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29. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
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Am vorigen Sonntag und Montag war Limburg der Schauplatz der Gebietswettkämpfe des NS.-Fliegerkorps der Gebiete Moselland und Hessen.
den Hauptverkehrszeiten, in denen der Verkehr viertelstündig läuft, überfüllt, so daß es manchem Volks- genossen nicht möglich ist, noch einen Platz zu bekommen. Namentlich an den Sonntagen weist die neue Obuslinie, selbst bei viertelstündigem Verkehr, sehr starken Zuspruch auf.
Ostfront und Aegypten in der neuen Wochenschau.
Briefe in Bareiros Hand
Roman von Anna Bisabet Weirauch
Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W35.
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GebieisweMmpfe der Meger-Wer-Mend
der Gebiete 12 und 13 (Moselland und Hessen).
(Eindrücke eines Gießener Beobachters.) <
„Was willst du denn verkaufen" stößt Concha verächtlich hervor. „Deine Schlösser im Monde?' „ Nein, einen Schmuck, eine Kette,'da liegt sie.
Der Kosferdeckel ist zurückgeschlagen — und auf Bareiros Bewegung steht Concha auf und tritt vor b^Wo denn? Wie kommst du zu esnem Schmuck?" Sie wirft mit spitzen Fingern ein paar Krawatten und Taschentücher zur Seite. „Ist der geladen?
Sie nimmt einen Revolver heraus und hebt ihn gegen ihn, ein Auge zugekmffen.
Laß doch den Blödsinn!" ruft Bareiro ärgerlich und weicht unwillkürlich einen Schritt zur Seite. „Natürlich ist er geladen! Leg' ihn hm! Ich hasse solche Scherze — damit passiert das größte Un
Concha legt den Revolver in den Koffereinsatz zurück — ein bitteres Lächeln zieht ihre Mundwinkel abwärts. „Ob das nun das größte Unglück märe —", murmelt sie verächtlich. „Ah! Da ist die Kette' Wie bist du denn dazu gekommen?
Sie hebt ste mit beiden Händen hoch und halt sie betrachtend vor sich hin. „Em hübsches Dmg -7 feit wann hast du denn die? Ich hab ste früher nie bei dir gesehen. Und in der letzten Zeit hast du wahrhaftig nie Geld genug gehabt, um so etwas zu
hab sie auch nicht gekauft", gesteht Bareiro "^Gestoh^en doch wohl auch ^sticht. . Wenigstens traue ich dir das nickt zu." — ote bleibt vor dem Spiegel stehen und legt bie Kette um ihren Hals. Ganz hübsch — ich werde damit ausge-hen —.
,Das wirst du gefälligst bleiben lallen! Ich brauche sie! Gib sie her, aber em bißchen schleunig.
„Ich möchte erst erfahren, woher du sie hast.
Sie gehört mir überhaupt gar nicht — die Dame h<tt sie verloren — die sehr reiche Dame — unter Umständen, die ihr vielleicht etwas peinlich ^"^Also bei dir? In diesem Zimmer!"
"Nein. Concha? Ich schwöre dir."
I Anläßlich der 10. Wiederkehr des Tages, an dem rtzr portugiesische Ministerpräsident und Außen- diinrfter Salazar die Regierung übernahm, richtete der Führer an Salazar ein herzliches Glückwunschtelegramm.
' Der Führer hat dem Regierungsrat a. D Pro- hssor Dr. Karl Brunner m Prien am Ehiem- sie aus Anlaß der Vollendung seines 70. Sehens- jchres in Würdigung seiner Verdienste um die Be- hpuung des Kulturlebens in Literatur und Theater, itsbesondere um den Kampf gegen Schund m Wort Und Bild, die Goethemedaille für Kunst und Wissen- ^aft verliehen.
