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142.Jahrgang Nr.(36 JHTW A G Samstag, 13,
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mfolge höherer Gewalt
8rfiMtoeUni6trfitätsbrade9reiB.£mige General-Anzeiger für Oberhessen Stehen, 8chulstrahe7-y
Der Ehrentag eines Freundes.
Zum 60. Geburtstag Marschall Antonescus am 15. Juni.
Von unserem Dr. He.-Korrespondenten.
B u k a r e st, Juni 1942.
Es ist das Jahr 1907. Aus einem Kasernenhof der rumänischen Hafenstadt Galatz an der unteren Donau ist die ganze Garnison vor dem Kronprinzen Ferdinand angetreten, um zu vernehmen, wie der Prinz im Auftrage seines Onkels, König Carls I., einen 25jährigen Leutnant beglückwünscht. Der junge Leutnant hat mit nur sieben Soldaten durch sein taktvolles energisches Verhalten Tausende aufständischer Bauern in der Moldau beruhigt und sie,
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ohne einen Tropfen Blut zu vergießen, durch eine mannhafte Ansprache zum Abzug bewogen.
Zwölf Jahre später. Kronprinz Ferdinand ist inzwischen König geworden und der junge Leutnant von damals Oberstleutnant. Der erst 37jährige Oberstleutnant hat als Leiter der Operationsabteilung des Großen Generalstabes einen wesentlichen Anteil an der Niederwerfung des bolschewistischen Reoolutionsheeres Bela Khuns durch die rumänischen Truppen. „Proprio Motu" (aus eigenem Impuls) zeichnet ihn König Ferdinand mit dem höchsten rumänischen Kriegsorden „Michael der Tapfere" aus und unterstreicht diese Dekorierung mit den Worten: „Der König weiß besser als jeder andere in diesem Lande, was dir Großrumänien verdankt. Schon lange hattest du diese öffentliche Anerkennung verdient. Ich habe aber bisher die Gelegenheit verpaßt. Ich bin glücklich, daß diese nun gekommen ist."
Der Leutnant von 1907 und Oberstleutnant von 1919 heißt Jon Antonescu. Die zwölf Jahre brachten dem jungen Offizier eine glänzende Karriere. 1911 ist er als erster in die Kriegsschule ausgenommen worden, 1913 ist er als Hauptmann in den Kämpfen gegen Bulgarien mit der Goldenen TapferkeitsmedaiÜe dekoriert worden, einer Auszeichnung, die nur zwei Offizieren der ganzen rumänischen Armee zuteil wurde. Im Weltkrieg wird der junge Hauptmann zunächst Leiter der Operationsabteilung der Nordarmee, dann der 1. Armee und der Heeresgruppe Prezan, um schließlich als Major die Leitung der Operationsabteilung des Großen Generalstabes zu übernehmen und bis zum Kriegsende zu behalten. Schon hier zeigten sich die außergewöhnliche Energie und das konsequente Selbstbewußtsein dieses Mannes. Als die rumänischen Truppen sich nach der Einnahme Bukarests durch die Deutschen in Verzweiflung nach der Moldau zurückziehen und Panik und Hoffnungslosigkeit unter Soldaten und zivilen Flüchtlingen herrscht, wird Jon Antonescu als Adjutant Prezans in wenigen Tagen der Geist des Hauptquartiers und fetzt sich, unterstützt von dem Vertrauen seines Generals, auch gegen die im Rang über ihm Stehenden durch, weil alle in ihm den geborenen Befehlshaber spüren. In den schwierigsten Situationen behält er fein kaltes Blut und stellt die erschütterte Disziplin wieder her. 1917 geht er in Begleitung des Staatsmanes Ionel Bratianu und General Prezans nach Petersburg, wo mit Kerenski der Plan einer engen russisch-rumänischen Zusammenarbeit ausgearbeitet wird. Schon damals bezeichnet der russische Berbindungsoffizier Fürst Galitzin den Major Jon Antonescu als zukünftigen Staatsmann.
