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192. Jahrgang Nr. 57 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags

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vrühlsche UniverfitätLdruckerri 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Sietzen,^rchulftratze 7-»

Montag. 9. MSr; 19^2

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Trutz der Ilot durcl

Von unserem D.

. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Zürich, März 1942.

Die Aufforderung, die in der Ueberschrrft mitge­teilt wird, findet sich auf einem Plakat, das man in der Schweiz an allen bemerkenswerten Punkten angeschlagen sieht. Sie wird erläutert durch eine üppige Kornähre auf himmelblauem Grund. Damit ist man gleich beim Kernproblem des Schweizer All- tags, beim täglichen Brot! Um sie kreist alles Sinnen und Denken. Denn man sieht sich vor der Frage, beinahe etwas Unmögliches zu wollen. Die Schweiz ist als ausgesprochenes Gebirgsland fast zur Hälfte unproduktiv. Die Hochalpen sind zwar landschaftbich von höchstem Reiz und locken auch die Fremden in Friedenszeiten in großer Zahl heran, aber landwirtschaftlich ihnen etwas abzugewinnen, ist ein eitles Bemühen. Diese eine Hälfte des Landes muß also als hoffnungslos abgeschrieben werden. Die andere ist natürlich wie überall gut und weni­ger gut. Bei dem letzten Teil hat die Arbeit einge­setzt. Nicht ohne Erfolg!

Man stellt jetzt mit Genugtuung fest, daß sich die Gesamtanbaufläche seit Kriegsbeginn um mehr als die Hälfte vergrößert hat. Sie beläuft sich zur Zeit, wie der eben erschienene Quar- talsbericht der Eidgenössischen Kommission für Kon- junkturbeobachhung mitteilt, auf 310 000 Hektar. Ze- doch, so wird gleich hinzugefügt, noch reiche die Fläche nicht aus: die Schweiz bedürfe zur Sicher­stellung ihres täglichen Brotes einer Fläche von 500 000 Hektar! Ob die fehlende Menge vom Aus­land hereinkommt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Deshalb trifft man die Vorsichtsmaßnah­men, das Getreide fo scharf wie möglich auszumah­len und das Brot nuraltbacken" zum Verkauf zu bringen. Durch dieses Mittel hat sich bisher die Ra­tionierung vermeiden lassen. Dasselbe ist bei dem Fleisch gelungen. Doch griff man hier regelnd ein, indem man nach und nach drei fleischfreie Tage in der Woche einführte. Bei solchen Ernährungsver- hältnissen kann man natürlich noch nicht von einer eigentlichen Not sprechen, aber man wird doch be­sinnlich und sucht nach Auswegen.

Hierbei bemüht man sich mit ehrlichem Bestre­ben um Verständnis. Man lehnt es allerdings ab, von ausländischen Journalisten mit einem ent­schwundenen Arkadien verglichen zu werden. Die Schweizer sind in allen ihren Volksteilen zu nüch­tern, um jemals zu dem Glauben zu gelangen, daß in ihren Tälern früher ein idyllisches Hirtenparadies bestanden habe, wie es Sagen und Märchtenträume von Arkadien berichten. Selbst in der höchsten Blüte des Reiseverkehrs (vor dem Weltkriege 1914/18) liefen keine gebratenen Schweine herum, bei denen man nur zuzulangen brauchte. Vielmehr bestand das Alltagsleben der Schweizer bereits seit ihrem Zusammenschluß in der Eidgenossenschaft in einem stetigen Kampf ums Dasein. Aber sie führten ihn gegen alle Gewalten mit Freude und Kraft, weil die Landesfreiheit ihnen den Antrieb dazu gab. Da­bei blieben sie sich keinen Augenblick darüber im Unklaren, wie wichtig für sie das gute Verhältnis zu den großen Nachbarn ist, zwischen denen und aus deren Volksteilen sie ihr Staatswesen aufrichten konnten. Daß sich bei solchem Entwicklungsgang nicht immer der richtige Gefühlsausgleich nach allen Richtungen hin vollzieht, bleibt menschlich verständ­lich. Man wird diesen Zustand hinnehmen können, wenn sich die Behörden und die Oefsentlichkeit der notwendigen Korrektheit befleißigen.