Ein ziemlich hefttges Erdbeben machte die Häuser - s i n g k i n g s , der Hauptstadt Mandschukuos, am tonnerstagmorgen 6.20 Uhr erbeben. Schaden ist 15 setzt nicht berichtet.
Kunst und Wistenfchast.
Sechzigjähriges Dokkorjubiläum.
Die seltene Feier des 60jährigen Doktoriubilaums begeht am'12. Juli der frühere langjährige Ordi- narius der Zoologie und vergleichenden Anatomie flrt der Universität Marburg, Geheimrat Professor str. phil. Dr. med. h. c. Eugen K orschelt. Er pro. monierte 1882 in Freiburg mit der Arbeit über „Bau und Entwicklung des Dirophilus Der 1858 in Zittau geborene Gelehrte habilitierte sich 1885 in Freiburg, ging 1887 nach Berlin und 1902 an die llnioersität Marburg, deren Rektor er 1904/05 unb 1 >14/1-5 war. Besonders bekannt wurde er durch |in Jahrbuch der vergleichenden Entwicklungsge- ihichtc" und feinen „Zoologischen Anzeiger".
Prof. Theodor Schmuz-Vaudih gestorben.
Im fast vollendeten 83. Lebensjahr starb m Par- dnkirchen der ehemalige künstlerische Direktor der Ltaatl. PorzellanmanufakturBer I in, ^rof. Theodor Schmuz-Baudiß. Er hat sich um ihre künstlerische Erneuerung große Verdienste erworben, -mdem er sie aus den Stilnachahmungen hermisfuhrte unb die in Kopenhagen zuerst geübte Technik der lnteralasurmalerei ausbildete. Er hat auch neue Nodelle von Künstlern, wie Wackerle, erworben, im ist es auch zu Derbanfen, daß neuartige Xier« [aftifen hergestellt wurden. Die lange vernachlaf. löte Landschaftsmalerei auf Porzellanplatten wurde ton ihm wieder ausgenommen. Der Künstler war zu Herrnhut i. Sa. geboren, hatte m München stu- biert und bei einem Töpfer in
ste seine keramischen Kenntnisse praktstch^erwelterr
Nun muß sich eine solche Leistung aber auch wirt- j schaftlich lohnen, und dafür wird denn auch wieder , mit Vollkraft gearbeitet. In Europas größter An- j ftalt für Saatzucht, die sich in Weihenstephnn in j Oberbayern befindet, werden diese Arbeiten durch- . geführt, und mit Erfolgen, die einsach verblüffen. Auf mehr als 50 000 kleinen Versuchsfeldern ist eine Oualitötsauslese im Gange, durch die Korn- arten herausgezüchtet werden, die allen Anforderungen entsprechen müssen. Das heißt, daß sie die ihnen zugeführte Düngernahrung bis aufs äußerste ausnützen, daß sie auch der in den winterrauhen Ostgebieten herrschenden Kälte widerste-hen können und daß zugleich ihr Gehalt an Nährstoffen den des bisher angebauten Korns weit übertrifft. Daß diese Tausende und aber Tausende von Versuchen auch darauf hinzielen, eine Kreuzung zwischen Weizen und Roggen zu gewinnen und die Zahl der Körner in der einzelnen Aehre stark zu vermehren, gehört mit in den Rahmen dieser großangelegten Zweck- arbeit r .
Noch eine gewaltige Arbeitsleistung fordert dos Werden unseres Brotkoms. Damit der Bauer weiß, was sein Boden an Nahrung braucht, werden seine Felder auf ihren Gehalt an Kalk und Phosphor- fäure untersucht. Eine Fülle von Kleinarbeit kostet diese Prüfung der Bodenproben, aber aus ihnen läßt sich genau bestimmen, womit feder Boden gedüngt werden muß, um mengen- und wertmäßig das Beste hervorzubringen.
