Ausgabe 
12.11.1942
 
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Erfolgreiche Mchhuikämpfe an -er ägyptsschen Front.

Berlin, 11. Noo. (DNB.) An der nordafrikani- schen Front ist zwischen den deutsch-italienischen Hauptkräften und den nachdrängenden Briten ein beträchtlicher Zwischenraum entstanden, so daß die deutsch-itcüienische Panzerarmee ihre Be­wegungen unbehindert fortsetzen konnte. In den Auffangstellungen trafen erneut versprengte Kampfgruppen ein, die sich an den Hügelterrassen des Dschebel entlang durchgeschlagen hatten. Die starken Wolkenbrüche der letzten Tage hat­ten die von diesen Höben zur Küste verlaufenden Wadis unter Wasser gesetzt und den Wüstensand so tief aufgeweicht, daß die Briten ihre Bemühungen, mit schweren Waffen auf den verschlammten Wüstenpisten oorwärtszukommen, aufgeben mußten. Nur für leichte Panzerspähwagen und Infanterie war das Gelände passierbar. Als solche Einheiten südöstlich Marsa Matruk die felsige Senke am Oberlauf eines Wadis zu überschreiten versuch­ten, gerieten sie in das Feuer deutscher Kampf­gruppen, die hier die Rückzugsbewegungen italieni­scher Verbände deckten. Trotz ihrer zahlenmäßigen Ueberlegenheit konnten die angreifenden Südafri­

kaner bei der fehlenden Unterstützung durch schwere Waffen nicht vorwärtskommen. Auch die leichten Panzerspähwagen hatten keine Aussichten gegen die schweren deutschen MGs. Mehrfach stürm­ten die Angreifer vor, doch jedesmal mußten sie im Feuer liegen bleiben. Das ganze Gefecht löste sich schließlich in Einzelkämpfe um Löcher und Felsbrocken auf, in denen der Feind von den schwachen deutschen Kräften so lange aufgehalten wurde, bis die italienischen Truppen sich weit ge­nug abgesetzt hatten und den ungehinderten Marsch zu den Hauptkräften antreten konnten. Der Feind wagte der kleinen deutschen Kampfgruppe nicht zu folgen, als sie sich ebenfalls vom Gegner löste.

Die Verschlammung der Wüste hat die Be­wegungsmöglichkeiten der Briten erheblich einge­engt. Der Feind ist gezwungen, sich an das feste Gelände der K ü st e n st r a ß e zu klammern. Hier entstanden daher Fahrzeugaufstauungen, die unseren Kampfflugzeugen lohnende Ziele für überraschende Angriffe boten. Durch die Tiefangriffe unserer Kampf- und Schlachtflieger hatte der Feind emp­findliche Ausfälle.

Die amerikanisch-britische Landungsflotte weiterhin von Luststreitkrästen bekämpft.

Der Webrmachtberichi.

DRV« Aus dem Führerhauplquartier, 11. Jioo.e Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westkaukasus und am Terek-Ab- schnitt wurden zahlreiche feindliche Angriffe in erbitterten Sümpfen abgewehrt und Bereitstellun­gen des Feindes durch Artilleriefeuer zerschlagen.

3n Stalingrad lebhafte Stoßtrupptätigkeit.

An der D o n f r o nt wiesen rnmänische Truppen feindliche Angriffe ab. Schlachtflieger griffen in die Erdkämpfe mit Erfolg ein. Ungarische Truppen ver­eitelten einen Uebersehversuch des Feindes. 3m mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden eigene Stoßtruppunternehmungen durchgeführt und einige feindliche Vorstöße abgewiesen. Kampf- und Sturzkampfslieger setzten ihre Angriffe gegen Trup- penbereistellungen und Bahnanlagen fort.

An der ägyptischen Front nehmen die beabsichtigten Bewegungen der deutschen und italie­nischen Truppen, die in erfolgreichen Gefechten zwölf feindliche Panzer zerstörten, ihren Fortgang. Die britische Luftwaffe verlor vier Flugzeuge.

