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20 000 Bewohner zahlt, liegt weiter südlich — ungefähr in der Höhe von Bangkok und 250 km von der thailändischen Hauptstadt entfernt — an dem für kleinere Schiffe fahrbaren Fluß Tavoy.
ÄSA.-Mannebasis Olongapo genommen.
Tokio, 12. Jan. (Ostasiendienst des DNB.) Das Kaiserliche Hauptquartier gibt bekannt, daß die japanische Armee am 10. Januar Olongapo, den wichtigen Stützpunkt an der Westküste der B a - taan-Halbinsel auf den Philippinen, vollst ändigDesetzt hat.
Olongapo liegt ungefähr 100 km westlich von Manila an der Subig-Bucht und ist eine bedeutende U-Boot°Basis für die Asienslotte der Bereinigten Staaten gewesen. Der Hafen besitzt ein Schwimmdock, das Kriegsschiffe bis zu 12 000 Tonnen ausnehmen kann.
Generalmajor der Waffen-^ Herrmann gefallen.
Berlin, 12. Jan. (DNB.) An der Front im Osten fiel am 27. Dezember 1941 bei einem Angriff der Bolschewisten im Kampf für Deutschlands Freiheit der Führer einer Einheit der Waffen-^, -Brigadeführer und Generalmajor der Wafsen- vW, Richard Herrmann. Mit ^'Brigade- führer Herrmann, der im Weltkrieg mit oern Eisernen Kreuz II. und I. Klasse und in diesem Krieg mit den Spangen dazu und mit dem Kriegsver- dienstkreuz ausgezeichnet wurde, verliert die ff einen Kameraden, dessen vorbildliche Arbeit in ihr weiterleben und Früchte tragen wird.
Im Jahre 1895 zu Grünberg (Kreis Gießen) geboren, zog Richard Herrmann bei Ausbruch des Weltkrieges als 19jähriger Freiwilliger ins Feld. Bereits im Oktober 1914 erhielt er feine erste Verwundung. Im Grenzschutz Ost fämpfte der Leutnant Richard Herrmann als Führer einer gemischten Abteilung. Jrn Jahre 1920 trat Herrmann in die hessische Landespolizei ein, mußte jedoch aus politischen Gründen 1929 wieder ausscheiden. Herrmann stellte sich später der SA. zur Verfügung, in der er im Laufe der Jahre die verschiedensten Dienststellungen bekleidet hat. So finden wir ihn 1932 als Stabsführer der SA.-Gruppe Hochland und 1934 als Führer der SA.'Brigade 86 Augsburg. Im Jahre 1937 erfolgte seine Uebernahme in Die ff. Ihm wurde die Dienststellung des Inspekteurs für Leibesübungen des Reichsführers ff und Chefs der Deutschen Polizei, ein Amt, das jetzt ^-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, aus- übt, übertragen. Gleichzeitig war Herrmann Leiter des Deutschen Handball- und Baskettballverbandes (Reichsfachamt). Bei Ausbruch des neuen Krieges übernahm Herrmann ein Regiment der Waffen-^. 9m Juni 1940 erfolgte die Ernennung zum Befehlshaber der Waffen-^ beim höheren ff- und Polizeiführer „Nord" in Oslo, am 25. Mai 1941 wurde -Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-^ Herrmann Kommandeur der bis zu feinem Heldentod geführten Einheit der Waffen-U.
Kleine politische Nachrichten.
In der Nationalaalerie in Berlin wurde am Montag die Ausstellung der erweiterten Kinderlandverschickung „Jugend im Reich" in Gegenwart zahlreicher Vertreter der Partei, des Staates, der Wehrmacht und Wirtschaft eröffnet. Reichsleiter Baldur von Schirach dankte in feiner Ansprache den mit der Durchführung der erweiterten Klnderland- verschickung beauftragten Organisationen.
Der ehemalige französische Botschafter in Berlin und Rom, Francois-Poncet, ist zum Generaldelegier- ten der Presse in der unbesetzten Zone ernannt worden. Die Schaffung dieses Postens dient in erster Linie dem Zweck, das Funktionieren des Zensur- systems zu erleichtern. Francois-Poncet gehört ferner der Jnformationskommifsion des Nationalrates an und war bereits in dieser Eigenschaft belüf
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Aus aller Welt.
tragt, die Presse gegenüber der Regierung zu treten.