Bei uns Deutschen ist der Roggen zum wichtigsten Brotkorn geworden, schon deshalb, weil er an Klima und Boden viel geringere Ansprüche stellt als der Weizen. Seine volle Nährkraft erschließt der Roggen freilich erst dann, wenn er stark ausgemahlen ist, weil fick ein großer Teil seines Gehaltes an Ei- weiß und Fett in den äußersten Schichten des Kornes findet, die damit denn auch feine nährstoffreichsten Teile sind. Mit anderen Worten: Roggenmehl enthält 60 v. H. Eiweiß, die Kleie dagegen noch volle 40 v. H. Wird also die Kleie vom Mehl abgesondert, so geht dieser Hobe Prozentsatz an Brot- eiweiß glatt verloren: an Fett enthält die Kleie sogar um 2 v. H. mehr als das Mehl.
Bis es so weit ist. daß das Roggenkorn zum Bestandteil eines Stück kräftigen Roggenbrotes wird, kostet es viel Zeit und nimmermüde Arbeit: aber nur die Arbeit um die Brotfrucht schafft den Grund zum Bestehen eines Volkes. Und darum ist feder ’ Handgriff Mitarbeit am deutschen ^Bolfsguh
SiehemKlein-Linden.
; Am Sonntagnachmittag hatte das städtische - Schwimmbad, das seit einigen Tagen geöffnet ist, > einen Rekordbesuch aufzuweisen. Die Zahl der Gaste • belief sich auf 1108, die bis jetzt höchst erreichte Zahl - an einem Tag. — Die Obuslinie, die vor zwei - Wochen in Betrieb genommen wurde, erfreut sich einer sehr starken Benutzung. Die Wagen sind in
In selbstloser Pflichterfüllung ist die Leiterin der svmischen Soldatenheime, Frau Ä a e n n c s auf einem Inspektionsbesuch an der finnischen Front einer feindlichen Kugel zumOpf^ gefallen. Frau Ieennes hatte sich auch m Deutschland als Gattin dis früheren finnischen Gesandten in Berlin viele 3reunbe erworben.
des Motors. Das Schleppseil war eingeklinkt. Dis Flagge fiel, das Seil straffte sich, das Flugzeug ruckte an, wurde schneller, drüben hörte man das tiefe Aufbrummen des schneller laufenden Motors, das Flugzeug hob ab, flog erst langsam steigend, wurde steiler, hing am Seil, wie einer der bunten Drachen, die mir als Kinder bauten und steigen ließen, stieg höher, immer höher, solange es das Seil erlaubte. Jetzt klinkte der Flugzeugführer aus. Das Flugzeug schwebte. Ein wenig geradeaus, dann wendend und ansetzend zu dem geforderten Doll- kreis in deutlicher Querlage. Es gelang, nun kurvte es ein zum Flug zur Wendemarke, der Umflug gelang, in geradem Flug ging es weiter zur zweiten und letzten Wendemarke, jäh stellte es sich auf die linke Flügelspitze, schwebte in steilem Bogen um die Wende, richtete sich auf, lag wieder eben unb steuerte in geradem Flug zum Landefeld. Keine Signalrakete in glitzernden Sternen war ausgestrahlt, das Zeichen, daß der Flug um die/ Marken gelungen war. Nun schwebte das Flugzeug ein. Der Führer bremste es vorsichtig ab, langsam kamen unb verschwanden die Sturzflugbremsen, nun setzte er auf, gut hereingekommen, nun polterte es, noch rutschte die Kufe über den grasigen Grund, langsamer, noch langsamer, nun stand es. Die Prüfer liefen zu^ das Lot brauchte nicht in Tätigkeit zu treten, die Spitze des Flugzeuges ftanb über der Ziellinie.. Unter ber Haube des Rumpfes aber ein strahlendes Gesicht: Bestanden.
