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192. Jahrgang Nr. 162

Gietzener Anzeiger

Montag, 13. Juli W2

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vrvhlsche Univerfitälrdruckerei 8. £owge General-Anzeiger für Oberhessen * «iehen.^cholftrahel-y

lässig mit allen Maschinen, die sie einsetzen kann,

Der Vernichtungsschlag westlich des Don

Reste der 8. Fahrzeugen. Geflimmer Schlachten.

gegen die Truppen der Achse und fliegt erbitterte Angriffe auf die von der deutschen und italienischen Luftwaffe belegten Frontflugplätze. Soeben greift ein von Jägern begleiteter starker Bomberverband unseren Nachbarplatz heftig an, und wir selbst wur­den schon in früher'Morgenstunde von seinen Jagd­bomben aus unseren Zelten in die Splittergräben gelockt. Ein ungewohntes Bild, den Kampf bei Tage zu sehen! In treuester Waffenkameradschaft unter­stützen unsere deutschen Jäger, Kampfflugzeuge und Aufklärer die Panzerarmee.

Gestern flogen wir Aufklärung über dem feindlichen Gebiet. Ohne eigenen Jagdschutz stießen wir tief in den feindlichen Raum hinein, um, von allen Seiten bedrängt durch tausend Gefahren einen Blick in die Lage beim Feinde zu tun. Wir sahen den heftigsten Kampf an allen Teilen der Front, sahen die Qualmwolken der von unserer Artillerie oder durch Stukas vernichteten Panzer, sahen sogar zwei Stukas steil hinabstürzen auf ihre Opfer. Und dann blickten wir nach Süden, in den gähnenden Schlund der Wüste, und nach Norden in die dunkle Flut des blauen Meeres, die die schwei­genden Zeugen dieses Kampfes sind, der um die El-Alamein-Stellung tobt.

feindliche Flugzeuge abgefchosfen. Auf Malta wur­den Stützpunkte der britischen Luftwaffe bombar­diert.

An der Südküste Englands versenkten leichte Kampfflugzeuge zwei Zerstörer aus einem feindlichen Kriegsschiffsverband. 3n der vergange­nen Nacht belegte die Luftwaffe kriegswichtige Ziele an der englischen O st k ü st e mit Bomben schweren Kalibers. 3m Südteil des St.-Georg-Kanals wurde bei einem Angriff auf einen feindlichen Geleitzug ein Frachtschiff durch Bombentreffer beschädigt.

Nach einem wirkungslosen Störangriff auf die Stadt Flensburg in den Abendstunden des ge­strigen Tages flogen in der Nacht zum Sonntag einige britische Bomber in das Gebiet von Danzig ein. Durch Spreng- und Brandbomben entstanden in Wohnvierteln der Stadt Danzig Sach- und Ge- bändeschäden. 3n einem zerstörten Krankenhaus fanden zahlreiche Kinder den Tod. Vier der angrei­fenden Flugzeuge wurden abgefchosfen.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, ver­senkten deutsche Unterseeboote im Atlantik und in amerikanischen Küsten- gewäsfern 18 feindliche Handelsschiffe mit 116 000 VRT. Ein weiteres Schiff von 7000 VRT. wurde durch Torpedotreffer beschädigt. Drei Trans- portfegler wurden durch Arüllerie versenkt. Damit hat die deutsche Unterseebootwaffe auf den Kriegs­schauplätzen des Atlanttk, des nördlichen Eismeers und des Miltelmeeres feil dem 1.3uli 34 Schiffe mit 225 900 VRT. verfenkt und den feindlichen Nach- fchuboerkehr nach allen Fronten wiederum schwer getroffen.

Woronesch am 7. 3uli wurde südlich davon der Don in einer Breite von 350 km erreicht und mehrere Brückenköpfe über den Fluß gewonnen. Zwischen dieser Front am Don und den früher bedrohten, jetzt 300 Kilometer rückwärts gelegenen Städten Lharkow und Kursk befindet sich feinnennen 5- werter Feind mehr. Nach bisherigen Mel­dungen wurden im Verlaufe dieser Kämpfe 88 689 Gefangene eingebracht, 1007 Panzer und 1688 Ge­schütze sowie eine unübersehbare Menge anderer Waffen und Kriegsgerät aller Art erbeutet oder vernichtet. 540 Flugzeuge wurden abgeschossen. Die

englischen Armee, stehen Tausende von hier wogt der Kampf, und in dem des Hellen Tages toben erbitterte

Wort aber sprechen in diesen Tagen

Das neue Ungarn

Von unserem eh.-Berichterstatter.

