Für die Ernte mit Arbeitskräften ausreichend versorgt
den verantwortlichen Bauernführern aber auch die ungeheure Verpflichtung auf, sich voll und ganz für die innere Ordnungdes Arbeitseinsatzes einzusetzen.
Unter innerer Ordnung verstehen wir, daß vor allem die Einstellung und Haltung des deutschen Bauern dem Ostarbeiter gegenüber eine in jeder Hinsicht korrekte ist und bleibt. Bei Wahrung des notwendigen Abstandes gegenüber den fremdvölkischen Arbeitern ist aber eine ordnungs- gernäße Verpflegung und Unterbringung sowie die ständige Aufrechterhaltung der Disziplin und eine gerechte Behandlung erforderlich. Es ist immer zu bedenken, daß die aus dem Osten und vor allem aus der Ukraine kommenden Arbeiter ohne Zwang 'angeworben und gern bereit sind, für Deutschland zu arbeiten.
Es liegt an dem deutschen Bauern und der Behandlung, die diese ihren Ostarbeitern angedeihen lassen, ob die Nachrichten, die von den Ostarbeitern aus Deutschland in die Ukraine gelangen, so ausfallen, daß sich weitere Menschen des Ostens für den Arbeitseinsatz im, Reich freiwillig melden. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat aber auch nicht versäumt, das schwierige Problem der Bekleidung und Schuhe rechtzeitig in Angriff zu nehmen, soweit es unter den gegebenen Kriegsverhältnissen möglich ist, da es hiervon abhängt, ob die nun der deutschen Landwirtschaft zur Berfügung stehenden Ostarbeiter auch bei der anfallenden Hackfruchternte und den späteren Herbstarbeiten voll einsatzfähig bleiben.
Auf keinem anderen Gebiet sind die deutschen und fremdvölkischen Arbeiter rein arbeitsmäßig so aufeinander angewiesen und kommen damit so eng in Berührung als im deutsä>en Bauernhof. Um so notwendiger ist es, daß der deutsche Bauer, die deutsche Bäuerin und insbesondere die ländliche Jugend s i ch ihres Stolzes auf ihr Blut und die ihm innewohnenden Werte und aus ihm kommenden Leistungen zu jeder Stunde bewußt bleiben. Der deutsche Bauer, seine Familie und seine deutsche landwirtschaftliche Gefolgschaft bleiben auch weiterhin die unersetzbare Kerntruppe im Kampf um die deutsche Nahrungsfreiheit, und nach dem Endsieg muß mit allen Mitteln angestrebt werden, daß eines Tages auf den Erbhöfen Deutschlands in einem biologisch gesunden und kinderreichen Bauerntum wieder ausschließlich deutsche Menschen den Boden bearbeiten.
Immer neue Blutopfer des britischen Terrors in Indien
zu starken nächtlichen Ausbruchsversuchen nach Südwesten, Osten und Nordosten auf, die aber unter schweren blutigen Verlusten des Feindes zufammen- drachen.
Die Bucht von Taganrog in deutscher Hand.
Berlin, 12. Aug. (DNB.) Nach der Einnahme der Stadt Jeisk und der Säuberung der gleichnamigen Halbinsel von versprengten Bolschewisten durch rumänische Verbände ist die ganze Bucht von Taganrog fest in der Hand der deutschen und verbündeten Truppen. Die am Ufer des Pro - toka, eines der zahlreichen Mündungsarme des Kuban-Flusses, gelegene Stadt Slawjanskaja wurde nach harten Straßenkämpfen genommen.
Schanghai, 12. Aug. (Europapreß.) Meldungen von schweren Unruhen und Zusammenstößen liegen aus fast allen Teilen Indiens vor. So kam es in Lucknau, Nagpur, Madura und Agra zu Zusammenstößen, bei denen demonstrierende oder streikende Inder verhaftet bzw. getötet wurden. In allen Berichten wird betont, daß die britische Polizei — in vielen Fällen unterstützt von Militär — rücksichtslos in die Menge schießt, um jeden Versuch einer Demonstration zu unterbinden. In Kreisen indischer Nationalisten wird betont, die Opfer unter den un- benxrffneten Indem seien so groß, daß die Briten kaum wagen dürften, über die Zahl der Toten und Verwundeten wahre Angaben zu veröffentlichen.
