Panzern unterstützter Vorstoß der Bolschewisten das Erreichen des Angriffszieles in Frage stellte. Sofort griff Major Mueller die feindlichen Panzer an und nahm die Ortschaft nach heftigem Kampf in Zusammenarbeit mit Gebirgsjägern in Besitz. Die Bolschewisten verloren über 1000 Mann, 34 Geschütze und 18 Panzer. — Oberstleutnant Dorow hat in einem mehrwöchigen erbitterten Kamps einem zahlen- und waffenmäßig stark überlegenen Feinde im nördlichen Donezbecken schwerste blutige Verluste zugefügt und eine wichtige Ortschaft gegen alle Massenanariffe der Bolschewisten verteidigt. Der Feind verlor hierbei 1200 Tote, 370 Gefangene und 6 Panzer. — Major Haase ist die Verteidigung eines wichtigen Brückenkopfes und einer großen Brücke nördlich von Wjasma zu verdanken.
Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag.
DRV. Aus dem Führerhauplquartier, 12. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Auf der Halbinsel Kertsch brachen erneute von panzern und Luftwaffe unterstützte Angriffe stärkerer feindlicher Kräfte zusammen; weitere 14 Panzer wurden vernichtet. Deutsche Kampfflugzeuge
griffen Hafenantagen an der Kaukafusküste an und beschädigten ein großes sowjetisches Fahrgastschiff durch Bombentreffer. 3m mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront wiederholte der Gegner an einzelnen Stellen seine ergebnislosen Angriffe. Im Nördlichen Eismeer griffen Kampfflugzeuge einen gesicherten feindlichen Geleitzug an und warfen zwei Handelsschiffe in Brand, ein weiteres Schiff wurde durch Bombenwurf beschädigt.
In Nordafrika lebhafte Artillerie- und Aufklärungstätigkeit. Schwere und leichte Kampfflugzeuge griffen in der TNarmarica die rückwärtigen Verbindungen der Briten erfolgreich an. Begleitende Jäger schossen in Luftkämpfen sechs feindliche Flugzeuge ab. Bei Luftangriffen gegen die militärischen Anlagen der Insel Malta erhielt ein im Dock liegender britischer Zerstörer mehrere Bombenvolltreffer. Deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen über der Insel 13 britische Flugzeuge ab.
Der ff-Sturmmann Schulz eines Verbandes der Waffen-ff hat am 5.4. allein einen vorn Feinde besetzten Unterstand genommen, die Besatzung vernichtet und trotz starken Feuers einen feindlichen Panzer neuester Bauart gesprengt.
Wechselndes Wetter an der Ostfront.
Berlin, 12. April. (DNB.) An der Ostfront zeigte sich die Abhängigkeit der Kampfhandlungen vom Wetter, denn nur dort, wo einigermaßen beständiges Wetter herrschte, also im Süden und Norden der Front, konnten sich größere Kamps- handlungen entwickeln, während im Süden des mittleren Frontabschnittes die Schnee- schmelze und die dadurch hervorgerufene Der- s ch l a m m u n a des Geländes die Kampfhandlungen hemmte. Anderseits bewiesen alle Kampfhandlungen, daß die Initiative an der Ostfront bet den deutschen Truppen liegt.
In Lap pland unternahmen deutsche und finnische Truppen einen Vorstoß, der bis tief in die feindlichen Stellungen vorgetragen werden konnte. Deutsche Gebirgsjäger stürmten einen stark ausgebauten Stützpunkt der Bolschewisten und vernichteten 40 Kampfunterstände mit ihren Besatzungen. Im nördlichen Abschnitt warf der Feind, um das Fortschreiten eines trotz Schlamm und Schnee
schmelze erfolgreichen deutschen Angriffs zu verhindern, stärkere Panzereinheiten in die Flanke der vordringenden deutschen Verbände. Alle Gegenstöße -der Bolschewisten wurden jedoch abgewiesen und sechs feindliche Panzer vernichtet. Auch an anderer Stelle tarn es zu heftigen Kämpfen um einige deutsche Stützpunkte, die der Gegner zu umfassen versuchte. Die Bolschewisten wurden jedoch vernichtet und mehrer Panzer abgeschossen. Bei einem von ostpreußischer Infanterie besetzten Stützpunkt hatte sich der Feind in Stärke von 650 Mann hart vor den deutschen Linien in einem Waldstück festgesetzt und führte von hier aus mehrmals am Tage wiederholte Angriffe durch. Mit 60 Mann Unternahm der Kompanieführer einen Gegenstoß, im b r u st - hohen Schnee und eisigen Wind, so daß der Gegner ttotz seiner Uebermacht fluchtartig die Waldstellung räumen mußte. Auf dem Kampffeld blieben über 300 gefallene Gegner.
