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192. Jahrgang Nr. 265 Gricbeini täglich, außer Sonntags und feiertags
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Gießener Anzeiger
„wäxXkw General-Anzeiger für Oberhelsen rsssssr“
Demokratische Diktatur
Dreimal 9. November
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deutungsvollen Mann hinter den Kulissen zu mimen. In dieser angemaßten Eigenschaft unternahm er auch die Gegengründung gegen die „Union nationaler Journalistenverbände", die das festländische Europa vertritt, und die im April 1942 auf dem Journallstenkongreß in Venedig mit so großem Erfolg vor die breite'Öffentlichkeit getreten ist. Aber Wickham Steed hatte Dreck am Stecken. Das war sein Pech! Dr. Ho.
Das Auswärtige Amt veröffentlicht aus den Akten -des ehemals tfchecho-flowakischen Außenministeriums auf Grund von Originalunterlagen folgende Tat fachen: Von 1923 bis 1936 hat det britische Jomks nalift Henry Wickham Steed, ehemaligtrn Hauptschriftleiter der Londoner „Times", zuerst '45, wechselnden Abständen und vom^ Jahre 1928 (52 regelmäßig bedeutende Beträge aus den Mitteln d 54. tschecho-sowakifchen Staates erhalten. — Wir zeic ein Schreiben des Herrn H a j e k, damaligen Leit der Presseabteilung des tschecho-slowakischen Auß amtes, an Herrn Henry Wickham Steed, in diesem mitgeteilt wird, daß ihm über die tschechi Gesandtschaft in London ein verschlossener Umsck-ach- mit einem Scheck über 1000 Pfund Sterling ent» Prager Außenministeriums übermittelt würde.1 8U (Scherl-Bilderdienst-M^ ihv"
„Times"-Zommlisi bestechliches Subjekt des Benesch-Regimes
zusammenhält, den Gegner in ihren Bann zwang. Monatelang haben die Briten ihre Truppenmassen und ihr Kriegsmaterial an der El-Alarnein-Front versammelt, sie glaubten, hier angreifen zu müssen, da ihnen sonst keine aussichtsreiche Möglichkeit blieb. Aber ihr Angriff- stieß auf eine deutsche und italienische Defensive, die alle Vorteile benutzte, um den Gegner entscheidend zu schwächen.
Als der Brite^am 31. Oktober feine Kräfte unter dem Schutz eines Sandsturmes nach Norden geworfen hatte, um längs der Straße und der Bahn nach Sidi abd el Rahman vorzustoßen, kam er sofort in das Verteidigungsnetz der Achsenmächte. Er ließ hier nach heftigem Trommelfeuer seine Hilfsvölker vorgehen, dann setzte er rücksichtslos neue Panzev und neue Truppen ein. Angriffe nach schwerster Feuervorbereitung wechselten mit Gegenangriffen ab, und am 3. November warf er schließlich die ganze Masse seiner Truppen in den Kampf, in der Erwartung durchzubrechen und Marschall Rommel den tödlichen Schlag zu versetzen. Aber die Deutschen und Italiener wehrten alle Anstürme der an Zahl und Material weit überlegenen Gegner ab. Sie bildeten Igel oder Panzernester, die den Briten schwerste Verluste beibrachten, so daß sich beide Fronten ineinander verbissen. Marschall Rommel brachte es jedoch fertig, diese Verstrickung zu lösen und sich vom angreifenden Feinde abzusetzen. Und nun, mach einem harten Ringen steht der Gegner, der die schwersten Verluste erlitten hat, vor der Aufgabe, gewissermaßen von vorn wieder anfangen zu müssen und geschwächt, unter Materialnachschub leidend, das zu versuchen, was ihm, als feine Angriffstruppen noch intakt waren, nicht gelungen ist. Es ist bezeichnend, daß diese Loslösung vom Feind und die Rücknahme der I Truppen in Me vorbereitete und gut ausgebaute zweite Stellung erfolgen konnte, ohne daß er Feind es zu hindern vermochte.
