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Donnerstag, 13. August 1942

Gießener Anzeiger

(92. Jahrgang Nr. 189

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genau den gleichen, wenn nicht noch schlimme- Absatzsorgen zu kämpfen haben wie etwa die

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hrer Massenprodukte nicht in unerwarteter Schnelligkeit die luna in der Welt errungen I Heere zertrümmerte und das ganze

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Dominien aber mit ihrer zahlenmäßig dünnen Be­völkerung konnten niemals die gleiche wirtschaftliche Rolle für England spielen wie das reiche Indien mit seiner riesigen, zwar kaufkrastarmen, aber wirt­schaftlich immerhin nutzbaren und entwicklungsfähi­gen Bevölkerung. Das südafrikanische Gold, das rhodesische Kupfer, der kanadische Weizen und das

lich Stalingrad wurde ein sowjetischer Jan- zerzng durch Bombentreffer vernichtet, auf der Wolga ein Frachtschiff versenkt und drei weitere beschädigt.

Rordwestlich Woronesch nahm der Feind nach längerer Zeit feine Entlastungsangriffe wieder auf. Sie wurden in harten Kämpfen abgewehrt und da­bei 40 Panzer vernichtet.,

3m Raum von Rschew wurden auch gestern wiederholt Angriffe zahlenmäßig überlegener feind­licher Kräfte 3um Teil im Gegenangriff abge­schlagen.

Südostwärts des Ilmensees und an der Wolchow front scheiterten erneute Angriffe des Feindes zum Teil im Rahkampf. Im Finnischen Meerbusen versenkten Kampfflugzeuge drei feindliche Bewacher und beschädigten mehrere Be­wacher und ein Minensuchboot schwer.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben. ver­senkte ein deutsches Unterseeboot unter Führung des üapitänleutnanlsRosenbaum am 11.August im westlichen Mittelmeer den englischen Flugzeug­trägerLagle" aus einem stark gesicherten Geleit­zug mit vier Torpedotreffern.

Ein bei Tage in die Deutsche Bucht einfliegendes britisches Jagdflugzeug wurde im Luftkampf zum Absturz gebracht. In der vergangenen Rächt unter­nahm die britische Luftwaffe neben wirkungslosen Störflügen in das Gebiet der Deutschen Bucht An­griffe auf Wohnviertel mehrerer Städte Westdeutsch­lands, hauptsächlich auf Mainz und Wiesbaden. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Durch Spreng- und Brandbomben entstanden Sach- und Gebäude­schäden. Rachtjäger und Flakartillerie schossen elf der angreifenden Bomber ab.

An der Südküste Englands sowie in den Midlands belegte die Luftwaffe bei Tage und in der Rächt zum 12. August kriegswichtige Anlagen mit Spreng- und Brandbomben, die schwere Zer­störungen, Brände und Explosionen hervorriefen.

Lleber 1 Million Gefangene seit Beginn der Frühjahrsoffensive

Der Wehrmachtbericht.

DRB. Aus dem Führerhauptquarlier, 12. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Truppen des Heeres unter Führung des Generals der Panzertruppen Paulus, hervorragend unter­stützt durch die Flakartillerie und die fliegenden Verbände der Luftwaffe unter Führung des Gene­ralobersten Freiherrn von Richthofen im großen Donbogen westlich Kalatsch die Masse der sowjetrusfischen 62. Armee und ffatfe Teile der 1. Panzerarmee vernichtet. In dieser Vernich- tungsschlacht wurden bisher 57000 Gefangene eingebracht, über 1000 Panzerkampfwagen und 750 Geschütze aller Art vernichtet oder erbeutet. Die blutigen Verluste des Gegners find hoch. Bei diesen Kämpfen haben sich auch kroa­tische Truppen bewährt.

Seit Beginn der Frühjahrskämpfe, der Schlacht auf der Halbinsel Kertsch, bis zur Be­endigung der Schlacht im großen Don-Vogen haben die deutschen und verbündeten Truppen an der Ostfront 1 044741 Gefangene eingebracht, 6271 Panzerkampfwagen und 10131 Ge­schütze aller Art erbeutet oder vernichtet.