Anderseits wird man auch anerkennen, mit wel­cher Zähigkeit und Zielstrebigkeit der kleine, einge- schlossene Binnenstaat sich bemüht, aller Schwierig­keiten Herr zu werden. Man man auch ein gewisses Schmunzeln nicht unterdrücken können, wenn man den Stolz der Schweizer auf ihre Handels­flotte sieht. Diese würde bestimmt noch erheblich mehr heranschaffen, wenn sie mehr Gelegenheit zur Warenbeschaffung hätte. Hingegen läßt sich ein Kopfschütteln nicht vermeiden, wenn man sieht, w.e wohlmeinende Patrioten eine Verbesserung des Wasserstraßennetzes durch die Anlage eines Kanals von der Aare zum Genfer See vorschlagen in der Hoffnung, einen regen Schiffsverkehr aus Deutsch­land zum Mittelmeer hochzuzüchten. Es ist jedoch nie bekannt geworden, daß die bereits bestehende Verbindung durch den RheinRhone-Kanal jemals über nicht ausreichende Verkehrsmöglichkeiten ge­klagt hätte. .

Es erscheint beachtlich, wie sich Die Schwerz der Kohlenknappheit mit Erfolg erwehrt. Deutsch­land ist ihr als einziger Kohlenlieferant übrig- geblieben. Natürlich wird auf diese Weise der Be­darf nicht ausreichend gedeckt. Zu dieser Kriegs­erscheinung kommt noch der strenge und lange Win­ter dieses Jahres. Kein Wunder, wenn die an sich' recht beträchtliche Elektrizitätserzeugung des Landes sich als unzulänglich erweist. Hauptsächlich aus klimatischen (Brünnen, da die Stauseen der Elektri­zitätswerke vielfach zu Eis erstarrten und infolge­dessen die Turbinen nicht mit Wasser beliefern konn­ten. Eine solche in diesem Winter übigens erst­malig beobachtete Erscheinung hat sogleich den Er­findergeist mächtig angeregt. Man wird ein riesiges Akkumulatorenwerk errichten, hier im Sommer Energie aufspeichern und diese dann im Winter nach Bedarf verteilen. Im Augenblick blieb natürlich nichts anderes möglich, als dos Heizen mit elektri­schen Oefen in Privathäusern zu verbieten und den Eisenbahnverkehr weitgehend einzuschränken. Selbst­verständlich ist der Kraftwagenverkehr seit Kriegs­ausbruch erheblich zurückgegangen, obwohl rür die großen Wagen der Holzgasgeneratorenantrieb sich auch hier sehr eingebürgert hat. Alle Treibstoff­arten bleiben nach wie vor recht knapp.

In der letzten Februarwoche hat sich Bundesrat Stampfli, der Leiter des Volkswirtschafts­departements, über die Wirtschaftslage der Schweiz in einer öffentlichen Rede geäußert. Er begrüßte die Fortschritte in der Agrarversorgung, stellte auch solche auf dem Gebiete der Ersatzstoffe, namentlich

/ Schweizer Brot!"

Berichterstatter.

in der Textil- und Treibstoffwirtschaft, fest, bedauerte aber, daß die Schweiz im Vergleich zu anderen Län­dern in der Verwertung der Altstoffe und Abfälle noch sehr weit zurückstehe. Er legte der Bevölkerung dringend ans Herz, sich für deren Nutz­barmachung mit aller Kraft einzusetzen. Die Ver­waltung der Schweizer Bundesbahnen geht bereits mit leuchtendem Beispiel voran. Vor einiger Zeit ist die gewaltige, viergleisige Eisenbahnbrücke vom Hauptbahnhof der Bundeshauptstadt Bern über das Aaretal dem Verkehr übergeben worden. Sie ist die größte Betoneisenbahnbrücke in Europa und wird mit Recht als ein Meisterstück Schweizer Technik angesehen. Bisher ging der Verkehr über eine Brücke von Eisen und Stahl. Diese wird nunmehr behutsam abgebrochen. Mit 600 Tonnen Schrott liefert sie einen wertvollen Beitrag zur schweizeri­schenAltmetallsammlung". Durch solche Maß­nahmen zeigen die Behörden, daß sie gewillt sind, mehr und mehr sich von den rein lioeralistischen Wirtschaftsformen der Vorkriegszeit zu lösen. Sie erkennen, wohin eine allzu große Bewegungsfrei­heit des Einzelnen führen kann. Bei etwas mehr Voraussicht und stärkerer Lenkung und lieber« wachung der vorhandenen Mittel wäre mancher gegenwärtige Mangel vermieden worden, manche Schwierigkeit vielleicht überhaupt nicht entstanden.

