Gießener Anzeiger
Dienstag 13.0ftober|942
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aufgerieben. Artillerie des Heeres versenkte größeres Wolgaschiff. Kampffliegerkräfte fetzten Zerstörungen wichtiger Bahnstrecken ostwärts Wolga fort.
zeuge über nord- und nordwesldeutsches Gebiet hatte die Bevölkerung geringe Verluste. Heber der Nord- und Ostsee wurden drei britische Flugzeuge bei Nacht abgeschossen.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht eine bedeutende Hafenstadt in Nordosten g la n d mit guter Wirkung an.
schließungsring völlig aufgebrochen, stische Kampfgruppe vernichtet und das Angriffsziel erreicht.
Bei den weiteren Kämpfen, die
und holländische Küste vorstießen, Jäger ohne eigene Verluste fünf zeuge heraus.
Bei Tagesstörflügen einzelner
ein die der
Stoßruppunternehmen zahlreiche Kampfanlagen des Feindes mit ihren Besatzungen vernichtet. Oestlich von Leningrad wurden die letzten Reste der über die Newa vorgedrungenen Zowjetkräfte über den Fluß zurückgeworfen.
Deutsche Kampffliegerverbände setzten am gestrigen Tage die Bombardierung der britischen Flugstützpunkte auf der Jnselsestung w a l t a fort. Ausgedehnte Brände in Abstellplätzen und Flugzeugboxen wurden beobachtet. 3n Luftkämpfen über der Insel brachten deutsche Jäger drei britische Jagdflugzeuge zum Absturz, zwei weitere wurden durch Besatzungen von Kampfflugzeugen abgeschossen.
Aus britischen Flugzeugverbänden, die gestern bei Tage in großen höhen gegen die nordfranzösische
An der Donfront wiesen die verbündeten Truppen mehrere örtliche Angriffe und Aebersehversuche der Sowjets ab.
Im mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden bei erfolgreichen Späh- und
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bei sie im ftüftengebiet dazu gezwungen waren, alle nur irgend verfügbaren Einheiten, darunter Versorgungstruppen, technische Bataillone und sogar Sträftingskompanien in den Kampf zu werfen.
Der eigene Angriff entwickelte sich jedoch planmäßig weiter. Die auf der Paßstraße von Norden her kommenden deutschen Truppen hatten nach dem Wehrmachtbericht vom 12. Oktober eindrucksvolle Erfolge, zu denen das OKW. noch folgende Ergänzungen mitteilt:
Nach schwierigsten Waldkämpfen konnten die deutschen heeresverbände fim Zuge umfassender Angriffe die Bolschewisten von mehreren Bergrücken vertreiben, wobei schon am 7. Oktober von zwei Kampfgruppen allein 200 Bunker und fefte Stellungen genommen wurden. Vergeblich leistete der Feind verzweifelten Widerstand. Dabei bot die unübersichtliche Dichte des Felsgebirges den Bolschewisten viele Vorteile, die jedoch durch Mut und Tapferkeit unserer Soldaten immer wieder ausgeglichen wurden. Als es den Bolschewisten z. B. während überrraschender Gegenstöße gelang, drei
Eingeschlossene sowjetische Krästegruppe im Nordwestkaukasus vernichtet.
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Oer Wehrmachtbericht.
DNB. Aus dem Führerhaupkquarlier, 12. Oft. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die an der Straße nach Tuapse eingeschlossene feindliche krästegruppe wurde vernichtet. In harten Gebirgskämpfen sind damit die Masse einer sowjetischen Gardedivision sowie Teile einer Gebirgs- schühendivision zerschlagen, über 400 Kampfanlagen genommen und zahlreiche Gefangene und Waffen als Beute eingebracht worden. Die Säuberung des urwaldartigen Geländes von letzten Widerstandsnestern ist noch im Gange.
Südlich des Terek scheiterten Gegenangriffe des Feindes unter hohen Verlusten.