In derselben Zeit wurden 4960 feindliche Flugzeuge in Luftkämpfen, 664 Flugzeuge durch Flakartillerie abgeschossen und 432 Flug­zeuge am Boden zerstört.

Im Kaukasusgebiet nahmen rumänische Truppen ostwärts der Landenge von Kertsch die zäh verteidigte Stadt Slawjanskaja. Deutsche Truppen dringen weiter in das Kaukasusge­birge vor. Die Luftwaffe setzte ihre Angriffe auf den sowjetischen Räumungsverkehr im Küstengebiet sowie in den Schwarzmeerhäfen fort. Ein Bewacher, zwei Transportschiffe und zwei Küstenfahrzeuge wurden durch Bombentreffer versenkt, sechs Trans­portschiffe und ein Küstenfahrzeug beschädigt. Süd-

Indiens Stunde

Von einem besonderen Mitarbeiter.

dos geradezu als das Fundament der englischen In­dustrie gelten muß. Was wäre die Textilindustrie Lancashires ohne den indischen Käufer? Sie würde

lnale Lebensfrage.

Als in erster Linie wirtschaftlich denkendes Volk haben die Briten in ihrer weltweiten Kolonial­politik die Notwendigkeit machtpolitischen Denkens den völkischen Gegebenheiten übergeordnet. Indien bedeutete für England eine fast unerschöpfliche wirtschaftliche A u s b e u t u n g s q u e l l e. Diese Kolonie bedeutete damit mehr als alle andern für den englischen handel ein höchst ge­winnbringendes Objekt. Die 380 Millionen Inder waren für die englische Industrie dankbare Abneh- Inner, die sich nicht wie etwa Japan darüber Sorgen .u machen brauchte, wo und wie sie ihre Erzeug- nisse absetzen sollte. Das indische Volk nahm den englischen Produzenten alle Absatzsorgen ab, ja, man kann sagen, daß die englische Industne ohne den indischen Käufer ifyivr Masser.produkte hre hervorragende Stellung in der Welt errungen haben würde. Wahrend der japanische Kampf um ausreichenden nationalen Lebensraum im wesent« üd)en ein Kampf um sichere Absatzgebiete ist, liegt die riesige Bedeutung Indiens gerade in dem D o r = handensein einer enormen Käufer- Ichicht für britische Industrieprodukte -selbstver­ständlich beschränkt sich die Bedeutung Indiens Jir England nicht allein hierauf, aber die Struktur des Empire ist doch so weitgehend wirtschaftlich be­dingt, daß die Kaufkraft Indiens für England eine entscheidende Rolle spielt, nicht nur eine wirtschaft­liche, sondern auch eine politische.

In der englischen Politik und gerade auch in der Kolonialpolitik gehen wirtschaftliche ynter- essen so weitgehend mit politischen Zielsetzungen zu­sammen, daß der politische Schwerpunkt der bn° 'ischen Geschichte sich stets dorthin zu verlagern Pflegte, wo die wirtschaftlichen Interesien des Em­pire sich am stärksten verdichtet hatten. Das Brittsche Reid), das wir heute vor uns sehen, ist nicht einmal das Ergebnis einer planvollen und vorausschauen­den Kolonialpolitik, sondern häufiger das Ergebnis »on Zufällen, Launen und Aberteprergeist. Cecil Rhodes m Afrika, Robert Clive in Indien, Stam-

Zinn Malakkas erreichten für den Wohlstand der Engländer nicht die gleiche Bedeutung wie das erschöpfliche Menschenreservoir Indiens,

Der große Sieg im Donbogen

Von unserer Berliner Schriftleitung.

deutsche Textilindustrie in den Jahren bis 1933.

