und bis zu einer großen Ortschaft im mittleren Abschnitt der Ostfront vorzustohen, die für die Verteidigung von größter Bedeutung war. Oberst Schulz übernahm die Führung einer Kompanie. Durch das tapfere Vorbild des Generalstabsoffiziers angespornt, warfen die deutschen Infanteristen den Feind. — Oberst I o st erstürmte, trotz eigener Verwundung in vorderster Linie führend, im Nachtangriff eine von den Bolschewisten zäh verteidigte Ortschaft, nachdem er in schweren Waldkämpfen die feindlichen Stellungen durchbrochen hatte, wodurch eine wichtige bolschewistische Marsch- und Versorgungsstraße gesperrt und eine besonders günstige Ausgangsstellung für die weitere schnelle Durchführung der Kampfhandlungen geschaffen wurde. — Oberleutnant Paulus vernichtete, als Mitte März im Raum von Juchnow Sowjetpanzer in die deutsche Stellung eingebrochen waren, durch geballte Ladungen drei Panzer. Seine Tat brachte den schwer bedrängten Infanteristen Entlastung, so daß die Bolschewisten zurückgeworfen werden konnten.
Kleine politische Nachrichten.
Zum Gedenktag von Narvik hat der Führer der Zerstörer, Kapitän zur See Bay, an den General der Gebirgstruppen Dietl ein Telegramm geschickt, in dem er der ruhmreichen Narvikfahrt unter Führung des unvergeßlichen Kommodore B o n t e gedenkt, der mit seinen Zerstörern den General Dietl und die 3. Gebirgs-Division nach Norden brachte. General Dietl antwortete in treuer Verbundenheit mit den tapferen Zerstörerbesatzun- gen.
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Die britische Admiralität gibt bekannt, daß das Unterseeboot „T e m p e st" überfällig ist und als verloren betrachtet werden muß.
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Die italienischen Transportflugzeuge haben seit dem Kriegseintritt Italiens zwischen Italien und Libyen 5600 Flüge durchgeführt. In 34 000 Flugstunden wurden zehn Millionen Kilometer zurück-' gelegt und 10 000 Mann, 7 300 000 Kilogramm Material sowie 1 300 000 Kilogramm Feldpost befördert.
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Das aus Freiwilligen aller deutschen Gaue zusammengesetzte J.-R. „Großdeutschland" hat, obwohl es während der letzten Monate fast stets im Brennpunkt der Kämpfe an der Ostfront eingesetzt war und während des größten Teiles dieser Zeit heftige Angriffe abzuwehren hatte, für das K.-WHW. 85 650 RM. gesammelt. *
Der Besuch des amerikanischen Generalstabschefs, General Marshall, in London wird nur von kurzer Dauer sein. General Marshall wird vor seiner Rückreise den amerikanischen Truppen in , Nordirland einen Besuch abstatten. Für den Aufenthalt des persönlichen Vertreters von Roosevelt, Harry Hopkins, in England sind mehrere Wochen vorgesehen.
In Habana auf Kuba veranstalteten mehrere tausend Arbeiter und Unternehmer der Tabakplantagen eine Kundgebung vor dem Präsidentenpalast. Sie forderten die Wiedereröffnung der Ausfuhr nach den europäischen Ländern.
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Der russische Großfürst Dimitri Pawlowitsch, ein Vetter des Zaren Nikolaus, ist in seinem Exil in Davos gestorben. Der Großfürst war an der Ermordung Rasputins im Jahre 1916 beteiligt. Er steuerte den Kraftwagen, in dem die Leiche Rasputins zur Newa-Brücke gefahren wurde, von wo aus man sie in den Fluß warf.
Kunst und Wissenschaft.
„Der tolle Markgraf", eine neue Operette.
