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<92. Jahrgang Nr. <33

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Gietzener Anzeiger

vrühlsche Universtlätrdruckerei R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Gietzen^chulstratze 7-y

Mittwoch, lO. Juni 1942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/r Uhr deöBormittags Anzeigen-Preiie für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7 Stof, für ^amiltenan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvi. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr

Der Führer beim Staatsakt für Reinhard Heydrich

Berlin, 9. Juni. (DNB.) Am Dienstagnachmit­tag fand im Mosaiksaal der Neuen Reichskanzlei in Gegenwart des Führers der feierliche Trauerakt für Len feiger Mörderhand zum Opfer gefallenen Stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren, ^-Obergruppenführer Rein­hard Heydrich, statt. An der Kopfseite des Kata­falks, vor der mit schwarzem Tuch der -Fahne ausgeschlagenen Tür, stehen die Fahnenträger mit den ruhmbedeckten Zeichen der Waffen-A, des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe, vor ihnen zwei Standarten der ff. Zur Rechten und zur Linken der Bahre stehen je vier Ehrenwachen der^ Waffen-^, des politischen Führerkorps der NSDAP., von Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine. Auf den Stufen des Podiums find Kränze nieder­gelegt, auf einem Ständer zur Rechten der mit weißen Kallas und Lilien geschmückte Kranz des Führers.

Gegen 15 Uhr haben, die Trauergäste Platz ge-

Mit dem Tode des ^-Obergruppenführers Rein­hard Heydrich, des Stellvertretenden Reichsprotek­tors in Böhmen und Mähren Und Chefs der Sicher­heitspolizei, hat die nationalsozialistische Bewegung abermals einen opfervollen Beitrag zum Freiheits- kampf unseres Volkes gegeben. So unfaßbar für uns der Gedanke war, daß dieser strahlende, große Mensch nach kaum vollendetem 38. Lebensjahr nicht mehr unter uns weilen und in feiner Freunde Mitte kämpfen sollte, so unersetzbar sein einmaliges Kön­nen, verbunden mit einem Charakter von seltener Reinheit und einem Verstand von durchdringender Logik und Klarheit ist, so würden wir nicht in feinem Sinne handeln, wenn wir nicht hier an feinem Sarge die heldischen Gedanken vorn Stirb und Werde, die einstmals unser Volk beim Tode ihrer Liebsten bewegt haben, wieder zu unseren eigenen machen würden. In diesem Geist wollen wir die Feier zu seinen Ehren begehen, von seinem Leben erzählen, von feinen Taten sagen, um dann die stoffliche Hülle dem ewigen Kreislauf alles Seins auf dieser Erde wieder zurückzugeben und hernach, so wie er gelebt und gekämpft hat, weiter- zufechten, seinen Platz mit auszufüllen.

Der Reichsführer ff schilderte sodann ben Lebens­gang des Verstorbenen und seinen Weg in die ff und fuhr dann fort: Im Jahre 1936 wurde Heyd­rich in der durch den Führer neu geschaffenen Reichspolizeimit 32 Jahren der Chef der Sicherheitspolizei. Es wurde ihm damit außer der Geheimen Staatspolizei auch die gesamte Kriminalpolizei unterstellt. Die Jahre 1933, 34, 35, 36 waren erfüllt von vieler Arbeit und zahllosen Ansangsschwierigkeiten, tatenfrohem, unbekümmer­tem Zupacken im Ausland gegenüber Emigranten und Landesverrätern, harter, schmerzvoller Pflicht­erfüllung im Innern und von der allerschwierigsten Aufgabe der neuen Polizei, insbesondere aber Heyd­rich s Sicherheitsdienst, dem SD. Respekt, Ansehen und Neckst im Derwaltungs- und Organi- sationsapparat der Länder und des Reiches zu ver­schaffen. Im Anfang des Jahres 1938 war die Sicherheitspolizei ein in jeder Richtung bereits weit­gehend gefestigter und für alle Aufgaben gewapp­neter Apparat. Es fei heute ruhig ausgesprochen, daß Heydrich ein großes Verdienst an dem un­blutigen Einmarschin die O st mark, in das Sudetenland und nach Böhmen-Mähren sowie bei der Befreiung der Slowakei durch seine sorgfältige Feststellung und gewissen­hafte Erfassung aller Gegner und einen meist bis ins kleinste gehenden klaren Ueberblick über die Tätigkeit der Feinde in diesen Ländern, ihre Orga­nisationsstellen und ihre Anführer hatte.