In Stalingrad wurde eine feindliche Gruppe
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soll" zu reden, von „unserer Sache, die nicht nur der Erringung der Freiheit für uns selbst, son-
Oie Weligouvernanie Nr. 1.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Es stand zu erwarten, daß Präsident Roosevelt, der Judenstämniling und Vertreter einer Schkcht ' unechten Amerikanertums, deren Lebensaufgabe sich im Geldverdienen erschöpft, und der sich doch als einziger und alleiniger Exponent reinsten Amerikanertums fühlt und das der Welt immer wieder einzureden verflicht, den Erinnerungstag an die Entdeckung Amerikas durch Columbus dazu benützen würde, wieder eine schwungvolle Rede vom Stapel zu lassen.
Und doch hätte man erwarten dürfen, daß gerade bei dieser Wiederkehr des Tages, an dem Europa den neuen Erdteil entdeckte und europäische Menschen mit reichen Geistesgaben und Kulturschätzen amerikanischen Boden betraten und so erst den Grundstein zu den Vereinigten Staaten legten, der Präsident sich einige Zurückhaltung auferlegen werde. Doch nichts von oll dem; dieser Mann entblödete sich nicht, in großen Tönen von dem „größten Krieg der Menschheit, der darüber entscheiden soll, ob der Marsch des Fortschrittes weitergehen oder durch die Gesamtkräfte der Aggressoren aufgehalten werden
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Vorwärts in Richtung Tuapse
Bevorstehender Austritt aus dem Gebirge.
rend gleichzeitig die eingeschlossenen Jäger losschlu- gen. In diesem Kampf wurde der
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Berlin, 12.Okt. (DNB.) In der Ruinen- stadt Stalingrad, in den grauen und roten Steinbauten, in dem Eifengewirr der von Granaten und Bomben zerschmetterten Fabriken, geht der Kleinkrieg weiter. Man kämpft um versteckte Maschinengewehrnester, um gut getarnte Scharfschützenstellungen, um Barrikaden und Sprengtrichter. Wieder einmal war in den Trümmerfeldern ein bolschewistisches Widerstandsnest erkannt, das überreichlich mit Munition versehen, verzweifelt kämpfte. Trotz aller tückischen Gefahren dieses Schlachtfeldes konnten nach den beim Ober-
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Jenseits der Wolga
Von unserem ust.-Berichterstatter.
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Berlin, 12.Okt. (DNB.) Im Nordwestteil des Kaukasus geht der Kampf der deutschen Truppen um den Austritt.aus dem Gebirge. Den Bolschewisten ist die große Gefahr bewußt, die ihrer Hafenstadt Tuapse durch die von Norden her über das Gebirge vordringenden deutschen Truppen droht. Sie unternehmen deshalb schwere, aber erfolglose Gegen- und Entlastungsangriffe, wo-
192. Jahrgang Nr. 2H
Ericheim io glich, außer Sonntags und feiertags
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(Siebener Aamilienblätter
Heimat imBild-DieScholle
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king-chinesische Interessen aufeinanderprallen. Marschall Tschiangkaischek soll den Generalgouverneur von Sinkiang (Chinesisch-Oftturkestan) plötzlich abgesetzt haben, weil er sich ganz in Abhängigkeit von den Sowjets begeben und seiner Aufgabe als Statthalter des Tfchungking-Regimes untreu geworden fei.
menroerfer, geballte Ladungen, Panzerabwehrkanonen und Maschinengewehre machten dem Widerstand ein Ende.