Die Unruhen in Neu-Delhi begannen, als zum Schutz der Residenz des englischen Vizekönigs, Lord Linlithgow, britische Truppen in zahlreichen Lastwagen von den umliegenden Garnisonen nach Neu-Delhi gebracht wurden. Entlang der Einfahrtsstraße hatten sich Tausende von Indern — in der Hauptsache Studenten — aufgestellt, um die schwer bewaffneten britischen Soldaten mit Stein würfen zu begrüßen. Zur selben Zeit traten mehrere tausend Arbeiter in den Streik. Sie waren auch dann nicht zur Aufnahme der Arbeit zu bewegen, als die britische Polizei mit Waffen gegen sie einschritt. Auf den großen Plätzen der Stadt sammelten sich die Streikenden immer wieder und ließen sich auch von den Gewehrkugeln der Briten nicht vertreiben. In den Straßen zündete die Menge Feuer an, um britische Erzeugnisse, die von Demonstranten herbeigebracht wurden, öffentlich zu verbrennen. Gleichzeitig erfolgten Angriffe auf britische Polizeistationen und Steuerämter. Zahlreiche Arbeiter und Studenten wurden verhaftet. Als auch dies die Kundgeber nicht einschüchterte, schossen Polizei und Militär in die Menge. Die Demonstranten oer-
werben. Infolgedessen ergibt sich augenblicklich noch der Zustand, daß einzelne Landesbauernschaften restlos befriedigt sind, während bei anderen noch ein geringer Bedarf an Arbeitskräften vorliegt. Dies ist inbesondere aber auch darauf zurückzu- führen, daß die T r a n s p o r t z ü g e, die auch Rüstungsarbeiter mit sich führten, nicht immer in das Bedarfsgebiet der Landwirtschaft gelenkt werden konnten, sondern daß bei der Transportlenkung auch stets der Bedarf der Rüstungsindustrie berücksichtigt werden mußte. Es ist auch nicht immer möglich gewesen, sofort die Landarbeiter in die Landwirtschaft und die Industriearbeiter in die Industrie zu bringen, sondern manchmal ist es umgekehrt der Fall gewesen. In Kürze wird aber durch Umbesetzung auch das in Ordnung gebracht werden. Ausschlaggebend ist heute jedenfalls mehr denn je, die Ernährung des deutschen Volkes zu sichern, auch mit dem Minimum der noch vorhandenen einge- arbeiteten Betriebsführer in den Dörfern und bei einer ausreichenden Zahl von landwirtschaftlichen Arbeitskräften. Die zur Zeit noch offenen kleinen Lücken werden in aller Kürze ausgeglichen fein. Das legt der deutschen Landwirtschaft und vor allem
D ft w ä r 15 davon stießen deutsche Vorausabteilungen weiter vor und nahmen nach Häuserkampf eine am Kuban gelegene zäh verteidigte Ortschaft. Am Unterlauf des Kuban entwickelten sich hartnäckige Kämpfe, da die Bolschewisten durch mehrere Gegenstöße versuchten, das Ufer des Flusses zu halten. Der feindliche Widerstand wurde gebrochen. Gegenstöße abgewiesen und die Verfolgung fortgesetzt. Südlich Maikop verhinderten starke deutsche Zerstörerverbände der Luftwaffe ein Feft- setzen der zurückflutenden Bolschewisten. S ü d o st - wärts von Armaw yr sind schnelle deutsche Verbände nach Ueberwinbung eines Flußabschnittes im weiteren Vorstoß. Durchbruchsversuche der in diesem Gebiet abgeschnittenen feindlichen Kräfte wurden abgewiesen. Südlich Woroschilowsk warfen die deutschen Truppen die geschlagenen Bolschewisten weiter nach Süden in das Gebirge zurück.
schwanden jedoch erst, als erhebliche Verstärkungen die Hauptstraßen besetzten, so daß Neu-Delhi einem Heerlager gleich. Das Rathaus von Neu-Delhi ist fast völlig zerstört. Auch eine Anzahl anderer öffentlicher Gebäude soll von den Demonstranten nieder- gebrannt worden sein.
