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Oie Wahrheit über da« Schloß Tolstojs

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32 Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Dann tauchte bald

den ganzen Westen der

Stadt umgab. Aus der leicht getrübten Helle des

Schafs! itsakt

Oer britische Rückzug auf Malakka.

Oer Slim-Fluß in Llnter-Perak von den Japanern überschritten.

worden war. Auf diesem Minenfeld haben zahlreiche Einwohner den Tod gefunden, da die Minen unter Schnee lagen und nicht zu erkennen waren. Von deutschen Truppen wurden sofort Sicherungsmaß­nahmen getroffen.

Wie es in Wahrheit um die Behandlung von Er­innerungsstätten durch die Bolschewisten bestellt ist, beweist das Turgenjew-Museum in Orel. Es enthielt sämtliche Turgenjewschen Möbel, seine Bibliothek usw. Von diesen Gegenständen waren beim Einzug der deutschen Truppen lediglich ein paar Bücher und Möbel sowie etwas Wandschmuck übriggeblieben. Das gesamte übrige Inventar, vor allem die Möbel, haben die Bolschewisten in zwei Waggons aus Orel w e g g e f ch a f f t. Darüber hin­aus hat der letzte bolschewistische Museumsverwal­ter die Anordnung getroffen, daß alle restlichen Mu- seumsgegenstände verbrannt werden sollten, so­bald die deutschen Truppen den Ort besetzten. Daß dies nicht geschah, ist lediglich dem schnellen Ein­marsch der deutschen Verbände zu danken.

Der Schutz solcher Kulturstätten ist jedem Deut­schen eine Selbstverständlichkeit, um so mehr, als Tolstoj ebenso wie Turgenjew, Schewtschenko, Tschechow, Rimski-Korsakow, Tschaikowsky, von deren Wirkungsstätten die Bolschewisten ähnliche Greuelmeldungen verbreiteten, in Deutschland mehr Menschen bekannt sein dürften, als in der ganzen Sowjetunion.

sich nach Hause fahren, holte das Scheckbuch aus dem Schreibtisch und gab dem Chauffeur als nächstes Ziel das beste Geschäft für Herrenkleidung an. Fünf­zehn Minuten vor sieben Uhr stieg er die Treppe zum zweiten Stockwerk des großen Hauses empor und äußerte seine Wünsche.

o find die Rohstoffe für Roosevelts Rüstungsprogramm?

Stockholm, 8. Ian. (DNB.) Wie Reuter aus Singapur meldet, mußten sich die britischen Trup­pen auf der westlichen Malaien-Halbinsel weiter zurückziehen, nachdem es der japanischen In­fanterie gelungen war, in ihre Verteidigungslinien einzubrechen. Sie zöge sich bis südlich des Slim-Flusses in Unter-Perak zurück und erlitteneinige Verluste". In dem britischen Kom- muniqus wird weiter vonschwerem feindlichen Druck" auf die.untere Perak-Front gesprochen. Der Slim-Fluß ist ein Nebenfluß des Bernam-Flusses, der Perak von Selangor trennt. Nach Berichten aus Tokio nahmen japanische Stoßtrupps am Mittwoch­nachmittag eine nicht näher bezeichnete Stadt in der Malaya-Provinz Selangor. Die Stadt war, von den Briten stark befestigt, zur Verteidi­gung einer bestimmten Stellung von höchster strate­gischer Bedeutung. Durch die Einnahme dieses Punktes hätten die Operationen nun auch in Selan­gor einen äußerst günstigen Verlauf für die japa­nischen Streitkräfte genommen. Die Japaner be­fänden sich nunmehr im weiteren Vormarsch nach Süden durch hügeliges Gelände. Ob es sich bei der ungenannten Stadt bereits um Kuala Lumpur handelt, ist nicht bekannt. Kuala Lumpur, gelegent­lich auch Kwala Hampur geschrieben, ist mit seinen fast 100 000 Einwohnern die Hauptstadt des malai­ischen Staates Selangor. Die Ausbeute der reichen Vorkommen cm Zinn, Wolfram und Braunkohle sowie der gut entwickelte Plantagenbau von Kaut­schuk und Kokospalmen hat die Einwohnerzahl rasch emporschnellen lassen und sehr viele Inder und Chi- nesen in das Land gezogen. Kuala Lumpur ist ein