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Der Dollfachenmarder Sachs hlngerlchket.
Der am 7. Januar vorn Sondergericht Kassel zum Tode verurteilte mehrfach vorbestrafte Karl Sachs ist am Morgen des 10. Januar hingerichtet worden. Sachs hatte sich bekanntlich in Fulda an den für unsere Soldaten bestimmten Wollsachen vergriffen. Sein gemeines Verbrechen wurde schnell und hart gesühnt.
Explosion in Raum5 Roman von H.G. Hansen
Copyright by Prometheus-Verlag Dr.tldiadcer, CrÄbenxeH b.MOndien
35. Fortsetzung (Nachdruck verboten.)
„Bericht erstatten Sie von Fall zu Fall, foball> Ihnen das Geringste auffällt! Zuerst besprechen Sie sich mit mir und über lassen es meiner Entscheidung, ob ich die Inhaber der Fabrik ins Vertrauen ziehe."
jawohl, Herr Kommissar."
„Sie heißen von heute an Erich Balzer. Hier sind Papiere auf diesen Namen. Jetzt fahren Sie zum Werk hinaus und melden sich bei Herrn Kaspar, indem Sie diesen Brief übergeben!" Kam- min schob Michel die Papiere und den Brief zu, der in einem weißen Umschlag steckte und lediglich die Anschrift des Fabrikanten trug.
Michel Crusius machte auf dem Absatz Kehrt und verschwand. Das war eine Aufgabe, die sich lohnte. Unterwegs fiel ihm ein, daß der Zufall Bärbel mit ihm zusammenführen könnte. Es war besser, wenn sie vorher von seiner Mission unterrichtet par, damit sie nicht aus lauter Ueberraschung zum Verräter wurde. Sofort-verließ er feine Stragen- bahn und suchte nach einer Telephonzelle, von wo er seine Braut anrief. Sie hatte vor Freude über die Nachricht eine ganz heißte Stimme, verriet sich aber am Apparat mit keinem Wort.
Von dem Pförtner wurde Michel zum Verwaltungsgebäude gewiesen, trat durch das Portal und fragte nach dem Vorzimmer von Herrn Kaspar. Dann klopfte er an und stand Aenne Barkow gegenüber, die ihn nicht viel beachtete, den Brief in Empfang nahm und im Zimmer des Chefs verschwand. Schon nach einer halben Minute war sie wieder da und erklärte, Herr Kaspar lasse bitten.
„Herr Kommissar Kammin hat Sie mir wärmstens empfohlen", Kaspar empfing feinen Besucher herzlich, „ich werde die beteiligten Herren sofort benachrichtigen, damit wir gemeinsam alles besprechen können." Bis sich Kobelt nebst den beiden Chefingenieuren und dem Prokuristen eingefunden hatte, verging nur kurze Zeit. Michel wurde allen Unter fernem wirklichen Namen vorgestellt und setzte
Verdunkelungszeit:
13. Januar von 17.50 bis 9.21 Uhr.
ich mich aufs Reimen nur ein bißchen besser verstände, so möchte ich ihnen wohl ein paar Verse widmen, voller Dankbarkeit und Hochachtung für treue Dienste, einen Nachruf gewissermaßen. Aber ein Nachruf wäre ganz fehl am Platze. Denn wie die Dinge liegen, hat für meine Fäustlinge das wahre Leben jetzt erst angefangen, ich meine das Leben, in dem sie ihren Daseinszweck erst ganz erfüllen, woraus es ja bekanntlich ankonnnt.
Meine gäuftlinge werden jetzt draußen an der Front im Osten sein, ja, sie sind, wollig und dick und, so ansehnlich wie sie waren, in die Woll- sammlung gekommen, zusammen mit noch einigen wolligen Sachen, und nun wird ein Soldat sie schon über die Finger gezogen haben. Vielleicht ist es ein Kanonier ober ein Schütze oder ein Pionier, ganz gleich, einem werden sie nun die Hände wärmen. Ich kenne mich im Seelenleben wollener Fäustl-inge nicht aus, aber wer weiß, ob sie sich nicht gelegentlich freuen, in ihrem Dasein noch zu solchen Ehren gekommen zu fein, unb an einem Platz, wo sie fo. gute Dienste leisten, wie sie es sonst nie erreicht hätten. Und wo sie nützlicher sind als sonst irgendwo.
