deren Verlauf namhafte Redner zu den Themen „Werterkenntnis unö Wcrterhaltnng", „Brandver- hütungsaufklärung im Jahre 1942", „Gesundheitsfürsorge und Schadenoerhütung", „Unfall chutzwer- bung bei den Berufsaenossenschaften" und „Scha- denverhütung in der Lebens- und Krankenversiche- rung" Stellung nehmen werden.
Betriebsodmänner
sind kein: Reklameagenten.
Eine Buchhandlung hatte sich an die Betriebsobmänner verschiedener Unternehmen mit dem Ansinnen gewandt, gegen Provision für ein Buch zu werben und Sammelbestellungen aus dem Betriebe ent- aegenzunehmen. Der Werderat der deutschen Wirtschaft hat diese Werbemaßnahme beanstandet. Er läßt sich dabei von der Erwägung leiten, daß Betriebsobmänner innerhalb des Betriebes im allgemeinen eine gewisse Autorität besitzen, der die Gefolgschaftsmitglieder häufig nicht ganz unbefangen gegenüberstehen. Es besteht daher leicht die Gefahr, daß der Kaufentschluß der .Gefolgschaftsmitglieder hierdurch beeinflußt wird. Die geschäftliche Werbung aber soll sich, wie der Werberat stets betont hat, von allen unsachlichen Beweggründen freihalten. Uebrigens ist auch von feiten der Deutschen Arbeitsfront den Betriebsobmännern die Werbung für Wirtschaftsunternehmungen untersagt.
Wenn die Ehefrau studieren will.
Es mehren sich die Fälle, in denen Ehefrauen ihr« Zulassung zum Studium beantragen. Da verheiratete Frauen zum Reichsarbeitsdienst nicht herangezogen werden, ist von ihnen die vorherige Ableistung des studentischen Ausgleichsdienstes zu fordern. Die Forderung wird nicht erhoben, soweit es sich um Frauen mit Kindern und um kinderlose Ehefrauen von gefallenen Wehrmachtangehörigen handelt oder sofern die Frauen bereits auf Grund anderer Bestimmungen vom Ausgleichsdienst befreit sind.
Kein pflickijahr bei Osteinsatz.
Die Reichsjugendsührung setzt zur Unterstützung der Aufbauarbeit in den eingegliederten Ostgebieten 16- bis 21jährige BDM.-Mädel für die Dauer von sechs Monaten ein. Es handelt sich um 2000 bis 2500 Mädchen und 150 Führerinnen. Dieser Osteinsatz der Hitler-Jugend ist auf das Pflichtjahr anzurechnen. Bewerberinnen, die sich als Führerinnen dem Osteinsatz zu Verfügung stellen, soll die Zustimmung zur Äsung ihres bisherigen Arbeitsverhältnisses erteilt werden, ausgenommen dann, w-enn sie in einer Bedarfsstelle mit besonders wichtigen Kriegsaufgaben oder als Hausgehilfinnen in kinderreichen Haushalten tätig sind.
Aus der engeren Heimat.
Landkreis Gießen.
* Steinbach, 13. März. Der Maurer Karl Schmitt I. und Frau Maria Margareta, geb. Horn, begehen am heutigen Freitag, 13. März, im Kreise ihrer Kinder und Enkel in guter Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist 80, die Jubilarin 74 Jahre alt. Dem Jubelpaar bringen auch w.r unsere herzlichen Glückwünsche dar.
Hl L a u b a ch, 12. März. Zum zweiten Male ließ sich die Spielgemeinschaft der Rhein-Mainischen Landesbühne im Rahmen der Lau - bacher Kun st gemeinde hören. Diesmal brachten die Gäste Erich Ebermayers Schauspiel „Der Fall Claasen". Die Darsteller und ihre Helfer am Werk ernteten lebhaften Beifall.