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sinkenden Tages fuhren sie in den dämmrigen Schatten des Waldes. Die Buchenstämme wuchsen empor wie Säulen eines gewaltigen Domes. Ein wenig später machten sie Fichten Platz, deren har­ziger Duft Erquickung brachte. Ueber eine waU>- umstandene Wiese, auf der Millionen Sommer» blnmen blühten, erreichten sie das Cafö, dessen Dächer sich unter uralten knorrigen Eichen und breitkronigen Linden verbargen. Gewandt lenkte Kammin auf den Parkplatz, sprang behende wie ein Junge aus dem Wagen, riß den Schlag auf und bot Karla die Hand.

(Fortsetzung folgt)

Im Handumdrehen lagen ihm eine Reihe von Anzügen zur Begutachtung vor. Er probierte den ersten an und hätte sich beinahe selbst ausgelacht. In dieser ungewohnt hellen Kleidung kam er sich halb wie ein Gigerl, halb wie eine komische Figur vor. Beim zweiten Anzug war der Eindruck schon verblaßt. Im dritten begann sich Herr Kammin zu gefallen, und als er in den vierten hineingeschlüpft war, stand sein Entschluß fest: Dieser graue Anzug mit dem leicht bläulichen Schimmer mußte es sein. Aber Binder paßte nicht dazu. Er wählte mit Bed", einen, dessen Grundton ein sattes Rot bilde!, knüpfte ihn gleich um, ging in die Kabine und stieg in die Hosen. Sehr zufrieden mit sich selbst, überzeugt davon, daß ihm jetzt Karla nicht mehr widerstehen konnte, schritt er würdevoll und

London sucht nach den rechten Mannern.

Stockholm, 8. Jan. (Europapreß.) Die britische Ratlosigkeit über den geeigneten Befehlshaber im asiatischen Kampfraum ist groß. Man erklärt in London bisher nur, daß noch keine Klarheit über den Nachfolger General Wavells auf seinem bisherigen Posten als Oberbefehlshaber in In­dien bestehe. Ferner bedürfe die Frage einer Klärung, wer den Oberbefehl über die See- st r e i t k r ä f t e im Gebiet von Australien und Neuseeland erhalten werde. Auch stehe noch nicht fest, wer den Oberbefehl in Australien über­nehmen werde, denn weder Indien noch Australien gehörten zum Bezirk des neuen Chefs des pazi'fi- fchen Oberkommandos, General Wavells. Es mag sein, daß sich die Briten Sorgen machen über die neuen Befehlsträger in Indien. Wegen Australien aber brauchen sie das nicht mehr, denn es zeigt sich von Tag zu Tag mehr, daß dieses gewillt ist.

wenn er nicht diese Rücksichtslosigkeit seiner Ell­bogen und Sprache gehabt hätte.

Als die letzten Häuser der Stadt hinter ihnen lagen, trat Theo Kammin ein wenig fester auf den Gashebel. Der Wagen schoß vorwärts, daß der Fahrwind als erfrischende Brise um ihre Schläfen strich. Die Schnelligkeit war ein Rausch, passend zu dem Aufruhr ihres Blutes.

Wohin wollen Sie?" rief das Mädchen, um verständlich zu sein.

Zum Cafö Waldfrieden."

Falsch. Das liegt links ab."

Ein bißchen Umweg ist auch schön." Sie sahen sich für einen flüchtigen Augenblick an und lächel­ten. Er mußte den Blick wieder nach vorn auf die Straße richten, und sie konnte ihn so ungestört beobachten. Jetzt fiel ihr erst auf, warum der immer amtlich wirkende Kommissar heute abend anders aussah: Er trug einen hellen Anzug. Sein ge­bräuntes Gesicht hob sich gut von der Farbe des Stoffes ab. In Karla gewann süße Sehnsucht die Oberhand, dieser Mann möchte seinen starken Arm um sie legen und sie vor irgendwelchen Aengsten

Dollar einbringen müssen. Roosevelt meint, die Zeit sei gekommen, um außerordentliche Maß- ' nahmen steuerlicher Natur zu ergreifen, da es darauf ankomme, eine inflationistische Preissteige­rung zu vermeiden.