Deutsche und italienische 3agdflieger schossen

| in Luflkämpfen gegen überlegene feindliche Luft- s ftreitkräste vom 5. bis 10. Rovember 21 feind­liche Flugzeuge ab.

| Deutsch-italienische Luftstreitkräfte bekämpften wei- s terhin die amerikanisch-britische Landungsflotte an der Küste Rordafrikas. Lin Flugzeugträger und ein großes Handelsschiff erhielten Treffer. Kampfflieger schossen drei feindliche 3agdflug- zeuge ab.

3n der Rächt zum 10. Rovember stießen Schnell­boote gegen den feindlichen Geleitverkehr an der ^britischen Ostküste vor, versenkten unter hefti- ' gen Kämpfen gegen britische Zerstörer vier Schiffe mit 11 000 VRT. imd beschädigten zwei Schiffe sowie ein Sicherungsfahrzeug durch Tor­pedotreffer. Alle Boote sind zurückgekehrt. Ein im 'Kampf beschädigtes eigenes Schnellboot wurde in | einen deutschen Stützpunkt eingeschleppt. An der Küste der besetzten Weflgebiete wurden vier bri­tische Bomber abgeschossen.

3m Rordatlantik traf ein deutsches Unter­seeboot ein britisches Schlachtschiff derOueen-Eli- zabeth--Klasse durch Torpedo. Eine schwere Explo- jsion wurde beobachtet.

Aus -em Reich.

Hermann Röchling 70 Jahre alt.

Kommerzienrat Dr. Hermann.chling wird am 12. November 70 Jahre alt. In Saarbrücken als Sproß einer alten saarländischen Unternehmer­familie geboren, übernahm Röchling nach Studien an einer Reihe deutscher Hochschulen und nach Reisen ins Ausland 1897/98 die Leitung des Baues der Carlshütte bei Diedenhofen, 1901 der väterlichen Eisen- und Stahlwerke in Völklingen mit seinem Bruder Louis. Nach dessen Tode 1926 wurde Her­mann Röchling alleiniger Leiter des Familienunter­nehmens. Daneben ist er geschäftsführender Teil­haber der Bank Gebr. Röchling in Saarbrücken und persönlich haftender Gesellschafter der Kommandit­gesellschaft Gebr. Röchling und Gebr. Röchling, Eisenhandelsgesellschaft in Ludwigshafen. 1922 wurde ihm von der Universität Heidelberg die Würde eines Dr. rer. pol. h. c. und 1930 von der Technischen Hoch­schule Berlin die Würde eines Dr.-Jng. e. h. ver­liehen. Die Verdienste Röchlings gehen weit über die Rationalisierung und den Produktionsausbau seines eigenen Werkes hinaus. Er hat frühzeitig die Not­

wendigkeit einer Erschließung der eisenarmen Jn- landserze erkannt und schon 1934 die Erschließung des südbadischen Doggererzvorkommens gefördert. Zur Verhüttung der eisenarmen und kieselsauren deutschen Erze entwickelte Röchling unabhängig von Paschke-Peetz das Säure-Schmelz-Verfahren mit an­schließender Sodaentschwefelung des Roheisens. Er ist Vorsitzender der Reichsvereinigung Eisen und Leiter der Wirtschaftsgruppe eisenschaffende Indu­strie. Den Kampf um die Saar von 1919 bis 1935 hat er mit beispielloser Zähigkeit unter rücksichts­losestem Einsatz seiner Person und auch seiner Firma geführt, wobei er auch französische Ueberfremdungs- bestrebungen in der Saarwirtschaft clbwehrte.

Oie Krankenernährung im Kriege.

Auf einer von dem Ernährunasbeauftragten des Reichsgefundheitsführers, Professor Dr. Wirz, geleiteten Tagung des Hauptamtes für Volksge­sundheit der NSDAP, berichtete die Reichsärztekam­mer, Abteilung Krankenernährung, über die bis­her auf diesem Gebiet getroffenen Maßnahmen.

