(Christi Mardajn)
artet auch
Orchester-Konzert des Gießener Konzertrings
SVIahreMarine-Kameradschast Gießen
Deutscher Manne-Vereine angehörte, wurden in den ganzen Jahren des Bestehens unter großer Beteiligung eifrig die Bundestage in den verschiedenen 'Städten des Reiches besucht. Im Jahre 1926 stellte der Marine-Verein eine Jugendgruppe zusammen, in der junge Menschen seemännisch ausgebildet wurden. Uniformen wurden beschafft, und gar manchem Gießener wird die Äugendgruppe noch in Erinnerung sein.
An der Lahn in der Nähe der Margarethenhutte wurde eine Bootshalle errichtet und unter tatkräftiger Mitarbeit aller Kameraden drei Boote gebaut. Gelegentlich des 35. Stiftungsfestes erfolgte die Einweihung der Halle und die Bootstaufe. Von diesem Tage an war das Leben innerhalb des Marinevereins mit reZer Erziehungsarbeit ausgefüllt, und der größte Teil der in der Jugendgruppe befindlichen fangen Menschen meldete sich zum freiwilligen Eintritt bei der Kriegsmarine.
Während dieser Zeit wurde aktive Verbindung mit der Kriegsmarine unterhalten. Die Jugendgruppe des Marineoereins beteiligte sich in der damaligen Zeit an vielen Wettbewerben gleichgesinnter Vereine und Organisationen und manchen Erfolg brachte sie nach Hause. Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch heraus, daß der Platz dort an der Lahn nicht mehr ganz geeignet war, auch wurde der Wunsch nach eigenem Grund und Boden laut. Nach Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten gelang es der damaligen Dereinsführung, Gelände an der Lahn, auf dem sich eine Eishalle befand, zu erwerben. Durch Umbau dieser Halle wurde das heutige Heim der Kameradschaft unter tatkräftiger Mitarbeit aller Kameraden geschaffen. Auf diesem Gelände wurde auch eine würdige Gedenkstätte für die im Kriege verbliebenen Marinekameraden errichtet. Weiteres Ausbildungsmaterial wurde zum Teil von der Kriegsmarine zur Verfügung gestellt, und unter der Leitung der alten Marinekameraden ging auch hier der Ausbildungsdienst lebhaft weiter.
tengedanken. Die einzelnen Entwicklungserscheinun- gen gliederte er mit Nachgiebigkeit im Tempo wie mit dynamischen Abstufungen. Die Uebergänge waren hier wie auch in den anderen Sätzen aus dem organischen Geschehen heraus entwickelt. Das Andante, von einem innerlich glückhaften Gedankenkreis erfüllt, ließ die Holzbläser und Streicher im reizvollen Mit- und Nacheinander sich herausheben, besonders aber der Ausklang dieses Satzes mit seinen weihegebundenen Bläsern sei besonders hervor- aehoben. Das an Stelle des Scherzo erscheinende „Poco allegretto" steht in der Moll-Sphäre. Hier waren die Celli Träger einer empfindungsvollen Gesanglichkeit, abgelöst durch das Waldhorn.
Die im ganzen Werk ruhende Problematik faßt das Finale zusammen, in dem es sich erst in seinem Schlußteil wieder zum bejahenden Dur bekennt. Das Drängen seines Hauptthemas und die Feierlichkeit des Seitengedankens wurden der Ausgangspunkt zu einem erregten Gewoge, das im Schlußteil seine Lösung in friedvoller Abgeklärtheit erlebte und in der nochmaligen Wiederkehr des Mottos, das den ersten Satz beherrscht, das ganze Werk in Geschlossenheit band.
Stark war der Beifall für den Solisten; dankende Zustimmung galt dem Dirigenten und seinem Orchester. Dr. Hermann Hering.
Richard Wagners „Siegfried-Idyll" läßt öie Freude uoer die Geburt oiegfriebs, seines Sohnes, in breitem, subjektivem Erleben aus,cywm- gen. Themen aus dem Rmgdrama „Siegfried" geben die Grundlage ab für ein symphonisches Geschehen, das diese in weitester Ausdeutung und vielseitigster Verknüpfung sich auswachsen läßt und damit das, was in dem Mustkdrama szenisch gebunden erscheint, nun im Sinne des Rein-Musikalischen der absoluten Musik noch einmal in breitester Fülle erleben läßt. Das freudige Glück der Triebschener Jahre in ihrer stillen Erfülltheit gibt den Grundton dieser'sympho- nischen Dichtung an, die Wagner am 1. Weihnachtstage 1870 für Frau Cosima in seinem Landhause aufführte. Vielleicht war gerade aus dieser Zweckbestimmung heraus der Rahmen für ein kleines Orchester gegeben, das die Durchsichtigkeit der Stimmverknüpfung überall gewährleistet und in seiner intimen Klanglichkeit zum besonderen Stimmungsträger wird.
