Samstag /Sonntag, 12. ZuN 1942
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Der Wehrmachiberichi.
VRB. Aus dem Führerhauptquartier, lO.Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt beimnf:
3m Südabschnitt der Ostfront wird die Verfolgung des weichenden Feindes durch die deutschen und verbündeten Truppen auf breiter
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Sämtliche Schiffe des Eismeer-Geleitzuges versenkt
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größeren Bewacher und beschädigten ein wei- teres Handelsschiff mittlerer Gröhe.
3m Kanal versenkte ein Räumboot in der Rächt zum 10. Juli e i n b r i t i s ch e s 6 a n o n e n- Schnellboot nach hartem Rahgefecht durch R a m m st o h.
In der Deutschen Bucht schossen Geleitfahrzeuge und Marineartillerie drei britische Kampfflugzeuge ab.
zu der Geheimniskrämerei Churchills gegeben, die nichts anderes darstellt als das Eingeständnis der Ohnmacht und Verzweiflung.
Oie Geheimsitzung.
Madrid, 10. M. (Europapreß.) Nachdem die englische Presse bereits mitgeteilt hatte, die Unter- Hausdebatte über die Schiffahrtslage werde ö f ■ fentlich abgehalten, hat nunmehr der Entschluß der Regierung, nur eine Geheimsitzung stattfinden zu lassen, unter den Abgeordneten große Unzufriedenheit ausgelöst. Auch die Erklärung von Cripps, daß über die Verhandlung wahrscheinlich eine amtliche Note ousgegeben werde, um falschen Gerüchten entgegenzutreten, hat die Opposition keineswegs beruhigen können. Der schärfste Kritiker der englischen Regierung, der Labour-Abgeordnete Sh in well, will aus Protest gegen den geheimen Charakter der Verhandlungen der Sitzung fernbleiben. Man glaubt, daß sich noch weitere Parlamentarier diesem Vorgehen anschließen werden, da ie der Ansicht sind, daß die Geheimhaltung eine alarmierende Wirkung auf die Oeffentlichkeit hat. Der Abgeordnete Vevin wies darauf hin, daß in der englischen Bevölkerung der Eindruck bestehe, in den Vereinigten Staaten würde die Schiffahrtslage mit viel mehr Offenheit behandelt.
237000 BRT.
Berlin, 10. Juli. Aufklärungsflugzeuge hatten estgestellt, daß drei schwer beschädigte Handelschiffe als Wracks imsinkenden Zustande zwischen Eisschollen im nördlichen Teil der Barentssee trieben. Sie waren bereits vom Feind preisgegeben, denn Bewachungsfahrzeuge konnten im Umkreis nicht beobachtet werden. Drei Handelsschiffe des zerschlagenen Geleitzuges wurden trotz schlechter Wetterlage in der Barentssee erneut gestellt. Kampfflugzeuge konnten ein schwer beladenes Schiff von 7000 BRT. und Unterseeboote zwei mit Panzern voll beladene Transporter mit zusammen 13 000 BRT. vernichten. Mit diesen 20 000 BRT. erhöhen sich die Verluste der feindlichen Versorgungsschisfahrt im nördlichen Eismeer auf 237 000 BRT.
Oer Kampf gegen die Ll-Boote im Finnischen Meerbusen.
H e l s i n k i, 10. Juli. (DNB.) Während der letzten Leiden Wochen hat die sowjetische Flotte im Ostteil des Finnischen Meerbusens weiterhin versucht, mit Unterseebooten in die Ostsee durchzubrechen, doch ist dies nur einigen Einheiten gelungen. Finnische und deutsche Seestreitkräfte sowie di-e simiische Luftwaffe haben sieben Unterseeboote versenkt und sechs schwer beschädigt. Mit den Verlusten, die deutsche Flugzeuge und deutsche Küstenartillerie dem Feind zugefügt haben, wurden 14 Unterseeboote versenkt. Hinzu kommen 12 wahrscheinliche Fälle.
!l-Doote im Indischen Ozean.
