anstaltungen zur Gerhart-Hauptmann-Ehrung.

** Das nächste Orchesterkonzert am Donnerstag, 19. November, im Stadttheater unter Leitung von Professor Dr. Ternesvary bewegt sich auf klassisch-romantischem Boden (Händel, Mo­zart, Weber, Schumann). E^ wird so schreibt man uns eingeleitet mit dem schönen Concerto grosso in F-dur von Händel und beschlossen mit der v-moll-Symphonie von Robert Schumann (1841), einer der schönsten der vier Symphonien des Mei­sters, die immer wieder auf den Programmen gro­ßer Orchester, auch der Philharmonie, erscheint. Als Solisten begrüßen wir wieder Heinz Schröter aus Frankfurt, der schon zweimal als vortrefflicher Pianist sich hier vorstellen durfte, zuletzt in der Chor-Fantasie von Beethoven. Er wird das so selten gespielte Konzert-Rondo von Mozart und das ewig­junge, in derFreischütz"-Zeit (1821) komponierte F-moIl-Klavierkonzert von Carl Mgria von Weber zu Gehör bringen, das seit sehr vielen Jahren hier nicht mehr aufgeführt worden ist. Sicherlich wird dieses schöne Programm viele Musikfreunde anlocken.

** Silberne Hochzeit. Der Universitäts- Reillehrer und Sturmführer in der NS.-Reiterstan- barte 147 Oberheffen Ludwig Schömbs ünb Frau Käthe, geb. Kautz, Am Brandplatz wohnhaft, können am kommenden Montag, 16. November, ihre silberne Hochzeit begehen. Der Jubilar, der sich in Stadt und Land großer Beliebtheit erfreut und weithin bekannt ist, hat bereits den ersten Weltkrieg mit­gemacht und steht jetzt wiederum im Felde, wo er als Rittmeister ifn Norden kämpft. Dem Jubelpaar bringen auch wir unseren herzlichen Glückwunsch dar.

**81Jahrealt. Der Oberpostschaffner Konrad Lehr, Wilhelmstraße 51, kann am Montag, 16. No­vember, feinen 81. Geburtstag begehen. Jahrzehnte­lang bei der alten Gießener Stadtpost tätig, ist der Jubflar in weiten Kreisen der Bevölkerung bekannt. Der alte Herr erfreut sich bester körperlicher und geistiger Frische. Dem Jubilar gilt unser herlicher Glückwunsch.

♦♦ Vortrag über Holzgasgenera­toren. Wie die NSKK.-Motorstandarte 147 uns mitteilt, findet am heutigen Samstag von 18 bis 19 Uhr im NSKK.-Heim die Vorführung eines Films über Holzgasgeneratoren statt. Dazu werden alle Interessenten und Kraftfahrer erwartet.

* Die Sonntags-Vorträge von Pro­fessor Dr. Bürker beginnen am morgigen Sonntag wieder. In einer Vortragsreihe über Phy­siologie spricht der geschätze Gelehrte morgen im Physiologischen Institut, Friedrichstraße 24, über das Thema:Warum der Flieger in große Höhen Sauerstoff mitnehmen muß".

* Kostspielige Neugierde. Ein Mann aus Gießen konnte es sich im Mai nicht verkneifen, einen Brief, der nicht an ihn gerichtet war, unbe­fugt zu öffnen. Dafür erhielt er wegen Verletzung des Briefgeheimnisses einen Strafbefehl über drei Monats Gefängnis. Diese Strajs eMie» ihm iik

14./15. November 1942

hoch, so daß er Einspruch beim Amtsgericht Gießen einlegte. Hier konnte ihm zugute gehalten werden, daß er an dem Tage, da er seine Neugierde nicht zügeln konnte, stark unter Alkoholeinfluß stand. Das Gericht erblickte darin einen Milderungsgrund und ermäßigte die Strafe auf 130 RM. Geldstrafe, er­satzweise 20 Tage Gefängnis.

** EineKaninchenausstellung wird am heutigen Samstagnachmittag imBurghof" eröffnet

Bezirkssparkaffe Grimberg.

'+ Grünberg, 13. Nov. Im Hotel Hirsch sand die diesjährige Mitgliederversammlung der Bezirks­sparkasse Grünberg statt. Der Vorsitzende des Ver­waltungsrats, Bürgermeister König, begrüßte neben ben Mitgliedern des Verwaltungsrats und den Gemeindevertretern insbesondere den Vertreter der Aufsichtsbehörde, Landrat Dr. Lotz.

Aus dem von Direktor Diehl erstatteten Ge­schäftsbericht ging hervor, daß die außergewöhnliche Aufwärtsentwicklung des Vorjahres durch die Er­gebnisse des Jahres 1941 noch weit übertroffen wurde. Gesamtumsatz, Bilanzsumme und Zahl der Buchungsposten haben sich weiter beträchtlich er­höht. Besonders stark war der Zuwachs bei den Spareinlagen, der mit 1 442 325 RM. das vorjährige Ergebnis um 38 v. H. überstieg. Die Zahl der neu ausgestellten Sparkassenbücher steigerte sich erheb­lich. Am Jahresende bestanden 6886 Sparkassen­bücher mit insgesamt 6 532 291 RM. Einlagen. Die

Heute beginnt unser neuer Vornan

Oer große Irrtum

von Meta Brix.