So wirkt die Not als Erzieher. Am schmerzlichsten empfindet das der eigenwillige Schweizer in der Beschränkung seiner persönlichen Freiheit. Er kann

I o t i o, 9. März. (DRV. Funkspruch.) Japanische Truppen haben an bisher unbenannten Punkten Landungen auf Neu-Guinea durchgeführt.

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Neu-Guinea, die zweitgrößte Insel der Erde, mit seinen 800 000 Quadratkilometern noch um ein Vier­tel größer als das Deutsche Reich, aber mit kaum einer Million Einwohner einer der dünnst bevöl­kerten Teile der Welt, verdankt diese schwache Be­siedlung den bis zu 5000 Meter ansteigenden Ge- hirgen, die die Insel durchziehen, und dem den Europäern wenig zuträglichen feucht tropischen Klima in den Ebenen und Küstenstrichen. Das ist wohl auch der Grund, warum Neu-Guinea erst ver­hältnismäßig spät in die Kolonialpolitik der euro­päischen Nationen einbezogen wurde. Denn wenn

Rangun von jap

Tokio, 9. März. (DRV. Funkspruch.) Rangun ist von japanischen Truppen vollkommen be­seht worden.

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Rangun ist mit 400 000 Einwohnern die Haupt­stadt Burmas und der wichtigste Hafen Hinter­indiens. Einige Entfernungsangaben mögen illu­strieren, wie nahe für die Verhältnisse der Kriegführung zur See und in der Luft der Krieg an Vorderindien, dem Mittelpunkt des englischen Kolonialreiches, herangekommen ist. Es sind von Rangun nach Kalkutta 1350, nach Madras knapp 2000 und nach Colombo an der Westküste Ceylons 2370 Kilometer!

Rangun hat für Vorderindien aber auch noch eine besonders weittragende Bedeutung. Es ist der größte Reishandelsplatz der Welt. Burma führt alljährlich drei Millionen Tonnen Reis aus. Davon geht rund eine Million Tonnen über die von den Japanern schon vorher besetzten Häfen Tavoy und Mulmein. Reichlich zwei Millionen Tonnen Reis werden aber über Rangun verschifft, von denen zwei Drittel für Vorderindien und Ceylon bestimmt waren. Da auch Französisch- Jndochina, Thailand und Jnsulinde als Reisliefe­ranten ausscheiden, kommt die ganze Ernährungs­wirtschaft des ungemein dicht bevölkerten Indiens und der Insel Ceylon in Unordnung und die sehr mißlichen Ernährungsverhältnisse in Vorderasien von Iran bis Aegypten werden noch wesentlich verschlechtert. Nach dem Verlust der Erdölgebiete auf Borneo und Sumatra ist Burma auch das letzte

Auch Djolialarta von

Tokio, 7. März. (DNB.) Nach der vorherigen Besetzung von Purwodadi und Surakarta wurde der strategisch wichtige Schlüsselpunkt nahe der Süd­küste Javas D j o k i a k a r t a von den Japanern besetzt. Surakarta ist die Hauptstadt des niederlän- 'd-isch-indrschen Gouvernements gleichen Namens un­gefähr in der Mitte der Insel Java. Sie hat rund 170 000 Einwohner. Besonders Gold- und Kupfer­waren werden dort hergestellt. Djotiakarta ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, etwa 10 Kilo­meter nördlich von der Südküste, ungefähr in der Mitte der Insel Jcrva, einer Gegend, in der bevor­zugt Kaffee, Zuckerrohr und Tabak angebaut wer­den. Die Stadt hat etwa 140 000 Einwohner und ist Sitz eines Gouverneurs. Durch den bereits vor mehr als 24 Stunden erfolgten japanischen Durch­stoß zur Südküste von Java ist es den Verteidigern unmöglich gemacht worden, Truppen und Kriegs­material noch nach Australien abzutransportieren. Der einzige für Einschiffungen großen Stils zur Verfügung stehende Hafen an der Südküste Javas ist durch 'systematische Bombenangriffe nahezu un­brauchbar gemacht worden. Durch Truppenlandun­gen an einer Reihe weiterer Punkte der javanischen