Lleber jedem Anfang steht der Pflug.
Der Gauleiter verabschiedete Ostlandfreiwillige.
NSG. Am Sonntag verabschiedete Gauleiter S P r e n g e r in WiesbcWen 520 Iunaen und Mädel, die in den L a n d d i e n st d e r H i t l e r - I u g e n d eintreten. Der k.-Gebietsführer Oberbannführer Dr. G a u h l wies auf die Bedeutung des Landdienstes der Hitler-Jugend hin, der in diesem Jahr unter der Parole des Osteinsatzes steht. 1937, als der Landdienst am Anfang stand, waren es nur wenige, die nach ihrer Dienstzeit auf dem Lande blieben und sich für den bäuerlichen Beruf entschlossen. Im vorigen Jahr fanden 65 v. H. der Landdienstfreiwilligen den Weg zurück aufs Land.
Das bittere Erlebnis, daß der Abstieg des deutschen Bauerntums bedeutete, brachte dann die Schil- derung des Gauleiters noch einmal in Erinnerung. Nicht im Bauerntum lag der tiefste Grund für das Herunterkommen, nicht die Bauern schickten ihre Jugend fort, sondern die Kräfte, die jetzt alle Anstrengungen machen, um Deutschland in bitterstes Elend zu stürzen, waren auch hier am Werk. Billige Einfuhr sollte den Bauern überflüssig machen, und schuf, in der Forderung des Arbeiters nach billigem Brot einerseits und in der Forderung des Bauern nach gerechtem Entgelt andererseits, den ersten Angriffspunkt für eine Zersetzung des Voltes. Diesem Anschlag auf Freiheit und Leben unseres Volkes stellte sich Bismarck entgegen, und als der Versuch, das deutsche Volk zu versklaven, nach dem vorigen Weltkriege ein zweites Mal unternommen wurde, da war es Adolf Hitler, der das Ge- fingen vereitelte. Er erzog das Volk in dem Gedanken, daß es ein Volk von Bauern sein müsse, oder es werde nicht sein.
Besondere Wünsche des Gauleiters galten 53 Jungen und Mädeln, die sich nach zweijähriger
Landdienftzett entschlossen haben, im Osten des Reiches Bauernarbeit zu leisten. Der Gauleiter führte ihnen die Verpflichtung vor Augen, die für sie in dem Entschluß des Führers liegt, im Osten ein rassisch auserlesenes und allgemein vorbildliches Bauerntum zu bilden. Der Gauleiter rief den Jungen und Mädeln zu: „Wenn ihr vor dem Führer bestehen könnt, werdet ihr auch im Leben bestehen." Mit Handschlag verabschiedete der Gauleiter die Ostlandfreiwilligen. Als feierliches Gelöb« nis erklang das Lied „In den Oftwind hebt die Fahnen", dann nahm der k.-Gebietsführer Oberbannführer Dr. Gauhl die neuen Landdienstfreiwilligen aus dem Elternhaus in die Kameradschaft der Lager auf und verpflichtete die Jungen und Mädel. Der stellvertretende Landesbauernsührer, Landesobmann Weintz, sprach die Schlußworte. Der neue Wirkungskreis, in den die Jungen und Mädel jetzt kommen, die neue Umgebung, die Nähe der Natur werden ihnen vieles geben, was mancher in der Stadt sich ersehnt, -aber es wird auch viel von ihnen gefordert werden, sie müssen fleißig sein und lernen.
