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BUCHT

TapsuäfaF"

leutenben Mann. Nachdem er den vorigen Krieg als

)ffizier mitgemacht hatte, setzte er in Oxford sein m Ausland begonnenes Studium fort. Seine Be-

3m Festungsfeld von Stalingrad

Amerikaner und Briten suchen sich Ziele für ihre Siege" dort aus, wo kein deutscher oder japa­nischer Soldat steht. Zur Ablenkung der mannig­fachen Mißerfolge zur See, zu Lande und in der Luft hat jetzt Churchill wieder einmal die nur von wenigen französischen Soldaten verteidigte Insel Madagaskar angreifen lassen. Das USA- Staatsdepartement beeilt sich zu versichern, auch USA. - Soldaten nähmen an den Operationen gegen Madagaskar teil. Washington unterhält noch diplomatische Beziehungen zur Dichyregierung, an­derseits aber unterstützt es den französischen Rene­gaten de Gaulle. Auf der einen Seite versichert Washington, man bedauere Frankreich, auf der an­deren läßt es USA.-Bomber gegen französische Eisenbahnzüge und Zivilisten los und bedauert dann noch heuchlerisch die Opfer seines schnöden Tuns. So wird den Franzosen beigebracht, wie die Liebe zu Frankreich in Wirklichkeit aussieht, alle Pro­teste der erregten Bevölkerung Frankreichs werden in Washington und London mit einer Handbe­wegung abgetan. ,

Bereits am 5. Mai 1942 wurde der erste bri­tische Landungsversuch auf Madagaskar gemacht. Er richtete sich gegen die Courriöre-Bucht. Die britische Presse jubelte damals über diesen Sieg"; aber die wenigen französischen Soldaten auf Madagaskar setzten der britischen Landung einen nachdrücklichen Widerstand entgegen, und erst am 14. Mai waren sie gezwungen, den äußersten Norden der Insel mit dem HafenDiego Suarez zu räumen. Während des ganzen Svm- mers haben die Briten nun nichts unternommen, um ihreEroberung" zu vollenden. Die Franzosen beherrschten mit ihren wenigen Truppen noch den größten Teil von Madagaskar, und die Einge­borenen verhielten sich absolut loyal. Am 2. Juli besetzten die Briten die Insel M a j o t t e im äußer­sten Norden der Insel, was leicht ausführbar war, da sich dort keine französischen Truppen befanden.

dava von englischen Streitkräften besetzt worden. Die Engländer hätten auch den Hafen von Ka- m o r e erreicht und ständen in der Mitte von Mos« vatanana.

Oie Landbrücke des Mittleren Ostens. Die militärischen Ereignisse an der ägyptischen Front im Westen und an der Kaukasusfront im Osten lenken immer wieder die Aufmerksamkeit auf die Landbrücke des Vorderen Orients, die politisch, trategisch wie wirtschaftlich von gleich großer Be­deutung für die britische Kriegführung ist, da sie den Kern des Empire darstellt, dessen Besitz den Zu» aknmenhalt der Reichsteile verbürgt. Am liebsten ähe man in London den Union Jack über allen Ländern zwischen Nil und Euphrat-Tigris, zwischen Mittelmeer und Indischem Ozean wehen. Aber die» es Ziel hat England weder im ersten Weltkrieg noch im zweiten erreicht. Immerhin zerschlug Eng­land den türkisch-arabischen Großraumstaat und icherte sich in der arabischen Hälfte, wo es sich in »er Rolle des Befreiers vom türkischem Joch ge- iel, maßgebenden Einfluß, toenn auch die arabische Nationalbewegung, durch das berüchtigte Sykes- Picot-Äbkommen vom 16. Mai 1916 zwischen Eng­land und Frankreich um einen einheitlichen Na­tionalstaat betrogen, in all den mit einem Schein von eigener Souveränität neu geschaffenen ara­bischen Ländern der britischen Herrschaft immer wieder schwer zu schaffen macht. Aber nur das Wahabitenreich des Königs Ibn Saud in Zentral­arabien, im ersten Weltkrieg Englands Bundesge­nosse im Kampf gegen die Türken, hat,völlige Un­abhängigkeit errungen und diese auch im zweiten Weltkrieg bewahrt. Im übrigen arabischen Teil Vorderasiens hat England es verstanden, indem es die partikularistischen Eitelkeiten ehrgeiziger arabischer Fürsten und Politiker geschickt gegenein­ander ausspielte, das Werden eines arabischen Na­tionalstaates zu verhindern und hinter den mehr oder weniger dürftigen Kulissen eines souveränen. Staates wie in Transjordanien oder im Irak oder eines Dölkerbundmandats wie in Palästina und jetzt auch in Syrien politisch, militärisch und wirt­schaftlich alle Fäden fest in der Hand zu halten.