Auch die Angriffe unserer Flieger sind zu Einzelkämpfen geworden. Durch die Brandwolken stoßen die einzelnen Flugzeuge dort zum Angriff herab, wo einzelne vorgeschobene Geschütze, eingebaute Panzer oder Scharfschützennester erkannt werden konnten. Immer wieder klaffen neue gähnende Trichter, wo eben noch feindliche Geschütze oder MG.s feuerten, wo eben noch Muni- tionsstapel lagen oder Reserven ihren Stellungen zusttebten. Qualm, Staub und- Nebel nahmen den Flugzeugen mehr und mehr die Sicht. Darum stießen sie weiter nach Süden und Südosten vor, wo sie von bolschewistischen Flugzeugen ungehindert Betriebsstofflager und Matenaldepots mit ihren Bomben trafen und vernichteten.
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und dieser lächerlichen Unverschämtheit dadurch die Krone aufzusetzen, daß er von dem „amerikanischen Sieg, der der Sieg der Allierten für die unterdrückten und versklavten Völker in aller Welt fein wird", sprach.
Nun ist es wohl eine alte Tatsache, daß das Amerikanertum, dessen Kern der Puritaner mit seiner ganzen Selbstgerechtigkeit und Selbstgefälligkeit und der Ueberheblichkeit seiner ihm von Gott selbst — wie er glaubt — gegebenen Weltverbesserungsmission bildet, von jeher mit einem Weltverbesserungsdünkel belastet war und daß es immer Männer in den USA. gegeben hat, die die Berufung in sich fühlten, die Welt zu erziehen und zu belehren. Es waren dies aber — früher einmal — doch wohl Männer, die etwas aufgebaut, etwas geleistet hatten, wenn diese Leistung auch bestimmt nür dem eigenen Land und nie der Welt zugute gekommen ist.
Was aber — so fragt man sich angesichts der Rede Roosevelts — hat dieser Mann je an Großem und Unvergänglichem geleistet, und sei es auch nur für das eigene Volk, um über den „Marsch des Fortschrittes" sprech?» zu dürfen? Was hat er geleistet, in dessen Land — nach seiner neunjährigen Amtszeit — es derartig quälende soziale Unterschiede gibt, wo die bitterste Armut mit dem unvorstellbarsten Luxus Tür an Tür haust, in dessen Land es kein Recht auf Arbeit und Wohlstand gibt, in dem die allgemeinen, so oft zitierten Menschenrechte nur auf dem Papier stehen!
Und wie kann ein Mensch von Freiheit, von eigener Freiheit unb von der anderer sprechen, dessen ganzes Lebenswert darauf ausgerichtet ist, eine wahrhaft erdrückende Diktatur des allmächtigen USA.» und Judenkapitals über die Welt zu bringen! Wie kann er sich dazu versteigen, von „unterdrückten und versklavten Völkern" und deren „Befreiung" zu reden, wenn er sich, wie Roosevelt, in der ersten Zeit feiner Amtstätigkeit angelegentlich mit der Unterdrückung der Freiheitsbestrebungen der Philippiners und der Kubaner usw. beschäftigte, und der erft kürzlich offen den britischen Terror zur Unterdrückung des inbifchen Verlangens nach Freiheit billigte. Und wie kann ein Mann aufstehen, Reden halten und sich nicht schamrot vor der Welt verkriechen, der mit dem Bolschewismus, dem ärgsten Unterdrücker jeglicher Freiheit, den es feit Menschengedenken auf der Welt gegeben, Bruder- schaft geschlossen hat?
Dies bringt nur ein Mann fertig, der, wie Roosevelt, von Juden geschoben und gegängelt, nachspricht, was jene ihm zu sprechen suggerieren, ohne Sinn und Verstand, ohne Urteilskraft und ohne selbst noch zu wissen, wohin der dunkle Weg, auf den jene ihn stoßen, führen wird. E. S.