Angesichts der wachsenden Unruhen gab der Gouverneur der Provinz Bombay, Sir Robert Lumley, in einer Ansprache an Maschinengewehrschützen, die zum Einsatz gegen die indische Zivilbevölkerung kommen sollen, den Befehl, rücksichtslos zu feuern, wenn es gelte, die Demonstrationen zu unterdrücken. In den letzten 24 Stunden nahmen die Ausschreitungen sowohl an Umfang wie an Schwere zu. Es ist erneut zu zahlreichen Brandstiftungen gekommen. Britische Truppen muhten mit aufgepflanztem Bajonett und schußbereiten Maschinenpistolen die -wütende Volksmenge in Schach halten. In den Vororten Vithalwadi und Kandowadi wurden neuerdings 150 Inder verhaftet. In Delhi stellten nun auch die -indischen Banken, die ihre Schalter bisher noch geöffnet hatten, ihren Betrieb ein. Ein britisches Postamt wurde von der Menge gestürmt, Briefmarken und Postkarten auf die Straße geworfen und öffentlich verbrannt. Auch hier eröffnete die Polizei das Feuer auf die Menge. In Patna am Ganges schoß die Polizei mehrmals in eine zweitausendköpfige Menge, die Einlaß in die britische Gouvernementsoerwaltung begehrte. Die Regierung der Zentralprovinzen hat die Bezirksräte von Raipur, Bilaspur und Betuin auf sechs Monate ihrer Tätigkeit enthoben. Auch die Beamten von etwa zwölf Lokalämtern in diesen Bezirken wurden ihrer Posten entsetzt, da die britische Verwaltung fürchtet, daß sie mit der indischen Freiheitsbewegung sympathisieren.
Nach Meldungen aus Bombay beträgt die Zahl
Hebet die Sicherstellung der Arbeitskräfte für die Landwirtschaft durch Maßnahmen des Generatbevotlmachtigten für den Arbeitseinsatz, Gauleiter S a u ck e l, berichtet Landes- bauernführer P e u ck e r t als Beauftragter für die Landwirtschaft beim Generalbevollmächtigten in einem Aufsatz der NSK., dem wir folgendes entnehmen.
Jeder im deutschen Volke, besonders jede Hausfrau, sah doch mit Sorge alljährlich in dieser Kriegszeit dem Ernteausfall und der Erntebergung entgegen und mußte sich die Frage vorlegen, ob es der deutschen Landwirtschaft gelingen werde, im Kriege über die Aushungerungsabfickten unserer Gegner dem deutschen toolbaten und Arbeiter auf die Dauer ausreichende und dem deutschen Volke die notwendigste Ernährung zu schaffen.
Der Aufruf des Reichsbauernführers zur Erzeugungsschlacht im Jahre 1934 erfolgte zu einer Zeit, als der Arbeitskräftebedarf der Landwirtschaft zwar bereits gefährdet, aber immerhin noch ausreichend war. Der Ausbau der Industrie, die Ankurbelung der Wirtschaft, die Ueberwinbung der Erwerbslosigkeit und die Ausrüstung unserer Wehrmacht führten aber immer mehr zu einem Abzug von Arbeitskräften vorn Lande. Die Landflucht spielte dabei eine erhebliche Rolle. Wir erinnern uns alle noch daran, wie bereits vor dem Kriege mit allen Mitteln versucht wurde, die Landflucht zu bekämpfen und der deutschen Scholle geeignete deutsche Menschen zuzuführen. Diese Bemühungen sind fortgesetzt worden, wobei nur an den Landdienst der Hitler-Jugend, an den Reichsarbeitsdienst, das Pflichtjahr u. a. erinnert zu werden braucht.
