Einzelbild herunterladen

Gießener Anzeiger

Dienstag 13.0ftober|942

irin9eren

mun-

rber»

rringung der Freiheit für uns selbst, son- in der Befreiung anderer besteht" zu faseln

dern in

britischer Aus­

schließlich zur

Kropotkin

Jr=.ve\e.t\6'-T.l

LMEER.

Erstauffüh^

Bahn

schossen deutsche feindliche Flug-

Züge unserer Jäger einzuschließen, griff der Stoß» trupp das bolschewistische Bataillon erneut an, wäh-

feindliche (Ein* die bolschewi* damit zugleich

aufgerieben. Artillerie des Heeres versenkte größeres Wolgaschiff. Kampffliegerkräfte fetzten Zerstörungen wichtiger Bahnstrecken ostwärts Wolga fort.

zeuge über nord- und nordwesldeutsches Gebiet hatte die Bevölkerung geringe Verluste. Heber der Nord- und Ostsee wurden drei britische Flugzeuge bei Nacht abgeschossen.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht eine bedeutende Hafenstadt in Nordost­en g la n d mit guter Wirkung an.

schließungsring völlig aufgebrochen, stische Kampfgruppe vernichtet und das Angriffsziel erreicht.

Bei den weiteren Kämpfen, die

und holländische Küste vorstießen, Jäger ohne eigene Verluste fünf zeuge heraus.

Bei Tagesstörflügen einzelner

ein die der

Stoßruppunternehmen zahlreiche Kampfanlagen des Feindes mit ihren Besatzungen vernichtet. Oestlich von Leningrad wurden die letzten Reste der über die Newa vorgedrungenen Zowjetkräfte über den Fluß zurückgeworfen.

Deutsche Kampffliegerverbände setzten am gestri­gen Tage die Bombardierung der britischen Flug­stützpunkte auf der Jnselsestung w a l t a fort. Aus­gedehnte Brände in Abstellplätzen und Flugzeug­boxen wurden beobachtet. 3n Luftkämpfen über der Insel brachten deutsche Jäger drei britische Jagd­flugzeuge zum Absturz, zwei weitere wurden durch Besatzungen von Kampfflugzeugen abgeschossen.

Aus britischen Flugzeugverbänden, die gestern bei Tage in großen höhen gegen die nordfranzösische

An der Donfront wiesen die verbündeten Trup­pen mehrere örtliche Angriffe und Aebersehversuche der Sowjets ab.

Im mittleren und nördlichen Front­abschnitt wurden bei erfolgreichen Späh- und

Armawir

Maiküp 2; .i1**#

Woroschilowsk

schhall

.sgarten bleibt ioch geöffnet Brötchen mit ielikatessen.

bei sie im ftüftengebiet dazu gezwungen waren, alle nur irgend verfügbaren Einheiten, darunter Ver­sorgungstruppen, technische Bataillone und sogar Sträftingskompanien in den Kampf zu werfen.

Der eigene Angriff entwickelte sich jedoch plan­mäßig weiter. Die auf der Paßstraße von Norden her kommenden deutschen Truppen hatten nach dem Wehrmachtbericht vom 12. Oktober ein­drucksvolle Erfolge, zu denen das OKW. noch fol­gende Ergänzungen mitteilt:

Nach schwierigsten Waldkämpfen konnten die deut­schen heeresverbände fim Zuge umfassender Angriffe die Bolschewisten von mehreren Bergrücken vertrei­ben, wobei schon am 7. Oktober von zwei Kampf­gruppen allein 200 Bunker und fefte Stel­lungen genommen wurden. Vergeblich leistete der Feind verzweifelten Widerstand. Dabei bot die unübersichtliche Dichte des Felsgebirges den Bolsche­wisten viele Vorteile, die jedoch durch Mut und Tapferkeit unserer Soldaten immer wieder ausge­glichen wurden. Als es den Bolschewisten z. B. während überrraschender Gegenstöße gelang, drei

Eingeschlossene sowjetische Krästegruppe im Nordwestkaukasus vernichtet.

j Birgel jgerldliW«* impf eines ds vorragendst» ler Welt

Oer Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem Führerhaupkquarlier, 12. Oft. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die an der Straße nach Tuapse eingeschlossene feindliche krästegruppe wurde vernichtet. In harten Gebirgskämpfen sind damit die Masse einer sow­jetischen Gardedivision sowie Teile einer Gebirgs- schühendivision zerschlagen, über 400 Kampfanlagen genommen und zahlreiche Gefangene und Waffen als Beute eingebracht worden. Die Säuberung des urwaldartigen Geländes von letzten Widerstands­nestern ist noch im Gange.