Japanische Landung auf der Zinninsel Billiton.
Tokio, 13. April. (DNB. Funkspruch.) Japanische Truppen landeten auf der Insel Billiton südwestlich von Borneo. Die Insel Billiton hat eine Flächenausdehnung von rund 4600 qkm. Die 70 000 Einwohner bestehen zu etwa 25 v. H. aus Chinesen, der Rest sind Malaien. Die Hauptstadt Tandjong Padang liegt an der Westküste gegenüber der bereits von den Japanern besetzten Insel Banka. Der
Kampf einer entarteten Publizistik.
Oie Schlußsitzung de« Zournalisten-KongreffeS in Venedig.
Rom, 11. April. (Eurvpapreß.) Das hervorstechendste Merkmal der Verhandlungen am zweiten Arbeitstag der in Venedig tagenden Union der Nationalen Journafistenvereinigung war der erneute Nachweis der verbrecherischen Arbeit der demokratisch-jüdischen Presse und ihres Anteils an den Vorbereitung des gegenwärtigen Krieges durch Lügen, Täuschungen und Herausforderungen. Es sprachen der rumänische Unterstaatssekretär Marcu, der Delegierte der Slowakei, Minister Gaspar, Bot- chafter Nikolaeff von Bulgarien, Dr. Moräne c, Abgeordneter von Kroatien, der japanische Delegierte Sakuna und schließlich der italienische Nationalrat Ezio Maria Gray, der mit scharfen Worten die Lügenkampagne der Demokratien am griff, um ihr das hohe Pflichtbewußtsein und den Geist der menschlichen Solidarität gegenüberzustellen, der die Länder des Dreimächtepaktes beseele. Nach ihm gab Minister Lunde, Norwegen, Enthüllungen über den Betrug, den die britische Presse an Norwegen im Laufe der Geschichte dieses Landes verübt habe. Am Nachmittag entlarvte Minister Goedewagen, Holland, die Betrugsmanöver, die-in den Niederlanden von der demokratischen Hetz- presse in Szene gesetzt wurden und die für das betrogene Volk so unheilvoll ausgegangen sind. Den Höhepunkt der vernichtenden Anklagen aber bildete die Rede des Ministers Moravec, Prag. Unter dem Eindruck dieser Enthüllungen wurden aus dem Deilnehmerkreis weitere Beispiele für die Wühlarbeit der entarteten internationalen Publizistik gegeben.
In der Schlußsitzung ergriff der italienische Minister für Volkskultur Pavolini das Wort. Der Kongreß beweise, daß die neue Ordnung schon während des Krieges eine lebendige und in die Zukunft wirkende Realität darstellt. In verschiedenen Zungen zwar, aber in einem Gedanken hat die Union die Kampfstellung des Journalismus verkündet. Unser Journalismus ist die männliche und konsequente Stimme einer Welt, die auf geht. Die Erhebung des Lebens und des Geistes gegen die erdrückende plutokratische Vorherrschaft stellt eine einheitliche revolutionäre Gärung der Lebensfülle und der Not unserer Menschen dar. Mögen die
feindlichen Propaaandisten zur Kenntnis nehmen, daß die gegenwärtigen Entbehrungen für jeden, Europäer die ständige Aufstachelung au einer kontinentalen Solidarität sind, die, aus dem Schmerz geboren, mit einheitlichem unbezähmbaren Schwung einer besseren Zukunft zustrebt. Unsere Ziele ver» wirklichen, bedeutet, uns und unseren Kindern „ein Leben, das sich zu -leben lohnt", zu schaffen. Ein Krieg wie der gegenwärtige, der welturnspan- nend ist und dessen Ursprünge und Auswirkungen in die Jahrhunderte hineinreichen, kann unseres Erachtens nur lang und hart fein. Darüber Hirn aus haben wir keine Vermutungen oder Hoffnungen auszusprechen. Wir haben ganz einfach eine G e* wihheit, sie ist bedingt durch das Genie der Führer, durch die Tapferkeit der Kämpfer, durch die zähe Kraft der Völker, durch unsere gute Sache, der wir unser Leben gewidmet haben und für die unsere besten Kameraden gefallen sind. Es ist die Gewißheit des Sieges.