Nicht immer gelang es; bann leuchtete an den Wendepunkten, vielleicht schon vorher, ein silberner Strahl auf. Ein weißer Stern stieg glitzernd in bie Luft, fünbenb, daß ein Fehler vorlag, der den Flug wertlos machte. Dann stieg aus dem Sitz ein trauriger Junge, ernst ging er zur Meldung zurück, tapfer den Schmerz verbeißend darüber, daß die Siegeschance schon vorbei war. Fliegen heißt kämpfen. Nicht nur gegen die Elemente, am meisten gegen sich selbst. Tapfer .siegen, aber ebenso tapfer verlieren können. Das ist auch Fliegen.
Es war spät geworden, als der Schlußruf kam. Die Helfermannschaften bauten ab. Es ging nach Hause. Ueber ben Bergen brühen übLL, ber Lahn sank bie Nacht. Der erste Tag bes Wettkampfes war vorbei. Morgen kommt ein anberer. Neue Kämpfe, neue Arbeit. Aber nirgends ein banges Gesicht. Müde vielleicht, aber in allen, den älteren unb den jungen, ber gleiche zähe Zug, trotzig, entschlossen, bewußt unb kampfesfroh. Man spurt, hier ist ber Kampf Freude, hier ist Kämpfen ein Mussen, ein inneres Verpflichtetem, damit aber ein Zugeständnis an unser deutsches Schicksal, ewig unb immer Kämpfer zu sein.
Als bie Lagerfahne sank unb bie Augen ber Jungen sie grüßten, ging mein Blick über bas weite Land und über die Berge nach Osten. Manche Gedanken gingen mit. Da drüben kämpft unsere Generation ben entscheibenden Kamps um unsere beutsche Zukunft. Auch diese Jugend unter der Fahne wird sich einsetzen unb bewähren müssen. Daß sie ■ dazu fähig sein wird, daß sie dazu wächst und hm- > einlebt, bas bestimmt die Arbeit im NS.-Flieger- [ korps, bas bestimmt sie in ber Flieger-Hitler-Iugend. ' Das steht auch unsichtbar zwar, aber nicht weniger i beutlich über diesen Wettkämpfen der Gebiete.
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Nachdem erst vor einigen Tagen über die Verseilung zweier feinblicher Handelsschiffe zwischen Siboftafrifa unb ber Insel Madagaskar durch Un- trfeebootc der Achsenmächte verichtet werden kennte, wird jetzt wiederum die Torpedierung zweier Kämpfer, die für englisch-amerikanische Rechnung fthren, gemeldet.
Marschall Franchet d'Esperey, der im Weltkrieg Oberbefehlshaber der 5. französischen Ar-
oee in der Marne-Schlacht war und im September fH8 an der SalonikiHiront die Offensive gegen die Iulgaren eröffnete, ist im Alter von 86 Dohren ge°
Drben. Nunmehr ist der Staatschef Marschall Pö- in ber einzige lebende Marschall Frankreichs.
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Führung ese Sol- Person, griff die :nen lenschleu» an der weich i>t erieseuet -aus, um ’u flicken- n gerade beweisen, on größ< , H ll1 isen^M ein paal nen tvin«
Man macht sich in ben seltensten Fällen eine Vor- ] ftellung, welche Vorbereitungen ein solcher Wettkampf fliegerischer Art erforberlich macht. Der Ge- ; samtwettkampf umfaßt verschiebene Einzelkämpfe. Zunächst ben Svortwettkampf (100- unb 1000- Meter-Lauf, Weitsprung, Keulenweitwurf), den Wehrwettkampf, (KK.-Schießen, Keiilenzielwurf und Uebungsmarsch nebst Entfernungsschätzen) und chließlich ben fliegerischen Wettkampf (zwei Fluge aus dem Windenstart gemäß Flugauftrag und an- chließender Ziellandung). Der letztere interessierte natürlich besonders. Dor allem deshalb, weil hier erstmalig ein segelfliegerischer Wettkampf abrollen ollte, ber als reiner Wettkampf Gegner sichtbar leben Gegner stellte und auch dem Zuschauer und Prüfer Gelegenheit gab, den ganzen Kampf vor den eigenen Augen ablaufen zu sehen. Der Flug vom Start bis zur Landung war sichtbar, find nicht nur das: auch ber kämpfende Hitlerjunge sah den fliegenden Gegner, sah dessen Leistung, wie dessen Fehler unb maß baran bas eigene Können unb bie eigene Kraft.