Unter dem Gesetz des Wüstenkrieges
Von unserer Berliner Schristleiturig.
Von unserer Berliner Schriftleitung, alten Freund in den Londoner Salons und Amtsstuben einführte, wo der ansonsten herzlich unbekannte Prager Professor dank dieser Füpsprache des einflußreichen Mitarbeiters von Lord North- cliffe überhaupt erst Eindruck erzielen konnte.
Das Wort von der „Ironie des Schicksals" wird oft und nicht immer sehr glücklich gebraucht. Im Falle Wickham Steed ist es nun wirklich einmal ganz und gar am Platz. Der Uebermittler der tschechischen Bestechungsgelder war der englische Gesandte in London, Jan Masaryk, der Sohn jenes Thomas Masaryk, der als tückischer Feind Oesterreich-Ungarns begonnen hat und als Staatspräsident der Tschechoslowakei gestorben ist. Die geldlichen Liebesbrieflein, die Jan Masaryk Wickham Steed in die.Brusttasche steckte, wurden dem alten Sünder zum Verhängnis.
Die Enthüllung, daß Wickham Steed ein Stipendiat des Benesch-Fonds ist, trifft nicht nur ihn. Mit ihm ist zunächst auch getroffen der Verband der Journalisten, die beanspruchen, die „Vereinigten Nationen" zu vertreten und die erst vor wenigen Tagen in London getagt haben: mit dem eingestandenen Ziel, den Verband der Journalisten des jungen Europa, die „Union nationaler Journalistenoerbände" auszustechen. Dieser Versuch ist danebengegangen, gründlich danebengegangen. Wenn der Häuptling dieses Jaurnalistenverbandes der „Vereinigten Nationen" aktenmaßig der Bestechlichkeit geziehen werden kann, so ist die Zugehörigkett zu diesem Verbände keine Ehre, sondern mindestens eine moralische Belastung.
Charles Dickens, der große /englische Schriftsteller, der aus einer düsteren Jugend in das Licht eines selbsterarbeiteten Ruhms getreten war, hat für die Kantonisten seiner Zeit, die sich nach Art von Wickham Steeb durchs Leben schlugen, das Wort von den „R e p t i l i e n" erfunden. Aber die „Reptilien", von denen Dickens sprach, waren kleine bescheidene Leute aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Es waren arme Sünder, die so nebenbei nach der verbotenen Frucht griffen: manche von ihnen sicherlich aus den Sorgen ihres Alltags. Der Fall Wickham Steed ist ein ganz anderer Fall. Wickham Steed ist nicht ein kleiner Mann in gedrückten Verhältnissen. Er war van 1919 bis 1922 Hauptschriftleiter der „Times", also in keiner Zwangslage. Er mußte nicht Sünder werden. Er wollte Sünder werden, weil seine gesellschaftlichen „Ambitionen", sein persönlicher Geltungsdrang ihn dahintrieben, als inoffizieller Böt- fchafter oder gar Außenminister Englands den be-
Wickham Steed, eine auf allen diplomatischen Parketts bekannte Figur des internationalen Journalismus, ist überfuhrt, aus dem vielgenannten Geheimfonds der Benefch-Regierung wiederholt sogenannte ... „einmalige" Bestechungsgelder und zugleich laufende Bestechungsgelder erhalten zu haben. Diese Geschäftsverbindung ist von 1923 bis 1936 nadf= weisbar. Soweit die Akten des ehemaligen tschechoslowakischen Außenministeriums. Benesch selbst hat während des Weltkrieges die wohltätige Macht von Geheimfonds kennengelernt. Als der tschechoslowakische Staat 1918/19 in Erscheinung trat, war eine seiner ersten Regierungshandlungen die Anlage eines Geheimfonds, dessen Freigebigkeit ein öffentliches Geheimnis war, das die Spatzen von den Dächern ^ll^ickharn Steed gehörte zu den gefürchteten Jour-> naliften der Zeit zwischen 1900 und 1920. Seinen eigentlichen Ruhm hat er überlebt. Er wollte es nicht wahrhaben; er, der jetzt im 73. Lebensjahre steht, wollte dis Figur bleiben, die er einmal gewesen