Südlich des Terek scheiterten Gegenangriffe des Feindes unter hohen Verlusten.

In Stalingrad wurde eine feindliche Gruppe

ge. GWlDttftttn Lich für Wu : Dr. Hans Öse : Ernsl Blumfch-a letei R. Langr t - jenleitet: Han.« ft

V Kutais "^Üuizych

soll" zu reden, vonunserer Sache, die nicht nur der Erringung der Freiheit für uns selbst, son-

Oie Weligouvernanie Nr. 1.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Es stand zu erwarten, daß Präsident Roosevelt, der Judenstämniling und Vertreter einer Schkcht ' unechten Amerikanertums, deren Lebensaufgabe sich im Geldverdienen erschöpft, und der sich doch als ein­ziger und alleiniger Exponent reinsten Amerikaner­tums fühlt und das der Welt immer wieder einzu­reden verflicht, den Erinnerungstag an die Entdeckung Amerikas durch Columbus dazu benützen würde, wieder eine schwungvolle Rede vom Stapel zu lassen.

Und doch hätte man erwarten dürfen, daß gerade bei dieser Wiederkehr des Tages, an dem Europa den neuen Erdteil entdeckte und europäische Men­schen mit reichen Geistesgaben und Kulturschätzen amerikanischen Boden betraten und so erst den Grundstein zu den Vereinigten Staaten legten, der Präsident sich einige Zurückhaltung auferlegen werde. Doch nichts von oll dem; dieser Mann entblödete sich nicht, in großen Tönen von demgrößten Krieg der Menschheit, der darüber entscheiden soll, ob der Marsch des Fortschrittes weitergehen oder durch die Gesamtkräfte der Aggressoren aufgehalten werden

'en Aktii- ien recht m- fltunb bes Ssennägunor «n kvW Md) hm

^Wartung ^schlagen, n blieben, t Umsatztättz , boch üben»; i kleinen

1,75 D.fi erholt, Sched lgesellschast h roaktien ttr. jungen war. eitsmarkt. fjj 0 v. h. Ann erg Sekt ete:

Kationen setzik fort Reiche mkend, Stell- lmschuldung er lag kaum V:

Vorwärts in Richtung Tuapse

Bevorstehender Austritt aus dem Gebirge.

rend gleichzeitig die eingeschlossenen Jäger losschlu- gen. In diesem Kampf wurde der

In-erNuinenstadiSialingmd

Berlin, 12.Okt. (DNB.) In der Ruinen- stadt Stalingrad, in den grauen und roten Steinbauten, in dem Eifengewirr der von Granaten und Bomben zerschmetterten Fabriken, geht der Kleinkrieg weiter. Man kämpft um versteckte Maschinengewehrnester, um gut getarnte Scharf­schützenstellungen, um Barrikaden und Spreng­trichter. Wieder einmal war in den Trümmer­feldern ein bolschewistisches Widerstandsnest er­kannt, das überreichlich mit Munition versehen, verzweifelt kämpfte. Trotz aller tückischen Gefahren dieses Schlachtfeldes konnten nach den beim Ober-

voftf cberf 11 Öse $Vrnnf f vrühlsihe UnioersttätHruckerei H. Lange

Jenseits der Wolga

Von unserem ust.-Berichterstatter.

ertoett einer

fesW^I >ter bet M .Q9en tijr?| ln wJ "rette q^I Mellen. I l Uon »5 bttjl

'Ma s£| fallet

SumnoJ 'Ssrinjesl 9 unb

§ "« einjel^ 15 von tith

Berlin, 12.Okt. (DNB.) Im Nordwestteil des Kaukasus geht der Kampf der deutschen Truppen um den Austritt.aus dem Gebirge. Den Bolschewisten ist die große Gefahr bewußt, die ihrer Hafenstadt Tuapse durch die von Norden her über das Gebirge vordringenden deutschen Truppen droht. Sie unternehmen deshalb schwere, aber erfolglose Gegen- und Entlastungsangriffe, wo-

192. Jahrgang Nr. 2H

Ericheim io glich, außer Sonntags und feiertags

Beilagen:

(Siebener Aamilienblätter

Heimat imBild-DieScholle

Bezugspreis r

Monatlich .RM.1.80

Zustellgebüör,.. -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer oiS 81/, Uhr desVormittagS Anzeigen-Breile

für die Millimeter-Zelle von 22 Mllimeter Breite: 7Rvf. für ^amilienan- zeiaen und private Gelegenheitsanzeigen

14Rvf. t. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen

Platzvorschriff (vorherige Vereinbarung) 25e/0 mehr

-Hans^

'5--S

king-chinesische Interessen aufeinanderprallen. Mar­schall Tschiangkaischek soll den Generalgouverneur von Sinkiang (Chinesisch-Oftturkestan) plötzlich ab­gesetzt haben, weil er sich ganz in Abhängigkeit von den Sowjets begeben und seiner Aufgabe als Statt­halter des Tfchungking-Regimes untreu gewor­den fei.

menroerfer, geballte Ladungen, Panzerabwehr­kanonen und Maschinengewehre machten dem Wi­derstand ein Ende.

Auch die Angriffe unserer Flieger sind zu Einzelkämpfen geworden. Durch die Brand­wolken stoßen die einzelnen Flugzeuge dort zum Angriff herab, wo einzelne vorgeschobene Geschütze, eingebaute Panzer oder Scharfschützennester erkannt werden konnten. Immer wieder klaffen neue gäh­nende Trichter, wo eben noch feindliche Ge­schütze oder MG.s feuerten, wo eben noch Muni- tionsstapel lagen oder Reserven ihren Stellungen zusttebten. Qualm, Staub und- Nebel nahmen den Flugzeugen mehr und mehr die Sicht. Darum stießen sie weiter nach Süden und Südosten vor, wo sie von bolschewistischen Flugzeugen ungehindert Betriebsstofflager und Matenaldepots mit ihren Bomben trafen und vernichteten.

% o

-

flontag

ielhaus

4.45, W«61 lCh einsem.

General-Anzeiger für Vberhesfen ^^iche^rch,lstrahe^9

8^7

AfldP -

und dieser lächerlichen Unverschämtheit dadurch die Krone aufzusetzen, daß er von demamerikanischen Sieg, der der Sieg der Allierten für die unter­drückten und versklavten Völker in aller Welt fein wird", sprach.

Nun ist es wohl eine alte Tatsache, daß das Amerikanertum, dessen Kern der Puritaner mit seiner ganzen Selbstgerechtigkeit und Selbstgefällig­keit und der Ueberheblichkeit seiner ihm von Gott selbst wie er glaubt gegebenen Weltverbesse­rungsmission bildet, von jeher mit einem Weltver­besserungsdünkel belastet war und daß es immer Männer in den USA. gegeben hat, die die Be­rufung in sich fühlten, die Welt zu erziehen und zu belehren. Es waren dies aber früher einmal doch wohl Männer, die etwas aufgebaut, etwas ge­leistet hatten, wenn diese Leistung auch bestimmt nür dem eigenen Land und nie der Welt zugute gekommen ist.

Was aber so fragt man sich angesichts der Rede Roosevelts hat dieser Mann je an Großem und Unvergänglichem geleistet, und sei es auch nur für das eigene Volk, um über denMarsch des Fort­schrittes" sprech?» zu dürfen? Was hat er geleistet, in dessen Land nach seiner neunjährigen Amts­zeit es derartig quälende soziale Unterschiede gibt, wo die bitterste Armut mit dem unvorstell­barsten Luxus Tür an Tür haust, in dessen Land es kein Recht auf Arbeit und Wohlstand gibt, in dem die allgemeinen, so oft zitierten Menschenrechte nur auf dem Papier stehen!

Und wie kann ein Mensch von Freiheit, von eige­ner Freiheit unb von der anderer sprechen, dessen ganzes Lebenswert darauf ausgerichtet ist, eine wahrhaft erdrückende Diktatur des allmächtigen USA.» und Judenkapitals über die Welt zu bringen! Wie kann er sich dazu versteigen, von unterdrückten und versklavten Völkern" und deren Befreiung" zu reden, wenn er sich, wie Roosevelt, in der ersten Zeit feiner Amtstätigkeit angelegentlich mit der Unterdrückung der Freiheitsbestrebungen der Philippiners und der Kubaner usw. beschäftigte, und der erft kürzlich offen den britischen Terror zur Unterdrückung des inbifchen Verlangens nach Frei­heit billigte. Und wie kann ein Mann aufstehen, Reden halten und sich nicht schamrot vor der Welt verkriechen, der mit dem Bolschewismus, dem ärg­sten Unterdrücker jeglicher Freiheit, den es feit Menschengedenken auf der Welt gegeben, Bruder- schaft geschlossen hat?