Ich darf hier auch einmal vor aller Öffentlich­keit die Gedanken dieses von den Untermenschen gefürchteten, von Juden und sonstigen Verbrechern gehaßten und verleumdeten, und 'auch einst von manchem Deutschen nicht verstandenen Mannes dar­legen. Alle Maßnahmen und Handlungen, die er traf, packte er als Nationalsozialist und ^-Mann an. Aus den tiefen Gründen seines Herzens und feines Blutes heraus hat er die Weltanschauung Adolf Hitlers erfühlt, verstanden und verwirklicht. Alle Probleme, die er zu lösen hatte, faßte er aus der grundsätzlichen Erkenntnis echter rassischer Welt­anschauung und aus dem Wissen heraus an, daß Reinerhaltung, Sicherung und Schutz unseres Blu­tes das höchste Gesetz ist. Er hatte dabei die schwere Aufgabe, eine Organisation aufzubauen und zu führen, die sich fast nur mit den Schattenseiten des Lebens, mit den Unzulänglichkeiten, Abwegigkeiten und mit dem Unverstehen ebenso sehr wie mit dem bösen Willen, den verbrecherischen Trieben und asozialen Auswüchsen der menschlichen Gesellschaft zu befassen hat. Die größte Belastung dieses Sicher­heitsdienstes der Nation besteht ja darin, daß an feine Männer erfreuliche Ereignisse kaum herange­tragen werden.

Heydrich war von einem unbestechlichen Gerechtig­keitssinn erfüllt. Schmeichler und Angeber erregten bei ihm nur tiefe und offene Verachtung. Wahrhafte und anständige Menschen konnten, selbst wenn sie schuldig waren, stets auf feine ritterliche Gesinnung und auf ein menschliches Verstehen hoffen. Nicht ver­gessen werden darf seine wahrhaft revolutionäre schöpferische und neugeftaltenbe Arbeit auf dem Ge­biet der Kriminalpolizei. Wie in allen Dingen, ging er gerade" auch an die Frage der Kriminalität mit gesundem, nüchternem Menschen­verstand heran. Gleichzeitig sorgte er aber dafür, daß die deutsche Kriminalpolizei die modernste tech­nische und wissenschaftliche Ausrüstung bekam. Als Leiterder internationalen kriminalpolizeilichen Kom­mission gab er allen Polizeien in der Welt von seinem Wissen und seinen Erfahrungen kamerad­schaftlich wertvolle Beiträge. Sein Verdienst ist es mit in erster Linie, daß die Kriminalität in Deutsch­land vom Jahre 1936 an ständig im Schwinden

nommen. In der ersten Reihe sieht man xur Rech­ten den Reichsmarschall und den ^-Oberst- Gruppenführer und Generaloberst der Polizei Sa- I u e g e, den kommissarisch beauftragten Nachfolger Heydrichs, sowie den ständigen Vertreter des Reichs­protektors, Staatssekretär ^-Gruppenführer K. H. Frank, zur Linken Staatspräsident Dr. Hacha mit den Mitgliedern der Protektoratsregierung. Frau Heydrich muß mit Rücksicht auf ihren Gesund­heitszustand dem Trauerakt fernbleiben. Der Füh­rer, begleitet vom Reichsführer ff Himmler, bleibt vor dem Katafalk stehen und grüßt den Toten mit erhobenem Arm. Als die Trauermusik aus der Götterdämmerung von Richard Wagner, gespielt von der Staatskapelle unter Leitung von Professor Heger verklungen ist, tritt der Reichsführer ff an das Rednerpult. Mit Worten stolzer Trauer, würdigt er die Persönlichkeit, das Lebenswerk, das Kämpfen und die Treue Reinhard Heydrichs. Er sagte:

war und trotz des Krieges, nunmehr im dritten Kriegsjahr, den niedrigsten Stand seit je­her erreicht hat.