Wirklich, ihr wahres Leden hat erst begonnen. Ich kann ihnen keinen Nachruf schreiben, aber ich grüße sie in der fernen, kalten Fremde, die beiden Wärmespender, ein Paar unter 56 Millionen Stück, mit denen das deutsche Volk seinen Soldaten ein Zeichen seiner Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft gab. t
Feldpoflpäckchensperre vom 14 Januar ab.
Ab 14. Januar tritt wieder eine vorübergehende Päckchensperre im Feldpostverkehr ein. Zugelassen sind während der Sverre nur Feldpostsendungen bis 50 Gramm. Die Aushebung der Päckchensperre wird durch Rundfunk und Presse bekanntgegeben.
Zuteilung von Obst an Kranke.
NSG. Das Gauamt für Volksgesundheit teilt mit: Zu der kürzlich erschienenen Bekanntmachung betreffs Zuteilung von Obst teilt die Reichsärztekammer mit, daß für Kranke eine Zuteilung nur auf Antrag des behandelnden Arztes erfolgen kann. Unmittelbare Anträge der Kranken an die Kammer sind zwecklos. Außerdem ist die Bewilligung von Obst nur auf ganz bestimmte Krankheiten beschränkt. Hierüber weiß der behandelnde Arzt genau Bescheid.
** Mit dem Eifernen Kreuz II. Klasse und dem Jnfanterie-Sturmabzeichen wurde der im Osten kämpfende Gefreite Fritz Schmidt, Posener Straße 14 wohnhaft, ausgezeichnet.
** Vom Theater der Universitätsstadt Gießen. Statt der am Mittwoch, 14.Januar, vorgesehenen Ausführung des Schwankes „Der Meisterboxer" wird die erfolgreiche Lehär- Operette „Der Zarewitsch" gegeben. Die Intendanz entschloß sich zu dieser Spielplanänderung, um auch nach dem Hochbetrieb der Feiertage den Spielplan für Platzmieter und freien Besucherstamm in einer möglichst abwechslungsreichen Folge von musikalischen und Schauspielveranstaltungen weiteraehen zu lassen, so daß die Freunde jeder Kunstrichtung auf ihre Kosten kommen.
Aus -er Stadt Gießen.
Gruß an zwei Fäustlinge.
Manchmal denke ich noch an meine Fäustlinge. Man darf aber nicht glauben, daß ich ihrer mit einer gewissen Traurigkeit gedenke, weil ich sie nun nicht mehr habe. Nein, so ist das nicht. Es ist vielmehr so ähnlich, als wenn sich einer eines guten Gehilfen erinnert, der ihm manchesmal beigestanden hat, den er nun aber selbst fortgeschickt hat, auf daß er einem anderen beistehe, einem, der feiner nötiger und dringender bedarf.
Mit den Fäustlingen verhält es sich so, daß ich sie gern im Winter getragen habe, und ich könnte nicht sagen, daß sie mich ein einziges Mal enttäuscht hätten. Immer waren sie gleich zuverlässig warm und ließen kein Grad Kälte durch, auch nicht, wenn ich über Land ging und kalter Wind mir die Nasenspitze schändlich rot färbte, als nährte ich mich hauptsächlich von Alkohol. Sie waren verläßliche Gesellen, die beiden, und wenn
sich neben Herrn Kaspar an den runden Verhandlungstisch. Der Fabrikant erläuterte kurz die Vorgänge, die zu der polizeilichen Untersuchung geführt hatten, und betonte nachdrücklich, daß gegenüber jedermann in und außer dem Hause über die Mission des jungen Beamten strengstes Schweigen gewahrt werden müsse.
