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zrettag, 9. Januar 19^2
Gietzemr Anzeiger
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Mbbenirops Besuch in Budapest
Erfolgreiche deutsche Abwehrkämpfe
Asere Kameraden an der Front haben nach Skiern gerufen! Mr geben sie ihnen gern'
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selb geschaffen.
Diese Tatsachen sind nicht verwunderlich, denn van jeher hat Washington auf die Länder des Orients sein Augenmerk gelenkt und dort Orga- * ni'sationen auf wirtschaftlichem, wissenschaftlichem, ! kirchlichem und' erzieherischem Gebiet unterhalten. Daß die amerikanische Universität in Beirut als , bedeutendste Universität im ganzen Orient Anfang Dezember des Jahres 1941 ihr 75jähriges Jubi- ( löirm feiern konnte, beweist die enge Verbindung der Amerikaner mit Syrien und ihre Geschicklichkeit, unter der arabischen Jugend die amerikanischen Ideen zu verbreiten. Sie hegen die Hoffnung, daß drese Bemühungen um die Erziehung einmal Früchte tragen und die arabische Welt dazu bewegen werden, sich um die Dienste und die Kontrolle der Amerikaner zu bewerben.
Die erwähnten Organisationen sind schon vor 1917 nach dem Orient getragen worden. Die Auf- klärungsarbeit der zahlreichen politischen Flüchtlinge, die wegen des Terrors der osmanischen Regierung das Land verließen und nach den 11521.
arabischen Ländern ablösen und sah in Frankreich die einzige Großmacht, die diese Aufgabe für die Dauer bewältigen konnte.
Dieser Mißerfolg entmutigte die Amerikaner nicht. Sie drangen in das Land ein. Ihre Schulen wurden immer zahlreicher, die Universität in Beirut erhielt Dollarspenden von vielen Millionen. Die amerikanische Anteilnahme wuchs noch mehr an, als der jüdische Einfluß in Washington stieg und die Äuden- siedlung in Palästina begann. In den Jahren 1933 bis 1936 sind riesige Geldmengen aus Amerika in Palästina investiert worden, und ohne dieses amerikanische Geld wäre es den Juden in Palästina niemals gelungen, den Arabern ihre Lqnüeroien zu rauben, landwirtschaftliche Siedlungen und Jndu-
Lasten lassen sich im Winter leichter auf Schlitten transportieren als tragen. Unsere Soldaten benützen deshalb gern einen selbst konstruierten Hand- schlitten, um Munition nach vorn zu bringen — (PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Bauer sSch.j.)
mittel an die unter den Kriegssolgen leidende Bevölkerung verteilen soll. Die USA. waren auch an den Vorgängen stark beteiligt, die zur Besetzung des Libanons und Syriens durch die Engländer führten. Der USA.-Konsul in Beirut, E n g e r t, spielte dabei eine besondere Rolle, und zwei amerikanische Militärmissionen, in denen sich auch die Generäle M a c w e l l und W h e e l e r befinden, haben nicht zuletzt die Aufgabe, die bereits bestehenden nord- amerikanischen Einflüsse zu festigen und das Prestige Washingtons zu heben.
B u d a p e st, 8. Jan. (DRB.) Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop hatte nach seiner Ankunft in Budapest mit dem ungarischen Ministerpräsidenten und Außenminister von Bardo s s y Besprechungen. Mittags war der Reichs«
Berlin, 8. Jan. (DRB.) Im mittleren Teil der Ostfront erkannten am 7. Januar vorgeschobene deutsche Beobachter und Sicherungen stärkere Bewegungen bei den Bolschewisten, die auf Angriffsvorbereitungen schließen ließen. Panzerkampfwagen stießen vor und nahmen die bolschewistischen Einheiten unter wirksames Feuer, das dem Feind hohe Verluste zufügte. Der Vorstoß verhinderte den bolschewistischen Angriff. An einer anderen Stelle des mittleren Frontabschnitts war es den Bolschewisten infolge des hier zahlenmäßig besonders starken Einsatzes ihrer Kräfte gelungen, einen Einbruch in die deutschen Stellungen zu erzwingen. Die Einbruchsstelle war von den Truppen der hier eingesetzten deutschen Infanterie-Division a b g e r i e g e l t worden, am 7. Januar trat die Division trotz des Schneetreibens und tiefer Schneeverwehungen zum Gegenangriff an. Dem mit großem Schneid vorgetragenen Angriff konnte der Feind nicht widerstehen, er mußte unter schweren Verlusten an Menschen und Material das Kampffeld räumen. Auch eine Ortschaft, die von den deutschen Truppen zur Vermeidung unnötiger Verluste geräumt gewesen war, wurde wieder genommen. An anderer Stelle drang ein Oberleutnant mit fünf Paiizerkampfwagen in eine gut ausgebaute bolschewistische Stellung ein und kampste sich bis zu einer wichtigen Eisenbahnlinie durch. Trotz zähen bolschewistischen Widerstandes rollten die Panzer durch das tiefgegliederte Grabensystem und brachten drei bolschewistische Batterien zum Schweigen. Drei Panzerabwehrgeschütze wurden vernichtet, zwei Panzer erlagen den deutschen Panzergranaten. Ein Panzerzug wurde nach hartem Kampf vernichtet Dann sprengten Panzerpioniere die Bahnstrecke. , ± -