sich nicht mehr dem Beruf widmen, dem er gern möchte. Seine schönsten Erinnerungen gelten noch der Blütezeit des Hotelgewerbes. Sie haben sich aber schon längst zu einem Traumbild verflüch­tigt. Bereits seit dem ersten Weltkrieg ist der Frem­denverkehr derartig zurückgegangen, daß sich lang­sam eine Umschichtung innerhalb der Berufe durch­setzen mußte. Seit 1940 beschleunigt sich deren Tempo. Die Landwirtchaft wurde zu einem ausge­sprochenen Mangelberuf. Ihrem Wesen nach sind jedoch ihre Forderungen so gebieterisch, daß auch derfreieste" Schweizer sich ihnen nicht entziehen kann. Weiter verlangen die Uhrenfabrika­tion, vor allem die chemische Industrie und merkwürdigerweise das lange darniederliegende Stickereigewerbe einen erhöhten Zustrom von Arbeitskräften. Da alle drei Wirtschaftssparten wichtige Vertreter des Schweizer Exports sind, durch den Nahrungsmittel herangeschafft werden, so muß sich die arbeitende Bevölkerung oft genug umstellen. Sie tut dies, wenn auch mit Hemmungen. Diese liegen hauptsächlich in der immer beträchtlicher werdenden Spannung zwischen dem Lohnindex und Lebenshaltungsindex. Hier tritt die früher herr­schende Wirtschaftsgesinnung am deutlichsten in Er­scheinung, allerdings etwas verständlich gemacht durch die große Abhängigkeit vom Ausland gerade auf dem Gebiet der Ernährung. Es wird noch viele Bemühungen und noch mehr Einsicht bei allen Be­völkerungsschichten kosten, ehe hier der erträgliche Ausgleich sich durchsetzt. Er ist eine Naturnotwendig­keit aus innerem Schweizer Geschehen, zugleich aber auch eine Voraussetzung für die Angleichungen der Schweiz an das künftige Europa ...

U -Guinea gelandet

es auch schon Anfang des 16. Jahrhunderts von Spaniern entdeckt wurde, so nahmen, erst 1828 die Holländer die westliche Hälfte der Insel in Be­sitz, in die östliche teilten sich 1884 Deutsche und Briten. Zum damaligen deutschen Kolonialbesitz gehörte auch der Bismarck-Archipel mit den Inseln Neu-Pommern, Neu-Mecklenburg, Neu-Han- nover und den im Bogen nach Norden vorgelager­ten Admiralitäts-Inseln. Das Versailles Diktat be­raubte uns mit den anderen Kolonien auch dieser fernen Besitzungen, nachdem sie schon vor Beginn des Weltkrieges den Australiern in die Hände gefal­len waren. Als Völkerbundsmandate verschüchterte man sie an Australien, das sich aber gänzlich un­fähig zeigte, etwas der früheren deutschen Muster­verwaltung auch nur annähernd Gleichwertiges auf die Beine zu stellen.

en besetzt.

große Erdölgebiet, das den Engländern im Indischen Ozean bis zum Persischen Golf zur Ver­fügung stand. Zwei Großraffinerien verarbeiteten in Burma jährlich über 1,1 Millionen Tonnen Erd­öl zu hochwertigem Flugzeugbenzin. Für die eng­lische Heimatinsel schlägt der Verlust der Oelsrüchte- einfuhr von Baumwoll- und Sesamsamen, von Erd- und Kokosnüssen schwer zu Buche. England und die Vereinigten Staaten können jetzt auch die letzten Liefermöglichkeiten von Blei, Zinn und Wolfram aus Hinterindien abschreiben.

Auch pegu in japanischen Händen.

Tokio, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Die ja­panischen Truppen besetzten am Samstagnachmittag Pegu. Oberkommandierender an der Burma-Front ist Generalleutnant Shojiro Jida, der seinerzeit die Landungsoperationen im Süden von Französisch- Jndochina leitete. Pegu liegt etwa 70 Kilometer nörlich von Rangun.