kommando der Wehrmacht vorliegenden ^Reibungen deutsche Infanteristen in erfolgreichen Unternehn gen vorwärtskommen, und schließlich das Wi. _ standsnest mit seiner Besatzung, darunter mehrere höhere Offiziere und Kommissare, am 11. Oktober vernichten. Als sich das Schicksal dieser Kampfgruppe zu erfüllen drohte, unternahmen die Bolschewisten Entlastungsvorstöße, die aber der umkämpften Bunkergruppe nicht mehr helfen konnten. Flam-
ersten Bombentreffern schwiegen die Flakbatterien. Trotzdem wurden sie aber noch so lange in ihren getarnten Felsenstellungen weiter bombardiert, bis auch das letzte Geschütz zerstört war. Den Bedienungsmannschaften der Geschütze gaben Zerstörerftaffeln in Tiefangriffen mit Bomben und Feuer der Bordwaffen den Rest. Insgesamt wurden bet diesen Angriffen 15 Flakgeschütze vernichtet und weitere Flakstellungen an Nachschubstraßen, wo außerdem noch Dutzende von Fahrzeugen zertrümmert wurden, durch schwere Beschädigungen außer Gefecht gesetzt. Die erfolgreichen Kampfflugzeuge wurden von deutschen und kroatischen Jägern geschützt, die in Luftkämpfen sieben feindliche Flugzeuge abschossen.
„Ruhelos umher."
DieLage der sowjetischenSchwarzmeerslotte
Stockholm, 13. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Ereignisse an der Kaukasusfront veranlassen die englische Presse zu sorgenvollen Betrachtungen über die Sowjetflotte im Schwarzen Meer. „Daily Mail" bemerkt dazu: „Die Sowjetschiffe besitzen keinen Stützpunkt und keine Ausbesserungsmöglichkeiten mehr. Sie schwimmen nur ruhelos umher wie der Goldsisch in seinem Glasbehälter." Tuapse und Datum seien lediglich Oelhäfen ohne Aufnahmemöglichkeit für ein Kriegsschiff wie beispielsweise das 23 000 Ton- nen-Schlachtschiff „Pariskaya Komjuna".
Das Umheiffahren auf dem Schwarzen Meer, fo heißt es dann weiter, werde der Sowjetflotte durch die nahenden Winterstürme ebepso unmöglich gemacht wie durch die feindlichen U-Boote und die Torpedoflugzeuge. Eine Internierung in der Türkei komme kaum in Frage, weil die Sowjets die Kampfkraft der Marine-Mann- schaften schwerlich verlieren möchten. Es bleibe nichts anderes übrig als die Selb st versen- k u n g s -Raffchläge, die nicht gerade geeignet sind, im Kreml Begeisterung für London auszulöjen«
Einschließung bolschewistischer Kräfte auf ihren Höhenstellungen hart anderStraßenach Tuapse führten, zeichneten sich sudetendeutsche Jäger besonders aus. Hin die beherrschenden Bun- kerstellungen an der Paßstraße zu nehmen, mußten sie durch ein wild zerklüftetes, mit dichtem Niederwald bewachsenes Gelände vorstoßen. In diesem Gewirr von Felsen und Dickichten schien buchstäblich jeder Block und jeder Baum Feuer zu speien. Dennoch riß der hier kommandierende Offizier die Jäger-Kompanien immer wieder mit sich vorwärts und nahm ohne Unterstützung durch schwere Waffen 61 feindliche Kampfanlagen, darunter Artillerie- und Pakstellungen.
Nach diesen vorbereitenden Kämpfen gelang bann am 9. Oktober der umfassende deutsche Angriff, der nach Vernichtung von weiteren 47 Kampfanlagen zur Einschließung der an der Straße nach Tuapse stehenden feindlichen Kräfte führte.
Am 10. Oktober unternahmen die Bolschewisten vergebliche Ausbruchsversuche, bei denen sie 500 Tote und zahlreiche Gefangene verloren. Am gleichen Tage wurde durch deuffche Vorstöße der Ein- schließungsrtng weiter verengt. Am 11. Oktober drangen dann die deuffchen Truppen in den Kessel ein und räumten ihn bis auf vereinzelte Widerstandsnester aus. Damit wurden die Masse der 3 2. sowjetischen Garde- schützendivision und Teile der 4 7. sowjetischen Gebirgsdivision auf g er ie» den. Mit diesem Erfolg, den die Luftwaffe durch rollende Angriffe mit herbeiführen half, wurde die zähe Ausdauer unserer Truppen belohnt, die durch ihre Unerschrockenheit und Tapferkeit ttotz Urwald, und Felswände über 400 Kampfanlagen genommen und den Volschewisten schwere Verluste beigebracht haben.