Oie Graugans zieht.

Von Woldemar Bosenstein.

Wenn das Mondlicht durch die schwarz und ge­spenstisch in die Nacht ragenden Föhenstämme bricht, wenn Nebelschleier brauen und der Kampfschrei des Rothirsches über die Heide dröhnt, zieht die Grau­gans dem Süden zu.

Geisterhaft zieht das Kakeln des schwebenden Dreiecks zur Erde hernieder. Irgendwo in einem Moorloch, das, versteckt vor dem Blick der Men­schen, sich hinter Wacholderbüschen duckt, fällt ein Trupp ein. Denn weit ist die Heerfahrt aus Lapp­lands Tundren hinab zur Mittelmeerküste und viel­leicht hinüber zu den flachen Strandseen von Tri­polis und Aegypten. Da heißt es ausruhen und sich zur neuen Reise stärken.

Stockente und Bläßhuhn erheben vernehmlich Protest, doch mit der schneidigen Graugans anzu- binben ist nicht ratsam, und selbst Meister Reineke, der anaelockt von dem Geplätscher herbeischleicht, um einen saftigen Geflügelbraten zu erhaschen, stutzt beim Anblick des stolzen, selbslliewußten Ganters, dessen Warnruf mehr einem Kampfruf gleicht.

Zischend, mit gesenktem Kopf und ausgebreiteten Flügeln, geht er dem jungen Rüden zu Leibe. Da der nicht sehr hungrig ist und es im Moor ja noch andere, leichter zu bewältigende Beute gibt, tritt er rasch, wenn auch ärgerlich keckernd den Rückzug an. Die Gänseschar aber badet ausgiebig und, nachdem das Federkleid fein säuberlich geordnet und geputzt ist, verteilt sie sich auf den Moorwiesen, um zu äsen.

Da sind schon allerhand Verwandte emsig tätig Acker- und Saatgänse, auch die kleine Nonnengans fehlt nicht. Und mancher andere gefiederte Wan­derer ist auch noch da. Nach reichlicher Sättigung wird schnell der Kopf unter den Flügel gesteckt und auf einem Ständer stehend mehrere Stunden ge­schlafen, während die Posten mit gestrecktem Halse schärfste Umschau halten, daß nicht irgendein Unhell sich nahen möge.

Frsihnebel decken Moor und Heide. Einer roten Feuerkugel gleich hängt die Morgensonne im Grau. Drunten aber schimmern all die zarten Pflänzchen in erstem Frühreif. Die Gänse haben noch ein schnelles Bad genommen, haben getrunken, und nun gibt es zunächst eine aufgeregte und eindringliche Unterhaltung: die Parole für den Tag wird aus- gegeben. Dann aber steigen sie plötzlich mit klatschen­dem Fluge auf. Einen Ganter an der Spitze, for­

miert sich der Flugkeil. Laut rufend, mit schnellen, leichten Flügelschlägen ziehen sie unterm grünblauen Himmel dahin. Von Zeit zu Zeit nimmt der je­weilige Hintermann des Spitzentieres die Führung, es gewissermaßen in der Verantwortung ablösend. Immer neue Keile ziehen rufend gen Süden. Herb und würzig riecht der weiße Rauch verbrennenden Kartoffelkrautes. Irgendwo singt ein flachshaariger Hütejunge feinen Schnucken oder Kühen ein altes Lied von Heide, Wald und Moor.

Oie Grenzen des Erdballs.

Das geographische Wettbild Alexanders des Großen.

Alexanders des Großen Kriegstaten und Herr­schaftspläne sind aufs engste verbunden mit seinem geographischen Weltbilde, das in den ersten Jahren seiner Feldzüge den damaligen Vorstellungen von der bewohnten Erde entsprechend, kaum über das Zweistromland hinausreichte. Seine Unternehmun­gen galten, seitdem er im Jahre 330 in Persepolis eingezogen war, der Erkundung der weiter darüber hinausliegenden Länder kaum weniger als ihrer Eroberung. Wie umfassend diese Pläne waren, zeigt Prof. Dr. Helmut B e r v e in einem Aufsatz über das geographische Weltbild Alexanders des Großen, den er in denForschungen und Fortschritten" ver­öffentlicht.

