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Menkreuzer ter Lrarder-Kkaffe sesvnte«.

Oer Wehrmachtbericht.

DTIB. Aus dem Führerhauptquartier, 13. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Sei den Abwehrkämpfen im Douez.Gebiet wurden stärkere feindliche Kräfte durch Gegenan­griff zerschlagen.

3m nördlichen Abschnitt der Ostfront vernich­teten Verbände des Heeres und der Waffen-^ in mehrtägigen Kämpfen eine von ihren Verbin­dungen abgefchnittene Kräftegruppe des Feindes.

Kampf- und Jagdfliegerverbände griffen Feindstellungen, belegte Ortschaften und Vachschubwege der Sowjets erfolgreich an.

In der Zeit vom 9. bis 12 März verlor der Feind an der Ostfront 55 Panzer.

In den Kämpfen der letzten Woche hat sich die württembergifch-badische 3 5. Infan­terie-Division bei der Abwehr zahlreicher

Angriffe weil überlegener Kräfte des Gegners be­sonders ausgezeichnet.

3a Vordafrika richteten sich erfolgreiche An­griffe gegen einen britischen Flugplatz an der ägyp­tischen Küste sowie gegen Truppenausladungen und Zeltlager im Raum von Tobruk.

Bei Bombenangriffen auf Flugstützpunkte der Insel Malta wurden zahlreiche Treffer zwischen abgestelllen Flugzeugen erzielt.

Der laut gestrigem Wehrmachtbericht durch ein deutsches Unterseeboot im Mittelmeer torpe­dierte britische Kreuzer ist nach näherer Feststellung gesunken. Ls handelt sich um ein Schiff der Leander-Klasse.

Britische Bomber griffen in der Rächt zum 13. März Kiel an. Die Zivilbevölkerung hatte Ver­luste an Toten und Verletzten. Drei der angreifen­den Flugzeuge wurden abgeschossen.

Oberfeldwebel Gildner errang feinen 25. Racht- jagdsieg.

Der Ll-Boot-Lleberfall auf Ganta Lucia.

Wie aus dem Wehrmachtbericht vom 12. März zu entnehmen war, drang ein deutsches Unterseeboot bis in den Jnnenhafen von P o r t C a st r i e s aus der britischen Insel Santa Lucia im Karibischen Meer vor und versenkte dort zwei große Schiffe und ein drittes im Seegebiet vor der Insel. Blick auf Port Castries und einen Teil der Hafenanlagen von Santa Lucia. (PBZ. jSch.j)

aens am 9. November 1914 der KreuzerEmden" bei der Zerstörung der Kabelstation von dem austra­lischen KreuzerSydney" überrascht und von der überlegenen Artillerie des Gegners zusammen­geschossen. So endete hier eine ruhmvolle Kreuzer­fahrt, die weitab aller Stützpunkte dem feindlichen Handel selbst hier im Indischen Ozean schweren Schaden zugcfügt hatte.

Die Japaner, die sich nun vor die gleiche Aufgabe gestellt sehen, durch einen Kreuzerkrieg im Indischen Ozean die feindliche Schiffahrt zu stören und nach Möglichkeit die bereits durch die Besetzung der Sunda-Inseln zerrissene Front der Alliierten auch auf dem Meere zu unterbrechen, um Australien von Westen her ZU isolieren, haben es naturgemäß er­heblich leichter, als ein einzelner deutscher Kreuzer es im ersten Weltkrieg hatte. Ihnen stehen die neu­gewonnenen Stützpunkte auf Malakka und den Sunda-Jnseln zur Verfügung. Trotzdem sind die Riesenentfernungen des Weltmeeres, die die tausend Kilometer zwischen den schon genannten beiden Inselgruppen als nah empfinden lassen, ein beträcht­liches Hemmnis für einen Kreuzerkrieg. Er wird sich wesentlich auf die Ueberwachung der Schiff­fahrtswege konzentrieren, solange nicht der Feind auch hier Geleitzüge zusammenstellt und für sie Schleichwege abseits der bekannten Routen sucht. Das bedeutet freilich einen Aufwand an Begleit- fahrzeugen, den die USA. und England bei ihrem gleichzeitigen Bedarf im Atlantik und auf dem Wege um Afrika herum zur Versorgung der briti­schen Truppen im Nahen Osten kaum so bald wer­den aufbringen können. Zudem bedeutet das Geleit­zugsystem einen ungeheuren Verlust an Zeit, den die Alliierten bei dem raschen Fortjchreiten der ja­vanischen Operationen sowohl in Burma wie gegen Australien nicht ernst genug in Rechnung stellen können. Die Japaner werden also auch bei dem nun begonnenen Kreuzerkrieg 'im Indischen Ozean das Moment der Ueberraschung, das ihnen bisher schon so ausgezeichnete Dienste getan hat, voll aus­nützen können. Unter diesen Umständen werden sich vermutlich sehr bald durch die Einbeziehung des dritten Weltmeeres in das Kriegsgebiet erhebliche Vorteile für die Gesamtkriegführung der Mächte des Dreierpaktes ergeben. Denn wenn bisher der Weg um Afrika herum durch 'das Rote Meer zur Ver­sorgung der Empiretruppen des libyschen Kriegs­schauplatzes und durch den Persischen Golf für die britischen Truppen in Iran noch verhältnismäßig sicher schien, so wird sich das Bild von Grund aus ändern, sobald der japanische Kreuzerkrieg auch auf den östlichen Teil des Indischen Ozeans übergreift. Japan erscheint damit gleichsam im Rücken der Front, die die Alliierten gegen die europäischen Achsenmächte von Süden her auszubauen bestrebt sind.