Im Hildesheimer Stadttheater sahen sich Johannes Müller und Oskar Felix als Autoren der Operette „Der tolle Markgraf" herzlich geehrt. Es ist ein Werk, in dem mit dem Versuch der Ent- schematisierung der Operette auch bühnensicheres Können verbunden ist. Reizende Grundlage dazu bot die Anekdote von dem Markgrafen Carl Wilhelm von Baden-Durlach, der seine vielen Gärtnerinnen mit einem Liebesverbot zügeln will und sie wie Soldaten hält. Eine reiche melodische Phantasie verbindet sich mit profilierter Rhythmik, kunstvoller, doch immer leicht bleibender Harmonik und reizvoller Instrumentation. In allem atmet das technisch recht anspruchsvolle Werk Opernlust, wobei es doch echte Operette bleibt. Heinz Hakemeyer.
Auslandsreisen Gertruds Pihingers.
Die auch in Gießen durch mehrere Konzerte bekanntgewordene bedeutende Altistin Gertrude Pitzinger befindet sich auf ihrer zweiten diesjährigen Konzertreise in Holland, wo sie von dem Komponisten Egon Korn auth begleitet wird. Anschließend wird sie Konzerte in Italien geben.
Aus 6er Stadt Gießen.
Heilschatz in deutscher Erde.
Die Verwendung von Kräutern zu Heilzwecken ist uralt. Sie wurde in frühester Zeit hauptsächlich in den Klöstern durchgeführt, vermutlich deshalb, weil das Studium griechischer und römischer Schriftsteller, in deren Werken sich zuverlässige Darstellungen befanden, am ehesten diesen Leuten zugänglich war. Die älteste illustrierte Handschrift des Altertums ist ein Kräuterbuch „Dioskurides". Es wurde für eine reiche Römerin im Jahre 379 n. Ehr. abgeschrieben und mit 600 Pflanzenb'ildern ausgeschmückt. Das Werk befindet sich heute in der Wiener Hofbibliothek.
Das amtliche deutsche Arzneibuch hat auch eine große Anzahl heimischer Kräuter in seinen Arzneischatz übernommen, und man bekennt sich in der heutigen Zeit immer mehr zu dem ungeheuren Schatz, den unsere deutsche Erde an Heilkräutern hervorbringt. Diese Erkenntnis hat bereits eine breite Wirkung auf weite Volks kreise gewonnen. Allerdings wird man sich von bereits vielfach beobachteten Ueber- treibungen fernhalten müssen, damit Heilkraft nicht wieder zu „Wundern" und „Zauberwirkungen" gesteigert wird, wie sich dies bei bestimmten Kräutern in der Ueberlieferung ländlicher Volks'kreise
Verdunkelungszelt:
10. April von 21.11 bis 6.05 Uhr.
feststellen läßt. Die Ursachen dazu liegen im Kultischen und sind meist unschwer aufzudecken. Das Wissen hiervon aber schwand mit dem Wandel auf diesem Gebiete. Erinnert sei hier nur an die Rolle, die Heilpflanzen wie z. B. Dorant, Dost, Baldrian, Allermannsharnisch, Johanniskraut, Farrensamen und die sagenhafte Springwurzel im Volksmund spielen. So sehr es erwünscht ist, die Kenntnis von der Heilwirkung unserer deutschen Pftanzen in die breitesten Volksschichten zu tragen, so unerwünscht ist es, wenn man daraus schließen wollte, daß dadurch das Fachwissen von Arzt und Apotheker auch nur im geringsten beeinträchtigt werden könnte. Das hat aber mit dem kleinen Vorrat an Heilkräutern nichts zu tun, den jede Hausfrau sich nach ihren Kenntnissen und Erfahrungen für den Fall leichterer Erkrankungen halten sollte. In der Großstadt kann sie diesen am besten beim Drogisten erhalten, aber wenn sie ein Gärtchen hat und gar auf dem Lande wohnt, dann sollte sie niemals versäumen, nach Anweisungen einen eigenen Heilkräuter-Garten anzulegen. Wesenllich ist dabei, daß 'bie Wirksamkeit der Droge nicht durch unsachgemäße Behandlung und Ueberalterung beeinträchtigt oder aufgehoben wird. o