Vom Kampf selbst war am Sonntag noch wenig zu sehen. Aber von ber Vorarbeit. Auf ber weiten Ebene bes Segelflug-Uebungsgeländes war an sich nicht viel zu erkennen. Da ein paar Jungens, dort einige Männer, ein Sturmführer auf dem Fahrrad, der die weit voneinander entfernten Punkte der Startstelle, des Windenplatzes usid ber Zielstelle unb anberes mehr kontrollierte. Die zum Wettkampf geladenen Jungen sind lange vorher von ben sie be- treuenben Fluglehrern gesucht, geprüft unb erprobt worben. Nun sollen sie zeigen, ob sie ernsthaft gelernt, sollen zeigen, daß sie auch im Kampf, also im entscheidenden Augenblick, Nerven und Herz eft in ber Hand haben, wie es ja später auch ber Kampfflieger muß, will er siegreich bleiben.
Der zweite Tag, Montag, bringt ben Beginn ber Kämpfe. Den eigentlichen Wettkampfflügen voraus geht ein Ueberprüfungsflug, ber erttfdjeibet, ob der Junge im Wettkan^pf bleibt oder vor Beginn aus- cheidet. Es ist eine harte Auslese, bittet für manchen, aber nötig. Ein Junge, der hierin schon ver- agt, wird kaum die Nerven haben, im entscheidenden Wettkampfflug zu bestehen.
Es war Nachmittag geworden. Als es beginnen sollte, frischte ber Winb auf, drehte, blies immer mehr, so baß der Windsack fast waagrecht in der Luft lag. Alles war fertig. Fluglehrer unb Prüfer machten einige Probefluge. Ihren Gesichtern sah man schon an, wenn sie ausstiegen, daß ein Einsatz der jungen Wettkämpfer noch nicht verantwortbar war. Schweren Herzens hieß es: warten, warten: bas bekannte Wort in der Segelfliegerei, wenn die Flieger neben ihren Flugzeugen lagen und den Start ersehnten.
Aber bas Wetter hatte ein Einsehen. Gegen Abend begannen bie Ueberprüfungsflüge. Der Startfluglehrer rief die Jungens auf. Der erste kletterte in den Sitz- Kameraden schnallten ihn fest. Drüben meldete die Scheibe: „Winde klar. Der Lehrer winkte ab, an der Winde winkte es zurück. Man hörte über den Platz das Anbrummen
Dann im Süden der Ostfront: Deutsche und ver- bünbete Truppen durchbrechen in einer Breite von fast 300 Kilometer bie sowjetischen Limen. Hart tobt ber Kampf um die feindlichen Stellungen. (Erbitterte Gegenangriffe feindlicher Panzerbrigaden werben abgeschlagen. Pioniere stürmen mit gebauten Ladungen nach vorne und schlagen Gassen durch bie Drahthindernisse vor ben sowjetischen Linien. Panzer greifen an. Flakartillerie befchießt getarnte Bunker. Der Wiberstanb der Bolschewisten wirb nach zähem Ringen gebrochen. -
Dann: Sewastopol. Wir erleben den Enb- kamps um diese stärkste Bastion der Bolschewisten im südlichsten Teil ber Ostfront. Im pausenlosen Feuerhagel der Artillerie gehen die deutschen und rumänischen Infanteristen und Pioniere vor. Immer weiter kämpfen sich die deutschen und rumänischen Soldaten in die Stadt hinein. In härtesten Einzel- kämpfen muß jede Straße genommen werben, lieber» all bie gewaltige Wirkung der neuen deutschen schweren Artillerie. _ r/ t _.