Das erste----

die unzähligen Flugzeuge, die sich vom frühe­sten Morgen bis in die Dämmerung hinein hoch oben in den Lüften einen von der Erde kaum war- nehmbaren Kampf liefern. In rollenden Einsätzen stürzen sich deutsche Stukas jenseits der Linien in das Getümmel, die britische Luftwaffe rollt unab-

Der neue Ll-Booterfolg.

Seit dem 1. Juli 34 Schiffe mit 225900 BAT. versenkt.

DNB.....12. Juli. (PK.) Die Panzerarmee

ist in Aegypten in die El-Alamein-Stellung, die sich, gut befestigt, vom Meer bis zur Kattara-Senke hinzieht, eingedrungen. Mit allen noch zur Ver­fügung stehenden Kräfen hat sich der Feind, zur letzten Verteidigung aufgerafft, und sich den Divi­sionen der Achsenmächte zum Kampf gestellt. Und jetzt zeigt sich, wie st a r k die englische Kolo­nialarmee in Nordafrika überhaupt gewesen ist, denn immer noch sind seine Truppen an Zahl beträchtlich, hier im Raume zwischen Alexandria und El Alamein, zwischen dem Nil- Delta und den Kattara-Salzsümpfen stauen sich die

Oer Wehrmachtberichi vom Gamstag.

DNB. Musbern Führerhauptquarkier, 11.3uli. Das Oberfommanbo bet Wehrmacht gibt bekannt:

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche und verbündete Truppen, hervorragend unterstützt durch bie Luftwaffe, im Verlaufe der Angriffsoperationen westlich des Don vom 28. 3uni bis 9. 3uli den Feind vernich- tend geschlagen. Nach der Einnahme von

Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag.

DNB. Ausdem Führerhauplquartier, 12. 3uli. Das OKW. gibt bekannt:

3m Südabschirilt der Ostfront stoßen schnelle Verbände und bewegliche Abteilungen der 3nfan- leriedivisionen dem weichenden Feinde in rafflo- ser Verfolgung nach. Oertlicher Widerstand wurde überall gebrochen. 3n R o st o w sowie in mehreren Häfen der Kaukasus-Küste wurden kriegswichtige Anlagen mit Bomben belegt. Ent­lastungsangriffe des Feindes nordwestlich Woro­nesch blieben auch gestern erfolglos. 3m Zusam­menwirken mit der Luftwaffe wurden dabei 63 feindliche Panzer vernichtet. 3m Raum nördlich und nordwestlich Orel wiederholte der Feind seine Angriffe mit stärkeren 3nfanferie- und Pan­zerkräften. Sie wurden mit wirkungsvoller Unter­stützung der Luftwaffe in harten Kämpfen abge­wiesen. An der W o l ch o w - F r o n t f cheiterten feindliche Angriffe unter hohen Verlusten. Die Sow­jet-Luftwaffe verlor am gestrigen Tage 74 Flugzeuge. Sechs eigene Flugzeuge werden ver­mißt.

3n Aegypten dauern die schweren Kämpfe in der El Alamein-Stellung an. Kampf- und Sturz­kampffliegerverbände griffen die britischen Stellun­gen und motorisierten Kräftegruppen mit Bomben schweren und schwersten Kalibers an. Sie fügten dem Feind großen Schaden zu. 3n Luftkämpfen wurden von deutschen und italienischen Fliegern 14

Schwerer Kampf an der El-Alamein-Stellung

Von Kriegsberichter Werner Bockelmann.