war. Als junger Mann hat Wickham Steed auch in Deutschland studiert. Er gehörte jener Geschlechterfolge junger Engländer an, die mit innerster Mißgunst auf das Bismarcksche Reich schauten und nicht nach Deutschland als Freunde, sondern als voreingenommene Feinde kamen. Er studierte in Deutschland, um sich Waffen gegen Deutschland zu holen. Noch sehr jung — er war damals 25 Jahre alt — übernahm Wickham Steed die Berliner Vertretung der „Times" 1896, ging aber schon im nächsten Jahr nach Rom und von dort 1902 nach Wien, wo er bis 1913 blieb. In dem brüchigen Dtaatsgebäude der alten österreichisch- ungarischen Monarchie fand die Wühlmaus Wickham Steetz den Schlupfwinkel, der ihr behagte. Hier spielte der Korrespondent der ,Aimes" die Rolle des inoffiziellen englischen Botschafters, der sehr bald mit allen Parlamentariern und Journalisten, denen der Zerfall der Habsburger Monarchie am Herzen lag, auf Du und Du stand. Damals knüpften sich seine Fäden zu dem tschechischen Abgeordneten Kramarsch, vor allem aber zu Thomas Masaryk, der — selbst mit einer Amerikanerin verheiratet — glücklich war, mit der „Times" gemeinsame Politik gegen Oesterreich-Ungarn machen zu können.
Masaryk erzählt in seinen Erinnerungen, daß er schon im September 1914 noch Holland fuhr und dort mit Wickham Steed eine (offenkundig landes- verräterische) Verbindung aufnahm. Als Masaryk endgültig den Staub der Donaumonarchie von den Füßen schüttelte, war es Wickham Steed, der seinen
und standen vor den moosüberwachsenen Bunkern Flanderns oder vor den verfallenen Unterständen des Kampfgeländes vor Verdun, dann fliegen bittere Fragen in uns auf, die uns fast die Kehle zuschnürten. Sind sie umsonst gefallen? Ist das zugrunde gegangen, was sie sterbend mit ihren Leibern deckten: Das Reich?
Heute senken wir nicht in Klage und Wehmut die Köpfe, wenn wir an den Gräbern unserer Gefallenen stehen und zweifeln nicht an döm Sinn ihres großen heldischen Sterbens. Sie fielen nicht umsonst, einen 9. November 1918 wird es nie wieder geben. Die Früchte ihres Kampfes kann uns keine Macht der Welt mehr entreißen. Im Glauben an Führer und Volk, während auf ihren Gesichtern schon der freudige Stolz des Sieges lag, ließen sie in dem Ringen für die Neugestaltung einer besseren Zukunft ihr Leben, im Wissen, daß sie da-
„Die vereinigten Nationen können den Krieg nicht eher gewinnen, als bis das englischsprechende Volk unter einem Führer zusammengefaßt ist. Mr. Roosevelt sollte dieser Führer sein, und der das britische Empire vertretende Mr. Churchill sollte den Präsidenten der USA. für diese »alliierte Führerschaft' vorschlagen. Der Präsident muß diktatorische Macht besitzen. Mr. Roosevelt mühte wegen einer persönlichen Macht auch schon deshalb der Führer sein, weil er es bereits über zwei Drittel der englischsprechenden Welt ist und der Gegenangriff der Demokratie in der westlichen Hemisphäre zu erfolgen hat. Der Präsident ist ein sicherer Führer, denn er liebt die Demokratie und haßt den Faschismus. In feinen Händen würde die diktatorische Macht die Fundamente der Freiheit nicht gefährden." Dies Programm einer Diktatur Roosevelts über die englischsprechenden Länder als erster Schritt zur Verwirklichung seines Anspruches auf die Weltherrschaft entstammt nicht etwa der Feder eines der ebenso phantasiebegabten wie ehrgeizigen Leibjournalisten des Weißen, Hauses, der machthungrige Präsident war vielmehr vorsichtig genug, es durch den Mund des- ehemaligen kanadischen Gesandten in Washington William B. Herridge als dessen ureigene Jntensiom in der kanadischen Bundeshauptstadt