Aus unzähligen Gesprächen mit Heydrich aber weiß ich, was dieser nach außen so hart sein müs­sende und strenge Mann in seinem Herzen oft ge­litten und gerungen hat, und was es ihn manch­mal kostete, dennoch immer wieder nach dem Gesetz der ff, das uns verpflichtet,weder eigenes noch fremdes Blut zu schonen, wenn es das Leben der Nation verlangt", zu entscheiden und zu handeln. Die -unter seinem Befehl stehenden ^-Führer und Männer hingen mit herzlicher Liebe und h.öchster Achtung an ihrem stets für jje eintretenden Kom­mandeur, der auch in den schwierigsten Fällen sich vor seine Männer stellte und sie deckte, ein Herr von Geburt und Haltung. Er war ein ebenso leuch­tendes Vorbild in der Bereitschaft, Verantwortung zu tragen, wie er ein Muster an Bescheidenheit war. Er vertrat den Standpunkt, daß es besser wäre, die geleistete Arbeit und das Werk sprechen zu lassen, als sich oorzudrängen. Ueberrascht waren manche, die er in die geistige Arbeit des Reichssicherheits­dienstes auf allen Lebensgebieten hineinblicken ließ. Keine Spur war hier mehr zu finden von einer alten verstaubten Büttel-Kriminalpolizei. In streng­ster wissenschaftlicher Forschung wurden die Grund­lagen erarbeitet, und dann erst aus ihrer Erkenntnis an Tagesfragen herangegangen.

Es kam nun'd e r K r i e g ntit allen seinen vielen Aufgaben in den neubesetzten Gebieten. Schwer war es für ihn, diesen einsatzfreudigen Fechter und Draufgänger, nicht mit an der vordersten Front sein zu dürfen. Neben feiner nimmermüden vielen Ar­beit, die er als einer der fleißigsten Männer im Reich Tag und Nacht leistete, nahm er sich Wochen und Monate hindurch in den Morgenstunden die Zeit, um seine Prüfung als Jagdflieger zu bestehen. In den Niederlanden und in Norwegen erwarb er sich die bronzene Frontflugspange und das Eiserne Kreuz II. Klasse. Am Anfang des Russenfeldzuges flog er dann, ohne mein Wissen und dieses, das kann ich mit stolzer Freude be­kennen und feststellen, war die einzige Heimlichkeit in den elf Jahren unseres gemeinsamen Weges, die er vor mir hatte abermals als Jagdflieger bei einer deutschen Staffel in Südrußland und erwarb .sich dort die silberne Frontflugspange und das 'Eiserne Kreuz I. Klasse. In dieser Zeit schon hatte das Schicksal einmal seine Hand nach ihm ausge­streckt. Er war durch russische Flak abgeschossen worden, landete aber glücklich zwischen den beiden Linien und schlug sich durch, um am anderen Mor­gen in einem anderen Flugzeug sofort wieder auf- zusteigen.

Der September des vergangenen Jahres brachte ihm eine neue große, und, wie wir es heute wissen, die letzte große Aufgabe. Der Führer setzte ihn tm Protektorat Böhmen-Mähren nach der Erkrankung des Reichsprotektors von Neurath als Stellver­tretenden Reichsprotektor ein. Manche in Deutschland, vor allem aber im tschechischen Volk, haben damals geglaubt, nun käme dieser gefürchtete Heydrich und würde dort nur mit Blut und Terror regieren. In diesen Monaten jedoch, in denen er zum ersten Male eine große, vor aller Welk sicht­bare, positive, schöpferische Aufgabe erhielt, zeigten sich seine genialen Fähigkeiten im reichsten Maße. Er griff hart zu, packte die Schuldigen, verschaffte der deutschen Macht und Reichsgewalt bedingungs­losen Respekt, gab aber all denen, die eines «guten Willens waren, die Möglichkeit zum Mitarbeiten. Kein Problem des vielfältigen Lebens in diesen Reichslanden Böhmen und Mähren gab es, was dieser junge Stellvertreter des Reichsprotektors nicht angefaßt und aus der Kraft feines Herzens, dem tiefen Verstehen der Gesetze unseres Blutes und dem Durchdrungen sein vom Mythos des Reiches heraus nicht glückhaft in die Wege geleitet und zum Teil schon gelöst hätte.