Man hat den Vorderen Orient die Drehscheibe der Alten Welt genannt, und Englands Jnt^xesse an diesen Ländern ist auch zu allererst verkehrs­politisch begründet. Der Suezkanal, der die Ver­bindung zwischen Mittelmeer und Indischem Ozean herstellt, ist auch heute noch, wo die Mittelmeer- route für englische Schiffe nicht mehr ohne äußerst«

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lang ihm sogar zunächst-die Zusammenarbeit mit der Arbeiterschaft. Kurze Zeit nach Beginn des Krieges gegen die Sorojetunion äußerte er, der niemals aus feinem Herzen eine Mördergrube gemacht hatte, er hoffe, daß dieser Krieg mit der gegenseitigen Ver­nichtung Deutschlands und der Sowjetunion enden möge. Obwohl die Zahl derer, die ähnlich dachten, mindestens damals in England ziemlich groß war, konnte More-Brabazon diese Aeußerun^ politisch nicht überleben. Eine formelle Entschuldigung nützte ihm nichts. Auch Churchill konnte seinen alten Ge­folgsmann auf die Dauer nicht schützen, sondern mußte ihn schließlich im Februar ins Oberhaus ab­schieben. Seine Rückkehr in die aktive Politik ist nicht wahrscheinlich.

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lnd noch heute sehr umstritten. Am sensationellsten oirkte die radikale Derjünguna der Generalität, in eren Verlauf u.a. Lord Gort zum Generalstabs- hef gemacht wurde. Sicher ist, daß Hore-Belisha ich während seiner Amtszeit als Kriegsminister nehr Sympathien verscherzt als erworben hat. Selbst wenn seine Absetzung im Jahre 1940 vielleicht nnehr aus persönlichen als sachlichen Grüßen er- olgte, so kann er doch kaum dem ersten Rang der nglischen Staatsminister der Gegenwart zugerech-

Zernsvrechgnschluß 2251 vnick tntb Verlag:

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Der neue Lleberfall auf Madagaskar

Von unserer Berliner Schristleitung.

tedsamkeit, die ihm später noch oft zustatten kom­men sollte, verschaffte ihm das Amt des Präsidenten ier Oxfort-Union, des hauptsächlich dem Debattieren gewidmeten Studenten-Clubs, und damit nach alter Anschauung die Anwartschaft auf einen Sitz im Ka- >inett. 1923 wurde er als Liberaler ins Unterhaus gewählt, mußte aber noch zehn Jahre warten, bis hm ein Regierungsamt anvertraut wurde. Sein Debüt als Kabinettsminister machte er im Ver- ehrsministerium. Durch einige Reformen des Lon­doner Straßenverkehrs brachte er feinen Namen asch in aller Mund und vermehrte sein Ansehen rnmerhin so sehr, daß Chamberlain ihn bei der lebemahme der Regierung 1937 zum Kriegs- ninister machte.

Seine Verdienst« oder Sünden in diesem Amt

Fünf Kriegsminister in drei Jahren

Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.