Zum Schluß Aufnahmen vom Kampf unb Sieg unserer Afrika-Kämpfer. Noch immer stehen die von den Enaländern in Brand gesetzten Oelbehälter von T 0 b r u k in hellen Flammen. Mail'chall Rommel besichtigt die Stellungen am Hasen der Stadt und Hf seinem Zimmer sein, soll ich telephonieren? Wen darf ich bitte melden?" ..
„Nein, danke, das ist nicht notig.
Nicht um alles hätte Irmela ihren Namen über die Lippen gebracht — Albrechts Namen. „Wenn er nicht fortgegangen ist, wird er wohl jeden Augenblick herunterkommen."
Und wieder sitzt sie eine Weile steif auf ihrem Platz — und wartet — wartet —
Nein, es ist unerträglich. Sie muß einen Entschluß fassen — und sie will nicht unverrichteter Sache gehen — vielleicht ist es ein Mißverständnis mit der Zeit.
Und plötzlich findet sie sich auf ber Treppe, sie geht ruhig und hochaufgerichtet, schnell aber ohne Hast als sie schon auf dem Gang steht, fällt ihr ein, sie hätte doch'lieber einen Pagen schicken sollen, ohne ihren Namen zu nennen, sie hätte sagen lassen können, daß .eine Dame' Herrn Bareiro erwartet, ach, es ist ganz gleich! Angst hat sie nicht vor ihm, nicht bie geringste, unb noch weit weniger vor sich selbst. Er wirb nicht ben leisesten Versuch einer Annäherung machen, und wenn, dann kann sie sich dagegen schützen, zum mindesten kann er nicht bie Ausflucht machen, daß er die Kette nicht bei sich hat, ober baß er noch Briefe von ihr gefunden hat, wenn er vielleicht ein nächstes Mal Geld braucht, sie wird alles von ihm zurückfordern, alles, sie wird ihn suchen lassen — den Scheck in ber Hanb, wie eine gezückte Waffe - bie hefte Waffe einem solchen Menschen gegenüber!
Die weiten Gänge mit den vielen weißen Türen unb ben dicken roten Teppichen liegen sehr still und verlassen. Angenehm, keinem Menschen zu begegnen, sie braucht niemanden nach dem Weg zu fragen, die Ziffern an jeder Ecke weisen sie zurecht — dreiundfünfzig — fünfundfünfzig —
Plötzlich glaubt sie Bareiros Stimme zu höre" — ja, das muß seine Tür sein.
aber so laß dir doch erklären »»/ (Fortsetzung folgt.)
Aus der Stadt Gießen.
Sa« hohe Lied vom Kornfeld.
Arbeit, monatelange Arbeit, geleistet bei glühender Sonne, in Wind unb Regen, bedeutet dieses hohe Lied, unb wer biefe Arbeit im ganzen Groß- deutschen Reich messen wollte, käme zu Zahlen, bie sich nicht fassen liehen. Hierfür nur ein Beispiel, herausgenommen unter den Hunberttausenden. Ein Bauer führte Buch über die Arbeit, die ihm ein einziges Tagwerk Acker seines 80 Tagwerk — ein Tagwerk kommt etwa einem Drittel Hektar gleich — umfassenden Besitzes kostete. Vom Pflügen angefangen hatte er, um bas Feld zu bestellen, im ganzen einen Weg von 36'/- Kilometer zurückgelegt, wobei bie Bodenfläche 130mal der Länge nach begangen bzw. 65mal der gleiche Weg wieder zurück- gegangen werben mußte. Die Arbeit umfaßte außer dem Pflügen und Eggen, Säen unb Düngen auch bas Ab sammeln von Steintzn unb Ausjäten des Unkrautes.