Die Nachkriegszeit sieht den Oberst Antonescu als Leiter der Kavallerieschule, als Mitglied verschiedener Friedens- und Reparationskommissionen sowie als Militärattache in Paris und London, bis er 1926 wieder nach Hause zurückgerufen wird, um das Kommando eines Regiments zu übernehmen. Seine Berichte aus London und Genf aus dieser Zell zeugten von einer scharfsinnigen Erkenntnis der tatsächlichen Situation. „Wer seine Grenzen auf Genf und auf die kollektive Sicherheit stützt, wird sie verlieren", warnt Antonescu voraus- schauend schon damals. Die folgenden Jahre sehen den Oberst Antonescu als Direktor der Kriegsschule, als Generalsekretär im Verteidigungsminister rium, als Brigadekommandeur und schließlich im Sommer 1933 als General an der Spitze einer Division. Im Dezember des gleichen Jahres wird er Chef des Großen Generalstabes der Armee. In dem einen Jahr, in dem er diesen Posten innehat, beginnt er eine umfassende Neuorgnisierung, hauptsächlich in bezug auf die Ausstattung und die technische Kriegsausbildung. Als er sich auf die Dauer nicht gegen die passive Resistenz der Hofclique durchsetzen kann, auch der Appell an den Monarchen nichts hilft, nimmt er, voll böser Vorahnungen von einem drohenden Zusammenbruch, den Abschied. Als er im Jahre 1937 als Kommandant des III. Armeekorps in einem Brief an König Carol II. angesichts der Verfolgung gegen die Legionäre Gerechtigkeit verlangt, fällt er endgültig in Ungnade. Er verliert fein Kommando und wird im Sommer 1940 zwei Monate lang in einem Kloster interniert.
Aus dieser Gefangenschaft läßt ihn der König am 2. September 1940 frei, um ihn ... mit der F ü h - rung der Regierungzu beauftragen. Diese Tatsache charakterisiert allein schon die Ausweglosigkeit, in die Carol und feine liebedienerische Clique durch ihre Politik opportunistischen Lavie
rens hineingeraten waren. Bessarabien, die Nordbukowina und Nordsiebenbürgen, zusammen über ein Drittel an Gebiet und Bevölkerung Großrumäniens, hatten kurz vorher abgetreten werden müssen. General Antonescu, in jahrelangen Kämpfen, Leiden und Demütigungen nur noch härter und kompromißloser geworden, weiß es: Carol und seine Clique, die die Schuld an diesem Zusammenbruch tragen, müssen von der Bildfläche verschwinden. Mit unerbittlicher Zähigkeit entringt er dem König in tagelangem Neroenkampf zuerst den Verzicht auf seine absolute Gewalt und dann auf den Thron überhaupt. Es muß immer wieder betont werden, daß der Staatsstreich vom 6. September 1940 einzig und allein der unbestechlichen Energie und den starken Nerven Antonescus zu verdanken ist.
Dem Wiederaufbau türmen sich im Anfang unüberwindlich erscheinende Hindernisse entgegen. Selbst die Natur scheint sich gegen General Antonescu verschworen zu haben, als die Erdbebenkatastrophe vom 10. November 1940 einige hundert
Todesopfer fordert und Milliarden-Schäden an- richtet. Das Zerwürfnis mit den Legionären im Jahre 1941 schafft neue Schwierigkeiten und Unruhe. Unbeirrt aber von allen Anfeindungen und Rückschlägen setzt Antonescu sein Wiederaufbauwerk fort, und bei der Abstimmung vom März 1941 gibt ihm das Volk einen überwältigenden Beweis seines Vertrauens.
Inzwischen ist die rumänische Armee mit Hilfe einer deutschen Lehrdioision weitgehend neuorganisiert worden. Im Morgengrauen des 22. Juni 1941 gehen rumänische und deutsche Soldaten gemeinsam unter dem Oberbefehl General Antonescus im südlichen Abschnitt der 2000 Kilometer langen Ostfront zum Angriff gegen den bolschewistischen Weltfeind vor. Von dem Anteil des rumänischen Volkes an diesem Kampf sprechen die fast täglichen Erwähnungen der rumänischen Truppen im OKW.-Be- richt, und die führende Rolle Antonescus hierbei konnte keine würdigere Betonung finden, als daß der Führer ihm als ersten Ausländer das Ritter- freu.3 zum Eisernen Kreuz verlieh. Dem Dank Rumäniens an den Mann, der ihm das Vertrauen in die eigenen Kräfte zurückgab, hat König Michael I. dadurch Ausdruck gegeben, daß er feinen Staatsführer am 21. August 1941 zum Marschall von Rumänien beförderte und ihn mit der I. Klasse des Ordens „Michael der Tapfere" auszeichnete.