Dies bringt nur ein Mann fertig, der, wie Roose­velt, von Juden geschoben und gegängelt, nach­spricht, was jene ihm zu sprechen suggerieren, ohne Sinn und Verstand, ohne Urteilskraft und ohne selbst noch zu wissen, wohin der dunkle Weg, auf den jene ihn stoßen, führen wird. E. S.

kommando der Wehrmacht vorliegenden ^Reibungen deutsche Infanteristen in erfolgreichen Unternehn gen vorwärtskommen, und schließlich das Wi. _ standsnest mit seiner Besatzung, darunter mehrere höhere Offiziere und Kommissare, am 11. Oktober vernichten. Als sich das Schicksal dieser Kampf­gruppe zu erfüllen drohte, unternahmen die Bolsche­wisten Entlastungsvorstöße, die aber der umkämpf­ten Bunkergruppe nicht mehr helfen konnten. Flam-

ersten Bombentreffern schwiegen die Flakbatterien. Trotzdem wurden sie aber noch so lange in ihren getarnten Felsenstellungen weiter bombardiert, bis auch das letzte Geschütz zerstört war. Den Bedie­nungsmannschaften der Geschütze gaben Zerstörer­ftaffeln in Tiefangriffen mit Bomben und Feuer der Bordwaffen den Rest. Insgesamt wurden bet diesen Angriffen 15 Flakgeschütze vernich­tet und weitere Flakstellungen an Nachschubstraßen, wo außerdem noch Dutzende von Fahrzeugen zer­trümmert wurden, durch schwere Beschädigungen außer Gefecht gesetzt. Die erfolgreichen Kampfflug­zeuge wurden von deutschen und kroatischen Jägern geschützt, die in Luftkämpfen sieben feindliche Flug­zeuge abschossen.

Ruhelos umher."

DieLage der sowjetischenSchwarzmeerslotte

Stockholm, 13. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Ereignisse an der Kaukasusfront veranlassen die englische Presse zu sorgenvollen Betrach­tungen über die Sowjetflotte im Schwar­zen Meer.Daily Mail" bemerkt dazu:Die Sowjetschiffe besitzen keinen Stützpunkt und keine Ausbesserungsmöglichkeiten mehr. Sie schwimmen nur ruhelos umher wie der Goldsisch in sei­nem Glasbehälter." Tuapse und Datum seien lediglich Oelhäfen ohne Aufnahmemöglichkeit für ein Kriegsschiff wie beispielsweise das 23 000 Ton- nen-SchlachtschiffPariskaya Komjuna".

Das Umheiffahren auf dem Schwarzen Meer, fo heißt es dann weiter, werde der Sowjetflotte durch die nahenden Winterstürme ebepso unmöglich gemacht wie durch die feindlichen U-Boote und die Torpedoflugzeuge. Eine Inter­nierung in der Türkei komme kaum in Frage, weil die Sowjets die Kampfkraft der Marine-Mann- schaften schwerlich verlieren möchten. Es bleibe nichts anderes übrig als die Selb st versen- k u n g s -Raffchläge, die nicht gerade geeignet sind, im Kreml Begeisterung für London auszulöjen«

Einschließung bolschewistischer Kräfte auf ihren Höhenstellungen hart anderStraßenach Tuapse führten, zeichneten sich sudetendeutsche Jäger besonders aus. Hin die beherrschenden Bun- kerstellungen an der Paßstraße zu nehmen, muß­ten sie durch ein wild zerklüftetes, mit dichtem Niederwald bewachsenes Gelände vorstoßen. In diesem Gewirr von Felsen und Dickichten schien buchstäblich jeder Block und jeder Baum Feuer zu speien. Dennoch riß der hier kommandierende Offi­zier die Jäger-Kompanien immer wieder mit sich vorwärts und nahm ohne Unterstützung durch schwere Waffen 61 feindliche Kampfanlagen, dar­unter Artillerie- und Pakstellungen.