15 Lahre Zuchthaus für einen Volksschädlinq.
LPD. D a r m st a d t, 12. März. Das Darmstädter Sonoergericht verurteilte am Mittwoch den 32jäh- rigen Richard Sensfelder aus Büttelborn wegen verschiedener versuchter und vollendeter B ran d- st i f t u n g e n in zwei Fällen als Volksschädling, und wegen versuchter Betriebssabotage in fünf Fällen, als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren und Sicherungsverwahrung. Der Angeklagte hatte sich in verschiedenen anderen Fällen wegen Hühner- und Fahrraddiebstahls, Betrug, Urkundenfälschung usw. strafbar gemacht, jedoch waren diese Verfahren wegen Geringfügigkeit — im Verhältnis zu seinen sonstigen Taten — eingestellt worden. Seit dem Jahre 1936 hatte der Angeklagte Spreuhaufen, Holz, Reisighaufen, ja sogar volle Fuder Gerste auf dem Felde oder in Scheunen oder Dreschhallen angesteckt. In anderen Fällen hatte er Eisenstücke oder Steine in Dreschmaschinen geworfen und Treibriemen durchschnitten. Während der Voruntersuchung hatte er gestanden, bestritt jedoch jetzt die Brandstiftungen vollkommen. ,Lch habe keinen
Brand gelegt", war seine stereotyp wiederkehrende Redensart. Das Gericht ist der Ausfassung, daß die Geständnisse durchaus der Wahrheit entsprechen. Da der Angeklagte nach dem Gutachten des medizinischen Sachverständigen für seine Straftaten nicht voll verantwortlich zu machen ist, erkannte das Sondergericht bei den an sich todeswürdigen Verbrechen nicht auf die Todesstrafe. Jedoch müsse der Angeklagte bei seiner boshaften und heimtückischen Gesinnung als gemeingefährlich für Lebenszeit von der Volksgemeinschaft ferngehalten werden.
Schwerverb rechrr in Frankfurt verhaftet
LPD. Frankfurt a. M., 12. März. In einer großen Frankfurter • Gaststätte wurde vor etwa einer Woche ein etwa 35jähriger Mann, der Papiere auf den Namen Hermann mit sich führte und bereits drei Monate in einem Lichtspielhaus tätig gewesen war, als Platzanweiser angestellt. Einige Tage später besuchten zwei Marburger Polizeibeamte, die in Zivil waren, zufällig die Gaststätte und erkannten in dem Platzanweiser sofort einen Mann namens Michel, der im Juni aus dem Untersuchungsgefängnis in Marburg ausgebrochen und seitdem gesucht worden war. Michel hatte während eines Fliegeralarms einen Einbruchs- d i eb stahl begangen und größere Beute gemacht. Bei seinem Ausbruch stahl er fremde Papiere, mit denen er es dann verstand, sich dreiviertel Jahr um» herzutreiben und sogar Arbeit zu finden, bis er jetzt von den Beamten erkannt und festgenommen werden konnte. Der Verbrecher versuchte sich zunächst
as die neue Wochenschau bringt.
Kampf im Eis und Schnee der Ostfront.
Die Wochenschau bringt diesmal besonders aus- führl.che Berichte über die erbitterten Kämpfe im Osten. Irgendwo am mittleren Frontabschnitt macht sich ein Spähtrupp fertig zum Abmarsch. Er wird von einem Kriegsberichter begleitet. „Wir hatten den Auftrag" — so schreibt dieser — „Fühlung mit sowjetischen Kräften aufzunehmen, die vorgeschobene Stützpunkte unserer Linie umgehen und abschneiden wollten. Das Thermometer zeigte 35 Grad Kälte. Nur mühsam kamen wir durch den dicken Schnee vorwärts. Unsere Hauptsorge war, die Waffen einsatzbereit zu halten, denn jeden Augenblick konnte die Knallerei losgehen. Für mich allerdings kam noch die Kamera hinzu. Würde sie trotz des scharfen Frostes in der entscheidenden Sekunde gleich auf volle Tourenzahl kommen? Ich hatte sie längst mit Winteröl versehen und die Batterien auf Doppelleistung verstärkt. Trotzdem ließ ich den Motor immer wieder anlaufen, um ihn betriebsfähig zu halten. Und dann waren wir plötzlich am Feind. Meine Kamera schnurrte los — und lief ihre 24 Bilder in der Sekunde. In diesem Augenblick war alle Mühe vergessen. Wenig 'später aber hieß es zur Waffe greifen. In zähem Gefecht hielten wir die Bolschewisten und gaben ihrem Angriff die von uns gewünschte Richtung.
Man erlebt ferner einen Stuka-Einsatz im Raume des Ladoga-Sees, sieht schwere Artillerie vor L e n i n g r ad, fliegt mit einem Transportgeschwa
der zu den vorderen Linien, wo wichtiges Nachschubgut abgeworfen wird, und ist schließlich Zeuge erbitterter Kämpfe in Schnee und Eis. Immer wieder greifen die Sowjets an. Aber der deutsche Infanterist hält die Front!
Aus der übrigen Bildfolge feien die Aufnahmen von dem feigen U e b e r f a l l b r i t i s ch e r B o m- her auf Paris genannt. Ganze Häuserreihen sind wegrasiert, vierstöckige Gebäude buchstäblich auseinandergerissen. Aus den Trümmern, die sich hoch auftürmen, werden Leichen geborgen. Diese Bilder werden zu einer furchtbaren Anklage gegen die verantwortlichen britischen Stellen, die den Befehl zu diesem Massenmord gaben.