Indien hat den englischen Wohlstand geschaffen. Seine zusammengeballte Kaufkraft gab den Aus­schlag. Die indische Baumwolle ging zur Ver­arbeitung nach England und kam von dort in Form vom Baumwollwaren wieder nach Indien zurück. Der Verdienst, der in der Verarbeitung lag, sowie der Zwischenverdienst bei dem Weiterverkauf an den indischen Konsumenten floß in die englischen Taschen. Ebenso verhielt es sich mit Tee, den die Engländer mit hohem Aufgeld an die europäischen und amerikanischen Abnehmer verkauften, mit Reis und Jute. Erst die seit dem Weltkrieg auch in In­dien um sich greifende Industrialisierung beschnitt den englischen Zwischenhandelsgewinn. Es gehörte gerade zu dem Emanzipationsprogramm der indi­schen Freiheitsführer, daß die indische Baumwolle in Indien selbst verarbeitet werden sollte und nicht weiter in Lancashire. Nicht ohne Grund zeigte sich Mahatma Gandhi so demonstrativ mit einem Spinn­rad.

Nach drei Monaten.

Am 12. Mai meldete der Wehrmachtbericht, daß auf der Halbinsel Kertsch deutsche und rumänische Truppen zum Angriff angetreten waren. Genau ein Vierteljahr später am 12. August gibt der Wehrmachtbericht einen Ueberblick über die Ge- angenen- und Beutezahlen in den letzten drei Monaten feit jenem 12. Mai.

Die hohen Verluste an Menschen und Material haben die Sowjets zum Nachdenken gebracht. Stalin selbst hat noch während der schweren Winter­kämpfe seine Kommandeure ermahnt, mit Menschen - und Material sparsam umzugehen und durch Ge- chicklichkeit und Ueberlegung die Opferung von Truppen und Kriegsgerät zu ersetzen. Letztlich hat auch Timoschenko in seinem vielgenannten Tages­befehl vom 10. Juli über die Notwendigkeit einer elastischen Verteidigung nichts anderes gesagt. Die Sowjets, die noch im Winter die tollste Verschwen­dung trieben, wurden durch die ihnen ganz un­erwartete Schlagkraft des 'deutschen Ostheeres zu einem sparsameren Einsatz gezwungen eine Sparsamkeit, die sich vor allem darin aussprach, daß sie Kriegsmaterial mit allen Mitteln zu retten versuchten. Lieber opferten sie noch Menschen als Kriegsmaterial!

6271 Panzerkampfwagen, 10131 Geschütze und 6056 Flugzeuge sind Ausfälle, die. um so fühl­barer sind, als die Sowjets jetzt aus ihrer eigenen Erzeugung sie nicht mehr zu decken vermögen und auf die Zufuhr aus England und den Vereinigten Staaten angewiesen sind. Die Bedeutung der See­schlacht im Arktischen Meer, wo 38 Geleitzugdamp­fer versenkt wurden, tritt in diesem Zusammenhang klar hervor. Aber noch eins: Durch den Verlust der Versorgungsgebiete im Donez-Don-Bogen und im Nordkaukasus entstehen Lücken in der Lebensmittel- und wahrscheinlich auch schon in der Brennstoffver­sorgung, die gefüllt werden wollen. Damit erwächst bei der Knappheit an Schiffsraum dem Kriegsmaterialbezug aus England und den Ver­einigten Staaten ein Vordringlichkeitswettbewerb durch die Notwendigkeit von Lebensmitteltrans­porten.

Die Beutezahlen sind viel. Aber mehr ist das er­oberte Gebiet. Mehr ist auch die schwere Erschütte­rung des Selbstvertrauens auf bolschewistischer Seite. Mit welchen Hoffnungen begrüßten sie den frühen und strengen Winter! Wie stolze Reden führ­ten sie damals in London und Washington! Sie waren die Matadoren, die den Drachen des Nazis­mus beinahe erlegt haben. Timoschenko wollte am 15. Mai eine Parade seiner Panzer auf dem Roten Platz in Charkow abnehmen! Charkow ist heute tiefes Hinterland. Sewastopol ist gefallen. Der innerste Donbogen ist erreicht. Von der Masse der 62. Sowjetarmee und starken Teilen der 1. Pan­zerarmee sind 57 000 Gefangene übriggeblieben. Was in den Don-Hügeln und Don-Schluchten an Sowjets gefallen ist, davon kündet keines Sängers Lied! Die Deutschen aber stehen hn Kaukasus!