Jtt zähem Kampf vor Sewastopol weiter Raum gewonnen.
Oer Wehrmachtbericht.
9373. Aus dem Führerhauptquartier, 12. Juni. Das Oberfommanbo der Wehrmacht gibt bekannt:
Dor $ e ro a ff o po l gewann der Angriff im zähen Kampf um die zahlreichen Befestigungsanlagen weiter Raum. Wiederholte Gegenangriffe des Feindes brachen verlustreich zusammen. Kampffliegerkräfte setzten in dichter Folge den Angriff auf die tiefgegliederten Befestigungsanlagen fort.
An der übrigen Ostfront erfolgreiche eigene Angriffstätigkeit, die östlich von Charkow größeren Umfang annahm. An der Wolchow- front scheiterten mehrere Angriffe der Sowjets.
In Rordafrika wurden bei den Kämpfen um die Festung B i r hacheim über 2000 Gefangene, zum größten Teil Anhänger des Generals de Gaulle, eingebracht und zahlreiche Geschütze sowie mehrere hundert Kraftfahrzeuge erbeu- t e t oder vernichtet. Die blutigen Verluste des Feindes find sehr hoch.
Im östlichen Wittelmeer versenkte ein deutsches Unterseeboot an der Küste von P a l ä - stina zwei Dampfer mit zusammen 4000 VRT. sowie zwei Frachtsegler; ein weiterer großer Dampfer wurde durch Torpedotreffer beschädigt.
Bei den im Wehrmachtbericht vom 11. 6. gemeldeten Angriffen deutscher Unterseeboote auf einen stark gesicherten Geleilzug im ö st l i ch e n Wittel- m e e r ist ein weiterer Transporter von 6000 VRT. gesunken.
Bei Störflügen einzelner britischer Bomber im deutschen, dänischen und holländischen Küstengebiet
wurden in der letzten Rächt drei feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Das von einer Slurmgeschühbalterie unterstützte Infanterie-Bataillon unter Führung des Hauptmanns Lorenzen Hal sich bei Angriffskämpfen vor Sewastopol durch hervorragende Tapferkeit besonders ausgezeichnet.
Oberfeldwebel S l e i n b a h errang an der Ostfront seinen 95., Oberleutnant Warseille in Rordafrika seinen 78. bis 81. Luftsieg.
Das Unterseeboot des Kapitänleutnants Heidt- m a n n Hal sich bei der Bekämpfung des Geleitzuges im östlichen Wlttelmeer besonders ausgezeichnet.
Zwei Befestigungswerke bei Sewastopol genommen.
Berlin, 12. Juni. (DNB.) Die deutschen Truppen konnten im Festungsgürtel von Sewastopol nach Niederhaltung starker Befestigungswerke durch schwere Artillerie und Luftwaffe in zähem Ringen gegen den sich bis zum äußersten verteidigenden Feind tiefer in die Befestigungsanlagen eindringen und einen wichtigen Höhenzug mit zwei Festungswerken nehmen. Der Feind hatte das zahlreiche Schluchten und Höhen bildende felsige Kampfgelände zum Ausbau der Feld- und Artilleriestellungen so vollkommen ausgenutzt, daß nur direkte Volltrefer imstande waren, die Geschütz- und Granatwerferstellungen des Feindes zu vernichten. Das Jnfanteriebataillon des Hauptmanns Lorenzen stürmte, wirksam unterstützt durch eine Sturmgeschützbatterie, eine stark ausgebaute, durch Minensperre gesicherte und zäh verteidigte Höhe! auf der sich zahlreiche Bunker und in die Felsen gehauene Stellungen befanden.