1943 auf 5 Milliarden Dollarmonatlich steigen. Angesichts der Erhöhung der Kriegsaus­gaben würden, so wird aus Washington weiter be­richtet, die Voranschläge für die Unterstützung der Landwirtschaft, der Arbeitslosen und der Jugend- . me| lichen um d i e H älfte auf 1,46 Milliarden Dol- i. lar gekürzt. Die Bundesschulden der 1 USA. für 1943 werden auf 110 Milliarden Dollar gegenüber 34 Milliarden im Jahre 1940 geschätzt. Deshalb ist geplant, einige Zeit nach Kriegsende keine Streichung der jetzt vorgenommenen Steuer­erhöhungen vorzunehmen. Die Steuereinnahmen sollen von 6 Milliarden im Jahre 1940 auf 18 Mil­liarden im Jahre 1943 ansteigen. Im Finanzjahr 1943 werden Sonder st euern 7 Milliarden

Explosion in Raum 5

Roman von H.G. Hansen

Copyright by Prometheus-Verlag Dr.Elchacker, Gröbenzell b.Mönchen

Lochum, on er ein !

Der Kommissar ließ seinen Fahrer ganz ver­kehrswidrig direkt neben dem grünen Kabriolett halten, in dem Karla Kabelt faß' Mit strahlendem Lächeln stieg er nach herzlicher Begrüßung in den Sportwagen um, wobei sich das Mädchen wie selbstverständlich vom Steuerrad verdrängt sah, an dem Theo Kammin Platz nahm.

Ich fahre aber sehr gern", wandte sie ein.

Und ich traue den Fahrkünsten einer Dame nicht", erklärte er deutlich.

Karla wußtö nicht, ob dies eine Frechheit be­deutete, und zog es vor, sein selbstverständliches Vorgehen humorvoll aufzunehmen. Er würde ihr nur halb so gut, vielleicht überhaupt nicht gefallen.

wichtiger Kreuzpunkt von Bahnen und Straßen und hat sogar Autobusoerbindung mit den wichtigsten Städten des Staates Selangor. Der an sich kleine Hafen von Port Swettenham ist durch eine 50 Ki­lometer lange Bahn mit der Hauptstadt verbunden.

Schonung der eingeborenen Bevölkerung

Tokio, 8. Ian. (Europapreß.) Der japanischen Regierung lieaen Berichte über den Aufenthaltsort der philippinischen Regierung und des Präsidenten Quezon vor. Der Regierungssprecher bestätigte, daß die philippinische Bevölkerung in wachsendem Maße den Willen bekunde, mit Japan zusammen, zuarbeiten. Das Gleiche gelte auch für die Bevöl-- tekung der malaiischen Halbinsel. Obgleich die Be. völkerungsteile dieses Gebietes völkerrechtlich Feinde feien, werde Japan keine feindlichen Gefühle gegen jene asiatischen Völker hegen, die durch Großbri­tannien und die USA. zum Kampf gegen Japan gezwungen worden seien und die den Geist der Zusammenarbeit für eine großasiatische Gemein­schaft bezeugten. 4000 Engländer und Nordameri­kaner sind im Gebiet der Philippinen-Hauptstadt interniert worden, und zwar im Gegensatz zu der Behandlung japanischer Staatsangehöriger in Ma­nila, die vor der japanischen Besetzung der ,Stadt in Gefängnisse geworfen wurden, werden die^ Eng­länder nach Nationalitäten getrennt in einzelnen Stadtgebieten Manilas durchweg in ihren Woh­nungen oder Hotels belassen.

