LMreicher Lleberraschungsangriff einer motorisierten Infanterie-Division an der Ostfront.
Oer Wehrmachtbericht.
DNB. Aus dem Führerhauplquarller, 13. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Auf der Halbinsel Bertsch griff der Feind nach den schweren Verlusten des Vortages nur an einzelnen Stellen mit schwächeren Kräften an. Alle Angriffe wurden abgewiesen.
An der übrigen Ostfront wurden vereinzelte Angriffe stärkerer feindlicher Kräfte abgewehrt.
Bei einem von Truppen einer deutschen motorisierten Infanteriedivision durchgeführten überraschenden Angriff verlor der Feind 65 0 Gefangene, 1 000 Tote. 3 Panzerkampfwagen und 40 Maschinengewehre.
3m mittleren Abschnitt der Ostfront unterstützten Kampf- und 3agdfliegerverbände die Operationen des Heeres mit besonderer Wirkung.
In Lappland halte der Gegner in den letzten Tagen bei erfolglosen Aufklärungsvorstätzen hohe blutige Verluste.
Kampfflugzeuge griffen die hafenanlagcn von Murmansk mit guter Wirkung an.
In Nordafrika beiderseitige Artillerie- und Spähtrupptätlgkeit. Britische Kraftfahrzeugansammlungen wurden erfolgreich bombardiert.
Die bei Tag und Nacht fortgesetzten Angriffe auf militärische Anlagen und Flugplätze der Insel Malta verursachten erneute Zerstörungen in den Zielen.
Deutsche Jäger und Flakartillerie schossen bei Tage am Kanal im norddeutschen Küstengebiet und vor der norwegischen Küste 1 5 feindliche Flug- zeuge ab.
Britische Bomber griffen in der letzten Nacht Westdeutschland an. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Tölen und Verletzten. Flakartillerie und Nachtjäger schossen neun der angreifenden Flugzeuge ab.
Major Haase. Kommandeur eines Pionierbataillons. hat sich mit einer ihm unterstellten Kampfgruppe in wochenlanger erfolgreicher Verteidigung eines hart umkämpften Stützpunktes besonders ausgezeichnet.
Ein im Westen eingesetztes Jagdgeschwader errang am gestrigen Tage den 1000. Luftsieg.
seine Versprechungen ein. die es im ersten Welt- kriea den Indern gemocht hatte. Weniger bekannt ist schon, daß bei Den jetzigen Verhandlungen die Inder zwar den englischen Oberbefehl über die Truppen annahmen, aber das Verteidigungsministerium forderten. Die Engländer lehnten dieses Verlangen sowohl für den Augenblick als auch für die Nachkriegszeit ab! Das belehrte die Inder, daß England die wichtigsten staatlichen Gewalten sich selber vorbehielt. In diesem Zusammenhang ist in Erinnerung zu rufen, daß in der indischen Armee die Spezialwaffen von Engländern bedient werden, daß die indischen Offiziere vam Besuch ^>er Militärakademien ausgeschlossen sind und daß sie es deshalb höchstens bis zum Rang eines Obersten bringen können. ylod) unbekannter ist, daß die Engländer vor erst zwei Monaten die Prügelstrafe wieder einführten und die Anwendung der Todesstrafe wesentlich erweiterten. Bei dem Abtransport der englischen Untertanen aus Malaien, Singapur und Bunnq. sowie aus Niederländisch-Indien wurden die dort ansässigen Inder schnöde zurückgelassen, was besonders böses Blut gemacht hat. Durch die Abschneidung von den Reisländern Burma und Thailand ist die Versorgungslage Indiens unmittelbar gefährdet: die Lebensmittelrationierung mußte eingeführt werden, mvd eine Verspätung der Rebenperiode kann zu einer der berüchtigten Hungersnöte führen.