Was kann ein solches Schatzkästlein der Hausfrau bieten? Fangen wir mit der „Weißen Nessel" an. Das Kraut gibt einen Blutreinigungstee, der ausgepreßte Saft der Früchte gilt in manchen Gegenden als Volksmittel gegen Brustbeschwerden. Ausgekochte Blätter werden zum Haarwäschen gegen Haarausfall benutzt und dienen Frühjahrskuren, weil man ihnen blutbildende und reinigende Wirkungen zuspricht. Die Zweige des „Heilkrautes" haben eine auflösende Wirkung gegen Steinbeschwer- üen. Ausgekochte Blüten helfen gegen Leibschmerzen, und der Saft der Blätter soll bei Augenschwäche heilsam sein. Auch die „Hauhechel" dient mit ihren Wurzel stücken Heilzwecken. Die Blätter des „Breitwegerich" bedeuten eine Linderung bei Wundschmer- zen durch ihre Kühlwirkung. Das „Lungenkraut" spendet seine Blätter und Blüten für heilsame Tees, hauptsächlich bei Erkältungen. Auch das blühende Kraut des „Gundermann" sowie die „Schlehenblüten", Blätter und Kraut des „Odermennig" und Blüten unb Kraut des Johanniskraut", „Ehrenpreis", das Kraut des „Augentrost" und des „Gänsefingerkraut" liefern aromatische und heilsame Tees. Wie kräftigend der Saft der „Schlehenfrucht" ist, wird wohl vielfach bekannt sein, desgleichen die Früchte des „Wacholder". Die früher in jeder Küche verwendeten Wacholderbeeren find dort leider seltener geworden. Gern benutzt man sie zum Würzen des Sauerkrautes. Die Früchte haben als harntreibendes und magenstärkendes Mittel nie ihre Bedeutung verloren und sollten wieder im gleichen Umfange Verwendung finden wie ehedem. Auch soll hier die „Rotkleeblüte" genannt werden, deren Blütenköpfe ebenfalls einen Heiltee geben. Das „Tausendgüldenkraut" (Fieberkraut) ist geruchlos, hat einen bitteren Geschmack und wirkt auflösend. Es wird gern bei Verdauungsschwäche, Stockungen im Unterleib, Wechselfieber und bei Behandlung von Geschwüren benutzt. Der „Fingerhut" (Digitalis) ist zwar stark giftig, wirkt aber im Aufguß schmerzstillend und zerteilend. Er ist ein bewährtes Mittel gegen hohes Fieber und starke Herzbeschwerden, Lungenentzündung, Tuberkulose u. ä. Die „Toll-
Warnung aus Stendal
Roman von A. Lothar Philipp
1. Fortsetzung. . (Nachdruck verboten.)
Das war stets eine der unangenehmsten Fragen für Krähe. Obwohl er bei der Bearbeitung von Verbrechen und am Tatort oft die besten und richtigsten Schlüsse zog, ohne es zu wissen, konnte er niemals antworten, wenn es sich darum handelte, aus irgendeiner Tatsache einen ganz bestimmten Schluß abzuleiten. Er folgerte entweder instinktiv oder gar nicht.
„Was ich daraus — hm", sagte er „er ist ein Ausländer." , .
„Und Sie, Neubauer?" wandte sich der Krinu- nalrat an den Assistenten.
„Er wollte den Ort verschleiern." Der Assistent war auf diese Antwort besonders stolz, weil er glaubte, damit den alten Krähe ausgestochen zu haben.
„Sehr schön", lachte Wenig, „als Ausländer sieht er in Stendal oft genug das Wort Stendal, auf dem Bahnhof, auf den Ansichtskarten, im Hotel, bei den Behörden, daß er es nicht einfach falsch zu schreiben braucht. Und wenn er den Ort verschleiern wollte, weshalb gab er dann den Brief in Stendal auf?"
Die beiden sahen ziemlich hilflos aus.
„Was raten Sie denn?" sagte jetzt Krähe, und der Kriminalxat empfand lächelnd die ganze Unverschämtheit dieser Frage.
„Neubauer, nehmen Sie den Brief und fahren Sie sofort nach Dahlem zum Dr. Kropp. Sagen Sie ihm, der Kriminalrat rate, daß das eine Geheimschrift ist, die er möglichst heute noch entziffern soll, weil die Sache eilig ist —"
„Wieso eilig?" fragte Krähe.
