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8reltag,l3. November,Y42
GietzenerAnzeiger
Deutsches il-Ioot torpediert den größten Dampfer der Wett
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zdrfterbti Politik imb i Thykiot; imschem. ange S. S. Hans Beck.
Küstenbatterie der Kriegsmarine ein Sowjet-Unterseeboot durch mehrere Volttreffer.
InN 0 rdafrika stehen die deutfch-italienifchen Truppen an der libysch-ägyptischen Grenze in schwerem Kampf mit starken feindlichen Panzerkräflen. Deutsche Jagdflieger schossen fünf britische Flugzeuge ab.
Bei Tag- und Nachtangriffen der Luftwaffe gegen amerikanisch-britische Schiffseinheiten vor Algier wurden ein Flugzeugträger, ein Kreuzer und ein grohes Handelsschiff mit Bomben schweren Kalibers getroffen. Der Hafen von Algier sowie ein mit feindlichen Flugzeugen stark belegter Flugplatz in der Nähe der Stadt waren das Ziel weiterer Bombenangriffe. In der Bucht von B 0 u g i e wurden in rollendem Einsatz zwei Transporter mit zusammen 16 000 BRT. versenkt und zwölf grohe Handels- und Fahrgastschiffe zum Teil schwer beschädigt. In demselben Gebiet wurden ein Flugzeugträger. ein schwerer Kreuzer und zwei Zerstörer getroffen. Sämtliche Flugzeuge kehrten von diesen Angriffen zu ihren Stützpunkten zurück.
Deutsche Unterseeboote versenkten im Angriff auf amerikanisch-britische Transporte im westlichen Mittelmeer einen Truppentransporter von 19 600 BRI-» einen Transporter der Blue-Funnel-Linie von 12 000 BRT. und einen Frachter von 4000 BRT. Aus einem Kriegsschiffverband, der aus einem Flugzeugträger und Sicherungsstreilkräften bestand, wurden zwei Kriegsschiffe, darunter ein Tribal-Zerstörer. durch Torpedotreffer beschädigt, vor Algier wurde ein Sicherungsfahrzeug torpediert. Im Seegebiet von Lasablanca erzielten Unterseeboote Torpedo-
Bei der schweren Beschädigung des „Queen-Eliza- beth"-Schiffes handelt es sich nicht um das gleichnamige 1913 vom Stapel gelaufene Kriegsschiff, das der modernsten Schlachtschiffklasse des damaligen Englands den Namen gegeben hat. Der Torpedo des deutschen U-Bootes traf im Nordatlantik vielmehr das riesige Fahrgastschiff „Queen Elizabeth", das mit 85 000 BRT. d e r größte Dampfer der Welt ist. Es war der Stolz Englands, das damit 1938 die „Normandie" (83 000 BRT.) ausstechen wollte, mit der Frankreich 1934 das „Blaue Band des Ozeans" an sich gebracht hatte. Die „Queen Elizabeth" hatte ein Schwesterschiff in der „Queen
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Oie ersten drei Panzerdivisionen an der französischen Mittelmeerküste
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Berlin, 12. Nov. (D3VB.) Wie wir soeben vom OKW. erfahren, sind die ersten drei deutschen Panzerdivisionen bereits an der französischen Mittelmeer- lüfte eingetroffen.
Der Wehrmachtbericht.
DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 12. Tloo. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
"3m Kaukasus fanden bei Alagir Kämpfe größeren Ausmaßes statt. Im Abschnitt von Tuapse wurden verschiedene wichtige Bergkuppen gestürmt. Kampfflugzeuge griffen feindliche Stellungen, Bahnlinien und Küstenflugplähe an.
In Stalingrad warfen Stohgruppen in erbitterten Angriffsgefechten den Feind aus weiteren Häuserblocks und Stützpunkten. Artillerie des Heeres und Flakartillerie der Luftwaffe v e r f e n k t e n auf der Wolga fünf größere U e b e r fe h b 0 0 l e und F r a ch t k ä h n e. Artilleriestellungen und Nachschubverbindungen ostwärts des Flusses wurden durch Luftangriffe schwer getroffen.
An der D 0 n - F r 0 n t kam es im Abschnitt rumänischer Truppen zu örtlichen Abwehrkämpfen. In ihrem verlauf wurde der Feind zum Teil im Nahkampf zurückgeschlagen.
