Einzelbild herunterladen

192. Jahrgang Nr. 83

Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags

Beilagen:

Gießener »vamilienblätter Heimat imBild DieScholle

Bezugspreis: Monatlich... RM.1.80 Zustellgebühr... -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrecdanschluß 2251 Drahtanschrift:Anzeiger" Postscheck 11686 Aranlf. M.

Gietzener Anzeiger

vrühlsche UniverfitStrdruckerri B. Lange General-Anzeiger sürOberhessen «ietzen^chulftratze r-4

§reNag.w. April 1942

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desBormittags

Anzeigen-Preife:

Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung MalstaffeH AbschlüneMengenstaffelü Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/.mehr

Zusammenbruch der amerikanischen Verteidigung aus der Vataan-Halbinsel.

Lissabon, 9. April. (Europapreß.) Den Zu­sammenbruch des letzten Widerstandes amerikanischer Truppen auf der zur den Philippinen gehörenden Insel Luzon deutet das USA.-Kriegsministe­rium in einem Sonderkommunique an Nach den letzten Meldungen aus Fort Hills heißt es, sei mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die amerika­nischen Stellungen aus 3er Bataan-Halbinsel über­wältigt worden sind.

Der Zusammenbruch des amerikanischen Wider­standes auf der Bataan-Halbinsel ist auf die zer­mürbende Wirkung der unaufhörlichen, in den letz­ten Tagen ständig gesteigerten japanischen Luft­bombardements und der Artilleriebe- s ch i e ß u n g zurückzuführen. Nach Funkmeldungen des amerikanischen Oberkommandierenden, General­major Wainwrights, seien feine Truppen körperlich vollständig erschöpft". Bor einem schwe­ren japanischen Angriff mußten die amerikanischen Stellungen am Mittwoch bereits zurückgenom- m en werden. Generalmajor Wainwright habe einkn verzweifelten Gegenangriff zur Wiederher­stellung der alten Front unternommen, doch fei die­ser gescheitert

Der Zusammenbruch der amerikanischen Stel­lungen erfolgte durch einen umfassenden japanischen Angriff gegen die vom zweiten Korps der USA.«

Streitkräfte gehaltene Ostflanke der amerikanischen Widerftandslinien. Hierbei bedienten sich die Ja­paner wiederum erfolgreich ihrer bereits auf Ma­lakka angewandten Taktik. Sie umgingen die amerikanischen Stellungen, indem sie Gruppen auf Flößen die Küste entlang in den Rücken der Amerikaner brachten. Auch schwere Geschütze wurden auf diese Weise im Rücken der amerikani­schen Stellungen eingesetzt. Der Widerstand der USA.-Truppen sei sozusagen gebrochen, teilt National Broadcasting" mit. Die nordamerikani­schen Truppen seien so gut wie zerschmettert, nachdem sie monatelang den überlegenen japanischen Truppen standzuhalten versucht hätten. Die Japaner setzten in großer Zahl Sturzkampfbomber ein, die die amerikanischen Truppen ständig an­griffen.

In militärischen Kreisen Washingtons klammert man sich an die Hoffnung, daß die Jnfelfestung Corregidor am Eingang der Bucht von Manila sich noch eine zeitlang gegen die Japaner halten könne. Allerdings müßten den Verteidigern der Felfeninsel auf schnellstem Wege Verstärkungen an Kreigsmaterial sowie Lebensmitteln gebracht werden. Corregidor ist das letzte Widerstandszen­trum, welches den Amerikanern noch auf den Phi­lippinen bleibt.

fetfhire" ist ein Schwerer Kreuzer von 9975 Ton­nen, der 1929 vom Stapel gelaufen ist und eine Besatzung von 680 Mann hatte. Das Schiff fuhr 32,2 Knoten und verfügte über acht Geschütze von 20,3 cm, acht 10,2-cm-Flugabwehrgeschütze, vier 4,7-cm-Geschütze, acht 4-cm-Flugabwehrgeschütze, acht MG.s und acht Torpedorohre. Ferner befand sich ein Wasserflugzeug an Bovd. DieCornwall", eben­falls ein Schwerer Kreuzer, gehörte zu den größ­ten und stärksten Einheiten, über die die britische Flotte in dieser Schifssklasse verfügte. Das 1926 vom Stapel gelaufene Schiff hatte bei einem Um­bau neben Torpedowulften eine besondere Panze­rung in der Wasserlinie und verstärkte Flugabwehr- bewafsnung erhalten. Bei einer Wasserverdrängung von 10 000 Tonnen und einer Geschwindigkeit von 31,5 Knoten setzte sich seine Bestückung aus acht 20,3-cm-Geschützen, acht 10,2-cm-Flugabwehrge- schützen, vier 4,7-cm-Geschützen und acht MG.s zu­sammen. An Deck befand sich ein Flugzeugschuppen mit drei Wasserflugzeugen. Die Besatzung betrug 680 Mann.