Nach diesen vorbereitenden Kämpfen gelang bann am 9. Oktober der umfassende deutsche Angriff, der nach Vernichtung von weiteren 47 Kampfanlagen zur Einschließung der an der Straße nach Tuapse stehenden feindlichen Kräfte führte.

Am 10. Oktober unternahmen die Bolschewisten ver­gebliche Ausbruchsversuche, bei denen sie 500 Tote und zahlreiche Gefangene verloren. Am gleichen Tage wurde durch deuffche Vorstöße der Ein- schließungsrtng weiter verengt. Am 11. Oktober drangen dann die deuffchen Truppen in den Kessel ein und räumten ihn bis auf ver­einzelte Widerstandsnester aus. Damit wurden die Masse der 3 2. sowjetischen Garde- schützendivision und Teile der 4 7. sow­jetischen Gebirgsdivision auf g er ie» den. Mit diesem Erfolg, den die Luftwaffe durch rollende Angriffe mit herbeiführen half, wurde die zähe Ausdauer unserer Truppen belohnt, die durch ihre Unerschrockenheit und Tapferkeit ttotz Urwald, und Felswände über 400 Kampfanlagen genommen und den Volschewisten schwere Ver­luste beigebracht haben.

Für den Feind gibt es aber keine Ruhe. Immer wieder stoßen Kampf- und Sturzkampfflugzeuge in Richtung Tuapse vor, wobei sich die Luftangriffe am 11. Oktober vor allem gegen feindliche Flakstel- lungen richteten. Nahaufklärer hatten festgestellt, daß sich auf einigen beherrschenden Höhenzügen mehrere Batterien befanden, deren Feuer stark belegte Orts­unterkünfte des Feindes schützen sollte. Unentwegt griffen die Sturzkampfflugzeuge in geschlossenen Verbanden diese Stellungen an. Schon nach den

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Helsinki, Oktober 1942.

Was liegt jenseits der Wolga, jenseits des Schick- falftromes, dn dessen Ufern sich eine der größten Schlachten der Weltgeschichte entwickelt hat? Dort, am linken Ufer des Stromes, beginnt in langsamen Uebergangen eine andere Welt. Dort liegt die Grenzscheide zwischen europäischen und asiati­schen Einflüssen. Stalin hat nicht umsonst den Ver- zweiflungsbefehl erlassen, keinen Schritt mehr zu- ruckzuweichen, denn militärisch und volkswirt­schaftlich betrachtet beginnt jenseits des Stromes eine große Leere, in der keine Armeen sich sammeln und sich halten können. Dort dehnen sich zwischen den Kirgisenjurten und usbekischen No- »yadenzelten Salzsteppen und Wüstenstrecken der Kisyl-Kum aus. Natürlich erfolgt der Dekorations­wechsel nicht plötzlich, wie hinter dem Theatervor- Hang; nur langsam wandelt sich der Charakter der Landschaft und der Bevölkerung. In dem dünn be­siedelten Gebiet mangelt es an Eisenbahnen und Lerkehrsstraßen. Dort hinter Samara, Saratow, Zaryzyn (Stalingrad) lag vor mehr als hundert Jahren das Reich der bekannten Wolgaräuber Stenka Rasin, von dem noch heute die Volks­lieder erzählen, und Pugatschow, dem es ge­lang, den Thron der großen Katharina zu bedrohen, und der schließlich in Ketten in den Moskauer Kreml abgeführt wurde. Jenseits der Wolga bestanden auch die einst berühmten Emirate von Buchara, Chiwa und Kokand. Dort lag auch Samarkand, dessen Ruf als Kulturstätte des Islam weit über die Grenzen des Landes hinausreichte, und um das ein ganzer Kranz von Sagen und Legenden, ge­wunden worden ist. Chiwa und Kokand wurden vom General Kaufmann unter dem Zaren Alexander 11. erobert uhb der russischen Krone einverleibt. Das Emirat von Buchara führte noch Jahrzehnte hin­durch ein Scheindasein. Der Emir erhielt den Rang eines kaiserlich russischen Generalmajors, genoß ge­wisse Ehrenrechte und verteilte an Ausländer, die an Knopflochschmerzen litten, den Orden des Sterns von Buchara.