Ueber Indien waren viele phantasierende Er­zählungen im Umlauf, aber sachlich wußte man kaum mehr zu sagen, als daß es das östlichste Land Asiens und damit überhaupt der bewohnten Well fei. So mußte Alexanders Zug, seitdem er über die Grenzen Mesopotamiens hinausqing, weitgehend ein Erkundungszug werden, selbst wenn er ihn nicht bewußt als solchen aufgefaßt und seinem wissenschaftlichen Stab entsprechende Aufgaben ge­stellt hätte. Als das Heer im Jahre 329 im heutigen Turkestan in der Nähe von Chodschent den Syr- Darij erreichte, hielten Alexander und seine Beglei­ter diesen Fluß für den Don, der die Grenze zwi­schen Europa und Asien bilden sollte, und da der König sich seit Beginn des Perserfeldzuges die Ge­winnung Asiens zum Ziel gesetzt hatte, machte er hier kehrt, um sich nunmehr Indien als dem öst­lichsten Lande Asiens zuzuwenden. Es war bei dem damaligen Stande der astronomischen Wissen­schaft nicht möglich, die eigene Position zu bestim­

men, und zu erkennen, daß man sich wesentlich südlicher und östlicher befand als der Don; das Erdbild schob sich im Süden wie im Norden eigen­tümlich zusammen, so daß Alexander, als er 326 zum Indus kam, diesen Strom zunächst für den Oberlauf des Nil halten konnte, weil hier wie am Nil Lotospflanzen und Krokodile zu finden waren. Man hielt auch das Meer im Süden wie die Kaspische See im Norden für ein Binnenmeer, und Oftafrika und Indien gingen gleichsam ineinander üver. Aus den Berichten der Eingeborenen erkannte Alexander jedoch bald, daß der Indus sich als ein selbständiger Strom in das südliche Meer ergieße, das nun vielleicht doch, wie manche meinten, der Ozean fein konnte. Um dies zu erkunden und ge­gebenenfalls auch dort an die Grenze Asiens zu ge­langen, ließ der König eine gewaltige Stromflotte bauen, während er selbst zum letzten der fünf Ströme des Pendschab zog, wo das bewohnte Land und damit Asien überhaupt enden sollte. Auf dem Vormarsch erhielt er jedoch die Nachricht, daß nach einer Steppe von 12 Tagesmärschen Tiefe wieder Menschen in Städten an einem Strom wohnten, so daß das Endziel in weitere Ferne gerückt wäre und zur Fortsetzung des Zuges gen Osten geführt hätte, wenn nicht das phußsch und moralisch er­schöpfte Heer sich geweigert hätte, weiter zu mar­schieren. Wider Willen und voll Bitternis mußte sich Alerander daher zur Umkehr entschließen, ohne das Ende Asiens erreicht zu haben.

Sein Wunsch, den Indus hinab an das südliche Meer zu gelangen, war nun um so leidenschaftl cher geworden. Er überwand die widerspenstigen Inder am südlichen Pendschab und am unteren Jnduslauf und erreichte im Sommer 325 die Spitze des Jn- dusdeltas und bald darauf die Küste des Meeres. Der Eindruck von Ebbe und Flut, die der König hier zum ersten Male in ihrer vollen Gewalt er­lebte, da im Mittelmeer die Gezeiten kaum in Er­scheinung treten, gab ihm die Gewißheit, nicht an irgendeinem Binnenmeer, sondern am Ozean selbst zu stehen, der die bewohnte Erde umschloß. Die Wirkung dieser überwältigenden Erkenntnis be­stimmte fern Denken während der folgenden Zeit und ließ feine Herrschaftspläne über die bisher erstrebte Gewinnung Asiens hinauswachsen.