Zehnjahresplan für die Crnah- rungswirischast Ostasiens.

Tokio, 9. April. (DND.) In einer Sitzung des japanischen Landwirtschaftministeriums, an der auch Vertreter der Wehrmacht teilnahmen, wurde zur Sicherstellung der Ernährungsgrundlage Ostasiens ein Zehnjahres plan ausgestellt, der darauf abzielt, Japan, Mandfchukuo und China durch Erhöhung und Verteilung der Lebensmittelerzeugung unab­hängig zu machen. So soll z. B. die R e i s Pro­duktion Japans, die 1941 55 Millionen Koku (ein Koku gleich 180 Liter) betrug, auf 83 Millio­nen erhöht werden. Für Korea, Mandfchukuo und Formosa ist die Förderung des Anbaues von Reis, Sojabohnen, Zucker und Hirse vorgesehen. In China soll besonderes Gewicht auf die Erhöhung der Er­zeugung von Getreide gelebt werden. Die überschüs­sigen Lebensmittel sollen gelagert und, je nach Be­darf, verteilt werden. Weiter soll der Anbau von Futtermitteln, Baumwolle gefördert und die Pro­duktion von Düngemitteln erhöht werden. In den besetzten Südgebieten sollen Maßnahmen ver­mieden werden, die sich allzu einschneidend für die bisherige Lebenshaltung der Bewohner auswirken. Eine Aenderung in der Produktion soll daher dort nur insoweit erfolgen, als es unbedingt notwendig ist. Auf keinen Fall will man sich auf die Lieferung von Lebensmitteln aus den Südgebieten verlassen, ausgenommen Reis, der vor allem aus Thailand und Franzöfifch-Jndochina nach Japan gebracht wer­den soll. Das Zentrum dieser Ernährungsplanung wird jedenfalls Japan in Verbindung Mit Mand- schukuo und China bilden.

Neuer Lustangriff auf Ceylon.

Berlin, 9. April. (DNB.) In den frühen Mor­genstunden des 9. 4. unternahmen starke Verbände der japanischen Marineluftwaffe einen erneuten An­griff auf den britischen Stützpunkt T r i n k o m a 11 im Nordosten der Insel Ceylon. In den Hafen­anlagen wurden schwere Schäden angerichtet. Irin« komali ist der letzte Zufluchtshafen der britischen Asienflotte. Von dem strategischen Dreieck Port Blair auf den Andamanen, Sabang an der Nord- spitze von Sumatra, Trinkomali befinden sich die beiden ersteren bereits in japanischer Hand und die­nen den Japanern als Luft- und Flottenstützpunkte für die Operationen im Golf von Bengalen.

Weitere Erhöhung der Versicherungs­prämien für die englische Schiffahrt.

Z ü r i ch, 9. April. (Europapreß.) Die Kriegsrisiko- Prämien für die englische Schiffahrtstransportver- jicherung sind wieder beträchtlich in dis Höhe gesetzt

worden. Für Transporte im Nordatlantik nach Häfen nördlich von Kap Hatteras an der nordameri- kanifchen Oftküfte, etwa 320 Kilometer südlich von Neuyork, wurde die Prämie von 2,5 auf 4, nach Häfen südlich von diesem Kap auf 5 v. H. erhöht. Für Transporte nach W e st i n d i e n sowie Süd­amerika wurden die Sätze von 4 auf 5 v. H. heraufgesetzt. Für West- und Südafrika be­tragen die Prämienfätze jetzt 5 (früher 3) v. H., nach O st a f r i k a 6 (3), nach Australien und Neu­seeland 7 (5) und nach Indien östlich von Kap Comorin, der Südspitze von Vorder-Jndien, ein­schließlich Ceylon 10 (5) v. H.

