Einzelbild herunterladen

»Q&**

'Sport

} 193?

100 tetra

0

7

i

^fuünbt Äit jedem .^njelwelt Gleichzeitig militärische n Kriege« m DtlreiÄ. Wgfeit s« Schm.

en bereit« j 200 km

apul.

m.

I 3tn Vn- Hiner cm llernahrnen, Endliche

ienft

Japanische $ kaiserlich kindliche -Straße ortet durch,

Kampfslug- i Kolon» durch Au» m britischen in besetztet i Bomben» lampln, wurde, wie

20 000 Bewohner zahlt, liegt weiter südlich un­gefähr in der Höhe von Bangkok und 250 km von der thailändischen Hauptstadt entfernt an dem für kleinere Schiffe fahrbaren Fluß Tavoy.

ÄSA.-Mannebasis Olongapo genommen.

Tokio, 12. Jan. (Ostasiendienst des DNB.) Das Kaiserliche Hauptquartier gibt bekannt, daß die ja­panische Armee am 10. Januar Olongapo, den wichtigen Stützpunkt an der Westküste der B a - taan-Halbinsel auf den Philippinen, voll­st ändigDesetzt hat.

Olongapo liegt ungefähr 100 km westlich von Manila an der Subig-Bucht und ist eine bedeutende U-Boot°Basis für die Asienslotte der Bereinigten Staaten gewesen. Der Hafen besitzt ein Schwimm­dock, das Kriegsschiffe bis zu 12 000 Tonnen aus­nehmen kann.

Generalmajor der Waffen-^ Herrmann gefallen.

Berlin, 12. Jan. (DNB.) An der Front im Osten fiel am 27. Dezember 1941 bei einem An­griff der Bolschewisten im Kampf für Deutschlands Freiheit der Führer einer Einheit der Waffen-^, -Brigadeführer und Generalmajor der Wafsen- vW, Richard Herrmann. Mit ^'Brigade- führer Herrmann, der im Weltkrieg mit oern Eiser­nen Kreuz II. und I. Klasse und in diesem Krieg mit den Spangen dazu und mit dem Kriegsver- dienstkreuz ausgezeichnet wurde, verliert die ff einen Kameraden, dessen vorbildliche Arbeit in ihr weiterleben und Früchte tragen wird.

Im Jahre 1895 zu Grünberg (Kreis Gie­ßen) geboren, zog Richard Herrmann bei Aus­bruch des Weltkrieges als 19jähriger Freiwilliger ins Feld. Bereits im Oktober 1914 erhielt er feine erste Verwundung. Im Grenzschutz Ost fämpfte der Leutnant Richard Herrmann als Führer einer ge­mischten Abteilung. Jrn Jahre 1920 trat Herrmann in die hessische Landespolizei ein, mußte jedoch aus politischen Gründen 1929 wieder ausscheiden. Herr­mann stellte sich später der SA. zur Verfügung, in der er im Laufe der Jahre die verschiedensten Dienststellungen bekleidet hat. So finden wir ihn 1932 als Stabsführer der SA.-Gruppe Hochland und 1934 als Führer der SA.'Brigade 86 Augs­burg. Im Jahre 1937 erfolgte seine Uebernahme in Die ff. Ihm wurde die Dienststellung des In­spekteurs für Leibesübungen des Reichsführers ff und Chefs der Deutschen Polizei, ein Amt, das jetzt ^-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, aus- übt, übertragen. Gleichzeitig war Herrmann Leiter des Deutschen Handball- und Baskettballverbandes (Reichsfachamt). Bei Ausbruch des neuen Krieges übernahm Herrmann ein Regiment der Waffen-^. 9m Juni 1940 erfolgte die Ernennung zum Be­fehlshaber der Waffen-^ beim höheren ff- und PolizeiführerNord" in Oslo, am 25. Mai 1941 wurde -Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-^ Herrmann Kommandeur der bis zu fei­nem Heldentod geführten Einheit der Waffen-U.

Kleine politische Nachrichten.

In der Nationalaalerie in Berlin wurde am Montag die Ausstellung der erweiterten Kinder­landverschickungJugend im Reich" in Gegenwart zahlreicher Vertreter der Partei, des Staates, der Wehrmacht und Wirtschaft eröffnet. Reichsleiter Baldur von Schirach dankte in feiner Ansprache den mit der Durchführung der erweiterten Klnderland- verschickung beauftragten Organisationen.