Unter begeisterten Kundgebungen wurde Spa- nien als Mitglied der Union aufgenommen. Reichspressechef Dr. Dietrich überbrachte dem Kongreß die Grüße des Führers, der der Union eine ihren großen Aufgaben und Zielen entsprechende weitere erfolgreiche Entwicklung wünschte. Dann zog Dr. Dietrich das Fazit der Venediger Tagung, die zum Fanal einer neuen Zeit für die Presse geworden sei. Mit erdrückenden Schuldbeweisen sei dargelegt worden, welch verhängnisvollen Weg die Presse unter der Herrschaft der jüdischen Demokratien genommen habe und wie sie durch ihre Dergeschäftlichung aus einer der segensreichsten Einrichtungen des menschlichen Zusammenlebens zu einem Instrument des Krieges und zur Geißel der Menschheit geworden sei. England und die Vereinigten Staaten hätten den Pressebetrug bis in die tiefsten Niederungen menschlicher Schamlosigkeit getrieben. So sei es en^ lich dahin gekommen, daß in England mit Histe der Presse ein verbrecherischer Hasardeur ein Wew- reid) zugrunde regiere und in den Vereinigten Stacy, ten ein größenwahnsinniger Paralytiker durch eine verjudete Presse die öffentliche Meinung vergewaltige und zum Verbrechen am eigenen Volke zwinge» Die „Neue Welt" verdanke ihren Namen ausfchlietz-
Hauptreichtum Billitons besteht in ergiebigen Z i nn- gruben, deren Ausbeute zusammen mit der Förderung der Nachbarinsel Banka eine erhebliche Rolle in der Welterzeugung dieses wichtigen Metalls spielt. Der Untergang -es „Hermes".
Stockholm, 13.April. (DNB.-Funtfpruch.) ,^m Formationsflug zu sechs und drei Maschinen Überflogen uns zahlreiche japanische Flugzeuge, ihr Bombenwurf war verheerend", heißt es in einer Schilderung geretteter Marineoffiziere vom Untergang des britischen Flugzeugträgers „Hermes". In rollendem Luftangriff hätten die Japaner ihr Schiff versenkt, anscheinend zur gleichen Zeit, als sie auch den Flottenstützpunkt Trincomali auf Ceylon angriffen. „Auf Steuerbord sahen wir in großer Höhe drei Flugzeuge als undeutliche Punkte. Unsere Flak und Schnell feuergesch-ütze legten eine Sperre. Dies hinderte aber die japanischen Piloten nicht, durch die Sperre zu stoßen und uns im Sturzflug mit Bomben und MG -Feuer zu belegen. Wenn ihr Munitionsvorrat erschöpft mar, flogen sie ab. Es war jedoch nur eine Atempause. Bald folgte ein viel schwererer Angriff." Der „Hermes" habe mehrere Treffer erhalten und bald habe sich ein großer Brand entwickelt. „Welle auf Welle der Angreifer flog über uns hinweg. Einige japanische Flugzeuge kamen trotz unseres Flakfeuers tief herunter. Die ganze Zett Über konnten wir am Horizont die Küste sehen."
Der deutsch-türkische Warenaustausch.
Istanbul, 13. April. (DNB. Funkspruch.) Der türkische Botschafter in Berlin, G e rede, erklärte, daß nach Fertigstellung der Brücke über die Maritza im Juni der deutsch-türkische Warenaustausch einen neuen Auftrieb erfahren werde, für den das Handelsabkommen im vergangenen Herbst eine breite Basis geschaffen habe. Der Botschafter betonte, daß er nach Deutschland zurückkehre mit großen Hoffnungen für die künftige Entwicklung der deutsch-türkischen Beziehungen, die sich auf traditto-
nelle Freundschaft und gegenseitiges. Vertrauen stütztssi.
Die neue bulgarische Regierung.