Am 27. Mai aber traf ihn die hinterhältige Bombe englischer Herkunft, geworfen von einem bezahlten Subjekt aus den Reihen wertlosesten Untermen- fchentums und brachte ihn zur Strecke. Furcht und allzS große Vorsicht waren ihm fremd, ihm, der einer der besten Sportsmänner der ff mar, ein kühner Fechter, Reiter, Schwimmer, Fünfkämpfer, ein Sportsmann an Können und an Gesinnung. Kennzeichnend für feinen Mut und feine Energie jedoch ist es, daß er, selbst schon schwer verwundet, sich noch wehrte und zweimal auf den Attentäter schoß. Tagelang hofften wir, daß fein aus der Kraft gesunder Vorfahren stammender und von ihm in einem einfachen und disziplinierten Leben gesund gehaltener Körper die schwere Gefahr bannen könne. Arn siebenten Tage, am 4. Juni 1942, hat dann das Schicksal, der Herrgott, der Uralte, an den er, der große Gegner des Mißbrauchs jeder Religion zu politischen Zwecken in selbstverständlicher Unbeirrt-

heit und Unterordnung zutiefst glaubte, sein körper­liches Leben vollendet.

Wir alle, voran des Reiches Führer, dem er mit der ganzen Treue seines Herzens diente und mir, seine Freunde und Kameraden und seine beiden kleinen Söhne, die als Zeugen seines unendlich glücklichen Familienlebens und als Vertreter ihrer tapferen Mutter, die ein neues Kind erwartet, hier weilen, sind versammelt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Der Führer verlieh ihm das Ver- mundetenäbzeichen in Gold und zeichnete ihn da­durch aus, daß er einem Regiment der Waffen-^ an der Ostfront, der 6. ^-Infanterie-Standarte, am Tage seines Todes den NamenReinhard Heydrich" gegeben hat.

Er wird weiterleben nach unserer heiligen lieber- zeugung, die auch sein Glaube mar, in unserer Ordensgemeinschaft der ff. Die Erinnerung an ihn wird uns helfen, wenn wir Aufgaben für den Führer und das Reich zu lösen haben: Er wird mit uns kämpfen und fechten, wenn mir, getreu dem Gesetz, antreten, angreifen und ausharren als letzte. Er wird so mit uns fein, wenn wir in guten und schlechten Zeiten ewig die gleichen bleiben werden. Er wird aber auch unter uns sein, wenn wir im Kameradenkreis zusammensitzen und feiern. Für den Sicherheitsdienst und die Sicherheitspolizei wird er als Schöpfer und Gründer das jedem einzelnen stets vor Augen schwebende, vielleicht niemals mehr zu erreichende Vorbild sein. Für alle Deutschen aber wird er als Blutzeuge ein Mahner sein, daß Böh­men und Mähren deutsche Reichslande sind und bleiben werden, wie sie es waren von jeher. Drü­ben, in der anderen Welt wird er mit unseren alten Kameraden Weitzel, Moder, Herrmann, Mülverstedt, Stahlecker und vielen anderen inmitten der langen Bataillone toter ^-Männer leben und ewig im Geiste in unseren Reihen kämpfen. Unser ist qber die heilige Verpflichtung, seinen Tod nun zu süh­nen, seine Aufgabe zu übernehmen und erst recht ohne Gnade und Schwäche die Feinde unseres Vol­kes Au zernichten.

Mir selbst bleibt nur noch eines zu sagen: Du, Reinhard Heydrich, bist wahrhaft ein guter ^-Mcmn gewesen! Persönlich aber darf ich dir hier Dank

Tokio, 10. 3uni. (DJIB. Funkspruch.) Das Kai­serliche Hauptquartier gab am Mittwoch um 14.30 Uhr bekannt, daß im östlichen Pazifik operierende Seestreitkräfte einen lleberraschungsan- griff auf Dutch Harbour in Alaska so­wie auch gegen die ganze Inselgruppe der A l e u - ten ausführten. Seeslreilkräfte unternahmen am 5. Juni auch heftige Angriffe auf die In­sel Midway, wobei den Verstärkungen der in diesem Gebiet stehenden feindlichen Flotte schwere Schäden zugefügt wurden und außerdem auch die Flotten- und Luftwaffeneinrichtungen des Feindes schwer beschädigt wurden. Am 7. Juni kämpften ja­panische Seestreitkräfte im engen Zusammenwirken mit Truppen des Heeres eine Anzahl feindlicher Stellungen auf den Aleuten nieder. Sie sehen jetzt diese Operationen fort. Die japanische Marine Ver­sen k t e bei den Operationen in der Nähe der Insel Midway einen Flugzeugträger der6 n - terprife - Klasfe" und einen weiteren der Hornet-K lasse" von je 19 000 BRT. 120 feindliche Flugzeuge wurden obgeschossen. Wichtige militärische Ziele wurden vernichtet. 3m Gebiete von Dutch Harbour wurden 14 feindliche Flug­zeuge entweder abgeschossen oder vernichtet und ein größer feindlicher Transporter versenkt. 3apa- nische Luftstreitkräfte vernichteten durch Bomben­wurf an zwei Stellen Gruppen großer O e l t a n k s, die in Brand gesetzt wurden, sowie auch eine große Flugzeughalle. Die japanischen Verluste werden wie folgt angegeben: Lin Flugzeugträger versenkt, ein Flugzeugträger schwer beschädigt, ein Kreuzer beschädigt und 35 Flugzeuge bisher ver­mißt.