„Sie treten von heute bei uns als Volontär ein, Herr Crusius. Den Arbeitskameraden wird erklärt, daß Sie der künftige Inhaber einer uns befreundeten deutschen Fabrik find, der seine Kenntnisse bei uns ergänzt und vervollkommnet. Sie haben Zutritt zu sämtlichen Abteilungen. Die hier anwesenden Herren stehen Ihnen jederzeit zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Wie steht es mit Ähren Kenntnisien? Verstehen Sie etwas von technischen Dingen?"
„Ja, ich war drei Jahre bei der Luftwaffe und habe meine Pilotenprüfung gemacht."
„Und kaufmännische Kenntnisse?"
„Die sind leider gerinn. Von Buchhaltung verstehe ich nur ganz wenig/
„Schadet nichts. Das läßt sich vertuschen. Haben Sie einen bestimmten Plan, wo und wie Sie Ihre Beobachtungen beginnen wollen "
„Nein. Herr Kommissar Kammin ließ mir freie Hand. Es wäre mir sehr lieb, wenn Sie mir vorerst Ratschläge geben, da ich bisher keinerlei Ueberblick habe."
„Richtig. Ich werde Sie durch unseren Prokuristen zunächst mit allen kaufmännischen Angestellten bekanntmachen lassen. Sobald Sie sich einigermaßen auskennen, sagen Sie mir Bescheid. Dann erfolgt das gleiche mit den technischen Angestellten, den Werkmeistern und Vorarbeitern. Unsere beiden Chefingenieure werden dabei die Mitllerrolle übernehmen. Richtlinien anderer Art kann ich Ihnen genau fo wenig geben wie jemand anders. Wir tappen alle im Dunkeln."
„Führen Sie Personalakten?"
„Ja, sehr ausführliche sogar. Meine Sekretärin, Fräulein Barkow, hat sie unter Verschluß."
„Kann ich diese Personalakten einsehen, ohne daß Ihre Sekretärin davon Kenntnis bat?"
„Schwerlich. Wenn Sie nach Dienstschluß dann berumftöbern, stellt sie bestimmt am anderen Tage fest, daß jemand anders als sie selbst daran gewesen ist. Fräulein Barkow ist peinlich korrekt."
„Oer Meineidbauer."
Ein Tobis-Film im Gloria-palast.
Der Bauer vergeht, aber der Hof besteht: dieser lapidare und, wenn man will, heute wieder ganz aktuelle Satz, der im Laufe des Dialoges einmal an klingt, kan nals Leitmotiv der Handlung gelten. Jakob Geis schrieb tiyeaterfunäig und auch film- gerecht das Drehbuch nach Anzengrubers bekanntem Volksstück, und man empfindet die gesunde, bodenständige Kraft seiner Dramatik bis in die bewegten Bilder des Films hinein, dessen Szenen mit der Naturgewalt einer bäuerlichen Schicksalstragödie ineinanbergreifen. Das von uralter Tradition geheiligte Grundgesetz von der Beständigkeit und Unveräußerlichkeit des Hofes wird hier, über Recht und Unrecht hinweg, um feinen Sinn gebracht, wenn der Kreuzweghofbauer, um den Besitz an sich unb fernen Sohn zu bringen, einen blanken Meineid schwärt und damit das im entscheidenden Augenblick unauffindbare Testament aus der Welt geschafft zu haben glaubt, mit dem sein Stiefbruder den Hof einer Magd und deren unmündigen Kindern vermacht hat. (Der Tod hat den Erblasser weggerafft, ehe er die Magd zur Bäuerin und die Kinder hat ehelich machen können, wie die Magd immer gehofft hat.) Was im Gefolge der Gerichtsverhandlung mit dem unseligen Schwur geschieht, vollzieht sich mit einer Folgerichtigkeit und Unentrinnbarfeit, die den Beschauer an das Schicksalsdrama der Alten erinnern mag, auf die man aber auch die schlichte Sprichwörterweisheit anwenden kann: „Unrecht Gut gedeihet nicht." Es gedeiht wahrhaftig nicht: wahrend rm Guten und Bösen, in Liebe und Haß die bäuerlichen Leidenschaften miteinander streiten, während die Gegensätze der Generationen und der sozialen Schichtungen in den verbissenen Kampf um
den Hof hi nein gerissen werden, maltet doch in der fortschreitenden Entwicklung des Konfliktes die Ahnung einer Gerechtigkeit, die nicht minder beständig ist als das Gesetz von der Unveräußerlichkeit ererbten Besitzes: so schrecklich das Ende des Meineidbauern ist, der Beschauer wird sich doch des Gefühls nicht erwehren können, daß erst mit diesem Ende der so oft beschworene Ausgleich zwischen Schuld und Sühne geschaffen und die alte natürliche Ordnung wiederhergestellt ist.