„Weil der Mann auf dem Umschlag oben links das Wort „Eilt!" geschrieben hat. Also los, Neu
bauer, in anderthalb Stunden können Sie wieder hier sein."
Der Assistent holte seinen Hut und verließ, ohne ein Wort zu sagen, das Zimmer.
„Nee, Herr Kriminalrat", sagte jetzt der Alte, „das ist keine Geheimschrift. Die kenne ich. Die bestehen aus Kreuzeln und Strichen und Punkten, aber so sieht eine Geheimschrift nicht aus. Das lasse ich mir nicht nehmen: der Brief ist von einem Dofkopp."
Der Kriminalrat war aufgestanden, um sich ein Aktenstück zu holen. Dabei trat er zu Krähe, legte ihm die Hand auf den Arm und sagte vertraulich:
„Wie lange sind Sie eigentlich im Dienst, Krähe?" „Dreißig Jahre. Warum?"
„Nun, da haben Sie noch viel Zeit, um zu lernen. Den Brief haben Sie nicht richtig angesehen, das ist es. Sie sollten noch einmal zum Kursus geschickt werden. Wieso haben Sie eigentlich die Sekretärsprüfung bestanden?"
Krähe merkte, daß der Kriminalrat ihn ein wenig ärgern wollte. Aber er ließ sich grundsätzlich nicht ärgern.
„Hetze", lachte er, „bas ist doch nicht Ihr Ernst, Herr Kommissar."
„Natürlich nicht, Krähe. Sie sind mitunter ganz tüchtig, aber in solchen Dingen versagen Sie. Sie holen aus einem Knopf und aus einem Fingerabdruck eine ganze Kriminalgeschichte heraus, aber bei Schriftstücken und Briefen sind Sie nicht zu gebrauchen. Da waren doch viele Fehler in dem Briefe, nicht wahr? Sehen Sie, wenn ein Mann einen orthographischen Fehler macht, so wird er ihn immer wieder wiederholen. Das hat der Brief- schroiber aber nicht getan. Manchmal schrieb er „Sie" mit i, manchmal mit ie, einmal Koffer mit zwei f, dann wieder mit einem f. Daraus geht hervpr, daß es künstliche Fehler waren, und die haben immer eine Bedeutung. Und warum schreibt er „Eilt!" auf den Umschlag? So wichtig ist doch der Inhalt nicht, sollte ich meinen. Nein, lieber
Die neue Wochenschau
Ueberall, wo es gilt, den Feind zu schlagen, beweisen unsere Solaoten Tag für Tag iyr kämpferisches Heldentum. Das zeigt erneut mit Eindringlichkeit ein packender Bildbericht in der neuen Wochenschau. Ein deutscher Handelsstörer operiert im Indischen Ozean und macht Jagd.auf britische Handelsschiffe. Kaum hat er einen Briten gesichtet, da feuert er ihm auch schon einen Schuß vor den Bug und bringt ihn zum stoppen. Ein bewaffneter Han- delsdampfer ist es, dessen Ladung aus Waffen und Munition besteht. Nachdem die Mannschaft in die Rettungsboote gegangen ist, wird das Schiff gesprengt, und gurgelnd sinkt es in die Tiefe. Das gleiche Schicksal ereilt einen zweiten Engländer, der noch den vergeblichen Versuch unternahm, sich durch schleunige Flucht zu retten. Unter einem Geschoßhagel geht er in Flammen auf und verschwindet nach kurzer Zeit unter der Meeresoberfläche.
Im übrigen vermittelt uns die neue Wochenschau eine Reihe interessanter Aufnahmen vom „Tag der Wehrmacht", läßt uns einen Blick in ein deutsches Flugzeugwerk tun, wo Tausende von Händen an der Schaffung neuer Kampfflugzeuge arbeiten, und bringt erschütternde Bilder von den Zerstörungen in Lübeck, die für alle Zeiten Dokumente der britischen Schande und Barbarei bleiben werden. In einem Ausschnitt sehen wir dann die Säuberungsaktionen im Morgengrauen des 28. März nach dem mißglückten britischen Landungsversuch von St. Na- zaire, und schließlich taucht wieder die Ostfront vor unseren Augen auf. Unerbittlich und zäh gehen die Kämpfe an allen Abschnitten weiter, doch überall behauptet der deutsche Soldat das Feld.