Nach der Einnahme von Martaban am 10. Fe­bruar verfolgten die japanischen Truppen die flie­henden Feinde. Sie durchbrachen am 16. und 17. Februar den starken feindlichen Widerstand am Flusse Bilin und vernichteten anschließend eine feindliche Division ostwärts vom Flusse ©ittang. In der Nacht zum 3. März erzwangen die Japaner den 11 eher gang über den Si klang und begannen am glei­chen Tage den Angriff auf Rangun. Mit dem Fall von Rangun ist das Hauptziel der japanischen Ope­rationen an der Burma-Front erreicht.

den Japanern beseht.

Nordweskküste ist es den Japanern gelungen, fast die gesamte etwa 50 000 qkm große Küstenebene unter ihre Kontrolle zu bringen. Die längs der Küste ver- laufenden Bahnlinien befinden sich in japanischer Hand.

Burmas strategische Bedeutung.

Tokio, 9. März. (DNB.-Funkspruch.) Major Takashi Hiraguschi von der Pressestelle des Kaiser­lichen Hauptquartiers sprach über die militärischen Operationen in Burma. Die Burma-Front sei in zweierlei Hinsicht wichtig. Mit der Besetzung Bur­mas würden für Tschungking Oel- und alle anderen Zufuhren aufhören, was ein Ende der bisherigen Illusionen Tschiangkaischeks bedeute. Auch würden bedeutende japanische Truppen frei. Zweitens hänge Indiens Industrie und Handel fast völlig von den Rohstoffquellen Burmas ab. Ein Verlust Dur- mas bedeute eine direkte Bedrohung In­diens. Um diese strategisch wichtige Stellung gehe der Kampf. Nach dem Verlust Hongkongs und Sin­gapurs mache England weitgehende Versprechun-

Oer Schrei nach Schiffen.

England hat sich auch in diesem Kriege in erste? Linie auf seine Flotte verlassen. Das Vertrauen zu? britischen Seemacht war anfangs noch so groß, daß man allein von der Blockade den Sieg erhoffte. Inzwischen sind jedoch so vernichtende Schläge auf England herniedergesaust, daß dies Vertrauen in dis Flotte völlig erschüttert wurde. Viele der besten Schiffe wurden von deutschen U-Booten und japa­nischen Marinefliegern versenkt, andere von Streit­kräften der Achse schwer beschädigt und schon weit über 15 Millionen BRT. Handelsschiffsraum ver­nichtet. Die Blockade-Schlacht im Atlantik geht pau­senlos weiter und zehrt an den Kräften Englands», so daß Churchill zu dem Klageruf veranlaßt wurde» daßEngland nur eben seinen Kopf über Wasser hielte". Das ist keine geeignete Stellung für den Beginn einer Offensive gegen einen mächtigen Gegner.

Das Operationsgebiet der deutschen U-Boote hat sich inzwischen noch erweitert. Hoch oben in der Barents-See und im Nördlichen Eismeer bekämpfen sie die Geleitzüge, die den Sowjets nach Murmansk Kriegsmaterial bringen sollen. Dieser Kampf ist in feinen Bedingungen grundverschieden von dem Einsatz der deutschen U-Boote im Mittel m e e r, wo es gilt, die feindlichen Seestreitkräfte immer wieder anzugreifen, um damit die Nach­schubwege der Achse und die Afrikatruppen zu ent­lasten. Daß dies in vollem Maße gelungen ist, zeigen die großen Erfolge des Generalobersten Rommel und seiner tapferen deutsch-italienischen Verbände.

Inzwischen haben die deutschen Unterseeboote ihre Tätigkeit anderKüsteNordamerikas und Kanadas und im Karibischen Meer auf- genommen. Dis heute wurden dort schon 663 500 BRT. feindlicher Handelstonnage versenkt. Das ist in so kurzer Zeit ein gewaltiges Ergebnis. Auch hier stehen unsere U-Boote vor einer schwierigen Auf« gäbe, gilt es dach, weit entfernt von den eigenen Stützpunkten an der fremden Küste zu operieren, die von den eisigen Zonen Neufundlands bis in dis subtropischen Gewässer des Karibischen Meeres reicht. Trotzdem gelang es unseren kühnen U-Boot- Besatzungen, in das Karibische Meer ein« zudringen und die wichtigen Oelrafsinerien von C u* ra?a'o und Aruba zu beschießen.