Die Midway-Jnseln liegen 2300 Kilometer nord­westlich von Hawai Und 2000 Kilometer nordöstlich der. Insel Wake, mithin in der ungeheuren Weite des Stillen Ozeans und sind feit einigen Jahren einer der.wichtigsten Flotten- und Flugzeugstütz­punkte in dem großen strategischen Netz, das die Vereinigten Staaten vor ihre Westküste weit in den Pazifik hinaus vorgeschoben haben. Die kaum be­wohnten Koralleninseln, von denen jede nur wenige Kilometer Ausdehnung besitzt, waren schon länger Kabelstation der Bereinigten Staaten und sind dann stark befestigt worden, als Sprungbrett auf dem Wege nach Ostasien nahmen sie zwischen Hawai und der Insel Wake eine besonders wichtige Rolle in den Offensivplänen des amerikanischen Admiral- stabes ein. In den ersten Tagen nach dem Kriegs­ausbruch im Pazifik hatten japanische Bomber be­reits die Midway-Jnseln angegriffen.

Von den jetzt bei den Midways Lurch die Japa­ner versenkten Flugzeugträgern der Bereinigten Staaten gehört der eine derHörnet"- Klasse an, die die neuesten Schisse dieser Art umfaßt. Die Hörnet" selbst war erst im Dezember 1940 vom Sta­pel gelaufen. Sie hatte eine Geschwindigkeit von 34 Knoten und konnte 83 Flugzeuge aufnehmen. Fünf Schiffe der gleichen Art sind im Bau. DieEnter­prise" ist 1936 vom Stapel gelaufen, wenige Mo­nate später als ihr bereits versenktes Schwester- schi'ff, diePorktown". Sie hatte ebenfalls eine Ge­schwindigkeit von 34 Knoten und konnte 60 Flug­zeuge an Bord nehmen. Bestückt war jie ebenso wie

sagen für deine unwandelbare Treue und für die wunderbare Freundschaft, die uns in diesem Leben verband und die der Tod nicht trennen kann!

Oie höchste Auszeichnung.

Als der Reichsführer ff geendet hat, erhebt sich der Führer und spricht:3ch habe diesem Toten nur noch wenige Worte zu widmen. Er war einer der besten Rational- sozialisten, einer der st ä r k st e n Ver­teidiger des deutschen Reichsge­dankens, einer der größten Gegner aller Feinde dieses Reiches. Er ist als ein Blutzeuge gefallen für die Erhaltung und Sicherung des Reiches. Als Führer der Partei und als Führer des Deutschen Reiches gebe ich dir, mein lieber Kamerad heydrich, nach dem Parteigenossen Todt als zweitem Deut­schen die Höch st e Auszeichnung, die ich zu verleihen habe: die oberste Stufe des Deutschen Ordens."

Der Führer tritt nun heran zu dem Ordenskissen und heftet die Auszeichnung über die anderen Ehrenzeichen. Das Lied vom guten Kameraden be­gleitet das stille Gedenken, zu dem sich alle von ihren Plätzen erhoben haben. Der Führer tritt nun zu den beiden Söhnen Reinhard Heydrichs und ver­läßt sodann den Saal, nachdem er sich von Reichs­marschall Göring und vom Staatspräsidenten Hacha verabschiedet hat.