Zunächst sollte eine Flotte die Seeverbindung zum Persischen Golf suchen, der nur eine Bucht des Ozeans fein konnte, während das Landheer zum Zweistromland zurückkehrte. Weiterhin sollte die Ozeangrenze der Erde aufgespürt und alles von

ihr umzogene Land der eigenen Macht unterworfen werden, die Idee der Weltherrschaft stieg vor Alexander auf, er hatte das Weltmeer kennenge­lernt und sah nun in dessen Küsten die natürlichen Grenzen seines universalen Wirkens.

Bald nachdem die ausgesandte Flotte nach glück­lich vollendeter Fahrt sich mit dem Landheer in der persischen Hauptstadt Susa wieder vereinigt hatte, wurde im Jahre 324 eine Flottenexpedition zur Umseglung Arabiens vordere tet, schien es doch nun gewiß, daß auch das Rote Meer eine Ausbuchtung des Ozeans sei. Schon waren Erkundungsgeschwa­der an der arabischen Ostküste südwärts vorge­stoßen, schon lag eine riesige Flotte bei Babylon bereit, die der König selbst begleiten wollte, als der plötzliche Tod Alexanders im Juni 323 das Unternehmen zunichte machte.

Entwürfe, die sich im königlichen Nachlaß san­den, lassen erkennen, daß die Umseglung Afrikas nur das erste Glied einer Kette von Fahrten und Feldzügen fein sollte, mit denen die Verwirklichung der Herrschaft über die Welt geplant war. Nach den bisherigen Fahrten schien es durchaus möglich, nicht nur Arabien zu umsegeln und bis an den Golf von Suez zu gelangen, sondern auch Libyen, womit Afrika gemeint war, im Süden zu umfahren und die Seeverbindung zu dem Ozean an den Säu­len des Herakles, also an der Straße von Gibraltar, herzustellen. Von der Größe Arabiens, geschweige denn von der Ausdehnung Libyens hatte Alexan­der keinerlei Kenntnis, so daß er einen solchen uns phantastisch anmutenden Plan fassen konnte. Zü­gle.ch war aber auch eine Land- und Seeexpedition an der afrikanischen Mittelmeerküste entlang gen Westen bis zu den Säulen des Herakles vorgesehen, und es ist zu vermuten, daß die beiden afrika­nischen Unternehmen schließlich an der Straße von Gibraltar Zusammentreffen sollten. Die im Nachlaß gefundenen Entwürfe lassen die Absicht erkennen, den Rückweg von den Säulen des Herakles durch die südeuropäischen Länder zu nehmen, und es ist durchaus n cht unmöglich, daß auch eine nördliche Umseglung Europas versucht werden sollte: die Erfahrungen mit dem Südmeer hatten in Alexan­der Zweifel erweckt, ob das Kaspische Meer wie der Persische Golf nicht auch die Bucht eines J^ans, und zwar des nördlich um die bewohnte Grö fließenden, wäre, und eine Erkundungsexpedi­tion, die infolge seines jähen Todes nicht mehr zur Ausführung kam, sollte hier Klarheit bringen.

C.Kt

Reichsgesundheitsführer Dr. Conti stellte den Grundsatz auf, daß jeder wirklich Kranke die Le­bensmittel erhalte, die er dringend zu feiner Ge- sundheit brauche. Nach diesem Gesichtspunkt sei die Krankenemährung bereits in der hinter uns liegen­den Kriegszeit, vor allem auf der Arbeit von Pro­fessor Dr. Schenck fußend, erfolgreich gehandhabt worden. Bei der Beurteilung der geringfügigen Erkrankungen müsse trotz der verbesserten Ernäh- ungslage weiter so vorgegangen werden, wie es im Interesse der gleimäßigen und gerechten Verteilung aller vorhandenen Nahrungsmittel für die Gesamtheit des Volkes liege. Auch für die Zukunft bleibe in jedem Einzelfall das ärztliche Ur­teil entscheidend. Es sprachen noch Dr. v. S ch r ö - d e r über die Organisation der Krankenernährung im Kriege und Professor Dr. Schenck über allge­meine und ärztliche Indikationen für die Gewäh­rung von Lebensmittelzulagen. Die Krankenernäh­rung habe sich als so wirksam erwiesen, daß Dauer­schäden in jedem Fall vermieden werden konnten. Bei der Bedeutung, die dem Brot innerhalb der menschlichen Ernährung zukomme, müsse eine wei­tere Förderung des Vollkornbrotes und die Anwen­dung des besten Backverfahrens gefordert werden.