Nach Meldungen schwedischer Blätter aus London ist der plötzliche Entschluß zur Geheimhaltung der Schiffahrtsdebatte auf das direkte Eingreifen Churchills zurückzuführen. Churchill habe die Befürchtung, daß eine ungeschminkte Enthüllung der erschreckenden Schiffsverluste eine niederschmet- te rnde Wirkung auf die englische Oeffentlich- keit haben werde. Churchill werde sich energisch jeder Forderung nach Wiederaufnahme der Veröf- entlich'ung von 'Versenkungsziffern widersetzen, wenn auch zur Beruhigung der Oeffentlichkeit „gewisse Zahlen" aus der 'Geheimdebatte den Zeitungen zugänglich gemacht werden würden.
Leere Versprechungen.
Kampf- und Schlachlfliegerverbände unlersiühlen die Abwehr der feindlichen Entlastungsangriffe und belampflen mit großem Erfolg die zurückflutenden sowjetischen Kolonnen, die sich an einzelnen zer- jliislen Uebergängen zu großen Ansammlungen stauten.
Nördlich und nordwestlich Orel wiederholte der Feind seine Angriffe mit starken Infanterie- und Panzerkräften. Sie wurden in harten Kämpfen abgewiesen, örtliche Einbrüche abgeriegelt nnb im Gegenstoß bereinigt. Die Zahl der im er- solgreichen Zusammenwirken von Heer und Luft- ochfe in diesen Kämpfen vernichteten Pan- 1 er hat sich auf 390 erhöht.
3m rückwärtigen Gebiet südwestlich lischew scheiterten Ausbruchsversuche der einge- ichlossenen Sowjetkräfte.
Durch Jäger und Flakartillerie wurden cm gestrigen Tage 78 sowjetische Flugzeuge «-geschossen, fünf eigene Flugzeuge sind nicht jurückgekehrt.
Die Hefte des englisch-amerikanischen Großgeleit- )UjC5 im Rordmeer wurden gestern nochmals butd) Kampfflieger und Unterseeboote erfaßt und angegriffen. Von dem Geleit, das noch aus drei Dampfern mit drei Zerstörern und zwei Bewachern bestand, wurden sämtliche drei Dampfer »ersenkt, davon zwei durch Unterseeboote.
Vie Luftangriffe auf die Flugstützpunkte bet Insel Malta wurden bei Tag und Rächt er- jotzreich fortgesetzt. In Luftkämpfen wurden sechs sritiblicke Iagdslugzeuge ohne eigene Verluste abge- lchvssen.
tln der Südküste Englands versenkten leiste Kampfflugzeuge in den frühen Morgenstunden bti gestrigen Tages aus dem zuvor von deutschen sinellboofen angegriffenen britischen Geleitzug eia Handelsschiff von 3000 BRT. sowie einen
Das unlösbare Problem
Von unserer Berliner Schristleitung.
tungswillen der weihen Minderheit erheblich gesteigert werden.
Die wirtschaftlichen und politischen Erwägungen der angeführten Art sind jedoch keine befriedigende Erklärung für die merkwürdige Erscheinung des Premierministers Smuts, der aus einem verdienten Burengeneral und Englandgegner im Laufe von 40 Jahren zu einer „Säule des Empire" und zum britischen Feldmarschall wurde. Noch viel weniger aber wird dadurch die Tatsache erklärt, daß Smuts mit seiner Politik der Mitarbeit im Empire im Lause des Krieges Anhänger gewinnen konnte.
Die Erklärung für all diese Merkwürdigkeiten ist vielleicht in einer Entwicklung zu suchen, die keine Besonderheit der Südafrikanischen Union ist, sondern in allen Teilen des Empires beobachtet werden kann. Von einem Verfall zu sprechen wäre mißverständlich, da es sich um ein frühes Stadium des Verfalls handelt, der natürlich durch die Ereignisse des Krieges beschleunigt wird. Es erscheint richtig, diese Entwicklung als eine Dezentralisation zu bezeichnen, die dazu führt, daß zunächst die Dominien ihrerseits zum Mittelpunkt kleinerer Machtgebilde werden, jedoch vorläufig im großen Reichsverband bleiben. Bei der Südafrikanischen Union hatte diese sekundäre Empire-Bildung schon vor dem Kriege konkrete Formen angenommen. Deutsch-Südwest-Afrika war der Union als integrierender Bestandteil angegliedert worden, mit der Londoner Regierung wurde ein erbitterter Kampf um das Recht ausgefochten, die Protektorate Betfchuanaland und Bafutoland als Teile der Union zu behandeln.