Die Bolschewisten haben der Herrlichkeit des Emi­rates ein Ende gemacht. Sie haben den bunten Orient mit seinen Basaren und den kostbaren Tep­pichen, mit den verschleierten Frauen und den Män­nern im seidenen Kaftan und Turban mit dem grauen Schimmel ihrer sturen Gleichmacherei über­zogen. Es ist ihnen aber nur gelungen, eine äußere Tünche aufzutragen. Auch sind sie dort in ihren Lolschewisierungsmethoden behutsamer gewesen und haben z. B. im Gegensatz zu den Kirchen im euro­päisierten Rußland die Moscheen möglichst ver­schont. Weder die Kirgisen, noch die Usbeken, noch die Turkmenen sind Bolschewiken geworden. Sie sind vielmehr fanatische und lauernde Gegner eines Regimes, das sie als blutiger Schatten bedroht und das die Fundamente ihrer Sitten und ihrer Lebens­weise zu erschüttern versucht hat. Dorthin gibt es für die Horden Stalins kein sicheres Ausweichen. Die Schlacht um Stalingrad ist deshalb im wirk­lichen Sinne des Wortes eine Entscheidungsschlacht, von der auch der Einfluß der Sowjetunion auf den ckinesifchen Westen, auf die Provinz Sinkiang, in der sie sich heimisch einzurichten begonnen haben, abhängt.

lieber den endlosen Weiten von Sinkiang, dem ältesten Kolonialland Chinas, soll sich der Sage ge­mäß dasDach der Welt" über die Erde gewölbt haben. Von dort bestimmten die Götter das Schick­sal der Menschen. Heute sind es gewiß nicht mehr dötterstimmen, die aus den Sandstürmen der Gobi klingen. Dorthin bahnen sich die Sowjets, inmitten chaotischer Verhältnisse, ihren Weg in das Herz Wiens. Billige sowjetische Jndustrieerzeugnisse über­schwemmen die Märkte von Urumtschi. Sowjet- Militär nimmt dort Kommandostellen ein. Sinkiang mit einer Ausdehnung von anderthalb Millionen Quadratkilometer wird zu 80 v.H. von Moham­medanern (d. h. zum großen Teil von zum Islam bekehrten Chinesen) den Taganen und Turki bewohnt. In den siebziger Jahren des vorigen Jahr­hunderts war es diesen Stämmen, die sich niemals qillig der Herrschaft der Pekinger Mandarine unter­worfen hatten, gelungen, ihr eigenes Emirat unter vhkub-Beg zu gründen. Nachdem unter den Stam­men Bruderfehden ausgebrochen waren und der russische General Kaufmann das angrenzende Tur­kestan erobert hatte, konnte erst die Autorität der Äandschukaiser in Sinkiang wieder hergestellt wer­ben. Aus Geheimdokumenten, die die Bolschewiken bin zaristischen Archiven entnommen haben, ist be» kannt geworden, daß schon die Zarenregierung ihr Ibige auf Sinkiang geworfen hatte. Petersburg hatte 1904, vor Ausbruch des Krieges mit Japan, <m Peking das Angebot gemacht, die russischen Äuppen aus der Mandschurei gegen Ueberlaffung to Sinkiang zurückzuziehen. Dadurch hätte Rutz- Ian einen Zugang nach Indien gewonnen und litte ]egen England einen Trumpf in der Hand ?eliu Hätte China das Angebot angenommen, so Mtt .rileicht die Weltgeschichte einen anderen Der- Wi c>_: vmmen ... ,

Die Sowjets haben nicht versäumt, bald nach ilkbernahme der Macht die Politik der Äurenregie- ring im chinesischen Westen fortzusetzen. Die Turk- sibÄltai-Bahn streift in einer Entfernung von rund M km Sinkiang und erleichtert den Waffen- und ^rentransport in das verschlosiene Innere Asiens. 'Gcrojetagenten sammeln in Kascheur, Furkan ' Luldsch usw. ihre Transporte und richten sich Port fiii die Dauer ein. Unter den japanischen Schlagen M Marschall Tschiangkaischek 'Miner mehr .«ach dem Westen zurückgedrängt. Tschungking-China , «iuß immer weiter ausweichen in der Richtung aus ^tnfiang. Ganze Karawanen und bewaffnete Ab- ilungen sollen, wie aus Schanghai berichtet , «rgs der Gobi nach Chmesisch-Oftturkestan inl Be­rgung gesetzt fein und sich & ort mit wie sch Transporten kreuzen, wobei sowsettsche und tschung

1 D K F t GSOiroiMlM tr

f {k/jslowodsk