Diese beiden niederländischen Inseln, die von bri­tischen und amerikanischen Truppen besetzt und da­mit feindliches Gebiet wurden, schlagen fast das ganze Rohöl aus Venezuela um. Das Oel kommt in Küstentankern aus Maracaibo und wird auf Aruba und Cura^ao veredelt zu Treiböl oder Benzin und von dort in Hochseetankern weiter verschickt. Don 1929 auf 1937 hat sich der Umschlag hier fast verdoppelt und erreichte eine Gesamt aus fuhr von 19,9 Millionen Tonnen. Am internationalen Handel mit Heiz- und Treiböl waren die beiden Inseln mit mehr als einem Drittes beteiligt. Man erkennt dar­an, ein wie wichtiges Zentrum der Deiner* f o r g u n g, vorwiegend für England, diese Inseln sind. Es ist klar, daß in diesen Gewässern auch im­mer ein besonders lebhafter Verkehr an Tankschiffen besteht.

Auch bei den Versenkungen in den Gewässern Nordamerikas ft eben d i e Tankschiffe an erster Stelle. Don den 98 versenkten Schiffen waren nicht weniger als 46 Tanker. Das ist von großer Bedeu­tung,' da nicht nur die englische, sondern auch zum Teil die amerikanische Ölversorgung vom lieber*1 feetransport abhängig ist. England erhält heute mehr als die Hälfte seines Oels aus Nord- und Mit­telamerika, davon wieder einen großen Teil aus Venezuela. Es ist natürlich besonders bedeutsam, diesen Verkehr schon an seinem Ausgangspunkt zu stören. Aber auch die Versorgung der' USA. erfolgt aus kalifornischen Häfen durch den Panamakanal und aus den Goschölen in Käst entan kern, die das Oel in die großen Raffinerien nach Neuyork und den anderen Häfen der atlantischen Küste brinnen. Eine Behinderung und Unterbindung dieser Küstenschiff­fahrt muß verhängnisvolle Folgen haben und dis

gen, um Burma und Indien für sich zu gewinnen. Die traurigen Erfahrungen beider Länder ließen aber vermuten, daß sie nicht mehr gewillt seien, nach der englischen Pfeife zu tanzen. Burma wisse be­reits, daß es ein selbständiges Glied Groß» ostasiens werden könne.

©üöfumafro in den Händen de^Zapaner

Tokio, 8. März. (DNB.) Süd-Sumatra ist nun vollständig in den Händen der Japaner. Die japa­nische Armee besetzte nach der Vernichtung der feind­lichen Truppen im Gebiet von Moerarä Tebo am Zusammenfluß der Flüsse Tebo und Djoedjoehan die strategisch wichtige Stadt D j a m b i am Süd» ufer des Hari-Flusses. Sämtliche Petroleumfelder in der Nähe von Djamdi fielen ebenfalls in japanische Hände. Djambi liegt 200 Kilometer nordwestlich von Palembang. Die gleichnamige Residenzstadt hat reine Erdöllager und Kautschukplantagen.

Bombenangriff auf Pearl Harbour.

Tokio, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Die ja­panische Marinelustwaffe griff in der Nacht zum 5. März überraschend Pearl Harbour an. Ohne eigene Verluste wurden mehrere Tonnen Explosiv­stoff auf das Marinearsenal abgeworfen, daß die Amerikaner nach dem Angriff im Dezember wieder aufzubauen im Begriff waren. Außerdem wurden wichtige militärische Einrichtungen zerstört.

Kriegsrat in Washington.

Lissabon, 8. März. (Europapreß.) Der Ernst der Lage auf Java bildete den Gegenstand eines Kriegsrates der Vereinigten (Staaten unter dem Vorsitz von Präsident Roosevelt. An dem Kriegsrat, der ungewöhnlich lange dauerte, nahmen teil Kriegsminister S t i m s o n , Marineminister Knox, die Admirale Stark und King, General Marshall, der Chef der ßuftftreitfräfte der Vereinigten Staaten, Wallace, und die Chefs der verschiedenen Parlamentskommissionem