Träger dieses südafrikanischen Imperialismus ist nun der ehemalige Burengeneral Smuts. Sein Wunsch ist es, daß die Union eines Tages nicht nur im Süden des schwarzen Kontinents, sondern möglichst in ganz Afrika die Nachfolge Englands antrete. Zur Verwirklichung dieses Zieles verfolgt er allerdings einen Weg, der ihn in sehr oft fern Gegensatz zu vielen seiner Landsleute und nicht zuletzt zu seinem alten Kriegskameraden Hertzog gebracht hat. Smuts folgt der Linie des geringsten Widerstandes. Vielleicht befähigt ihn auch feine juristische Begabung — er war vor über 40 Jahren einer der erfolgreichsten Anwälte der Union — dazu, entgegengesetzte Forderungen aufeinander abzustimmen. Smuts und fein politisches Gefolge verlieren, wenn man sie in dieser Beleuchtung betrachtet, viel von ihrer Rätselhaftigkeit. Die Engländer werden aber vielleicht, wenn später einmal die Rechnung für den militärischen und politischen Beistand der Union in diesem Kriege präsentiert wird, erkennen, daß Südaftika von einem Manne regiert wird, der seine äußere Erscheinung gleich einem Chamäleon beliebig den Verhältnissen anpaßt, ohne daß man weiß, ob er im Inneren ein anderer wurde.
nügen würbe, läßt sich nicht von heute auf morgen aus dem Baden stampfen.
In den Vereinigten Staaten liegen die Probleme , anders. Hier ist sicherlich eine leistungsfähige In- , dustrie vorhanden, aber wir haben in den letzten . Wochen immer wieder von maßgebender Seite aus , den USA. selbst gehört, daß es in den Vereinigten Staaten vor allem an Stahl fehlt, um das vorgesehene Programm auch.nur zu einem Bruchteil zu erfüllen. So stellte die „New Pork Times" als Hauptschwierigkeiten, denen man im Schiffsbau der USA. gegenüberstehe, vor allem den Mangel an qualifizierten Facharbeitern heraus und wies weiter auf das Fehlen des wichttgsten Baustoffes, eben des Stahls, für die geplante Forcierung der Werftproduktion hin. Gerade die Facharbeiter find in den Vereinigten Staaten auf dem Gebiete des Schiffsbaues jahrelang sehr stiefmütterlich behandelt worden, es fehlte an geeigneter Lehrlingsausbildung und der richtigen Auslese des Nachwuchses — alles Dinge, die heute trotz der Agitationszahlen Roosevelts und der von ihm und seinen Mitarbeitern in die Welt posaunten Phantasieprogramme sehr hemmend wirken. Sie werden auch weiter dafür sorgen, daß der Engpaß noch lange bestehen bleibt.
Das muß man wissen, um die Sorgen und die spürbare Nervosität in der englischen und nordamerikanischen Oeffentlichkeit nach den letzten Ver- nichtungsschlägen richtig einschätzen zu können. Dor allem die englische Presse weist immer wieder darauf hin, daß die katastrophale Lage auf dem Atlantik endlich einmal offen zur Sprache gebracht werden müsse. Der „Daily Expreß" glaubt, daß der Ernst der Situation auf die englische Bevölkerung anspornend wirken würde. Das Blatt dürfte sich getäuscht haben. Churchill und auch Roosevelt werden sich hüten, ihren Völkern reinen Wein über dieses Verhängnis einzuschenken, das sich durch den tapferen und überaus erfolgreichen Einsatz der deutschen U-Boote und der deutschen Luftwaffe auf allen Weltmeeren abfpielt. Führende Politiker beider Länder haben immer wieder betont, daß die Versenkungen ineinemschnellerenTemvo vor sich gingen, als Neubauten herg-stellt werden könnten. Für die Oeffentlichkeit der Westmächte ist das Schiffsraumproblem bereits der Kernpunkt der gesamten Kriegserörterungen geworden, denn obgleich von Washington die Versenkungen nur bruchstückweise bekanntgegeben werden, wahrend London schon lange dazu schweigt, ahnt sie, daß hier eine Tragödie heranreift, die ihren Schatten über das gesamte Kriegsgeschehen wirft. Wenn heute der „Daily Expreß" unerstreicht, daß die Tonnagelage nicht nur die Fähigkeit gefährde, zur Offensive zu schreiten, sondern sogar die, Krieg zu fübren, 'dann ist damit wohl der beste Kommentar
Stockholm, Juli 1942.