Der ehemalige französische Botschafter in Berlin und Rom, Francois-Poncet, ist zum Generaldelegier- ten der Presse in der unbesetzten Zone ernannt wor­den. Die Schaffung dieses Postens dient in erster Linie dem Zweck, das Funktionieren des Zensur- systems zu erleichtern. Francois-Poncet gehört fer­ner der Jnformationskommifsion des Nationalrates an und war bereits in dieser Eigenschaft belüf­

tet betend bestehende

Aus aller Welt.

tragt, die Presse gegenüber der Regierung zu treten.

ner-

e

5 nicht.' A Won W |larb w

i spanische Mein und mitt) in bet et.

ien auf W linein ist entwickeltem au unb hat das nmö

, LeiM' 'herrlich^

die ru f# Vmii w i«3e 4*$ SburgDe,u

it den U W un 51 »li fATgin«

X

Der Dollfachenmarder Sachs hlngerlchket.

Der am 7. Januar vorn Sondergericht Kassel zum Tode verurteilte mehrfach vorbestrafte Karl Sachs ist am Morgen des 10. Januar hingerichtet worden. Sachs hatte sich bekanntlich in Fulda an den für unsere Soldaten bestimmten Wollsachen vergriffen. Sein gemeines Verbrechen wurde schnell und hart gesühnt.

Explosion in Raum5 Roman von H.G. Hansen

Copyright by Prometheus-Verlag Dr.tldiadcer, CrÄbenxeH b.MOndien

35. Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Bericht erstatten Sie von Fall zu Fall, foball> Ihnen das Geringste auffällt! Zuerst besprechen Sie sich mit mir und über lassen es meiner Ent­scheidung, ob ich die Inhaber der Fabrik ins Ver­trauen ziehe."

jawohl, Herr Kommissar."

Sie heißen von heute an Erich Balzer. Hier sind Papiere auf diesen Namen. Jetzt fahren Sie zum Werk hinaus und melden sich bei Herrn Kaspar, indem Sie diesen Brief übergeben!" Kam- min schob Michel die Papiere und den Brief zu, der in einem weißen Umschlag steckte und lediglich die Anschrift des Fabrikanten trug.

Michel Crusius machte auf dem Absatz Kehrt und verschwand. Das war eine Aufgabe, die sich lohnte. Unterwegs fiel ihm ein, daß der Zufall Bärbel mit ihm zusammenführen könnte. Es war besser, wenn sie vorher von seiner Mission unterrichtet par, damit sie nicht aus lauter Ueberraschung zum Verräter wurde. Sofort-verließ er feine Stragen- bahn und suchte nach einer Telephonzelle, von wo er seine Braut anrief. Sie hatte vor Freude über die Nachricht eine ganz heißte Stimme, verriet sich aber am Apparat mit keinem Wort.

Von dem Pförtner wurde Michel zum Verwal­tungsgebäude gewiesen, trat durch das Portal und fragte nach dem Vorzimmer von Herrn Kaspar. Dann klopfte er an und stand Aenne Barkow gegen­über, die ihn nicht viel beachtete, den Brief in Empfang nahm und im Zimmer des Chefs ver­schwand. Schon nach einer halben Minute war sie wieder da und erklärte, Herr Kaspar lasse bitten.

Herr Kommissar Kammin hat Sie mir wärm­stens empfohlen", Kaspar empfing feinen Besucher herzlich,ich werde die beteiligten Herren sofort benachrichtigen, damit wir gemeinsam alles be­sprechen können." Bis sich Kobelt nebst den beiden Chefingenieuren und dem Prokuristen eingefunden hatte, verging nur kurze Zeit. Michel wurde allen Unter fernem wirklichen Namen vorgestellt und setzte

Verdunkelungszeit:

13. Januar von 17.50 bis 9.21 Uhr.

ich mich aufs Reimen nur ein bißchen besser ver­stände, so möchte ich ihnen wohl ein paar Verse widmen, voller Dankbarkeit und Hochachtung für treue Dienste, einen Nachruf gewissermaßen. Aber ein Nachruf wäre ganz fehl am Platze. Denn wie die Dinge liegen, hat für meine Fäustlinge das wahre Leben jetzt erst angefangen, ich meine das Leben, in dem sie ihren Daseinszweck erst ganz erfüllen, woraus es ja bekanntlich ankonnnt.