Am Vorabend der Iournalistentagung in Venedig.

Venedig, 9. April. (DNB.) Donnerstag abend traf Reichsprefsechef Reichsleiter Dr. Dietrich als Ehrengast zum ersten Kongreß der Union nationaler Journaliftenverbände in Venedig ein. Am Bahnhof heißt ein großes Transparent die 300 Preffever- treter, die aus 15 Ländern in Venedig eingetroffen sind, willkommen. Mehrsprachige Programme und Führer, Tagungs- und Preßbüros, Ärbeitsräume mit eigens gelegten Telephonverbindungen ins Jn- und Ausland, sprachkundige Beratungen stehen zur Verfügung. Eine erste Fühlungnahme zwischen den ausländischen und italienischen Teilnehmern kam bereits bei der Besichtigung der ältesten italienischen ZeitungJl Gazzettino" zustande. Der spanische Außenminister hat im Einvernehmen mit dem Madrider Presseverband dessen Vizepräsidenten und Direktor der ZeitungJnformaciones", den Direktor der ZeitungAlkazar", den Direktor von Radio Nacional, und den Direktor der Falange-Zeitung Jornada" (Valencia) als Vertreter Spaniens auf dem Kongreß der Union nationaler Journalisten­verbände in Venedig bezeichnet. Der Madrider Preffeverband hat einstimmig den Beschluß gefaßt, der Union beizutreten.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Agram, Anfang April 1942.

Wenn sich jetzt im Frühling, der der Natur und dem Leben neue Kräfte bringt, der Tag jährt, an dem vor einem Jahre, am 10.April, der Jahr­hunderte alte Traum des kroatischen Volkes nach nationaler Freiheit und Selbständigkeit förmlich über Nacht feine Erfüllung fand, kann dieses Volk auf ein Jahr harter und schwerer Arbeit zurück­blicken. Es war nicht leicht, auf den Ruinen der Vergangenheit das aufzubauen, was sich der Kroate unter einem eigenen Staatswesen immer vorstellte. Der ganze Verwaltungs- und Gesetz- gebungsapparat des jugoslawischen Staates nut seinen kroatenfeindlichen zentralistischen Tendenzen hinterließ nicht allzuviel, das brauchbar war. Auch das von einer gewissen Schicht im Lande einge« führte liberalistische Denken hatte zu Verhältnissen geführt, die, so verhältnismäßig jung sie waren, nun doch plötzlich überaltert erschienen und in das Sy­stem der autoritären Ordnung, nach dem der Poglavnik den neuen Staat aufbaute, nicht mehr hineinpaßten.

Jedes Volk hat eigene Lebensgesetze, die seinem inneren Wesen entsprechen und die es be­folgen muß, wenn es vom Mühlrad der Geschichte nicht zermalmt werden soll. So wie der National­sozialismus den Lebensgesetzen des deutschen Volkes entspricht und der Faschismus auf der Erkenntnis der historischen Lebensgrundlagen des italienischen Volkes aufgebaüt ist, so mußte auch für die Struk­tur der neuen kroatischen Politik eine Form gesun­den werden, die den Gesetzen des eigenen Volks­lebens Rechnung trägt. Die Ustafcha-Bewe- g u n g, die von Ante Pawelitsch in stürmischen Zeiten gegründet worden war und sich auch in der Zeit der Unterdrückung durch Belgrad mit einer einzigartigen Lehens kraft aufrechterhielt, ist die Trägerin und Gestalterin dieser neuen Lebensfor­men, mit deren Einbau in das Volks- und Staats­ganze das erste Jahr der kroaüschen Freiheit aus- gefüllt war.