Als die Südafrikanische Union am 6. September 1939, nur drei Tage später als das englische Mutterland, dem Deutschen Reich den Krieg erklärte, wurde dieses Ereignis in vielen Ländern innerhalb und außerhalb des Empire als große Ueberraschung betrachtet. Tatsächlich war die Union während des letzten Jahrzehnts — mit Ausnahme Eires, welches nur im formellen Sinne ein Dominion ist — das elb ständigste von den Dominien geworden.
Die verhältnismäßig große Minderheit, die damals gegen den Kriegseintritt stimmte, war zum Teil von nationalistischen Erwägungen, zum Teil von Abneigung gegen S.m u t s bestimmt.
Für die Kriegserklärung haben damals nicht sentimentale, sondern sehr konkrete Erwägungen den Ausschlag gegeben. Südafrikanische Unabhängigkeit vom Empire war nämlich im wesentlichen eine sentimentale Illusion und bestenfalls ein in sehr ferner Zukunft zu verwirklichendes Programm. Das Maß der Abhängigkeit der Union vom Empire wird am besten durch einige Zahlen beleuchtet.
Im Jahre 1936 gingen beinahe 83 v. H. der gesamten Ausfuhr nach Großbritannien. Der Wert der Ausfuhr betrug im gleichen Jahre 114,5 Millionen Pfund. Davon entfielen allein 81,9 Millionen auf die Goldausfuhr. Südafrika -ist mit weitem Abstand der größte Goldproduzent der Erde. Es muß also seine Wirtschaft an die Wirtschaft derjenigen Länder anschließen, die das Gold ausdrücklich oder tatsächlich als Währungsgrundlage besitzen. Aus diesem Grunde konnte die Union sich niemals in offenen Gegensatz zu der angelsächsischen Welt stellen.
Politische und militärische Ueberlegungen wiesen in die gleiche Richtung. Vor diesem Kriege hatte die Union so gut wie überhaupt keine eigene Wehrmacht. Was nicht nur auf dem Papier vorhanden war, reichte an Bedeutung kaum über eine starke Polizeimacht hinaus. Hinsichtlich der Armee war dies kein ernstes Problem, da ein Angriff gegen die Union vom Lande her kaum denkbar war. Sehr Diel wichtiger war schon die geringe Anzahl von Flugzeugen und vor allem der Mangel an Seestreitkräften. In dieser Hinsicht hatte England bewußt eine Abhängigkeit der Union vom Mutterlande geschaffen, welches in Simonto wn bei Kapstadt seit langem eine größere Flottenbasis besaß
Außerdem spielte eines der ernstesten Probleme, das ungünstige Verhältnis von weißer und eingeborener Bevölkerung, eine Rolle bei der Entscheidung für den Krieg. Nur ein Fünftel der gesamten Bevölkerung ist europäischer Herkunft, und die Gegensätze zwischen Weiß und Schwarz sind sehr : betont. Wenn Südaftika auf sich allein gestellt wäre, ■ würden die Anforderungen an den Selbstbehaup-
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Vom Donez zum Don.