Näher liegt jedoch vorerst noch die Unter­brechung der Seewege nach Indien sowohl von England wie von den USA. her, die schon eine beträchtliche Zahl von Schiffen auf dieser Route ein­gesetzt haben, um Tschiangkaischek mit Kriegsmate­rial zu versehen. Aber jetzt muß es beiden in erster Linie darum gehen, die Verteidigungskraft Indiens selbst zu stärken, ehe es zu spät ist. Indien, das bislang seinen britischen Unterdrückern ganze Ar­meen stellen mußte, die in Afrika, in Dorderasien oder auf Malakka für die Sache des Empire ein­gesetzt wurden, obwohl das indische Volk gegen die Einbeziehung in dem Krieg überhaupt wie gegen die Verwendung indischer Truppen außerhalb des Landes immer wieder schärfsten Protest erhoben hat Indien, dessen wirtschaftliche Reichtümer das wichtigste Kriegspotential des Empire darstellen und entsprechend rücksichtslos ausgebeutet wurden, Indien selbst ist aufs äußerste bedroht.

England zittert bei dem Gedanken, die Japaner könnten die Schwelle Indiens überschreiten. Riesengroß erhebt sich in Westminster die Sorge, was wird, wenn das indische Volk, zwei Jahrhun­derte maßlos unterdrückt und ausgeplündert, nun der leeren Versprechungen seiner britischen Zwing- Herren überdrüssig, das Gebot der Stunde begreift und sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Man weiß in London sehr wohl noch, welch ungeheuren Eindruck gerade in Indien einst der überraschende Sieg der fapanischen Waffen auf den Schlachtfel­dern der Mandschurei gemacht hat, als zum ersten­mal eine asiatische Großmacht den europäischen Staat niederwarf, den gerade Indien als den be­sonders gefürchteten Gegner Englands kannte. Man weiß auch in London, daß der indische Nationalis­mus schon lange'nach Japan ausschaut, dessen zähe Energie im Kamps um die Befreiung Chinas von den Einflüssen der westlichen Plutokratien auch den Indern gezeigt hat, daß für Ostasien eine neue Zeit anbricht. Trotzdem mußte erst der Augenblick kom­men, wo der Ruf:Die Japaner vor den Toren Indiens?" den Leuten einer beweglicheren Taktik vom Schlage eines Stafford Cripps Oberwasser gab über die sturen Imperialisten, die jedes Lockerlassen der Leinen, an denen, man das indische Volk in Ohnmacht und Unmündigkeit hält, als den Anfang vom Ende der britischen Herrschaft über Indien be­trachten. Gewiß hat auch das in der amerikanischen Oeffentlichkeit seit langem sehr lebhafte Interesse an dem indischen Problem und die sehr deutlich oor- gebrachte Meinung des amerikanischen Verbünde­ten, daß England etwas tun müsse, um in dieser so überaus kritischen Stunde Indien bei der Stange zu halten, dazu beigetragen, daß man sich in Lon­don herbeiließ, wenigstens eine neue Geste zu ma­chen. Wie sie aussehen sollte, darüber ist sich die britische Regierung offenbar erst nach heftigem Tau- ziehen hinter den Kulissen schlüssig geworden. Cripps, der als Freund Stalins im Geruch steht, einem gewissen Radikalismus zu huldigen, ist geeig­net befunden worden, das indische Volk zu bereden, wiederum fein Blut für den britischen Zwirngberrn zu vergießen, um bann ebenso wie im ersten Welt­krieg um fein Selstbestimmungsrecht betrogen zu werden. Dafür bat Cripps von seinem Kollegen Churchill, der gewiß nicht ungern ihn sich so bald schon wieder v">m Halse geschafft hat. das alt­bewährte Rezept mObefommen, mit dem England schon immer aus Indien zwar die größten Kraft- artftrengiingen für die Verteidigung des Empire her» ausgeholt hat, für sich selber aber alle Hintertüren offen läßt, um der Versprechungen ledia zu werden, die man notaebrungen hat machen muffen.