Um diese Formen aber auch mit dem richtigen Geist auszufüllen, hat der Poglavnik bewußt auf historische Erscheinungen zurückgegriffen, im klaren Bewußtsein, daß die Organisationsformen früherer Zeiten ganz von selbst aus dem Charakter des Volkes heraus sich entwickelt hatten und daher auch die einzig naturgegebenen sind. Auf diese Meise kam er zum Entschluß, den neuen autoritären Staat auf dem Ständegedanken aufzubauen. Es ist aber nicht der Ständegedanke der bekannten päpst­lichen Enzykliken oder das theoretische Ständeprinzip Othmar Spanns, deren Weltfremdheit am Dollfus- Schufchniggfchen Ständestaat zur Genüge bewiesen wurde, sondern ein Ständeprinzip auf einer volksbiologifchen Basis, das dem Wesen des kroatischen Volkes entspricht. Die uralten Or­ganisationsformen des kroatischen Volkes waren trotz der jahrhundertelangen Fremdherrschaft so stark ge­blieben, daß sie bei den ersten Freiheitsbestrebungen im Jahre 1918 von selbst zum Durchbruch kamen und damals schon die Struktur eines kroatischen Staates bestimmt hätten, wenn er nicht von der Machtgier Belgrads sofort wieder zerstört worden wäre. Die ganze Gedankenwelt Peter R a d i t s ch s entsprach diesem gesunden historischen Ständeprinzip, und es ist bezeichnend, daß die Machthaber in Bel­grad mit allen Mitteln versuchten, gerade diesen Gedanken in Kroatien auszurotten, was ihnen aber trotz allen Bemühungen nicht gelungen ist.

So hatte der Staatsführer Pawelitsch be­reits gewisse feste Grundlagen, als er daran ging, dem neugeschaffenen Staate eine feste Organisation zu geben. Nachdem der gröbste Schutt des von den Serben hinterlassenen Trümmerhaufens beseitigt war und die Macht- und Sicherheitsverhältnisse durch den leidenschaftlichen Einsatz der Ustajcha-Be-

Geschloffene Tankstaiionen."

Zu den größten Enttäuschungen der USA.-Be- völkerung über den Verlauf der ersten vier Kriegs« monate gehört die Entwicklung des Oelproblems für Nordamerika und feine Verbündeten. Bis zum An­fang Dezember o. I. kontrollierten diese Mächte, so jammert die nordamerikanische ZeitschriftTime", 97,5 v. H. der gesamten Weltölerzeugung: jetzt seien viele der w i ch k i g fte nI a n f ft a t i o n e n" geschloffen, und die Schließung weiterer ständs offenbar bevor: Südostasien hätten die Japaner, was die Deutschen planten, wisse man noch nicht genau, und hinsichtlich Tankerfrage und anderer Dinge stie­gen die Schwierigkeiten von Tag zu Tag. So weit jenes USA.-Blatt. Wie steht es mit dem Oelpro- blem nun wirklich?

Wenn wir einen Blick auf eine Weltkarte werfen, die die Oelgewinnnung verzeichnet, so ergibt sich, daß an ihr folgende Länder (in v. H.) hauptsächlich beteiligt sind: die USA. mit 60 v. H. Anteil, Mittel--, und Südamerika mit 15, Europa samt UdSSR, mit 15 und Asien mit 10 v. H. Oder, anders ausgedrückt: auf der ganzen Welt werden gegenwärtig im Jahre 275 Mill. Tonnen Oel produziert. Europa ohne die Sowjetunion hat nur einen verschwindend geringen Teil dessen, was an Oel überhaupt gefördert wird, so daß die Oelüberlegenheit unserer Feinde er­drückend scheint.

Aber in Südostasien sind zunächst einmal rund acht Millionen Tonnen jährlicher Oelerzeugung in japanische Hand gefallen mit Niederlän- disch-Jndien, Nordborneo und Burma. Das scheint wenig und ist doch viel; denn diese Mengen wur­den fast vollständig von unseren Gegnern impor­tiert, und außerdem handelt es sich hier durchweg um hochwertige Flugbenzine. In Mittel- und Vorderasien stehen England und den USA. aus iranischer und irakischer Produktion weitere 10 und 4 Mill. Tonnen im Jahre zur Verfügung. Diese Mengen kommen gegenwärtig aber kaum für