Ottawa verkünden zu lassen. Die Wirkung auf die kanadischen und im weiteren Sinne britischen Landsleute des Herrn Herridge wollen wir heute unerörtert lassen. Durch ein Netz militärischer und wirtschaftlicher Vereinbarungen ist das britische Dominion Kanada schon längst so völlig zu einem Teil der großen Rüstungsproduktionsstätte geworden, die heute die Vereinigten Staaten für die Alliierten darstellen, daß Roosevelt hier am ersten auf eine günstige Aufnahme für seinen Versuchsballon rechnen durfte. Sehr viel weniger sicher ist er der Stimmung im eigenen Lande. Nicht als ob her Krieg, dem Roosevelt mit seiner provokatorischen Politik so lange nachgelaufen ist, in wesentlichen Teilen des Volkes der Vereinigten Staaten unpopulär wäre oder als ob es unabhängige Politiker gäbe, die es wagen dürften, .offen zu sagen, daß nach ihrer Meinung das Fiasko feines mnerpoli- tischen Sanierungsplans Roosevelt auf die imperialistische Bahn getrieben habe. Nein, daß von alledem keine Rede sein kann, dafür hat der nut dem groß- zügigen Einsatz von Staatsgeldern aufgezogene Agitationsapparat des Präsidenten und feiner jüdischen Freunde schon gesorgt. Denn durch den bleiernen Nebel, der sich durch alle Schleusen der Meinungsmache über die schweren Niederlagen der USA.- Waffen auf dem süd pazifisch en Kriegsschauplatz, über die anhaltenden katastrophalen Tonnageverluste in der Schlacht auf den Weltmeeren, aber nicht minder über die Rohstoffversorgung und Produktion der Rüstungsindustrie wie ein dichter Schleier herniedersenkt, kann niemand in den Vereinigten Staaten sich ein klares Bild von der tatsächlichen Lage seines Landes machen, geschweige denn von den Plänen des Präsidenten. Durch sein raffiniertes System einer ganz auf Verwirrung und Einnebelung abgeftellten Meinungsmache hat Roosevelt erreicht, daß man ihm nicht in die Karten schauen
9. November 1923. Menschenmassen durchfluten : die Straßen Münchens und 'ballen sich zusammen. Wie ein Orkan brausen die Stimmen empor, das Deutschlandlied liegt auf allen Lippen. Ist es noch । jenes Volk, das einst vor fünf Jahren die schmachvollen Tage des Novembers 1918 erlebte? Ist es noch jenes Volk, das einst die Achselstücke von den Schultern der Offiziere riß und die schroarzweiß- rpten Kokarden in den Schmutz stampfte?
Fahnen flattern im Wind. Rote Fahnen mit dem schwarzen Hakenkreuz auf weißem Grund. Gruppen treten an. Kompanien formieren sich zum Marsch. Ein neues Deutschland ist im Werden, der Aufbruch der Nation beginnt. Tränen der Freude fteiaen denen in die Augen, die den Marschweg der Kolonnen umsäumen. Da marschiert Schulter an Schulter der Arbeiter neben dem Studenten, der Handwerker neben dem Kaufmann, der eben erst der Schulbank entwachsene Jüngling neben dem Frontsoldaten des Weltkrieges. Von einem einzigen Willen find alle beseelt, von einer einzigen Idee erfaßt. München ist erwacht. Bayern will das Banner der Freiheit über die deutschen Lande tragen, um Abrechnung zu halten mit den Novemberlingen des Jahres 1918.
Und dann peitschen an her Feldherrnhalle die Karabinerschüsse der Landespolizei den Kolonnen entgegen, das rasende Hämmern der Maschinengewehre übertönt das Deutschlandlied. Ein viel- tausendstimmiger Aufschrei brandet empor, und als der Pulverrauch verweht ist und das Schweigen des Todes sich über den Odeonsplatz legt, da haben sechzehn Nationalsozialisten ihr höchstes Opfer gebracht ... ihr Leben. Aus altem Adelsgeschlecht stammt der eine, ein namenloser Arbeiter ist der andere. Repräsentanten der Idee, um die siß gekämpft haben: die Nation.