Das bestätigte die Wiedergabe durch Otto Söll- n er. Im ruhigen Fließen, den einzelnen Entwick- lungssätzeu nachgehend, ließ er das aus dem Streicherklange sich allmählich entwickelnde Werk sich entfalten und dje Verwobenheit der Themen plastisch heraustreten. Sehr sauber waren die Ueberleitungs- triller der ersten Violine und in der Ueberbauung der Themen des Mittelsatzes (X-Takt) hoben sich die einzelnen Stimmen deutlich ab. Die Hornstelle erklang in Frische und Gemessenheit, umspielt von dem Holz; das Ganze aber entschwand im schwebenden Klingen des Schlusses.
Dr. Georg Kuhlmann hat schon verschiedentlich hier in Gießen sich als Pianist bewährt; so konnte man der Durchführung einer größeren Aufgabe mit Interesse entgegensehen. Schumanns Klavierkonzert, aus der „Fantasie" mit Orchester aus dem Jahre 1841 erwachsen, ist eines der dankbarsten Konzerte. Schumann schwebt hier als Ideal Beethovens Ls-ckur-Konzert vor, und so vollzieht sich das musikalische Geschehen in symphonischer Verschmelzung von Orchester und Solopart. Das a-moN-Konzert gehört nicht in d e Reihe der virtuosen Konzerte mit technischen Künsten als Selbstzweck, sondern Schumann ordnet seine Anforderungen gcmzjich dem Musikalischen unter.
Georg Kuhlmann hat sich im Laufe der Jahre bedeutungsvoll weiterentwickelt. Die schon früher vorhandene technische Reife hat sich ausgeschlifsen und kann jetzt in hohem Grade musikalischen Zwecken dienstbar gemacht werden. Mit lyrischer Weite erfaßte er das gefühlsgebundene Hauptthema mit weichem tragenden Anschlag, und bei seiner Wiederkehr erfüllte er es mit neuen Gefühlswerten. Das fein umschlungene Thema in der Andante-Episode erstand mit Innigkeit in dex Durchgliederung, ebenso ließ er im weiteren Verlauf des ersten Satzes die Thematik des Soloinstrumentes mit den Orchesterstimmen sich organisch verbinden; die Kadenz zeigte ihn in seinem musikalischen Erfassen auf sich gestellt, in der Durchartikulierung und im temperamentvollen Durchleben der hier gebundenen musi- kalischen Gegebenheiten. Das Andantino grazioso mit seinem zierlichen Rcmkenwerk der Solostimme verklang in Stimmungsgebundenheit, um dann im Finale zu vollem Einsatz des Impulses zu führen. Hier ließ Kuhlmann in dem Passagenspiel sein Können offensichtlich werden und im gegenseitigen Ab-
Am 12. April 1942 kann die Marine-Kamerad- schäft Gießen auf ein 50jähriges Bestehen zurückbl-ik- ken. Als m den 90er Jahren sich überall im Reich der Gedanke der Seegeltung mächtiger regte, fanden sich auch in Gießen einige Männer zusammen, die am 12. April 1892 den Marine-Verein Gießen gründeten. Von diesen Gründern leben heute noch die Kameraden Peter Schmidt, Wilhelm Krause, Jakob Ritsert, Gießen, und Ludwig Bischof, Worms.
Von Anfang an entwickelte sich im Marine-Verein reges Leben. Es wurde gar bald der Weg in die Öffentlichkeit durch Werbungen für den Marme- gedanken angetreten, größere Veranstaltungen wurden abgehalten, u. a. wurden in Steins Garten zur Fahnenweihe über 1000 Eintrittskarten ausgegeben. In den Jahren bis zum Weltkrieg gelang es, auf diese Art viele junge Menschen für die Marine und den Seegedanken zu begeistern und sie zum freiwilligen. Eintritt in die Kriegsmarine zu bewegen. Ohne auf das Niveau der Vereinsmeierei abzugleiten wurde es verstanden, dem Marine-Verein einen kameradschaftlichen und unterhaltenden Inhalt zu geben, der alle seine Angehörigen fest zusammen- schloß. .
Bei Ausbruch des Weltkrieges wurden sofort mehrere Kameraden zum Dienst bei der Kriegsmarine einberufen. Die Zurückgebliebenen sahen während des Weltkrieges ihre Tätigkeit im Weitertragen des Willens zur Seegeltung und in der Betreuung der einberufenen Kameraden. Vier Angehörige der Marine-Kameradschaft kamen aus dem Weltkrieg nicht mehr zurück. Nach der Revolte von 1918 und dem Zusammenbruch des Reiches kam der Tag von Scapa-Flow, die Selbstversenkung der deutschen Flotte, an der ebenfalls Gießener Kameraden beteiligt waren. Soweit möglich wurde die Arbeit des Marine-Vereins nach dem unglücklichen Ausgang des Weltkrieges noch intensiver, die Kameraden blieben ihrer Richtung treu, und die hieß: Deutschland!
Da der Marine-Verein schon lange dem Bund
Am 11. und 12. April sammelt die DAF. für das Kriegs-Winterhilfswerk. Frühlingsblumen find an diesen Tagen das Zeichen deiner Spende. Gib doppelt bei dieser letzten Reichs- strahenfammlung des Kriegs-WHW. 1941/42.