wegung konsolidiert worden waren, konnte mit dem Ausbau dieser neuen staatlichen und sozialen Orga- nisationsform begonnen werden. Jetzt, ein Jahr nach der Staatsgründung, ist dieser Umbau, der in aller Stille vor sich geht, im vollen Gange. Einer der leidenschaftlichsten Vorkämpfer der kroatischen Frei­heitsbewegung, der jetzige Hauptsekretär im Regie­rungspräsidium und Staatssekretär im Korpora­tionsministerium, Dr. Alexander Seitz, wurde vom Poglavnik mit diesem Aufbau betraut. 15 von ihm ernannte provisorische Verbandsobmänner fassen derzeit die einzelnen Stände im Sinne und im Geiste der Ustascha zusammen und schaffen auf ihrer breiten Basis die Grundlage, auf der sich die Zu­sammenarbeit und das Zusammenleben aller Grup­pen im neuen kroatischen Volksstaate aufbauen soll. So erhält Kroatien jetzt schon seine innere Struktur, die ihm die Kraft geben soll, im neuen Europa die Rolle zu spielen, die dem kroatischen Volke, feinen Leistungsmöglichkeiten, feiner geographischen Lags und seinem nationalen Willen entspricht. Entschei­dend ist dabei, daß die Prinzipien des wirtschaft­lichen Liberalismus bei diesem Umbau der völkischen und sozialen Organisationsformen ebenso ausge­merzt werden, wie die parlamentarische Demokratie, die niemals dem Wesen des schollegebundenen kroa­tischen Volkes entsprochen hat, ausgemerzt wor­den ist.

Die Mitarbeit aller beweist, daß die Bevölkerung dieser neuen Organisationsform nicht nur das größte Interesse entgegenbringt, sondern in ihr auch die Garantie für die Sicherung des staatlichen und völkischen Eigenlebens für alle Zukunft erblickt. Es ist erfreulich, wenn man feftftetlen kann, daß man trotz der Kürze der Zeit, in der die bisherige Arbeit geleistet werden mußte, nicht viel herumexperimen- tiert hat, sondern von allem Anfang an schon ganz klar nach den heute feststehenden Grundsätzen gear­beitet hat. Der Wunsch des Poglavnik, Kroatien auf Grund der Ustascha-Grundsätze aufzubauen, ist durch die Schaffung dieser inneren Organisationsform be­reits wesentlich erfüllt worden, und wenn nun der junge Staat in das zweite Jahr feines Bestandes tritt, fo geschieht dies bereits im neuerrichteten eige« nen Haus, dessen Rohbau die endgültigen Formen schon deutlich erkennen läßt. Trotzdem der Staat nach den Grundsätzen des neuen Europa ausgerichtet wird und heute schon die Voraussetzungen schafft, daß er sich einst in die europäische Gesamtorganisa­tion reibungslos einbauen läßt, wird er die natio­nalen Eigenarten des kroatischen Volkes nicht ver­leugnen. Der Poglavnik und die Ustascha-Bewegung sind die Garanten dafür, daß diese Synthese von verjüngtem Kroatentum und neuem Europäertum klar zum Ausdruck kommt und im Ustascha-Stände- staat eine dem kroatischen Volkscharakter entspre­chende Form erhält.

Ein Telegramm des Führers.

Berlin, 10. April. (DNB.) Der Führer hat dem kroatischen Staatsführer Dr. Ante Pave« l i t f ch zum ersten Jahrestag des Bestehens des unabhängigen Staates Kroatien folgendes Tele­gramm übermittelt:Zum ersten Jahrestag des Bestehens des unabhängigen Staates Kroatien über« mittele ich Eurer Exzellenz aufrichtige Glückwünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für eine glück­liche Zukunft des verbündeten kroatischen Volkes, das an der Niederringung des Bolschewismus und dem Aufbau der europäischen Neuordnung so tat­kräftigen Anteil nimmt." Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, hat die Glück­wünsche der Reichsregierung zum Ausdruck gebracht. Zu den kroatischen Feierlichkeiten ist eine deutsche Sonderdelegation mit dem Chef des Protokolls, Ge­sandten von Dörnberg, nach Agram entsgndt worden.

Die japanischen Operationen im Indischen Ozean

Zwei englische schwere Kreuzer und 21 Handelssch ffe versenkt.

lefunten. lieber 1100 Ueberlebenbe, darunter die »eiden Kommandanten, wurden gerettet. DieDor-