Einzeln aufgeteilt, tarnen zum Beispiel auf bas erste Umackern bes Felbes eine mit dem Pflug zu- rückgelegte Wegstrecke von mehr als 15 Kilometer, auf bas Eggen mit Grob- unb Saategge 6 Kilometer, auf bas Säen fast 2 Kilometer unb bas Nacheggen noch einmal l1/« Kilometer. Darin war die eigentliche schwere Erntearbeit überhaupt noch nicht miteingerechnet. Um auf diesen Acker zu gelangen, mußte ber Bauer jebesmal erst 1250 Meter zurück- legen. Dabei ist dieser eine Acker nur ber achtzigste Teil bes 'Bebens, ber jedes Jahr bearbeitet werden muß. Bei einem Vergleich mit ber Bauernarbeit vop einst muß allerdings selbst diese Leistung zurücktreten, denn bis ins Mittelalter wurden die Dehren bei der Ernte noch nicht mit der Sense, sondern büschelweise mit der Hand angeschnitten, bann in Garben gebunden und später erst die für Stroh bestimmten Halme, die man auf dem Felde hatte stehen lassen, abgeschnitten.
ntn Sie müssen es auch überdies oft mit ber Waffe in ber Hand, denn heim Leitungsbau, auf Störungssuche ober bei ber Erkundung eines Aufbauplatzes f)<0en sich die Nachrichtensoldaten oft genug sow- jetschen Banden gegenüber gesehen, die unschädlich gemacht werben muhten. So sind die Männer der Mchrichtentruppe zu bewährten Soldaten geworden, ultb die Eisernen Kreuze unb andere Kriegsauszeichnungen, bie ihre Brust schmücken, sinb ehrlich ver- betnt, denn bie Männer der Fühvungstruppe sind ich besten Sinn Mithelfer zum Siege.
Karl Brammer.
Kleine politische Nachrichten.
In Nordafrika ist ber Hauptschriftleiter und Ge- ' schäftssührer bes Nachrichtendienstes Transozean,
Biebrich von H 0 m e i) e r, im Alter von 42 Iah« rjn als Rittmeister an ber Spitze einer Aufklärungsabteilung gefallen. Nach dem ersten Weltkrieg, den er als Offizier mittnachte, ging er nach Konstantinopel, wo er mehrere Jahre lang die deutsche Zei- Umg „Türkische Post" leitete. Später mar er Presse- bfirat der deutschen Botschaft in Kairo und Land-es- qxuppenleiter der NSDAP, in Aegypten. 1936 übernehm er die Leitung bes Transozean-Dienstes.
inklinge« )etn, was ,t nuW int W , die aus sgang gescheh-^ bei ihren« anzen 3»
fern was Glocken«
1 -mA und
„Schrei mich nicht so an, bitte! Dem Gekeife erührt mich zwar nicht, aber es braucht ,a nicht as ganze Haus zu hören, was du mir zu tagen ast! Ich will dir mal etwas sagen: arme Mem wen sind immer unanständig! Sie können einfach vicht anständig fein! Und wie will d,r em Mann feine Güte beweisen, wenn er fern Geld für dich 6l3as?ift deine Auffassungl Eine Auffassung, die vrir in der tiefsten Seele zuwider ist .die
„Ach Kind, keine Abhandlungen! Tu mir einen Gefallen und laß deinen „guten anständigen Freund nicht warten."
„Willst du mich los sein?" Concha setzt sick) mit einem höhnischem Lächeln in den Sehel. „Oh, ich habe Zeit! Mein Freund wird nicht ungeduldig —
„Aber ich werde unaeduldig!" kmrscht Bareiro^ „Mach mich nicht rasend, Concha! Ich ersuche dich j ^,Ich gehe, wenn es mir beliebt! Du kannst mich hmauswerfen — bitte! Aber ich sage dir vorher: ich werde mich an die Türpfosten Kammern unb schreien, day das ganze Hotel zusammenlaust.