Diese Einstellung läßt mit Freuden an den deut­schen Siegen teilnehmen, wo immer sie errungen werden. Sie bekundet sich ober nicht weniger in dem alles beherrschenden Gefühl der Schicksalsver- bundenheit mit den Achsenmächten und den dafür zu bringenden Opfern, Schweigend werden alle Einschränkungen hingenommen, die der Krieg der Heimat auferlegt, mit Würde werden die Opfer getragen, welche die siegreiche Front fordert. Und unermüdlich unterzieht man sich den täglichen Mehr­leistungen, die zum Wohl des Ganzen unternommen werden müssen. Die Landesnatur Ungarns bringt es mit sich, daß feine Hauptanstrengungen auf dem Gebiete des Landbaus liegen. Der Bodenertrag muß gesteigert werden, sei es durch Intensivierung der Bodenbestellung, sei es durch Ausweitung der Bo­denfläche. In beiden Fällen kann noch viel ge­schehen, und es wird geschehen. Der Angriff gilt hier den Steppen zwischen Donau und Theiß. Die Romantik der Pußta, an der einheimische und fremde Dichter und Besucher sich begeisterten, wird darüber wohl allmählich verschwinden. Allein das ungarische Volk will leben und seinen Beitrag für ein freies Europa leisten. In diesem spielt der un­garische Weizen eine ausschlaggebende Rolle, viel­leicht später auch der Mais und die hochwertigen Futtermittel. Aufgaben drängen sich auf poli­tischem wie wirtschaftlichem Gebiete in Fülle auf. Das ungarische Volk ^ühlt die Verantwortung, die es für die eigene wie für die europäische Zukunft trägt.

innewohnende Schwung und ihre taktische Beweg­lichkeit werden schon dafür sorgen, daß die Juden­frage in stetigem Fluß bleibt und zu einer restlosen Lösung gelangt.

Wenn wirtschaftliche Rücksichten im Augenblick hier und da das Tempo etwas mäßigen, so hat das mit der grundsätzlichen Einstellung des ungarischen Volkes nichts zu tun. Vielmehr liegt alles in der gesamt-ungarischen Entwicklung begründet, die von der überlegenen Staatskunst des Reichsverwesers von Horthy gelenkt wird. Sein ausgesprochener Sinn für die Wirklichkeiten des Völkerlebens hat ihn in den letzten Jahren von Erfolg zu Erfolg geführt. Er weiß aber auch, daß kein Erfolg von Dauer sein wird, der nicht ein organisches Glied einer Entwick­lungsreihe ist. Deshalb findet man in feiner Ge­folgschaft, die bas ganze magyarische Volk umfaßt, auch in trautem Nebeneinander die Alten und die Jungen, bie Lebenserfahrenen neben den Stürmern und Drängern. Das lebhafte ungarische Tempera­ment erhitzt sich wohl gelegentlich über das Wie der Durchführung der Wege zu einem Ziel, aber über dieses Ziel selbst besteht restlose Einigkeit. Das Ziel ist, mit einem Wort gesagt, das neue Europa und in diesem neuen Europa ein ft art es, lebenskräftiges Ungarn!

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Budapest, im Juli 1942.

Durch die vom Dritten Reich betriebene Revisions­politik an den Pariser Vorortverträgen von 1919/20 hat kein von ihnen betroffener Staat so viel Vor­teil gehabt, wie gerade das Königreich Ungarn. Der Vertrag von Trianon hatte es von 325 000 Quadratkilometer auf nur 92 000 verkleinert. In den Jahren 1938 bis 1941 konnte es aber diesen Besitz­stand fast verdoppeln auf etwa 170 000 Quadrat­kilometer durch den Erwerb bzw. die Wiederanglie­derung des Oberlandes nördlich, der Donau, Kär- patorutheniens bis zur Gouvernementsgrenze, Nord- siebenbürgens im Osten und der Batschka im Süden. Die Bevölkerungsbewegung ist nicht so steil ange­stiegen; sie geht nur von 9 auf 14 Millionen Ein­wohner. Diese bedeutsame Vergrößerung in bezug auf Umfang und Bevölkerungszahl haben das neue Ungarn vor gewaltige Aufgaben gestellt, die dadurch ein besonderes Gewicht erhalten, daß sie einen Staat betreffen, der in den Grundlagen seines We­sens nicht unerheblich verändert worden ist.