Sofia, 13. April. (DNB.) Der bulgarische DU* nifterpräftbent Filoff bot am Samstag dem König den Rücktritt der Regierung an. Der König beauftragte Filoff mit der Neubildung der Regierung. Filoff hat am Samstagabend die Umbildung des Kabinetts vollzogen, in dem er selbst auch das Außenministerium übernahm und General Michofs Kriegsminister wurde. Filoff hielt im Rundfunk eine kurze Ansprache, in der er erklärte, die neue Regierung werde in jeder Hinsicht den bisherigen Kurs weiterführen. Bulgarien werde seine Verpflichtungen aus dem Dreimächtepakt erfülle^ und bemüht fein, feine Freundschaft zur Türker zu vertiefen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer hat dem Reichsverweser des Königreiches Ungarn Nikolaus von Horthy das Goldene Großkreuz des Deutschen Adlerordens verliehen.
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Reichsorganisattonsleiter Dr. Ley sprach zum Abschluß des sozial- und arbeitspolitischen Lehrganges, den die Deutsche Arbeitsfront für Betriebsführer, Betriebsobmänner und VertrauensratsmitgliedeF durchgeführt hat, in Bremen über das Wesen des Bettiebsführers und seine Aufgaben im Kriege.
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In Berlin beginnt ein Frontkämpfertreffen von Studenten der europäischen Freiwilligenverbände der deutschen Wehrmacht, das vom Oberkommando der Wehrmacht in Verbindung mit der Reichsstu- dentenführung veranstaltet wird. Das Treffen findet feine Fortsetzung in der ersten europäischen Studenten- und Frontkämpfertagung in Dresden, zu der Reichsstudentenführer Dr. Scheel Abordnungen der europäischen Studentenverbände eingeladen hat.
Masurisches Land.
Bon Kilian Koll.
Kilian Koll, der Dichter des Filmes „Urlaub auf Ehrenwort", 1940 Hauptmann in einem Kampfgeschwader, ist ein begeisterter Werber der masurischen Landschaft in Ostpreußen geworden, wo er sich vor acht Jahren ansiedelte.
Ostpreußen wird von den vielbefahrenen Deutschen gern für ein flaches Land gehalten. Langweilige östliche Ebene, wie? In Wirklichkeit wechselt seine Landschaft ihre Einfälle unermüdlich, selten blickt man weiter als ein paar Kilometer voraus. Und überschreitet man sie, so fügen' die Hügel sich wieder auf eine neue Art. Im Oberland stehen Laubwälder in der bewegungslosen Sommerluft. Weide an Wiese, belebt mit unzählbarem Vieh.
Und mit Pferden: in Rudeln, frei weidend, die Kövfe im Gras. Trabend und galoppierend über grünen Raum. Fohlen, nicht hier und dort eins, sondern in Mengen. Taprig um die Stuten hopsend, die meist angepflockt sind und mit drollig aussehendem Hin- und Herschwingen -es Kopfes ihren Aerger äußern, wenn man mit ihren Pferdekindern kalbert.
Und Geschwader von Störchen am Himmel. Mit langsam schlagenden Flügeln, gelassenen Fluaes. Mancherorts nisten sie auf jedem Haus. Hatten schwarzbefrackt und steifbeinig Versammlungen in den Sümpfen. Wo die Sense ins Korn schwingt, schreiten sie ein paar Schritt hinter dem Mäher. Und picken die Frösche auf. Irgendeine Storchen- geschichte steht tagtäglich in jeder Zeitung Ostpreußens. Vom Storch, der gegen eine Hausantenne flog und ein Weilchen verdattert war. Von der Störchin, der ein Lausejunge Enteneier unterlegte, und die ihre Entlein vergeblich gegen den Ehegatten und viele herbeifliegende fremde Störche verteidigte. Von der Störchin, die ihre Jungen aus dem Nest warf, als der Storch zu Tode kam. Störche bäumen wie Denkmalsfiguren auf den Feldgarben auf.
Der Storch ist hier ein Haustier.
Ostpreußen ist das Land der Tiere.