Bareiros Gesicht läuft rot an vor unterdrückter Wut. Er weiß, wozu sie fähig ist, wenn er sie reizt, er muß sich auf ein gütliches Zureden verlegen. „Sei doch vernünftig, Concha! Du verdirbst nur em Geschäft! Mir ist wahrhaftig nicht nach leichtfertigen Abenteuern zumute! Ich habe eine Verabredung, ja! Ich erwarte eine Dame, ja, das stimmt alles. Aber ich kann den heiligsten Eid schwören, es ist hine Frau, in die ich verliebt bin. Es ist eine sehr teiefje TanA, her ich — etwas verkaufen mochte.
Die neue Wochenschau steht im Zeichen der großen Siege in Afrika und an der Oft front. Durch den metertiefen Schlamm der Wolchom-Nie- berung stampfen unsere Soldaten. Der deutschen Vertewigung ist es gelungen, die eingedrungen Sowjet-Verbände abzuriegeln und einzukssseln. Immer enger wird der Ring um die bolschewistische Stotzarmee gezogen. In dem urwaldartigen Gelände halten sich die Bolschewisten in Erdlöchern. Truppen der Waffen- bringen Schulter an Schulter mit spanischen, niederländischen unb flämischen jretiBth ligen-Verbänden immer tiefer in den Kessel ein. Die sowjetische Stoßarmee wird restlos vernichtet. Gewaltige Mengen zertrümmerter Geschütze, Panzer und Kriegsgerät aller Art zeigen das Ende ber Wolchow-Armee, die Leningrad befreien sollte.
„Mit ben heiligsten Eiden!" Concha dreht vor dem Spiegel den Kopf hin und her und schiebt die Kette auf dem dunklen Kleid zurecht. <Dte nimmt den Lippenstift aus der Handtasche und malt mit Sorgfalt einen dunkelglühenden Bogen auf ihren blassen Mund. ., , _ ,, .
„Willst du jetzt nicht endlich gehen, Concha? Unb mir die Kette zurückgeben?"
„Ich will erst wissen, wo du sie her hast.
„Schön, ich will dir alles erklären — aber bitte, streng dich etwas an, um mich rasch zu begreifen ~- unb unterbrich mich nicht immer mit deinen blödsinnigen Eifersüchteleien."
39.
Irmela sitzt in der Halle des Hotels, sehr grabe aufgerichtet, unb beids» Hände um ben Bügel ihrer Tasche gekrampft. Irgend etwas steht vor ihr auf bem Tisch, was sie bestellt unb bezahlt hat und nicht anrührt. Don Zett zu Zeit wirft sie einen verzweifelten Blick auf die Uhr, mit allen Möglichkeiten hat sie gerechnet, aber nicht damit, baß Bareiro sie warten lassen könnte. Eine Minute vergeht nach der andern, entsetzlich schnell, um diese Zett, hatte sie gehofft, würde sie schon langst wieder mis der Straße stehen. Sie kann nicht bis in bie Nacht hinein hier sitzen und auf ihn warten, und wenn sie geht, bann steht ihr mieber alles bevor, was sie so gern erlebigt unb abgetan Haden möchte.
Noch fünf Minuten will sie warten — noch zehn — sie gibt sich immer wieder eine neue Gnadenfrist — schließlich rafft sie sich auf unb geht an die Theke — sie ist nicht schüchtern, aber die dreißig Schritte sind eine schwere Aufgabe, ein Spieß- rutentaufen zwischen neugierigen Blicken.
Wissen Sie vielleicht, ob Herr Bareiro fortge- gangen ist?" fragt sie so ruhig und hochmütig wie
1 "",Herr Bareiro - Zimmer einhundertsiebenund- fünfAig." Der Blick des höflichen Portiers tastet fluchtig das Regal ab. „Nein, gnädige Frau, ber e^Ttiffe! ist nicht abgegeben, der Herr muß wohl