Oie neue dän'sche Regierung.

Kopenhagen, 11. Nov. (DNB.) Die bis­herige dänische Regierung mit Staatsminister Buhl ist zurückgetreten. Die Leitung der neuen

Regierung hat der bisherige Außenminister C?N von Scavenius unter Beibehaltung des Außen­ministeriums übernommen. Sie hat eine Erklärung abgegeben, in der es heißt: Die neu gebildete Re­gierung roirb nach außen es als ihre wichtigste Auf­gabe ansehen, für eine Stärkung und Befestigung der guten und nachbarfreundlichen Verhältnisse zwi- scheu Dänemark und Deutschland zu wirken und eine gegenseitige vertrauensvolle Zusammenarbeit zu fördern. In Erkenntnis der europäischen Schick­salsgemeinschaft ist sich die Regierung der Verant­wortung bewußt, die auch ein kleines Land wie Dänemark im Hinblick auf den Aufbau des kom­menden neuen Europa hat, und sie wird nach ihrem Vermögen ihre Mitarbeit an der Lösung solcher Aufgaben leisten, die Dänemark zufallen. Die Re­gierung wird die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Lande sichern. Der Standpunkt der Regierung gegenüber dem Kommunismus ist klar. Kommunistische Betätigung ist ungesetzlich. Das fand seine Bestätigung durch Dänemarks Beitritt zum Antikominternpakt.

französische Arbeiter entlassene Kriegsgefangene.

Paris, 11. Nov. (DNB.) Im Laufe des Diens­tag verließen vier Züge mit französischen Arbei­tern den Pariser Ostbahnhof in Richtung Deutsch­land. In Compiegne ttaf am gleichen Tage ein Zug mit entlassenen Kriegsgefangenen ein.

Oie Idee von Langemarck.

Von Reichsstudentenführer

Wie alljährlich gedenkt das deutsche Studenten- tum, mit ihm die deutsche Jugend und das ganze Volk, auch in diesem Jahre wieder des Sturmes auf Langemarck im November 1914. Auch in dem jetzigen gewaltigen Ringen hat der Sturm auf Langemarck in den ersten Flandernschlachten des vorigen Weltkrieges seine besondere symbolische Bedeutung behalten. Wir wollen uns an die­sem Tag die Tatsachen, die dem Sturm auf Lange­marck zugrunde liegen, noch einmal ins Gedächtnis zurückrufen.

Mit Ausbruch des Weltkrieges 1914 strömten junge Freiwillige in Massen in das deutsche Heer. Unter ihnen eilte die gesamte studentische Jugend voller Begeisterung aus den Hörsälen, Jnstttuten und Laboratorien der Hochschulen zu den Waffen, um für das angegriffene Deutschland zu kämpfen. Viele Regimenter wurden aufgestellt, die in der Hauptsache aus blutjungen deutschen Männern be­standen, die einen ganz besonderen Schwung und eine begeisternde Haltung an den Tag legten, die aber natürlich gemessen an der Routine älterer und erfahrener Truppenteile, in ihrer Jugend uner­fahren waren. Solche Regimenter, in- denen junge deutsche Arbeiter und junge deutsche Menschen aller Stände nebeneinander kämpften, in denen aber vor allem das Studententum besonders stark ver- treten war, kamen im November 1914 zum erftenmal in den Kampf an d i e Front. Solche Regimenter der Wehrmachtbericht vom November 1914 nennt sie schllchtjunge deutsche Regimenter" wurden bei der Offensive in Flan­dern eingesetzt.