Vom Atlantik bis zum Indischen Ozean, zu Lande und in der Luft wird der Feind geschlagen, wo immer das deutsche Schwert ihn trifft! K. F.
kirsche" ist ebenfalls stark giftig. Ihre glänzend schwarzen Beeren liefern einen süßlichen Saft. Wurzel und Blätter besitzen eine narkotische Wirkung. In geringen Mengen (Belladonna) findet sie bei Nervenstörungen, Lähmungen, Geschwülsten, Gicht, Neuralgie, Wassersucht und als Schutzmittel gegen Ansteckung bei Scharlach Anwendung. Auch der „Ginster" sei hier als stärkendes Arzneimittel gegen Blut- und Schleimflüsse, Ruhr und Geschwüre genannt. Der Saft der „Himbeere" bringt den Fieberkranken Kühlung und Erleichterung. Die Blätter geben einen angenehm schmeckenden Tee, der zusammenziehend wirkt und daher bei Durchfall gern Anwendung findet. „Salbei" ist nicht nur ein Gewürzkraut, sondern bedeutet mit seinem aromatischen und bitteren Geschmack ein bekanntes Heilmittel gegen hohes Fieber und Schweißausbrüche (besonders bei Schwindsucht). Aeußerlich dient er als Gurgelwasser, bei Schlaffheit der Schleimhäute des Mundes und Rachens, und gegen schwammiges Zahnfleisch.
Zu den Bestrebungen der Deutschen Arbeitsfront gehört es heute, den Anbau wichtiger deutscher Heilkräuter in Stadt und Land zu heben und damit die deutsche Erde der Volksgesundheit auch in dieser Hinsicht nutzbar zu machen. Die letzte diesicihrige Reichsstraßensammlung des Kriegs - WHW. am morgigen Samstag und am Sonntag wird jedem Volksgenossen in Form von Abzeichen unsere wichtigsten deutschen Heilkräuter vorführen.
Oie Heilkräutersammlung.
Jrn Kreise Wetterau, der vergangenes Jahr mit dem Ergebnis der Heilkräutersammlung wieder mit an der Spitze des Gaues Hessen-Nassau marschierte, nimmt die Heilkräuterernte dieses Jahr mit dem Sammeln der Frühjahrsblüten nun ihren Anfang. Den Auftakt bildet das Einbringen der gelben Blütenköpfchen des Huflattichs, die in größten Mengen von allen Sammeleinheiten zu sammeln sind. Da bei der späten Blütezeit der genannten Heilpflanze in diesem Jahre mit einem raschen Abblühen zu rechnen ist, sollte jetzt jeder Tag für die Bergung der kostbaren Droge genutzt werden. Die Blätter des Huflattichs, die sich noch nicht entwickelt haben, werden später gesammelt.
Bühneufchau deutscher Leibesübung.
Am kommenden Sonntag findet im Bad-Nau- heimer Kurhause unter dem Leitwort „Sport ist frohes Leben" eine große Bühnenschau deutscher Leibesübung statt. Es handelt sich um eine große Werbeoeranstaltung des Sportgaues Hessen-Nassau, dessen neugebildete Gauvorführungsgruppe, die unter Leitung von Gauamtmann Martin Gebhardt steht, dabei erstmals öffentlich auftreten wird. Turner, Turnerinnen, Fechter, Boxer, Ringer, Radfahrer, Rollschuhläufer u. a., zusammen 90 Mitwirkende aus den ersten Kräften unseres Heimatgaues, werden eine Vorführungsfolge seltener Art bestreiten und allen Besuchern zwei genußreiche Stunden bereiten. In der Reihe der Spitzenturner des Gaues steht auch Ludwig Herbert vom Tv. 1846 Gießen. Die Namen Casimir und E i s e n e ck e r bei den Fechtern bedeuten ein Programm. Im Rollschuhlausen wird die deutsche Meisterin Alexa Horn und das Meisterpaar Müller-Fis ch- l e_i n am Start, sein. Die Veranstaltung wird den NSRL.-Vereinen mannigfache Anregung für ihre Arbeit geben.