Churchill hat schon angedeutet, daß man auch diesmal wieder von der alten unfairen Praxis des Gegeneinanderausfpielens der im indischen Volke bestehenden Gegensätze alles erhofft "^er religiöse Gegensatz zwischen Moslems und Hindus ist von den Engländern immer wieder ausgenutzt, ja durch Provokationen neu angefocht tnerben, wenn eine Einigung droht? Die inb'frfrn Fürst"n sind von den Briten qehätfcfrft und umschmeichel morgen, um sie zu treuen Vasallen her britischen Krone zu machen und sie von der Freiheitsbewegung des in­dischen Volkes zu trennen, von deren Sieg ihnen der Sturz ihrer autokratischen Herrschaft angedroht wurde. Ja, innerhalb der Kongreßpartei, die den indischen Nationalismus vertritt, hnf man di" ver­schiedenen Färbungen der Gemäßigten und der

Radikalen, die sich nur im Tempo und der Me­thode unterscheiden, womit sie ihr gemeinsames Ziel der Befreiung Indiens erreichen wollen, gegen­einander auszuspielen verstanden, um dann mit der emphatischen Erklärung, daß die Inder sich ja selber nicht darüber einig werden könnten, was sie wollten, sich aller eigenen Verpflichtungen zu ent­ziehen. Mit einer geradezu beispiellosen Virtuosität hat England aus dieser Politik ein System gemacht, das ihm erlaubte, mit einer Handvoll Beamten und einer kaum nennenswerten Zahl englischer Truppen die Herrschaft über ein Volk von säst 350 Millionen zwei Jahrhunderte hindurch aufrecht­zuerhalten. England brüstet sich oft und gern mit den wirtschaftlichen und kulturellen Segnungen, die diese Herrschaft dem indischen Volk gebracht haben soll. Die Gegenrechnung, die indische Nationalisten­führer den Briten aufmachen, sieht erheblich anders aus. Es muß einer späteren Betrachtung vorbe­halten bleiben, dies im einzelnen darzulegen und von den Schwierigkeiten zu sprechen, die das in­dische Problem auf den verschiedenen Ebenen tat­sächlich in sich birgt. Nur soviel sei heute gesagt, daß der Engländer, weit davon entfernt, den In­dern zu helfen, mit diesen der geschichtlichen Ent­wicklung des Landes, feiner Volksdichte, seiner klimatischen Lage entspringenden Schwierigkeiten fertig zu werden, immer nur das getan hat, was der Festigung feiner Herrschaft diente und zweck­mäßig erschien, um die Schätze Indiens sich nutz­bar zu machen.