Am Nachmittag des 7. Januar wehrte em Infanterie-Regiment i m S ü d a b s ch n i t t der DJt= front mehrere bolschewistische Angriffe erfolgreich ab Der Feind versuchte vergeblich, gegen das von dem Regiment besetzte Höhengelände anzurennen. Von ihren Stellungen herab empfingen die deutschen Soldaten die Bolschewisten mit gutliegendem Feuer das dem Feind schwere Verluste zufugte. Gegen einen in deutscher Hand befindlichen Brückenkopf unternahmen die Bolschewisten mehrere heftige Angriffe. Die deutschen Soldaten, die den Brückenkopf besetzt hielten, wehrten hartnäckig jeden An-
Das Interesse Washingtons beschränkt sich aber nicht nur auf die christlichen Länder des Mittelmeeres, obwohl hier bereits seit langem enge wirtschaftliche Bindungen bestehen. In letzter Zeit war verschiedentlich auch davon die Rede, daß amerikanische Gruppen versucht haben sollen, Einfluß auf die englischen Oelinteressen Irans und Iraks zu gewinnen. Es läßt sich nicht feststellen, ob es den Amerikanern tatsächlich gelungen ist, größere Anteile der Jrak-Oil und Jranien-Oil Company für sich zu gewinnen. Man weiß nur, daß wegen des Mossulöls Verhandlungen im Gange sind, die wiederum darauf schließen lassen, daß die USA. ihre alten Träume von einer Basis im Mittelmeer wieder bewegen.
Der Reichsaußenminister antwortete: Der Deutschland und seinen Verbündeten aufgezwungene Krieg ist nunmehr in eine entscheidende Phase eingetreten. Die Weltfronten sind abgesteckt. In einer beispiellosen, jeder staatsmännischen Vernunft widersprechenden Machtanmaßung und in der Erkenntnis der Unzulänglichkeit der eigenen Machtmittel haben sich England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit dem größten Feind der Menschheit aller Zeiten, dem bolschewistischen Mos^owiter- tum verbündet, um der übrigen Welt ihre unheilvollen Gesetze aufzuzwingen. Man sagt uns, daß die heutigen Machthaber in England und Amerika in ihrer verblendeten Leichtfertigkeit so weit gegangen sind, bei den stattgefundenen Verhandlungen dem Bolschewismus freie Hand in Europa zu versprechen, um die Sowjets zu immer neuen Blutopfern für ihre kapitalistischen Interessen zu bewegen. Aber die Schicksalsoerbundenheit, Einigkeit und Entschlossenheit der im Dreierpakt verbündeten Staaten wird alle solchen Pläne und Versuche ein für allemal zum Scheitern bringen. Gewaltiges ist schon durch die Tapferkeit unserer Soldaten erreicht worden. Sowjetrußland hat entscheidende Schläge erhalten, die keine Macht der Welt mehr ungeschehen machey kann. Noch gilt es, den Gegner anzupacken und zu schlagen, wo immer wir ihn fassen, und ihm beizubringen, daß er in den Interessensphären der Dreiermächte nichts mehr zu suchen hat. In diesem Kampf, in dem es um das Schicksal unserer europäischen Kultur geht, hat sich die alte deutsch-ungarische Waffenbrüderschaft aus dem Weltkrieg erneut bewährt. Die Schicksalsgemeinschaft der Tat ist Wirklichkeit geworden. Schon in den hinter uns liegenden Kämpfen gegen den Bolschewismus haben ungarische Verbände gemeinsam mit den deutschen Truppen so manchen Sieg erfochten. So war es in der Vergangenheit, und so wird es auch in der Zukunft sein. Deutschland und seine Verbündeten werden die Waffen nicht niederlegen, bis diese furchtbare Bedrohung Europas von Osten beseitigt ist und den Anglo-Amerikanern endgültig die Möglichkeit genommen ist, Kriege gegen friedliche Völker anzuzetteln. Harte Kriegsarbeit ist noch zu leisten, aber wir sind alle überzeugt, daß am Ende dieser Kämpfe der Sieg der im Dreierpakt verbündeten Mächte stehen wird.