Das Trianon-Ungarn erfüllte im wesentlichen das Tiefland an Donau und Theiß in dem weiten Karpatenbogen. Es erstreckte sich in der Hauptsache zwar schon westöstlich, doch verhielt sich diese Linie zur Nordsüd-Linie wie 2:1. Die Wiedereingliederun­gen haben durch Nordsiebenbürgen die Westost-Linie jast verdoppelt, während die Nordsüd-Linie trotz der heimgekehrten Teile der Batschka nahezu die gleiche geblieben ist. Damit ist Ungarn aus seiner bisheri­gen Lage im inneren Kern des Karpatenraumes in die Gestalt eines langgezogenen Brückenstaates hin­eingewachsen. Diese Feststellung wirft die Frage nach der Verte hrsglieberung des Landes auf. Ihre Beantwortung ist unverhältnismäßig ein­fach. Ungarn bleibt trotz der Erweiterung nach Osten nach wie vor in erster Linie der Donaustaat. Die vom Westen kommende Donau vermittelt dem Lande den Anschluß nach Mitteleuropa, und der nach Südosten enteilende Fluß pflegt naturge­geben die Beziehungen zur B a l k a n h a l b i n s e l, was um so leichter geschehen kann, weil in dieser Richtung in Verfolg der deutschen Politik heute nur Freunde wohnen. Hinsichtlich der wiedereingeglieder­ten Ostgebiete besteht die Aufgabe, sie wieder in ihre geschichtlichen und natürlichen Beziehungen zum Kernland an der Donau zurückzuführen. Die zwan­

zig Jahre dauernde Lösung von ihnen hat nicht ver­mocht, sie den Nachbarn so einzugliedern, daß'sich lebenswichtige Verbindungen ergeben hätten. Die Oeftnung des Karpatenwalles nach Westen hin hat nicht durch politische Zweckmaßnahmen überwunden werden können. Es wird nur eine Frage der Zeit fein, bis sich die Verkehrsbeziehungen an den Kar­paten entlang ganz von selbst wieder auf die über­lieferte Hauptstadt Budapest eingespielt haben. Na­türlich verlangen sie hingehende Pflege und ver- iständnisvollen Ausbau. Vom Standpunkt der Bo­dengliederung wäre damit die Aufgabe klar und ein­deutig vorgezeichnet.

Leider ist sie nicht so einfach, wie sie auf der Landkarte aussieht. Um die Schwierigkeiten zu er- Jfennen, braucht man neben eine solche nur eine iBevölkerungskarte zu legen. Sofort merkt man, wie die Probleme Alt-Ungarns wieder auf- eben.' Die Rückgliederungen haben das neue Ungarn wieder zu einem Nationalitätenstaat ge­macht, wenn auch, wie man hinzufügen muß, mit Maß. Nur etwas mehr als ein Fünftel der Bevölke­rung des Landes besteht aus Nichtungarn. Dieses [fällt aber nicht so sehr ins Gewicht, da es sich aus Angehörigen von wenigstens sechs Volksgruppen zu- lammensetzt. Unter diesen sind am stärksten die Deutschen und Rumänen vertreten. Doch dürfte les nicht schwer fallen, im Hinblick auf die politischen Bündnisse der Staatsvölker untereinander wie au den gemeinsamen Kampf gegen den Bolschewismus {gerat)e hier den rechten Weg zu finden. Die in frü­heren Jahrzehnten bestehende ständige Schwierigkeit mit den Kroaten konnte glücklicherweise dadurch vermieden werden, daß diesem Volk ein eigener Staat zugebilligt wurde. Immerhin wird die Min- ^erheitenpolitik in Zukunft viel Takt und Klugheit verlangen. Andererseits stellt sie beachtliche For­derungen an die Ungarn selbst. Die Verkümmerung Ungarns in dem Trianonumfang hatte zwar den Lebenswillen der Magyaren nie erschüttert, aber doch insofern eingeengt, als die Geburtenziffer im ( Verhältnis zu den Nachbarvölkern sichtlich zurückge- gangen war. Dieser Umstand konnte sich bisher im sollen Maße nicht auswirken, da Ungarn gerade während* der Trianonzeit den Kampf gegen die Säug­lingssterblichkeit mit besonderem Nachdruck geführt uni) infolgedessen einen stärkeren Nachwuchs erzielt hat als früher. Die Bevölkerung der 1920 abgetre-- i :enen Gebiete hat diese pflegliche Betreuung nicht 'rfahren. Da sie zu einem wesentlichen Teil jetzt zurückgekehrt ist, wird sie naturgemäß die hygieni- chen Einrichtungen und Schutzmaßnahmen des Kernlandes gleichfalls erhalten und die entsprechen­den Vorteile daraus ziehen. Es wird daher hinfort nne vordringliche Aufgabe der Magyaren jein, ihre Geburtenhäufigkeit derart zu steigern, daß ihre Stellung als Staatsvolk nicht herabgemmdert wird.