Der Krieg brachte naturgemäß eine Verschärfung des Arbeitermangels auf dem Lanoe. Durch gemeinsame Feststellungen der Landesarbeitsämter und der Landesbauernschaften wurde zu Beginn dieses Jahres ein ungeheuer großer Arbeitskräftebedarf ermittelt, der die Landwirtschaft mit Besorgnis erfüllte und von dessen weitgehender Befriedigung sowohl die diesjährige Bestellung als auch die Einbringung der Ernte abhängig war. Das fd}einbar Unmögliche wurde nunmehr erreicht. Innerhalb von vier Monaten ist es dem Generalbevollmächtigten Saude! dank seiner Initiative und Tatkraft gelungen, die Landwirtschaft mit den für die Durchführung der Kriegserzeugungsschlacht notwendigen Arbeitskräften zu versehen. Zum erstenmal seit vielen Jahren ist die Landwirtschaft mit Arbeitskräften ausreichend versorgt. Was das bedeutet, kann sich der einzelne Volksgenosse in der Stadt kaum richtig vorstellen.
Selbstverständlich ist damit das Problem des Ersatzes der vielen zur Wehrmacht einberufenen bäuerlichen Betrieb sführer nicht gelöst und erst recht nicht die Lösung des grundsätzlichen Problems der Landflucht in Angriff genommen, was in diesen schweren Kriegsmonaten wohl kaum möglich ist. Es ist aber ein beruhigendes Gefühl, nunmehr zu wissen, daß der deutsche Bauernhof und die deutsche Bauersfrau zum erstenmal nach Jahren wirklich e n 11 a ft e t sind.
Durch den seit April eingesetzten massierten Einsatz von Arbeitskräften konnte eine ideale und bis zuletzt gerechte Verteilung auf die einzelnen Landes- und Kreisbauernschaften nicht durchgeführt
Srabschnst eines Mannes.
Bon Rudolf G. Binding.
Alles stirbt. Auch die Freunde sterben. Sorget nicht um mein Grab.
Erde bedeck es.
Wind beleck es.
Sonne beschein es.
Regen bewein es.
Treulos sind Menschentränen, Menschenarme und Menschenküssc. Doch eure Herbe und Süße, ihr vier unsterblichen Freunde, bringet zu mir hinab.
Rudolf G. Binding.
Zum 75. Geburtstage des Dichters am 13. August.
Von Bindings Dichtung geht ein heiliger Ernst aus. Er besaß unbeirrbare Zielgeschärftheit, die klassische Ruhe ethisch groß empfindender deutscher Kraft. In ihm lebte eine Herrenseele, lebte die innere Achtung vor sich selbst, lebte seelisches Gleichgewicht aus strenger Selbstzucht. Seine Gedichte haben ebenso viel Abgrundtiefe wie durchsichtige Helle. Was er mit ihnen meist wollte, sind Lichtgedanken eines nach Außerweltlichem strebenden Herzens, erwärmt durch eine tiefe, im Ethischen wurzelnde Idee. Dabei erlebte der Lyriker eine reinere, farbenreiche Welt des Lichts. Aber er pries auch das Irdische in werkfreudiger Glaubensstärke. Sein Schöpsergewissen zielte auf verantwortungsbewußte sittliche Leistungspflicht. Und er huldigte dem Schöpfer und der Schöpfung in all ihrer unbegreiflich großen Weite, in die still ahnend seine erdentrückte Seele sich verlor.