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Die Araber sind der 2luffassung, daß diese Investitionen amerikanischen Geldes den USA. dazu dienen sollten, sich im Mittelmeer festzusetzen, um gegen die Engländer, die hier allein herrschen möchten, ein wirksames Gegengewicht zu bilden. In Syrien und im Libanon wird die amerikanische Propaganda seit 1938 von Palästina aus betrieben. Die amerikanische Universität in Beirut ist, seitdem die Zahl der jüdischen Studenten aus Palästina immer mehr zunimmt, eine Hochburg der Juden geworden. Die Pläne der Juden, Palästina durch die Angliederung Südsyriens und des Libanon zu erweitern, sind bekannt. Die/christlichen und auch I die jüdischen Kreise versuchen, den Amerikanern klarzumachen, daß die christliche Bevölkerung des Libanon einer großen Gefahr durch die Araber ausgesetzt sei, die nur dadurch gebannt werden könne, daß der Libanon an Palästina a n g e s ch l o s - s e n werde, vorausgesetzt, daß Amerika dem Land einen neuen Wohlstand garantiere.
Es muß hier vermerkt werden, daß die amerikanische Propaganda vornehmlich mit „humanitären" Mitteln arbeitet. Das amerikanische Rote Kreuz ließ beispielsweise bei jeder Katastrophe großzügige Hilfsaktionen organisieren, und erst vor kurzem wurde eine neue Kommission ernannt, die Lebens-
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6000 BEI. Ein welkeres Schiff wurde durch Boni- benwurfe schwer beschädigt.
In Tlordasrika lebhaftes feindliches Arlillerie- feuer im Eaume von Sollum. An den übrigen Slbschnitlen der Front keine wesentliche kampftällg- keil.
Die Luftangriffe auf britische Flugplätze auf der Insel Malta wurden mit Erfolg fortgesetzt.
In den frühen Morgenstunden des 7. Ianuar warfen einige britische Flugzeuge wahllos Bomben auf Orte in Westdeutschland und im norddeutschen Küstengebiet. Schaden entstand nicht.
Munition auf Handschlitten.
Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8'/, Uhr desVormittags
Ameigen-Preife:
Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbrerte
Nachlässe:
Wiederholung Malstaffel I AbschlüsteMengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung! 25"/. mehr
sturm der bolschewistischen Kräfte ab und fügten dabei dem Feind schwerste Verluste zu. Die Bolschewisten verloren mindestens 950 Tote und Verwundete. Auch Angriffe gegen die Nachbarabschnitte erreichten an keiner Stelle ihr Ziel. Nach Abschluß der Kämpfe, die bis in die Abendstunden andauerten, waren alle deutschen Stellungen fest in der Hand des hier eingesetzten deutschen Armeekorps. Ein vorgeschobenes deutsches Infanterie-Bataillon hielt einen kleinen Ort an der Bahnlinie. In der Neujahrsnacht ■ wurde es von zahlenmäßig überlegenen Kräften angegriffen. Die Bolschewisten stießen beiderseits des Bahnhofs vor, umgingen die Flankensicherung des Bataillons und schlossen es ein. Ganz auf sich allein gestellt, hielt das Bataillon in heldenmütiger Abwehr seine Stellung, obwohl der Gegner seine Angriffe mit Panzerunterstützung wiederholte. Erst als Mangel an Munition und Verpflegung eintrat, mußte sich der Bataillonskommandeur entschließen, sich mit seinen tapferen Soldaten zu den eigenen Truppen durchzuschlagen. In der Nacht zum 4. Januar trat er zum Angriff an, der zu einem Durchbruch des Umschließungsringes führte. Nach heftiaem Kampf, der den Bolschewisten schwere blutige Verluste brachte, erreichte das Bataillon die eigenen Linien.
Der Wehrmachtberichi.
BEB. AusdemFührerhauptquarkler, 8. Ianuar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront wiederholte der Feind auch gestern unter blutigen Derlusten feine Angriffe. An einzelnen Stellen find die Kämpfe noch im Gange.
Die Luftwaffe griff Kaianlagen und Schiffszlele im Hafen von F e o d o f i a erfolgreich an. An den Übrigen Frontabschnitten fetzte sie die wirksame Bekämpfung der angreifenden Sowjets fort und bombardierte rückwärtige Berbindungen des Feindes.