Eng verknüpft ift dieses Problem mit ber Be­handlung der Judenfrage in Ungarn. Allein die Bekenntnisjuden stellen fünf Prozent der Bevölke­rung des Lander dar, vereinnahmen aber 25 Pro­zent des Nationaleinkommens. Diese beiden Fest- I Stellungen bedeuten schon eine ernste Warnung. Sie wird aber noch schwerwiegender, wenn man daraus hinweist, daß in der Landeshauptstadt Budapest Siefe Ziffern noch verdreifacht werden mus- ien, und wenn man nicht übersieht, daß die Zahl ber getauften Juden recht beträchtlich ist. (3 er ab c diese beiden Umstände sind Veranlassung, daß die Judenfrage in Ungarn nur langsam vom Fleck ! kommt. Doch liegt kein Grund vor, für die Zu­kunft Befürchtungen auf Rückschläge zu hegen. In diesem Punkte sind die ungarische Jugend wie die volitische Rechtsoppofition auf der Hut. Der derben

Rüstungsproduktion und Transport.

Als die Nordamerikaner den Iranern und die Briten den Aegyptern die Bereitstellung von Ton­nage für Getreidelieferungen ab schlugen und die Ziviloersorgung dieser Volker dadurch empfinbftd) verknappten, wußte man, daß der Tonnagemangel angefangen hat, selbst hochpolitische Entscheidungen zu beeinflussen. Jetzt wird aus den Vereinigten Staaten gemeldet, daß auf einer zunehmenden Zahl von Gebieten die Fertigung über das Maß der 23er» lademöglichkeit zu steigen begonnen hat. Dabei ha­ben die Transporte nach einer Reihe von entlegenen Kriegsschauplätzen ihren Höhepunkt offenbar bereits überschritten. Was noch nicht nach Nordafrika auf den Weg gebracht worden ist, dürste schwerlich zur Entscheidung zurechtkommen, und was nicht be­reits die iranischen Häfen sowie Murmansk und Ar­changelsk erreicht hat, wird sich in diesem Sommer kaum noch an der Front am Don, bei Drei, Rshew und Leningrad einfetzen lassen. Der Transport wird daher vorzugsweise auf kürzeren Routen: nach den britischen Inseln und als Relais für Australien und Indien nach Südafrika gehen können. Selbst wenn der geflissentlich zur Schau getragene Optimismus des Präsidenten Roosevelt in bezug auf die Rü­stungsproduktion seines Landes ganz echt fein sollte, wird er durch die Schwierigkeit, das Material nach den Kriegsschauplätzen ober doch in ihre Nähe zu bringen, empfindlich gedämpft werden.

Fast gleichzeitig mit der Meldung von den nord­amerikanischen Transportsorgen veröffentlichte das deutsche Oberkommando der Wehrmacht jene 23er« enkungszifser für die ersten zwölf Julitage, die auch für den laufenden Monat eine erhebliche Zahl zerstörter angloamerikanischer Handelstonnage er­warten läßt. Man spricht in der Union davon, daß die Eisen- und Stahlplanung zugunsten eines ver- tärkten Schiffsbaus revidiert werden müsse, und daß sich die Neubauziffer erhöhen lasse, voraus­gesetzt, daß der vermehrte Reparaturbedarf als Folge der zahlreichen Schiffsbeschädigungen es zu­läßt. Von den Plänen über den Bau von seetüch­tigen Frachtern allein aus Hols und Beton ist es tigen Frachtern allein aus Holz und Beton ist es verschwommene Aeußerungen über den anglo­amerikanischen Schiffsbau im Jahre 1943 sind ein schwacher Trost für die Schisssraumnöte der Alli­ierten im laufenden Jahre.