Auch seine Novellen stehen nur mit einem Fuß auf der Erde. Anknüpfend an ein Menschenlos, schwingen sie sich mit schöpferischen Atemzügen gottgewollter Harmonie in ein geheimnisdämmeriges Theater der Phantasie, ohne ganz die Wirklichkeit zu verlassen und doch der Enge des Irdischen
und Zeitlichen entbunden. Abstraktionslust führt hinter die Dinge in ein Vergeistigtes, Ueberwirkliches. So lenkt er auf Ewiges, Unvergängliches, Unwandelbares und Unvertilgbares, auf das Urbeftändige. Ein ins Meer fallender Flieger ist nicht tot, ist übergegangen in die Wasser des Meeres, die ihn liebten, indem sie ihn zu sich nahmen und ihn eins mit sich werden ließen. Nichts ist ihm sterblich, sondern vielmehr alles unsterblich, weil alles eine Einheit bildet. Die Novelle „Unsterblichkeit" ist eine Kriegsgeschichte. Sie trägt das erzene, unbarmherzige Antlitz des Krieges und ist doch aüerfüUt, aus einer höheren Welt. Im erstem Weltkriege entkräftet und abgezehrt, wollte er doch keines jener Jahre missen im Vertrauen, daß „in all dem etwas Positives, ein Gewinn, eine Wandlung liege". So sagt er in seinem feinfühligen Buche „Aus dem Kriege". Die „Reitvorschrift für eine Geliebte" im Odenschwung ist ein Loblied auf das Leben, eine Vorschrift für ritterfinnigen Ritt durchs Leben, tapfer und edel, gelassen und treu. Bei der Tändel- nooelle „Moselfahrt aus Liebeskummer" bleibt dem Leser der Ruch und Würzgeschmack besten Mosel-' meines lange erhalten.
Binding stammte aus altem Frankfurter Patriziergeschlecht. Sein Vater war der berühmte Strafrechtslehrer, der in den sechziger Jahren ordentlicher Professor in Basel war, wo der Dichter zur Welt kam. Er folgte dann den Eltern nach Freiburg, Straßburg und Leipzig. Seine süddeutsche Herkunft und fein süddeutscher Wohnsitz (er lebte in einer schönen Waldkolonie zwischen Frankfurt und Darmstadt) gab ihm die Geigentöne seiner Sprache. Doch seine dichterische Gesamthaltung formte sich innerhalb sich selbst bemeifternher, taktvoller, verschwiegener, zugeknöpfter akademischer Welt in der ernsten deutschen Buchhauptstadt Leipzig. Wie die großen Leipziger Verleger hielt Binding seine Zunge in Zaum und sprach nur das Unerläßliche aus.
Sehr spät, als Vierziger, ein Ausgereifter in der Vollkraft seiner Jahre, trat er als Dichter an die Öffentlichkeit, als ein Meister seines Instruments, der Sprache. Er zeigt nicht fein inneres Wachstum und Werden, keine Wandlung, Fein Schwanken, keine saure Mühe des Durchringens, nichts von seiner Werkstattbildung. Schaffenshöhe allein dünkte ihm wichtig. Sie aber hat zur Voraussetzung Lebenshöhe. Hinter all feiner gewaltsamen Selbstbezäh
mung ist doch deutlich spürbar heißes, hochgehendes Frankenblut, eine eigenständige, tiefbohrende schöpferische Gehirnmaschine, in letzter Verfeinerung ihre Formungen herausgebend. Diese Formungen sind Ewigkeitsideen in wahrhaftigster Verdichtung, sind wesentlich gewordene Natur.
Wenn jemand, so hat der Dichter sich rein und heilig zu halten. Nur bei charaktervoller Lebenseinstellung und Lebensentfaltung wird er auf ein Volk durchgeistigende und durchglühende Wirkung ausüben. Am höchsten steht uns der des Gefühls für Verantwortlichkeit voll bewußte Künstler. Ein solcher war Binding, der kurz vor Vollendung seines 71. Lebensjahres am 4. August 1938 von uns Gegangene. Paul Wittko.
Abenteuer auf Spitzbergen.
Bon Rudolf Jacobs.