Bor der fchottifchen Küste versenkten Kampfflugzeuge bei Tage ein Handelsschiff von
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Sofia, im Januar 1942.
Die Ernennung William B u l l i t t s zum Sonderbevollmächtigten des Präsidenten Roosevelt für den Orient beweist deutlich, welch großes Interesse die USA. an den Ländern des Nahen O st e n s, vor allem an Aegypten, Palästina, Syrien und Libanon haben. Bullitts Aufgabe ist es, als Beobachter des amerikanischen Präsidenten die Stellung der USA. zu festigen und ihre Belange zu vertreten.
In letzter Zeit waren Besuche von wichtigen Persönlichkeiten der USA. im Nahen und Mittleren Osten sehr häufig. Da tauchte der Oberst Donovan als Sonderbevollmächtigter Roosevelts für Europa auf? es erschien der Kapitän James Roosevelt und der Wirtschafts-Spezialist Averell Harriman, der Generalmajor Pratt als Beauftragter der Kriegslieferungen auf Grund des Leih- und Pachtgesetzes, ferner der Chef der amerikanischen Luftfahrt, General Mac- well, und die amerikanischen Techniker, die mit der englischen Armee bei der Uebernahme des von jenseits des Ozeans kommenden Kriegsmaterials zusamenarb eiten. Auch der bisherige USA.-Bot- schafter in Moskau, Steinhardt, der inzwischen nach Ankara versetzt ist, hielt sich auf der Rückreise nach Washington kurze Zeit hier auf — ober auch die amerikanische Gesandtschaft .in Aegypten hat ihren Stab erweitert und verfügt jetzt über drei Militär-Attaches, zwei Flugzeug- Attaches und einen Marine-Attachs. Außerdem hat der 1 Leiter des amerikanischen Roten Kreuzes, Ralph Brain, sich ein ausgedehntes Betätigungs-
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Die amerikanischen „Zntereffen" im Orient
Von unserem R. H.-Korrespondenten.
außenminister Gast des Reichsverwesers von Horthy. Am Nachmittag gaben die Präsidenten des Oberhauses und des Abgeordnetenhauses im Parlament für den Reichsminister des. Auswärtigen einen Empfang. Abends war der Reichsaußenminister Gast des Ministerpräsidenten im Kreise der ungarischen Kabinettsmitglieder und der führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Nach einer herzlichen Begrüßung des Reichsaußenministers, den der Ministerpräsident als den Mitarbeiter des Führers und als den gerechten Schiedsrichter der Wiener Entscheidungen, die dem Ungartupi zur Wiedergutmachung verhalfen haben, willkommen hieß, erklärte Bardossy: Die Erkenntnis und richtige Einschätzung der Stellung des Deutschtums in der europäischen Völkergemeinschaft waren uns Ungarn von Anbeginn unserer eigenen Staatenbildung an klar gewesen, und dementsprechend sind die freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Völkern nicht erst von heute stammend, sondern fast so alt wie unsere Geschichte selbst. Unser großer Staatsbegründer, König Stephan der Heilige, war es, der die endgültige Wahl in der Stellungnahme des Ungartums zwischen dem orientalischen Byzanz und dem abendländisch-christlichen Rom, zwischen dem stürmenden Drängertum des Ostens uni) der staatlichen Kraft des seßhaften Deutschtums im Westen traf. Derselbe Gedanke, dieselbe Zielsetzung haben uns auch diesmal geführt, als wir mit dem deutschen Volke gemeinsam zum Schwert griffen, um Schulter an Schulter mit dem alten Waffengefährten aus dem Weltkrieg 1914/18 gegen den weltverheerenden Bolschewismus und für die gerechte Neuqrdnung Europas zu kämpfen. Im Besitze unserer nationalen Kraft und Unabhängigkeit sind wir uns jener Pflichten, deren Erfüllung ein neues gerechtes Europa von uns erwartet, auch heute vollauf bewußt, eines Europas, für das wir kämpfen und das nach den unvergeßlichen Worten des Führers,-die er zu mir sagte, durch die freundschaftliche und friedliche Zusammenarbeit unabhängiger Staaten seine Gestaltung erhalten soll.
Am Rande Indiens.