Das kommt in der Inszenierung des Spielleiters Leopold Hainifch sehr überzeugend heraus; er hat die natürliche Dramatik des Stoffes empfunden und mit sicherem Gefühl ins Filmische übersetzt. Die besten Szenen (nicht alle) haben etwas von der lapidaren Kraft und der Monumentalität der Tiroler Bauernbilder von Egger-Lienz. Die Leute der Exl-Bühne spielen die wichtigsten Rollen und sind die gegebenen Darsteller auch für einen An.zen- gruber-Film; an ihrer Spitze Eduard Kock in der Titelrolle, ein Charakterspieler von natürlicher Kraft und elementar ausbrechender Leidenschaft, ohne unangebrachte Theatereffekte. Auch die übrigen — Ilse, Anna und Ferdinand E x 1, Otto Wilhelm Fischer, Leopold Esterle, Ludwig Auer, Hans Kratzer und Hertha A g o ft i n i — bilden ein klar und stilgerecht zusammenwirkendes Volkstheater-Ensemble. Die an sich sparsam eingesetzte Musik von Prof. Rudolf K a 11 n i g g und die auf großzügige Bild Wirkung befrachte Photographie (B ru ck - bauer) unterstreichen die Absichten der Spielleitung mit kraftvollen Akzenten. — Der Film erhielt das Prädikat „volkstümlich wertvoll". Hans Thyriot
Gießener Konzertring.
Orchester-Konzert mit Professor Abendroth und Tiana Lemnitz.
Das Konzert des Rhein-Mainischen Landesorchesters am gestrigen Montagabend im Stadt» theater stand ganz im Zeichen Mozarts, dessen 150. Todestages wir im vergangenen Jahre gedachten. Der genialen Begabuna dieses Meisters verdanken wir eine sehr große Zahl von Werken der verschiedensten Art. Obwohl falt alle den Stempel persönlicher Eigenart tragen, sind doch oft wesentliche Gradunterschiede vorhanden, die sich in der Zahl der Aufführungen ausdrücken. So erscheinen in den Konzerten aus dem symphonischen Schaffen Mozarts immer wieder bestimmte Stucke, die sich dank ihres reichen Gedankeninhaltes der besonderen Gunst der Hörer erfreuen. Zu ihnen gehören auch die beiden vom Landesorchester gespielten Symphonien: die „Singer" und die aus Ls.
Wie der Name besagt, wurde die erste für Linz geschrieben, wo Mozart auf seiner Durchreise eine Akademie geben sollte. „Hals über Kopf" wurde sie in knapp vier lauen vollendet. Um so erstaunlicher ist der reiche Inhalt. Wohl noch den Handnschen Werken derselben Art nahestehend, zeigt sie doch ausgesprochen Mozartsches Gepräge. Die Instrumentation ist auf festlicken Glanz gestimmt, reich sind die Gegensätze zwischen rausHenoer Festlichkeit und schwärmerischer Rentabilität. Am hellsten leuchtet der Mozartsche Geist in den Durchführungsteilen der Ecksätze und im langsamen Satz, wo ein Nebengedanke in genialer Ausdeutung zu Bedeutung kommt.
Bedrückt durch schwere wirtschaftliche Sorgen, aber angeregt durch die ländliche Umaebung feiner Wiener Dorftadtwohnung, schrieb im Sommer 1788 der Meister fast in einem Zug (eine letzten drei Symphonien, aus Es, G und C als Abschluß und Höhepunkt seines symphonischen Schaffens. Die hier gespielte aus Es, oft die wienerisch romantische genannt, ist in der Instrumentation bemerkenswert durch die solistische Verwendung der Klarinette, die an Stelle der üblichen Oboe verwandt wird. In dem Verlauf des Werkes treten höchste Gefühlsspannung und rauschende, kraftvolle Energie in wirkungsvollen Gegensatz.