Berlin, 8. Ian. (DNB.) In seiner Greuelnote hat Molotow auch behauptet, daß das Gut des Dichters Leo Tolstoj, Jasnaja Poljana, das zu einer Gedächtnisstätte umgewandelt ist, von den Deutschen geplündert und zerstört worden sei. Diese Lüge wird durch Augenzeugen- und Bildberichte widerlegt. Bei den Tolstojschen Schlössern handelt es sich um zwei völlig erhaltene weiße Gebäude, von denen das Hauptgebäude als Museum eingerichtet war. Das Museumsinventar haben die Bolschewisten jedoch verschleppt, so daß bei der Besetzung des Ortes durch deutsche Truppen nichts mehr vorhanden war mit Ausnahme von einigen Gemälden. Ferner waren noch die Wandinschriften mit den üblichen Lenin-Zitaten und ähnlichem zu sehen, darunter auch die Abschrift einer Sowjetoerfügung, nach der die Betreuung des Tol­stojschen Nachlasses und des Museums in die Hand des Instituts für Weltliteratur in Moskau einer bolschewistischen Institution gelegt sei. Hier uyd dort sah man noch einige Möbel, die Tische mit den Glaskästen waren jedoch leer. Die Reste des Mu- seumsin'ventars sind von der deutschen Wehrmacht sichergestellt worden, und zwar im zweiten Gebäude in einem einzigen Raum, worauf die Tür verschlos­sen und plombiert wurde.

Was aber die Lüge Molotows so ungeheuerlich macht, ist die Tatsache, daß der Park des Gutes mit dem Grabe Tofftojs völlig unterminiert

nur etwa 4800 Tonnen gedeckt werden konnten, so daß ungefähr 60 v. H. des Bedarfs durch aus­ländische Zufuhren gedeckt werden müssen. Von diesem Auslandsbedarf sollte China den Haupt­anteil decken, dazu Britisch-Malaya. Durch die Unter­bindung der Zufuhren aus China und Britisch- Malaya dürften mindestens 30 v. H. des amerika­nischen Bedarfs ungedeckt bleiben.

Berlin, 8. Ian. (DNB.) In seiner Rede vor dem Kongreß hat Roosevelt auch den Versuch ge­macht, sein eigenes Volk und die Welt mit einem wahrhaftphantastischen" Rüstungsproduktionspro- gramm zu bluffen. Wohlweislich hat er es unter­lassen, dem amerikanischen Kongreß die aktuellen Gründe für die völlige Sperrung des Verbrauchs gewisser kriegswichtiger Rohstoffe für zivile Zwecke zu benennen. Der ostasiatische Raum lieferte mehr als 90 v. H. der W e l t k a u t s ch u k e r z e u g u n g und gab bisher mehr als die Hälfte seiner Gesamt­ausfuhr an die Vereinigten Staaten ab, die im Jahre 1940 insgesamt 818 000 Tonnen in der Hauptsache aus Britisch-Malaya, Ceylon und Nie- derländisch-Indien einführten. Es dürfte den Ver­einigten Staaten schwer fallen, den Ausfall dieser Lieferungen durch anderweitige Bezüge oder syn­thetische Produktion zu ersetzen.

Von der amerikanischen Gesamteinfuhr an Zinn wurden rund 90 v. H. aus Britisch-Malaya, China, Hongkong, Niederländisch-Indien und Australien

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Oer britische Kreuzer,,phoebe" gesunken.

Rom, 8.Ian. (DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht meldet: In der Nacht zum 18. Dezem­ber griffen Sturmkampfmittel der Kriegsmarine, die in den Hasen von Alexandrien ein­gedrungen waren, zwei vor Anker liegende eng­lische Schlachtschiffe an. Erst jetzt trifft die Bestäti- guna ein, daß ein Schlachtschiff von der Valiant- Klasse schwer beschädigt und ins Trockendock, übergeführt wurde, wo es 'sich zur Zeit noch be­findet. Auf Grund von schwimmenden Schiffsteilen, die von unseren Einheiten aufgefunden wurden, konnte man feststellen, daß der englische Kreuzer P h o e b e", der vor Tobruk von italienischen Torpedoflugzeugen durch drei Torpedos getroffen wurde (siehe Wehrmachtbericht vom 2. Dezember 1941), gesunken ist.

Der heftig blasende Ghibli verhinderte bedeutende Operationen in der westlichen Cyrenaika. Auf die Stellungen von Sollum und Halfaya übte der Feind weiterhin einen starken Druck aus. Wegen ungünstiger Witterungsverhältnisse geringe Flieger­tätigkeit aus beiden Seiten.