Am 1. Juli meldete der Wehrmachtbericht.- „Im üblichen und mittleren Teil der Ostfront sind beut- che unb verbündete Truppen zum Angrift angetreten." Die beutsche Führung hatte den Schwer- punkt des Angriffs, der bestimmt war, weitgreifenbe Operationen einzuleiten, kn-app nördlich bes Ab- chnitts angefetzt, der eben erst der Schauplatz des Zusammenbruchs der bolschewistischen Offen fine gewesen war, die Timofchenko anfangs zur Rückeroberung des Donez-Beckens mittels eines Durch- toßes zum Schwarzen Meer geplant, dann zur Entlastung feiner durch das schnelle .Fortschreiten des deutsch-rumänischen Angriffs in höchste Not geratenen Krim-Armee eingeleitet hatte. Seine südostwärts Charkow über den Donez vorgerückte Ar. mee war durch einen von Süden geführten Stoß in die linke Flanke abgekniffen, eingefeffelt und vernichtet. Damit war Timofchenko wieder in die Verteidigung zurückgeworfen unb die Front am Donez bereinigt, bis an dessen Ufer die deutschen Heere im Herbst des vergangenen Jahres ihren Angriff vorgetragen hatten unb der in den Winter» schlachten immer mieber erbittert umkämpft gerne- Jen war. Auf ihrem rechten Flügel durch die Kessel- schlacht von Charkow, den Sieg auf der Halbinsel Kertsch ur^b den bevorstehenben Fall ber Festung Sewastopol von mächtigem Druck befreit, konnte nun die deutsche Führung die eigene große Opera* tion beginnen. Sie zielte auf die Nahtstelle zwischen den beiden Heeresgruppen Timoschenkos im südlichen und Schukofts im mittleren Abschnitt ber Sowjetftont etwa ostwärts von Kursk.
Mit dem Moment der Ueberraschung konnte dis
Berlin, 10.Juli. (DNB.) Die Beunruhigung der Schiffahrtslinien im Indischen Ozean durch Unterseeboote der Achsenmächte, besonders in den Gewässern um bie Insel Madagaskar, hält an. Durch dieses Gebiet laufen die Verbindungen von den Vereinigten Staaten unb Südafrika durch das Rote Meer n-ach Suez bzw. durch das Arabische Meer nach Basra, dem Umschlaghafen für den Nachschub in die Sowjetunion. Soeben wurde in der Nähe von Madagaskar das 9000 BRT. große Handelsschiff ,E knarren" versenkt. Neun Mann der Besatzung kamen ums Leben.
W. Jahrgang Nr.ibt ticheim täglich, außer onntags und Feiertags
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। Gießener ftamilienblätter Heimat imBild-DieScholle
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Das südafrikanische Chamäleon
Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.
Vie Katastrophe des Riesengeleitzuges im Eismeer — ber klägliche Rest von drei Schiften wurde nun auch noch versenkt —hat trotz aller Leagnungs- oeyuche einen ungeheuren Schock bei unseren Gegnern ausgelöst. Das beweist nicht allein die Tat- IcÄe, daß Churchill, von der britischen Oeffentlichkeit unfc vorn Unterhaus hart bedrängt, eine Geheimsitzung anberaumen mußte, in der er selbst über oii$ Schi ffahrtsproblem sprechen wird, sondern das geht auch aus der Unterredung hervor, die Roo s e° oe][ t mit dem Oberbefehlshaber der nordamerikani- fditn Flotte, Admiral King, dem Chef der briti- jdjen Flottenmftsion, Sir Andrew Cunningham Üch dem „Mädchen für alles" Harry Hopkins t)o|te. Berichte aus Washington besagen, daß „ge- misie Anzeichen" dafür vorlängen, daß man sich zu bie er Unterredung wegen des neuen deutschen Anguss auf den englisch-nordamerikanischen Geleitzug hac) Archangelsk entschlossen habe.
; (55 bedarf gar nicht dieses Hinweises, um zu wis- fen, daß die Lage für unsere Gegner gerade auf brm Gebiet der Schiffahrt höchst ernst ist. Ein Ouer- schhttt durch die Presseäußerungen allein der letzten Wochen ist ein einziges Wehklagen über die ganze Hilflosigkeit, in ber sich England sowohl wie bie gereinigten Staaten befinben. Wie verzweifelt für unpre Gegner die Situation ist, kann man ja erst bann richtig ermessen, wenn man weiß, daß Eng- fafc in diesem Krieg bereits mit einer bedeutend geringeren Tonnage als beispielsweise 1914 eintrat, während die Schiftsraumverhältnisse ber U^A. von Mang an völlig ungenügend waren. Die Vereinigten Staaten besaßen zu Beginn dieses Krieges eine Handelsflotte, die neben der Griechenlands den zmifelhaften Ruhm befaß, zu den überaltertsten der Welt zu gehören. Nicht weniger als 79 v. H. aller UZA.-Schiffe waren über 20 Jahre alt und stammten meist aus dem quantitio zwar erheblichen, aber qualitativ unzulänglich durchgeführten Schiffsbau- programm des Weltkrieges.