Churchill, Englands Premierminister, der heute in.der Bedrängnis des Krieges die Inder mit dem Versprechen ködern möchte, daß sie einmal den Dominionstatus erhalten sollen, wenn sie sich wieder wie vor zwanzig Jahren für die Verteidi­gung des britischen Empires schlagen werden, hat erst vor wenigen Jahren mit der ganzen kalten Brutalität des britischen Imperialisten erklärt:Die Idee eines Dominionstatus ober einer voll verant­wortlichen indischen Regierung ist nicht nur eine Phantasterei, sondern auch ein verbrecherischer Un­fug ... Wir haben nicht die Absicht, dieses glän­zendste und kostbarste Kleinod in der Krone unseres Königs, das mehr als alle unsere anderen Domi­nions und Besitzungen den Ruhm und die Stärke des britischen Empire begründet hat, wegzuwer- fen ... Anstatt die Regierung über Indien der dünnen Oligarchie indischer Politiker auszuliefern, sollten wir es ganz klar machen, daß wir für eine sehr lange und unbegrenzte Zeit »entschlossen sind, in allen wesentlichen Dingen die wirklichen Herren in Indien zu bleiben." Das ist die wahre Einstellung Churchills zum indischen Problem. Sie wird dem indischen Volk wieder vor Augen stehen, wenn Churchills Sendbote, Herr Stafford Cripps, nun nach Indien kommt, um Indiens Hilfe für den englischen Krieg mobil zu machen. Subhas Chan­dra Bose, der als Führer der indischen Nationa­listen nicht müde wird, sein Volk zu ermahnen, die Stunde nicht ungenützt verstreichen zu lassen, da sich aus den Trümmern des britischen Empire ein freies und einiges Indien erheben muß, hat in einem neuen Aufruf das von Churchill und Cripps soeben inszenierte Betrugsmanöver scho­nungslos entlarvt und jeden Inder einen Verräter an der Sache der Freiheit seines Volkes geheißen, der heute noch für Englands Sache die Hand rührt. Er hat die Mächte des Dreierpaktes Indiens natür­liche Freunde und Verbündete genannt, und der japanische Ministerpräsident T o j o hat in seiner letzten Rede vor dem Reichstag das indische Volk vor die Entscheidung gestellt, ob es unter der ParoleIndien den Indern" sich gegen seine Pei­niger erheben und in der großasiatischen Wohl- 1 standsfvhäre seinen Platz einnehmen wolle ober in den Sklavenketten der britischen Plutokratie ver­harren. Es wird sich bald zeigen müssen, ob das indische Volk die Gunst der Stunde begreift.

Dr. Fr. W. Lange.

9<>nfrde Nerw^ltuna Ma«aftas.

Tokio, 13. März. (Europapreß.) Der Vizechef der japanischen Militärverwaltung für bas Ma- laya-Gebiet gab Einzelheiten über die Pläne zur Verwaltung des Malaya-Gebietes bekannt. Das System der indirekten Verwaltung der malayischen Halbinsel durch die Malayen-Sultanate wird abge» schafft. An seiner Stelle tritt eine direkte Zentrale und provinziale Verwaltung durch japanische Ver­

waltungsorgane. Person, Eigentum und religiöse Stellung der bisherigen Sultane werden unter ja­panischen Schutz gestellt. Die Militärverwaltung wird, soweit angängig, einer zivilen japanischen Verwaltung Platz machen. Finanziell werden die Provinzen auf ihre eigenen Einnahmen angewiesen fein. Für die Erzeugung von Gummi, Zinn und Bauxit werden japanische Inbustriever- bänbe gebilbet, benen auch bie Liquidierung bes feindlichen Eigentums in ihrem Fachgebiet zufallen wird. Vorläufig bleiben Straits-Dollar und Mili­tärgeld-Kassenscheine nebeneinander gesetzliche Zah­lungsmittel.

Weiterer Vormarsch auf Sumatra.

Tokio, 13. März. (DNB.) Aus Sumatra haben japanische Truppen, die am Donnerstagmorgen an der Nord käste Sumatras gelandet sind, Kota Nadja, eine Hafenstadt an der äußersten Nord­westspitze der Insel, besetzt, ferner den Lhokuga- Flugplatz, westlich von Kota Radja. Eine japanische Abteilung hat eine kampflose Landung auf der Insel We durchgeführt, die an der Nordspitze Sumatras gelegen ist, die auf der Insel liegende wichtige Hafenstadt Sabang wurde besetzt. Der Hafenort J d i, 200 Kilometer nordwestlich von Medan und Medan selbst, bie Hauptstadt der Residentschaft Ostküste von Sumatra", wurden kampflos besetzt. Medan liegt im Nordwestteil der Insel an der Straße von Malakka und hat 76 000 Einwohner. Die Stabt ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt unb vor allem der Mittelpunkt bes weltbekannten Tabak­anbaugebietes von Sumatra.

Amerika spürt den Krieg."