192. Jahrgang Nr. 2(5 Erichenu täglich, außer Sonntags und Feiertags

Beilagen:

Gießener Familtonblätter Heimat imBild'DieScholle

Bezugspreis:

Monatlich..... RM.1L0 Zustellgebühr... ,, -L5 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

EM W JK W* G Samstag, (2. /§omtag, (3. September (942

GlchenerAnzelger

Aach vereinzelten wirkungslosen Tagesstörflügen griffen Verbände der britischen Luftwaffe in der vergangenen Nacht mehrere Orte Westdeutschlands an. Vor allem in Wohnvierteln der Stadt Düs­seldorf entstanden zahlreiche Brände sowie Sach- und Gebäudeschäden. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Vach bisherigen Meldungen schossen Nacht­jäger und Flakartillerie 31 der angreifenden Flug­zeuge ab. Außerdem wurden im Kanal, über der Nordsee und über der Deutschen Bucht durch leichte deutsche Seestreitkräfte und Marineartillerie drei feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht.

An der englischen Südküfte griffen leichte deutsche Kampfflugzeuge ein britisches Vorpostenboot an, das nach Bombentreffern schwer beschädigt liegen blieb.

Bei einem Angriff englischer Schnellboote auf ein deutsches Geleit im Kanal erzielten die deut­schen Sicherungsstreitkräfte auf einem der angrei- senden Boote so schwere Treffer, daß mit seinem Verlust gerechnet werden kann. Weitere Boote wur­den beschädigt.

Ein Nacht- Jagdkorps der deutschen Luftwaffe erzielte in der vergangenen Nacht seinen 100 0. Abschuß.

3m Raum von Rschew.

Berlin, 11. Sept. (DNB.) Südwestlich Kaluga führten die Bolschewisten keine größeren zusammen­hängenden Angriffshandlungen durch. Dagegen trat der Feind nach einigen Tagen Ruhe int Raum von Rschew erneut zu konzentrischen Angriffen gegen die deutschen Abwehrstellungen an, die an Stärke und Härte alle bisherigen. Angriffe übertrafen. Die nach trommelfeuerartiger Artillerievorbereitung mit größeren Infanterie- und Panzerverbänden geführ­ten heftigen Angriffe wurden in erbitterten Kämp­fen unter hohen Verlusten für den Feind abge­wehrt. Eine verlorengegangene Höhe wurde im Gegenstoß wieder genommen. Eine zu einem be­festigten Stützpunkt ausgebaute hart umtämpfte Ortschaft wechselte mehrmals den Besitzer, um dann endgültig in deutscher Hand zu bleiben. Entlang einer Straße versuchten die Bolschewisten mehrmals die deutschen Verteidigungsstellungen zu durch­brechen. Sämlliche Angriffe scheiterten unter hohen Verlusten für den Feind. 67 Panzerkampfwagen wurden vernichtet. Nördlich von Rschew griff der Gegner ebenfatlls an verschiedenen Stellen mit starken Kräften an. An einem Punkt versuchten die Bolschewisten, von zahlreichen Panzerkampfwagen unterstützt, siebenmal hintereinander die deutschen Abwehrstellungen zu durchstoßen. ^Sämtliche An­griffe brachen vor den deutschen Stellungen zu­sammen.

»ahm.

Mit Chamberlain schied er im Mai des gleichen wahres aus der Regierung aus. Er übernahm gleich­sam die Verantwortung für die Niederlagen des ersten Kriegsjahres. Seither hat man wenig von diesem noch jungen Mann er ist heute erst 47 Jahre gehört. Er ist zwar regelmäßig im Unterhaus zu sehen, doch nimmt er nur selten das Dort. Daß seine politische Laufbahn abgeschlossen sei, nehmen auch seine politischen Gegner, deren Zahl übrigens verschwindend gering ist, nicht an. ceine Freunde haben ihm schon lange vor dem Krieg eine große Zukunft vorausgesagt, und es wäre immerhin möglich, daß er die Reihe der $remie£minifter aus dem Hause Stanley fortsetzt.