Diese beiden Symphonien standen als monumentale Eckpfeiler zu Beginn und Schluß des Konzerts. Zwischen sie gleichsam eingebettet standen drei Stücke intimen Charakters, die sich von dem mächtigen Klangrahmen wirkungsvoll abhoben: Rezitativ und Rondo für Sopran, Orchester und obligates Kia-
vier, die Motette: Exsultate für Sopran und Orchester und ein Divertimento in D-dur. Das erste Gesangstück, 1786 geschrieben, ist einzigartig in der Verschmelzung der Singstimme mit dem konzertierenden Klavier, das lebhaften Anteil an den wechselnden Affekten nimmt. Die Motette schrieb Mozart auf seiner letzten Jtalienreise 1772 während eines Aufenthaltes in dem „traurigen" Bozen. Sie ist im theatralischen Kirchenstil der Neuneapolitaner geschrieben. Die Singstimme ist sehr effektvoll gefetzt. Im Schlußteil wird dem aufmerksamen Hörer eine melodische Wendung des Deutschlandliedes (von Haydn) ausgefallen sein, die der junge Mozart hier vorwegnimmt. In seinen zahlreichen Divertimentts betritt Mozart ein neues Gebiet fröhlicher Gesell- schaftsmusik. Sie sind durchweg von schlan-kem Dau, sind flott und geistreich instrumentiert und sind uns durch ihre intime Note besonders liebenswert.
Die Leistung des Rhein-Mainischen Landesorchesters bei der Ausführung dieses umfänglichen Programms muß als hervorragend bezeichnet werden. Höchste Aufmerksamkeit bedingten genauestes Eingehen in bas, Wollen des Leiters. Freilich folgt man einem solchen Leiter gern. Prof. Hermann Abendroth bietet in seiner Direktion ein Bild absoluter Ruhe und Ueberiegenheit. Die knappe und doch so sprechende Zeichengebung zeigt den vollendeten Musiker. Die Herausarbeitung und Klarlegung des mo- ttvischen un'b thematischen Bauwerks im Verein mit der außerordentlich gestuften Dynamik liehen den Mozartschen Geist aus den Werken ungetrübt erstrahlen. Durch diese Auslegung kamen die trefflich besetzten Instrumentalgruppen (neben den Strei. chern verdienen vor allem die Klarinetten und Hörner Anerkennung) sehr zu ihrem Recht.
Der Ruf, der der Svlisttn, Kammersängerin Tiana Lemnitz, oorausging, hat nicht getrogen. Sie besitzt eine selten schone Stimme, die in allen Lagen gleich gut klingt. Die außerordenlliche Fertig- feit in Läufen, Trillern und Kadenzen muß Erstau- nen auslösen, aber das, was die Künstlerin wirklich
„Trotzdem muß es gehen. Ich werde immer nur einzelne Aktenstücke herausnehmen und fo wieder hinlegen, wie ich sie vorgefunden habe."
,Zch glaube, daß wir Fräulein Barkow ins Vertrauen ziehen können", meinte Kaspar.
„Auf keinen Fall." Michel widersprach energisch. „Außer Ihnen darf niemand im Hause wissen, wer ich bin." ~ ..
„Hat die Polizei immer noch Verdacht gegen Fraulein Barkow?" wollte Kobelt wissen.
„Herr Kammin erklärte mir, er sei davon über» Ö, daß die Aussagen von Fräulein Barkow der
, cheit entsprechen , antwortete Michel vorsichtig, ohne feine eigene Auffassung preiszugeben. „Ich mochte gleich hinzufügen, daß ich mit Fräulein Eberhard, die bei Ihnen tätig ist, verlobt bin. Fräulein Eberhard wurde bereits von mir verständigt, damit sie in der Ueberraschung nichts verrät. Ihres Schweigens bin ich absolut sicher."