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** Beförderungen bet der Wehrmacht. Zum Oberst befördert wurde der Oberstleutnant Freiherr von Kittlitz, wohnhaft in Gießen-Wieseck, ein in Gießen und bei allen 116ern bekannter Offizier. — Zum Major befördert wurde der aus Garbenteich bei Gießen stammende Hauptmann d. R. Friedrich Seng, der in seinem
Heimatorte und dessen Umgebung weit bekannt ift Major Seng hatte als Unteroffizier und später als Feldwebel den ersten Weltkrieg mitgemacht und war nach dem Kriege bei einem Versicherungsamt im Rheinland in die Beamtenlaufbahn übergetreten.
** „B e i den deutschen Kolonisten in S ü d a m e r i k a." Der Dichter Siegfried o. Vege - s a ck wird am Sonntag, 12. April, auf Einladung der im Gießener Dortragsring zusammengeschlosse- nen Kulturverbände einen Lichtbildervortrag über das Thema „Bei den deutschen Kolonisten in Südamerika" halten. Er wird dabei zahlreiche Lichtbilder zeigen.
Diamantene Hochzeit.
LPD. Alsfeld, 9. April. In der Kreisgemeinde Schwabenrod begingen am 9.April die Eheleute Landwirt Heinrich Schrön und Frau das seltene Fest des 60jährigen Ehestandes. Der Jubilar ist 86, seine Frau 78 Jahre alt.
Schwerer LluglückssallimSchlachthauS
<£ Bad-Nauheim, 9.April. Im Schlachthaus der in ganz Oberhessen bekannten Großmetzgerei von Hch. U e b e l e ereignete sich gestern nachmittag ein tragischer Unglücksfall. Der Schwiegersohn des Besitzers, Metzgermeister A n t o n Ieckel, der am Tage des Unfalles sein 43. Lebensjahr, vollendete, war damit beschäftigt, einen Schießapparat, dessen Schuß sich nicht gelöst hatte, nachzusehen. Während der Instandsetzung löste sich plötzlich der Schuß. Anton Jeckel erlitt dabei schwerste innere Verletzungen, an denen er noch am gleichen Tage im Friedberger Krankenhaus verstarb.
Beim Holzfällen tödlich verunglückt.
* Naunheim (Kreis Wetzlar), 9. April. Bei Holzfällungsarbeiten in unserem Gemeindewald ereignete sich ein s chw erer Unglücksfa11. Der 62 Jahre alte Ludwig Neeb VII., der sich, obwohl er Invalide ist, bei dieser schweren Arbeit nützlich machte, wurde von einem A st s o schwer getroffen, daß der Tod des bedauernswerten Mannes auf der Stelle eintrat.
Landkreis Gießen.
* Muschenheim, 10. April. Der 19 Jahre alte Otto Becker von hier verunglückte am gestrigen Donnerstag auf seiner Arbeitsstätte in Trais-Horloff dadurch schwer, daß er unter einen Feldbahnwagen fiel, der ihm ein Bein abfuhr. Der bedauernswerte junge Mann wurde vom Roten Kreuz in Gießen der Chirurgischen Klinik zugeführt.
ist wirklich ideal, es gibt dem Kuchen, auch wenn er mit dunklem Mehl gebacken ist, ein appetitliches Aussehen und feinsten Vanillegeschmack JbiMUvt J&ackfein ul das unbedingt zuverlässige Backpulver
Krähe, da steckt etwas dahinter, und das soll uns Dr. Kropp sagen."
Krähe schüttelte den Kopf, ging an seinen Schreibtisch und brummte:
„Nicht für eine Million möchte ich Schriftsachverständiger sein. Ich würde verrückt werden, wenn ich mich länger als fünf Minuten mit so einem Brief abgeben müßte."