An der gesamten übrigen O st front keine Kampftätigkeit, außer starken Angriffen der Lust- watfe auf Transporte, Truppenquartiere und Nach- lckublaaer des Feindes. Nachhaltige Wirkung wurde erzielt. Lin Nachtangriff auf den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Torshok rief große Brande ()<?3nOr‘ber Kronstadt-Bucht vernichtete eine
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)°Diese Sachlage erhält aber erst ihre bezeichnenden Schlaglichter dadurch, daß der 'nzwMen abge- aufeneSertraq zwischen Moskau und Washinawn über die Liefe?ung von Kriegsmaterial »on Wa- -hinatan nichterneuert wurde. Roosevelt w°Me i>ie bisherigen Lieferungen nämlich °uf das Pacht und Leihaesetz umschalten, allerdings unter der sehr bezeichnenden Bedingung, daß Stalin seinem Sy- item der „globalen Kriegführung beitreten, also ein Mitglied in den pazifischen Kri°«-rat und we^ rert Vertreter für die verschiedenen Ausschüsse Uber .wirtschaftliche Kriegführung" ernennen"urd^ Mit anderen Worteni Stalin !°l"e Raasenelts mehr »der minder getarntes strategisches Oberkom mando für sie gesamte Knegnuhrung anerkennen. was Stalin adle Hute, denn 'eme Federungen auf Errichtung einerzw-ü-nuront IN Europa find ja bis dato ebenfalls mcht erfüllt wor ^chinzu kommt noch etwas anderes: Bei der Ab- ulrÄe.Cr sichtsar.Zr «m ««njung Marshall Äusläuft" em^USW°He e r v o n B £m‘ «««:
Oie Stange im Räderwerk
Bon unserem nn.-Berichterstatter
Mary", die drei Jahre früher in Dienst gestellt worden war, aber nur 81235 BRT. groß war. Beide Schiffe wurden bisher auf sicheren Routen, besonders im Australienverkehr gefahren. Die zur Flotte der Cunard White Star gehörende „Queen Elizabeth" wurde in halbfertigem Zustand zu Ihrer Vollendung nach der Neuen Welt gebracht und sollte ursprünglich auf der Nordamerika-Route eingesetzt werden. Sie ist ein Turbinenschiff mit Einrichtung für 2100 Fahrgäste. Es ist 308 m lang, hat eine Breite von 36,5 m und einen Tiefgang von 12 m. Die Geschwindigkeit beträgt 30 Knoten. — (Blld: Scherl-Archiv.)
92. Zahrgang Nr. 268 (äricUeim > ogtich, außer Sonntags und ft et erlang
Beilagen:
Gteßener ftamilienblätter Heimat imRild-DieScholle
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Connecticut fei der Arbeitermangel geradezu „phan- tastisch". Die Einführung der Arbeitsdienstpflicht fei geradezu unerläßlich. Ganz abgesehen davon, daß Roosevelt seinen Chef für den Arbeitseinsatz lediglich wegen des starken Drucks der Gewerkschaftsführer Green und Murray so kraß desavouierte, die bei der Regelung dieser Frage — die nach ihrer Ansicht mit der gleichen Verantwortungslosigkeit wie das Problem der Materialfrage behandelt werde — ein entscheidendes Wort mitsprechen möchten, dürfte in diesen Nöten wohl der Hauptgrund dafür zu suchen sein, daß in das Räderwerk der Waffenlieferungen der USA. an die Verbündeten eine Stange geworfen wurde, wie Stanley sich ausdrückte.
Roosevelt als skrupelloser Taktiker möchte diesen Engpaß des Arbeitermangels und des gescheiterten Prioritätensystems selbstverständlich benutzen, um mit Hilfe des Pacht- und Leihgesetzes vollends die Oberhand in wirtschaftlicher und strategischer Hinsicht zu erhalten, wogegen sowohl London als auch Moskau Widerstand leisten. Moskau will vor allem die zweite Front in Europa, während London schon wegen der eigenen miltiärischen und wirtschaftlichen Nöte und der rettungslosen Verschuldung an die USA. den Preis so hoch wie möglich heraufschrauben möchte, wenn es auch in der Praxis bereits unter dem Oberkommando Roosevelts steht.