Es wäre falsch, den Gegner bei seinen Bemühungen, diese Lücke auszufüllen, zu unterschlitzen. Aber es treffen hier die verschiedensten Faktoren zusammen, die dafür sorgen, daß weder in England noch in Nordamerika die Bäume in den Himmel wachsen, während die Zahl der deutschen ll-Boote nach einem Wort des Führers m einem ftften Rhythmus ansteigt. In England wurden viele Werfen durch Luftangriffe zerstört, und was das Empire zur Behebung der Schiffsraumnot beitragen kann, dürfte unerheblich fein. Weder in Australien unb Südafrika noch- in Indien hat es vor Ausbruch dieses Krieges eine Werftinduftrie gegeben, bie andere Fahrzeugs als die für die Küftenfchiffahrt benötigten herstellte. Nur Kanaba ist etwas besser daran, aber eine Werftindustrie, die heute den An- frAerungen allein bes englischen Mutterlandes ge^
Tokio, 10. Juli. (Europapreß.) Schon sechs Wochen nach Abschluß der amerikanisch-sowjetrussi- schen Abmachungen über die Lieferungen von Kriegsmaterial trete ihre Wertlosigkeit klar zutage, erklärt die japanische Zeitung „Nicki Nichi". Die Lieferungen Englands und der USA. an die Sowjetunion erfolgten in zu geringer Menge, in zu großen Abständen und seien vor allem qualitativ minderwertig. Die Transporte müßten ferner über das Eismeer gesandt werden, wo die Geleitzüge den Angriffen der Achsenmächte durch U-Boote und Flugzeuge ausgesetzt seien. Sie hätten mit jedem Schlage einen Verlust von unzähligen Tonnen zu verzeichnen. Das Blatt meint, es handele sich bei den USA. unb England nur darum, den Widerstand Moskaus durch leere Versprechungen weiter aufzustacheln. Japan müsse sich auf Intrigen die in die Nähe seines eigenen Kriegsschauplatzes
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deutsche Führung diesmal nicht rechnen. Die Sowjets hatten seit Wochen den deutschen Angrift erwartet, wenn auch vielleicht nicht gerade an dieser Stelle. Aber sie hatten sich an der ganzen Front zur Abwehr eingerichtet und überall immer wieder mit heftigen Stoßunternehmen vorgefühlt, um sich über bie deutschen Absichten Aufklärung zu verschaffen. In dem Abschnitt, in den der deutsche Angriff nun in der Frühe des 28. Juni hineinftieß, hatte das wellige Gelände mit feinen vielen von Bufchwald bestandenen Buckeln und Schluchten die Anlage von starken Erbbefestigungen ungemein be- günfngt. Die Sowjets hatten, obwohl harte Kämpfe auch wä'hrenb der Wintermonate sie ständig in Atem gehalten hatten, keinen Augenblick unnütz verstreichen lassen. So war auch in diesem Abschnitt ein starkes Stellungsnetz ausgebaut worhen in Anlehnung an fest in die Erde eingebauten und gut getarnten Panzerwerken mit beweglichen Türmen unb mit den berüchtigten dichten Minenfeldern im Dor« gelänbe, wie sie schon ein Merkmal aller sowjetischen Derteibigungsstellungen von der Stalin-Linie bis zur Landenge von Kertsch gewesen waren. Trotzdem I konnte das Oberkommando der Wehrmacht schon am riegsschauplatzes 3. Juli bekanntgeben, daß bie feindliche Front in I einer Breite von 300 Kilometer ausgerissen worben
liefi6 anlriffc des Gegners nordwestlich Woronesch - bC: brechen unter hohen Verlusten zusammen. Starke
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Gietzeim Anzeiger
General-Anzeiger sürOberhessen