Meine gäuftlinge werden jetzt draußen an der Front im Osten sein, ja, sie sind, wollig und dick und, so ansehnlich wie sie waren, in die Woll- sammlung gekommen, zusammen mit noch einigen wolligen Sachen, und nun wird ein Soldat sie schon über die Finger gezogen haben. Vielleicht ist es ein Kanonier ober ein Schütze oder ein Pionier, ganz gleich, einem werden sie nun die Hände wärmen. Ich kenne mich im Seelenleben wollener Fäustl-inge nicht aus, aber wer weiß, ob sie sich nicht ge­legentlich freuen, in ihrem Dasein noch zu solchen Ehren gekommen zu fein, unb an einem Platz, wo sie fo. gute Dienste leisten, wie sie es sonst nie er­reicht hätten. Und wo sie nützlicher sind als sonst irgendwo.

Wirklich, ihr wahres Leden hat erst begonnen. Ich kann ihnen keinen Nachruf schreiben, aber ich grüße sie in der fernen, kalten Fremde, die beiden Wärmespender, ein Paar unter 56 Millionen Stück, mit denen das deutsche Volk seinen Soldaten ein Zeichen seiner Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft gab. t

Feldpoflpäckchensperre vom 14 Januar ab.

Ab 14. Januar tritt wieder eine vorübergehende Päckchensperre im Feldpostverkehr ein. Zugelassen sind während der Sverre nur Feldpostsendungen bis 50 Gramm. Die Aushebung der Päckchensperre wird durch Rundfunk und Presse bekanntgegeben.

Zuteilung von Obst an Kranke.

NSG. Das Gauamt für Volksgesundheit teilt mit: Zu der kürzlich erschienenen Bekanntmachung be­treffs Zuteilung von Obst teilt die Reichsärztekam­mer mit, daß für Kranke eine Zuteilung nur auf Antrag des behandelnden Arztes erfolgen kann. Un­mittelbare Anträge der Kranken an die Kammer sind zwecklos. Außerdem ist die Bewilligung von Obst nur auf ganz bestimmte Krankheiten be­schränkt. Hierüber weiß der behandelnde Arzt genau Bescheid.

** Mit dem Eifernen Kreuz II. Klasse und dem Jnfanterie-Sturmabzeichen wurde der im Osten kämpfende Gefreite Fritz Schmidt, Posener Straße 14 wohnhaft, ausgezeichnet.

** Vom Theater der Universitäts­stadt Gießen. Statt der am Mittwoch, 14.Ja­nuar, vorgesehenen Ausführung des Schwankes Der Meisterboxer" wird die erfolgreiche Lehär- OperetteDer Zarewitsch" gegeben. Die Intendanz entschloß sich zu dieser Spielplanänderung, um auch nach dem Hochbetrieb der Feiertage den Spielplan für Platzmieter und freien Besucherstamm in einer möglichst abwechslungsreichen Folge von musika­lischen und Schauspielveranstaltungen weiteraehen zu lassen, so daß die Freunde jeder Kunstrichtung auf ihre Kosten kommen.

Aus -er Stadt Gießen.

Gruß an zwei Fäustlinge.

Manchmal denke ich noch an meine Fäustlinge. Man darf aber nicht glauben, daß ich ihrer mit einer gewissen Traurigkeit gedenke, weil ich sie nun nicht mehr habe. Nein, so ist das nicht. Es ist viel­mehr so ähnlich, als wenn sich einer eines guten Gehilfen erinnert, der ihm manchesmal beigestan­den hat, den er nun aber selbst fortgeschickt hat, auf daß er einem anderen beistehe, einem, der feiner nötiger und dringender bedarf.

Mit den Fäustlingen verhält es sich so, daß ich sie gern im Winter getragen habe, und ich könnte nicht sagen, daß sie mich ein einziges Mal ent­täuscht hätten. Immer waren sie gleich zuver­lässig warm und ließen kein Grad Kälte durch, auch nicht, wenn ich über Land ging und kalter Wind mir die Nasenspitze schändlich rot färbte, als nährte ich mich hauptsächlich von Alkohol. Sie waren verläßliche Gesellen, die beiden, und wenn

sich neben Herrn Kaspar an den runden Verhand­lungstisch. Der Fabrikant erläuterte kurz die Vor­gänge, die zu der polizeilichen Untersuchung ge­führt hatten, und betonte nachdrücklich, daß gegen­über jedermann in und außer dem Hause über die Mission des jungen Beamten strengstes Schweigen gewahrt werden müsse.