Annahme von Anzemen für die MtttaaSnummer bis 8'/, Ubr de»BormittagS
Anzemen-Brrife
für die Millimeter-rleile von 22 Millimeter Brette:
7 Stof, für Familienan- zeigen und private Gelegenbeitsanzeipen
14Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche GetegenheitSanzeigen
Plavvorichrtfi (vorbertae Vereinbarung l 25°/» mehr
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len würde.
Aber vergessen wir über Herrn Morgenthau auch ncht den USA.-Botschafter in Moskau, Stanley, her überstürzt nach Washington abreifte, well nach «einer eigenen Aussage es notwendig sei, sich einmal Klarheit über das Ausmaß der nordamerikantschen 'Lieferungen an die Sowjets zu verschaffen. Er, der Botschafter, fei nämlich über diese Dinge von Wa- chington. aus nicht informiert worden und „irgend jemand habe eine Stange in das Räder- liv e r k geworfen". Inzwischen ist aber auch der -britische Produktionsminister Oliver L y t t e 11 0 n mit einem ganzen Stab von Wirtschaftsberatern und militärischen Sachverständigen nach Washington gereist. In seiner Begleitung befindet sich auch der Bevollmächtigte des Pacht- und Lethgesetzes und Vertreter Roosevelts, Harriman.
Das ist der äußere Rahmen. Das zu thm passende Bild ist eindeutig genug. Da ist zunächst die von der mglischen Presse sorgfältig verschwiegene Tatsache ba6 die verschiedenen zwischen Moskau, London nnj) Washington seit Juni 1941 getrolfenen Abmachungen am 6. Oktober in der USA.-Hauptstadt ;u einem einzigen diplomatischen Akt zu s a mm en« gefaßt worden sind. Das Protokoll wurde von sumner Welles, Litwinow und dem Gesandten Campbell in Vertretung von Lord Halifax unterzeichnet und enthält alle Einzelheiten, die zwischen Den drei Ländern über d i e H i l f e f u r Moskau vereinbart wurden. Was eigentlich über diese Hilfe abgemacht wurde, darüber gibt die U^A- iReittoriit „News Werk" jetzt einige interessante 3nformationen. Nach diesen Ausfühmngen haben 'üch die USA. verpflichtet, vom Oktober des Vorjahres bis zum 30.3uni 1^2 Kriegsmaterial im Werte von einer Milliarde Dollar an die Sow,ets iU liefern. Es seien aber sofort Meinungsverschiedenheiten darüber entstanden, wer den Transport durchführen solle, denn m Washington teilte man sich auf den Standpunkt, den Vertrag erfüllt zu haben, wenn die Ware m emern U^A.- Hasen zur Verfügung gestellt °>°rde wahrend Moskau den Vertragstext jo auslegte. ine J®«6" in einem sowjetischen Hasen abzuliese r n Jeten. „New Week" macht daraus aufmerksam, dah bis Ende Juni in den USA.-chasen nicht weniger als 80 v. $). des Solls aus Stapel geleg e n habe, und ein großer Teil sei j e tz n ° ch d o r t. Von den Seleitzügen nach Murmansk feien na« ausfagen bes Kapitäns ßovette von dem U«A.-Marine- winisterium nur 50 v. S). angekommen
Es habe sich dann eine weitere Komplizierung der Lage dadurch ergeben, daß kerne Einigkeit darüber erzielt werden konnte, wer 6 t e ve rse nkten Waren zu bezahlen habe. Sie,er Bericht einer USA -Zeitschrift ergänzt sich mir °>"er in die- len Tagen aus Moskau emgetrostenen Jnzonna- tion, daß man dort die periodisch oerosfentlichten Ziffern Uber den Pacht- und Le,hum,atz mn m t einem ironischen Achselzucken zur KennM.s nehme. Die Ztssern besagten nämlich gar ntchtsdam Wirklichkeit die Versorgung der Sawiets durch ihre westlichen Verbündeten niemals unbefriedigender gerne,?n seien als im Sommer dieses Jahres Man darf diese Aeußerung auch, als wertvolles Emge üändnis dafür nehmen, daß chnsere U-Boote unter den Geleitzügen im Eismeer m der Tat aufgeräumt
(reffet gegen einen Frachter und zwei weitere Einheiten eines Geleits.