Giroeinlagen sind mit 666 537 RM. um 182 817 RM, höher als im Vorjahr. An Gesamteinlagen ver­waltete die Sparkasse Ende 1941 ,7198 828 RM. Daß der Einlagenzugang im Jahr 1942 noch schneller ansteigt, zeigte ein kurzer Ueberblick über den derzeitigen Stand. Bereits jetzt'übersteigt der Zuwachs das Jahresergebnis von 1941 beträchtlich. Die Gesamteinlagen der Bezirkssparkasse betrugen am 30. Oktober 1942 rund 9 Millionen RM. Im Darlehensverkehr waren mangels Nachfrage die Neuausleihungen mir gering.

Landrat Dr. Lotz sprach seine Anerkennung für das günstige Ergebnis aus. Der starke Zugang an Spareinlagen sei bei allen deutschen Sparkassen fest­zustellen; er freue sich aber, daß die Einwohner des Grünberger Bezirks ihren Sparfinn so bekundet hätten. Der Landrat schloß seine Ausführungen mit dem Dank an die Mitglieder des Verwaltungsrats, sowie an die Beamten und Angestellten der Be­zirkssparkasse.

Die Ergänzungswahl zum Verwaltungsrat er­gab die Neuwahl von Beigeordneten Fabrikant Karl Schlörb in Lauter und Bürgermeister Hugo Horst in Queckborn. Bürgermeister König brachte den Dank der Sparkasse für die beiden ausgeschie­denen Verwaltungsratsmitglieder Bürgermeister Erb, Atzenhain, und Altbürgermeister Erb, Flen­sungen, die sich immer für die Interessen der Kasse eingesetzt hätten, zum Ausdruck. Nach einer Aus­sprache über verschiedene Sparkassenfragen wurde die Sitzung geschlossen.

Landesökonomierat Bartmann -Lüdicke 90 Jahre.

NSG. Ein Vorkämpfer der Landwirtschaft unseres Gaugebietes, Landesökonomierat Christian Bart» mann-Lüdicke, feiert am 15. November in Bad Homburg feinen 9 0. Geburtstag. Sowohl als praktischer Landwirt wie auch als Organisator seines Berufes hat er bahnbrechende Arbeit geleistet. Die von ihm jahrzehntelang bewirtschaftete Pachtung der Riederhöfe entwickelte er zu einem von Berufs- genoffen viel besuchten Musterbetrieb, von dem wert­vollste Anregungen ausgingen. Im öffentlichen Leben trat Landesökonomierat Bartmann-Lüdicke vor allem als Vorsitzender der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden hervor. Auch als Prä­sident des Vereins nassauischer Land- und Forst­wirte hat er sich bleibende Verdienste erworben^ Seine besondere Fürsorge galt außerdem dem hei­mischen Wein-, Garten, und Obstbau.

G. A -Sport.

Gießener Fußball.

Doppelveranstaltung auf dem Daldsportplah.

Die für den morgigen Sonntag angesetzten KM.« Spiele

Luftwaffe Wölfersheim

VfB.-R. 1900 finden als Doppelveranstaltung auf dem Waldsport« platz statt.

Im Spiel Luftwaffe Wolfersheim wird keine Ueberraschung zu erwarten fein. Die Soldaten haben in den beiden Spielen gegen 1900 und VfB.-R. ihre Form bereits unter Beweis gestellt, so daß Wolfers­heim um eine Niederlage nicht herumkommen dürfte.

Das Hauptinteresse wird sich daher auf das er­neute Zusammentreffen der beiden Lokalgegner kon­zentrieren, zumal der Ausgang des Spieles für dis weitere Entwicklung in den Meisterschaftsspielen ausschlaggebend ist. Ein Sieg ist für jeden der An­schluß an die Spitzengruppe, während eine Nieder­lage den Verbleib im Hintertreffen bedeutet. Die Mannschaftsaufitellungen sind nicht genau bekannt, die heutigen Verhältnisse lassen dies ja auch nicht mehr in dem Maße zu, wie in früheren Zeiten. Das eine wird jedoch der Fall fein, daß man auf beiden Seiten bemüht fein wird, die denkbar stärkste Vertretung auf die Beine zu bringen.

Handball der HZ.

Lang-Göns Mtv. Gießen II.

Bei Lang-Göns will es immer noch nicht klappen, da die Lücken noch nicht vollwertig ersetzt sind. Obwohl die 2. Mannschaft der Gießener nur ein Spiel gewinnen konnte, darf Lang-Göns das Tref­fen nicht zu leicht nehmen, da die Gäste am vorigen Sonntag gegen Grüningen nur eine knappe Nieder­lage einsteckey mußten.

DI.-kttasse.

Mtv. Gießen I Klein-Linden.

Zwei gleichstarke Mannschaften stehen im Kampf um die Punkte. Vielleicht gibt der Platzvorteil ein Plus für Gießen.

Mtv. Gießen II Watzenborn.

Hier steuern die Gießener sicher auf die Tabellen­führung hin. Bei aller Anstrengung der Gäste wev den sie doch den Sieg den Mtv.ern überlassen müfleifc

(Lumdchj HolzhLirL