Entscheidend aber ist, daß die Engländer in Indien „moralisch erledigt" sind. Wie sollten sie auch nicht? Ihre Versprechungen haben sie gebrochen. Und als Inhaber der militärischen Macht sind sie durch die japanischen Siege vor den Toren Indiens und auf den indischen Gewässern erbärmlich bloßgestellt. Dazu kommt aber ein neues Moment: die indische Jugend durchschaut das englische Lügengewebe, ist aktivistisch und will sich regen und bewegen ... aus eigenem Recht. Die meistgelesene illustrierte Wochenschrift Argentiniens, die „Ahora", sagte dieser Tage, daß die Worte von Subhas Chandra Bose, dem Führer der indischen Jugend, starken Widerhall gefunden hätten, obwohl sie nicht mit der traditionellen Geisteshaltung der Hindus, die pazifistisch sei, zu vereinbaren seien.
Dr. Ho.
OieLage derLlGA-Gchiffahrt.
Monatsversenkungen
größer als Jahresproduktion der Werften.
San S e b a st i a n , 14. April. (DNB. Funkspr.) In schroffem Gegensatz zu den Riesenziffern, die von USA.-Politikern .auf dem Rüstungsgebiet immer wieder genannt werden, stehen die nüchternen Ziffern des American Bureau of Shipping. Aus seiner letzten Veröffentlichung geht hervor, daß die nordamerikanischen Werften zwar gigantische Aufträge für den Schiffbau erhalten haben, daß aber die Durchführung dieser Pläne nur zu einem verschwindend kleinen Teil erfolgt ist. Die nordamerikanischen Werften bauten 1941 insgesamt 664 000 BRT., während 1940 540 000 BRT. gebaut wurden. Die Steigerung ist also gering. Die deutschen U-Boote versenkten in einem Monat mehr Schiffsraum, als die Vereinigten Staaten im Jahre 1941 Herstellen konnten.
Besonders gefährlich ist die Lage auf dem Gebiete der L a n k s ch i f f a h r t. Die Industrie der Ostküste braucht täglich rund 1,6 Millionen Fatz Erdöl (1 Fatz Rohöl = rund 140 Kilogramm). Dieser Bedarf dürfte durch die Ausweitung der Rüstungsindustrie noch gesteigert worden sein. In steigendem Maße ist die Ostküste durch den Ausfall der torpedierten Tanker auf Rohrleitungen, Kähne, Eisenbahntransporte und auf eine Rationierung des Oelverbrauches angewiesen. Praktisch kommt als Ersatz für Tankschiffe nur der Eisenbahntransport in Frage, da der Bau neuer Oelleitungen sich noch im Stadium der Planung befindet. Das nordamerikanische Eisenbahnnetz ist aber einer derartig großen neuen Beanspruchung nur unzulänglich gewachsen. Es fehlt vor allem an -genügend Tankwagen. Die jetzt zur Verfügung stehenden Tankwagen können täglich nur rund 260 000 Fatz liefern. Dazu treten die wachsenden Schwierigkeiten mit den Schiffsbesatzungen, die sich weigern, auf den Tankschiffen anzuheuern, und oft mit Gewalt gezwungen werden müssen.
Attentate ägyptischer Nationalisten.
.Rom, 13.April. (DNB.) Aegyptische Nationalisten haben in Kairo am Samstag zu gleicher Zeit vier Attentate verübt. Eine Gruppe Nationalisten drang in das Haus von.Premierminister Nahas Pascha ein, nachdem sie zwei englische Wachsoldaten, die das Haus bewachten, getötet hatten. Der Premierminister war abwesend. Die Gattin des Premierministers wurde mit Stricken an chr Bett gefesselt. Das zweite Attentat wurde auf den englandhörigen ägyptischen Außenminister Ma kram Ebaid Pascha verübt, der durch einen Schuh an der Schulter verwundet wurde. Eine dritte
Gruppe versuchte in das schwer bewachte Haus des britischen Botschafters Miles Lampson einzudringen, wurde aber an ihrem Vorhaben von englischen Soldaten gehindert. Drei englische Soldaten wurden getötet, zehn der Angreifer schwer verletzt. Eine vierte Gruppe von Aegyptern drang in das Haus ein, das General W a v e l l als Wohnsitz zu- gewiesen ist. Wavell befindet sich in Indien. Nur seine Frau befand sich im Hause. Sie wurde ans Bett gefesselt, ihr jedoch kein haar gekrümmt.