Aehnlich liegen die Verhältnisse hinsichtlich der Manganerzeugung. Nach einer Schätzung der FachzeitschriftSteel" sind für eine Rohstahl­erzeugung von 80 Millionen Tonnen ungefähr 1,5 Millionen Manganerz erforderlick, von denen höchstens 5 bis 6 v. H. im Inland oeschafst werden können, während bisher 11 v. H. aus dem ost- asiatischen Raum, 33 v. H. aus der Sowjetunion und 26 o. H. aus Afrika geliefert wurden. Zweifel­los werden sich die Bezüge aus dem ostasiatischen Raum und aus der Sowjetunion infolge der Trans­portschwierigkeiten gewaltig verringern. Für An« t i m o n stellte bisher China allein etwa zwei Drit­tel der Weltproduktion. Seine Erzeugung ging fast ausschließlich an die Vereinigten Staaten. Auch die Lieferungen von Chromerzen von den Philip­pinen, deren Vorkommen noch außerordentlich er­giebig und aufschlußfähig sind, und die nach den Schwierigkeiten des Chromerzbezugs aus der Türkei stark an Bedeutung gewonnen haben, werden von der amerikanischen Industrie künftig schmerzlich ver­mißt werden. Auch die amerikanische Eigenförde« runa an Bauxit, dem Grundrohstoff für Alu« minium, brad)te 1940 nur 445 958 Tonnen. Nieder­ländisch-Indien hatte sich verpflichtet, im Jahre. 1942 500 000 Tonnen Bauxit, also mehr als die amerikanische Eiaenförderung, zu liefern. Alle diese Tatsachen beweisen, daß Roosevelts Rüstungspro- aramm keineswegs so reibungslos zur Verwirk­lichung kommen kann, wie er dies wohl wünschen möchte. Auch in den Vereinigten Staaten hat die Industrie Grenzen der Leistungsfähigkeit, die nicht wird überschreiten können, wenn es ihr

tiefgreifende Erregung in England über die schlag­artig folgenden japanischen Erfolge verständlich. Für uns Deutsche ist Indien ein fernes Märchenland. Den Engländern ist Indien aus einer jahrhunderte­alten Geschichte sehr viel näher. Eine Reise nach Indien bedeutet für sie fast ebenso wenig wie für uns eine Reise nach Venedig oder Ragusa. Unge­heure Kapitalien sind dort angelegt. Das Spiel an der Börse beschäftigt weite Volkskreise in England. Diele Engländer waren als öffentliche oder private Angestellte in Indien und beziehen nach einem in der Regel 12sährigen Dienst, der von einem Jahr Heimaturlaub unterbrochen war, eine auskömm­liche, oft sogar üppige Pension. Indien ist das Ab­satzgebiet der Baumwollindustrie von Lancashire, die sich mit Händen und Füßen dagegen gesträubt hat, daß eine eigene indische Textlindustrie entsteht, ja, die nach besten Kräften das einst hochstehende indische Kunstgewerbe in Webstoffen vernichtet hat. Buch, Film und Presse haben in tausend Abwand­lungen vom gröblichen Anreißer bis zur wirk­lichen Kunstblüte Indien dem Gefühl des eng­lischen Volkes nähergebracht... jenes Indien, das jedem Engländer als Beweis englischer Regierungs- kunst erscheint.

Ganz unberechtigt ist der Stolz der Engländer auf Indien nicht. Indien ist von 360 Millionen Menschen bewohnt, die auf einem Raum von rund fünf Millionen Quadratkilometern einem Raum zehnmal so groß wie Frankreich leben. Diesen 360 Millionen stehen nur rund 200 000 Engländer gegenüber. Sieht man näher zu, so erklärt sich die­ses Rechenexempel, wie 200 000 Menschen 360 Mil­lionen beherrschen, aus der überlegenen Technik, aber auch aus dem ftoßträstigen Einsatz der Eng­länder an dem jeweils meist gefährdeten Punkt.