Tokio, 9. April. (Europapreß.) Zwischen briti­schen und japanischen See- und Luftstreitkräften ist es im Indischen Ozean zu einem Gefecht gekommen, bei dem die japanischen Schisse und Marineflugzeuge einen britischen Kreuzer vom London-Typ (9850 -Tonnen) und einen weiteren britischen Kreuzer vom Cornwall-Typ (10000 Tonnen) versenkten. Im Verlauf von Operationen gegen die alliierte Ver- forgungsschiffahrt wurden ferner 21 Handeln- schiffe mit insgesamt 140000 BRT. versenkt und 23 Schiffe mit 102 000 BRT. beschädigt. Im Ver­lauf von Luftkämpfen wurden 60 britische und ame­rikanische Flugzeuge ab geschossen. Durch Bombenangriffe auf die britischen Luftstützpunkte wurden drei Flugzeughallen, eine Reparaturwerk­statt sowie andere militärische Anlagen zerstört. Die Verluste der japanischen Marineluftwaffe belaufen sich auf fünf Flugzeuge. Keines der an den Kämp­fen beteiligt gewesenen japanischen Kriegsschiffe wurde beschädigt.

Die britische Admiralität hat bereits die Versen­kung der Schweren KreuzerD o r s e t s h i r e" und Cornwall" im Indischen Ozean bekanntgegeben. Die Kreuzer seien nach japanischen Luftangriffen

Unter amerikanischem Druck.

Zohnstons Verhandlungen in Neu-Delhy.

Schanghai, 10. April. (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten Berichten über die Verhandlungen in Neu-Delhi hat der amerikanische Druck auf die Inder am Mittwoch feinen Höhepunkt erreicht. Oberst Johnson, Roosevelts Beauftragter, fetzte den Kongreßleuten Daumenschrauben an",, heißt es bezeichnenderweise in einem amerikanischen Kabel. Washington Post" erklärt:Wenn die indischen Kongreßführer auf ihren Forderungen beharren, werden sie jede Spur des guten Willens verlieren, dessen sie sich bisher in den Vereinigten Staaten erfreuen!" Johnson erklärte den Kongreßführern, so berichtet das Blatt, bei Ablehnung der Vorschläge Englands müßten sie mit einer Militärdikta­turin Indien rechnen, die bei einem japanischen Angriff rücksichtslos Zerstörungen an In­dustrieanlagen und Verforgungsbau- ten durchführen werde. Roosevelt hat damit auch das Zuckerbrot nicht fehlen laffea und Johnson an­gewiesen, den Vertretern der indischen Gruppen mit« Anteilen, daß die Vereinigten Staaten ein starkes Interesse an Indien nehmen. Johnson soll Voll­machten erhalten haben, Indien die wirtschaftliche Hilfe der Vereinigten Staaten zuzusichern. Amerika­nisches Kapital sei zur Beteiligung an der Entwick- ßmg der Industrie Indiens bereit.

Der Vollzugsausschuß der indischen Kongreß« Partei ist am Donnerstagnachmittag zu einer Sitzung aufammengetreten. Die Besprechungen wer­den am Freitag-vormittag fortgesetzt. Am gleichen Tage versammelte sich auch der Arbeitsausschuß der Moslem-Liga. Anschließend an die Konferenz der Kongreßpartei wurden A z a d und Nehm er­neut von Cripps empfangen. Cripps überreichte am Mittwochnachmittag dem Präsidenten der Moslem- Liga, Mohammed Ali Djinnah, neue Vorschläge. Oberst Johnson hatte am Mittwoch eine längere Unterredung mit Cripps. Die Besprechungen zwi­schen Johnson, Pandit Nehm und Cripps sollen auf Grund folgender britischer Vorschläge stattgefunden haben: W a v e 11 wird Oberbefehlshaber der Alliier­ten, der amerikanische General Hartley über­nimmt das Oberkommando in Indien und der in­dische Verteidigungsminister erhält einen Sitz im Verteidigungskommitee mit erweiterten Befugnissen, die sich auf die Errichtung einer nationalen Miliz und einer Heimwehr erstrecken. Nach einerUnited- Preß"-Meldung aus Bombay soll der National- Kongreß die von Cripps oorgeschlagene Formel an­genommen haben. Dagegen meldet der Sender Schenectady am Donnerstagnachmittag, daß John­son dem Führer der indischen Kongreßpartei, Pan­dit Nehm, einen neuen Vorschlag überreicht habe. Dieser sehe die sofortige Errichtung einer in­dischen Regierung vor, in der sämtliche Ministerien einschließlich des Verteidigungsministeriums durch ilationalinfter besetzt werden sollen.

Kroatiens inneres Gesicht.

Von unserem S.-Berichterstatter.