H er geschah dann jenes denkwürdige Ereignis, das wie eine Heldensage anmutet und für immer in der deutschen Geschichte lebendig bleiben wird. Diese jungen deutschen Regimenter, diese jungen Studenten stürmten mit dem Deutschland­lied auf den Lippen unter den schwersten Be­dingungen das Dorf Langemarck und nah­men es. Sie stürmten singend zum Sieg. Viele von ihnen fanden, das Lied aller Deutschen singend, den Tod.

Dies große und erschütternde Ereignis einer starken männlichen Tapferkeit und Opferbereitschaft hat auch in dem heutigen Ringen feine Bannkraft nicht verloren und ist unseren Soldaten immer noch ein leuchtendes Vorbild. Die Helden des Polenfeldzuges, des Feldzuges in Norwegen, Frank­reich und auf dem Balkan, die Helden von Kreta, von Tobruk und El Alamein und von der riesigen Ostfront, bei Sewastopol und bei Stalingrad und im Kaukasus, sie haben den Geist von Langemarck aufaenommen, um but> zu verwünschen, was jene ersehnten.

Dr. Gustav Adolf Scheel.

Das deutsche Studententum hat in der schwersten Zeit des Niederganges nach Dem Welt­kriege das Vermächtnis der Toten von Langemarck aufgenommen und zum höchsten Ideal für den jun­gen deutschen Menschen erhoben. Es schuf den Toten eine Weihestätte an der Stelle, wo sie für Deutsch­land starben. Das Studententum ist damit der Träger des Vermächtnisses von Langemarck gewor­den. Im Zeitalter Adolf Hitlers ist aber das Ver­mächtnis von Langemarck nicht Sache der Studenten allein, sondern des ganzen deutschen Volkes. Der deutsche Student wahrt somit dieses Vermächtnis nicht für sich, sondern für jeden Deutschen, für den gefallenen Arbeiter und Bauern genau so wie für den gefallenen Studenten.

Worin liegt aber nun für uns in dieser Zett die Langemarckidee? Wie soll sich die Langemarckidee in der Zukunft fortsetzen und erfüllen? Wir glauben, daß das Vermächtnis von Langemarck allein ge­tragen und erfüllt wird, wenn der Student heute i n der sozialistischen Volksgemeinschaft unseres Führers *steht und vorbildlich für deren letzte Verwirklichung kämpft. Die Männer von Langemarck kämpfen für ein neues Deutschland, von dessen Größe und dessen innerem Wesen sie nur eine Ahnung hatten. Ihre schönsten und größten Vorstellungen sind gewiß weit übertroffen von dem, was Adolf Hitler heute bereits verwirklicht hat. Das höchste Ideal des deutschen Studenten ist es deshalb, im Gedenken derer von Langemarck im Frieden und im Kriege für den Führer und seine Bewegung zu stehen, zu kämpfen und, wenn es das Schicksal er­fordert, zu sterben. Student fein kann nicht mehr heißen, ein Vorrecht zu hefigen, sondern kann nur heißen. Besonderes zu leisten und in stärk­ster Pflichterfüllung und Treue der nationalsozialisti­schen Idee zu dienen.

Die gesamte Arbeit des Studtzntentums dient nicht der Vergangenheit, die mir in ihren Taten stets verehren, sie dient in stärkster Pflichterfüllung, Treue und Leistung der Gegenwart, in der wir leben, und der Zukunft, für die wir kämp­fen. Die Arbeit des Studententums dient nicht einem Stand, sie dient dem deutschen Volk. Der Student will und muß das Vertrauen eines jeden Volks­genossen besitzen, in allen Lebensgebieten, in Wissen­schaft und Kultur, in Leibeszucht und Charakter- erziehung. Durch den Einsatz in den luftgefährdeten Gebietey und in den Fabriken, überall dient er dem Ganzen. Im besonderen sieht er seine Auf­gabe darin, den Sozialismus der Bewegung zu ver­wirklichen.

Neben vielen anderen Maßnahmen ist es Pflicht