Oie Einnahme Bir Hacheims.
Berlin, 12. Juni. (DNB.) Die Einnahme der südlich Tobruk gelegenen, mit ihr durch eine Wüsten- straße verbundene Feste B i r H a ch c i m ist ein wesentlicher Erfolg der Achsenstreitkräfte, die seit dem 26. 5. in der Cyrenaika gegen starke brittsche Verbände im Kampfe stehen. Bst. Hacheim ist ein Wüstenfort, das von den Briten durch umfangreiche Stellungsbauten und Verminungen des Vorfeldes ru einer Festung ausgebaut war. In kühnem Umfassungsoorstoß wurde die Festung am 5. 6. um» schlossen und der Ring in harten Kämpfen gegen den sich verzweifelt wehreirden Feind Tag für Tag enger gezogen. Nachdem bereits im Raum von Gor el Ualeb, 2,5 Kilometer nordostwärts Bir Hacheim, die dort in einem festungsartig ausgebauten Stützpunkt eingeschlossenen feindlichen Kräfte vernichtet oder gefangengenommen werden konnten, und als durch Schließung des Ringes die letzten Möglichkeiten zur Versorgung des Gegners von außen unterbrochen waren, war das Schicksal von Bir Hacheim, des Eckpfeilers des britischen Verteidigungssystems, besiegelt. Die Luftwaffe zermürbte den Widerstand der sich zäh zur Wehr setzenden Verteidiger. Zehn brittsche Jagdflugzeuge wurden abgeschossen, wobei der Eichenlaubträger Ober- leuhiant Marseille allein vier Luftsiege errang. Nachdem die Entsetzungsoersuche, die allerdings erst einsetzten, als der Widerstand der feindlichen Festungsbesatzung bereits gebrochen war, im Feuer der deutschen Panzer, der motorisierten Infanterie und der Luftwaffe gescheitert waren, wurde Bir Hacheim im Sturm genommen.
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Die Engländer haben bisher noch nicht eine Schlacht, geschweige denn einen Feldzug nach europäischen Begriffen gewonnen. Aber eins muß ihnen der Neid lassen: Sie sind geschickt im Erfinden neuer Wortprägungen, die gut in die Ohren gehen. Sie haben die Kämpfe in Libyen als „Krieg im Kreise" bezeichnet, um das Hin- und Herwogen in dem Wüstengelände anschaulich zu machen, bei dem — bis zu einem gewissen Grad — nicht der Geländegewinn, sondern die Schädigung des Gegners im Vordergrund steht. Das Wort vom „Krieg im Kreise" entspricht in feiner Vorstellung dem Ausdruck, den Churchill fand, indem er den Kampf in Libyen mit einer „Seeschlacht" verglich.
Die neue Wortprägung vom „Krieg im Kreise" ist totgelaufen. Mit der E r st ü r m u n g von Bir Hacheim ist der bisherigen englischen Linie ihre offensive Bedeutung genommen^ Die Engländer selbst haben Bir Hacheim als „S p e r r s ch i f f" bezeichnet. Wenn ein Sperrschiff versenkt ist, dann hat der Gegner den Weg frei: mindestens in dem Sinn, daß nun e r in die offensive Ausgangsstellung eingerückt ist. Und das ist genau das, was wir meinen.