Denn Indien ist keine Einheit. Rassenmäßig wer­den ungefähr 260 Mill. Indoarier, 72 Mill, dra­widische Ureinwohner und über 15 Mill. Mongolen gezählt. Diese Hauptrassen zerfallen wieder in un­zählige Untergliederungen. Die rassische Verschieden- heit wird weiterhin zersplittert durch die religiösen Unterschiede, die für primitive Völker eine überwäl­tigend große Bedeutung haben. Es gibt 240 Millio­nen Hindus, 78 Mill. Mohammedaner, 13 Mill. Buddhisten und dann kommen erst die zahlenmäßig geringeren Religionsgemeinschaften, die aber, wie z. B. die Parsen, oft einen ganz unverhältnismä­ßigen Einfluß üben. Schließlich ist Indien staatlich zersplittert in 16 große Provinzen und nicht we­niger als 560selbständige" Staaten, die unter der Herrschaft von Radschas (Fürsten) und Maharad­schas (Großfürsten) stehen. Endlich hat auch die mo­derne wirtschaftlich-soziale Entwicklung neue Gegen­sätzlichkeiten geschaffen.

Gerade angesichts dieser vielfältigen Zersplitte­rung, die die Engländer immer ausgenutzt haben, sind die Nachrichten von größter Bedeutung, daß die von ihnen geworbenen indischen Truppen in den Kämpfen auf der Malaiischen Halbinsel nicht mehrtaktfest" geblieben sind. Zum Teil haben sie gemeutert, zum Teil sind sie übergelaufen. In das­selbe Kapitel schlägt es, daß die englische Verwal­tung den Bereich der Todesstrafe ausdehnen und die Anwendung der Prügelstrafe in den Vorder­grund rücken mußte. Die Engländer sitzen in In­dien aus ihren Bajonetten, und das ist ein unbe­quemer Sitz. Ihre verzweifelte Position ergibt sich daraus, daß sie trotz dieser Zustände Menschenmate­rial und Kanonenfutter unter den Indern suchen.

Dr. Ho.

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gedeckt, wobei gut zwei Drittel auf Britisch-Malaya entfielen. Von der Welterzeugung an Zinn stellte Britisch-Malaya und Niederländisch-Indien 56,1 v. H., wozu noch weitere 10,4 v. H. aus Burma, Indochina und Thailand kommen, so daß also heute im unmittelbaren japanischen Machtbereich 66,5 v. H. der Weltzinnerzeugung liegen. Allein Britisch- Malaya hat von seiner sich auf 133 000 Tonnen belaufenden Zinnausfuhr 78 v. H. nach den Ver­einigten Staaten geliefert, der weitaus größte Zinn­verbraucher der Welt.

Selbst die Herstellung hochwertigen Stahls, wie er von der Rüstungsindustrie benötigt wird, dürfte künftig in den Vereinigten Staaten auf Schwierigkeiten stoßen, da die Versorgung mit Wolfram, Mangan, Antimon und Chrom durch die neueren Ereignisse nicht mehr ausreichend sein wird. Das amerikanische Produk­tionsamt hat den Bedarf an Wolfram für 1941 auf 16 000 Tonnen und für 1942 auf 19 000 Tonnen geschätzt, wovon aus eigener Inlanderzeugung 1940

doch mit kleinem, leichtbeschwingtem Tänzeln die'er Gefahren beschützen.

Treppe hinab, zahlte an der Kasse, gab seine Woh-1 Eine jähe Schwenkung des Wagens rch sie aus nung an, zu der man den alten Anzug schicken den Träumen. Kammin war in eine Landstraße sollte, und stand zehn Minuten vor der verabrede- eingebogen, die viele Schlaglöcher aufwies un^ zu ten Zeit auf der Straße. Das reichte völlig aus, langsamerem Fahren zwang. Dann tauchte bald um zum Hindenburgplatz zu kommen. wieder der Wald auf, der der

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Ich bin nicht aufdringlich. Seien Sie ganz be­ruhigt! Aber ich bitte mir aus, daß Sie mir als erstem Gelegenheit geben, Ihnen Glück zu wün­schen. Verstanden, Herr Kommissar?"

Jawohl, Herr Kriminaldirektor", sagte Kammin und hatte seine Selbstbeherrschung im Handum­drehen wiedergewonnen.

Nur einen guten Rat will ich Ihnen noch geben. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich bin nach dem Tode meiner erster Frau zum zweiten Male ver­heiratet und habe zwei Söhne und drei Töchter im Ehehafen landen sehen. Man soll nie zu lange warten, bis man endgültig zupackt. Zuviel lieber» legung schadet der Liebe. Es nutzt sie ab und nimmt ihr den Glanz."