Als Aufklärungsflieger 19mol Sieger im Lustkampf. •
Berkin, 13. April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberfeldwebel Kroll, der sich als Flugzeugführer und Beobachter einer Aufklärungsstaffel im Kampf gegen Frankreich, England und die Sowjetunion in besonderem Maße ausgezeichnet hat und den einzigartigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen kann, als Aufklärungsflieger 19 mal Sieger im Lustkampf geblieben zu fein. In zahlreichen Flügen hat er wichtige Augen« und Bilderkundungen gemacht.
Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Berlin, 13. April. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz an: Oberstleutnant Manitius, Kommandeur eines Infanterieregiments, und Major Ma oder, Bataillons-Kommandeur in einem Infanterieregiment. Oberstleutnant Manitius hat als Führer der Kampfgruppen einer größeren Stadt südlich des Ilmensees Anteil an der Abwehr starker bolschewistischer Massenangriffe. Als es dem Feinh vorübergehend gelungen war, in den Nordostteil dieser Stadt einzudringen, warf er die Bolschewisten im Gegenangriff wieder zurück. — Major M a e d e r führte ein Bataillon, das den Auftrag hatte, die Uebergänge über einen Flußabfchnitt südlich von Charkow in Besitz zu nehmen und einen Brückenkopf zu bilden. Major Maeder wehrte einen'plötzlichen Angriff ab, jagte die Bolschewisten über eine zerstörte Eisenbahnbrücke, durchbrach die feindliche Abwehrfront und warf in schweren Häuserkämpfen die Bolschewisten über den Fluß.
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Der Eichenlaubträger Oberst Sche idies ist im Kampf gegen die Sowjets gefallen. Im Memelgebiet als Sohn eines Landwirtes geboren, geht er schon als Junge auf eine Unteroffiziersschule und bewährt sich als Zug- und Kompanieführer bei seinem Füsilierregiment 39. Nach dem Kriege bleibt er in der Reichswehr und tritt 1928 als Hauptmann zur Polizei über. 1935 wird er als Major übernommen. Als Kommandeur fiegi, er nach dem" Druchbruch durch die Maginotlinie. Eine schwere Verwundung zwingt ihn, die Truppe zu verlassen. Der Führer verlieh ihm das Ritterkreuz. Kaum genesen, übernimmt er die Führung eines Regiments. Am 22. Juni 1941 durchbricht er die Grenzstellungen und erzwingt, nur von feinen eigenen schweren Waffen unterstützt, den Uebergang über den Fluß. So ging rs weiter durch die baltischen Länder bis vor Leningrad, hier erzwang er den Durchbruch
durch die Befestigungslinie. Als die BEschewisten, von zahlreichen Panzern unterstützt, die dünnen Linien überrennen und der Kommandeur des vorderen Bataillons fällt, übernimmt der Regimentskommandeur die Führung. Vier schwere Panzer werden vernichtet, die anderen fliehen. Fast 1000 Gefangene kann das Regiment melden. Der Führer zeichnete den hervorragenden Offizier mit dem Eichenlaub aus.
Kleine politische Nachrichten.
Im Mittelmeer versenkte ein italienischer U-Bootjäger ein feindliches U-Boot.
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Mehrere Schweizer Städte hatten in der Nacht zum Montag Fliegeralarm, Offenbar waren es wieder britische Fluazeuge, die sich, unbekümmert um Neutralitätsrücksichten, über dem Schweizer Lande bewegten.
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Ein englisches Flugzeug warf in der Nacht zum Montag drei Bomben kleinen Kalibers in der Gegend von C a n n e s an der französischen Riviera, ab. Sie richteten lediglich Sachschaden an.
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Der argentinische Außenminister Dr. Ruiz Kari- que Guinazu erklärte nach seiner Rückkehr aus Chile, die Neutralitätspolitik Chiles..und Argentiniens bleibe auch weiterhin unverändert.