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Das Eispalast-Variete, eine der größten Variete- bühnen im Westen der Reichshauptstadt, rüstete für die beginnende Herbstsaison am 1. September. Die Voranzeigen waren vielversprechend: da war Ras Tasi, der Fakir mit seinen hypnotisierten Krokodilen und Schlangen, Ben Buff, der Jnstrumental- komiker, die Carey-Sisters, tanzende und steppende Amerikanerinnen, vor allem aber Karlchen Emminger, der süddeutsche Humorist, Michel Goring-Mc. Kurry, die beiden berühmten Illusionisten, und Harro, der Gentleman auf dem Drahtseil. Klein und unbedeutend und kaum erwähnt nahm sich dagegen die Nummer der „3 Willis" aus, eine zusammengesetzte Akrobatik- und Musikal-Clown-Nummer.
Die 3 Willis waren vor Jahren einmal eine Spitzennummer gewesen; das war damals, als der Kapitän noch Joseph Lanos war und die rassige Irene Norodna als Partnerin auftrat. Aber fett Lanos und die Norodna aus der Truppe ausgeschieden waren, gelang es den übrigbleibenden drei 'Mitgliedern der Truppe nur schwer, wieder ein Engagement zu finden, und sie mußten auf zweit- unb drittklassigen Bühnen auftreten. Nur durch eifriges Training war es ihnen gelungen, wieder so weit zu kommen, daß sie wieder bei einer führenden Bühne auftreten konnten. Am 1. September waren sie im Eispalast verpflichtet, und zwar als erste Nummer der Spielfolge. Eberhard Willis, der jetzige. Kapitän der Truppe, wußte recht gut, daß sie ihr Engagement nur dem Umstand verdankten, daß Ilona Harvey, die ungarische Spitzentänzerin,
erkrankte. So rückten die Japaner mit ihrem Jonglierakt an die zweite Stelle und die erste Nummer erhielten die 3 Willis als Lückenbüßer. —
Am Abend desselben Tages, da der Kriminalrat Wenig vom Polizeipräsidium Berlin jenen un- orthographisch geschriebenen Brief erhielt, saßen die drei Willis auf dem Dachgarten des Imperial- Hotels.
Durch das große Glasdach kam ein gedämpftes Licht herein, hier und da brannten bereits die Tischlampen, und zwischen dichten und hohen Palmenbüschen saßen die Gäste in eleganten Korbsesseln. Dicke Matten und Teppiche verschlangen jedes Geräusch, man hörte nur die leise Unterhaltung, das Klirren der Tassen unb Lössel, wenn die Kellner servierten oder abräumten und ganz gedämpft die Musik der Kapelle. Die Schritte der Paare auf der kleinen Tanzfläche gaben ein rhythmisches Geräusch, das Eberhard Willis, der Kapitän der Truppe, besonders liebte.
Er war vielleicht fein besonders guter Akrobat, sondern konnte sich die nötige akrobatische Fertigkeit nur durch stete Hebungen und zähe Energie anlernen, aber musikalisch besaß er ein feines Empfinden, und die Verbindung zwischen den akrobatischen Kunststücken und den klopfenden und schleifenden Geräuschen, die diese auslösten, und den Klängen der Kapelle hatte er stets ganz besonders gepflegt. Sein Musikal-Clown-Akt war deswegen berühmt gewesen, weil vom Beginn des Auftritts an jede Bewegung, jedes Geräusch der Truppe und ihrer Instrumente auf die Takte der begleitenden Kapelle abgestimmt war. Er wußte, daß Musik nicht unbedingt von Instrumenten herrühren mußte. Auch das leise stapfende Schleifen des Stepschrittes, der Laufschritt eines Menschen, Bewegungen, welche leise Geräusche auslösten, alles das gehörte mit zur Musik, die seine Akte so fesselnd machten und den Eindruck einer alles beherrschenden taktmäßigen Rhythmik hinterließen.
(Fortsetzung folgt.)