Lissabon, 13. März. (Europapreß.)Ame­rika spürt den Krieg mit jebem Tag deutlicher", be­richtet der, Korrespondent derDaily Mail" aus Meuyork. Die. neue Steuerverordnung Morgenthaus treffe die Massen am schwersten angesichts der gestiegenen Lebenshal­tung s k o st e n. Aber auch die Millionäre würden in nie geahnter Weise besteuert. Bei einem Jahreseinkommen von 1 Million müßten heute 733 000 Dollar an Steuern gezahlt werden, im kommenden Jahr aber 900 000 Dollar. Am schlimm­sten seien die indirekten Steuern und Ab­gaben. Morgenthaus Steuerprogramm sei gewisser­maßenein Fußtritt in den empfindsamsten Kör­perteil des Amerikaners, das Scheckbuch", gewesen. Wenn man jetzt sagen kann, daß allmählich der Krieg für jeden Amerikaner fühlbar werde, so sei aber damit zu rechnen, baß die allerärmsten Bür­ger der USA., die jeden einzelnen Cent umbrehen müßten, ehe sie ihn ausgeben, am schwersten be­troffen würben, denn man könne sagen, daß alle Lebensrnittel im Preise um 15 v.H. unb alle übrigen Güter um etwa 10 v. H. gestiegen feien.

Wachsende Gefahren der Fndienroute.

Genf, 13. März. (Europapreß.) Die in offiziel­len britischen Kreisen angesichts der Lage des Em­pire zu beobachtende Nervosität hat jetzt auch die britisch-indischen Schiffahrtskreise erfaßt, in denen nach Meldungen aus Bombay we­gen der Gefahr größerer japanischer Seeoperationen imJndischenOzean größte Besorgnis herrscht. Zahlreiche unkontrollierbare Gerächte hätten in der britisch-indischen Schis fahrt bereits einen förmlichen ,,U - B o o t s ch r e ck e n" hervorgerufen. Schon wenn ein Schiff ein paar Stunden überfällig fei, rechne man mit Versenkungen. Reuter erklärt, durch die kürzlichen Ereignisse in Ostasien sei der Indische Ozean jetzt entblößt, man müsse mit feindlichen An­griffen auf alliierte Transporter und Handelsschiffe in dieser Gegend rechnen. Die Japaner könnten ihre Tätigkeit bis nach Ceylon fortsetzen ober eine konzentrierte- Offensive gegen Port Darwin ausführen. Ja, sie seien sogar in der Lage, mit den neu errungenen Stützpunkten ihre Operationen weit nach Osten bis zu den Fidschi-Inseln aus­zudehnen.

12 000 Meilen mußte ein Sonderkorrespondent desDaily Telegraph" zurücklegen, um von Eng-

OesOAandsdeutfchesGesicht

Schwert, Handel und Handwerk kennzeichnen das Wesen deutscher Pionierarbeit im Oststand. Der deutsche Ritter, die deutsche Hanse und der deutsche Handwerksmann haben diesen Raum erschlossen; der deutsche Bauer der Pflug also hat bei dieser großen Aufgabe leider nicht mitgewirkt. Und diese Tatsache hat die Geschichte des Baltenlandes entscheidend beeinflußt.

Der Raum zwischen Narowa und Memel war seit der Völkerwanderung von Stämmen bewohnt, die wie die Esten zu westfinnischen, wie bie Letten unb Litauer zur ostbaltischen Rasse gerechnet werben. Zwar waren schon früher nord- germanische Völker nach Osten oorgestotzen, zwar hatten bie Waräger ihr großes Reich mit der Haupt­stadt Naugard (Nowgorod) gegründet, zwar führte schon eine Handelsstraße von der Mündung der Düna über das heutige Kolocz und Smolensk nach Kiew und weiter zum Mittelmeer, aber bie Erschlie­ßung bes Baltenlandes begann doch erst mit dem Aussegeln" Livlands von Lübeck aus.

"lieber Visby auf Gotland wurde bie Brücke nach Livland geschlagen. Im Jahre 1201 gründete Bischof Albert die Stadt Riga, die bald eine Stütze der hansischen Schiffahrt an der baltischen Küste wurde, und der schnell andere bewußt deutsche, Stadtgründungen folgten. In wenig mehr als einem Jahrhundert hatte die Hanse den Ostseeraum erschlossen und den Hansebereich, be­ginnend beim Stahlhof in London über die großen flandrischen, niederrheinischen und niedersäch­sischen Hansestädte, über Lübeck, Visby, Riga, Reval und Dorpat bis zum östlichen Eckpfeiler Nowgorod ausgedehnt. Den Schutz der neugegrün- beten Städte im Ostland vertraute Bischof Albert von Riga dem von ihm gegründeten Livländi­schen Schwertbrüderorden an, der sich 1237 mit dem von lübischen unb bremischen See­fahrern als Hospitalbrüderschaft 1198 gegründeten Deutschen Ritterorden vereinigte. Hermann von Salza hatte diesem Orden die große Auf­gabe der Erschließung des Nordostens gewiesen; n harten Kämpfen wurde der Ordensstaat ge- chasfen, 1346 das bisher dänische Estland von König Valdemar Atterdag an den Deutschen Orden abgetreten unb schließlich sogar eine Landbrücke zwischen dem Ordensland und Livland hergestellt.