Für den Feind gibt es aber keine Ruhe. Immer wieder stoßen Kampf- und Sturzkampfflugzeuge in Richtung Tuapse vor, wobei sich die Luftangriffe am 11. Oktober vor allem gegen feindliche Flakstel- lungen richteten. Nahaufklärer hatten festgestellt, daß sich auf einigen beherrschenden Höhenzügen mehrere Batterien befanden, deren Feuer stark belegte Ortsunterkünfte des Feindes schützen sollte. Unentwegt griffen die Sturzkampfflugzeuge in geschlossenen Verbanden diese Stellungen an. Schon nach den
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Helsinki, Oktober 1942.
Was liegt jenseits der Wolga, jenseits des Schick- falftromes, dn dessen Ufern sich eine der größten Schlachten der Weltgeschichte entwickelt hat? Dort, am linken Ufer des Stromes, beginnt in langsamen Uebergangen eine andere Welt. Dort liegt die Grenzscheide zwischen europäischen und asiatischen Einflüssen. Stalin hat nicht umsonst den Ver- zweiflungsbefehl erlassen, keinen Schritt mehr zu- ruckzuweichen, denn — militärisch und volkswirtschaftlich betrachtet — beginnt jenseits des Stromes eine große Leere, in der keine Armeen sich sammeln und sich halten können. Dort dehnen sich zwischen den Kirgisenjurten und usbekischen No- »yadenzelten Salzsteppen und Wüstenstrecken der Kisyl-Kum aus. Natürlich erfolgt der Dekorationswechsel nicht plötzlich, wie hinter dem Theatervor- Hang; nur langsam wandelt sich der Charakter der Landschaft und der Bevölkerung. In dem dünn besiedelten Gebiet mangelt es an Eisenbahnen und Lerkehrsstraßen. Dort hinter Samara, Saratow, Zaryzyn (Stalingrad) lag vor mehr als hundert Jahren das Reich der bekannten Wolgaräuber Stenka Rasin, von dem noch heute die Volkslieder erzählen, und Pugatschow, dem es gelang, den Thron der großen Katharina zu bedrohen, und der schließlich in Ketten in den Moskauer Kreml abgeführt wurde. Jenseits der Wolga bestanden auch die einst berühmten Emirate von Buchara, Chiwa und Kokand. Dort lag auch Samarkand, dessen Ruf als Kulturstätte des Islam weit über die Grenzen des Landes hinausreichte, und um das ein ganzer Kranz von Sagen und Legenden, gewunden worden ist. Chiwa und Kokand wurden vom General Kaufmann unter dem Zaren Alexander 11. erobert uhb der russischen Krone einverleibt. Das Emirat von Buchara führte noch Jahrzehnte hindurch ein Scheindasein. Der Emir erhielt den Rang eines kaiserlich russischen Generalmajors, genoß gewisse Ehrenrechte und verteilte an Ausländer, die an Knopflochschmerzen litten, den Orden des Sterns von Buchara.