Sie treten von heute bei uns als Volontär ein, Herr Crusius. Den Arbeitskameraden wird erklärt, daß Sie der künftige Inhaber einer uns befreun­deten deutschen Fabrik find, der seine Kenntnisse bei uns ergänzt und vervollkommnet. Sie haben Zutritt zu sämtlichen Abteilungen. Die hier anwesenden Herren stehen Ihnen jederzeit zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Wie steht es mit Ähren Kenntnisien? Verstehen Sie etwas von technischen Dingen?"

Ja, ich war drei Jahre bei der Luftwaffe und habe meine Pilotenprüfung gemacht."

Und kaufmännische Kenntnisse?"

Die sind leider gerinn. Von Buchhaltung ver­stehe ich nur ganz wenig/

Schadet nichts. Das läßt sich vertuschen. Haben Sie einen bestimmten Plan, wo und wie Sie Ihre Beobachtungen beginnen wollen "

Nein. Herr Kommissar Kammin ließ mir freie Hand. Es wäre mir sehr lieb, wenn Sie mir vor­erst Ratschläge geben, da ich bisher keinerlei Ueberblick habe."

Richtig. Ich werde Sie durch unseren Proku­risten zunächst mit allen kaufmännischen Angestellten bekanntmachen lassen. Sobald Sie sich einigermaßen auskennen, sagen Sie mir Bescheid. Dann erfolgt das gleiche mit den technischen Angestellten, den Werkmeistern und Vorarbeitern. Unsere beiden Chef­ingenieure werden dabei die Mitllerrolle über­nehmen. Richtlinien anderer Art kann ich Ihnen genau fo wenig geben wie jemand anders. Wir tappen alle im Dunkeln."

Führen Sie Personalakten?"

Ja, sehr ausführliche sogar. Meine Sekretärin, Fräulein Barkow, hat sie unter Verschluß."

Kann ich diese Personalakten einsehen, ohne daß Ihre Sekretärin davon Kenntnis bat?"

Schwerlich. Wenn Sie nach Dienstschluß dann berumftöbern, stellt sie bestimmt am anderen Tage fest, daß jemand anders als sie selbst daran gewesen ist. Fräulein Barkow ist peinlich korrekt."

Oer Meineidbauer."

Ein Tobis-Film im Gloria-palast.

Der Bauer vergeht, aber der Hof besteht: dieser lapidare und, wenn man will, heute wieder ganz aktuelle Satz, der im Laufe des Dialoges einmal an klingt, kan nals Leitmotiv der Handlung gelten. Jakob Geis schrieb tiyeaterfunäig und auch film- gerecht das Drehbuch nach Anzengrubers be­kanntem Volksstück, und man empfindet die gesunde, bodenständige Kraft seiner Dramatik bis in die be­wegten Bilder des Films hinein, dessen Szenen mit der Naturgewalt einer bäuerlichen Schicksalstragödie ineinanbergreifen. Das von uralter Tradition ge­heiligte Grundgesetz von der Beständigkeit und Un­veräußerlichkeit des Hofes wird hier, über Recht und Unrecht hinweg, um feinen Sinn gebracht, wenn der Kreuzweghofbauer, um den Besitz an sich unb fernen Sohn zu bringen, einen blanken Meineid schwärt und damit das im entscheidenden Augenblick unauffindbare Testament aus der Welt geschafft zu haben glaubt, mit dem sein Stiefbruder den Hof einer Magd und deren unmündigen Kindern ver­macht hat. (Der Tod hat den Erblasser weggerafft, ehe er die Magd zur Bäuerin und die Kinder hat ehelich machen können, wie die Magd immer gehofft hat.) Was im Gefolge der Gerichtsverhandlung mit dem unseligen Schwur geschieht, vollzieht sich mit einer Folgerichtigkeit und Unentrinnbarfeit, die den Beschauer an das Schicksalsdrama der Alten erin­nern mag, auf die man aber auch die schlichte Sprichwörterweisheit anwenden kann:Unrecht Gut gedeihet nicht." Es gedeiht wahrhaftig nicht: wah­rend rm Guten und Bösen, in Liebe und Haß die bäuerlichen Leidenschaften miteinander streiten, wäh­rend die Gegensätze der Generationen und der so­zialen Schichtungen in den verbissenen Kampf um