Aehnliche Chancen kann man dem vierten Kriegs- Minister dieses Krieges der dritte war vorüber­gehend Anthony Eden nicht einräumen. David 51 a r g e f f o n , der seit einigen Monaten als Lord Ilargeffon im Oberhaus sitzt, hat nach langem ge­duldigen Warten nur kurze Zeit dem Kabinett an» gehört und dort weder Ruhm noch Dank geerntet. §n der parlamentarischen Geschichte wird er viel- lricht als der unerbittlichste Einpeitscher der Kon- sirvativen Partei während des letzten Jahrzehnts und als ergebener Diener Neville Chamberlains frrtleben. Als Kriegsminister war er nur eine Ma­rionette Churchills. Mit feiner Rückkehr in die poli­tische Arena ist kaum zu rechnen.

Zugleich mit Margesson verschwand em anderer Minister ins Oberhaus: Oberst John More-Bra- bazon. Er mußte seine Redseligkeit mit seiner politischen Karriere bezahlen, die bis dahin nicht ganz aussichtslos zu sein schien. More-Brabazon hat noch etwas von der Unraft der Empiregründer im $Iut. Weil aber die Erde zu Beginn dieses Jahr­hunderts zum guten Teil von England erobert war, machte sich der eben Zwanzigjährige an die Erobe­rung der Luft. Noch heute weift er stolz feinen Pilotenschein vor, den ersten, welchen der britische Aero-Club ausgestellt hat. Während des ersten

Weltkrieges war er Flieger und nachher an der Ent­wicklung der Fliegerei in England maßgeblich betei­ligt. Seine politische Laufbahn begann er 1918 als Unterhausmitglied, doch hat er während der nächsten Jahre nur zweimal kurze Zeit ein untergeordnetes Regierungsamt bekleidete. Nach 1933 gehörte er zu den getreusten Gefolgsleuten Churchills und wurde von diesem schließlich auch mit einem Ministerposten belohnt. Als Minister für Flugzeugproduktion hatte More-Brabazon eine Aufgabe, die ihm am Herzen lag. Trotz, seiner ultrakonservativen Einstellung ge-

Berlin, 11. Sept. (DNB.) Die von deutschen Truppen genommenen Höhen ostwärts Nowo­rossijsk wurden gegen verzweifelte Anstürme der Bolschewisten verteidigt. Jn^mehreren Wellen stürmte der Feind gegen die Höhen an, der Angriff brach aber unter blutigen Verlusten für den Feind vor den deutschen Stellungen zusammen. Vereinzelt zäh verteidigte bolschewistische Widerstandsnester wurden durch deutsche Vorstöße ausgehoben. Am Terek nahmen Infanterie und Panzerkampfwagen, nach harten Kämpfen drei Steilhänge erstürmend, mehrere Höhen. Mehrere Gegenangriffe der Bolschewisten wurden abgewiesen.

Im Festungskampffeld von Stalingrad mußte das tiefgegliederte äußerst befestigte Derteidigungs- ystem schrittweise in schweren Einzelkämpfen von Infanterie und Pionieren genommen werden. Trotzdem gelang ein Durchbruch durch die feindlichen Stellungen südlich der Stadt, der bis an die Wolga heran vorgetragen werden konnte. In fast unmensch­lich schweren und harten Angriffen wird Stück für Stück mit zäher Ausdauer durch Infanterie, Pio­niere, Panzergrenadiere und Panzerjäger heraus­gebrochen aus einem stählernen Festungsring, der vom Feind bis zum Letzten verteidigt wird. Gegen die nördlich der Stadt verlaufende deutsche Front richteten die Bolschewisten wiederum von außen, mehrere Entlastungsangriffe, die sämtlich zurückge­schlagen wurden.

Oer Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 11. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bel Noworossijsk und am Terek-Ab­schnitt gewinnt der Angriff deutscher und ver­bündeter Truppen in schweren Kämpfen weiter Raum.

Im Festungskampffeld von Stalin­grad nimmt die Schlacht ihren Fortgang. In har- ten Kämpfen wurden Befestigungsanlagen südlich der Stadt durchbrochen und nunmehr auch dort die Wolga erreicht. Entlastungsangriffe des Gegners scheiterten. Kampfsliegerkräfte führten heftige An­griffe gegen Schwerpunkte des feindlichen Wider­standes und bekämpften Truppenbereitskellungen der Sowjets.