Die Macht des Deutschen Ordens und damit der deutschen Kultur reichte bald über den ganzen Nord­osten von der Weichsel bis zur Narowa, wo heute noch die trutzige Hermannsfeste die Wacht hält als Zeichen, daß hier Europa ein Ende hat. Unter dem Schutze des schwertgewaltigen Ordens wuchs im Ostland ein Kranz blühender Städte, in denen sich Handel und Handwerk ungestört ent­falten konnten. Die Grundzüge dieser Städte sind »unb werden in alle Ewigkeit deutsch blei- lle deutschen (Baue haben diese Entwicklung beeinflußt; aus Westfalen, aus Franken, aus Bayern, aus Wien, Prag und später auch aus Berlin, von überall her kamen die Baumeister und Kunsthandwerker unb prägten das kulturelle Gesicht bes Baltenlandes.

Wie deutsch wirkt das Stadtbild von Riga, der schmucken, blitzblankenstat to der Rige", die ein mittelalterlicher Spruch als Hanf- unb Butter­haus ber Hanse rühmt. Wir benten an das bekannte Schwarzhäupterhaus, bie Gilbehäuser, das Rat­haus mit dem Rolandstandbild; vor allem aber an das wuchtige Orbensschloß über der Düna, an die frühgotische Dom- und Marienkirche, deren Bau

land nach Indien zu gelangen. Nach ber Ab­fahrt aus England habe fein Schiff im Atlantik einen großen Umweg machen müssen, um den feindlichen U-'Booten zu entgehen, bie gerade um diese Zeit so viele englische Handelsschiffe versenkt hätten. Die Fahrt fei dann um das Kap ber guten Hoffnung weitergegangen. Täglich feien an Bord Rettungs- und Abwehrübungen verunstal­tet worden. Man habe sich künstlich eingenebelt, habe mit der Bordflak und den anderen Kanonen geschossen. Bereits am 5. Tage der Reise sei auf dem Schiff, das überfüllt gewesen sei, bas Wasser knapp geworden. Als man in eine neue U-Boot-Ge­fahrenzone gekommen sei, hätten die Beobachtungs­posten verstärkt werden müssen. Die Fahrgäste seien auf diese Gefahr aufmerksam gemacht worden und viele von ihnen seien daraufhin Tag und Nacht in ihren Schwimmwesten an Deck geblieben. Infolge der erhöhten Gefahren auf See fei der Schiffsver­kehr gewaltig Derlangfamt.

Subhas Chandra Bose, der indische Nativ- nalistenführer, ber kürzlich mit einem Freiheits­manifest das indische Volk zum Kampf gegen feine englischen Unterdrücker aufgerufen hatte, richtete nun über einen Rundfunksender einen neuen Appell an Indien. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Ausscheiden Beaverbrooks.

Stockholm, 13. März. (Europapreß.) Die Ge­rüchte über ein vollständiges Ausscheiden Lord Beaverbrooks aus der Politik scheinen sich zu bestätigen. Das ergab sich aus den Ausführungen, die Churchill am Donnerstag im Unterhaus über die Befugnisse hes neuen Produktionsministers Lyttleton machte. Churchill sagte, zu den Auf­gaben Lyttletons müßten auch die Ueberwachung und Leitung der gemischten englisch-ameri­kanischen Ausschüsse für Produktionsfragen auf beiden Seiten des Atlantik gehören. Bei dem Ausscheiden Lord Beaverbrooks aus dem Kabinett war jedoch ausdrücklich gesagt worden, daß Beaver- brook sich in Kürze nach Amerika begeben würde, um dort bie Gleichschaltung der englisch-amerika­nischen Produktion zu überwachen. Seitdem ist von ber Reise Beaverbrooks nach Amerika nicht mieber gesprochen worden. Dagegen laufen Gerüchte um, daß der Zeitungskönig aus der aktiven Politik aus- scheiden und nach Fleet-Street, dem Zeitungsviertel, zurückkehren würde, um dort als einer der führen- den Kritikerder Regierung tätig zu fein.