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In Venedig erklärte auch Norwegen feinen Beitritt zur Union nationaler Iournalistenverbändc. Hauptschriftleiter Arnt Rishovd (Oslo) wies darauf hin, daß der norwegische Journalist von heute ein Vorbild nationaler Gesinnuna sei. Genau wie die Norwegische Legion und die Waffen-^ an der Ostfront mit dem Schwert die Demokratie und den Bolschewismus zerschlagen, werde der norwegische Journalist mit der Feder dazu beitragen, die neue Welt der jungen Völker aufzubauen.
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Auf Einladung des Reichskommissariats traten 100 norwegische Jungen und Mädchen aus Bauernfamilien eine dreimonatige Studienreise nach Deutschland an.
Im Mittelpunkt der Feiern anläßlich des ersten Jahrestages der Befreiung der Untersteiermark stand eine Kundgebung in Marburg, bei der der Chef der Zivilverwaltung, Gauleiter Dr. Uiber- reither, einen Rückblick auf die Aufbauarbeiten gab.
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Der Reicksführer und Chef der Deutschen Polizei hat den Leiter des Staatskrankenhaufes der Polizei, Generalarzt der Polizei Dr. Wenzel, unter gleichzeitiger Berufung als Amtschef in das Hauptamt Ordnungspolizei als Generalinspekteur für das Sanitätswtzfen der Polizei eingesetzt.
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Auf einem Empfang, den die Stadt Wien für das Amsterdamer Concertgebouw-Orchefter im Anschluß an dessen Wiener Gastkonzert gab, wurde dem Dirigenten WMem Mengelberg die silberne Nicolai-Medaille der Wiener Philharmoniker überreicht.
Bankrott der Goldpolitik.
Der amerikanische Rüstungsminister Donald M. Nelson kündigte dieser Tage an, daß die USA. ihre ungeheuren Silbervorräte produktiv verwenden wollen. Schon das ist eine witzige Angelegen« beit: Die USA. haben in unerhörtem Maße Silber gehortet. Silber ist billig' geworden. Sie haben den Preis getrieben. Einmal weil die Silberindustrie Roosevelts Wahlen finanzierte, dann um für die Silberländer wie Mexiko, Indien oder China die Vereinigten Staaten als das gelobte Land des hohen Silberp'reifes erscheinen zu lassen. Aber was mit dem Silber machen? Es soll jetzt statt Zinn für Lötungen, statt Kupfer bei elektrischen Maschinen und statt Chrom bei Legierungen verwandt werden. Wir find nicht genug Metallarbeiter, um diese glorreiche Verwendung von Silber als „Ersatz"-Metall fachmännisch würdigen zu können, haben aber den dunklen Verdacht, daß Silberlötungen ein teueres Vergnügen find, auch wenn der Silberpreis — gemessen am Preis von Gold! — erheblich gesunken ist.
Aber das Schönste kommt noch. Der „Philadelphia Record", der — wie der Name sagt — in der Zwei-Millionen-Stadt Philadelphia erscheint, wo der Lokomotiven-, Waggon- und Schiffsbau regiert, bricht in die geflügelten Worte aus: „Es wäre schön, wenn wir auch eine Verwendung finden könnten für unsere Milliarden gehorteten Goldes und so die Verzinnung von Konserven für Apfelmus und Lachs ersetzen würden." Die vergoldete Konservendose ist eine herrliche Vorstellung, hinter der Groteske liegt ein echter Sinn. Eine der vielen Wirtschaftsabordnungen der USA., die Südafrika bereist, hat vorgeschlagen, die Goldgewinnung einzustellen und die Belegschaften und Maschinen für die Chromförderung einzusetzen. Das liegt ganz auf derselben Linie. Der Unterschied ist nur der, daß die USA.-Wirtschaftsabordnung fachlich berichtet und der „Philadelphia Record" einen grimmigen Witz macht: Gemeint ist dasselbe: ein Bankrott der Goldpolitik und ein Verdammungsurteil über die Gold- und Silberhortung Roosevelts.