Auf Spitzbergen, der nördlichsten Inselgruppe, die von Menschen bewohnt wirb; leben auch ein paar wetterharte Pelzjäger mit ihren tapferen Frauen. Die Hütten, in denen die Polarfamilien wohnen, sind oft nicht größer als bessere Klavierkisten, aber ganz praktisch eingerichtet.
Von allen Frauen jedoch, die in den Eiswüsten überwintert haben, gibt es nur fünf, die sich aktiv am Fang beteiligten. Eine der norwegischen Fangst- srauen, die auf Spitzbergen überwintert haben, ist Anna Krämer aus Tromsö. Sie hat im ganzen sieben lange Winter dort oben zu geb rächt, zwei davon hintereinander, ohne inzwischen nach Norwegen zu fahren. Ein Jahr lang hatte sie ihrs drei kleinen Kinder bei sich, die den Polarwinter ebensogut wie Erwachsene ertrugen und in bester Gesundheit nach Norwegen zurückkehrten.
Anna Krämer ist nicht nur eine tüchtige Hausfrau und eine gute Mutter, sie hat sich auch als "Hangskmann" einen Namen gemacht, wie ein Mann versteht sie mit den Fuchsfallen umzugehen und die Blaufüchse Jo herzurichten, daß sie in ihrer ganzen Pracht erhalten bleiben. Sie versteht auch gut das Jagdgewehr zu gebrauchen und hat viele Robben an der Küste erlegt.
*
„Sären", so erzählt sie, „habe ich nur einmal geschossen, und das unter besonderen Umftänben."
Die Versenkung des „Eagle".
Der britische Flugzeugträger „Eagle", dessen Versenkung im westlichen Mittelmeer wir bereits am Mittwoch gemeldet haben, mar fein moderner Flugzeugträger. Aber er war einer der wenigen Flugzeugträger, die England noch hat! England ging mit sieben fertigen Flugzeugträgern in diesen zweiten Weltkrieg. Sie waren alle veraltet bis
Kapitänleutnant Rosenbaum. (PK.-Kriegsberichter Tölle. sSch.j)
die 1937 gebaute „Art Royal", die im vorigen November von einem deutschen U-Boot, auch im westlichen Mittelmeer, abgeschossen wurde. Von diesen alten Kästen sind nur noch zwei übrig: die aüerälteften! Die erst 1939 von Stapel gelaufenen Flugzeugträger „Formidable" und „311u• ft r i o u s" sind schwer beschädigt worden.
Wie knapp England an Flugzeugträgern ist, erwies sich bei Ausbruch des ostasiatischen Krieges, als die Schlachtschiffe „Prince of Wales" und „Re- pulse" ohne Flugzeugträgerbegleitung auf die tödliche Reise nach Singapur geschickt werben mußten. Malta aber harrt auf jedes Jagbflugzeug! Jagdflugzeuge haben keinen großen Flugbereich. Ihre außerordentliche Schnelligkeit verbietet die Mitnahme von viel Brennstoff. Jagdflugzeuge können nur in seltenen Fällen ihre überseeischen Zieb ftationen und dann nur nahe Zielstationen anfliegen, sonst müssen sie zu Schiff transportiert werden, genau fo wie ein erdgebundener Panzerwagen. Malta wartet vergeblich auf Jagdflugzeuge. Der Kapitänleutnant Rosenbaum hat mit feiner U-Bootbesotzung einen derben Strich durch die Rechnung gemacht. Die Engländer klagen, daß Rommel Nachschub bekommt, ja daß feine Verbindungswege kürzer und sicherer sind als die englischen. Malta sollte wieder aktionsfähig gemacht werden. Das wäre auch ein kleines „englisches Pflaster" auf die vielen Wunden Londons gewesen. Aber der „Eagle" wurde im richtigen Augenblick versenkt.