den Hof hi nein gerissen werden, maltet doch in der fortschreitenden Entwicklung des Konfliktes die Ah­nung einer Gerechtigkeit, die nicht minder beständig ist als das Gesetz von der Unveräußerlichkeit ererb­ten Besitzes: so schrecklich das Ende des Meineid­bauern ist, der Beschauer wird sich doch des Gefühls nicht erwehren können, daß erst mit diesem Ende der so oft beschworene Ausgleich zwischen Schuld und Sühne geschaffen und die alte natürliche Ord­nung wiederhergestellt ist.

Das kommt in der Inszenierung des Spielleiters Leopold Hainifch sehr überzeugend heraus; er hat die natürliche Dramatik des Stoffes empfunden und mit sicherem Gefühl ins Filmische übersetzt. Die besten Szenen (nicht alle) haben etwas von der lapidaren Kraft und der Monumentalität der Tiro­ler Bauernbilder von Egger-Lienz. Die Leute der Exl-Bühne spielen die wichtigsten Rollen und sind die gegebenen Darsteller auch für einen An.zen- gruber-Film; an ihrer Spitze Eduard Kock in der Titelrolle, ein Charakterspieler von natürlicher Kraft und elementar ausbrechender Leidenschaft, ohne un­angebrachte Theatereffekte. Auch die übrigen Ilse, Anna und Ferdinand E x 1, Otto Wilhelm Fischer, Leopold Esterle, Ludwig Auer, Hans Krat­zer und Hertha A g o ft i n i bilden ein klar und stilgerecht zusammenwirkendes Volkstheater-En­semble. Die an sich sparsam eingesetzte Musik von Prof. Rudolf K a 11 n i g g und die auf großzügige Bild Wirkung befrachte Photographie (B ru ck - bauer) unterstreichen die Absichten der Spiellei­tung mit kraftvollen Akzenten. Der Film erhielt das Prädikatvolkstümlich wertvoll". Hans Thyriot

Gießener Konzertring.

Orchester-Konzert mit Professor Abendroth und Tiana Lemnitz.

Das Konzert des Rhein-Mainischen Landes­orchesters am gestrigen Montagabend im Stadt» theater stand ganz im Zeichen Mozarts, dessen 150. Todestages wir im vergangenen Jahre gedachten. Der genialen Begabuna dieses Meisters verdanken wir eine sehr große Zahl von Werken der ver­schiedensten Art. Obwohl falt alle den Stempel per­sönlicher Eigenart tragen, sind doch oft wesentliche Gradunterschiede vorhanden, die sich in der Zahl der Aufführungen ausdrücken. So erscheinen in den Kon­zerten aus dem symphonischen Schaffen Mozarts immer wieder bestimmte Stucke, die sich dank ihres reichen Gedankeninhaltes der besonderen Gunst der Hörer erfreuen. Zu ihnen gehören auch die beiden vom Landesorchester gespielten Symphonien: die Singer" und die aus Ls.

Wie der Name besagt, wurde die erste für Linz geschrieben, wo Mozart auf seiner Durchreise eine Akademie geben sollte.Hals über Kopf" wurde sie in knapp vier lauen vollendet. Um so erstaunlicher ist der reiche Inhalt. Wohl noch den Handnschen Werken derselben Art nahestehend, zeigt sie doch ausgesprochen Mozartsches Gepräge. Die Instru­mentation ist auf festlicken Glanz gestimmt, reich sind die Gegensätze zwischen rausHenoer Festlichkeit und schwärmerischer Rentabilität. Am hellsten leuch­tet der Mozartsche Geist in den Durchführungsteilen der Ecksätze und im langsamen Satz, wo ein Neben­gedanke in genialer Ausdeutung zu Bedeutung kommt.