Die Bolschewisten haben der Herrlichkeit des Emirates ein Ende gemacht. Sie haben den bunten Orient mit seinen Basaren und den kostbaren Teppichen, mit den verschleierten Frauen und den Männern im seidenen Kaftan und Turban mit dem grauen Schimmel ihrer sturen Gleichmacherei überzogen. Es ist ihnen aber nur gelungen, eine äußere Tünche aufzutragen. Auch sind sie dort in ihren Lolschewisierungsmethoden behutsamer gewesen und haben z. B. im Gegensatz zu den Kirchen im europäisierten Rußland die Moscheen möglichst verschont. Weder die Kirgisen, noch die Usbeken, noch die Turkmenen sind Bolschewiken geworden. Sie sind vielmehr fanatische und lauernde Gegner eines Regimes, das sie als blutiger Schatten bedroht und das die Fundamente ihrer Sitten und ihrer Lebensweise zu erschüttern versucht hat. Dorthin gibt es für die Horden Stalins kein sicheres Ausweichen. Die Schlacht um Stalingrad ist deshalb im wirklichen Sinne des Wortes eine Entscheidungsschlacht, von der auch der Einfluß der Sowjetunion auf den ckinesifchen Westen, auf die Provinz Sinkiang, in der sie sich heimisch einzurichten begonnen haben, abhängt.
lieber den endlosen Weiten von Sinkiang, dem ältesten Kolonialland Chinas, soll sich der Sage gemäß das „Dach der Welt" über die Erde gewölbt haben. Von dort bestimmten die Götter das Schicksal der Menschen. Heute sind es gewiß nicht mehr dötterstimmen, die aus den Sandstürmen der Gobi klingen. Dorthin bahnen sich die Sowjets, inmitten chaotischer Verhältnisse, ihren Weg in das Herz Wiens. Billige sowjetische Jndustrieerzeugnisse überschwemmen die Märkte von Urumtschi. Sowjet- Militär nimmt dort Kommandostellen ein. Sinkiang mit einer Ausdehnung von anderthalb Millionen Quadratkilometer wird zu 80 v.H. von Mohammedanern (d. h. zum großen Teil von zum Islam bekehrten Chinesen) — den Taganen und Turki — bewohnt. In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts war es diesen Stämmen, die sich niemals qillig der Herrschaft der Pekinger Mandarine unterworfen hatten, gelungen, ihr eigenes Emirat unter vhkub-Beg zu gründen. Nachdem unter den Stammen Bruderfehden ausgebrochen waren und der russische General Kaufmann das angrenzende Turkestan erobert hatte, konnte erst die Autorität der Äandschukaiser in Sinkiang wieder hergestellt werben. Aus Geheimdokumenten, die die Bolschewiken bin zaristischen Archiven entnommen haben, ist be» kannt geworden, daß schon die Zarenregierung ihr Ibige auf Sinkiang geworfen hatte. Petersburg hatte 1904, vor Ausbruch des Krieges mit Japan, <m Peking das Angebot gemacht, die russischen Äuppen aus der Mandschurei gegen Ueberlaffung to Sinkiang zurückzuziehen. Dadurch hätte Rutz- Ian einen Zugang nach Indien gewonnen und litte ]egen England einen Trumpf in der Hand ?eliu Hätte China das Angebot angenommen, so Mtt .rileicht die Weltgeschichte einen anderen Der- Wi c>_: vmmen ... ,
Die Sowjets haben nicht versäumt, bald nach ilkbernahme der Macht die Politik der Äurenregie- ring im chinesischen Westen fortzusetzen. Die Turk- sibÄltai-Bahn streift in einer Entfernung von rund M km Sinkiang und erleichtert den Waffen- und ^rentransport in das verschlosiene Innere Asiens. 'Gcrojetagenten sammeln in Kascheur, Furkan ' Luldsch usw. ihre Transporte und richten sich Port fiii die Dauer ein. Unter den japanischen Schlagen M Marschall Tschiangkaischek 'Miner mehr .«ach dem Westen zurückgedrängt. Tschungking-China , «iuß immer weiter ausweichen in der Richtung aus ^tnfiang. Ganze Karawanen und bewaffnete Ab- •ilungen sollen, wie aus Schanghai berichtet , «rgs der Gobi nach Chmesisch-Oftturkestan inl Bergung gesetzt fein und sich & ort mit wie sch Transporten kreuzen, wobei sowsettsche und tschung
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