Dr. Ho.

mit so großen Hoffnungen Churchills und Stalins zum Angriff gegen Europa bereitgestellten bolsche­wistischen Macht auseinanderbrechen läßt, gleich­sam, als seien die Nieten, die ein großes Schift zusammenhalten, gelockert worden, so daß die ein­zelnen Schiftsteile auseinanderbersten.

Im Don-Bogen bet Kalatsch ging eine erbitterte Schlacht vor sich. Die Bolschewisten strengten alle Kräfte an, um das Vorfeld von Stalingrad erfolg- reich zu verteidigen. Trotz hochsommerlicher Hitze, unterbrochen durch starke Gewitterregen, haben un­sere Truppen eine bolschewistische Armee ein gekesselt. Stalin hatte, als die Gefahr drohte, durch einen Geheimbefehl, der die Lage so schilderte wie sie ist, den grauen Massen seiner Heere befohlen, nicht mehr zurückzuweichen undjeden Zoll Boden" zu ver­teidigen. Er hatte angekündigt, daß von hinten bolschewistische Gruppen mit ihren Maschinenge­wehren die Truppen vorwärts treiben würden und hatte ferner erklärt, die wirtschaftliche, kriegswirt­schaftliche und Ernährungslage seines Rumpsreiches sei so, daß heute die Bolschewisten weder an Men­schen noch an Nahrungsmitteln noch Rüstungspro- duktton oen Deutschen überlegen wären» Damit

Stalin wird jetzt, nach dem Fehlschlag seiner Hoff­nungen, eine unüberwindliche Barriere um Stalin­grad gezogen zu haben, wissen, welches Schicksal ihm blüht.

Oie Schlacht von Kalatsch.

Die bei den Kämpfen im großen Donbogen ge­schlagenen Bolschewisten, verstärkt durch eiligst auf das Kampfteld geworfene Reserven, hatten sich in dem Höyengelände westlich und nörd­lich Kalatsch festgesetzt und versuchten, in diesem zur Verteidigung günstigen schluchtenreichen Kampf­gebiet den weiteren deuftchen Angriff aufzuhalten.

hatte Stalin den Befehl Timoschenkos, sich elastisch zu verteidigen, zurückgenommen und den äußersten Widerstand zur Rettung der Stadt anbesohlen, die feinen Namen trägt und in der er jetzt Zusammen mit Woroschilow weilen soll, um den Widerstand zu organisieren. Immer neue Reserven warf das bolschewistische Oberkommando in den Kampf um Kalatsch. Wenn es die lebenswichtigen Gebiete nicht aufgeben wollte, blieb ihm nichts anderes übrig, als sich abermals der Gefahr auszusetzen, daß starke bol­schewistische Kräfte bei der Verteidigung eingeschlos­sen und vernichtet würden. Es lief also notgedrun­gen wieder auf die verzweifelte Strategie hinaus, die bisher Stalin so schlecht bekommen war. Und so ging die Schlacht am Don-Bogen verloren. Wir hatten wieder einmal die Verteidiger eingekesselt. Der Don-Bogen ist in unserer Hand.

Noch ist es nicht an der Zeit, auf Einzelheiten einzugehen. Was unsere Infanterie und Panzer­truppen, unsere Flak und unsere Pioniere im Don­bogen unter der Führung von General der Panzer­truppen Paulus, sowie unsere Flieger unter Generaloberst v. Richthofen geleistet fjaben, wird auf immerdar zu den stolzesten Taten unserer Tapfe­ren gehören. Die bolschewistische 62. Armee und Teile der 1. roten Panzerarmee haben aufgehört zu be­stehen.