Nicht der Menschen? Zwei Drittel aller Deutschen im Reich leben in der Stadt. Aber fünf Sechstel aller Ostpreußen leben auf dem Lande.
Land der großen und kleine« Bauern, der Fischer Md Förster. , ■ <
Mein Herz gehört Masuren.
Es gehört ihm, trotzdem ich den Laubwald mehr liebe als die Kiefer, die hier, Jahrhunderte alt, alle Aecker umsteht. Doch was für Kiefern! Rotflammende Stämme, glühende nackt mit schwarzgrünem Wipfel. Die Kiefer laugt den Boden aus, bröckelt ihn zu Sand und Staub. Man pflanzt jetzt Mischwald darunter, der sich ewigen Humus schafft.
Masuren ist das Land der Seen. Tausende wohl. Masuren ist wie ein See mit wenig Land dazwischen. Der russische Heerführer, der sich hier hin- eingewagt: er versuchte die Götter! Wir aber suchen die Götter des Wassers. Segel überm Spirding, der der drittgrößte See von Deutschland ist, ungeheure Fläche, aus der sich fern wie Meeresstrand die jenseitige Küste erhebt. Klippen dicht unterm Wasser, die Seekarte aber ist noch nicht gedruckt, man läßt sich vom Hörensagen warnen. Welch eine Weite! Winde springen aus dem Ungewissen. Schilfgürtel und Sumpfland sichert Reiher und Wildente. Mitten im See mit verfallenen Kasematten ein Fort des großen Friedrich, uneinnehmbares Lager für Kriegsvorräte aller Art. ....
See verwirrend an See, keine gleichmäßige Fläche, abenteuerlich wechselt der Bug nach allen vier Himmelsrichtungen; die Wasser zwischen Angerburg, Lötzen und beiderseits Johannisburg stehen in natürlicher oder künstlicher Verbindung, durch tiefe Rinnsale gleitet das Boot, Schleusenwasser trägt es wirbelnd in die Höhe.
Es gibt einen Vogelsee bei Surfrainen. Naturschutz. Schneeweiß rudern und schwirren mehr als fünfhundert Wildschwäne. Kein Schuß, kein Tritt. Aber alle Tage erschallt der Ruf des Fischadlers aus der Himmelshöhe. Dann ducken sich die Vögel ins Schilf. Dann stößt der Niegestörte herab und zieht mit einer Ente im Fang davon.
Ein Kränzlein muß ich winden!
Es lebt in den Wassern um Nikolaiken ein Fischlein: die Maräne. Sie liebt die kalte Tiefe, nur im Hochsommer steigt sie ein wenig über den Grund. Und das Schleppnetz holt sie herauf. Golden glänzt ihre Farbe. Wie zu Ehren des Feinschmeckers lösen Haut und Gräten sich leicht vom zartrosigen Fleisch. So köstlich schmeckt kein Rauchfisch auf der ganzen Wett! Weil dies aber ein kleines Fischerdorf, und weil die Masuren ungelenk sind von Wort, ist die Maräne noch längst nicht nach Würdigkeit berühmt. Künftiger Leckerbissen unsrer großen Gaststätten.
Im schlammigen Grund dieser Seen leben die Welse. Riesenfische, -zentnerschwer. Selten fängt man die Vielbegehrten, Die Fischer erzähle-n, ein Wels fjaben Ferkel vom Uferrand geraubt. Man muß aber nicht alles glauben.
Seltsames Volk. Fremdnamig, mit harten, wenig beweglichen Gesichtern. Die Alten unterhalten sich noch in einer slawischen Ursprache, weswegen der Versailler Vertrag über das Land abstimmen ließ. Doch das treue Volk stimmte im Jahre der Not 1920 mit 96 v. H. für das besiegte Deutschland.
Deutsches Land! lieber der leuchtenden, himmelsweiten Ruhe der Felder um Lyck erheben sich Müler auf den umkämpften Höhen. Wo die Grauen in der Winterschlacht gefallen, sind sie zusammengetragen worden, ©raibmäler für aber Hunderte, hügelhoch über dem Land, unter hölzernem Riesenkreuz. Drunten ringsum Kornfelder, die der Wind wellt. Schönere, schlichtere, dem Himmel wie der Erde nähere Ehrenstätten gab kein Volk fernen Helden.