In einer früheren Rede hat Mr. Churchill den sehr ehrenwerten Mitgliedern des Parlaments" viel Zuversichtlicheres über den nordafrikanischen Kriegsschauplatz zu sagen gewußt als vor wenigen

bei der Abwehr feindlicher Angriffe im Raum nörd­lich und nordwestlich Orel vernichteten 390 Panzer sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Die r a st - lose Verfolgung des Feindes wird fortgesetzt.

Die Luftwaffe belegte bei Tage Hafenanlagen an der Kaukasusküste und am Asowschen llleer mit Bomben und setzte ihre vernichtenden Angriffe auf zurückgehende feindliche Kolonnen, Flußübergänge und Nachschubverbindungen fort.

Nördlich und nordwestlich Orel griff der Feind nach den hohen Verlusten der letzten Tage nur mit schwächeren Kräften an. Die Angriffe wurden abgeschlagen. Eigene Gegenangriffe waren erfolgreich. Die im Raum südwestlichRschew eingeschlossenen feindlichen Kräfte wurden weiter zusammengedrängt. 3hre Widerstandskraft ist im wesentlichen gebrochen. Ausbruchsversuche einzelner feindlicher Gruppen blieben erfolglos. An der Wol­chow-Front scheiterten von Panzern unterstützte örtliche Angriffe der Sowjets z. T. in erbittertem Nahkampf. Einzelne Einbrüche wurden im Gegen­stoß bereinigt und hierbei 19 feindliche Panzer ab- geschossen. Schwerste Artillerie des Heeres beschoß mit guter Wirkung kriegswichtige Anlagen in Lenin­grad.

3m Finnischen Weerbusen vereitelten Verbände der finnischen Wehrmacht in zweitägigen schweren Kämpfen einen feindlichen Angriff auf die 3nsel Somerie. An diesem Erfolg haben leichte deutsche Seestreitkräfte Anteil. Sie vertreiben im Ar­tilleriegefecht sowjetische Artillerieträger und Trans­porter, setzten Stoßtrupps an Land und machten eine Anzahl von Gefangenen. 3m hohen Nordey bombardierte die Luftwaffe feindliche 3nfanterie- nnd Artillerie-Stellungen auf der Fi s ch e r - Halb­insel.

3m Nordmeer wurden zwei feindliche Han­delsschiffe mit zusammen 13 000 VRT., ein Zer­störer und ein Bewacher durch Vombenvolltreffer vernichtet. Außerdem versenkte die Luftwaffe in der Kola-Bucht ein feindliches Handelsschiff von 6000 VRT. Die Sowjetluftwaffe verlor am gestrigen Tage 94 Flugzeuge, sieben eigene Flugzeuge werden ver­mißt.

3n Aegypten sind heftige Kämpfe im Raum von El Alamein im Gange. Starke britische An­griffe gegen die Witte und den Nordteil der deutsch- italienischen Front wurden abgewiesen. 3m Süd­abschnitt wurde der Feind durch einen überraschen­den Angriff deutscher und italienischer Truppen g e morsen. Starke Luststreitkräste unterstützten die Operationen auf der ganzen Front, griffen Wate- riallager und Kraftfahrzeugansammlungen an und schossen in Luftkämpfen 33 britische Flugzeuge ab. Luftangriffe auf Flugplätze der 3nfel Walta riefen erneute Zerstörungen hervor. Begleitende 3äger schossen 12 britische Flugzeuge ab.

3n der Zeit vom 27.6. bis 9.7. verlor die britische Luftwaffe 223 Flugzeuge: davon wurden 27 durch Einheiten der deutschen Kriegs­marine abgefchosfen. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 54 eigene Flugzeuge verloren.