Durch die Morgenluft des November 1923 weht die Schande des Verrats, weht der Heldenruhm jener Deutschen, die die Liebe zum Vaterland mit ihrem Tode besiegelten. Der Bau der November- republik, der der Kerker für die deutsche Seele fein sollte, war fast vollendet. An diesem Morgen bricht ein kleiner Stein aus der Kerkermauer ... ein kleiner Stein nur. Im bitteren Schmerz ahnen mir nicht, daß durch die Kerkermauer schon jetzt her erste zage Schimmer der Freiheit bricht. Menschern leider werden durch Kugeln zersetzt, Märtyrer trugen die unsterbliche Idee von der deutschen Tat auf reinen Händen empor zum strahlenden Firmament
mit zu unsterblichen Bürgen der Größe unseres Volkes wurden.
Aus all den Opfern ist das neue Deutschland erwachsen, über dem hütend die ewige Wache jener Kameraden steht, die einst in hoffnungsloser Nacht das Höchste und Letzte für den Fortbestand der Nation gaben. Ihres Opfers uns würdig zu erweisen ist heute bas Gesetz unseres Handelns.
Werner Mühe.
Keine Beflaggung am 9. November.
Der Reichsminister des Innern und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda geben bekannt: Die am 9. November übliche Beflaggung der Gebäude unterbleibt in diesem Jahre. Ferner teilt der Reichserziehungsminister mit: „Mit Rücksicht darauf, daß der 9. November in diesem Jahre allgemeiner Arbeitstag ist, fällt auch der Unterricht in den Schulen an diesem Tage nicht aus. Der Bedeutung des Tages ist in den einzelnen Klassen in feierlicher Weise zu gedenken."
der Ewigkeit.
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9. November 1942. Heute halten mir Umschau und blicken zurück auf den Weg, den mir gekommen sind. Das deutsche Volk steht mieder in Waffen. Hinmeg über bi? Gräber der Soldaten des Weltkrieges, der Toten der Feldherrnhalle und all jener Gefallenen, die in den Jahren des Kampfes um die Neugestaltung der Nation auf den Straßen unserer Heimat ihn Leben aushauchten, ist heute unser Volk zum Endkampf gegen Plutokratie und Bolschewismus aufgebrochen. Zu den Kämpfern des Weltkrieges hat sich die deutsche Jugend gesellt, von einem Willen beseelt, von einer Idee erfaßt, angetreten zum Austrag der großen Entscheidung.
Das Hakenkreuzbanner, bas an der Feldherrnhalle zu München zur Blutfahne eines neues Volkes geworden war, spiegelt sich heute in den Fjorden Norwegens, flattert im Novemberwind über den Gefilden Frankreichs, weht im Gluthauch der ägyptischen Wüste und krönt die Berggipfel des Kaukasus. Ein Weg unsterblichen deutschen Heldentums ist es, den mir vor drei Jahren zu beschreiten begannen.
Traten mir früher an die Gräber der Gefallenen, besuchten mir die alten Schlachtfelder des Westens
9. November 1918. In der Feme ist mit dumvfem Grollen der letzte Schuß verhallt, der große Kneg ist aus. Dicke Nebelfchmaden haben alles eingehüllt, und nur manchmal peitscht der Wind sie auseinander und jagt die zerrissenen Fetzen durch verlassene Schützengräben, über verschüttete Unterstände und zertrommeltes Gelände.
Tautropfen hängen an den Stacheldrähten rote die Tränen der Millionen, die jene beweinen, die nie wiederkommen, die einst hinauszogen in den sommerschwülen Augusttagen des Jahres 1914, den hellen ©iegfriebsglauben im Herzen, um die Heimat mit ihren Leibern zu decken, und jetzt stumm und starr in dep Massengräbern vor Verdun, im heißen Sand der Wüste oder in Rußlands unendlichen Weiten ruhen. Eingesunkene Kreuze stehen auf den Gräbern mit der regenverroaschenen Inschrift: „5jier ruht ... Gefallen fürs Vaterland."