Seit dem 8. Dezember 1941 haben wir die Geographie zwischen San Franzisko, Hawai und Singapur neu gelernt. In der Fülle der Ereignisse ist uns gar nicht so recht zum Bewußtsein gekommen, daß der Kampf in Dftafien ganz unmittelbar I n - dien berührt. Viele Menschen stellen sich nicht vor, daß Indien und China auf viele tausend Kilometer eine gemeinsame Grenze haben. Es hat sogar seinen Grund, daß hier die Vorstellungsgabe versagt. Die Grenze wird weitgehend durch den Himalaja, das höchste Gebirge der Welt, und seine riesengroßen Ausläufer gebildet, ist also eine Grenze, die räumlich so sehr scheidet, daß sie als politische Grenze gar nicht mehr empfunden wird. Aher sie ist doch auch eine politische Grenze, was nichts mehr beweist als die häufige Erwähnung des Burmaweges, der Verforgungsstraße von dem hinterindischen Rangun nach Tschungking, der Hauptstadt des Tschiangkaischek-China.
So sieht es im Norden Indiens aus. Im Osten und Süden find die Verhältnisse dem Wesen nach ähnlich, nur abgewandelt durch den gewichtigen Umstand, daß hier nicht die Gebirge, sondern das Meer und die Ozeane die Grenze bilden. Singapurs fundamentale Bedeutung liegt darin, daß es die Pforte zwischen dem Indischen und dem Großen Ozean bewacht. Burma ist geradezu das Stichwort für die Zusammengehörigkeit des ostasiatischen und des südasiatischen oder indischen Raums. Es symbolisiert diese Zusammengehörigkeit sowohl durch seine Lage in Hinterindien, westlich von Thailand, aber auch durch die rassenmäßige Zugehörigkeit seiner Bevölkerung, die mongolisch ist. Wenn die Japaner jetzt Rangun, die Hauptstadt von Burma aus der Luft angreifen, und wenn umgekehrt die Engländer aus der Ernennung General Wavells eine „große Sache" machen, so geschieht das nicht ohne Grund. Burma ist eben die Naht- stell e zwischen Ostasien und dem indischen Südasien.
Was heißt „Indien"? Diese Frage ist notwendig. Denn das Hauptwort Indien und das Eigenschaftswort indisch wird für sehr ungleichartige Gebiete verwendet. Gänzlich herausnehmen müssen wir den Begriff „W e ft i n b i e n"; er ist auf einen historischen Irrtum von Kolumbus zurückzuführen, der nach Westen ausfuhr, um Indien zu finden und bet feiner Landung auf den Inseln zwischen Nord- und ©übamerifa am Ziel zu fein glaubte, diese Inseln also unter der Bezeichnung „Westindier," zusam- menfaßte. Noch viele Jahrzehnte sprach die spanische Verwaltungspraxis von „beiden Indien", worunter sowohl das richtige Indien wie das falsche Indien, nämlich Amerika, verstanden würde. Also: Westindien interessiert in unserem Zusammenhang überhaupt nicht.
Wir haben es nur mit dem asiatischen Indien, den beiden gewaltigen Halbinseln zu tun, die sich von den Abhängen des Himalaja .an weit in den Indischen O'ean erstrecken. Beide Halbinseln heißen zusammen Ostindien. Die erste der beiden Halbinseln führt den Namen Vorderindien oder „B r i t i s ch - I n d i e n" oder Indien schlechthin; die zweite Halbinsel heißt HInder- indien und wird ausgefüllt von dem britischen • Burma oder Birma, Thailand, den Malaienstaaten und Französisch-Jndochina. Schon diese rein geographischen Zusammenhänge machen die große und
<92. Jahrgang Nr. 7
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J gingen, erregten die Aufmerksamkeit der amerikanischen Politiker. Studienkommissionen wurden entsandt, die ebenfalls die wirtschaftspolitische und militärische Bedeutung des Gebietes erkannten. Damals gingen die Anstrengungen der Amerikaner dahin, sich am Mittelmeer eine ähnliche Basis zu schaffen, wie sie England in Aegypten gefunden Hai. Sie hofften, den türkischen Einfluß in dem Gebiet ausschalten zu können, und am Ende des Weltkrieges — 1918 — gab sich der Vertreter der USA. größte Mühe, den amerikanischen Einfluß in Syrien und dem Libanon zu verankern. Nur die Haltung des Maroitischen Patriarchen Msgr. H o y e ck vereitelte diesen Plan. Als die Amerikaner ihm sagten, Frankreich sei ein verarmtes Land und könne als Mandatsmacht nur wenig helfen, antwortete er: „Wir werden unsere Armut mit jener Frankreichs zusammenlegen. Das wird uns trösten." Hoyeck wollte damals den Libanon, der eine zahlreiche christliche Bevölkerung hat, von den übrigen