Jawohl, Herr Kriminaldirektor", sagte Theo Kammin abermals und strahlte dabei, als höre er aus höchster Instanz eine Bestätigung seiner eigenen Meinung.

Dun zum Dienstlichen: Welche Maßnahmen wollen Sie im Falle Wand ergreifen?

Der Kommissar berichtete knapp und klar. Zu­erst erläuterte er eingehend feine Meinung, die Bär­bel, Michel und Kurt nicht wenig verwundert hätte, falls sie Zeugen dieses Gespräches hätten fein können, denn Kammin kam ungefähr zu den gleichen Schlüffen wie Bärbel Eberhard, nur daß in seinen Ueberlegungen Aenne Barkow keine Rolle mehr spielte. Dafür betonte er feine Uederzeugung, daß eine Vertrauensperson der Bande in der Fabrik stecken müsse und daß man alle Hebel in Bewegung zu setzen habe, um endlich eine Spur aufzufinden, die auch zur Feststellung der Mörder des Inge­nieurs Wand führe.

Den Schluß der Darlegungen Kammins bildete

eine Wiederholung des Gesprächs mit Michel Cru- sius. Auch Kriminaldirektor Ball staunte. Es war ihm zwar eine Genugtuung, daß er recht gehabt hatte, die Vermutung Kammins zurückzuweisen, Aenne Barkows männlicher Begleiter fei ein Mit­glied der Bande. Aber daß die Erklärung so lautete, wie sie jetzt gegeben wurde, konnte kein Mensch auch im Traum ahnen.

Was halten Sie von Crusius?"

Noch ein bißchen jung und unerfahren. Herr Kriminaldirektor, aber das waren wir alle ein­mal. Er ist eifrig, nicht dumm, bereit zu jeder Ar­beit und wird sicher noch Schönes leisten. Ich schlage vor, wir stecken ihn als unseren Beobachter in die Fabrik. Bei Crusius haben wie die Gewähr, daß er sehr interessiert ist und wie ein Polizeihund auf der Fährte bleibt."

Einverstanden. Setzen Sie sich zuerst noch mit den Herren Kaspar und Kobelt ins Benehmen! Es muß auch eine Form gefunden werden, wie man Crusius einführt, ohne daß die anderen Gefolg­schaftsangehörigen merken, um was es sich handelt."

Dann nahm Doktor Ball Abschied von seinem Kommissar und empfahl ihm beim letzten Hände­druck zwischen Tür und Korridor ganz sanft: Machen Sie für heute Schluß! Die Sonne lockt Sie doch hinaus. Vielleicht ist es auch ratfam, Sie tauschen Ihren dunklen Anzug mit einem freund­licheren, der zum Sommer paßt."

Theo Kammin begriff nicht, woher sein Vorge­setzter ahnte, was er noch vor hatte. Dann schüt­telte er energisch alles Grübeln ab. Es war furchtbar gleichgültig, ob Doktor Ball etwas wußte oder nur ahnte. Vielleicht konnte man ihm morgen schon eine offizielle Mitteilung zukommen lassen.

Langsam und wuchtig überschritt Theo Kammin die Stufen, die zum Portal des Präsidiums führten. Sein Anzug fiel ihm ein. Leicht gesagt, er solle einen hellen anziehen. Er besaß ja gar keinen. Jetzt war es fast halb sieben Uhr. In einer Stunde würde Karla auf ihn warten. Jedoch eine Stunde reicht aus, um einen Mann von Tatkraft die Be­schaffung eines neuen Anzuges zu ermöglichen.

Er wurde leichtsinnig, rief eine Taxe herbei, ließ

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Rohstoffen mangelt.

Roosevelts Rüstungsfinanzierung.

Soziale Unterstützungen um 50 v.H. gekürzt.

Rio de Janeiro, 8. Jan. Roosevelt über­sandte dem Kongreß den Kriegshaushalt in Höhe von 5 9 Milliarden Dollar. Er be­gründete diese Summe mit der Notwendigkeit, eine erdrückende Uebermacht in der Kriegspro­duktion zu erlangen, da es nicht ausreicye, einige Tanks mehr als die Gegner zu erzeugen. Die Kriegsausgaben, die gegenwärtig um 2 Milliarden Dollar im Monat schwanken, würden im Jahre