Die Wogen des Meeres brausen im Herbststurm über zerschossene Schiffe mit geborstenem Kiel und zerschmettertem Mast, über die stählernen Leider der deutschen Kriegsflotte, die mit wehender Flagge in die Tiefe sank.
In der Heimat durchziehen meuternde Matrosen und Deserteure der Etappe die Straßen und übernehmen die Macht, während ein feiges Bürgertum tatenlos hinter den Gardinen feiner Wohnungen zusieht. Kampflos treten die Fürsten ab, niemand stirbt auf den Stufen seines Thrones.
Trübe kommen die freudenlosen Tage herauf. Von einer dumpfen Trauer umfangen ist alles, als der große Krieg in diesen Novembertagen dahin- ftirbt. Keine Trommel ertönt, kein Hornruf erklingt, als die endlosen grauen Kolonnen wieder zum Osten ziehen. .
Und dann stehen sie zum letztenmal auf irgendeiner deutschen Straße, auf irgendeinem deutschen Platz in Reih und Glied. Ein kleines Häuflein, wo einst Bataillone standen. In der Ferne verlieren । sich die müden Schritte, als das letzte Kommando „Weggetteten!" verhallt ist. Der Nebel verschlingt mitleidig die ausgemergelten Gestalten, die ohne Waffen, im zerschlissenen, lehmverkrusteten grauen Rock auseincmdergehen. Der regendurchroeichte Boden erstickt den Schall ihrer Schritte.---Der
große Krieg ist aus.
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UeberaH hat der Krieg dort, wo geographische oder klimatische Umstände auf ihn einwirken, seine befonöeren Gesetze, und es ist gerade die Kunst des Heerführers, diese Gesetze zu erkennen und danach zu handeln. In Afrikas Wüsten wird ein anderer. Krieg geführt als in Europa. Die ungeheure Weite des Raumes, die Verschiedenheit der Böden — hier Geröll, dort Feinsand, hier Ebene, dort leblose Hügel wie Mondkrater — bestimmt die Kampfart. Die Versorgung mit Wasser und Benzin ist nur durch Anlage von künstlichen Brunnen bzw. Tankstellen möglich, und der Nachschub muß entlang den Straßen durch die Wüste gehen. Seit dem Beginn der Kämpfe in Nordafrika habeiü sich alle Aktionen um diese Grundlagen gedreht.
Daraus ergibt sich, daß her Krieg in Nordafrika nicht mit großen Massen geführt wird, sondern mit dazu auch körperlich besonders geeigneten Soldaten, an deren Wendigkeit und Zähigkeit die Wüste die schwersten Anforderungen stellt. Die Männer des deutschen Aftikakorps und ihre italienischen Kameraden in Nordafrika find zahlenmäßig nicht stark, dafür aber mit her Wüste und ihren Gesetzen vertraut, und mit ihren Waffen und Motoren verwachsen. Unter Marschall Rommels Führung haben sie hie schwersten Befestigungen der Briten mit einer Schnelligkeit erobert, die den Briten vollkommen überraschend kam. Sie sind in den verschiedenen Phasen der Kämpfe vor- oder zurückgegangen, \e nachdem die Kampftage es forderte, aber sie haben immer wieder dem Feinde die schwersten Verluste beigebracht, und Rommel hat niemals bas Gesetz des. Handelns verloren. Als er in Aegypten einbrach und bei El Alamein sich festgrub, hat er hie Briten veranlaßt, sehr wesentliche Kräfte nach her von ihm bedrohten ägypttschen Front zu werfen, Tanks und Flugzeuge, die für andere bestimmt waren, mußten in Afrika landen, damit ist bereits ausgesprochen, daß eine einheitliche Strategie, die überall die Fronten |