„Oh", sagte Kaspar überrascht. „Daß sie mit einem Krimmalbeamten verlobt ist, war mir ganz unbekannt. Ich glaube, man kann Ihnen zu der Braut gratulieren." „, v
Michel wurde leicht rot und verbeugte sich dankbar. Das Lob für seine Bärbel machte ihm das Herz warm. Die Besprechung war damit zu Ende. Der Prokurist nahm sich seines Schützlings an und begann die Vorstellung des Volontärs Erich Balzer bei Aenne Barkow deren Gesicht völlig unbewegt blieb, als sie die Neuigkeit erfuhr. Dann ging es durch die vielen Büros, in denen mehr als sechzig Menschen arbeiteten. Ueberall wurde der neue Mit- arbeiter herzlich aufgenommen und gewann sich die Zuneigung nicht nur der jungen Damen, sondern auch der Männer, weil er mit fröhlichem Oe- sich und einem stets bereiten Scherzwort bewies, daß mit ihm gut auszukommen war. Als sie in Bärbels Zimmer gelangten, wurde das Mädchen zwar ein bißchen blaß, aber die beiden anderen im Raum merkten davon nichts, weil sie neugierig den neuen Volontär musterten, der ihnen ausnehmend gut gefiel. *
Mittags nach Tisch fragte Bärbel neugierig. „Wie hat die Barkow dich ausgenommen?
„Ganz gelassen, beinahe gleichgültia."
„Komisch. Alle im Hause erklären, du wärest eine Ueberraschung. Jeder wundert sich, daß von deinem
Kommen vorher nie die Rede war, während es sonst immer schnell herum ist, daß ein Neuer oder eine Neue eintreten soll."
„Ich werde erzählen, mein fabrikbesitzender Herr Vater habe mit Herrn Kaspar privat verhandelt." „Unglaubhaft", erklärte Bärbel. „Kaspar läßt auch seine Privatkorrespondenz fast ganz durch die Barkow schreiben. Siehst du, das ist es, was mir immer im Stopf ober besser im Gefühl herumging, ohne daß ich es in Worte fassen konnte. Ihr habt einen Fehler gemacht. Die Barkow wittert jetzt bestimmt Unrat. Sie muß sich fragen, warum sie nicht das Mindeste hörte, daß du zu uns kommen sollst. Dabei hat sie sich so in der Gewalt, daß sie bei der Vorstellung nicht einmal überrascht war."
„Tatsächlich", gab Michel zu und überlegte genau, wie sich das Mädchen bei der Vorstellung verhalten hatte. Jetzt kam ihm ihre zur Schau getragene Gleichgültigkeit verdächtig vor. Man mußte darüber mit Herrn Kaspar sprechen. Oder besser nicht. Kaspar vertraute seiner Sekretärin unbedingt. Es würde nur zu langen Auseinandersetzungen führen, wenn Michel diese verdächtige oder in den Kreis der Verdächtigen einbezog.
Sehr nachdenklich fuhr er nach der Mittagspause ins Werk zurück. Wenn die Barkow stutzig geworden war, mußte seine Ausgabe sehr erschwert fein. Es galt nun, weit größere Vorsicht walten zu lassen, als er bisher beabsichtigt hatte. Morgen früh würde er auf dem Meldeamt einen Abmeldeschein aus einer süddeutschen Stadt besorgen, sich neu anmelden und ein Zimmer suchen, wo er unter dem angenommenen Namen wohnen konnte. Dann war es ausgeschlossen, daß ein Dritter durch Auskundschaftung seiner Privatverhaltnisse die wahren Umstände erfuhr. .
Zufrieden mit diesem Plan, schntt Michel in das Gebäude und suchte den Prokuristen auf. Er führte mit ihm eine lange Unterredung, die nur das Ziel hatte, einen genauen Ueberblick über die ganzen Verhältnisse zu gewinnen. Auf die Bitte fernes Besuchers hin ging der Prokurist mit Michel zu Fräulein Barkow und erzählte dieser, Herr Balzer interessiere sich zunächst für die Organisation des Betriebes und bitte darum, daß ihm die nötigen Erklärungen zur Personalkartothek und den Akten gegeben werde.
(Fortsetzung folgt)