Bedrückt durch schwere wirtschaftliche Sorgen, aber angeregt durch die ländliche Umaebung feiner Wiener Dorftadtwohnung, schrieb im Sommer 1788 der Meister fast in einem Zug (eine letzten drei Symphonien, aus Es, G und C als Abschluß und Höhepunkt seines symphonischen Schaffens. Die hier gespielte aus Es, oft die wienerisch romantische ge­nannt, ist in der Instrumentation bemerkenswert durch die solistische Verwendung der Klarinette, die an Stelle der üblichen Oboe verwandt wird. In dem Verlauf des Werkes treten höchste Gefühls­spannung und rauschende, kraftvolle Energie in wirkungsvollen Gegensatz.

Diese beiden Symphonien standen als monumen­tale Eckpfeiler zu Beginn und Schluß des Konzerts. Zwischen sie gleichsam eingebettet standen drei Stücke intimen Charakters, die sich von dem mächtigen Klangrahmen wirkungsvoll abhoben: Rezitativ und Rondo für Sopran, Orchester und obligates Kia-

vier, die Motette: Exsultate für Sopran und Or­chester und ein Divertimento in D-dur. Das erste Gesangstück, 1786 geschrieben, ist einzigartig in der Verschmelzung der Singstimme mit dem konzertie­renden Klavier, das lebhaften Anteil an den wech­selnden Affekten nimmt. Die Motette schrieb Mo­zart auf seiner letzten Jtalienreise 1772 während eines Aufenthaltes in demtraurigen" Bozen. Sie ist im theatralischen Kirchenstil der Neuneapolitaner geschrieben. Die Singstimme ist sehr effektvoll ge­fetzt. Im Schlußteil wird dem aufmerksamen Hörer eine melodische Wendung des Deutschlandliedes (von Haydn) ausgefallen sein, die der junge Mozart hier vorwegnimmt. In seinen zahlreichen Divertimentts betritt Mozart ein neues Gebiet fröhlicher Gesell- schaftsmusik. Sie sind durchweg von schlan-kem Dau, sind flott und geistreich instrumentiert und sind uns durch ihre intime Note besonders liebenswert.

Die Leistung des Rhein-Mainischen Landesorche­sters bei der Ausführung dieses umfänglichen Pro­gramms muß als hervorragend bezeichnet werden. Höchste Aufmerksamkeit bedingten genauestes Ein­gehen in bas, Wollen des Leiters. Freilich folgt man einem solchen Leiter gern. Prof. Hermann Abend­roth bietet in seiner Direktion ein Bild absoluter Ruhe und Ueberiegenheit. Die knappe und doch so sprechende Zeichengebung zeigt den vollendeten Mu­siker. Die Herausarbeitung und Klarlegung des mo- ttvischen un'b thematischen Bauwerks im Verein mit der außerordentlich gestuften Dynamik liehen den Mozartschen Geist aus den Werken ungetrübt erstrahlen. Durch diese Auslegung kamen die treff­lich besetzten Instrumentalgruppen (neben den Strei. chern verdienen vor allem die Klarinetten und Hör­ner Anerkennung) sehr zu ihrem Recht.

Der Ruf, der der Svlisttn, Kammersängerin Ti­ana Lemnitz, oorausging, hat nicht getrogen. Sie besitzt eine selten schone Stimme, die in allen Lagen gleich gut klingt. Die außerordenlliche Fertig- feit in Läufen, Trillern und Kadenzen muß Erstau- nen auslösen, aber das, was die Künstlerin wirklich

Trotzdem muß es gehen. Ich werde immer nur einzelne Aktenstücke herausnehmen und fo wieder hinlegen, wie ich sie vorgefunden habe."

,Zch glaube, daß wir Fräulein Barkow ins Ver­trauen ziehen können", meinte Kaspar.

Auf keinen Fall." Michel widersprach energisch. Außer Ihnen darf niemand im Hause wissen, wer ich bin." ~ ..

Hat die Polizei immer noch Verdacht gegen Frau­lein Barkow?" wollte Kobelt wissen.

Herr Kammin erklärte mir, er sei davon über» Ö, daß die Aussagen von Fräulein Barkow der

, cheit entsprechen , antwortete Michel vorsichtig, ohne feine eigene Auffassung preiszugeben.Ich mochte gleich hinzufügen, daß ich mit Fräulein Eber­hard, die bei Ihnen tätig ist, verlobt bin. Fräulein Eberhard wurde bereits von mir verständigt, damit sie in der Ueberraschung nichts verrät. Ihres Schwei­gens bin ich absolut sicher."