Die Sinnlosigkeit des bisherigen Zustandes ging schon daraus hervor, daß die angeblich für die Währungsdeckung benötigte Goldmenge unfruchtbar in Fort Knox vergraben liegt, während das ebenfalls als Währungsdeckung vorgesehene Silber in den Kellern der Federal Reserve Banken untergebracht ist. Die Pankees, im Besitz von über 85 v. h. alles Währungsgoldes der Welt, dazu von Silbervorräten, die aus eigenen und mexikanischen Bergwerken nutzlos in die Hortung fließen, scheinen also jetzt zu der Auffassung sich bekehren zu wollen, die zugespitzt der französische Schriftsteller L4zay de Marnezia mit den Worten ausdrückte: „Die goldene Zeit mqr die, als noch das Gold nicht herrschte." Roosevelt und fein Judenklüngel hatten, im Wahn befangen, für Gold und Silber könne man alles, auch Nationen und ihre Reichtümer, den Sieg und die Beherrschung der Welt kaufen, diese Schätze angesammelt und müssen nun erkennen, daß sie zu nichts nutz sind, außer zur Verlötung. Kann man sich ein kläglicheres Scheitern aller jüdischen Hoffnungen denken, als diese Erkenntnis?
Roosevelt hatte seinerzeit, um den mexikanischen und den USA.-Silbergrubenbesitzern einen Gefallen zu tun, fein Parlament bewogen, das Silber zu. einem erhöhten Preise aufzukaufen, und war damit gewissermaßen in die Bahnen der Bimetallisten zurückgekehrt, obwohl das Silber auf den Weltmärkten eine immer stärkere Entwertung erlebte. Er glaubte wohl damit vor allem China beherrschen zu können, das Silberwährung hatte. Aber auch diese Rechnung erwies sich als Fehlspekulation. Die ständige Entwertung nötigte sogar den Marschall Tschiangkaischek, auf die Silberwährung zu verzichten. Roosevelt aber dachte weiter nur in Silber und Gold, das für ihn die Weltbeherr- fchungsmittel schlechthin waren. Kurz vor Kriegsausbruch hatte Roosevelt rund 40 von den 66 Milliarden Dollars des Währungsgoldes an sich gezogen und in Fort Knox vergraben. Im Jahre 1940 war der Prozentsatz des Weltwährungsgoldes im Besitz der USA. bereits auf 76 v. h. gestiegen. Jetzt besitzen die USA. nicht mehr bloß die 80 v. h., mit denen Rooseveltt feinen Krieg im Dezember 1941 begann, sondern sogar schon 85 v. h.! Verwendeten die USA. dieses Gold wirklich zu Währungszwecken, dann würden dort die Preise unheimlich steigen, und diese Goldinflation würde dieselben Erscheinungen und eine vermehrte Arbeit der Notenpresse mit sich bringen wie eine Inflation und die gleichen fürchterlichen Folgen haben.
Ob dic Pankees in Zukunft wirklich ihre Konservenbüchsen und sonstigen Dinge mit Gold oder Silber verlöten ober verzinnen, ist uns völlig gleichgültig. Uns interessiert lediglich die Tatsache, daß die USA.-Kriegsverbrecher bereits nach vier Monaten Krieg die Hoffnung aufgegeben haben, die Dreierpaktmächte allein durch ihre Silber- und Goldvor«
Warnung aus Stendal
Roman von A.Lothar Philipp
4. Fortsetzung. • (Nachdruck verboten.)
„Wo rennt er hin?" Welt hatte ihn mit dieser Frage aus feinen Gedanken gestört. Petersen, der sich gelangweilt nach allen Seiten umgejehen hatte, war plötzlich aufgesprungen und zum Fahrstuhl gelaufen, der eben eine bildhübsche, schwarzhaarige und sehr ausländisch aussebeyde Dame gebracht hatte.
Willis sah auf feine Uhr.
Zehn Uhr fünfundvierzig. Wo blieb Lanos? „Donnerwetter", sagte jetzt Welt und erhob sich.