Die brittsche Linie — in Wahrheit ein System befestigter Stellungen — begann an der Küste etwas westlich von Gazala und erstreckte sich bis Bir Hacheim. Dort befand sich die linke oder südliche Flanke der Briten. Bei Bir Hacheim kommen fünf Straßen zusammen. Seine Entfernung von Gazala beträgt ungefähr 92 Kilometer. Etwa ebenso weit ist es von Tobruk. Angesichts der jetzigen englischen Versuche, Bir Hacheim als eine ganz ... „kleine Wasserstelle" anzusehen, begnügen wir uns, daran zu erinnern, was der englische Nachrichtendienst am 28. Mai sagte: „Bir Hacheim ist, wie alle anderen Stellungen an dieser Linie, nach allen Richtungen sehr stark befestigt." Es ist ganz richtig, daß Bir Hacheim ursprünglich eine Wasserstelle in der Wüste gewesen ist. Nur wurde es mit dem Aufwand außerordentlicher Kräfte in den letzten Monaten zu einem stark -befestigten Fort mit weiten, vorgelagerten Minenfeldern und vielen Batterien umgewandelt. Die Engländer haben selbstverständlich gewußt, daß Bir Hacheim als der Eckpfeiler ihrer linken Flanken sehr wichtig ist. Zu allem Ueberdruß sagte Johnston, derSprecher des englischen Nachrichtendienstes, an demselben 28. Mai: „Bei einem Versuch, die Richtung der deutschen Offensive festzustellen, hat unser kommandierender General A u ch i n l e ck gemeint, daß die Deutschen uns wahrscheinlich von Süden her in die Flanken fallen wollen." Genau das ist eingetreten. Also warum jetzt so verschämt über Bir Hacheim?
। Lteberwältigende Wucht des Angriffs.
Genf, 13. Juni. (DNB. Funkspruch.) lieber die Eroberung der Feste Bir Hacheim schreibt der Militärkorrespondent der „Times", es feien 'britischerseits
3m Banne Roosevelts.
Am 11k Dezember 1941 hat die mexikanische Regierung die diplomatischen Beziehungen 31I den Mächten des Dreierpaktes abgebrochen und diesem Schritt vor einigen Tagen nun auch dis Kriegserklärung folgen lassen. Bei der militärischen Bedeutungslosigkeit Mexikos ist diese Kundgebung für den Verlauf des Krieges gänzlich belanglos und ist demgemäß in Berlin, Rom und Tokio kaum eines Kommentars gewürdigt roorbeiu Sie verdient auch nur deshalb unsere Beachtung, weil an ihr sich zeigt, wie der brutale Dollarimperialismus der Vereinigten Staaten Nordameri- kas ein so großes ynd an Naturschätzen reiches Land wie Mexiko, das ein Jahrhundert lang in seinem großen nördlichen Nachbarn den schärfsten Gegner seiner wirtschaftlichen Unabhängigkeit und politischen Freiheit sehen mußte, in einen Krieg hetzte, der politisch wie wirtschaftlich gegen seine eigensten Interessen geht, auch kaum den Wünschen des mexikanischen Volkes in seiner breiten Masse entspricht, sondern ausschließlich der Ausfluß der Macht eines kleinen Klüngels gewissenloser, von Roosevelt gekaufter .Politiker,ist. Der Schritt Mexikos ist fom< ptomatisch für ähnliche Entwicklungen in den meisten mittelamerikanischen und einer Reihe fübameri* konischer Staaten und verdient nur deshalb eins nähere Betrachtung.
Die Geschichte der freien Republik Mexiko ist — mir deuteten es schon an — zu einem guten Teil bestimmt von dem Gegensatz zu dem nördlichen Nachbarn, der die ständigen Revolutionen, die das Land zu keiner inneren Konsolidierung kommen ließen, immer wieder zum Anlaß nahm, um Mexiko feine Macht fühlen zu lassen und Vorrechte zu erpressen, die eines unabhängigen Landes unwürdig waren und vom mexikanischen Volke nur mit äußerstem Widerstreben getragen wurden. Während der iberoamerikanischen Unabhängigkeitskämpfe gegen die spanische Herrschaft in den beiden ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts hatte Mexiko für sich allein beiseite gestanden. Der Jndianerauf- stand des Hidalgo war 1812 schnell niedergeschlagen und die spanische Herrschaft wieder befestigt worden. Erst das Pronunziamiento des Oberstleutnants I t u r b i b e führte 1820 zur Unabhängigkeit Mexikos. Das Kaisertum Jturbides blieb freilich nur eine Episode. Schon drei Jahrs später würbe Mexiko Republik wie seine sämtlichen aus den spanischen Vizekönigreichen entstandenen! Schwesternationen in Mittel- und Südamerika und gleich diesen sehr bald ein Spielball ehrgeiziger und habgieriaer Politiker und Militärs. Aber durch feine geographische Lage wurde es weit mehr als diese fast vom Tage seiner Entstehung an in außenpolitische Verwicklungen verstrickt. Spanische Versuche einer Rückeroberung des Landes konnten zwar von dem General Santa Anna, der aus dem Streik der Prätendenten um das Erbe des Kaisers Jtur- bibe als ber tatkräftigste unb bedeutendste siegreich hervorgegangen war, 1829 abgeschlagen werden^ Aber als 1836 in Texas ein Aufstand ausbrach, benutzten bas die Nordamerikaner, sich unter höchst fadenscheinigen Gründen in diese zunächst rein innerpolitische Angelegenheit ihres südlichen Nachbarn einzumischen, um aus seinem Unglück ihren eigenen Nutzen zu ziehen.