Oh", sagte Kaspar überrascht.Daß sie mit einem Krimmalbeamten verlobt ist, war mir ganz unbe­kannt. Ich glaube, man kann Ihnen zu der Braut gratulieren.", v

Michel wurde leicht rot und verbeugte sich dank­bar. Das Lob für seine Bärbel machte ihm das Herz warm. Die Besprechung war damit zu Ende. Der Prokurist nahm sich seines Schützlings an und begann die Vorstellung des Volontärs Erich Balzer bei Aenne Barkow deren Gesicht völlig unbewegt blieb, als sie die Neuigkeit erfuhr. Dann ging es durch die vielen Büros, in denen mehr als sechzig Menschen arbeiteten. Ueberall wurde der neue Mit- arbeiter herzlich aufgenommen und gewann sich die Zuneigung nicht nur der jungen Damen, son­dern auch der Männer, weil er mit fröhlichem Oe- sich und einem stets bereiten Scherzwort bewies, daß mit ihm gut auszukommen war. Als sie in Bärbels Zimmer gelangten, wurde das Mädchen zwar ein bißchen blaß, aber die beiden anderen im Raum merkten davon nichts, weil sie neugierig den neuen Volontär musterten, der ihnen ausnehmend gut gefiel. *

Mittags nach Tisch fragte Bärbel neugierig.Wie hat die Barkow dich ausgenommen?

Ganz gelassen, beinahe gleichgültia."

Komisch. Alle im Hause erklären, du wärest eine Ueberraschung. Jeder wundert sich, daß von deinem

Kommen vorher nie die Rede war, während es sonst immer schnell herum ist, daß ein Neuer oder eine Neue eintreten soll."

Ich werde erzählen, mein fabrikbesitzender Herr Vater habe mit Herrn Kaspar privat verhandelt." Unglaubhaft", erklärte Bärbel.Kaspar läßt auch seine Privatkorrespondenz fast ganz durch die Bar­kow schreiben. Siehst du, das ist es, was mir immer im Stopf ober besser im Gefühl herumging, ohne daß ich es in Worte fassen konnte. Ihr habt einen Fehler gemacht. Die Barkow wittert jetzt bestimmt Unrat. Sie muß sich fragen, warum sie nicht das Mindeste hörte, daß du zu uns kommen sollst. Da­bei hat sie sich so in der Gewalt, daß sie bei der Vorstellung nicht einmal überrascht war."

Tatsächlich", gab Michel zu und überlegte ge­nau, wie sich das Mädchen bei der Vorstellung ver­halten hatte. Jetzt kam ihm ihre zur Schau ge­tragene Gleichgültigkeit verdächtig vor. Man mußte darüber mit Herrn Kaspar sprechen. Oder besser nicht. Kaspar vertraute seiner Sekretärin unbedingt. Es würde nur zu langen Auseinandersetzungen führen, wenn Michel diese verdächtige oder in den Kreis der Verdächtigen einbezog.

Sehr nachdenklich fuhr er nach der Mittagspause ins Werk zurück. Wenn die Barkow stutzig gewor­den war, mußte seine Ausgabe sehr erschwert fein. Es galt nun, weit größere Vorsicht walten zu lassen, als er bisher beabsichtigt hatte. Morgen früh würde er auf dem Meldeamt einen Abmeldeschein aus einer süddeutschen Stadt besorgen, sich neu anmelden und ein Zimmer suchen, wo er unter dem angenommenen Namen wohnen konnte. Dann war es ausgeschlossen, daß ein Dritter durch Aus­kundschaftung seiner Privatverhaltnisse die wahren Umstände erfuhr. .

Zufrieden mit diesem Plan, schntt Michel in das Gebäude und suchte den Prokuristen auf. Er führte mit ihm eine lange Unterredung, die nur das Ziel hatte, einen genauen Ueberblick über die ganzen Verhältnisse zu gewinnen. Auf die Bitte fernes Besuchers hin ging der Prokurist mit Michel zu Fräulein Barkow und erzählte dieser, Herr Balzer interessiere sich zunächst für die Organisation des Betriebes und bitte darum, daß ihm die nötigen Er­klärungen zur Personalkartothek und den Akten gegeben werde.

(Fortsetzung folgt)