Das im Nordattantik von einem Unterseeboot im Wehrmachtbericht vom 11. November 1942 als beschädigt gemeldete feindliche Schiff mar, wie eine ergänzende Meldung über die Einzelheiten des Angriffes ergibt, nicht ein Schlachtschiff der Queen-Elizabeth klasfe, fondern der Passagierdampfer „Queen Elizabeth" mit 85 000 BRT.
Deutsche Panzer und motorisierte Truppen erreichten in den frühen Morgenstunden die französische M i t t e l m e e r k ü ft e. Die Marschbewegungen in Südfrankreich verliefen reibungslos.
Italienische Truppen besetzten die sranzösischeMittelmeerküste bis zur Mone sowie Korsika.
Rom, 12. Nov. (DNB.) Der italienifche Wehr« machkbericht vom Donnerstag gibt u. a. bekannt: Um die südfranzösische Küste vor englisch-amerikanischen Landungsversuchen zu verteidigen, begannen gestern die Truppen der 44. Armee den Vormarsch im unbesetzten Frankreich und erreichten über Nizza hinaus die Rhone. Die Bevölkerung bewahrte eine ruhige Haltung. Gleichzeitig führten motorisierte und Panzer-Verbände nach einer Landung im Norden und Süden Korsikas die Besetzung der Insel durch. Auch hier bewahrte die Bevölkerung vollkommene Ruhe. — Unsere Torpedoflugzeuge erzielten im östlichen MiUelmeer Volltreffer auf einem großen englischen Zerstörer, dessen Sinken beobachtet wurde.
Erbitterte Nachhutgefechte an der ägyptischen Grenze.
Berlin, 12.Nov. (DNB.) In Nordafrika hat bei leichter Besserung der Wetterlage am 11 11. der britische Druck gegen die an der libyschägyptischen Grenze kämpfenden deutschen und italienischen Truppen wieder zugenommen. Nach den beim OKW. vorliegenden Meldungen hatten die Nachhuten im K ü ft e n ft r e i f e n schwere Kämpfe zu führen. Auch weiter südlich kam es zu erbitterten Gefechten, als schnelle britische Abteilungen die deutsch-italienischen Kräfte zu umfassen versuchten. Die Angreifer konnten jedoch den Widerstand der Deckungstruppen nicht überwinden und mußten liegen bleiben. Die deutschitalienischen Truppen konnten daher ihre weiteren Bewegungen ungestört ausführen.
Die günstige Wetterlage brachte erhöhte Lufttätigkeit mit sich. Dabei setzten die deutsch-italienisch-n Säger den feindlichen Bomberformationen, die unsere sich umgruppierenden Trüppenverbände anzugreifen versuchten, hart zu. Britische Flugzeuge begleiteten einige leichte britische Panzer, die italienischen Soldaten den weiteren Rückmarsch verlegen sollten. Deutsche Schlachtflieger vertrieben die feindlichen Flugzeuge und wiesen den gepanzerten Mannschaftswagen deutscher Grenadiere den Weg durch die Wüste, so daß die italienische Kampfgruppe entsetzt und nach den Anffangstellungen gebracht ©erben konnte.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, im November 1942.
Es geht so allerlei vor zwischen den Alliierten, as wert ist, näher unter die Lupe genommen zu oerben. Um sich jedoch nicht in der verwirrenden füUe der vielen Fäden zu verstricken, die zwischen London, Moskau und Washington zur Zeit ge- ponnen werden, ist es gut, einen etwas erhöhten Standpunkt einzunehmen und die Dinge im Brenn* piegel zu betrachten. Da ist zunächst einmal d i e teife Morgenthaus nach London, die owohl in London als auch in Washington mit über« aschender Schweigsamkeit begleitet wurde, denn das Thema, über das er in London verhandeln sollte, dürfte den Briten einigermaßen peinlich gewesen ein. Morgenthau sollte sich nämlich nach Ansicht nglischer Finanzkreise über d i e Zahlungs- ähigkeit Englands informieren und als echter Shylock vor allem wegen der Deckung der -Kriegslasten nach dem Kriege auf den Busch klopfen. Außerdem wurde von einer angloamerikanischen Einheitswährung gesprochen, Ibie ja nach Lage der Dinge und bei dem Goldvorrat her USA. nichts anderes als die unbedingte Füb- -ung der Wallstreet bedeuten und das englische Ab- bängigkeitsoerhältnis noch krasser hervortreten las-
Oie Sonderzuteilung.