Im Raum von Rschew führten eigene Angriffe zu örtlichen Erfolgen. Gegenangriffe des Feindes wurden blutig abgewiesen und dabei 22 Panzer abgeschossen.

Südlich des Ladogasees und vor Lenin- grad scheiterten erneute Angriffe des Feindes. In diesen Kämpfen wurden bei Uebersehversuchen über die Newa 25 Boote der Sowjets vernichtet.

Am Donnerstagmorgen hat nun -ine große Flotte Churchills die Westküste von Madagaskar an­gegriffen, und zwar gleichzeitig die Häfen Majunga, Ämbaja und Morundava. Nach Reuter hatte Groß­britannien Washington davon in Kenntnis gesetzt, daß--die Entwicklung in Madagaskarnicht

Stockholm, September 1942.

Die britische Regierung ist seit Ausbruch des Krieges mehr als ein dutzendmal u m g e b i l = bet worden. Obwohl diese Umbildungen in den Meisten Fällen nur in einem Austausch einiger Res­sorts bestanden, schieden doch auch immer ein oder mehrere Minister aus und wurden entweder für immer in die Wüste geschickt ober auf ein N e - b e n g I e i 5 abgeschoben. Churchill hat sehr verschiedene Methoden gewählt, um sich von ihm lästigen ober dem Parlament unangenehmen Mit- prbeitem zu befreien.

Der erste, wenn auch keineswegs der bedeutendste dieser verabschiedeten Minister verließ schon unter Lhamberlain die Regierung. Leslie Hore - Be - sish a, der sich den englischen Namen seines Stief­vaters vor den allzu jüdisch klingenden eigenen stellte, um auf diese Weise leichter Zugang -zu den maßgebenden Kreisen der englischen Gesellschaft zu gewinnen, hielt sich schon frühzeitig für einen be­

würben solange fortgesetzt werden, bisbte Ver­waltung der Insel bereit ist, mit den vereinigten Nationen zusammenzuarbeiten". In einem Reuter- Bericht wird ausdrücklich betont, daßdie Regierung der Vereinigten Staaten anerkannt habe, day mili­tärische Bedenken zu dieser Entscheidung führen mußten". Obwohl keinerlei Anzeichen dafür Vor­lagen, daß von den Achsenmächten französisches Hoheitsgebiet auf der Insel Madagaskar verletzt wird, stellt der englische Agitattonsapparat diese Möglichkeit als den Anlaß zu dieser Kriegsmaß­nahme gegen Frankreich heraus. Man wird an das Schicksal Irans erinnert. Auch hier zeigen Roosevelt und Churchill, wie sie das Gut fremder und nicht mit ihnen in Streitigkeiten verwickelter Leute einzu­stecken verstehen. In Vichy hat dieser neue Angriff größte Erregung ausgelöst, und die französisch« Presse wendet sich in den schärften Worten gegen diesen neuesten Beweis dafür, daß Churchill und Roosevelt in der Mißachtung der Rechte und des Eigentums ihres ehemaligen Verbündeten keinerlei Hemmungen kennen.

Strategisch sinnlos."

Die Auffassung französischer Militärkreise.

Vichy, 11. Sept. (Europapreß.) Nach Ansicht französischer Militärsachverständiger kann es für bi« britische Madagaskar-Aktion keine Begründung strategischer Art geben, da die sandige und flach« Westküste Madagaskars nur schwer zugänglich ist und für groß angelegte Operationen kaum benutzt werden kann. Die einzige Stelle von einiger Be­deutung an der Westküste ist Majunga, Ein« schöne 600 Kilometer lange Straße verbindet bi« Küstenstadt von kaum 15 000 Einwohnern mit der Hauptstadt Tananarivo. Höher im Norden liegt der Marktflecken Ambaja; auf der Straße von Diego Suarez, gegenüber der Insel Nossi-Be, ist die Ebene von Sambirano Mittelpunkt einer großen euro­päischen Siedlung, für deren Bebauung moderne landwirtschaftliche Maschinen Verwendung finden. Hier werden Zuckerrohr, Reis und alle wichtigen Produkte -geerntet. Der dritte britische Landungs- punkt Morondava im südlichen Teil der West­küste hat nur wenige europäische Einwohner, keinen Hafen, nur eine fleine schwer zugängliche Reede. Von diesem Ort werden Mais, Tabak und Kap-Erb- sen verschifft. Ein von November bis Mai auf 200 Kilometer Länge nicht benutzbarer Weg verbindet diesen Ort über Hochplateaus mit dem 800 Kilo­meter entfernten Tananarivo.