Der Don-Kessel ist ausgeräumt. Unsere Truppen haben in harten Kämpfen gegen immer neue Ent- lastungsversuche den Gegner gepackt und ihn ver­nichtet, Der Weg ist frei zu neuen Daten« und

forb Raffles in Hinterindien und Indonesien waren große Kaufleute mit Abenteurerblut, aber sie schu­fen oft gegen den Willen der Londoner Büro­kratie das britische Empire. Das Wort Sir Walter RaleighsWer die Meere beherrscht, be­herrscht die Welt und auch die Reichtümer der Welt!" ist typisch englische es wurde in den folgen­den Jahrhunderten zum Leitmotiv der englischen Politik. Es ist ebenso typisch englisch, daß der Entdecker" von Singapore, Stamford Raffles, Kaufmann war und in Diensten der gleichen Ostindischen Kompagnie" gestanden hatte, der auch derOrganisator Britisch-Indiens", Robert Clive, angehört hatte. Die stete Verkoppelung von Wirt­schaft und Polittk läßt das britische Reich als eine ungeheure wirtschaftliche Organisation erscheinen, der ein weiter machtpolitischer Mantel umgehängt wurde. Und während das politische Zentrum dieses Reichs die englische Insel ist, hat sich Indien im Lauf seiner Entwicklung immer mehr als das Zentrum des wirtschaftlichen Blut­kreislaufes des Empire erwiesen. Außer­dem aber ist Indien sicherlich derjenige des Bri­tischen Reichs, in dem sich die immer start ausge­rüstete britische koloniale Schulung am stärksten auswirken konnte.

Kanada mit feinen ungeheuren kältestarren Weiten, Australien mit seinen unabsehbaren Wü­sten, Südafrika mit seiner verhältnismäßig ge­ringen landwirtschaftlichen Produktivität, alle drei

Die Sieger in der Vernichtungsfchlacht im großen Donbogen: General der Panzertruppen Paulus (links) und Generaloberst Freiherr von Richt- Hosen (redjts), (PK.-Berichterstatter Haehle. sSch.j)

In harten Kämpfen durchbrachen die deutschen Trup­pen im Norden dieses Höhengeländes die stark be­festigten Auffangstellungen. Gleichzeitig zerschlugen Sturzkampf- und Schlachtflugzeuge die Brücken im aroßen Donbogen. Gegenangriffe gegen den sich bil- denden deuftchen Einschließungsring brachen im zu­sammengefaßten Feuer der Infanterie und Schnel­len Verbände, von Sturmgeschützen unterstützt, zu­sammen. In erbitterten Kämpfen wurden die Bol­schewisten immer weiter in das Innere des um­faßten Raumes zurückgeworfen. Feindliche Ent­setzungsangriffe, tue vom Oftufer des Don durch Artilleriefeuer unterstützt wurden, brachen zusam­men. Im Nachstoß gegen die geworfenen Bolsche­wisten stürmten die deuftchen Truppen trotz starken feindlichen Abwehrfeu^s südlich Kalatsch vom Feind zäh verteidigte Stützpunkte und stark verminte Höhenstellungen. Vergeblich versuchten die Bolsche­wisten, von außen her neue Truppen in den Kampf zu werfen. An den zerstörten Don-Uebergängen stauten sich die feindlichen Kolonnen und wurden in pausenlosen Bombenangriffen zerschlagen. Mehrere hundert Panzer, die der Feind aus dem Raum von Stalingrad an die Front warf, wurden vernich­tet, bevor sie in den Kampf eingreifen konnten.

Dicht westlich Kalaftch, wo sich der Feind in Ge- löndemulden festgesetzt hatte, wurde bei tropischer Hitze besonders erbittert gerungen. Gegen Ende der Schlacht ragten sich die Bolschewisten noch eimnd

I.