Alle erheben noch einmal die Hand zum Gruß, als nun der Sarg hinuntergetragen wird. Dem Sarge folgt der Reichsführer ff, der zur Rechten und zur Linken die beiden Söhne Heydrichs führt. Es folgen die weiteren Angehörigen und dann der unübersehbare Zug der Trauernden. Durch das dichte Spalier der Menge nimmt die Trauerparade ihren Weg zum Jnvalidenfriedhof. Unter den Klängen des Präsentiermarsches wird der Sarg zur Grab­stätte getragen. Die Spielleute rühren die Trommel, der Sarg sinkt ins Grab. Ritterkreuzträger beziehen Ehrenwache. Letzte Abschiedsworte ruft ein ff- Kamerad dem toten Obergruppenführer nach, das ^-Treuelied und das Lied vom guten Kameraden verklingen, über das offene Grad krachen drei Ehrensalven.

dieHörnet" neben zahlreicher Flakartillerie mit acht 12,7-cm-Geschützen. Die Besatzung bestand aus 856 Mann. Beide versenkten Flugzeugträger ver­körperten denJnfeltyp", der die Aufbauten auf einer Seite des Decks konzentriert, um den übrigen Deckraum für Start und Landung der Flugzeuge freizuhaben, die mittels dreier Aufzüge an Deck ge­schafft werden. Die Baukosten derHörnet" betru- gen 32 Millionen Dollar.

Man muß auch Verluste ertragen können."

Erklärungen eines japanischen Admirals.

Tokio, 9. Juni. (Europapreß.) Man könne nicht immer Siege erwarten, sondern müsse auch B e r l u st e ertrugen können, erklärt ein unge­nannter japanischer Admiral in derAsahi Shim-, bun". Der Admiral erinnert daran, daß zu Beginn des russisch-japanischen Krieges 1904/05 die japani­schen Schlachtschiffe ,^H a t s u s e" undP a s h i m a" durch Minen versenkt wurden. Während aber die Moral der Russen durch die Versenkung des Flagg­schiffesP e t r o p a w l o w s k" untergraben worden sei, habe Großadmiral .Togo die Nachricht vom Verlust zweiter Schiffe taltblütig aufgenommen. Solche Ruhe müsse jeder Führer einer großen Flotte besitzen.Wenn der Krieg lange andauert", setzte der Admiral fort,werden beide Gegner stark erschöpft sein. Es kann keine Situation geben, in der die eine Seite fortgesetzt glänzende Siege erringt, die andere nur Verluste erleidet. Des­halb wird diejenige Seite die Partie verlieren, welche z u e r ft des Kampfes und der Verluste müde wird." An diese Ausführungen des Admirals knüpft Asahi" die Mahnung, daß jetzt nach sechs Monaten der Krieg kaum er st begonnen habe.

32. Tschungking-Oivision geschlagen.

Tokio, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Domei meldet aus" b e r Ebene v o n O r d o s in der nordwestchinesischen Provinz Suiynan: die japa­nischen Truppen schlugen südwestlich von.Pian'g- pantschau, 40 Kilometer südlich von Paotau, ver­nichtend die 32. Tschungking-Division und die 94. Armeegruppe. Bor diesem Bernichtungsschlag dran­gen hie japanischen Truppen über ben Gelben Fluß, warfen ben Feinb aus Piangpantschau unb stellten feinbliche Truppen südwestlich der Stabt zum Kamps. Die Japaner machten eine große Anzahl von Gefangenen.

Ein britischer Gtaatsniinister für Westafrika.

Stockholm, 9. Juni. (Europapreß.) Die Lon- boner Regierung hat in der Person des Lord Swinton einen Staatsminister für Westafrika ernannt. Swinton soll für eine wirksame Zusam­menarbeit aller zivilen und militärischen Stellen in 'den britischen Kolonien Westasrikas sorgen. Mit der Schaffung dieses Postens führt die Regierung die aus der Not des Krieges geborene Koordinierungs­politik der überseeischen Zivil- und Militärdienste fort, die sie mit der Berufung eines Staatsministers für den mittleren Osten in Kairo begonnen hatte. Bemerkenswert ist vor allem aber auch, daß die Maßnahme einem im Oberhaus von Lord Iren- Hard gemachten Vorschlag entsprichst dec eins' Zu*

Die Gedenkworte de« Reichsführers ff.

Heftige japanische Angriffe auf die Insel Midway

Zwei feindliche Flugzeugträger und ein Transporter versenkt, 134 Flugzeuge vernichtet.