Hcmptfchriftleiter: Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauptschriftleiterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für bas Feuiüeton: Dr. Hans Thvriot; für Stabt Gießen, Provinz Wirtschaft und Sport: Ernst Blumjchein.
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Anzeigenpreisliste Nr. 6.
nehmen und Geben der musikalischen Gedanken zwischen Soloinstrument und Orchester klang das Werk mit höchstem Schwung aus.
Was der Klangkörper als Orchester schon bei der Begleitung dieses Konzertes erwiesen hatte, be- {tätigte sich auch in der 3. Symphonie von Johannes Brahms. Unter den symphonischen Werken dieses Meisters ist gerade diese Symphonie wohl mit Rücksicht aus eine vielseitige Programm- Äung in den letzten Jahren hier nicht so zur iq gekommen, wie es ihr zusteht. Man hat dieses Werk wegen seines Inhaltes als die „heroische' Symphonie bezeichnen wollen und damit sicher eine bestimmte Seite ihres Wesens getroffen. Ganz besonders aber kennzeichnet sie die Eigenart der Brahmschen Symphonik, indem sie das Hauptgewicht schon in die Themen verlagert und damit durch die inhaltliche Sättigung den Raum der Durchführung begrenzt.
Insofern verdient es Anerkennung, daß Otto S ö l l n e r im ersten Satz die Exposition traditionsgemäß wiederholte und damit dem Hörer das Gedankengut eindringlich naheftihrte: männliche Entschlossenheit im Hauptthema, idyllische Tone im Sei-
Anpöbeleken der Systemanhanger gegen den Ma» rineoerein, der seine klare Richtung verfolgte, waren während dieser Zeit nicht selten, und gar oft gab es in der Nähe des Marineoereins blutige Köpfe. Das Jahr 1933 brachte in dem Marineverein feine großen Veränderungen, da die Richtung des Marinevereins bereits lange geklärt war. Die Jugendgruppe wurde in die Hitler-Jugend übernommen, die Marine-HI. gebildet, in der heute die alten Kameraden noch als Ausbilder tätig sind. Nach Bildung der Marine-SA., in der ebenfalls Kameradschaftsangehörige als Führer tätig waren, wurde das gesamte Ausbildungsmaterial an die Marine-SA. übergeben und Bootsplatz und Heim bereitwillig zur Verfügung gestellt. In eifriger Zusammenarbeit zwischen Marine-SA., Marine-Kameradschaft und Marine-HI. wurden wesentliche Forderungen erfüllt, die der Führer im Rahmen des Aufbaues an die Formationen gestellt hatte. Ein unlösbares Band treuer Kameradschaft verbindet Marine-SA., Marine-Kameradschaft und Marine-HI.
In den nun folgenden Jahren wurden mit tatkräftiger Unterstützung des Oberkommandos der Kriegsmarine viele Werbungen für die Marinesache, sei es durch Filmvorführungen, Werbevorträge usw. fortgeführt. Die Verbindung mit der Kriegsmarine, die sich nun freier als in der Systemzeit entwickeln konnte, wurde enger gestaltet. Es wird noch in guter Erinnerung fein, wie oft die Kriegsmarine während dieser Zeit in Anerkennung der geleisteten 2lr*beit Abordnungen nach Gießen schickte. Eine Bezirkstagung des Marine-Bundes in Gießen, Einweihung des Skagerrak-Platzes, für den aus Kameradenspende der bronzene Lorbeerkranz gestiftet wurde, waren Höhepunkte der Kameradschaft in den vergangenen Jahren. Bei der Einweihung des Marine- Ehrenmales in Laboe war auch die Marine- Kameradschaft Gießen mit einer großen Abordnung vertreten.
Die Marine-Kameradschaft erkennt aber auch dankbar die Unterstützung an, die ihr jederzeit von der Partei, der Stadtverwaltung, den hiesigen Mili- tärdienststellen, von der Presse und der Bevölkerung zuteil geworden ist. Zur Zeit besitzt die Marine-Kameradschaft einen Mitgliederbestand von etwa 200 Mann, von denen ein großer Teil seine Ehrenpflicht bei der Kriegsmarine erfüllt. Die in der Heimat verbliebenen Kameraden sind bei der Marine-HI. und an anderen Stellen tätig, bei denen vormilitärische Ausbildung für die Kriegsmarine betrieben wird. Von der Kameradenbetreuung der Marine-Kameradschaft werden fast alle zur Kriegsmarine Einberufenen des Kreises Gießen erfaßt.
Am morgigen 11. April gedenkt die Marine- Kameradschuft in einer dem Ernst der Zeit entsprechenden Stunde in Anwesenheit des Marine- Landes-Verbandsführers, Kapitän A ck e r m a n n, des Tages, an dem sie vor 50 Jahren gegründet wurde.
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Gießen
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Gießen(Kaiserallee 58), Hof-Strupbach, Hahn, Mainz, Biebesheim a/Rhein, den 8. April 1942. Die Beerdigung findet Samstag, den 11. April 1942, vormittags ll3/< Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.