Die politische Geschichte Indiens pendelt in ihren Gegenpolen zwischen Akbar und Robert Clive. Ob­wohl zwischen dem entscheidungsvollen Wirken dieser beiden Männer nur etwa 150 Jahre liegen, liegt doch in der Gegenüberstellung des Reichs der Groß- mogule, der Gründung von Babur und der Errich­tung der britischen Herrschaft über bas zersplitterte Indien die ganze Gegensätzlichkeit desindischen Problems". Der Sieg bei Plassey war für das zu­künftige Geschick Indiens vielleicht weniger entschei­dend als die innere Uneinigkeit und politische Ziel­losigkeit eines damals noch wenig mit europäischen Methoden vertrauten Volkes. Durch den Sieg der Ostindischen Kompagnie wurde doch erst vollen­det, was vorher schon durch die inneren Kämpfe besonders gegen die Radschputen und Marathen be­gonnen worden war.

In Indien. hat sich, allerdings in vergrößertem und verzerrtem Maße, ein ähnlicher Vorgang abge­spielt, wie er auch bei einst uneinigen und im Innern zerrissenen, heute aber machtvollen Völkern Europas zu beobachten war. Auch ohne Robert Clive hätte sich dasIndian Empire" gebildet, aber niemals wäre ohne Akbar eine allindische staatliche Einigung möglich gewesen. Damit soll gesagt sein, daß der Erfolg der Ausbeutung innerer Uneinigkeit eines fremden unterworfenen Volkes doch nur eine Zeitfrage ist, wenn die eine Voraussetzung das Vorhandensein ausreichender Machtmittel ge­geben ist. Damit soll aber auch gleichzeitig gesagt fein, daß es in großen Völkerorganisationen großer Führernaturen bedarf, um die vielfältig en, oft aus- emanderstrebenden Kräfte zu sammeln. Das Fazit der britischen Herrschaft in Indien war Zer­splitterung divide et impera die Lebens­aufgabe Akbars und Baburs dagegen Zusam­menfassung. Diese beiden gegensätzlichen Strö­mungen sind in Indien bis zur letzten Konsequenz durchgeführt und durchgekämpft worden. Die kon­sequente Tat Akbars führte zum geeinten Indischen Reich, die vielleicht ebenso konsequente Tat Robert Clives führte zur staatsrechtlichen und macht- politischen Austeilung Indiens und seiner Zusam­menfassung imIndian Empire", dem Kernstück britischer imperialer Macht.

Die Engländer haben in ihrer kolonialen Lauf­bahn manchen Fehler gemacht, der zwar im Augenblicke nicht als solcher erkennbar war, sich aber doch im gegebenen Augenblick als schweres ^Hemmnis bemerkbar machte. Ein solcher Augenblick geradezu klassischen Ausmaßes war die Klausur, der Australien fast bis auf den heutigen Tag unter­worfen wurde, dann die Duldung des Emporkom- mens der Vereinigten Staaten, die früher oder später zum Verlust Kanadas und der britischen Stel­lung auf der westlichen Erdhälfte führen muß. Und ein ebenso großer Fehler wie die Hinnahme der Monroe-Doktrin durch England war der Aufbau der britischen Macht in Indien fast ausschließlich aus der inneren Zerrissenheit des in» dischen Volkes. England mußte an dem Bei­spiel gerade der Monroe-Doktrin sehen, daß das Zeitalter der Völker-Emanzipation gekommen war; es mußte erkennen, daß ein Volk von fast 400 1 Millionen Menschen eine autonome Macht bedeutet, auch wenn diese Macht erst in Genera­tionen zu verwirklichen ist wie in Indien.

Diese Kardinalfehler der englischen Kolonialpolittk mußten spätestens bei einer Auseinandersetzung, in die auch alle Teile des Britischen Reiches mit ein- bezogen wurden, zu schweren Folgen für den Wei­terbestand des Empire führen. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. Das menschenleere und verteidi­gungsschwache Australien zittert vor einem unmittel­baren Angriff, der amerikanische Besitz Englands gleitet mehr und mehr in die Hände der USA. über und Indien, das Herz der britischen imperialen Macht, steht vor der Entscheidung über seine nativ-

Deutschen Reiches von Woronesch über den Don- Dogen bei Kalatsch bis Pjatigorsk im den Dorbergen des Kaukasus sind unsere und die uns verbündeten Truppen in einer Offensivbewegung begriffen, die ...... **'» bolschewistischen