Man muß wissen, daß das heutige Mexiko nur noch kaum die Hälfte seines damaligen Umfangs ist- als es noch den ganzen fernen Westen Nordamerikas umfaßte unb bie heutigen norbamerikanischen Bundesstaaten Texas, Neumexiko, Arizona, Kalifornien, Nevaba und Teile von Utah und Kolorado- also ein Gebiet von rund 2,4 Millionen Quadratkilometer, ein Drittel der Vereinigten Staaten, mit heute etwa 15 Millionen Bewohnern ebenfalls noch in seine Grenzen einbezog, während das heutige Mexiko nur noch einen Umfang von rund zwei Millionen Quadratttlometer mit etwa zwanzig Millionen Bewohnern hat, von denen aber nur etwa drei Millionen Weiße zehn Millionen Mischlingen unb sechs Millionen Indianern gegenüberstehen. Der Aufstandsbewegung in Texas, der damaligen nordöstlichen Grenzprovinz Mexikos, konnte Santa Anna nicht Herr werden. Er selbst wurde gefangen genommen, die texanischen Separatisten bildeten bezeichnenderweise unter dem Nordamerikaner Houston eine unabhängige Republik, die 1845 in die nordamerikanische Union ausgenommen wurde. Darauf erklärte Mexiko den Vereinigten Staaten den Krieg, aber bas von Parteiungen zerrissene, finanziell erschöpfte Lanb war ben Nordamerikanern nicht entfernt gewachsen. Diese fanden weder bei ihrem Einmarsch in die mexikanischen Nordprovinzen noch bei ihrer Landung in Derakruz, wo einst Ferdinand Cortez zur Eroberung des Aztekenreiches zum erstenmal feinen Fuß auf mexikanischen Boden gesetzt hatte, ernstlichen Widerstand. Santa Anna mußte fliehen und die Nordamerikaner, schon damals habsüchtige Imperialisten im Mantel demokratischer Heilsbringer, diktierten in der HaicptstadL
alle möglichen Anstrengungen gemacht worben, die eingeschlossene Garnison von Bir Hacheim zu unterstützen. Zu wiederholten Malen habe man deshalb bie' englische Luftwaffe eingesetzt und Nachschub» truppen trotz größter Schwierigkeiten und schwerer damit verbundener Risiken nach Bir Hacheim geschafft. Auch seien die Verteidiger zunächst durch indische Truppen und später von britischen Panzerabteilungen v e r st ä r k t worden. Die Wucht des gegnerischen Angriffs habe sich aber schließlich als überwältigend herausgestellt. Abgesehen von den moralischen und strategischen Folgen, die bie Ausgabe Bir Hacheims für die Alliierten habe, be- beute der lieber gang Bir Hacheims in die Hände des Feindes für diesen größere Aktionsfrei« h e i t und Manövrierfähigkeit. Insbesondere feiert Nachschubprobleme vereinfacht.
In einer Schilderung der letzten Stunden des Kampfes in Bir Hacheim schreibt „Daily Telegraph", die Funksignale der Verteidiger seien gegen Ende ihres Widerstandes immer Uirzer geworden. Der letzte Funkspruch, den man aufgefangen habe, Habs nur aus dem einen Wort bestanden! „Stuka s".