*
Der {führet hat Kapitänleutnant Rosenbaum bas Ritterkreuz verliehen. Er versenkte als Kommandant eines Unterseebootes den Flugzeugträger „Eagle" aus einem schwer gesicherten Geleitzug heraus. Kapitänleutnant Rosenbaum wurde 1913 als Sohn eines Lehrers in Döbeln (Sachsen) geboren. 1932 trat er in die Kriegsmarine ein und wurde 1937 zur Unterfeebootwaffe kommandiert. Als Un» terfeebootsfommanbant versenkte er bisher sechs Schiffe mit 45 000 BRT. in Nordsee und Atlantik. Die Versenkung des Flugzeugträgers „Eagle" ist fein erster Erfolg im Mittelmeer.
der Opfer des britischen Blutterrors in Indien bis Zur Stunde 500 Tote und mehr als 3000 Verletzte. Es ist aber damit zu rechnen, daß sich diese Ziffern' noch erhöhen werben, da aus mehreren entfernter liegenden Städten bisher nur die durch die britische Zensur gegangenen Zahlen vorliegen. Da die Riede rknüppelung der um ihre Freiheit ringenden Inder weiter andauert, erhöht sich die Zahl der wehrlosen Opfer des britischen Bluttausches von Stunde zu Stunde. Einen Beweis dafür, daß den Briten die feste Haltung der Inder den letzten Rest von Besinnung genommen hat, liefert die Meldung einer britischen Nachrichtenagentur aus Bombay, nach der die britische Indien-Regierung jetzt den Belagerungszustand verschärft hat und jeder De« monftrant mit der Todesstrafe rechnen muß. So tritt das demokratische England, das durch Cripps
Das war damals, als ich meine Kinder mit hatte. Mein Mann und die zwei Jungens waren draußen im Gebiet, um nach den Fuchsfallen zu sehen, ich war mit dem Töchterchen Aase allein zu Hause. Als ich meine Jäger zurückerwartete, ging ich mit dem Feldstecher nach draußen. Während ich da stand und nach ihnen Ausschau hielt, hatte ich plötzlich das Gefühl, nicht mehr allein zu fein. Ich drehe mich um und sehe ein Ungetüm von Bären direkt vor mir, keine zwanzig Meter entfernt Ehrlich gesagt, ich bekam Angst, und es ist wohl überflüssig, zu sagen, daß ich so schnell wie möglich danach trachtete, in meine Hütte zu kommen. Der Bär folgte mir nach, und diese Tiere sind ja recht geübt im Springen. Ich bekam noch gerade die Tür zu, bevor der Bär das Haus erreicht hatte. Unglücklicherweise war der Bär wie alle feine Stammes- genossen sehr neugierig und begann, sich an den Gerätschaften draußen und ein paar Seehunden, die dort herumlagen, zu schaffen zu machen.
*
Während der Bär sich an den Speck hielt, «eiterte ich durch das Fenster der anderen Seite nach draußen und stieg auf das Dach.. Ich legte die Vüchse an und schoß. Ob es die Aufregung oder die Anstrengung , auf das Dach zu kommen, war, weiß ich nicht. Jedenfalls wurde es nicht ein Volltreffer, wie ich erwartet hatte. Ich hatte den Bären leider nur verwundet.
Mit einem Gebrüll, das man weithin hören mußte, stürzte der Bär auf die Hütte los und begann gegen die Tür zu schlagen. Ich dachte an mein Töchterchen. Es saß ganz allein in der Hütte und mußte von dem rasenden Bären getötet werben, wenn es dem gelang ...
Der nächsten Sekunden entsinne ich mich nicht mehr genau, aber wie im Traum glaube ich zu sehen, wie ich auf dem Hüttendach stand, fest und aufrecht wie aus Stein, und schoß — schoß, bis das Magazin leer mar. Der Bär hatte schon die Tür zerschlagen, als er zu Boden sank.
Bald darauf kamen auch meine Leute zurück, und anstatt mich für den schönen Fang zu loben, den ich in ihrer Abwesenheit gemacht hatte — sie brachten nämlich nicht einen einzigen Fuchs nach Hause — schalten sie mich aus, weil ich soviel Müntzer, für den Bären verbraucht hatte
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