„Das ist doch Irene Norodna."
Irene Norodna war die ehemalige Partnerin der Willis, die vor drei Jahren mit Joseph Lanos sich von der Truppe entfernt hatte. Sie war nicht nur eine gute Akrobatin, sondern auch eine aute Tänzerin und Stepperin und vor allem Kunstschützin.
Jetzt trat der kleine Petersen mit ihr zum Tisch. Welt schüttelte ihr die Hand und Willis fragte erstaunt:
„Kommst du von Lanos? Schickt er dich?"
• „Bitte nimm doch Platz, Irene", sagte Petersen und rückte ihr einen Stuhl zum Tisch.
„Wieso meint ihr daß ich von Lanos komme?" sagte sie mit ihrer artikulierten Aussprache und schüttelte die langen, schwarzen Locken. Dabei sah sie einen nach dem anderen an, als wollte sie in ihren Gesichtern lesen.
„Nun, weil Lanos um diese Zeit Herkommen wollte", sagte Welt.
Wie?" rief sie, »Lanos wollte Herkommen? hier? Zu euch?"
„Ja, Petersen traf ihn heute im Variete-Cafö, und Lanos erklärte sich bereit, mit uns zu verhau» deln und heute abend auf den Imperial-Dachgarten zu kommen."
Irene Norodna nahm eine Zigarette von Willis
an. Sie hatte lange, schmale Hände und eine bräunliche haut. Ihre Lippen waren stark gefärbt.
„Ja, wollt ihr denn Lanos wieder aufnehmen?" fragte sie.
„Nein."
,^hm. Möchtet ihr denn die Truppe vergrößern?" fragte sie weiter.
„Warum fragst du?"
„Ich bin vielleicht nicht abgeneigt, wieder zu euch zu kommen", sagte sie und zeigte ihre weißen Zähne, dann machte sie große Augen und fragte Willis:
„Möchtet ihr mich denn wieder haben?"
„Ich denke, du bist bei Lanos?" fragte Petersen, „hast du ihm den Laufpaß gegeben?"
Sie gab darauf keine Antwort.
„Was soll ich dir bestellen? Weinbrand, Cobbler oder Kaffee?"
„Nichts", sagte sie, „ich habe keine Zeit und muß glojch wieder fort. Ich besuche euch in den nächsten Tagen in der Kantine im Eispalast. Ich will euch erst einmal ansehen, damit ich beurteilen kann, wie ich mich ein fügen kann."
Sie erhob sich und drückte ihre Zigarette aus.
„Und was ist mit Lanos?" fragte Welt, „kommt er?"
„Woher soll ich das wissen? Was geht mich Lanos an. Wartet ihr denn immer noch auf ihn?"
„Natürlich, er wollte spätestens halb neun Uhr hier fein", sagte Willis.
„Nun, bann laßt euch bie Zeit nicht lang werden", sprach sie langsam und mit Bedeutung. Dann winkte sie ihnen zu und ging langsam, mit wiegenden Schritten, zum Fahrstuhl zurück. —
*
„Joseph Lanos, Kurfürstenstraße 143, soll heute ermordet werden", rief Dr. Kropp, der Schriftfachverständige ins Telephon.
Er hatte eine Stunde lang vergeblich versucht, den Kriminalrat Wenig zu erreichen. Im Büro war nur der alte Krähe noch, der keinesfalls vor neun Uhr abends nach Hause zu gehen pflegte. Zu Hause
war Wenig auch nicht, beim Stammtisch war er' noch nicht eingetroffen, obwohl feine Stammtisch- brüber behaupteten, das Bier fei warm unb das Eisbein kalt geworden, endlich erreichte er ihn in einem russisch-römischen Bad auf der Anhalt- Straße, wo man den Kriminalrat aus feiner Schwitzkur ans Telephon gerufen hatte. Im ersten Augenblick hatte er ins Telephon gerufen, daß er sich den Tod holen könne, und daß der Anrufende das dann seinen Erben gegenüber verantworten müsse.