Die Sonderzuteilung von Lebensmitteln zum Weihnachtssest bringt die Einlösung des von Reichsmarschall Göring in seiner Erntedankfest-Rede gemachten Versprechens. Sie erstreckt sich vorzugsweise auf jene Qualitätslebensnuttel, von denen der Reichsmarschall ausdrückl ch hervorhob, daß sie nach wie vor knapp seien, und daß auch in absehbarer Zeit für die Länder Europas feine grundlegende Besserung der Versorgung erwartet werden dürfe. Sie umfaßt auch solche Genußmittel, die wegen ihrer besonderen Wichtigkeit für die kämpfende Truppe aus dem freien Markt herausgezogen werden mußten, nämlich Bohnenkaffee und Spirituosen. Die Sonderzuteilung hat ein Ausmaß, das in jedem Haushalt eine fühlbare Besserung der Versorgung in der dunkelsten Zeit des Jahres — nämlich in den Tagen vor und nach der Wintersonnenwende — herbeiführen wird.
Natürlich ist auch dieser Akt Gegenstand boshafter Ausdeutung der feindlichen Agitation gewesen. Man hat ihn als „Verzweiflungsakt", als eine reichliche Mahlzeit vor einer unabwendbaren Hungerperiode, bezeichnet. Dabei liegen die Umstände, die eine solche erstmalige große Sonderzuteilung in diesem Kriege ermöglicht haben, für jeden nüchtern Urteilenden klar zutage. Eine Ernte, der man nach dem langen und strengen Winter 1941/42 mit ernster Sorge entgegensah, die aber überraschend gut an Qualität und Quantität hereingekommen ist, steht zur Verfügung und ist > in bas brutsche und gesamteuropäische Versorgungsprogramm einkalkuliert worden. Die Sondermengen sind natürlich erst dann festgesetzt worden, als sich einwandfrei ergab, daß die normale — übrigens erst vor wenigen Wochen erhöhte — Zuteilung voll gewährleistet sei.
Eine weitere böswillige Aus-streuung geht dahm, daß sich das deutsche Volk, das die Führung in Europa beanspruche, nicht so verhalte, wie es einem führenden geziemt, nämlich in den Leistungen der erste, in den Ansprüchen der letzte zu sein. Dem steht die Tatsache entgegen, daß auch in anderen europäischen Ländern — nicht zuletzt durch Hilfe Deutschlands — in den letzten Monaten eine Bes-- ferung der Lebensmittelzuteilung hat oorgenom- men werden können. Ob es die Erfassungs- und Verwaltungspraxis weiterer europäischer Länder gestattet, eine der deutschen ähnliche Lebensmittel- Sonderzuteilung vorzunehmen, ist bisher nicht bekannt geworden. Da jedes souveräne europäische Land in der Erfassungs- und Zuteilungspraxis wie auch in der Bekämpfung des Schwarzen Marktes und des Lebensmittel-Schleichhandels volle Ent» schlußfreiheit und damit auch Verantwortlichkeit be» sitzt, besteht nicht einmal eine moralische Derpflich-
material in erster Linie für den eigenen Bedarf verwandt werden, so daß von einer zweiten Front nicht die Rede sein könne. Marshall ist jeder Zersplitterung öer. USA.-Streitkräste abhold und besitzt im Heer auch einen starken Anhang, der sich gegen das bisherige System der Verschickung von Kriegsmaterial an die Alliierten ausspricht. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, daß die ernsthaft geleitete Presse in den USA. immer stärker von den Rooseoeltschen Jllusionszahlen abrückt, dafür sich aber immer mehr mit der Frage des Arbeiter- mangels beschäftigt. Zwar hatte Roosevelt auf einer der letzten Pressekonferenzen erklärt, daß „überhaupt kein Mangel an Arbeitskräften" bestehe, baß auch keine Fabriken wegen Arbeitermangel chließen mußten, baß bie Einführung der Arbeits- oienstpslicht nicht geplant sei, daß aber — — der zusätzliche Bedarf von vier bis fünf Millionen Arbeitern für das Jahr 1943 „nicht ohne weiteres" gedeckt werden könne. M c N u 11 dagegen, der Kommissar für den Arbeitseinsatz, hatte eine Woche vorher gejagt, daß ein akuter Mangel an Arbeitskräften in nicht weniger als vierzig großen Produktionszentren bestehe. An der Westküste und in
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