Lieber historische Filme.
< Von Hans-Hubert Gensert.
Der deutsche Film nimmt sich seit einiger Zeit wichtige Epochen aus der großdeutschen Geschichte zur Unterlage seiner Handlungen. Es ist damit so etwas geschaffen wie ein großzügiges Volksbildungswerk, nur daß hier die Bildungsmittel ein» gespannt sind in einen dramatischen Rahmen und somit nicht nur unterrichten, sondern auch erheben und unterhalten. _
Freilich ist dies nicht zu verstehen wie die Wirkung eines Unterrichtsmittels, etwa eines Lesebuches. Der Film kann nämlich auf vielen Gebieten unter höherem Gesichtspunkt arbeiten. Wenn etwa die Gestalt Friedrichs des Großen Umrissen wird, wird man die Tatsachen seines Lebens und Wirkens bei allen Volksgenossen voraussetzen. Hier kommt es also nicht nur auf den Stoff an, sondern auf den Blickpunkt, die Haltung. Dramatisch ‘ geformt ist der Charakter -es großen Königs, seine Widerstandskraft und feine Weitsichtigkeit an der Episode herausgearbeitet, so daß sie sich im Gedächtnis des Volkes nachhaltiger behauptet als durch die epische Ausbreitung feines gesamten Wirkungsbereichen
Anders liegen die Dinge, wenn der Film etwa einen Menschen wie den Wiener Bürgermeister Lueger in das Licht des öffentlichen Interesses rückt, einen Mann nämlich, dessen Können und Charaktev die Voraussetzung geboten hätten für ein europäisches oder zumindest großdeutsches Wirkungs- feld, den nur die Umstände gezwungen haben, in einem kleinen Kreis, eben in der Stadt Wien, zu arbeiten. Hier schafft der Film neue historische Erlebnismöglichkeiten, der Strom des deutschen Ge» schichtsbildes wird breiter und damit reicher, und der einzelne bekommt durch die Kenntnis der Pläns und Leistungen dieses Mannes neue Impulse füc sein eigenes Tun.
Durch die Beschwörung von Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Wissenschaft, Wirtschaft und Technik kommt der Film dem modernen Bestteben entgegen, diese Cinzelbereiche menschlichen Tatendrangs hin- einzustellen in den großen Zusammenhang des allgemeinen und somit politischen Geschehens. Wik sind dabei, es uns abzugewöhnen, große Leistungey auf Spezialgebieten losgelöst vom politischen Zeitgeschehen zu betrachten. Auch sie gehören in den Bereich der Gegenstände' und Probleme, die den Gedankenfluß jedes aufgeweckten Deutschen aus- machen. Durch Filme wie „Diesel" und „Ich klage an" wird der Scheu der Oeffentlichkeit vor wissenschaftlichen Formulierungen und Ergebnissen gesteuert, es wird auf die einfachste Art nachgewiesen, daß die Wunder der Technik und Wissenschaft keine Wunder im mystischen Sinne sind, sondern Ergeb? nisse eines von der Sache besesienen Willens und einer souveränen Vernunft.
Völlig falsch wäre es, wollte sich das Publikum mit diesen Anregungen auf historischem oder wissenschaftlichem Gebiet begnügen, würde man zufrieden fein, über Lueger oder über die Entwicklung des Motors das zu wissen, was der Film bietet Films dieser Art wollen nur Hinweise geben, Impulse, wollen hinführen zur intensiven Beschäftigungmit dem Stofs, damit die Gedanken der großen Masse des Volkes nicht allein durch das Mittel der Begeisterung für kurze Zeit mit dem Bewußtsein der Leistungen des deutschen Geistes ausgefüllt werden sondern durch die eigene Beschäftigung mit dey Problemen und der Geschichte ihre Lösung ent wirkliches Bildungsaut, das unverlierbar G m jedem Deutschen entsteht,