Statt jeder Rechtfertigung hatte Dr. Kropp die Worte ins Telephon gerufen, die er aus dem geheimnisvollen Brief herausgelefen hatte:
„Joseph Lanos, Kurfürftenstraße 143, soll heute ermordet werden."
„Wer behauptet das?" zischte der Kriminalrat wütend in den Apparat.
„Dr. Kropp!" kam es zurück.
„Wie kommen Sie dazu, eine solche Behauptung aufzustellen?"
„Weil es in dem Briese steht, den Sie mir durch Neubauer schickten, lieber Wenig", rief Dr. Kropp.
„Ihr Wort in Ehren, Dr. Kropp, aber ich glaube Ihnen kein Wort. Daß man das aus diesem Briefe lesen kann, glaube ich nicht. Das ist so eine Behauptung von Ihnen. Ebensogut können Sie sagen, in dem Briefe habe gestanden, daß meine Schwiegermutter gestorben unb mich zum Universalerben eingesetzt hat —"
„Ich denke, Sie sind Junggeselle", lachte Dr. Kropp.
„Ich meine natürlich, meine zukünftige Schwiegermutter. Aber nun Ernst beiseite, wollen Sie mich nicht weiterschwitzen lassen?"
„Nein, lieber Wenig, Sie müssen sich notdürftig abtrocknen, müssen Ihr Eisbein warmstellen lassen, sich anziehen unb sofort zur Kurfürstenstraße gehen. Krähe wartet schon dort, ich habe ihn bereits an» gerufen unb hingeschickt."
„Sagen Sie mal, Herr Dr. Kropp", sagte jetzt wieder der Kriminalrat, „ist das alles wirklich Ihr Ernst?"
„Mein Gott", rief der Sachverständige, „feit zwei Stunden suche ick Sie in aller Welt unb rede mir den Mund fusselig, Die Sache ist ernst. Der Brief wies viele Schreibfehler apf. Wenn man nun alle falsch geschriebenen Stellen aufsucht unb die richtigen Buchstaben hinschreibt, so kommt der Satz zustande,. den ich Ihnen zu Beginn unserer Unterredung mitgeteilt habe."
„Also, wie war das? Joseph Lanos — unb?"
,,Joseph Lanos, Kurfürstenstraße 143, soll heute ermordet werden", erwiderte der Sachverständige.
Dann hörte er einen gräßlichen Fluch, laute Aufschreie, wie: „Mein Hemd! Meine Hosen! Wo ist das Handtuch? Meine Stiefel, schnell!" Und dann war'alles still. Kriminalrat Wenig hatte den Hörer niedergelegt.
2.
Wie Roland, der Riefe, stand Herr Krähe ab 21 Uhr vor dem Hause Kurfürstenstraße 143 und wartete auf seinen Kriminalrat. Er fühlte sich nicht befugt, selbständig Schritte zu unternehmen. Das einzige, was er getan hatte, war, daß er den Portier herausgeklingelt unb ihn nach Herrn Joseph Lanos gefragt hatte. Der Portier, Herr Wilhelm Hanke, hatte gesagt, ja, der wohne da, aber er glaube, er fei vorhin weggegangen. Der Name der Wirtin war Hauckwitz, unb Frau Hauckwitz fei nicht da, sondern befinde sich bei ihrer Schwägerin,' Frau Landau, die in der Bayreuther Straße eine Pension unterhalte.
Damit begnügte sich Krähe. Nun stand er vor dem Hause unb überlegte sich ben Fall.
Wenn er vorhin weggegangen ist, kann er nicht ermorbet worben fein, dachte er, wenigstens nicht in feiner Wohnung. Daß jemand auf der Straße ermordet wird, kommt höchst selten vor, denn das duldet die Polizei nicht, außerdem ist es zu auffällig. Wenn der Sachverständige den Kriminalrat nicht erwischt hat, stehe ich morgen früh noch hier. Bis zehn Uhr werde ich warten, dann hole ich mir Frau Hauckwitz und sehe mir mal bas Zimmer Oben an« (Fortsetzung solM