Nach Bildern von der Wacht an der Kanal- f ü ft e, vom Bau und vom Einsatz unserer Unterseeboote und nach den schon genannten Aufnahmen von den Kämpfen im Osten bildet ein Bericht von der Afrika front den Abschluß dieser Wochenschau. Man verfolgt die Fahrt eines Geleitzuges, der im Schutz schwerer und leichter Einheiten der italienischen Kriegsflotte Nachschub heranbringt, sieht Generaloberst Rommel bei den vordersten Einheiten seiner Panzerarmee und begleitet unsere Stukas bei einem Angriff auf britische Panzer und Lastkraftwagen. Ein Teil dieser Bilder zeigt die letzten Aufnahmen des Kriegsberichters Werner Speer, der hier feinen Heldentod fand. U.
zu verstecken und bestritt, der Gesuchte zu seiu» Aber als besonderes Kennzeichen hatte er eine Narbe oder ein Muttermal am Hals, das ihn einwandfrei als den Marburger Ausbrecher entlarvte. Der Verhaftete gab schließlich zu, der langgesuchte Michel zu fein.
Drei Lahre Zuchthaus für Feldpoftpäckchenniarderin.
LPD. Wiesbaden, 12. März. Das Sondergericht Frankfurt, das in Wiesbaden tagte, verurteilte die Angeklagte Paula W e ff e l wegen fort- ; gefetzten Verbrechens im Sinne des § 4 des Volks- , fchädlingsgesetzes und wegen einfacher Amtsunterschlagung, Urkundenunterdrückung und Verletzung des Briefgeheimnisses zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre Die Angeklagte hatte in 15 von ihr zugegebenen Fällen Feld post Päckchen und Briefe unterschlagen und vernichtet. Aus letzteren hatte sie sich Kleider- (arten und Bezugscheine ungeeignet.
G. A.-Sport.
Deutschlands internationale Gpo'tkämpfe.
Der Reichssportführer hat im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen folgende internationale Veranstaltungen für die Zeit von Mitte März bis Ende Juni zugelassen:
15. März: Turnen Deutschland — Ungarn — Italien in Berlin.
29. März: Eishockey Deutschland — Italien in Mailand.
12. April: Fußball Deutschland — Spanien in Berlin; Ringen Deutschland — Finnland in München.
21. April: Fechten Deutschland — Italien in Neapel.
3. Mai: Fußball Deutschland — Ungarn in Budapest.
10. Mai: Hockey Deutschland — Ungarn in Budapest.
23. bis 25. Mai: Tennis Deutschland — Ungarn in Budapest.
24. Mai: Fußball Deutschland — Italien in Berlin.
24. bis 25. Mai: Radsport Deutschland — Italien in Wuppertal.
5. bis 7. Juni: Tennis Deutschland — Italien in Rom.
Im Juni: Boxen Deutschland — Ungarn — Italien in Rom.
Genehmigt sind außerdem die beiden Fußball- Städtekämpfe Stuttgart — Barcelona in Barcelona und Gelsenkirchen-Schalke — Madrid in Madrid, deren Termine noch festgesetzt werden.
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Berlin-Zehlendorf. Glockenstraße 8.
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Oeffenttiche Mahnung.
Folgende Rückstände werden hiermit zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingelettet werden muß: 879C
12. Rate Grundsteuer 1941.
Gießen, den 14. März 1942.
Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.)
Bekanntmachung.
Bei».: Maul- und Klauenseuche im Ortsteil Gießen- Klein-Linden.
Unter dem Viehbestand des Landwirts Konrad Coh, Gießen Klein-Linden, Wetzlarer Straße 21, ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amts- tierärzttich festgestellt worden. Der Ortsteil Klein- Linden wird zum Sperrgebiet, die gesamte Gemarkung zum Beobachtungsgebiet erklärt.
Die vom Kreisveterinäramt Gießen getroffenen vorläufigen Maßnahmen werden bestätigt. Im übrigen finden auf Sperr- und Beobachiunasgebiet die gesetzlichen viehseuchenpolizeilichen Vorschriften Anwendung, die cm den Anschlagtafeln im Orts- teil Gießen-Klein-Linden öffentlich bekanntgemacht werden. 881C
Gießen, den 12. Marz 1942. .
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Ikademischer Gesangverein.
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Einladung zur Lahreshauptversammlung am IS.März, 15Uhr, im Burghof. Tagesordnung:
1. Wirtschafts- u.Rechnungsbericht 2. Einführung des neuernannten
Vereinsleiters durch den Streik gruvvenleiter.
3. Verschiedenes. ssoD
Junker, Vereinsleiter.
THEATER
der Universitätsstadt Gießen
Freitas. den 13. März 19 bis 22 Uhr:
24. Freitagmiete u. Halbmiete A Die versunkene Glocke Märchendrama von Gerhart Hauptmann.
Preise von 0.60 bis 8.10 RM.