Die Derkehrsschwierigkeiten in diesen Gegenden und das Fehlen von Stützpunkten nehmen den An- greisem jede Entschuldigung, daß es sich bet' dem Einfall um eine militärische Aktion gegen einen möglichen Gegner handele. Die britische Willkür und Mißachtung des Völkerrechts wird durch einen Aufruf des Generalgouverneurs von Madagaskar . bloßgestellt, in dem es heißt, daß irgendeine Kon­trolle der Verwaltung von Madagaskar durch eine andere Macht nie ausgeübt wurde. Fremden Un­terseebooten sei niemals Hilfe oder Zuflucht ge-

General-Anzeiger für Oberhessen ^«iche^Schiilßratz^r?

der anderen Häfen der Insel durch die Achsenmächte geführt habe" und daß deshalb Großbritannien die­senSchutz" übernähme. Begründet wird dieser völkerrechtswidrige Ueberfall ferner damit, daß der französische Generalgouverneur sich an die Wei­sungen seiner Regierung halte und dem britischen Kommandeur Handlungsfreiheit auf französischem Boden verweigerte. Die kriegerischen Maßnahmen

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währt worden, noch hätten sie jemals solche ge»

____________o ... . , fordert. Niemals hätten auch japanische Flugzeuge zu^einem ausreichenden Schutz vor Durchdringung j-das Gebiet der Insel überflogen. 2)er General- ~ ' * ' **' <Wj,rgouoerneur gab hierfür sein Wort und rief die auf Madagaskar wohnenden Ausländer als Zeugen an. Wie am Freitagabend mitgeteilt wird, sind dis beiden Hafenstädte Nofsi-Be und Moron-

et werden, wenngleich die Qualität dieser ersten Barnitur, gemessen an früheren Generationen, schon echt kümmerlich erscheint. Die 2Ve Jahre, die Hvre- Aelisha auf dem Nebengleis, d h. in diesem Fall ?ls einfacher Abgeordneter, zugebracht f)at, lassen auch für die Zukunft seine Chancen nicht Hoffnungs­oll erscheinen. Er gehört zu den lautesten Stritt fern > er Regierung, doch ist seine Kritik meist Selbst­weck, und allzu oft merkt man ihr an, daß. sie □eniger dem Wunsch nach Besserung als dem eige­nen Geltungsbedürfnis entsprungen^ist.

Das Kriegsministerium hat seit dem September 939 seinen Chef schon viermal gewechselt, und zwei Nachfolger Hore-Belishas sind inzwischen gleichfalls uf das Nebengleis abgeschoben worden. Zunächst bernahm Oliver Stanley den undankbaren Soften. Dem politischen Parvenü folgte der Sproß ines der ältesten, mächtigsten und auch in der Po- tik ruhmreichsten Adelsgeschlechter. Oliver Stanley 't der zweite Sohn des Earl of Derby und bekam ,1s solcher ein Minrsterportefeuille gleichsam schon h die Wiege gelegt. Der 18jährige zog von Eton lind Oxford in den vorigen Weltkrieg und kehrte cis Major zurück. 1924 erschien er im Unterhaus lind gehörte dort zu der Gruppe junger Konserva­tiver, denen eine glänzende Karriere bevorstand. Sein erstes Regierungsamt erhielt er 1939 als Un- hrftaatsfefretär im Innenministerium. In den näch- jien Jahren leitete er nacheinander das Verkehrs-, rlrbeits-, Erziehungs- und Handelsministerium, bis $r im Januar 1940 das Kriegsministerium über-